Michael Winkler über die „neue Re-Gier-ung“

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19. Dezember 2013 von UBasser


Von Michael Winkler

Dies ist der letzte reguläre Tageskommentar in diesem Jahr. Sollten die Regierungserklärung, die Weihnachts- oder die Neujahrsansprache einen Kommentar erfordern, wird dieser natürlich geschrieben. Ansonsten geht es mit dem Kommentar zum 7. Januar weiter. Immerhin, wir wissen jetzt, wer die führenden Nullen des nächsten Billiardenkabinetts sein werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: Hat als Familien- und Umweltministerin versagt, von ihr stammt die erste, völlig idiotische Fassung des Dosenpfands. Qualifikation: Tut am liebsten nichts und sitzt das gerne aus. Was sie zur Chefsache erklärt, verschwindet in einem schwarzen Loch und wird nie wieder gesehen. Sehr zuverlässig, wenn es um die Preisgabe deutscher Interessen geht. Stimmte für die EU-Verfassung, den Vertrag von Lissabon, den EFSF, den ESM und die Bankenunion. Eurobonds sind nur noch eine Frage der Zeit. Kündigt die baldige Aufgabe unverrückbarer Prinzipien wie folgt an: „Mit mir ist das nicht zu machen!“ Besitzt einen sechsten Sinn, der dafür sorgt, daß sie immer außer Landes ist, wenn überraschend wichtige Entscheidungen zu treffen sind.

Vizekanzler Sigmar Gabriel, Wirtschafts- und Energieminister: Wurde als Ministerpräsident in Niedersachsen durch Christian Wulff aus dem Amt gekegelt, konnte als Bundesumweltminister an Muttis Händchen Eisbären bestaunen. Qualifikation: Fachlich keine, hat aber als SPD-Vorsitzender seine ganze Partei über den Tisch gezogen, um einen neuen, größeren Dienstwagen zu bekommen. Darf in Zukunft sogar ab und zu den Kanzlerairbus benutzen.

Finanzminister Wolfgang Schäuble: Durfte bereits unter Helmut Kohl als Minister Schaden anrichten. Trinkt bereitwillig jeden Kakao, durch den ihn Merkel zuvor gezogen hat. Parteisoldat mit einer Präferenz für verlorene Posten. Qualifikation: Ist eindeutig der beste Finanzminister seit Peer Steinbrück. Hat auf Grund seines hohen Alters nichts mehr zu verlieren, sollte das deutsche Volk ihm nach Zwangsenteignung, Währungsreform und Hyperinflationen einen Dankesorden verleihen.

Verkehrs- und Digitalisierungsminister Alexander Dobrindt: War als CSU-Generalsekretär die rechte Hand Horst Seehofers und hat vor, das zu bleiben. Qualifikation: Relativ jung, stramm CSU und kann gar nicht schlechter sein als sein Vorgänger, Peter Ramsauer. Dient als Engel Aloisius, der die gottgleichen Ratschlüsse aus der Münchner Staatskanzlei in die Berliner Niederungen überbringt. Beherrscht das verbale Repertoire vom Holzhammer bis zum Baseballschläger.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen: Der lebende Beweis, daß Volldemokraten in jedem beliebigen Ministeramt eingesetzt werden können, ohne etwas von der Sache zu verstehen. Qualifikation: als Familienministerin sieben eigene Kinder und die Tochter von Ernst Albrecht. Als Arbeitsministerin: Sie ist die Tochter von Ernst Albrecht. Als Verteidigungsministerin: Sie ist nicht Thomas de Maizière, aber die Tochter von Ernst Albrecht.

Arbeitsministerin Andrea Nahles: Muß ins Bundeskabinett, da sie sonst am Stuhl Sigmar Gabriels sägt. Ganz davon abgesehen hat jeder Generalsekretär ein Ministeramt bekommen, das wird besser bezahlt. Qualifikation: Hat schon mal gehört, daß es tatsächlich Leute gibt, die ihren Lebensunterhalt durch Arbeit verdienen. Freut sich bereits darauf, einen Arbeiter in freier Wildbahn heimlich zu beobachten.

Bildungsministerin Johanna Wanka: Hat die unglückliche Frau Nicht-mehr-Doktorin Schavan abgelöst, war zuvor als Wanderpokal in CDU-Landesregierungen unterwegs. Qualifikation: Da die Bildung in Merkeldeutschland sowohl im Argen liegt als auch Chefsache ist, kann sie keinen weiteren Schaden anrichten. Schlechte PISA-Ergebnisse sind außerdem Ländersache, bei der Bildung darf sie also nicht wirklich mitreden.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier: Einer der wenigen Politiker, der trotz einer Plagiats-Untersuchung seinen Doktortitel behalten durfte. War unter Schröder Kanzleramtsminister und hat im Außenministerium die Hinterlassenschaften eines „Joschka“ Fischer aufgeräumt. Qualifikation: Ist nicht schwul, beabischtigt nicht, mit Bettgenossen durch die Welt zu fliegen. Hat im Gegensatz zu seinen Vorgängern Erfahrung und dürfte zweifellos der beste Außenminister seit Klaus Kinkel werden.

Familienministerin Manuela Schwesig: Der lebende Beweis, daß SPD-Führungsfrauen nicht zwangsweise häßlich aussehen müssen. Hat in diesem Ressort schon Erfahrung in Mecklenburg-Vorpommern gesammelt. Qualifikation: Nicht weiter nötig, solange unseren ausländischen Mitbürgern das Kindergeld bezahlt wird, bleibt alles ruhig im Lande.

Innenminister Thomas de Maizière: Wieder so ein Volldemokrat, der in jedem Ministerium wenig leistet. War schon Kanzleramts-, Innen- und Verteidigungsminister. Auf ihn geht die neue Verteidigungsdoktrin der Abrüstung durch sinnlose Geldausgaben zurück. Bezahlte viel Geld für unbrauchbare Drohnen und fehlgeplante Hubschrauber. Qualifikation: Mußte dringend umbesetzt werden, da zu viele Fehlleistungen als Verteidigungsminister durchgesickert sind.

Umweltministerin Barbara Hendricks: Benötigt als SPD-Schatzmeisterin einen Versorgungsposten. Qualifikation: Nicht erforderlich, wenn man die Vorgänger betrachtet: Angela Merkel, Jürgen Trittin, Sigmar Gabriel, Norbert Röttgen und Peter Altmaier. Aus dieser Reihe negativ herauszustechen, ist eigentlich nicht möglich. Da müßte sie schon den Hitlergruß zeigen oder den Holocaust leugnen. Hat das Bauressort dazubekommen, kann also – zumindest theoretisch – beim Berliner Pannenflughafen und dem Protzbahnhof Stuttgart 21 mithelfen.

Kanzleramtsminister Peter Altmaier: Hat derart für die merkelhafte Energiewende gekämpft, daß er sich einen ruhigen Posten verdient hat. Qualifikation: Benötigt unbedingt noch einige Jahre als Minister, bevor er die Pension ersessen hat. Das Mauscheln und Fäden ziehen hinter den Kulissen dürfte ihm sogar liegen.

Justiz- und Verbraucherschutzminister Heiko Maas: Wurde schon mal als Juniorpartner einer Lafontaine-Linksregierung im Saarland gehandelt. Hat dort die erste Jamaica-Koalition herbeigeführt. Inzwischen Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident im Saarland. Qualifikation: Gammelfleischminister kann jeder. Man muß nur konsequent hilflose Küken vergasen und strengere Kontrollen ankündigen, das war schon zu Seehofers Zeiten so. Justizminister treten nicht einmal bei großen Schauprozessen, wie derzeit gegen Beate Zschäpe oder Christian Wulff, in Erscheinung, also ist das ein eher ruhiges Amt.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe: Wieder ein Generalsekretär, der für treue Dienste mit einem staatlichen Versorgungsposten belohnt wird. Das haben damit alle drei Regierungsparteien der Krokodil-Koalition getan. Qualifikation: Ich gehe davon aus, daß er nach einem Niesen und dem üblichen „Gesundheit“ artig mit „Danke!“ antwortet.

Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich: Auch der Bundesunfähigkeitsminister benötigt noch ein wenig Dienstzeit, um eine Pension zu erhalten. Deshalb darf er künftig die Bauernschaft ärgern. Immerhin, dank Monsanto und vergleichbarer Firmen kann er sich unendliche Verdienste erwerben, für die Zeit nach dem Landwirtschaftsministerium. Qualifikation: Hat keine eigenen Ideen und wäre auch unfähig, diese auszuführen. Macht auf Kommando Männchen und gibt Pfötchen.

Entwicklungshilfeminister Gerd Müller: Das ist nicht der einstige Bomber der Nation, sondern ein Staatssekretär aus dem Landwirtschaftsministerium. Genau deshalb durfte er ja nicht Agrarminister werden. Qualifikation: Guter Freund von Horst Seehofer.

Die neue Regierung verzichtet damit auf alle Ramsauereien. Ich möchte darauf hinweisen, daß dieses geisterbahngeeignete Gruselkabinett kein Aprilscherz ist. Die hier aufgeführten Damen und Herren beabsichtigen, ihre Kraft dem Niedergang des deutschen Volkes zu widmen, sein Vermögen zu mindern, Schaden auf es zu lenken, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes zu verwässern und zu umgehen, allen Pflichten gewissenhaft auszuweichen und Ungerechtigkeit gegen alle zu üben, die sich nicht wehren können. So wahr ihnen die Lobbyisten der Banken, der Großindustrie und die Befehle der Besatzungsmächte helfen. Da freuen wir uns doch auf die nächsten Jahre!

Quelle: Michael Winkler

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