Der Wahrheit auf der Spur – Die jüdische Auswanderung. Teil 3

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31. August 2012 von UBasser


Teil 9 – Das Rublee-Wohlthat-Abkommen

Die Haavara bezog sich ausschließlich auf die Auswanderung nach Palästina. Die zweite staatliche Regelung, das Rublee-Wohlthat-Abkommen, betraf die Auswanderung in andere Länder und damit die Mehrzahl der auswandernden Juden. Ähnlich wie in Palästina wurde auch in anderen Ländern der Nachweis der finanziellen Unabhängigkeit verlangt, was für Deutschland erhebliche Probleme mit sich brachte. Denn die Deutsche Reichbank war dadurch gezwungen, große Mengen der an sich schon knappen Devisenbestände für die Auswanderung zur Verfügung zu stellen. Viele Länder verhängten darüberhinaus Einwanderungsstops für Juden.

Dieses Problem war das Thema einer internationalen Flüchtlingskonferenz, die im Sommer 1938 im französischen Kurort Evian-les-Bains am Genfer See tagte. Vertreter von 32 Staaten trafen sich vom 6. bis 15. Juli im Hotel Royal zu gemeinsamen Besprechungen über Hilfsmöglichkeiten für die deutschen Juden. Alle Teilnehmer der Konferenz waren sich einig: Sie verurteilten den in Deutschland herrschenden Antisemitismus, sie waren voll Mitgefühl für die armen Juden, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, sie stimmten Resolutionen zu, daß es unbedingt notwendig sei, Orte zu finden, an denen die Juden unterkommen konnten – aber jeder einzelne Redner betonte, daß gerade sein Land leider nicht in der Lage sei, ihnen durch Aufnahme einer größeren Anzahl von Einwanderern zu helfen.

Das einzige Ergebnis der Konferenz war schließlich die Einrichtung eines „Zwischenstaatlichen Komitees“, das sich in London etablierte. Sein Präsident wurde der Washingtoner Rechtsanwalt George Rublee.

Rublee versuchte von Anfang an, mit der deutschen Regierung in Kontakt zu kommen. Diese Bemühungen, die der deutsche Botschafter in London, Herbert von Dirksen und der Leiter der politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, Ernst Woermann, unterstützten, wurden monatelang von dem damaligen Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Ernst von Weizsäcker, dem Vater des letzten deutschen Bundespräsidenten, erfolgreich torpediert. Es gibt dazu ausführliche Aufzeichnungen in den deutschen Aktenbeständen.

Weizsäcker ließ Rublee sagen, daß er sich keinerlei Hoffnungen auf eine irgendwie geartete Mitarbeit der deutschen Seite zu machen brauche. Er wies wiederholt die Versuche anderer Diplomaten zurück, die Rublee mit deutschen Behörden in Verbindung bringen wolten. Er verbot sogar der deutschen Botschaft in London, auf die Kontaktversuche Rublees irgendwie zu reagieren, oder sie auch nur Berlin gegenüber zu erwähnen. Er erkundigte sich beim britischen Geschäftsträger in Berlin, ob Rublee überhaupt Arier sei. Als Rublee von sich aus nach Berlin fahren wollte, wies Weizsäcker dieses Angebot schroff zurück, weil das, nach seiner Meinung, keinen Wert habe. 40

Schließlich erfuhr Hitler auf Umwegen von den Eigenmächtigkeiten Weizsäckers und bestellte kurzerhand Reichsbankpräsident von Schacht zu sich. Er beauftragte ihn, einen Finanzierungsplan auszuarbeiten, der die Auswanderung der noch in Deutschland lebenden Juden ermögliche. Schacht entwarf einen Vorschlag, und Hitler sandte ihn damit Mitte Dezember 1938 nach London zu Gesprächen mit Rublee und anderen Persönlichkeiten.

Nach dem Krieg hat Schacht das so dargestellt, als seien der Plan und die Englandreise seine Ideen gewesen, die er Hitler hätte mühsam einreden müssen. Die Dokumente der damaligen Zeit beweisen das Gegenteil. Nach seiner Rückkehr aus London war in der Berliner Zeitung (BZ)vom 19. Dezember 1938 eine von ihm initiierte Notiz erschienen: „Schachts Gespräche in London, der Zweck der Reise“. Das Auswärtige Amt reagierte darauf sauer und Weizsäcker bekam den Auftrag, Schacht zur Rede zu stellen. Das geschah in einem Telefongespräch vom 20. Dezember 1938, über das Weizsäcker eine Notiz anfertigte. 41 Darin heißt es: „…Weizsäcker habe Schacht gefragt, ob ein Auftrag des Führers vorgelegen, oder ob er, Schacht, die Zeitungsmeldung veranlaßt habe.“

„Präsident Schacht gab unumwunden zu, daß der Artikel von ihm stamme. Es handle sich um einen Auftrag des Führers, den er, der Präsident, in dem ihm gesteckten Rahmen in London ausgeführt habe. Der Führer wünsche von ihm Berichterstattung nach Rückkehr. Er, Schacht, habe sich daher jetzt beim Führer zum Vortrag gemeldet, hoffe diesen in ein bis zwei Tagen erstatten zu können und werde danach umgehend sich auch bei dem Herrn Reichsminister (Ribbentrop) zur Berichterstattung einfinden. Ehe er dem Führer Meldung gemacht habe, möchte er sich in dieser Sache nicht weiter äußern.“

Schachts späte Erinnerungen an diese Phase seiner Tätigkeit wurden offensichtlich von den historischen Ereignissen beeinflußt und getrübt. Er hat verschiedenes völlig anders dargestellt, als es die Dokumente belegen.

Jedenfalls wurde 1938 der Schacht-Plan vom Zwischenstaatlichen Komitee als Diskussionsbasis angenommen. Im Januar darauf wurde Rublee, unter Umgehung des Auswärtigen Amtes, nach Berlin eingeladen. Er verhandelte dort zunächst mit Schacht, dann mit Görings Ministerialdirektor Helmut Wohlthat. Innerhalb von vier Wochen kam es zum Abschluß des Rublee-Wohlthat-Abkommens.

Die Grundidee dieses Abkommens war: Ein international überwachter Treuhandfonds sollte gegründet werden, dem 25% des sich in Deutschland befindlichen jüdischen Vermögens zugeführt würde. Ausländische Kreditgeber sollten ihrerseits Auswanderungshilfen leisten, (oder Zinsprofite kassieren?) die die Reichsregierung (also die Deutschen als Volk) mit 20 Jahresraten in ausländischer Valuta zurückzahlen würde. So sollte jeder Auswanderer außer dem notwendigen „Vorzeigegeld“ ein Mindestkapital zur Errichtung einer Existenz erhalten. Zur Auswanderung sollten zunächst 150.000 arbeitsfähige Juden kommen, deren Angehörige später folgen sollten. Rublee bzw. das Zwischenstaatliche Komitee wollten sich um Länder bemühen, in die die Juden einwandern könnten. Alle über 45 Jahre alten Juden sollten in Deutschland bleiben können und von Diskriminierungen verschont werden. Wohn- und Arbeitsbeschränkungen für diese Juden sollten aufgehoben werden.

Der Text des Memorandums über die zwischen Rublee und Wohlthat getroffenen Vereinbarungen galt offiziell als Vertrag. Dieses Memorandum hatte Rublee nach seiner Rückkehr nach London (von Rothschilds?) verfaßt und an Wohlthat geschickt. Weizsäcker weigerte sich jedoch, das Abkommen zu paraphieren, 42 weil das Auswärtige Amt in die Verhandlungen nicht eingeschaltet worden war – was er ja selbst verhindert hatte.

Daraufhin legte Hermann Göring den Text Adolf Hitler vor, der dem Abkommen ausdrücklich zustimmte. Rublee seinerseits unterbreitete den Text einer internationalen Kommission, die aus den Regierungsvertretern von 30 Staaten bestand. Rublee wurde von dieser Kommission beauftragt, Wohlthat mitzuteilen, daß diese Länder das zwischen ihnen getroffene Abkommen mit Interesse zur Kenntnis genommen hätten, und daß sie alles tun würden, um die Auswanderung der Juden aus Deutschland aufgrund dieses Abkommens weitgehend zu fördern. – In der Praxis sah das mit der Förderung dann freilich anders aus, aber das lag nicht an den von deutscher Seite initiierten Vereinbarungen.

Nach erfolgreichem Abschluß der Verhandlungen legte der 72jährige Rublee sein Amt als Direktor des Zwischenstaatlichen Komitees aus Altersgründen nieder.

In England wurde eine Finanzierungsgesellschaft mit einem Startkapital von 1 Million Dollar gegründet. In den Vereinigten Staaten verpflichteten sich jüdische Bankiers (die vom Anfang an hinter den Kulissen die Fäden gezogen haben), die genügenden Mittel aufzubringen, um die Durchführung jedes einzelnen Siedlungsprojektes zu garantieren. Der neue Direktor des (wessen) Zwischenstaatlichen Komitees, Sir Herbert Emerson, war überzeugt, daß die Auswanderung der Juden gesichert sei und in drei bis fünf Jahren abgeschlossen werden könne. 43

Im Januar 1939 wurde in Berlin die „Reichszentrale für die Auswanderung der Juden“ gegründet. Ihre Arbeit basierte auf dem Rublee-Wohlthat-Abkommen. Sie arbeitete eng mit der jüdischen „Reichsvereinigung der Juden“ zusammen, um die Abwicklung der Auswanderung zu vereinfachen. Die Arbeit lief zuerst nur langsam an, weil sich die meisten Länder weigerten, jüdische Einwanderer aufzunehmen. Aber durch das Rublee-Wohlthat-Abkommen war wenigstens die finanzielle Barriere beseitigt worden. Rublee sagte später über diese Zeit:

„Die Deutschen erfüllten alle ihre Verpflichtungen (…) In den Monaten zwischen meiner Abreise aus Deutschland und dem Ausbruch des Krieges kam es kaum noch, wenn überhaupt, zu (durch Zionisten organisierte?) Judenverfolgungen in Deutschland. Einige reisten aus, und die übrigen hatten es in Deutschland leichter. Ich erhielt eine ganze Anzahl von Briefen aus Deutschland, in denen (…) mir (Juden) (…) ihren Dank für das, was ich für sie getan hatte, zum Ausdruck brachten.“ 44

Mit Kriegsbeginn wurden allerdings die Aussichten für die Auswanderer, ein Zielland zu finden, immer geringer. Zudem sperrte die englische Blockade den bis dahin benutzten Seeweg. Palästina wurde von England durch verschärfte Einwanderungsbedingungen ebenfalls so gut wie geschlossen (weil die geplante Anzahl „arbeitsfähiger ausgebildeter“ Juden zum Aufbau Israels erreicht war?).

Die Auswandererrouten führten ab dann vor allem auf Landwegen, z.B. über Griechenland und die Türkei. Das Jüdische Nachrichtenblatt veröffentlichte in seinen Ausgaben vom 18. und 21.6.1940 eine abenteuerliche Route „über Yokohama nach Amerika“. Eine Landkarte zeigte die neuen Reisewege: Berlin – Warschau – Moskau – Tschita – Schanghai – Yokohama – San Francisco/Los Angeles. Ab hier entweder in östlicher Richtung nach Chicago – New York oder nach Süden: Mexiko – Panama – Santiago de Chile. Die deutsche Regierung bot Auswanderern mit gültigem Visum einen Weg über das besetzte Frankreich nach Spanien und Portugal an, von wo aus sie dann Schiffe in ihr Zielland nehmen könnten (Jüdisches Nachrichtenblatt, 10.12.1940).

Daß die Auswanderung auch nach Kriegsbeginn, wenn auch in geringerem Umfang, weiterging, lag erstens an den internationalen Verbindungen der Juden, die in zahlreichen Einzelfällen mit Phantasie und Einfallsreichtum genutzt werden konnten, zweitens an der fördernden Hilfe deutscher Dienststellen und schließlich drittens an einer Einrichtung, die später für eine ganz andere Aufgabe eingesetzt werden sollte, dem „Mossad le Aliyah Bet“.

Teil 10 – Der Mossad le Aliyah Bet und die illegale Einwanderung

„Mossad le Aliyah Bet“ heißt wörtlich: „Büro für die zweite Einwanderung“. Damit war die illegale Einwanderung nach Palästina gemeint. Aus diesem Büro entwickelte sich später der israelische Geheimdienst „Mossad“. Dieses Büro war schon 1937 von Juden aus Palästina in Paris gegründet worden. Die Notwendigkeit dafür ergab sich aus der britischen Palästina-Politik. Die Engländer gaben nur eine beschränkte Anzahl von Einwanderungs-Zertifikaten aus, jedenfalls viel weniger, als Juden nach Palästina einwandern wollten.

Die Einwanderer wurden, entsprechend ihrem Vermögen, Beruf und Stand, in bestimmte Kategorien eingeteilt und die Zertifikate wurden auf diese Kategorien, je nach Wünschbarkeit der Einwanderung, verteilt. Wenn man also das Pech hatte, einer Kategorie anzugehören, die die Mandatsmacht als nicht notwendig erachtete, konnte man mit keinem Visum rechnen.

In den Jahren von 1932 bis 1945 waren folgende Einwanderungskategorien in Geltung:

Kategorie A. Personen mit eigenem Vermögen

  • A1: Kapitalisten mit Eigenkapital von LP (Palästina-Pfund) 1000.
  • A2: Angehörige freier Berufe mit LP 500, soweit die wirtschaftliche Lage nach Ansicht der Einwanderungsbehörde die Einwanderung rechtfertigt.
  • A3: Handwerker mit mindestens 250 LP.
  • A4 Rentenempfänger mit Mindestrente von LP 4 monatlich. (45)
  • A5: Personen, die einen „seltenen“, im Lande wenig vertretenen Beruf ausüben, mit Kapital von mindestens LP 500.

Kategorie B: Personen mit gesichertem Lebensunterhalt

  • B1: Waisenkinder unter 16 Jahren, deren Lebensunterhalt durch öffentliche Institutionen gesichert ist.
  • B2: Personen religiöser Berufe.
  • B3: Studenten und Schüler, deren Lebensunterhalt bis zur Berufsausübung gesichert ist.

Kategorie C:

  • ArbeiterzertifikateFür Arbeiter zwischen 18 und 35 Jahren. Die Zahl dieser Zertifikate wurde zweimal jährlich von der Palästina-Regierung bestimmt.

Kategorie D

  • Ehefrauen, Kindern und Eltern von in Palästina lebenden Juden vorbehalten, sofern diese nachweisen konnten, daß sie für den Lebensunterhalt ihrer Angehörigen sorgen können.

Dann gab es noch die Kategorie „Jugendalija“ für Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren. 46

Man kann verstehen, daß jüdische Führer vom Zorn übermannt wurden bei einer solchen Katalogisierung jüdischer Bürger nach Nützlichkeitsstandpunkten (nützlich für wen? Für die „jüdischen“ Bürger?). Zumal das Mandat über Palästina vom 24. Juli 1922 von England forderte, die jüdische Einwanderung – unter Wahrung der Rechte anderer Volksgruppen im Land weitgehend zu erleichtern und zu unterstützen. Sie suchten daher von Anfang an nach Wegen, diese Bestimmungen zu umgehen, und Judentransporte nach Palästina auf – nach britischem Verständnis (das Wort „britisch“ ist „hebräisch“, es steht für „Bund“, „Vertrag“.. was ist also „britisches Verständnis“? Wer repräsentiert“britisches Verständnis“? Hitlers jüdische Banker? Rothschilds? Warburgs?) – illegalen Wegen zu organisieren.

Am 17. Mai 1939 veröffentlichten die Briten ein neues Weißbuch, mit dem die Einwanderungsbestimmungen wieder einmal verschärft wurden.

Die Mitarbeiter des Mossad richteten (angeführt und unterstützt von den Rabbis der jüdischen Gemeinden?) also ab 1937 in allen Ländern Europas ihre Büros ein und nahmen auch sofort Kontakt mit Berliner Dienststellen auf, vor allem mit der SS und der Gestapo. Von da ab begann eine lebhafte Zusammenarbeit zwischen Gestapo und Mossad.

Entsprechend ihrer Grundeinstellung zur jüdischen Auswanderung waren SS und Gestapo den Mossad-Agenten vielfältig behilflich. Im Dezember 1938 hatte (der jüdische) Himmler angeordnet, daß jüdische Häftlinge aus den Konzentrationslagern entlassen werden sollten, wenn sie ihre Auswanderung vorbereiten wollen. 47 Darüber hinaus wurde Mossad-Agenten erlaubt, in die Lager zu gehen und dort Juden anzuwerben, die bereit waren, auf illegalen Auswandererschiffen nach Palästina zu gehen. Ihrer Entlassung stand dann nichts im Wege. Kimche schreibt:

„Weil er (Pino, der Beauftragte des Mossad) der Gestapo eine Garantie dafür gab, daß er für ihre sofortige Auswanderung sorgen würde, war Pino in der Lage, eine große Anzahl junger Juden aus den Konzentrationslagern zu erlösen. Eine von ihm unterschriebene Bescheinigung reichte aus, ihre Freigabe zu erwirken.“ 48

Da die Palästinaroute inoffiziell war, benötigten die Auswanderer Visa von anderen Ländern, z.B. bei Kontrollen in Häfen, die unterwegs angelaufen werden mußten. Die Gestapo setzte sich dafür ebenso ein, wie für die Charterung geeigneter Schiffe, deren Kosten sie teilweise sogar übernahm. Im Jahr 1939 fuhren zahlreiche Schiffe von Europa nach Palästina und brachten Tausende von Einwanderern illegal ins Land. 49

Auch mit Kriegsausbruch hörte die Zusammenarbeit zwischen Mossad und Gestapo nicht auf, sondern wurde eher noch forciert. Aber die Auswanderungspapiere wurden oft auf andere Länder ausgestellt und den Auswanderern wurde eingeschärft, daß sie über das wirkliche Ziel nichts erzählen dürften. Ohne die Mithilfe von SS und Gestapo und ohne stillschweigende Duldung deutscher Behörden wäre die Arbeit des Mossad nicht möglich gewesen.

Noch vor Kriegsbeginn, im Sommer 1939, hatte man geplant, auf einen Schlag zehntausend Juden von deutschen Häfen aus nach Palästina zu verschiffen. Aber noch ehe die Schiffe auslaufen konnten, brach der Krieg aus und die Engländer sperrten den Kanal.

Teil 11 – Vorschläge der „Irgun“

Dieser Plan wurde zwei Jahre später, im Sommer 1941, noch einmal von Abraham Stern, damals einer der Führer der „Irgun“, der jüdischen antibritischen Widerstands- und Freiheitsorganisation, 50 aufgegriffen. Er sagte den Deutschen Hilfe im Kampf gegen England zu und schlug als Gegenleistung vor, die Ausschiffung der zehntausend Juden aus Deutschland jetzt, mitten im Krieg, durchzuführen. 51 Er war der Meinung, die deutschen Schiffe seien in der Lage, die englische Blockade zu durchbrechen und die Juden nach Palästina zu bringen. Und wenn sie erst einmal dort seien, könnten die Engländer sie nicht mehr zurückbringen.

Ob dieser Vorschlag jemals an die richtige Adresse gelangte, ist fraglich, da die von Stern ausgesandten Unterhändler später in Syrien gefangengenommen wurden. Jedenfalls mußte Berlin es für aussichtslos halten, die Seeblockade brechen zu wollen. Ein Konvoi von Schiffen mit Zivilisten, vor allem auch Frauen und Kindern, hätte kaum Chancen gehabt, unverletzt Palästina zu erreichen. Dafür hätte die deutsche Regierung nicht die Verantwortung übernehmen können.

Dies war bereits der zweite Kontaktversuch, den Stern unternahm. Ein halbes Jahr vorher, im Januar 1941, hatte die „Irgun“ schon einmal versucht, mit der deutschen Regierung Kontakt aufzunehmen. 52

In einem Schreiben unterbreitete sie ihr den Vorschlag, auf deutscher Seite gegen England zu kämpfen, und zwar sowohl in Palästina, durch Sabotage und Agententätigkeit, als auch im Ausland. Als Gegenleistung verlangte sie die „Anerkennung der (…) nationalen Aspirationen der Israelitischen Freiheitsbewegung seitens der Deutschen Reichsregierung“ und die Aufstellung einer jüdischen Brigade („militärische Ausbildung und Organisation der jüdischen Manneskraft Europas, unter Leitung und Führung der N.M.O., in militärischen Einheiten und deren Teilnahme an Kampfhandlungen zum Zwecke der Eroberung Palästinas, falls eine entsprechende Front sich bilden sollte“). (Kompletter Text dieses historischen Dokuments im Anhang.)

Dieser Brief wurde offensichtlich zur gleichen Zeit abgesandt, als zwei von Stern ausgesandte Agenten sich bei Werner Otto von Hentig in Beirut einfanden. Hentig war Gesandtschaftsrat im Auswärtigen Amt und befand sich Anfang 1941 auf einer Dienstreise in dem damaligen französischen Mandatsgebiet. Das Gespräch muß einen ähnlichen Inhalt wie der Brief gehabt haben, denn Hentig schreibt darüber:

In Beirut nahm ich (…) (im) ‚Hotel Monopol‘ Quartier. (…) Die merkwürdigste Delegation kam aus Palästina selbst. Der Führer, ein vorzüglich aussehender jüngerer Offizierstyp, erbot sich, mit den Nationalsozialisten gegen die eigenen Leute, vor allem die orthodoxen Zionisten, zusammenzuarbeiten, wenn ihnen Hitler die Eigenstaatlichkeit eines jüdischen Palästina gewährleiste.“ 53

„Der jüdischen Delegation aber hatte ich auf ihr Bündnisangebot nur sagen können, daß die von ihr gestellte Bedingung ganz bestimmt niemals, mit Rücksicht auf unsere arabischen Freunde und unsere allgemeinen Grundsätze, angenommen werden könne.“ 54

Der Brief der „Irgun“, der in deutscher Sprache abgefaßt war, ist sicher nach Berlin gelangt, 55aber ob eine deutsche Reaktion darauf erfolgt ist, läßt sich aus den Akten nicht ersehen.

Teil 12 – Schluß

Die illegale Einwanderung nach Palästina ging auch noch nach Kriegsende bis zur Staatsgründung Israels weiter, da die Briten die Grenzen Palästinas für Juden weiterhin gesperrt hielten. Insgesamt konnten im Verlauf von zehn Jahren, also von 1938 bis 1948, weit über hunderttausend Juden illegal nach Palästina einwandern. 56

Die Gesamtzahl aller Juden, die Deutschland (und Österreich) nach 1933 verließen, ist statistisch nicht festzustellen, da weder bei den Auswanderungsstellen noch bei den Einwanderungsbehörden Zählungen erfolgten. Schätzungen belaufen sich auf Zahlen zwischen 200.000 und 507.000, eine Diskrepanz, die die Fragwürdigkeit dieser Zahlen aufweist. 57

Tatsächlich beruhen alle diese Zahlen – mit einer Ausnahme – auf bloßen Vermutungen und beziehen sich zudem auf unterschiedliche Gruppen und Zeiten. Zuverlässige, alle Auswanderungen umfassende Statistiken gibt es nicht. Unter Auswanderung aus Deutschland verstehen manche Autoren Deutschland in den Grenzen des Altreichs, also bis März 1938. Andere rechnen Österreich hinzu. Einige wollen nur die Jahre 1933 bis 1939 zugrundelegen, obwohl feststeht, daß nach Kriegsbeginn die Auswanderung weiterging und die illegale Auswanderung nach Palästina erst 1938 richtig einsetzte.

Es gibt nur eine Zahl, die auf einer offiziellen deutschen Angabe beruht. Aber gerade diese Zahl wird von allen Autoren abgelehnt, weil sie zu hoch erscheint. Kurioserweise ist diese Zahl in einem Dokument enthalten, das ansonsten höchstes Ansehen genießt, weil man mit ihm den deutschen Plan einer „Judenvernichtung“ beweisen will: dem „Wannseeprotokoll“. Alle Angaben dieses Dokuments werden als glaubwürdig und beweiskräftig eingestuft, nur nicht die genannten Auswanderungszahlen.

Es heißt dazu auf S. 4 des Protokolls, daß „seit der Machtübernahme bis zum Stichtag 31.10.1941 insgesamt rund 537.000 Juden zur Auswanderung gebracht“ wurden. „Davon vom 30.1.1933 aus dem Altreich rd. 360.000 vom 15.3.1938 aus der Ostmark rd. 147.000 vom 15.3.1939 aus dem Protektorat Böhmen und Mähren rd. 30.000“.

Wir wollen hier nicht die Frage der Echtheit oder Unechtheit des Protokolls aufwerfen und auch nicht die der Bedeutung des Treffens in der Wannsee-Villa, die neuerdings divergent beurteilt wird. Es geht hier nur darum, wieder einmal auf die Tatsache aufmerksam zu machen, daß von der Zeitgeschichtsschreibung willkürlich bestimmte Inhalte eines Dokuments als echt und richtig akzeptiert werden, während andere für unglaubwürdig gelten. Für unser Thema bleibt es also bei der zuerst gemachten Feststellung, daß genaue Zahlen für die Auswanderung nicht vorliegen. Von den Auswanderern gingen ca. 1/4 bis 1/3 nach Palästina, 1/3 in europäische Länder und der Rest nach Übersee, vor allem Nord- und Südamerika.

Die Haavara wird, wie schon zu Anfang gesagt, gelegentlich in der Fachliteratur erwähnt, in den öffentlichen Medien jedoch kaum. Das Rublee-Wohlthat-Abkommen ist so gut wie unbekannt. Die Mehrzahl der Deutschen wird mit Sicherheit über den Holocaust ausreichend unterrichtet sein, von einem Auswanderungsplan, durch den die überwiegende Mehrzahl der deutschen Juden das Land unbehelligt verlassen konnten, jedoch kaum etwas gehört haben. Das ist offensichtlich eine der“ volkspädagogisch unerwünschten Wahrheiten“, wie der Schweizer Professor Walther Hofer es einmal formulierte. Die Aufgabe von Historikern wird es jedoch immer bleiben, auch gegen die Zeitströmung, Wahrheiten ans Licht zu verhelfen, deren Kenntnis die Vergangenheit in einem klareren Licht zu sehen erlaubt.

Teil 13 – Anhang:

Grundzüge des Vorschlages der Nationalen Militärischen Organisation in Palästina (Irgun Zewai Leumi) betreffend der Lösung der jüdischen Frage Europas und der aktiven Teilnahme der N.M.O. am Kriege an der Seite Deutschlands.

Es ist des öfteren von den leitenden Staatsmännern des nationalsozialistischen Deutschlands in ihren Äusserungen und Reden hervorgehoben worden, daß eine Neuordnung Europas eine radikale Lösung der Judenfrage durch Evakuierung voraussetzt („judenreines Europa“).

Die Evakuierung der jüdischen Massen aus Europa ist eine Vorbedingung zur Lösung der jüdischen Frage, die aber nur einzig möglich und endgültig durch die Übersiedlung dieser Massen in die Heimat des jüdischen Volkes, nach Palästina, und durch die Einrichtung eines Judenstaates in seinen historischen Grenzen sein kann.

Das jüdische Problem auf diese Weise zu lösen und damit das jüdische Volk endgültig und für immer zu befreien, ist das Ziel der politischen Tätigkeit und des jahrelangen Kampfes der Israelitischen Freiheitsbewegung, der nationalen Militärischen Organisation in Palästina (Irgun Zewai Leumi).

Die N.M.O., der die wohlwollende Einstellung der deutschen Reichsregierung und ihrer Behörden zu der zionistischen Tätigkeit innerhalb Deutschlands und zu den zionistischen Emigrationsplänen gut bekannt ist, ist der Ansicht, daß

  • 1. eine Interessengemeinschaft zwischen den Belangen einer Neuordnung Europas nach deutscher Konzeption und den wahren nationalen Aspirationen des jüdischen Volkes, die von der N.M.O. verkörpert werden, bestehen könne;
  • 2. eine Kooperation zwischen dem Neuen Deutschland und einem erneuerten, völkisch-nationalen Hebräertum möglich wäre und
  • 3. die Errichtung des historischen Judenstaates auf nationaler und totalitärer Grundlage, der in einem Vertragsverhältnis mit dem Deutschen Reiche stünde, im Interesse der Wahrung und Stärkung der zukünftigen deutschen Machtposition im Nahen Orient sei.

Ausgehend aus diesen Erwägungen tritt die N.M.O. in Palästina, unter der Bedingung einer Anerkennung der oben erwähnten nationalen Aspirationen der Israelitischen Freiheitsbewegung seitens der Deutschen Reichsregierung, an dieselbe mit dem Angebote einer aktiven Teilnahme am Kriege an der Seite Deutschlands heran.

Dieses Angebot seitens der N.M.O., deren Tätigkeit auf das militärische, politische und informative Gebiet in, und nach bestimmten organisatorischen Vorbereitungen auch außerhalb Palästinas, sich erstrecken könnte, wäre gebunden an die militärische Ausbildung und Organisierung der jüdischen Manneskraft Europas, unter Leitung und Führung der N.M.O., in militärischen Einheiten und deren Teilnahme an Kampfhandlungen zum Zwecke der Eroberung Palästinas, falls eine entsprechende Front sich bilden sollte.

Die indirekte Teilnahme der Israelitischen Freiheitsbewegung an der Neuordnung Europas, schon in ihrem vorbereitenden Stadium, im Zusammenhange mit einer positiv-radikalen Lösung des europäischen Judenproblems im Sinne der erwähnten nationalen Aspirationen des jüdischen Volkes, würde in den Augen der gesamten Menschheit die moralischen Grundlagen dieser Neuordnung ungemein stärken. 58

Die Kooperation der Israelitischen Freiheitsbewegung würde auch in der Linie einer der letzten Reden des deutschen Reichskanzlers liegen, in der Herr Hitler betonte, daß er jede Kombination und Koalition benutzen werde, um England zu isolieren und zu schlagen. 59

Kurzer Überblick über die Entstehung,das Wesen und die Tätigkeit der N.M.O. in Palästina.

Die N.M.O. ist zum Teil aus dem jüdischen Selbstschutze in Palästina und der Revisionistischen Bewegung (Neue Zionistische Organisation) hervorgegangen, mit der die N.M.O. durch die Person des Herrn V. Jabotinsky bis zu seinem Tode in einer losen Personalunion sich befand. Die pro-englische Haltung der Revisionistischen Organisation in Palästina, die eine Erneuerung der Personalunion unmöglich machte, führte im Herbst dieses Jahres zu einer darauf folgenden Spaltung der Rev(isionistischen) Bewegung. Das Ziel der N.M.O. ist die Errichtung des Judenstaates in seinen historischen Grenzen.

Im Gegensatz zu sämtlichen zionistischen Strömungen lehnt die N.M.O. die kolonisatorische Infiltration als das einzige Mittel zur Erschließung und allmählichen Besitzergreifung des Vaterlandes ab und erhebt zu ihrer Devise den Kampf und das Opfer als die einzig wahren Mittel zur Eroberung und Befreiung Palästinas.

Durch ihren militanten Charakter und ihre anti-englische Einstellung ist die N.M.O. gezwungen, unter ständigen Verfolgungen seitens der englischen Verwaltung ihre politische Tätigkeit und die militärische Ausbildung ihrer Mitglieder in Palästina im Geheimen auszuüben.

Die N.M.O., deren Terroraktionen schon im Herbst des Jahres 1936 begannen, ist besonders im Sommer 1939, nach der Veröffentlichung des engl(ischen) Weißbuches, durch die erfolgreiche Intensivierung ihrer terroristischen Tätigkeit und Sabotage an englischem Besitz hervorgetreten. Diese Tätigkeit, sowie die täglichen geheimen Radiosendungen, sind ihrerzeit fast von der gesamten Weltpresse registriert und besprochen worden. Bis zum Kriegsbeginn unterhielt die N.M.O. selbständige politische Büros in Warschau, Paris, London, Genf und New York.

Das Büro in Warschau war hauptsächlich mit der militärischen Organisierung und Ausbildung der nationalen zionistischen Jugend betraut und stand in engem Kontakt mit den jüdischen Massen, die besonders in Polen den Kampf der N.M.O. in Palästina mit Begeisterung verfolgten und ihn auf jegliche Art unterstützten. In Warschau erschienen zwei Zeitungen (Die Tat und Jerozalima wseljona), die der N.M.O. gehörten.

Das Warschauer Büro unterhielt enge Beziehungen zu der ehemaligen polnischen Regierung und den militärischen Kreisen, die den Bestrebungen der N.M.O. größtes Interesse und Verständnis entgegenbrachten. So wurden während des Jahres 1939 geschlossene Gruppen der Mitglieder der N.M.O. aus Palästina nach Polen entsandt, wo sie in den Kasernen durch polnische Offiziere in ihrer militärischen Ausbildung vervollkommt wurden.

Die Verhandlungen, die zwischen der N.M.O. und der polnischen Regierung in Warschau, zwecks Aktivisierung und Konkretisierung ihrer Hilfe, geführt wurden und die aus den Archiven der ehemaligen poln(ischen) Regierung leicht zu ersehen sein werden, fanden durch den Kriegsbeginn ihr Ende. Die N.M.O. ist ihrer Weltanschauung und Struktur nach mit den totalitären Bewegungen Europas eng verwandt. Die Kampffähigkeit der N.M.O. konnte zu keiner Zeit, weder durch die rücksichtslosen Abwehrmaßnahmen seitens der englischen Verwaltung und der Araber, noch die der jüdischen Sozialisten, paralysiert oder ernstlich geschwächt werden.

Anmerkungen

1 Rainer Zitelmann, Hitler. Selbstverständnis eines Revolutionärs, vor allem Kapitel IV und V. …zurück…

2 Klaus J. Herrmann, Das Dritte Reich und die deutsch-jüdischen Organisationen 1933-1934, Schriftenreihe der Hochschule für politische Wissenschaften München, N.F.H. 4, Köln 1969, S. 74. …zurück…

3 Herrmann (Anm. 2), S. 30. …zurück…

4 Herrmann (Anm. 2), S. 41. …zurück…

5 Das ist ein Irrtum. Der Präsident des ersten deutschen Parlaments in der Frankfurter Paulskirche war Heinrich Freiherr von Gagern. Er gehörte einem alten Adelsgeschlecht aus Rügen an, das bis in das 13. Jahrhundert zurückgeht. Möglicherweise ist der Artikelschreiber einer Verwechslung erlegen und meinte Martin Eduard von Simson, einen getauften Juden, der 1871 der erste Präsident des Reichstages wurde. …zurück…

6 Herrmann (Anm. 2), S. 22. …zurück…

7 Herrmann (Anm. 2), S. 3. …zurück…

8 Vollständiger Text in: Udo Walendy, Historische Tatsachen Nr. 61, „Aspekte jüdischen Lebens im Dritten Reich. 1. Teil“, Vlotho, 1993, S. 17-18. …zurück…

9 Der Hilfsverein wurde im Jahre 1901 gegründet, dessen Auswandererabteilung 1904 eingerichtet. 1917 entstand die Hauptstelle für jüdische Wandererfürsorge; das Palästinaamt der Zionistischen Vereinigung für Deutschland entwickelte sich Mitte der zwanziger Jahre. …zurück…

10 Der englische Originaltext wurde bisher nur veröffentlicht in: Weckert, Flashpoint. Kristallnacht 1938. Instigators, Victims and Beneficiaries, Costa Mesa: IHR 1991, S. 145-148. Eine deutsche Übersetzung findet sich in Feuerzeichen. Die „Reichskristallnacht“. Anstifter und Brandstifter – Opfer und Nutznießer, Tübingen 1981, S. 275-281. [Das Buch Feuerzeichen ist heutzutage in Deutschland verboten, daher bringen wir für unsere deutschen Leser den Text des Rublee-Wohlthat-Abkommens im Anhang zu dieser Schrift – ebenso das englische Original ; Anm. d. Scriptorium.] …zurück…

11 Runderlaß 54/33 des Reichswirtschaftsministeriums vom 28.8.1933, Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes (PA/AA), Sonderreferat W, Finanzwesen 16, Bd. 2. Der Text des Haavara-Abkommens ist abgedruckt in: Weckert, Feuerzeichen, S. 219f. …zurück…

12 Werner Feilchenfeld, Dolf Michaelis, Ludwig Pinner, Haavara-Transfer nach Palästina und Einwanderung deutscher Juden 1933-1939, Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts 26, Tübingen 1972, S. 48. …zurück…

13 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 49. ...zurück…

14 Avraham Barkai, Vom Boykott zur „Entjudung“. Der wirtschaftliche Existenzkampf der Juden im Dritten Reich 1933-1943, Fischer #4368, Frankfurt 1988, S. 63. …zurück…
15 Ferdinand Kroh, David kämpft. Vom jüdischen Widerstand gegen Hitler. Mit einem Nachwort von Nathan Schwalbe-Dor. rororo aktuell #5644, Hamburg 1988, S. 24. Diese Arbeit strotzt nur so vor Ungenauigkeiten und Verzerrungen. Der gesamte Komplex der Auswanderung ist voller falscher Behauptungen; z.B. S. 28: „Die Nationalsozialisten ließen sich die Vertreibung bezahlen.“ Die Auswanderer nach Palästina hätten die Reichsfluchtsteuer zahlen und die Devisen zu einem Phantasiepreis tauschen müssen. Beides stimmt nicht. …zurück…
16 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 54f. …zurück…
17 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 49. …zurück…
18 Die „Paltreu“ war eine Art Schwesternorganisation der Haavara. Ihre Aufgabe war es, Vermögenstransfer über die Haavarabestimmungen hinaus durchzuführen. Sowohl die Leitung der Haavara wie auch der Paltreu lagen in jüdischen Händen. …zurück…
19 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 61f. …zurück…
20 Schalom Adler-Rudel, Jüdische Selbsthilfe unter dem Naziregime 1933-1939. Im Spiegel der Berichte der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, mit einem Vorwort von Robert Weltsch. Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts 29, Tübingen 1974, S. 102f. …zurück…
21 Rolf Vogel, Ein Stempel hat gefehlt. Dokumente zur Emigration deutscher Juden, München 1977, S. 48f. …zurück…
22 Z.B. bei Francis R. Nicosia (Hitler und der Zionismus. Das 3. Reich und die Palästina-Frage 1933-1939, Leoni 1989. The Third Reich and the Palestine Question, Austin 1985; zur Lektüre zu empfehlen ist diese Originalausgabe, da die deutsche Übersetzung von sinnentstellenden Übersetzungs- und Druckfehlern nur so wimmelt.) Nicosia behauptet: „Die Furcht vor einem deutschen Warenrückgang auf den internationalen Märkten, auch auf denen des Nahen Ostens, beeinflußte die deutsche Regierung in ihrer Entscheidung, im Sommer 1933 mit zionistischen Vertretern das Haavara-Transferabkommen zu unterzeichnen.“ (S. 83.) …zurück…
23 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 29. …zurück…
24 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 99. …zurück…
25 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 107. …zurück…
26 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 102. …zurück…
27 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 106. …zurück…
28 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 108. …zurück…
29 Edwin Black, The Transfer Agreement. The untold story of the Secret Agreement Between the Third Reich and Jewish Palestine, New York/London 1984. …zurück…
30 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 54. …zurück…
31 zit. in: Vogel (Anm. 21), S. 110f. …zurück…
32 Purim: Im biblischen Buch Ester wird ein historisch nicht belegbares Ereignis geschildert. Die jüdische Frau des persischen Königs, Ester, hat erfahren, daß ein Plan zur Ausrottung der Juden in Persien bestehen soll, den ein Hofbeamter, Haman, ausführen will. Der Perserkönig Ataxerxes ist dem Plan zunächst nicht abgeneigt. Da greift Ester zu einer List, um ihr Volk zu retten. Anläßlich eines Festbanketts verführt sie Haman und läßt sich von dem König in eindeutiger Situation überraschen. Ihm gegenüber behauptet sie, Haman habe sie vergewaltigt. Jetzt wendet sich der Zorn des persischen Königs gegen Haman, und er läßt ihn aufhängen. Es gelingt Ester, den König zu überreden, im gesamten persischen Reich den Juden freie Hand gegen ihre Gegner zu lassen.“In allen Provinzen des König Ataxerxes taten sich die Juden in den Städten zusammen und überfielen die, die den Untergang der Juden geplant hatten. Niemand konnte vor ihnen standhalten; denn alle Völker hatte Schrecken vor ihnen befallen.“ (Est 9,2)Die Bibel berichtet, daß insgesamt in zwei Tagen 75.000 Menschen von den Juden ermordet wurden.Die Geschichte hat, wie bereits gesagt, keine historische Grundlage. Ein theologisches Lehrbuch bemerkt dazu: „Das Judentum fand aber im Esterbuch die erzählte Wunscherfüllung dessen, was es real für Juden nicht gab.“ (Horst Dietrich Preuß und Klaus Berger,Bibelkunde des Alten und Neuen Testaments. Erster Teil: Altes Testament, (UTB 887) 3. Aufl., Heidelberg/Wiesbaden 1985, S. 118.)Zum Gedächtnis an dieses jüdische Rachepogrom (wofür eigentlich Rache? Es war den Juden ja gar nichts geschehen!) wurde das Purim-Fest gestiftet und wird bis auf den heutigen Tag im Februar/März als großes Freudenfest begangen und mit einer Art Karnevalsumzug gefeiert. …zurück…
33 Leopold Edler von Mildenstein, „Ein Nazi fährt nach Palästina“, in: Der Angriff, 26. 9. – 9. 10. 1934; hier: 1. 10. 1934. …zurück…
34 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 71. …zurück…
35 Paradox muß das jedenfalls jedem erscheinen, der seine zeitgeschichtliche Bildung aus den Medien bezieht und in der SS eine organisierte Mörderbande des Dritten Reiches zu sehen gewohnt ist, die in erster Linie für den Holocaust an den Juden verantwortlich zeichnet. …zurück…
36 Reichsführer SS, Chef des Sicherheitsamtes: Lagebericht Mai/Juni 1934, Die Judenfrage; zit. in: Nicosia (Anm. 22), S. 106. …zurück…
37 Nicosia (Anm. 22), S. 244. …zurück…
38 Nicosia (Anm. 22), S. 217. Nur in der englischen Originalausgabe; in der deutschen Übersetzung findet sich an dieser Stelle ein leeres Blatt. …zurück…
39 Hannah Arendt, Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen, München 1965, S. 90, 91; Jon und David Kimche, Des Zornes und des Herzens wegen. Die illegale Wanderung eines Volkes, („The secret Roads“, dt.) Berlin 1956, S. 17, 30; für die von Kimche aufgestellte Behauptung eines Kopfgeldes, das auswandernde Juden zu leisten gehabt hätten, gibt es keinen Beweis. Das scheint eine der Phantasiebehauptungen zu sein, ohne welche man offensichtlich solche Bücher, die die Wahrheit über ein sehr umstrittenes Thema behandeln, auf jüdischer Seite nicht schreiben kann. …zurück…
40 vgl. die Aufzeichnungen Weizsäckers in: Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik 1918-1945 (ADAP), Serie D (1937-1945), Bd. 5: Polen, Südosteuropa, Lateinamerika, Klein- und Mittelstaaten, Juni 1937 – März 1939, Baden-Baden 1953: „27.7.1938: Der Amerikanische Botschafter sprach mich heute (…) darauf an, ob wir nicht in irgendeiner Weise dem Evian-Komitee (…) unsere Mitarbeit leihen würden. Ich habe ihm gesagt, er möge sich darauf keine Hoffnungen machen.“ (Dok. 641, S. 754.) „18.10.1938: Der Britische Botschafter brachte heute bei mir das anliegende Memorandum vor, welches das zwischenstaatliche Comité (…) behandelt. In dem Memorandum wird – wie schon vor etwa zwei Monaten – angeregt, daß der in London residierende Direktor des Comités, der Amerikaner Rublee und sein Mitarbeiter Herr Pell nach Berlin kommen, um mit den deutschen Behörden in eine Besprechung (…) einzutreten (…) Ich habe dem Botschafter – wie schon einmal im Sommer – auseinandergesetzt, daß eine Reise von Herrn Rublee nach Deutschland nach meiner persönlichen Auffassung keinen Wert habe.“ (Dok. 645, S. 758.) „7.11.1938: Der Britische Geschäftsträger fragte mich heute wieder nach dem Stande der Sache Rublee. Ich erklärte“ ihm, (…) „die Sache müsse ihre Zeit haben. (…) habe ich ihn gefragt, wieviel prozentig Rublee Arier sei (…)“ (Dok. 648, S. 761); ferner Dokumente 646, 647, 662. Weitere ablehnende Stellungnahmen von Weizsäcker und dem AA sind zitiert bei: Vogel (Anm. 21), S. 180-228. …zurück…
41 ADAP Serie D, Bd. 5, S. 768f., Dok. 655. …zurück…
42 „Paraphierung von Vereinbarungen mit Mr. Rublee kommt nicht in Betracht.“ ADAP Serie D, Bd. 5, Dok. 662. …zurück…
43 Vogel (Anm. 21), S. 252ff. …zurück…
44 Vogel (Anm. 21), S. 238f. …zurück…
45 An dieser geringen Summe, die offensichtlich zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten ausreichend war, kann man ermessen, welche Kaufkraft 1000 Palästina-Pfund damals hatten. …zurück…
46 Aus: Philo-Atlas. Handbuch für die jüdische Auswanderung, Berlin 1938, Sp. 141-144, zit. in: Brita Eckert (Hg.), Die jüdische Emigration aus Deutschland 1933-1941. Die Geschichte einer Austreibung. Eine Ausstellung der deutschen Bibliothek, Frankfurt am Main, unter Mitwirkung des Leo Baeck Instituts, New York. Frankfurt am Main 1985. „Emigration“, S. 143. …zurück…
47 „Der Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei hat die Entlassungssperre für Juden, die auszuwandern beabsichtigen, aufgehoben.“ Runderlaß vom 8.12.1938, Bundesarchiv Koblenz (BA), R 58/276, Bl. 165. Eine Anzahl ähnlich lautender Verfügungen bis in das Jahr 1942 findet sich in weiteren Dokumentenbänden. …zurück…
48 Kimche (Anm. 39), S. 30. …zurück…
49 Ausfhrlich dazu der Band von Kimche (Anm. 39), der allerdings einige sachliche Fehler aufweist. Interessante Einzelheiten finden sich auch im Aufsatz von Ball-Kaduri, der jedoch, wie Kimche, nicht immer ganz zutreffend ist. Kurt Jakob Ball-Kaduri, „Illegale Judenauswanderung aus Deutschland nach Palästina 1939/1940 – Planung, Durchführung, und internationale Zusammenhänge“, in:Jahrbuch des Instituts für Deutsche Geschichte, hg. v. Walter Grab, Bd. 4, Tel Aviv 1975, S. 387-421. …zurück…
50 Der komplette Name lautet „Irgun Zewai Leumi“ = „Nationale Militärorganisation“. Abraham Stern hatte sich zwar bereits im September 1940 von der „Irgun“ getrennt und eine eigene Gruppe, „Lechi“ („Lochamei Cherut Israel“ = „Kämpfer für die Freiheit Israels“) gegründet. Aber in den ersten Monaten nach der Trennung firmierte er noch mit dem alten Namen, da er sich als Vertreter der legitimen „Irgun“ fühlte. …zurück…
51 Samuel Katz, Tage des Feuers. Das Geheimnis der Irgun, Königstein/Ts. 1981, S. 85f. …zurück…
52 Laut Brenner hat Stern das betreffende Schreiben veranlaßt. Lenni Brenner, Zionism in the Age of the Dictators, Westport 1983, S. 267. …zurück…
53 Werner Otto v. Hentig, Mein Leben eine Dienstreise, Göttingen 1962, S. 338f. …zurück…
54 Hentig (Anm. 53), S. 399. …zurück…
55 Kopie dieses Schreibens befindet sich im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes, Bonn (PA/AA), Nr. E 234152-234158. …zurück…
56 Nicosia (Anm. 22), S. 245. …zurück…
57 Rosenstock versucht etwas Licht in diese Verwirrung zu bringen, indem er wenigstens die Imponderabilien aufzeigt und damit klarmacht, daß alle Zahlen Vermutungen bleiben müssen: Werner Rosenstock, „Exodus 1933-1939. Überblick über die jüdische Auswanderung aus Deutschland“, in: Robert Weltsch (Hg.),Deutsches Judentum – Aufstieg und Krise. Gestalten, Ideen, Werke, Stuttgart 1963, S. 380-405. …zurück…
58 Dieser sich kompliziert lesende Satz heißt mit klaren Worten: Die deutsche Judenpolitik, d.h. die Ausweisung der Juden aus Deutschland, ist möglicherweise in den Augen der Welt unmoralisch. Sie gewänne aber an moralischer Berechtigung, wenn durch diese Ausweisung ein Judenstaat entstehen würde. Der Zweck heiligt die Mittel, oder: Was den Deutschen eigentlich nicht erlaubt wäre, ist für die jüdischen Nationalisten eine willkommene Unterstützung ihres Kampfes und damit gerechtfertigt. …zurück…
59 Dies war offenbar strategische Propaganda seitens der „Irgun“ – denn wie man unterdessen weiß, hatte Hitler keinerlei Wunsch, „England zu isolieren und zu schlagen“: im Gegenteil, er war an Verständigung und Aussöhnung interessiert und daß seine diesbezüglichen Bestrebungen scheiterten, lag anEnglands ablehnender Haltung. Man vergleiche z.B. Englands Krieg gegen Deutschland von Peter Nicoll, oder Es war nicht Hitlers Krieg und Die Kriegstreiber: Englands Politik gegen Deutschland 1937 bis 1939 von Max Klüver, oder eine Vielzahl anderer Quellen! [Anm. d. Scriptorium] …zurück…
60 Dieser Anhang stammt nicht aus dem Heft „Auswanderung der Juden aus dem Dritten Reich“ von Ingrid Weckert; die beiden auf dieser Seite wiedergegebenen Fassungen des Rublee-Wohlthat-Abkommens (englisches Original und deutsche Übersetzung) sind zwecks Vollständigkeit von uns hier eingefügt worden, da diese wichtigen Dokumente sonstwo nicht einfach zu finden sind.[Anm. d. Scriptorium.]Der Text der Übersetzung stammt von S. 275-281 des Buches Feuerzeichen (Anm. 10). …zurück…
61 This Appendix is not part of the original booklet „Auswanderung der Juden aus dem Dritten Reich“ by Ingrid Weckert; the two versions (English original and German translation) of the Rublee-Wohlthat-Agreement have been added here by us for the sake of completeness, since these important documents are not readily found elsewhere.[Scriptorium]The text of this document was taken from pages 145-148 of the book Flashpoint (Note 10). …back…

Teil 14 – Anhang: 60 Text des Rublee-Wohlthat-Abkommens

Zwischenstaatliches Komitee

1 Central Building, WestminsterLondon SW1, Februar 1939

Direktor: Mr. George Rublee

Sehr geehrter Herr Wohlthat!

Ich habe die Ehre gehabt, mit Dr. Schacht und Ihnen Unterredungen zu haben. Um sicher zu sein, daß ich über die Unterredungen zutreffend Bericht erstatte, wäre ich außerordentlich dankbar, wenn Sie die Freundlichkeit haben wollten, mir zu bestätigen, ob das nachstehende streng vertrauliche Memorandum richtig ist:

Streng vertrauliches Memorandumdie Auswanderung der Juden aus Deutschland

Es ist festgestellt worden, daß Deutschland bereit ist, eine Politik einzuschlagen, die die organisierte Auswanderung von Juden in jeder Weise erleichtert und fördert. Ein Programm, das nachstehend in seinen Grundzügen geschildert ist, soll durchgeführt werden, wenn Deutschland die Gewähr hat, daß Einwanderungsländer bereit sind, laufend Juden aus Deutschland gemäß diesem Programm aufzunehmen. Wenn das Programm durchgeführt wird – und seine Verwirklichung wird durch eine Besserung der internationalen Atmosphäre erheblich erleichtert werden -, so wird die Auswanderung sich in einheitlicher, geregelter Weise vollziehen.

I. Organisation der Auswanderung

ERSTENS. Dieses Programm bezieht sich ausschließlich auf Juden deutscher Staatsangehörigkeit und staatenlose Juden in Deutschland. Der Ausdruck „Jude“ in diesem Memorandum ist im Sinne der Nürnberger Gesetze gebraucht und bedeutet folgendes:

  • 1. Jude ist, wer drei oder vier jüdische Großeltern hat. Ein Großelternteil gilt als jüdisch, wenn er oder sie sich zum jüdischen Glauben bekannte;
  • 2. Als Jude gilt ferner, wer zwei jüdische Großelternteile hat und am 16. September 1935 jüdischen Glaubens war oder später den jüdischen Glauben angenommen hat und wer zwei jüdische Großelternteile hat und am 16. September 1935 mit einem Juden verheiratet war oder sich danach mit einem Juden verheiratet hat.

ZWEITENS. Es sind zur Zeit noch ungefähr 600.000 Juden in Deutschland, einschließlich Österreichs und des Sudetenlandes. Von dieser Anzahl werden 150.000 der Klasse der Lohnempfänger zugezählt; etwa 250.000 gelten als Unterhaltsberechtigte dieser Lohnempfänger; der Rest besteht vor allem aus Alten und Gebrechlichen, die deshalb in das Auswanderungsprogramm nicht mit inbegriffen sind.

DRITTENS. Die Gruppe der Lohnempfänger soll aus allen Männern und unverehelichten Frauen zwischen 15 und 45 Jahren bestehen, die persönlich fähig sind, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und sich auch sonst zur Auswanderung eignen.

VIERTENS. Die Gruppe der Unterhaltsberechtigten soll aus den unmittelbaren Familienangehörigen der Lohnempfänger bestehen unter Ausschluß der Alten (der Personen über 45 Jahre) und der Ungeeigneten.

FÜNFTENS. Die Gruppe der Lohnempfänger soll zuerst auswandern, und zwar in jährlichen Kontingenten während eines Zeitraums von drei Jahren bis zu höchstens fünf Jahren.

SECHSTENS. Sämtliche Personen der Gruppe der Lohnempfänger im Sinne der obigen Begriffsbestimmung sollen von den Regierungen der Aufnahmeländer gemäß ihren geltenden Einwanderungsgesetzen und -bräuchen aufgenommen werden.

SIEBENTENS. Die praktische Organisationsarbeit für die Auswanderung soll unter Beteiligung von Büros durchgeführt werden, die die jüdischen Organisationen Deutschlands vertreten, und unter der Leitung eines von der Deutschen Regierung bestellten Kommissars.

ACHTENS. Den Büros, die die Auswanderungsarbeit organisieren, können ausländische Sachverständige zur Seite stehen, die ausländische Privatorganisationen vertreten, welche mit der Einwanderung zu tun haben und das Vertrauen der Regierungen der Aufnahmeländer genießen, unter der Bedingung, daß diese Sachverständigen der Deutschen Regierung genehm sind.

NEUNTENS. An die Personen, die auf Grund dieser Vereinbarung aus Deutschland auswandern, sollen Pässe ausgegeben werden. Staatenlose Personen in Deutschland sollen geeignete Papiere für die Auswanderung erhalten.

ZEHNTENS. Umstände, die dazu geführt haben, daß andere Juden als solche, die aus Gründen der öffentlichen Sicherheit in Haft sind, in Lagern festgehalten werden, sollten automatisch verschwinden, wenn ein Programm für organisierte Auswanderung durchgeführt wird.

ELFTENS. Es sollen Vergünstigungen gewährt werden für die Umschulung von Lohnempfängern zum Zweck der Auswanderung, vor allem in landwirtschaftlichen Umschulungslagern, aber auch in Handwerksschulen. Die Umschulung soll gefördert werden.

ZWÖLFTENS. Die Auswanderung von Personen aus der Gruppe der Unterhaltsberechtigten soll stattfinden, wenn die Lohnempfänger festen Fuß gefaßt haben und sie aufnehmen können.

II. Stellung der Personen, die ständig in Deutschland bleiben und solcher deren Auswanderung noch bevorsteht

DREIZEHNTENS. Es ist noch kein endgültiges Verfahren gefunden worden, um für die Alten und die zur Auswanderung Ungeeigneten zu sorgen, die in dieses Programm nicht mit einbegriffen sind und den Rest ihres Lebens in Deutschland verbringen dürfen. Auf deutscher Seite besteht die Absicht, dafür zu sorgen, daß diese Personen und solche, deren Auswanderung noch aussteht, in Ruhe leben können, sofern nicht außergewöhnliche Umstände eintreten. Es besteht nicht die Absicht, die Juden abzusondern. Sie dürfen sich frei bewegen. Personen, die zur Arbeit geeignet sind, sollen Arbeitsgelegenheit erhalten, so daß sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen können; Juden, die in denselben Betrieben arbeiten wie Arier, sollen jedoch von arischen Arbeitern getrennt werden. Allgemein wird im Interesse einer angemessenen Durchführung des Programms erwogen, die Leitung der jüdischen Angelegenheiten zu zentralisieren.

VIERZEHNTENS. Der Unterhalt und die Versorgung der vorstehend in Ziff. 13 erwähnten Personen, die nicht fähig sind, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, soll in erster Linie aus dem jüdischen Vermögen in Deutschland bestritten werden, abgesehen von dem Teil des Vermögens, der (wie nachstehend ausgeführt) als Treuhandfonds zurückzustellen ist, und aus dem Ertrag dieses Fonds. Falls diese Mittel nicht ausreichen, soll auf den üblichen Wegen der allgemeinen Wohlfahrtspflege für Bedürftige dafür gesorgt werden, daß diese Personen anständige Lebensbedingungen haben. Außerdeutsche Mittel sollen für den Unterhalt und die Versorgung dieser Personen nicht in Anspruch genommen werden.

III. Finanzierung der Auswanderung

FÜNFZEHNTENS. Zur Finanzierung der in dem Programm in Aussicht genommenen Auswanderung soll ein Treuhandfonds in noch festzusetzender Höhe errichtet werden, der jedoch auf jeden Fall mindestens 25 v.H. des in Deutschland vorhandenen jüdischen Vermögens betragen muß, was, wenn Transfermöglichkeiten gefunden werden, eine wesentliche Erhöhung gegenüber den gegenwärtigen Transfersätzen bedeuten wird. Zur Zeit ist das noch in Deutschland befindliche jüdische Vermögen in Händen der einzelnen Eigentümer; es ist noch nicht beschlossen worden, in welcher Weise der erforderliche Betrag davon als Treuhandfonds zurückgestellt werden soll.

SECHZEHNTENS. Das Treuhandvermögen soll einer Körperschaft übergeben werden, die von drei Treuhändern verwaltet wird. Zwei von den Treuhändern sollen deutscher Staatsangehörigkeit sein. Der dritte Treuhänder soll ausländischer Staatsangehörigkeit und von anerkanntem Ruf sein.

SIEBZEHNTENS. Das Kapital des Treuhandfonds kann zum Ankauf der Ausrüstung für Auswanderer aus der Gruppe der Lohnempfänger und (vorbehaltlich von Kartellvereinbarungen) von Kapitalgütern zur Förderung von Siedlungsprojekten sowie zur Begleichung von Reise- und Frachtkosten der Auswanderer in Deutschland und auf deutschen Schiffen benutzt werden, alles das im Zusammenhang mit dem vorliegenden Auswanderungsprogramm. Es wird erwogen, eine ausländische Ankaufstelle zu gründen, die sämtliche Ankäufe aus dem Fond tätigen, die Verbindung mit den deutschen Behörden aufrechterhalten und überhaupt alle Fragen bearbeiten soll, die außerhalb Deutschlands in bezug auf die Transferierung des Fonds entstehen. Die Warentypen, die die Ankaufstelle erwerben darf, können auf solche beschränkt werden, von denen im Sinne der deutschen Praxis die Annahme gilt, daß sie keine eingeführten Rohstoffe oder nur einen verhältnismäßig kleinen Prozentsatz davon enthalten; oder aber es sollen keine Beschränkungen ausgesprochen werden, wenn es nämlich so geregelt werden kann, daß der Teil des Gesamtpreises der angekauften Waren, der dem Wert ihres Gehalts an eingeführten Rohstoffen entspricht, in Devisen an Deutschland bezahlt wird. Dieser Wert soll mit einem noch zu vereinbarenden, alles einschließenden Prozentsatz berechnet werden. Es sollen Vereinbarungen dahin getroffen werden, daß die mit den Mitteln des Fonds angekauften Waren von der Geltung der Clearing-, Kompensations- und Zahlungsabkommen ausgenommen werden, die zwischen Deutschland und den Ländern, in die die Waren eingeführt werden, bestehen. Die Ankaufstelle wird zusichern müssen, daß die angekauften Waren nicht anders benutzt werden als zum Zweck der Ausrüstung von Auswanderern oder zur Förderung von Siedlungsprojekten. Es ist beabsichtigt, den Ankauf solcher Waren aus den Mitteln des Fonds zu fördern, und zwar in den erforderlichen Typen und in angemessener Menge, so daß der laufende Auswanderungsbedarf gedeckt wird. Die zu zahlenden Preise sollen nicht höher sein als die Inlandspreise für Waren oder Dienstleistungen entsprechender Qualität.

ACHTZEHNTENS. Das Haavara-Transferverfahren soll innerhalb seines traditionellen Bereichs zugelassen werden. Die Haavara-Ankäufe sollen aus den Mitteln des Treuhandfonds bezahlt werden.

NEUNZEHNTENS. Das Kapital des Treuhandfonds soll, soweit es nicht zu den oben erwähnten Zwecken gebraucht wird, transferfähig sein, sobald veränderte Umstände eine Transferierung ermöglichen oder eine dahingehende Regelung getroffen werden kann, sei es durch Vereinbarungen über zusätzliche Ausfuhr oder auf anderem Wege.

ZWANZIGSTENS. Waren, die mit den Mitteln des Treuhandfonds angekauft worden sind, können frei von allen Abgaben und sonstigen Zahlungen ausgeführt werden, und die Auswanderer können ihre persönlichen Sachen (mit Ausnahme von Juwelen, edlen Metallen, Kunstgegenständen und mit Ausnahme von besonders wertvollen Waren, die im Hinblick auf die Auswanderung kürzlich erworben worden sind), Hausrat, Werkzeuge und Ausrüstungsgegenstände zum Gebrauch in ihrem Gewerbe oder Beruf, die ihnen gehören oder die sie sich in angemessenem Umfange zum persönlichen Gebrauch anschaffen, frei von allen Steuern, Abgaben, Auflagen und sonstigen Forderungen mitnehmen.

EINUNDZWANZIGSTENS. Von Juden, die gemäß diesem Programm auswandern, soll keinerlei Fluchtsteuer oder sonstige Abgabe ähnlicher Art erhoben werden.

Ihr sehr ergebener[gez.] George Rublee
.

Teil 15 – Appendix – English Original: 61 Text of the Rublee-Wohlthat-Agreement

Intergovernmental Committee

1 Central Building, WestminsterLondon SW1, February 1939

The Director, Mr. George Rublee

Dear Mr. Wohlthat:

I have had the honor of holding conversations with you and Dr. Schacht. In order that I may not fail to make a correct report of the conversations, I should be greatly obliged if you would have the goodness to confirm whether the following strictly confidential memorandum is correct:

Strictly Confidential Memorandum:the Emigration of Jews from Germany

It has been ascertained that Germany is disposed to adopt a policy which will in every way facilitate and encourage the organized emigration of Jews. A program along the lines hereinafter outlined will be put into effect when Germany is satisfied that countries of immigration are disposed to receive currently Jews from Germany in conformity with this program. If the program is put into effect – and its implementation will be greatly facilitated by an improvement in the international atmosphere – the emigration will take place in a uniform and orderly manner.

I. Organization of the Emigration

ONE. This program relates exclusively to Jews of German nationality or stateless Jews in Germany. The term „Jew“ where used in this memorandum is as provided by the Nuremberg laws and denotes the following:

  • 1. A Jew is a person who has three or four Jewish grandparents. A grandparent is deemed to be a Jew if he or she embraced the Jewish faith;
  • 2. A person is also deemed to be a Jew who has two Jewish grandparents and who on Sept. 16, 1935 was of the Jewish faith, or thereafter embraced the Jewish faith, or who has two Jewish grandparents and on Sept. 16, 1935 was married to a Jew or thereafter married a Jew.

TWO. There are approximately 600,000 Jew was remaining in Germany, including Austria and the Sudetenland, at the present time. Of this number 150,000 are classed as wage earners; about 250,000 are regarded as dependents of the wage earners; the remainder are primarily the old and the infirm who for that reason are not included in the program.

THREE. The wage earner category shall consist of all men and single women between the ages of 15 and 45 years, who are individually capable of earning a living and are otherwise fit for emigration.

FOUR. The dependent category shall consist of the immediate families of the wage earners, excluding the old (persons over 45 years of age) and the unfit.

FIVE. The wage earner category shall emigrate first, in annual contingents, over a period of three years not to exceed a maximum of five years.

SIX. All persons from the wage earner category as defined above shall be admitted by the receiving governments in accordance with their established immigration laws and practices.

SEVEN. The practical work of organizing emigration shall be carried out with the participation of Bureaus representing the Jewish organizations of Germany under the control of a Commissioner designated by the German government.

EIGHT. The Bureaus organizing the work of emigration may be assisted by foreign experts representing outside private organizations concerned with emigration and enjoying the confidence of receiving governments, on the condition that these experts are agreeable to the German government.

NINE. Passports shall be furnished to persons emigrating from Germany under this arrangement. Stateless persons in Germany shall be furnished suitable papers for emigration.

TEN. Conditions which have led to the retention of Jews, other than persons detained for reasons of public safety, in camps should automatically disappear if a program of organized emigration is put into effect.

ELEVEN. Facilities shall be granted for the retraining of wage earners for emigration, notably in agricultural retraining centers but also in artisan schools. Retraining shall be encouraged.

TWELVE. Emigration of persons in the dependent category shall take place when the wage earners are established and able to receive them.

II. Position of Persons Remaining Permanently in Germanyand of Those Awaiting Emigration

THIRTEEN. A definite method has not as yet been found for caring for old persons and persons unfit for emigration, who are not included in this program and who will be allowed to finish their days in Germany. It is the intention on Germany’s part to assure that these persons and persons awaiting emigration may live tranquilly, unless some extraordinary circumstance should occur. There is no intention to segregate the Jews. They may circulate freely. Persons fit to work shall be given the opportunity of employment so as to earn their living; Jews employed in the same establishments as Aryans will, however, be separated from Aryan workers. Generally, in order to provide for adequate administration of the program, centralization of control over Jewish affairs is contemplated.

FOURTEEN. The support and maintenance of the persons referred to in paragraph thirteen above, who are not able to earn their own living, will be financed in the first instance from Jewish property in Germany apart from that portion thereof to be set aside in the trust fund (hereinafter described), and from the income from this trust fund. If the above resources do not suffice, there will be provided for these persons decent conditions of existence from the material standpoint in accordance with prevailing practices relating to the public relief of destitute persons generally. There will be no recourse to sources outside Germany for the support and maintenance of these persons.

III. Financing the Emigration

FIFTEEN. In order to finance the emigration contemplated by the program, a trust fund shall be established in a specific amount to be ascertained, at all events in an amount not less than 25% of the existing Jewish wealth in Germany, which, if transfer possibilities are found, will represent a material increase over the present rates of transfer. At the present time the remaining Jewish wealth in Germany is in the hands of its individual owners; it has not yet been decided how the requisite amount shall be set aside in the trust fund.

SIXTEEN. The trust properties shall be held by a corporation administered by three trustees. Two of the trustees shall be of German nationality. The third trustee shall be of foreign nationality and recognized standing.

SEVENTEEN. The principal of the trust fund may be used to purchase equipment for emigrants of the wage earner category and (subject to cartel agreements) capital goods for the development of settlement projects and for traveling and freight expenses of the emigrants in Germany and on German boats, all in connection with this program of emigration. It is contemplated that an outside purchasing agency will be established to effect all purchases out of the fund, to maintain contact with the German authorities and generally to handle all problems arising outside of Germany in connection with the transfer of the fund. The types of goods which may be purchased by the purchasing agency may be restricted to those which, in accordance with prevailing practice in Germany, are computed to contain no imported raw material or a relatively small percentage thereof; or, alternatively, no restrictions will be imposed if arrangements can be made to pay to Germany in foreign exchange a portion of the aggregate price of goods purchased which represents the computed value (on an overall percentage basis to be agreed upon) of the imported raw material content of such goods. Agreements shall be made to secure the exemption of goods purchased out of the fund from the scope of clearing, compensation and payments agreements in force between Germany and the respective countries into which such goods are imported. Assurances shall be required of the purchasing agency that the goods purchased will not be disposed of otherwise than for the purpose of equipping emigrants or for the development of settlement projects. It is the intention to facilitate the purchase out of the fund of such goods of the requisite types and in adequate volume to meet the current emigration needs. The prices to be paid shall not be in excess of inland prices for goods or services of a similar character and quality.

EIGHTEEN. The Haavara method of transfer shall be permitted to operate within its traditional sphere. The Haavara purchases are to be paid for out of the trust funds.

NINETEEN. The principal of the trust fund, except to the extent that it is used for the purposes above referred to, shall be eligible for transfer whenever a change in condition may render transfer possible or whenever arrangements to that end can be made, whether by way of agreed schemes for additional exports or otherwise.

TWENTY. Goods purchased out of the trust fund may be exported free of all taxes or other payments, and emigrants may take with them, free of all taxes, levies, contributions or similar exactions, their personal effects (with the exception of jewelry, precious metals,objets d’art and with the exception of goods of special value recently acquired with a view to emigration), household goods, tools, and items of equipment for use in their trades or professions, owned or which may be acquired by them in a reasonable amount for their personal use.

TWENTY-ONE. No flight tax or exaction of a similar nature shall be levied against Jews emigrating in accordance with this program.

Yours very sincerely,[sgd.] George Rublee

 

Quelle: Wintersonnenwende.com

Zu Teil 1

Zu Teil 2

 

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Ubasser

7 Kommentare zu “Der Wahrheit auf der Spur – Die jüdische Auswanderung. Teil 3

  1. Ute Gerwoll sagt:

    nachdem ich das alles gelesn habe, ich bin entsetzt wie man uns Deutsche kaputt gemacht und berlogen hat. Das muß unbedingt alles ans Tageslicht gebracht
    -und mit aller Härte bestraft werden. Ich bin 1939 geboren, obwohl keiner der Deutschen je ein Konzentrationslager gesehen und von Judenvernichtung gehört hat, trieb man uns
    mit diesen Verlogenheiten in`s Elend.
    Ich wünsche und hoffe, daß das DR mit den Galaktischen Helfern schnellstens, noch in
    diesem Jahr uns Alle Deutschen rehabilitiert, befreit und die Wiedergutmachung in Gang setzt.
    Leider ist es für unsere Ältern und Großeltern, die dieses grausame Massaker erleben mussten nichte mehr möglich daran teilzunehmen. (da es aber keinen wirklichen Tod,
    gibt, werden sie sich mit uns freuen.)

    Viel Glück weiterhin in der Wahrheitssuche.

    Liebe Grüße
    Ute Gerwoll

    • Grübler sagt:

      „Mit Greuelpropaganda haben wir den Krieg gewonnen …Und nun fangen wir erst richtig damit an! Wir werden diese Greuelpropaganda fortsetzen, wir werden sie steigern bis niemand mehr ein gutes Wort von den Deutschen annehmen wird, bis alles zerstört sein wird, was sie etwa in anderen Ländern noch an Sympathien gehabt haben, und sie selber so durcheinander geraten sein werden, daß sie nicht mehr wissen, was sie tun. Wenn das erreicht ist, wenn sie beginnen, ihr eigenes Nest zu beschmutzen, und das nicht etwa zähneknirschend, sondern in eilfertiger Bereitschaft, den Siegern gefällig zu sein, dann erst ist der Sieg vollständig. Endgültig ist er nie. Die Umerziehung (Re-Education) bedarf sorgfältiger, unentwegter Pflege wie englischer Rasen. Nur ein Augenblick der Nachlässigkeit, und das Unkraut bricht durch, jenes unausrottbare Unkraut der geschichtlichen Wahrheit.“
      Sefton Delmer, ehemaliger britischer Chefpropagandist nach der Kapitulation 1945 zu dem deutschen Völkerrechtler Prof. Grimm (Die Propaganda der Alliierten wird durch den Überleitungsvertrag Art. 7.1 als OFFENSICHTLICHE TATSACHEN vom „deutschen“ Strafrecht geschützt.)

      http://www.hansbolte.net/daww.php

      In den Nürnberger Prozessen wurde demnach per Gerichtsbeschluß festgelegt, was in unseren Geschichtsbüchern stehen darf. Nun könnte man meinen, daß der Überleitungsvertrag von 1954 selbst schon Geschichte ist. Doch 1990 wurde die Bindekraft der Urteile des Nürnberger Prozesses per Vertrag ein weiteres Mal verlängert.
      1990 wurde der Überleitungsvertrag durch den Zwei-Plus-Vier-Vertrag abgelöst, und die Siegermächte bestanden darauf, daß der besagte Artikel 7 (1) des Vertrages von 1954 weiterhin Bestand haben sollte. Die Bundesregierung mußte dieses schriftlich zusichern, um die “Erlaubnis” der ehemaligen Siegermächte zur Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland mit der DDR zu erhalten.

      Quelle http://paukenschlag-blog.org/?p=2854

  2. jupp sagt:

    Als Beilage kann ich diese Seite empfehlen.

    http://histor.ws/seppdepp/

    Im Fall 4 ist die Wannsee Konferenz beschrieben. Dort sind auch die Original Dokumente zum Download (pdf) bereitgestellt.

    Ansonsten sehr gute Erklärung die sie hier abliefern. Es füllt Lücken in meinem Geschichtsleben ,die zuvor 30 Jahre Schulgeschichte verunstaltet haben.
    Plötzlich ergibt alles einen Sinn.

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