Frühstück mit einem Ex-Banker

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26. September 2013 von UBasser


Von Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)

Sonntag vormittag war ich mit einem Bekannten beim wohl besten Hotel-Frühstück in Graz verabredet. Bis vor Kurzem war er im oberen Management einer heimischen Bank tätig und versucht sich nun als Unternehmensberater im Bereich Firmenkapital in Form von privaten Investments und Crownfounding für neue, interessante Unternehmen.

Wir sind schnell zum Thema gekommen, das mich am meisten interessiert. Wie schätzt er als Bankmensch (Ex-Banker) die derzeitige Lage ein:

„Wir befinden uns, nicht nur die Banken, seit einigen Jahren auf einem hochgefährlichen Grenzgang. Es ist im Grunde alles weit überzogen und ausgereizt. Ohne irgendwelchen Täuschungen, Betrügereien und falschen Angaben funktioniert unser System nicht mehr. Es lügt im Grunde jeder und jeder weiss das! Wir lügen uns sogar selbst an, denn bisher hat unser System funktioniert. Nun glauben wir, wir könnten es mit Brachialgewalt weiterhin am Leben halten. Das ist aber eine nicht gern gehörte Fehleinschätzung! Das ist mit ein Grund, dass ich aus dem Bankgeschäft ausgestiegen bin.“

Was sind die gefährlichsten Faktoren, die unser System am meisten bedrohen, möchte ich wissen?

„Zu allererst ist das Missverhältnis von gigantischer Überschuldung und einem fast nicht existierenden Wirtschaftswachstum zu nennen. Hinzu kommt die extreme Macht der Banken, vor allem der grossen amerikanischen Banken, die auch ihre Leute in Europa in der Politik haben und dadurch ihre Interessen gut vertreten wissen. Rückblickend gesehen war der Euro ein sehr schwerer politischer Fehler, doch von gewissen Kreisen der Hochfinanz eben so gewollt. Und natürlich die raubzugähnliche Steuerpolitik der Staaten, die den Bürgern fast ihre gesamte Einkünfte wegnehmen. Wenn du fast 80% und mehr für Waren und Dienstleistungen Steuern und Abgaben forderst, riskierst du irgendwann einen sozialen Aufstand der Massen. Hinzu kommt eine mehr oder weniger hohe Arbeitslosigkeit. Dieses Spiel wird solange gespielt, bis es einfach nicht mehr geht!“

Das heisst für dich, ein Systemzusammenbruch ist unumgänglich?

„Ja, bei den derzeitigen Macht- und Politverhältnissen kommt der Crash, der globale Crash, ganz sicher. Denn seit dem Ausbruch der Krise 2008 wurde nicht versucht Lösungen zu finden, sondern das System nur noch weiter auszureizen. Dafür sind in erster Linie die Banken und ihre Lobbyisten verantwortlich. Es ist ein ausser Kontrolle geratenes Spiel um Macht und Geld … in gigantischer Höhe.“

Sind die österreichischen Banken auch in dieses Spiel involviert?

„Nur bedingt. Im Grunde sind sie alle zu klein dafür, um in diesem Spiel wirklich mitspielen zu können. Sie haben ihr Glück im Osten nach der Öffnung gesucht und, wie man weiss, viel Geld verloren. Nun ziehen sie sich weitgehend zurück. Aber einige haben doch versucht, es den grossen Vorbildern nachzumachen, gross abzuzocken. Wie bekannt, sind dabei einige fest auf die Schnautze gefallen und zum Fall für den Staatsanwalt geworden bzw. muss der Staat einspringen. Obwohl dies bei der grössten Bankpleite gar nicht notwendig gewesen wäre. Aber das war ein Musterbeispiel für gutes Banklobbying in der Politik.“

Kannst du das näher erklären?

„Die Hypo Alpe Adria hätte von der Republik Österreich nicht zwingend übernommen werden müssen, solange die Bayern LB Mehrheitseigentümer war. Doch Milliardenhaftungen der österreichischen Raiffeisen wurden mit der Übernahme durch die Republik weitgehend entschärft. Raiffeisen steht der ÖVP nahe, oder sollte man sagen, sie kontrolliert die schwarze Partei und schau dir an, was der ehemalige Finanzminister Pröll jetzt macht. Er ist bei Raiffeisen mit einem gutdotiertem Job versorgt … Dem Steuerzahler wird die HAA noch viele Milliarden kosten und die Raiffeisen ist weitgehend aus dem Schneider.“

Was sagst du zu dem Vorwurf an die Banken, sie würden bei der Vergabe von Krediten Geld aus dem Nichts erschaffen?

„Das wird für die Banken noch ein riesiges Problem. In den USA wurde zumindest einem Kläger gerichtlich Recht gegeben, der behauptet hat, die Nichtrückzahlung seines Bankkredits würde die Bank in keiner Weise schädigen, weil das Geld, das er als Kredit bekommen hat, vorher nicht existierte und nur zu diesem Zweck erschaffen wurde. Solche Klagen werden bei uns sicher auch kommen, ich hab´ Hinweise, dass sie auch schon vorbereitet werden. Ob sie erfolgreich sein werden, kann ich nicht sagen, ich bin Bankkaufmann, kein Jurist. Aber eine gewisse Nervosität ist in Bankkreisen diesbezüglich zu beobachten. Es würde jedenfalls ein Meilenstein sein, um auch der Masse unser Geldsystem im Detail näherzubringen. Vor allem, dass es ein Schneeballsystem ist, nur auf Schulden aufgebaut und damit befristet und endlich. Wir sind am Ende dieses Zyklus angekommen. Nur durch die Globalisierung und die dadurch entstandene Vernetzung wird es ein globaler Zusammenbruch dieses Schuldsystems.“

Wann glaubst du ist es soweit?

„Das kann kaum vorhergesagt werden, aber die Situation spitzt sich gefährlich zu. Unter normalen Umständen muss es bald soweit sein, es kann allerdings mit äusserster Anstrengung und astronomischen Kosten noch eine Weile hinausgezögert werden. Die innenpolitischen Gerüchte rund um Obama könnten dies allerdings beschleunigen. Ich glaube jedenfalls, dass es ziemlich brutal werden wird.“

Was machst du jetzt?

„Ich berate Unternehmen ohne Banken an Kapital zu kommen. Das heisst, ich nutze klarerweise noch immer das System. Bereite mich aber vor allem geistig oder mental auf turbulente Zeiten vor.“

Wie schätzt du Edelmetalle (Gold & Silber) als krisensicheres Investment ein?

„Sobald die Finanzwelt stottert, das heisst, die üblichen Investments wie Aktien, Fonds, Immobilien, Derivate, etc. konsolidiert werden müssen, das heisst der Realwirtschaft angeglichen werden müssen, werden Edelmetalle raketenhaft steigen. Bei Gold sind durchaus mehrere tausend Euro, auch inflationsbereinigt zu erwarten. Bei Silber mehrere hundert Euro. Ein Vielfaches des derzeitigen Wertes!“

(Das war ein kurzer Auszug eines langen Gespräches, sinngemäss wiedergegeben …)

Medienschau:
Der G20-Crash: Banker warnt vor Zusammenbruch – Der Zusammenbruch großer westlicher Staaten steht faktisch bevor, warnt jetzt ein international renommierter Banker. Das »ganze System« kann zusammenbrechen, sagt William White und zeigt, wie schlimm die Situation ist. (kopp-verlag.de)
Fürchte den Boom, nicht den Zusammenbruch (misesde.org)
Der Goldpreis und ein möglicher Dollar-Crash (miningscout.de)
Globales Schachspiel (der-klare-blick.com)
Investoren müssen sich Gedanken machen – Die Investoren wissen nach der Bundestagswahl noch nicht so genau, was sie von dem Resultat halten sollen. Bisher ist die Reaktion an den Börsen verhalten. Im Fußball sagt man: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Das könnte man auch auf das Marktumfeld ummünzen. Zunächst hatte man sich die Köpfe zerbrochen, wie die Wahl ausgehen wird, jetzt ist man uneins, wie eine neue Regierung aussehen könnte. Investoren finden immer etwas, worüber man sich den Kopf zerbrechen kann. (start-trading.de)
Geldvermögen: Die Inflation ist längst da (buergerstimme.com)
Jetzt kommt die (Euro-) Wahrheit ans Licht – Die AfD hat den Sprung in den Bundestag zwar nicht geschafft. Doch die Zeit, in der die Partien die Folgen über die Euro-Rettungspolitik unter den Teppich kehren konnten, ist trotzdem vorbei. (mmnews.de)
Deutsche Gastarbeiter: „Ihr verkauft euch unter Wert“ – 86.500 Deutsche arbeiten in Österreich. Was macht unser Land für diese deutschen Gastarbeiter so attraktiv? Top-Manager schätzen die Flexibilität und die kurzen Entscheidungswege. (diepresse.com)
Unternehmen in Griechenland droht plötzlicher Tod – Im Rahmen der verzweifelten Suche nach Einnahmen wird in Griechenland sogar auch die endgültige Eliminierung mittelständischer Unternehmen billigend in Kauf genommen. (griechenland-blog.gr)
Rohani: „Iran ist Vorreiter des Friedens“ – Der iranische Präsident ist zu Verhandlungen mit den USA bereit. Seine Vorbedingung dafür stellt US-Präsident Obama aber auf eine harte Probe. (diepresse.com)
US-Großbanken seit 2008 um 37% gewachsen – Die größten Banken der USA sind seit dem Zusammenbruch der Wirtschaft im Jahr 2008 um 37% gewachsen. Sie haben heute viel mehr Angestellte als vor Ausbruch der Krise und die Derivate im Bestand von Goldman Sachs übersteigen die Bilanzsumme um das 371-fache. (gegenfrage.com)
USA: Das Ende der weltweiten Dominanz? (konjunktion.info)
Das große Dilemma der Klimatologie – Die Klimawissenschaft steht wieder einmal unmittelbar vor einem sehr unbequemen Dilemma. Was immer das IPCC entscheidet, während der nächsten Wochen zu tun – jedwede Entscheidung sieht so aus, als würde sie dem IPCC um die Ohren fliegen. (eike-klima-energie.eu)
Sonar offenbart mögliche Pyramide am Meeresgrund vor den Azoren (grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de)
Deutsche Behörden planen „Lebensmittel-Zugriff“ (goldseiten.de)
Diese Lebensmittel sollten Sie immer im Haus haben (t-online.de)

Quelle und Zusammenstellung der Medienschau: Schnittpunkt 2010

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Ubasser

 

 

Ein Kommentar zu “Frühstück mit einem Ex-Banker

  1. neuesdeutschesreich sagt:

    Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

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