»NSU«: Rechtsstaatlichkeit und seriöse Medien

1

15. April 2013 von UBasser


Ein Zwiegespräch mit Dr. Claus Nordbruch

Herr Dr. Nordbruch, wie schätzen Sie als Geisteswissenschaftler und Publizist die Art und Weise ein, mit denen Politiker und die Macher in den Medien mit den sogenannten Döner-Morden umgehen?

Ich halte die Berichterstattung in den Medien über den sogenannten NSU für ein abgekartetes Spiel, für eine perfide Intrige. Die tatsächliche Existenz einer Terrororganisation namens NSU ist mehr als fragwürdig. Die Indizien über die gesamten, diesbezüglichen Umstände deuten vielmehr auf einen inszenierten Schwindel hin. Das dahinter stehende politische Motiv ist durchaus vergleichbar mit den Motiven, die hinter den abgegriffenen Behauptungen, im Irak habe es Massenvernichtungswaffen gegeben, am Hindukusch würden deutsche Interessen verteidigt werden, das World Trade Centre sei einem islamisch motivierten Terroranschlag zum Opfer gefallen oder eine Atombombe des Iran bedrohe den »Weltfrieden«. Schon mit der einfachen kriminologischen Frage Cui bono? ergibt es sich von selbst, wer Interesse an diesen Verbrechen hat bzw. von ihnen profitiert. Immer geht es um die Beschneidung der Bürgerrechte, der Ablenkung vom Wesentlichen, der Ausschaltung unliebsamer Opposition, der Aushebelung der Freiheitsrechte des einzelnen, der Schaffung des gläsernen Menschen, der Manifestierung der Einen Welt.

Inwiefern sind die dem »Nationalsozialistischen Untergrund« zugeordneten Verbrechen, wie Sie sagen, ein Schwindel?

Es gibt viel zu viele Indizien und unbeantwortete Fragen als daß diese Verbrechen sich eindeutig und tatsächlich so abgespielt haben, wie sie in den Medien und der Politik dargestellt werden. Während der Aufräumungsarbeiten auf dem Schuttplatz der pulverisierten und geschmolzenen Gebäude in New York im September 2001 wurden unversehrte Pässe und Fluganweisungen »gefunden«, die den »Attentätern« zugeordnet wurden. In Zwickau überstanden entgegen allen physikalischen und pyrotechnischen Gesetzen sowohl eine für die Staatanwaltschaft äußerst wichtige Festplatte und als auch eine die Verdächtigen belastende CD-ROM oder DVD völlig unbeschadet den Hausbrand. Praktisch, nicht?

Ich meine, welche konkreten Beweise – nicht Indizien oder Spekulationen! – sind bisher vorgelegt worden, um die Existenz dieses »Terror-Trios« oder gar eines »Rechtsterrorismus« zu bestätigen? Wenn ein Comic-Video, in dem keinerlei Bekenntnisse gemacht werden, auf denen sich noch nicht einmal die Stimmen oder Aufnahmen der Verdächtigen selbst finden, dessen Rechte aber ausgerechnet bei der Antifa liegen, von Beweiskraft sein soll, weiß ich nicht, was künftig noch alles herangezogen wird, um eine Konstruktion zu untermauern.

Betrachten wir uns nüchtern das Geschehen: Wie viele Serienbanküberfälle und Serienmorde in der BRD kennen Sie, die über viele Jahre hinweg unaufgeklärt bleiben? Ausgerechnet die Überfälle der zwei oder drei dubiosen Verdächtigen gehen länger als zehn Jahre lang reibungslos über die Bühne?! Ohne die kleinste Spur, den kleinsten Hinweis auf die Täter zu hinterlassen?! Das stinkt doch! Das empfand Der Spiegel im Sommer des vergangenen Jahres, ja ich glaube es war im August 2011, noch genauso. Da hieß es sinngemäß, daß alles daraufhin deute, daß es sich hier offenbar um Geheimdienstmorde handeln würde.

Und hierfür spricht ja tatsächlich eine ganze Menge. So deuten bis jetzt alle Verdachtsmomente darauf hin, daß an diesen Morden zumindest Mitarbeiter des sogenannten »Verfassungsschutzes« beteiligt waren, eventuell in Zusammenarbeit mit anderen Geheimdiensten. Es wäre nicht das erste Mal, daß auf deutschem Boden Verbrechen im Wissen oder sogar unter direkter Beteilung des Inlandsgeheimdienstes und/oder anderer Geheimdienste begangen würden. In diesem Zusammenhang darf ich beispielsweise an die Hakenkreuzschmierereien in Köln vor über 50 Jahren, an das Celler Loch 1978 und an Agents provocateurs wie Hans-Dieter Lepzien, Klaus Steinmetz, Peter Troeber, Peter Weinmann, Werner Gottwald, Thomas Dienel, Bernd Schmitt oder Michael Wobbe erinnern.

Auch bei der jetzt in Rede stehenden, angeblich politisch motivierten »Terrorzelle« spricht einiges für einen geheimdienstlichen Insiderjob. Bekanntlich war der Macher und Einpeitscher des sogenannten »Thüringer Heimatschutzes«, aus dem die dubiose »Terrorzelle NSU« ja hervorgegangen sein soll, der 2001 aufgeflogene Verfassungsschutzspitzel Tino Brandt. Des weiteren ist es erwähnenswert, daß die beiden Männer der Zwickauer Zelle – angebliche »Neonazis«! – im Besitz sogenannter legaler illegaler Papiere waren. Als solche bezeichnet man bekanntlich Ausweise, die von Geheimdiensten oder Behörden aus echtem oder originalem Material gefertigt werden, mit denen ihre Agenten zwecks Schaffung einer neuen Identität versorgt werden. Das deutet darauf hin, daß die beiden Männer mitnichten politisch motiviert, sondern im Dienste des Amtes für Verfassungsschutz standen. Darüber hinaus war am 15. November 2011 auf Spiegel Online zu lesen, daß ein Beamter des Thüringer Landeskriminalamts schon vor Jahren angenommen hatte, daß die nun inhaftierte Verdächtige der Trios für den Verfassungsschutz spioniert haben könnte.

Und zu guter Letzt: Praktischerweise haben sich die Täter, die zehn Jahre unerkannt ihr Unwesen treiben konnten, fröhlich Urlaub an der Ostsee machten und das Geld, das sie zuvor in Banken geraubt hatten, freizügig auf den Kopf hauten, gewissermaßen aus einer Laune heraus »selbst umgebracht«? Aus welchem Grund? Weil ihr letzter Banküberfall in die Hose ging? Das glaubt doch niemand! Warum bringen sie sich zu jenem Zeitpunkt um, obgleich es ihnen über ein Jahrzehnt lang gelungen war, sich im Verborgenen zu halten? Der plötzliche Tod der beiden als solche dargestellten Hauptverdächtigen bedeutet vor allem nichts anderes, als daß es für interessierte Kräfte nun möglich ist, ihnen bequem alles Mögliche in die Schuhe zu schieben – vor allem bislang ungelöste Fälle. Ganz abgesehen davon: Wie kann man 13 Jahre in der BRD untertauchen, schwere Straftaten begehen, auf Urlaubsreisen gehen, sich in der Öffentlichkeit zeigen und trotzdem nicht entdeckt werden? Ohne behördliche Hilfe dürfte das unmöglich sein! Es gibt wohl nur eine Handvoll Länder, die ihre Bürger derart präzise überwachen wie die BRD. Über der BRD ist ein immer enger geknüpftes, flächendeckendes Netz von Überwachungsmaßnahmen gespannt, letztere erstrecken sich von der Speicherung der Mobiltelefondaten bis hin zu den Bankkontodaten. Die Innenstädte sind gut ausgerüstet mit Überwachungskameras und ohne Identitätspreisgabe kann man sich im Kaufhaus, bei den Ämtern oder auf der Autobahn kaum mehr unerkannt bewegen.

Wie stehen Sie persönlich zur Anwendung von Gewalt zur Erreichung politischer Ziele?

Vorweg möchte ich nochmals betonen, daß ich kein Politiker, und schon gar nicht parteipolitisch aktiv bin. Ich bin ein sehr friedsamer Mensch, allerdings auch ein sehr wehrhafter. Zu Ihrer Frage: In diesem Punkt gibt es ja überhaupt keine Diskussion! Wie ich in meinen Büchern und Reden immer wieder hervorgehoben habe: die Anwendung von Gewalt als Mittel zur Erreichung politischer Ziele ist destruktiv. Ich lehne sie ab. Im politischen Kampf, gerade in Deutschland, wirkt sich die Anwendung von Gewalt, von Terror gar, als kontraproduktiv aus, da sie niemals zum Rückhalt im Volk führt, sondern immer nur abschreckend wirkt. Ich stehe auf Seiten derjenigen, die die geistig-politische Auseinandersetzung führen.

Im Zuge der Berichterstattung über den »Nationalsozialistischen Untergrund« werden Sie trotzdem in den Medien so manches Mal erwähnt.

Die gesamte Berichterstattung in den Medien läßt sich auf einige wenige Quellen zurückverfolgen. Sie münden allesamt im organisierten Antifaschismus. Selbst als seriös geltende Medien übernehmen fahrlässig oder bewußt die lancierten Behauptungen der Antifa und verkaufen diese leichtfertig als Hintergrundinformation oder tatsächliche Begebenheit. So kommt es, daß die Aussagen beispielsweise in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, im Focus, im Neuen Deutschland und in der jungen Welt fast identisch sind, die Wortwahl mag bisweilen unterschiedlich sein, aber der Tenor ist immer der gleiche.

 

Das ist ein scharfer Angriff auf die Medienvielfalt hierzulande …

Niemand geringeres als Die Zeit brüstete sich Ende Dezember 2011 damit, daß die etablierten Medien auf die »Rechercheergebnisse« der Antifa zurückgreifen, sich auf jene sogar stützen. Wörtlich hieß es in der unteren anderen von Helmut Schmidt herausgegebenen Wochenzeitung: »Bei der Berichterstattung über die NSU Morde fällt auf, wie oft sich neben den Fotos in den Artikel der großen Medienformate sich als Quelle ›Antifaschistisches Infoblatt‹, ›Apabiz‹ oder einfach nur ›Antifa‹ befindet. Macht sich doch hier die jahrelange Fleißarbeit von Recherchecracks wie der AIB-Redaktion bezahlt. (…) Fachzeitschriften wie das Antifaschistische Infoblatt stellen die materielle Grundlage von investigativen, kritischen und unabhängigen Journalismus.« Diesen Quatsch muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Fabian Kunow, dem euphorischen Verfasser dieses Unsinns, war die Doppelschneidigkeit seiner Lobhudelung offenbar nicht bewußt, denn mit dieser Klarstellung ist alles über den Wert des hierzulande praktizierten investigativen Journalismus und das tatsächliche Ausmaß der Meinungsvielfalt gesagt. Übrigens freute sich kürzlich auch Der Spiegel über die »Enthüllungen« des antifaschistischen Blogs Gamma, auf die er gern zurückgreift.

Die Monatszeitschrift Zuerst! ist sicher nicht als antifaschistisches Medium zu bezeichnen, trotzdem werden Sie in dem Artikel »Bestellter Terror?« scharf angegangen und persönlich beleidigt.

Dieser Artikel war bislang der am schlechtesten recherchierte Medienbeitrag zum Thema. Darüber hinaus ist er im Jargon des Lumpenjournalismus gehalten. Die drei angeblichen Journalisten, die diesen Mist verzapft haben – ich bin mir nicht so sicher, daß diese Herrschaften überhaupt existieren, denn bislang sind sie journalistisch nicht in Erscheinung getreten -, haben ganz offensichtlich klare Anweisung ihres Chefs, namentlich Dietmar Munier, erhalten. Vielleicht hat er diesen Artikel sogar unter Inanspruchnahme seines Adlatus Manuel Ochsenreiter auch selbst verfaßt, gewisse Details im Text, Angaben, die nur von Munier selbst stammen können, würden durchaus dafür sprechen. Hintergrund dieser Tirade dürfte die ganz persönliche Abneigung Muniers mir gegenüber sein.

Würden Sie das bitte etwas näher erklären?

Der Grund ist verletzte Eitelkeit. Ich hatte Ende der neunziger Jahre Munier, dem Eigentümer des Arndt-Verlages in Kiel, mein Vorabmanuskript über die Organisation, die Spitzel und die Skandale des Verfassungsschutzes eingereicht. Munier war sehr angetan und wollte das Buch veröffentlichen. Bereits 1998 schickte er mir den Verlagsvertrag, den ich allerdings nicht unterzeichnete, da Munier verlangte, einige wesentliche Überarbeitungen vorzunehmen bzw. spezifische Passagen im Text zu streichen. Das kam für mich nicht in Frage, woraufhin unser durchaus beiderseitiges geschäftliches Interesse schnell erlosch und ich mich entschloß, mich nach einem anderen Verlag umzusehen. Den fand ich nach einigen Wochen in Tübingen. Beim Hohenrain-Verlag wurde ich professionell behandelt, so daß das Buch schon wenige Wochen später, ich glaube es war im Frühjahr 1999, erscheinen konnte. Unzensiert, versteht sich. Es war im übrigen rasch ausverkauft und wurde seinerzeit in der Welt ausdrücklich empfohlen. Zu dieser Zeit schrieb ich auch für die Neue Zürcher Zeitung, die sich dem Thema ebenfalls wohlwollend annahm.

Hegen Sie aufgrund des besagten Artikels einen Groll gegenüber Zuerst!?

Einen Groll? Nein, ich hege keinen Groll. Aber, da besagter Artikel in einem Medium erschienen ist, das sich, auch wenn es sich hier um eine klassische Selbstübereinschätzung handeln mag, als Gegenpol zu Spiegel und Focus, als nationales »Deutsches Nachrichtenmagazin« versteht, ist für mich diese Zeitschrift endgültig abgehakt.

Und der Schuß ging ja nach hinten los. Dieser ebenso dümmliche wie denunzierende Artikel war eine Offenbarung. Handelt es sich hier, vom albernen Racheversuch des Herausgebers, für den es nach eigenem plumpen Bekunden ja »nichts Schöneres« gibt, »als unserem geliebten deutschen Vaterland dienen zu können«, nicht auch um den pathetischen Versuch, sich als Trittbrettfahrer zu profilieren und gewissermaßen beim Establishment anzubiedern, um endlich in der selben Liga spielen zu dürfen? Ganz nach dem Motto: »Okay, wir sind zwar rechts, völlig klar, aber selbstredend doch seriös und politikfähig. Guckt mal, wie brav wir gelernt haben, uns zu distanzieren und uns in Schubladendenken und Schwarz-Weiß-Malerei zu gefallen – ganz wie ihr!« Da halte ich mich schon eher an die Junge Freiheit, die bei aller berechtigten Kritik, tatsächlich über Journalisten verfügt, die obendrein ihr Handwerk verstehen. An dieser Stelle nebenbei meinen Respekt an Dieter Stein, der Anfang des Jahres den Antifa-Politologen Hajo Funke angezeigt hat. Über den Wert oder Unwert der Monatszeitschrift Zuerst! möchte ich mir keine Meinung anmaßen. Lediglich erlaube ich mir hinzuzufügen, daß ich persönlich die Artikel in der Monatszeitschrift Nation & Europa, die ja leider von Zuerst! geschluckt wurde, für wesentlich anspruchsvoller hielt.

Oftmals werden in den Medien Ihre beiden bekannten Interviews herangezogen; das eine, das Sie 2001 mit dem damals aufgeflogenen Verfassungsschutzagenten Tino Brandt geführt haben, das andere, in dem sie in einer Szene-Musikzeitschrift angeblich Waffenempfehlungen geben.

Ja, der vollständige Wortlaut dieser Interviews ist auf meiner Netzseite nachzulesen. Ich war damals, also vor etwa 12 Jahren, viel mehr als Journalist als als wissenschaftlich tätiger Publizist aktiv. Als solcher war ich wohl unter den ersten Reportern gewesen, möglicherweise der erste überhaupt, der mit Brandt, unmittelbar nachdem er als Spitzel für die Ämter des Verfassungsschutzes aufgeflogen war, ein Interview geführt und dieses veröffentlicht hatte. [http://www.nordbruch.org/speeches-essays-publications/der-%C2%BBfall-nordbruch%C2%AB]

Betreffend der von Ihnen angesprochenen »Empfehlungen«: es ging diesbezüglich um die brutalen Überfälle auf südafrikanische Farmer, deren Familien ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht seit Jahren systematisch ermordet wurden. Im Gegensatz zu den Journalisten der gleichgeschalteten Medien, hatte ich mit untersuchenden Polizeibeamten gesprochen und habe die Polizeiakten studiert. Diese penibel geplanten Verbrechen übersteigen in ihrer Brutalität und Gnadenlosigkeit jede Vorstellungskraft. Näheres entnehmen Sie meiner Netzseite. Zu Beginn der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika 2010 bin ich nochmals auf diese entsetzlichen und in den Medien der westlichen Wertegemeinschaft bezeichnenderweise totgeschwiegenen Massenmorde eingegangen. http://www.nordbruch.org/speeches-essays-publications/ke-nako-s%C3%BCdafrika-2010-willkommen-im-lande-der-%C2%BBmenschlichkeit%C2%AB, http://www.nordbruch.org/speeches-essays-publications/s%C3%BCdafrika-2010-vuvuzela-sangoma-der-v%C3%B6lkermord-wei%C3%9Fen%5D Als ich vor 12 Jahren gefragt wurde, wie man sich meiner Meinung nach konkret vor diesen bzw. während diesen Überfällen schützen könne, antwortete ich, daß ich persönlich mit den folgenden, im Interview konkret benannten Waffen am besten umgehen könne. Ich sprach damals gewissermaßen als Betroffener, da ich zu diesem Zeitpunkt selbst auf einer kleinen Farm lebte, die ich im darauf folgenden Jahr aus familiären Gründen leider aufgeben mußte. Wie ich heute weiß, sind die Farmen und ländlichen Gegenden Südafrikas ausgezeichnet mit privaten Sicherheitsdiensten, einem optimal funktionierenden Funksystem und einem großartig organisierten Nachbarschaftsschutz ausgestattet, so daß Überfälle oftmals im Vorfeld verhindert werden können. [http://www.nordbruch.org/speeches-essays-publications/ein-offenes-wort-dem-spiegel]

Sie sprechen in Ihren Büchern und Artikeln oftmals tabuisierte Themen an und kommen ebenso oft zu für das Establishment unangenehmen Schlüssen …

Genau hier liegt meiner Meinung nach der Kern für die augenblickliche Medienhetze gegen meine Person: Weil die Schlußfolgerungen meiner Untersuchungen und die Ergebnisse meiner Forschungen, beispielsweise die über den angeblichen Völkermord an den Herero durch die Kaiserliche Schutztruppe 1904, nicht widerlegt werden können, bin ich für sowohl für Hofhistoriker als auch für gewisse Volksvertreter ein Dorn im Auge. Hat man früher versucht, mich, daß heißt, meine Bücher, totzuschweigen, so versucht das Establishment nun, mich im Zuge der Medienhysterie »gegen rechts« als persona non grata zu denunzieren und meine Forschungsergebnisse als indiskutabel hinzustellen. Hier muß man den großen Zusammenhang sehen: Es ist ja nicht zufällig, daß beispielweise kürzlich alle im Grabert-Verlag erschienenen Bücher kommentarlos aus dem Programm bei Amazon genommen wurden, oder daß die Schlesische Jugend von ihrer Mutterorganisation geschaßt wurde.

Sehen wir es doch klar: Auf dem Höhepunkt der Euro-Krise, die eine gewaltige Gefahr für den Fortbestand der EU und damit für die Existenz des gesamten herrschenden Systems bedeutet, sind nun alle diejenigen ins Visier geraten, die die Kunstwährung Euro, die sogenannten Rettungsschirme der EU, die EU selbst, die Anerkennung der Doppelten Kollektivschuldthese, die kulturelle wie ethnische Überfremdung Europas, die Kriegseinsätze der NATO, die menschenverachtende Politik Israels usw. ablehnen – kurz, alle diejenigen, die sich als Gegner des Globalismus zu erkennen geben.

Kommen wir nochmals auf das aktuelle Thema zurück. Haben im Zuge der »NSU«-Hysterie Journalisten der Massenmedien eigentlich zu Ihnen Verbindung aufgenommen?

Ja, ich habe mehrere Anfragen per ePost bekommen. Ein Redakteur namens Uwe Müller (Die Welt) beispielsweise behauptete in seinem Brief vom 22. November an mich, er »recherchiere zu der Mordserie der sogenannten Zwickauer Gruppe«. Seine vermeintliche Recherche, wie sich aus seinem Schreiben ergibt, hat jedoch viel weniger mit journalistischer Nachforschung zu tun, sondern eher mit dem Versuch, seine vorgefaßte Meinung, die auf Halbwahrheiten und Spekulationen beruht, bestätigt zu finden: So zum Beispiel, daß, die wie er sie nannte, die Zwickauer Gruppe »ab Mitte der 80er Jahre allesamt in Jena im Thüringer Heimatschutz (THS) tätig« war. Fulminant! Im Blauhemd und mit rotem Halstuch vielleicht?! Bezeichnend auch, daß der »recherchierende« Redakteur ganz offensichtlich nicht den Unterschied zwischen Indikativ und Konjunktiv kennt. So fährt er in seinen Behauptungen und Unterstellungen unbekümmert fort und gibt diese als Tatsachen aus: »Nach ihrem Abtauchen in den Untergrund haben die damals polizeilich gesuchten Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe auch Südafrika besucht.« Erstaunlich! Tausendsassa Müller sollte seine sensationellen Erkenntnisse mal ganz schnell der Kriminalpolizei mitteilen, denn deren Forschungsergebnissen zufolge waren die drei nie außerhalb Europas gewesen. Im übrigen heißt es sogar bei Müllers Brötchengeber: »In einem Punkt zumindest scheint Klarheit zu herrschen. Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe sind offenbar nicht ins Ausland gegangen, um sich der Verfolgung zu entziehen. Längere Aufenthalte in Bulgarien, Tschechien, Ungarn oder Belgien, über die in den Medien immer wieder spekuliert worden war, halten die Ermittler inzwischen für nahezu ausgeschlossen.«

Andere wissen es freilich besser. Der einschlägig berüchtigten »Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten« zufolge, weiß es ein Ulrich Schneider, der sich »Generalsekretär« der »Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer – Bund der Antifaschisten (FIR)« nennt, sogar ganz genau: »So reisten im Februar 2009 Magdeburger Neonazis zu Schießübungen nach Bulgarien. Andere treffen sich auf der Ranch von Claus Nordbruch in Südafrika.« Eine Ranch?! 2009?! Also mittlerweile doch nach Amerika abgesetzt, oder wie?

Mit den abstrusesten Behauptungen wird versucht, eine konspirative Verbindung zwischen Deutschland und Südafrika, ein internationales Netzwerk gar, zu konstruieren. Den Vogel schoß diesbezüglich der WDR ab. Am 7. Januar behaupteten die Fernsehmacher felsenfest, daß die Spuren nach Afrika führten. Sie begründeten diese Behauptung der Einfachheit halber gleich mit einer weiteren Behauptung, die allerdings wirklich unschlagbar ist: Die NSU-Terror-Zelle könnte auch für einen Mordanschlag 2003 in Duisburg verantwortlich sein, da dort eine Selbstschußanlage verwendet worden sei, die schon in Afrika gesehen worden sei und von Wilderern benützt würde.

Übrigens stellte kurz vor Weihnachten, am 20. Dezember, der vorhin erwähnte Qualitätsjournalist Müller im Hamburger Abendblatt eindrucksvoll unter Beweis, wie weit seine »Recherche« gediehen ist. Das »Bild der Extremistenszene« schärfe sich, jubilierte er, und fabrizierte keck eine »Übersicht mit 17 Namen«, darunter Claus Nordbruch, der nun sinnigerweise als »Antisemit und Apartheidsbefürworter« angeführt wurde. Es ist eindeutig, daß Müller keines meiner Bücher gelesen, geschweige denn verstanden hat. Muß er ja auch nicht. Für diesen Qualitätsjournalisten genügt es völlig, sich an die pro-zionistischen Richtungsvorgaben des Springer-Verlages zu halten.

Vielleicht haben Sie noch ein paar Worte über die Berichterstattung übrig, mit der man Ihnen gegenüber auftritt?

Die bereits beschriebene voreingenommene, schlampige und verunglimpfende Art und Weise über eine mißliebige Person herzuziehen, nach dem Motto »Irgend etwas wird schon hängen bleiben«, ist die Regel in der bundesdeutschen Massenmedienwelt. Schon aus diesem Grunde kann man sie getrost als gleichgeschaltet bezeichnen. So bin ich, um mal bei diesem Beispiel zu bleiben, für die Süddeutsche Zeitung ein »Gesinnungsgenosse«, für die Stuttgarter Zeitung ein »Neofaschist«, ein wenig origineller Ausdruck, der auch von der einschlägig kommunistischen und antifaschistischen Presse, beispielsweise der jungen Welt, gern verwendet wird. Der nordrhein-westfälischen Tageszeitung Der Westen zufolge bin ich ein »rechtsnationalistischer Publizist«, der »Bücher wie ›Die Judenfrage‹ schrieb und auf seiner Homepage gegen die ›Inländerfeinde‹ in Deutschland wütet.« Dieses Qualitätsmedium aus dem Hause WAZ ist nicht auf dem neuesten Stand. Ein Buch unter diesem schwachsinnigen Titel habe ich nie geschrieben. Und das Wüten überlasse ich, wie die angeführten Beispiele zeigen, der bemerkenswert seriösen Presse.

Auf diesem Niveau geht es ja beliebig weiter. Die Linke Zeitung phantasiert im Indikativ, daß »eine Delegation des THS in Südafrika« auf der Ranch (!!!) des »bekennenden Anhängers der Apartheid« Claus Nordbruch »Ende der 90iger Jahre ein Waffentraining absolvierten«. Davon müßte ich ja eigentlich etwas wissen, oder? Die Wochenzeitung Kontext, der Eigenwerbung zufolge ein »unabhängiges Onlineportal, das von hauptberuflichen Journalisten verantwortet« werde, in dem »in guter journalistischer Tradition gearbeitet« würde, hatte auch was zu melden. Maßgeblich beteiligt an diesem Portal sind Mitarbeiter der Stuttgarter Zeitung (»Neofaschist«!) – womit die Erwartungshaltung bezüglich »guter journalistischer Tradition« nicht zu hoch geschraubt werden sollte: Die »Waffengeschichte auf der Farm« sowie »die Aktivitäten deutscher Rassisten und Rechtsextremisten am Kap der Guten Hoffnung« seien »alles andere als eine bloße Vermutung«, echauffiert sich der bislang einschlägig aufgefallene Qualitätsjournalist Meinrad Heck. Außerdem würde ich, der »frühere Berufssoldat« mit »deutlicher Affinität zu Waffen aller Art« – der war neu! – »seit Jahren« von der »Germanischen Weltnetzgemeinschaft« als einer derjenigen »verherrlicht, der ›den Zionismus als Schlüssel zum aktuellen Weltgeschehen erkannt‹ habe«. Na, wenn das alles nichts ist! Aber Photos von meiner Netzseite ohne Erlaubnis verwenden und mit falschen Untertiteln versehen, ich nehme an, in guter journalistischer Tradition, das kann er wenigstens, der seriöse Pressemann Heck. Anfangs des Jahres meinte das ehemalige Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, Neues Deutschland, freilich im Indikativ, »Dr. Claus Nordbruch kann Fallschirm springen und tauchen.« Was wollen uns die Einheitssozialisten damit sagen? Ich kann sogar freihändig Fahrrad fahren! 😉

Ist Ihrer Meinung nach überhaupt noch eine sachliche Berichterstattung seitens der Medien zu erwarten oder kann man die Meldungen allesamt in den Wind schreiben?

Mitte Januar schrieb mir eine Djamila Benkhelouf vom NDR, die sich als Journalistin für die ARD, Bereich Innenpolitik, vorstellte. Sie recherchiere »gemeinsam mit anderen Kollegen für die große ARD Dokumentation zum so genannten NSU (Nationalsozialistischer Untergrund). Im Zuge der Recherchen begegnen wir einigen Halbwahrheiten, Gerüchten und anderen Schnipseln.« Wie werden ja in Kürze sehen, inwieweit die Dame dazu beiträgt, diese Wildwüchse auszumerzen und an deren Stelle Vollwahrheiten, Tatsachen und ein sachliches Gesamtbild zusammenzutragen. Allein fehlt mir der Glaube, daß dies tatsächlich geschehen wird.

Andererseits möchte ich nicht verhehlen, daß es in der Vergangenheit ja wirklich großartige Journalisten gegeben hat, die tatsächliche Hintergründe und Skandale bloßlegten und den Mut fanden, sie öffentlich zu machen.

Es gibt hier aber noch einen weiteren Punkt zu beachten, nämlich die zwielichtige Rolle, die repräsentative Politiker dieses Systems in diesem Zusammenhang spielen. Günter Beckstein beispielsweise, seines Zeichens ehemaliger bayerischer Innenminister und Ministerpräsident, legte ein bezeichnendes Zeugnis ab, als er burschikos und gleichzeitig stolz dem Münchner Merkur [15. November 2011] gegenüber ausplauderte: »Wir sind bei Rechtsextremisten härter vorgegangen als bei Linksextremisten – weil die Zustimmung in der Bevölkerung hier viel größer ist. Manchmal gingen wir sogar weiter, als der Rechtsstaat erlaubt.« Dem Mann sei für seine klaren Worte gedankt! Dieses Bekenntnis bedeutet ja nichts anderes als ein zynisch eingestandener Rechtsbruch im bekanntlich freiheitlichsten Staat, der je auf deutschem Boden existiert hat. Und solche Politiker sollen an einer schonungslosen Aufklärung der »Döner-Morde« interessiert sein?! Da sind die vielen Kommissionen, die die Volksvertreter mittlerweile mit der Untersuchung beauftragt haben, doch nichts anderes als Sand-in-die-Augen-streuen. Im besten Fall ein Sturm im Wasserglas. Ich denke, falls beispielsweise Frau Benkhelouf vom NDR wirklich die Ungereimtheiten über den sogenannten NSU, die Hintergründe über die »Döner-Morde« und damit auch die Rollen, die der türkische Geheimdienst, die Grauen Wölfe und das Drogenkartell spielen, aufdecken würde, eine solche Sendung niemals gesendet werden würde: Sie wäre volkspädagogisch nicht wertvoll – und politisch tödlich.

Quelle: Dr. Claus Nordbruch; Historiker und Journalist

..

Ubasser

Ein Kommentar zu “»NSU«: Rechtsstaatlichkeit und seriöse Medien

Kommentare werden moderiert. Freischaltung kann auch Tage dauern. Bitte nicht nachfragen, es wird alles veröffentlicht!

Archiv

Zugriffe gesamt

  • 4.200.397 Zugriffe

Deutsche Flagge

Die wahre deutsche Flagge!

Archiv

Zugriffe gesamt

  • 4.200.397 Zugriffe
%d