Die neue Weltrepublik

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7. Oktober 2013 von UBasser


aus dem Buch »Die neue Weltrepublik« von Claus Nordbruch, erschienen im Fischer Verlag 2010:

»Kollektivschuld steht im Gegensatz zu den herrschenden Rechtsprinzipien. Jeder Bürger weiß, daß Schuld individuell nachgewiesen werden muß und -flankierendes Rechtsprinzip – davor die Unschuldsvermutung gilt. Unser Recht verlöre sich im Chaos, wenn diese Dioskurenprinzipien nicht peinlich verfolgt würden. Der individuelle Schuldnachweis gilt uns als Ausweis zivilisierten Umgangs und kultureller Entwicklung.«[112]

Prof. Dr. Herbert SPEIDEL

»Wenn es ihn nicht gegeben hätte, müßte man ihn glatt erfinden: den Holocaust. Die Gegenwart ist undenkbar ohne ihn, die Medien, die Öffentlichkeit profitieren von ihm. Der Holocaust füllt die Seiten der Zeitungen und Journale, er füllt endlose Sendeminuten in Hörfunk und Fernsehen und Kino, er bietet stundenlangen Gesprächsrunden erhitzenden Diskussionsrunden, er erfüllt bedürftige Seelen mit gehobener Stimmung, erfüllt, nicht zuletzt, die Kassen von Produzenten, Regisseuren, Schauspielern, Journalisten, Autoren und viele anderer. Der Holocaust ist eine Notwendigkeit geworden. Die Kultur der Gegenwart findet in ihm ihren wichtigsten Gegenstand, die Politik ihren wichtigsten Wertmaßstab«[113]

Mit diesen treffenden Worten leitet Richard Chaim SCHNEIDER sein Buch Fetisch Holocaust (1997) ein, in dem er nachvollziehbar darlegt, wie der Umgang mit »dem Holocaust« hierzulande zu einer Kulthandlung geworden ist, wie man ihn als anbetungswürdiges Götzenbild verehrt.[114]

Henryl M. BRODER widmete dem bundesdeutschen Umgang mit »dem Holocaust« bereits 2001 einen Spiegel-Beitrag mit der treffenden Überschrift: ]»Deutschland im Holo-Wahn«. In diesem überaus lesenswerten Artikel heißt es unter anderem:

 »Allen Ernstes haben die maßgeblichen jüdischen Führungszirkel in der BRD ihre deutschen Polit-Loyalisten nunmehr beschuldigt, ihnen das >Horror< -Mahnmal in Berlin aufgenötigt zu haben Das können sie leicht tun, denn wer von den BRD-Politikern würde es wagen, dieser Chuzpe zu widersprechen, obwohl die gesamte BRD-Politik-Riege zum Bau des Holo-Mahnmals vom Zentralrat der Juden 1998/99 geradezu geprügelt werden mußte.«[115]

Die Idee, ein zentrales Mahnmal in Berlin zu bauen, stammt von Lea ROSH, die in ihrem Streben von Eberhard JÄCKEL und verschiedenen Funktionären der Wirtschaft unter ihnen Edzard REUTER (Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz-AG) und bundesdeutschen Intellektuellen mit ausgesprochenem Kurzzeitgedächtnis wie Walter JENS unterstützt wurde. Das Ja-Wort gab Helmut KOHL, damals noch amtierender Bundeskanzler, der, wie es im Berliner Volksmund heißt, eine »zentrale Kranzabwurfstelle« benötigte und das vorgesehene Grundstück selbst ausgesucht hatte. [116]

Der tatsächliche Schöpfer des Horror-Projekts war allerdings Peter EISENMANN, der sich nicht nur der Architekt dieses unflätigen Bauwerks nennt, sondern auch noch Mitglied im Kuratorium der Holocaust-Mahnmal-Gesellschaft ist.

Die Berliner Jüdische Gemeinde stellte 2004, fast fünf Jahre nachdem der Bundestag den Bau des Holocaust-Mahnmals beschlossen hatte, den Sinn des Projekts in Frage. Der Vize-Vorsitzende Julius SCHOEPS erklärte,

»es sei unklar, >wer wem zu welchem Zweck ein Denk- und Mahnmal< baue. >Ich würde dem Bundestag dringend empfehlen, sich mit der Sache noch einmal zu befassen<«

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, Albert MEYER, setzte noch einen Hieb drauf und bezeichnete das Mahnmal als das, was es zumindest architektonisch auch ist: »Horror«[117]

Am 24. September 2003 erklärte BRODER, daß das aus 2751 Betonstelen bestehende Mahnmal, »neue Maßstäbe für Größenwahn, Kitsch und Idiotie« setze. Sein Architekt Peter EISENMANN,

 »der nach einigen Wettbewerben und vielen Querelen übrig blieb, ist der richtige Mann, um es zu realisieren. Sein IQ entspricht dem der Betonstelen, wenn er redet, hört er sich an wie ein Mähdrescher, der ein Buch von Kurt Schwitters verschluckt hat. Und keiner lacht, denn es geht um den Holocaust, viele tote Juden und bußfertige deutsche Sünder.«

Das Mahnmal sei »so provokativ wie ein Auftritt von Dolly Buster beim Oktoberfest. Niemand nimmt daran Anstoß, außer einem Behindertenverband, der vor dem Berliner Verwaltungsgericht gegen den Bau des Mahnmals klagte, weil es nicht >behindertengerecht< wäre, sollte heißen: Zwischen den Stelen ist nicht genug Platz, damit Rollstuhlfahrer frei herum tollen können«[118]

In der ganzen Debatte ging es eigentlich nicht um die in nationalsozialistischen Konzentrationslagern umgekommenen Menschen, sondern im wesentlichen um die offenbar »höherwertigen« jüdischen Toten. Als ob es beabsichtigt gewesen sei, quasi eine Hierarchie unter den Toten schaffen! Diese Absicht ist überall erkennbar. Gerade beim Holocaust-Mahnmal in Berlin. Wichtig ist nicht die Erinnerung an allen Toten, sondern nur die an jüdischen Toten. Deshalb mußte das Mahnmal auch jeden vernünftigen Maßstab sprengen. Bislang war eine derartige zu Schau gestellte »Gigantomanie« ein Kennzeichen von Diktaturen gewesen.

Ohne Berührungsängste zu haben, griff BRODER die Vertreter des Zentralrats an:

»Ihr seid behandelt worden wie verhaltensgestörte Kinder, die man schon muß, und das seid Ihr auch, keine Kinder, aber schwer verhaltensgestört. Inoffiziell, unter der Hand und off records hört man von Euch, das Mahnmal sei eine ästhetische Zumutung, es gehe die Juden nichts an, man könne sich nur deswegen nicht dagegen aussprechen, weil der Bundestag sich dafür ausgesprochen hat, am besten wäre es, wenn der Bundestag seinen Beschluß revidierern würde. Aber offiziel, fürs Protokoll, hört man von Euch nichts dergleichen. […] Die Juden brauchen das Mahnmal nicht, und sie sind nicht bereit, eine Schweinerei für koscher zu erklären,. Aber eher bekommt Dieter Bohlen den Literatur-Nobelpreis, als daß Ihr Euch zu einer Geste bequemen würdet. Dazu seid Ihr zu angepaßt, zu feige, zu opportunistisch.«[119]

Ein weiterer jüdischer Intellektueller, Rafael SELIGMANN, hatte sich schon zehn Jahre früher gegen die Pläne zur Errichtung des Mahnmals gewandt. Im Spiegel meinte er an die Adresse von ROSH und JÄCKEL gerichtet.:

»Genug bemitleidet, identifiziert und geopfert! Genug von dieser Schmetterlingssammlerei, die die Juden fast ausschließlich als Opfer begreifen will und sie so innig herzt, daß den lebendigen Juden die Luft zum Atmen wegbleibt«[120]

Broder hatte am 3.August 2001 mit Recht erklärt:

»Wenn es um die Juden geht, setzt bei vielen Zeitgenossen der Verstand aus. Geht es um den Holocaust, fangen sie mit dem Denken gar nicht erst an.«[121]

So berechtigt diese Kritik auch sein mag, im Mai 2005 wurde trotz aller jüdischen Kritik das Holocaust-Mahnmal in Berlin eröffnet. Die Kosten für den Bau des Denkmals beliefen sich auf 27.6 Millionen Euro. Die Mittel waren von Bund zur Verfügung gestellt worden.

Auf die Frage, wie man »so etwas«, also eine Architektur ohne Zeichen, ohne Symbole, ohne Sinn, plane, gab der amerikanische-jüdische Architekt der Berliner Holocaust-Mahnmals, Peter EISENMANN, die umwerfende Antwort: »Da hat uns der Computer wunderbar geholfen,. Wir haben ein paar Grunddaten eingegeben, und dann hat er zwei unterschiedliche und ganz zufällig geformte Flächen ausgespuckt. Diese beiden Flächen haben wir übereinander gelegt und sie durch die Stelen miteinander verbunden. Die eine Fläche wurde so zum Boden des Mahnmals, die andere markiert die Oberkante der Stelen.« Daraufhin hakte Die Zeit nach und bemerkte, er habe beim Entwerfen viel Kontrolle an den Computer abgegeben und damit den Zufall zum Prinzip gemacht, worauf der Architekt antwortete: »Ja, es ist eine Möglichkeit, den herkömmlichen Vorstellungen von Architektur zu entkommen und etwas ganz anderes enstehen zu lassen. Verstehen Sie, es ist die Andersartigkeit, die Differenz, auf die es mir ankommt«[122] Ganz anders ist nicht nur die künstlerische Qualität des Mahnmals, sondern auch dessen Baubeschaffenheit.

Gut zwei Jahre nach der Eröffnung waren in rund 400 der 2711 Betonstelen des Mahnmals Haarrisse festgestellt  worden. Im August 2008 reagierte EISENMANN recht gelassen auf die Risse in vielen Betonstelen seines Bauwerks. »Das war doch zu erwarten«, überraschte er burschikos das erstaunte bundesdeutsche Betroffenheitsspektrum. Schließlich stünden die Stelen »bei Wind und Wetter im Freien«. Dem »Denkmal gehe es wie den Menschen – es werde älter«, erklärte der Architekt mit unerreichbarer Chuzpe. Die Berliner Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-REYER, ohne Frage eine Fachkraft, pflichtete diesem Unsinn bei und erklärte, bei Beton könnten bis zu drei Jahre nach dem Bau Risse entstehen. Das Material härte noch aus und arbeitete.[123] Selbstverständlich erklärte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung umgehend, daß die Schäden beseitigt werden. Man beabsichtigte, die Risse im Denkmal für die ermordeten Juden Europa mit Kunstharz-Injektionen zu schließen.

Yehuda BAUER bemerkte selbstkritisch und das mit Recht: »Ob nun wahrheitsgemäß oder nicht, in Übereinstimmung mit den historischen Tatsachen oder in Widerspruch zu ihnen, mit Einfühlungsvermögen und Verständnis oder als Denkmalkitch: der Holocaust ist zu dem entscheidenden Symbol unserer Kultur geworden. […] Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht eine neue Fernsehsendung, ein neuer Film, ein neues Drama, neue Bücher, Prosa oder Gedichte dieses Thema behandeln und die Flut nimmt eher zu, als sie abnimmt.«[124]

Ein wesentlicher Grund hierfür ist nicht nur die politische Macht, die vom »Holocaust« ausgeht, sondern auch, daß er, das heißt, der Umgang mit selbigem, sich längst zu einem lukrativen Geschäft entwickelt hat.
[112] Nachwort von Prof. Herbert Speidel, in: Heinz NAWRATIL, Der Kult mit dem Schuld, München 2002, S. 239 .
[113] Richard Chaim SCHNEIDER, Fetisch Holocaust. Die Judenvernichtung - verdrängt und vermarktet, München 1997, S.9 .
[114] Vgl. ebenda, S. 16 .
[115]Henryk M. BRODER und Klaus WIEGREFE, »Deutschland im Holo-Wahn«, in: Der Spiegel v. 7/2001 S.222 .
[116] Vgl. Richard Chaim SCHNEIDER, Fetisch Holocaust. Die Judenvernichtung - verdrängt und vermarktet, München 1997, S.117 und 141 .
[117] »Jüdische Gemeinde stellt Sinn des Projekts in Frage«, in Die Welt, 12.3. 2004, S 4.
[118] »Peter EISENMANN, Herr der Stelen«, in http://www.henryk-broder.de/html/schm_eisenmann.html
[119] »Offener Brief an Alexander Brenner«, in http://www.henryk-broder.de/html/tb_brenner.html
[120] Zitiert nach: Richard Chaim SCHNEIDER, Fetisch Holocaus. Die Judenvernichtung verdrängt und vermarktet, München 1997, S. 132 .
[121] http://www.henryk-broder.de/html/tb_rosh.html
[122] Peter EISENMANN, »Ich war Nichts« [Interview], in: Die Zeit v. 9.12.2004.
[123] http://tagesschau.de/inland/meldungen9414.html
[124] »Wannsee´s importence rejected«, in: The Canadain Jewish News, v. 30. 1. 1992, S8.

Danke an Silvio, Quelle: Fresh-Seed

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Ubasser

2 Kommentare zu “Die neue Weltrepublik

  1. neuesdeutschesreich sagt:

    Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

  2. Hans Huckebein sagt:

    Zitat: „Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, Albert MEYER, setzte noch einen Hieb drauf und bezeichnete das Mahnmal als das, was es zumindest architektonisch auch ist: »Horror«[117]“

    Das sieht mein Hund aber ganz anders. Er ist von diesem gewaltigen Hundeklo gerdezu begeistert! Er kann garnicht so viel Wasser saufen, um alle vorhandenen Ecken anzupinkeln.
    Als Nächstes, so hat er mir zu verstehen gegeben, will er sich darin üben, zielsicher auf die vielen glänzenden Messingplatten der Gehwege zu schei…

    H.H.

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