Zusammenfassung „Die Psychologie der Massen“ von Gustave Le Bon

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20. Januar 2014 von UBasser


MASSEN MITREISSEN
„Wenn es sich darum handelt, eine Masse für den Augenblick mitzureißen, und sie zu bestimmen, irgendetwas zu tun … so muss man durch raschen Einfluss auf sie wirken. Der Erfolgreichste ist das Beispiel. Doch ist dann notwendig, dass die Masse schon durch gewisse Umstände vorbereitet ist und besonders, dass der, der sie mitreißen will, die Eigenschaft besitzt, die ich später als Einfluss untersuchen werde“
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„Unter den Massen übertragen sich Ideen, Gefühle, Erregungen, Glaubenslehren mit ebenso starker Ansteckungskraft wie Mikroben“
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GLAUBENSSÄTZE EINFLÖSSEN
„Handelt es sich jedoch darum, der Massenseele Ideen und Glaubenssätze langsam einzuflößen, z.B. die modernen sozialen Lehren, so wenden die Führer verschiedene Verfahren an. Sie benutzen hauptsächlich drei bestimmte Arten; die Behauptung, die Wiederholung und die Übertragung oder Ansteckung. Ihre Wirkung ist ziemlich langsam, aber ihre Erfolge sind von Dauer“
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„Die reine, einfache Behauptung ohne Begründung und jeden Beweis ist ein sicheres Mittel, um der Massenseele eine Idee einzuflößen. Je bestimmter eine Behauptung, je freier sie von Beweisen und Belegen ist, desto mehr Ehrfurcht erweckt sie. Die religiösen Schriften und die Gesetzbücher aller Zeiten haben sich stets einfacher Behauptungen bedient. Die Staatsmänner, die zur Durchführung einer politischen Angelegenheit berufen sind, die Industriellen, die ihre Erzeugnisse durch Anzeigen verbreiten, kennen den Wert der Behauptung“
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WIEDERHOLUNGEN
„Die Behauptung hat aber nur dann wirklichen Einfluss, wenn sie ständig wiederholt wird, und zwar möglichst mit denselben Ausdrücken. Napoleon sagte, es gebe nur eine einzige ernsthafte Redefigur: die Wiederholung. Das Wiederholte befestigt sich so sehr in den Köpfen, dass es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird“
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„Man versteht den Einfluss der Wiederholung auf die Massen gut, wenn man sieht, welche Macht sie über die aufgeklärten Köpfe hat“
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„Das Wiederholte setzt sich schließlich in den tiefen Bereichen des Unterbewussten fest, in denen die Ursachen unserer Handlungen verarbeitet werden. Nach einiger Zeit, wenn wir vergessen haben, wer der Urheber der wiederholten Behauptungen ist, glauben wir schließlich daran“
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„Daher die erstaunliche Wirkung der Anzeige. Haben wir hundertmal gelesen, das Beste Produkt sein Produkt X, so bilden wir uns ein, wir hätten es häufig gehört, und glauben schließlich, es sei wirklich so. Tausend schriftliche Zeugnisse überreden uns so sehr, zu glauben, das Y-Pulver habe die bedeutendsten Persönlichkeiten von den hartnäckigsten Krankheiten geheilt, dass wir uns am Ende, wenn wir selbst an einem derartigen Übel erkranken, versucht fühlen, es zu probieren“
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„Lesen wir täglich in derselben Zeitung, A sei ein ausgemachter Schuft und B ein Ehrenmann, so werden wir schließlich davon überzeugt, vorausgesetzt allerdings, dass wir nicht zu oft in einem andern Blatt die entgegen gesetzte Meinung lesen, die die Eigenschaften der beiden miteinander vertauscht. Behauptung und Wiederholung allein sind mächtig genug, um einander bekämpfen zu können“
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„Wenn eine Behauptung oft genug und einstimmig wiederholt wurde, wie das bei gewissen Finanzunternehmungen der Fall ist, die jede Konkurrenz aufkaufen, so bildet sich das, was man eine geistige Strömung nennt, und der mächtige Mechanismus der Ansteckung kommt dazu“
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NACHAHMUNG
„Die Nachahmung, der man so großen Einfluss auf die sozialen Erscheinungen zugeschrieben hat, ist in Wahrheit nur eine einfache Wirkung der Übertragung“
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„Wie die Tiere ist der Mensch von Natur ein nachahmendes Wesen. Nachahmung ist ihm Bedürfnis, doch wohlgemerkt nur unter der Bedingung, dass sie leicht ist; aus diesem Bedürfnis wird die Macht der Mode geboren. Mag es sich nun um Meinungen, Ideen, literarische Äußerungen oder einfach um die Kleidung handeln, wie viele wagen es, sich ihrer Herrschaft zu entziehen. Nicht mit Beweisgründen, sondern durch Vorbilder leitet man die Massen“
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„Jedem Zeitalter drückt eine kleine Anzahl von einzelnen ihr Siegel auf, das die Masse unbewusst nachahmt. Aber diese einzelnen dürfen sich nicht allzu weit von den überkommenen Ideen entfernen. Die Nachahmung würde dann zu schwierig und ihr Einfluss wäre gleich Null. Deshalb haben die Menschen, die ihrer Zeit zu sehr überlegen sind, keinerlei Einfluss. Der Abstand ist zu groß“
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„Die vereinigte Wirkung von Vergangenheit und gegen seitiger Nachahmung macht alle Menschen desselben Landes und desselben Zeitalters schließlich so ähnlich, dass selbst bei denen, deren besondere Pflicht es doch wäre, sich ihr zu entziehen, bei Philosophen, Gelehrten, Schriftstellern, Gedanken und Stil eine Familienähnlichkeit zeigen, die sofort die Zeit, der sie angehören, erkennen lässt. Eine kurze Unterhaltung mit irgendeinem Menschen genügt, um seinen Lesestoff, seine regelmäßige Beschäftigung und die Umgebung, in der er lebt, von Grund auf erkennen zu lassen“
.
„Die Ansteckung ist stark genug, den Menschen nicht nur gewisse Meinungen, sondern auch bestimmte Arten des Fühlens aufzuzwingen. …
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„Überzeugung und Glaube der Massen verbreiten sich nur durch den Vorgang der Übertragung, niemals mit Hilfe von Vernunftgründen. …“
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Rezension Jürgen Steinmaier
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Ubasser

2 Kommentare zu “Zusammenfassung „Die Psychologie der Massen“ von Gustave Le Bon

  1. johannes3v16 sagt:

    Hey @Germania20133. Bitte jetzt ist genug!
    Die Behauptung das du „jetzt“ weißt warum „die Leute“ so blöd sind, ist arrogant und zeugt davon das du entweder ein Jungspund bist, der noch nicht weiß das man sowas nicht mit dem Gießkannen Prinzip behaupten darf, ohne sich selbst zu diskreditieren, oder du bist einer von ihnen.. Solltest du mal drüber reflektieren. Habe die Ehre.

  2. Germania2013 sagt:

    O weh.
    Jetzt weiß ich auch, warum die Leute so blöd sind.
    Ich habe mir aber schon fast so etwas gedacht: Man muss nur etwas lange genug behaupten (d.h. wiederholen), und die Leute glauben es. Sie sind so dumm.
    Der Mensch ist eine Mißgeburt. So, wie er ist, so dumm, wie er offensichtlich meist ist, kann er allerdings nicht von seinem Schöpfer erdacht worden sein. Oder? Also ich bin mir da sehr unsicher, wenn ich so etwas lese.
    Und die Katastrophe ist ja, dass die intellektuelle Minderheit, die auf so einen Mist wie oben geschildert, nicht reinfällt, unter der unsäglich verdummten Mehrheit zu leiden hat. Da wir ja eine „Demokratie“ haben.
    Wie sagte A. Popp so schön? Demokratie heißt Pöbelherrschaft. Es herrscht die verdummte Masse über das gesamte Volk.

    Also mich wundert da gar nix mehr.

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