Bundesregierung zur Geheimarmee Gladio: „BND an sechs Operationen oder Übungen beteiligt“

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8. Oktober 2013 von UBasser


Nach einer „Kleinen Anfrage“ der Partei DIE LINKE an die Bundesregierung zu „Maßnahmen der Bundesregierung zur Aufdeckung der Tätigkeiten von Gladio“ gewährte Roland Pofalla einen kleinen Blick in die delikaten Angelegenheiten, in denen der BND verstrickt gewesen ist. So gab der für die Geheimdienstkoordinationen zuständige Chef des Bundeskanzleramtes bekannt, dass der BND an sechs Operationen oder Übungen beteiligt gewesen ist.

Damit wurde meines Wissens das erste Mal von einer deutschen Bundesregierung bestätigt, dass geheime Armeen der NATO, genannt Gladio/Stay-Behind, existierten und auch in Deutschland operierten.

Bekannt wurde die Äußerungen heute während des „Jahrhunderts-Prozess“ in Luxemburg, in dem zwei ehemalige Elite-Gendarmen beschuldigt werden, während der 1980er Jahre für diverse Bombenanschläge verantwortlich gewesen zu sein. Die Verteidigung stützt sich jedoch auf den Verdacht, dass die geheime Gladio-Stay-Behind-Armee dafür verantwortlich war. Der deutsche Historiker Andreas Kramer sagte im Prozess aus, dass sein Vater, Johannes Kramer, Stay-Behind-Aktionen in Deutschland, Italien und Luxemburg leitete und diverse Anschläge durchführte. Daraufhin kam es zu der o.g. Anfrage von Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE.

Obgleich im Prozess aus dem Pofalla-Papier zitiert wurde: „Auf eine Frage konnte nicht öffentlich geantwortet werden”, Die Antwort wäre als Verschlussache geheim eingestuft.

Trotzdem gab es während des heutigen Prozesstages folgende Erkenntnisse:

Es ging um Frage 11 der o.g. genannten Anfrage:

“An welchen Übungen hat sich die Stay-Behind-Org. des BND beteiligt?”

Die Antwort von Pofalla, laut der Verteidigung:

„Den bisher ausgewerteten Altunterlagen des BND konnten Hinweise auf sechs Übungen oder Operationen im Sinne der Frage entnommen werden.” Zitat von Pofalla, laut Prozessbericht

Außerdem:

“Die Durchführung der vorgenannten Maßnahmen hat bisher keine Anhaltspunkte ergeben, die geeignet wären, die Behauptungen des Andreas Kramer zu erhärten. Da das Ergebnis der durchgeführten Prüfungen jedoch noch nicht abschließend bewertet worden ist und daher weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen werden können, wird aus ermittlungstaktischen Gründen von einer näheren Darlegung der erlangten Kenntnisse abgesehen.”, Zitat von Pofalla, laut Prozessbericht

“Das Informationsinteresse des Parlaments trete nach konkreter Abwägung der betroffenen Belange hinter die berechtigten Geheimhaltungsinteressen zurück.“, Zitat von Pofalla, laut Prozessbericht

Richtig hat der Verteidiger daraufhin geschlussfolgert, dass wichtige Informationen zurückgehalten werden. Es gibt es den berechtigten Verdacht, dass die Gladio-Organisation in Verbindung zu dem Oktoberfestattentat 1980 in München steht, zu der es bereits vom Abgeordneten der Grünen Jerzy Montag eine Anfrage an die Bundesregierung gab, die allerdings unbeantwortet blieb.

Die Antwort von Pofalla auf die hier behandelte Anfrage der Fraktion DIE LINKE liegt laut eigener Aussage der Tageszeitung „Wort“ vor. Ein Link soll bald folgen und wird dann hier entsprechend.

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Quelle: denkland

Dank an Gerald!

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Ubasser

Ein Kommentar zu “Bundesregierung zur Geheimarmee Gladio: „BND an sechs Operationen oder Übungen beteiligt“

  1. neuesdeutschesreich sagt:

    Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

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