Hitler und die NSDAP wurden nicht vom Bankenestablishment finanziert

13

19. August 2013 von UBasser


 Anmerkung: Hermann Lutz  hat in seinem Aufsatz „Fälschungen zur Auslandsfinanzierung Hitlers“ im Vierteljahresheft für Zeitgeschichte 1954/4 bereits den Mythos entzaubert Hitler und die NSDAP wären vom Bankenestablishment, allen voran den Warburgs oder den Rockefellers, finanziell unterstützt worden. Wer die Geschichte also tiefer betrachten will, der sollte zusätzlich den Aufsatz von Hermann Lutz lesen.
(Genannter Link nicht mehr vorhanden!)

Im Herbst 1933 bot der Holländer J.G. Schoup dem Amsterdamer Verlag Van Holkema & Warendorf N.V. ein Manuskript und mehrere Begleitdokumente in derselben Handschrift an. Aus dem Material ging angeblich hervor, dass amerikanische, britische und niederländische Geldgeber Hitler mit erheblichen finanziellen Mitteln an die Macht gebracht hätten.

Der Verfasser sei ein gewisser Sidney Warburg, ein Angehöriger einer reichen jüdischen Bankiersfamilie. Er wolle nicht persönlich in Erscheinung treten, sondern habe Schoup ermächtigt, die ursprünglich in englischer Sprache geschriebenen Eingeständnisse in niederländischer Übersetzung unter dessen Namen zu veröffentlichen. Im Wesentlichen ging es darum, dass Warburg Zahlungen ausländischer Geldgeber in Höhe von 32 Millionen Dollar an Hitler vermittelt habe.

Der mit zahlreichen frei erfundenen Details ausgeschmückte Text erschien noch im Herbst 1933 unter dem Titel „De Geldbronnen van het Nationaal-Socialisme. Drie Gesprekken met Hitler door Sidney Warburg. Vertaald door J. G. Schoup“.

Kurz nach der Veröffentlichung erfuhr der Verlag jedoch, dass ein Bankier namens Sidney Warburg nicht existierte. Schoup zog sich auf die Behauptung zurück, er habe sein eigenes Wissen unter dem Deckmantel einer Übersetzung veröffentlicht. Die Briefe des fiktiven „Sidney Warburg“ an Schoup, in derselben Handschrift verfasst wie das Dokument selbst, hätten eigentlich dessen Echtheit bestätigen sollen. Nun stellte sich heraus, dass Schoup dem Verlag gefälschte Dokumente vorgelegt hatte.

Das Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie konnte außerdem das Folgende beisteuern: J. G. Schoup war ein Jahr zuvor wegen Geldbetrugs und unrechtmäßigen Führens eines Doktortitels angeklagt worden und hatte sich schuldig bekannt. Auch dem British Intelligence Service war er als Lügner bekannt.

Der getäuschte Verlag zog die Veröffentlichung zurück und ließ die Exemplare des Buchs vernichten, in dem unter anderem Rockefeller und Montagu Norman unterstellt wird, sie hätten Hitler großzügig finanziert. Damals war bereits bekannt, dass Sir Henry Deterding Hitler aus Hass gegen die Bolschewiken unterstützt hatte. Vor diesem Hintergrund hatten die Informationen über angebliche weitere Geldgeber zunächst plausibel geklungen.

Allerdings hätte der Verlag leicht herausfinden können, dass die in Schoups Papieren angegebene Adresse 5754 Fourth Avenue, unter der die Firma Warburg & Warburg angeblich residierte, nicht stimmen konnte. Die Straße hörte mit der Hausnummer 420 auf. Auch viele andere Details entsprachen nicht der Wahrheit.

In den Niederlanden brachten Hitler-Anhänger eine Gegenschrift heraus, in der sie erklärten, ihre Bewegung sei finanziell sauber, was René Sonderegger wiederum als „Irreführung“ bezeichnete.

1944 wurde J. G. Schoup von Unbekannten getötet, der schon erwähnte Sonderegger trieb das Fälscherwerk jedoch weiter und behauptete, der österreichische Bundeskanzler Schuschnigg habe ihn beauftragt, das kleine Buch in deutscher Sprache zu veröffentlichen.

Sonderegger gab schließlich das Heft „Finanzielle Weltgeschichte“ mit dem Untertitel „Das Dritte Reich im Dienste der Internationalen Hochfinanz“ heraus. Auf dem Umschlag erschien der Titel des „Geldbronnen“-Textes. Neben den bereits erwähnten angeblichen Geldgebern nannte Severing nun auch Deterding und John Pierpont Morgan; deutsche Hitler-Finanziers seien der Bankier Schröder und die Stuttgarter Allianz gewesen.

Außerdem behauptete er, die Warburg-Familie hätte die niederländische Ausgabe zurückgezogen, und die Nazis hätten die restliche Auflage aufgekauft. Der Amsterdamer Verlag erklärte jedoch, dass beides nicht der Wahrheit entsprach.

Sonderegger brachte auch eine Zeugin ins Spiel, angeblich eine frühere Spielgefährtin und Schulkameradin von „Sidney Warburg“. Offenbar hatte Sonderegger sie in Prag getroffen, als ihr Mann, der Schweizerische Gesandte, gerade seine Ernennung zum Minister feierte. Wie sich herausstellte, hatte Sonderegger Mrs. Bruggmann gefragt, ob ihr ein gewisser Mr. Warburg in New York bekannt sei. Die Dame hatte dies verneint und erklärt, sie sei mit einer Miss Warburg zur Schule gegangen, wisse aber nicht sicher, ob diese einen Bruder hätte. Herr Bruggmann fügte bekräftigend hinzu, Sonderegger habe seine Behauptungen frei erfunden.

Auf der Grundlage solcher manipulierter „Beweise“ erklärte Sonderegger, James P. Warburg müsse mit dem geheimnisvollen „Sidney“ identisch sein. Unter dem Pseudonym Severin Reinhard brachte Sonderegger schließlich das Buch „Spanischer Sommer“ heraus, in dem er neben dem ursprünglichen Text noch einige weitere Erfindungen verbreitete.

Die naheliegende Frage, warum Zionisten ausgerechnet Hitler finanziert hätten, beantwortete Sonderegger damit, dass dadurch der Zionismus gefördert und in der Welt Sympathie für die Juden geweckt werden sollte.

In Schoups ursprünglichem Text hatte es jedoch keine jüdischen Geldgeber gegeben, und der erfundene Sidney Warburg war nur als Vermittler in Erscheinung getreten.

Andere Autoren sind auf Sondereggers Behauptungen hereingefallen, so etwa Werner Zimmermann, der sich in seinem Buch „Liebet eure Feinde“ an Sonderegger anlehnte, später jedoch einen Widerruf veröffentlichte.

René Sonderegger machte während des Krieges eine seltsame Wandlung durch. Anfangs erweckte er den Eindruck, ein Gegner des Nationalsozialismus zu sein, ab 1940 zeigte er sich jedoch als glühender Verehrer des deutschen Diktators. Möglicherweise tat er dies aber nur, um im Falle einer deutschen Besetzung der Schweiz etwas Vorteilhaftes in der Hand zu haben. Später erschien „Spanischer Sommer“ in weiteren Auflagen, unter anderem in Buenos Aires.

Jean Ledraque (d.i. Hennecke Kardel) gibt den „Warburg-Bericht“ in „Springers Nazionismus“ wieder, dort sind holländische Vorlage und deutsche Übersetzung gegenübergestellt. Ledraque beruft sich auf Sonderegger und bezieht sich im Anhang auf das sogenannte „Abegg-Gelpke-Archiv“, das angeblich ebenfalls Hinweise auf Hitlers Auslandsfinanzierung enthalte.

2008 erschien abermals eine Neuauflage, dieses Mal unter Federführung des niederländischen Journalisten Karl Hammer Kaatee. Auf dem hinteren Einband wird zwar eingeräumt, dass Schoups Text als Fälschung entlarvt ist, und dass Sidney Warburg nicht existiert habe, doch mit einem Zitat aus von Papens Autobiografie wird sogleich der „Nachweis“ erbracht, dass der Text wohl doch als echt gelten müsse.

Ekkehard Franke-Gricksch veröffentlichte 1983 den gefälschten Text unter dem Titel „So wurde Hitler finanziert – Das verschollene Dokument von Sydney Warburg über die internationalen Geldgeber des Dritten Reiches“ und ergänzte ihn durch eigene Kommentare und Gastbeiträge, die beweisen sollen, dass der Text trotz aller Einwände einen wahren Kern enthalte.

Zahlreiche Leute beziehen sich auf den ursprünglichen „Warburg-Bericht“ oder Sondereggers Varianten, so etwa Antony Sutton, der sich in „Wall Street And The Rise Of Hitler“ mit allerhand fragwürdigen Einfällen um den Nachweis bemüht, am ursprünglichen Text müsse doch irgendetwas dran sein.

Des Griffin beruft sich in „Die Absteiger“ auf Antony Sutton, Antony Sutton bemüht seinerseits Walter Nelz, der Schoups Version ins Deutsche übersetzt hat und in Franke-Grickschs Buch die Echtheit der Ursprungsversion „beweist“. Franke-Gricksch empfiehlt in seinem Buch wiederum „Die Absteiger“ von Des Griffin.

Auch E. Carmin diskutiert in „Das schwarze Reich“ den Warburg-Bericht, orientiert sich an Sutton und Sonderegger und hält das Dokument für echt.

Quelle: Autarkes Rattelsdorf
Danke an Skeptiker für den Hinweis!
..
Ubasser

13 Kommentare zu “Hitler und die NSDAP wurden nicht vom Bankenestablishment finanziert

  1. Franzer sagt:

    natürlich ist es sehr interessant, derlei Dinge zu lesen. Vor allem im eigenem – offenem(!) – Umgang mit Dingen, die einen beschäftigen.- Eine andere Frage jedoch ist, wie die Konsequenzen aus alternativen Informationen zu ziehen sind. So fällt mir auf, dass das Spiel „Teile und Herrsche“ auch hier wiederum seine Bestätigung findet. Will sagen, eine detailliert spezifische Herangehensweise im Sinne einer Aufklärung u.U kontraproduktiv sein könnte. Da sich mit Memes tiefenpsychologische Reaktionen bilden lassen, die das Spiel „Teile und Herrsche“ beflügeln. So meine ich, die beste Aufklärung ist, den Menschen auf sich selbst und seine Individualität zurückbesinnen zu lassen. So wird er endlich aufhören, sich einer Ansicht, einem Flügel, einer Partei unterzuordnen und endlich anfangen, wieder für sich selbst zu denken, sprich seine Freunde und Feinde selbst für sich zu bestimmen. Niemand braucht Vorbilder oder Führer. Ein Paradigmenwechsel hin zur Selbstbesinnung und nicht ein Drängen zur Abrechnung ist von Nöten, sonst wiederholt sich das Spiel immer wieder neu…

  2. Assur Amalek Marduk sagt:

    Hausaufgabe:
    GUIDO GIACOMO PREPARATA lesen.

    • Skeptiker sagt:

      Assur Amalek Marduk

      Lieber nicht, da ist das besser.

      Historisch versteht man unter Aufklärung vor allem politische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen in Europa. Man sprach und spricht in verschiedenen Bereichen der Geschichtsschreibung von einem Zeitalter der Aufklärung. Es wird uns gesagt, Dank der Aufklärung komme es nicht mehr auf die Lehrsätze der Religionen an, auf ihre Dogmen, es ginge vielmehr um die Verwirklichung der religiösen Lehren im Leben. Statt sich also zu streiten und zu bekriegen im Namen der Religion, solle jeder Gläubige nach den Maximen seiner Religion Gutes tun, denn Gutes zu tun, sei der Inhalt jeder der drei Religionen.
      In Wirklichkeit war diese sogenannte Aufklärung nur der letzte Akt des Weltdramas, in dem den Führungsjuden sozusagen das Zepter der Macht “feierlich” überreicht wurde.
      Alles, was das Jüdische Gesetz (genannt Religion) von den Seinen an Taten (für uns sind es Todsünden) gegenüber Nichtjuden fordert, galt fortan als unantastbare “Religionsfreiheit”. Kritik daran wurde als Aberglaube verdammt, der im Zeitalter der Aufklärung nichts mehr zu suchen hätte.
      Doch dann erschien auf der Weltbühne ein junger Mann namens Adolf Hitler, der mittlerweile von weiten Schichten der weltweiten Historikerzunft Fähigkeiten auf allen Gebieten unseres Lebens bescheinigt bekommt, “die man geflissentlich mit dem unzureichenden Begriff ‘Universalgenie’ zu erklären versucht”, sagt Arjun Sawhney aus Bombay. Ob sich Adolf Hitler aber aufklärerisch hätte so entfalten können, wie es ihm letztlich gelang, wenn er nicht Dietrich Eckart kennengelernt hätte, bleibt unbeantwortet.
      Dietrich Eckart, der katholische Sohn eines evangelischen Notars, war ebenso wissbegierig wie intellektuell überragend. Er arbeitete als Journalist, Literatur- und Theaterkritiker und schuf die “arisch-christliche” Nachdichtung von Henrik Ibsens Drama Peer Gynt, die im Februar 1914 ihre Premiere erlebte. 1915 zog Eckart nach München-Schwabing, wo er in Kontakt mit völkischen Kreisen wie dem Fichte-Bund und der Thule-Gesellschaft kam und als Verfasser hochintellektueller Aufklärungsschriften über das Judentum hervortrat. Er gründete 1915 den Hoheneichen-Verlag.

      Hier alles:
      https://morbusignorantia.wordpress.com/2012/11/01/von-moses-bis-lenin/

      >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
      P.S. Der Link geht, man muss nur etwas nach unten gehen.

      Hitler und die NSDAP wurden nicht vom Bankenestablishment finanziert.

      http://autarkes-rattelsdorf.blogspot.de/2012/06/hitler-und-die-nsdap-wurden-nicht-vom.html

      Gruß Skeptiker (genannt auch der Schutzpatron von Adolf Hitler)

      Was man den armen Mann nach den Krieg alles untergejubelt hat, geht doch auf keine Kuhhaut.

  3. spöke sagt:

    Um die Person A.H. zu analysieren Bedarf es keiner Bücher oder Historiker.
    Da Bedarf es nur Menschenkenntnis und ein unbeeinflusstes eigenes Hirn.

    A.H. war weder :
    .Reich
    .Akademisch gebildet
    .Offizier
    .in irgendeiner Sekte
    .Kaufmännisch Ausgebildet.

    Der Mann erkannte nur (wie auch andere) seine Verbale Überzeugungskraft, die von den damaligen Umständen unterstützt wurden.

    Er war mit Sicherheit:
    .Verlässlich
    .Unbestechlich
    .belesen
    .berechenbar

    Und er war von vielen Internationalen Mächtigen Ar…öchern umgeben.

    • UBasser sagt:

      @Spöke, treffend, kurz und präzise. Nur wurde ich nicht unbedingt sagen, daß AH nicht akademisch gebildet gewesen wäre, sondern er war nicht akademisch AUSgebildet. Ansonsten sehr gut getroffen.

    • matt sagt:

      Und im Gegensatz zu den reichen, aristokraischen, verjudeten Feiglingen war er ein mutiger Mann der zweimal als Melder an der Frontlinie verwundet wurde.Was sagte Jesus noch im Kontext: Niemand hat größere Liebe als der, der bereit ist sein Leben für seine Freunde zu geben!

    • UBasser sagt:

      @Netzband, vielen Dank!
      Leider kann ich im Moment nicht aktualisieren, mein PC hat das Zeitliche gesegnet! Zuerst muß ich diesen Mangel abstellen 😦 …wahrscheinlich ein Frage der Zeit und des Geldes…

      • Netzband sagt:

        Guck mal ob nicht nur die große Knopfzelle leer ist, oder das Netzteil kaputt ist, sonst wäre es natürlich geschickt einen gleichartigen zu finden, bei dem die alten Arbeitsspeicher passen, aber die halten auch nicht ewig.. die Festplatte wird man ja an einen neuen oder an einen anderen anschließen können.

  4. neuesdeutschesreich sagt:

    Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

  5. Konfuzius sagt:

    Bis heute hat sich an der Aussage Oswald Spenglers von 1924 nichts geändert

    “Aus der Angst um den Beuteanteil enstand auf den großherzoglichen Samtsesseln und in den Kneipen von Weimar die deutsche Republik, keine Staatsform, sondern eine FIRMA. In ihren Satzungen ist nicht vom VOLK die Rede, sondern von PARTEIEN; nicht von Macht, von Ehre und Größe, sondern von PARTEIEN. Wir haben kein Vaterland mehr, sondern PARTEIEN; keine Rechte, sondern PARTEIEN; kein Ziel, keine Zukunft mehr, sondern Interessen von PARTEIEN. Und diese Parteien – noch einmal: keine Volksteile, sondern Erwerbsgesellschaften mit einem bezahlten Beamtenapparat, die sich zu amerikanischen Parteien verhielten wie ein Trödelgeschäft zu einem Warenhaus – entschlossen sich dem FEINDE alles was er wünsche auszuliefern, jede Forderung zu unterschreiben, den Mut zu immer weitergehenden Ansprüchen in ihm aufzuwecken, nur um im Innern ihren eigenen Zielen nachegehen zu können.”

  6. erytas sagt:

    Danke fürs Posten, habe mir den Artikel auch abgespeichert um ihn immer den Leuten unter die Nase zu reiben, die alle paar Woche mit der „Hitler war eine Marionette der Banken“ Theorie aufwarten.

Kommentare werden moderiert. Freischaltung kann auch Tage dauern. Bitte nicht nachfragen, es wird alles veröffentlicht!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Archive

Zugriffe gesamt

  • 3.933.917 Zugriffe
%d Bloggern gefällt das: