Bargeldverbot: Der letzte Schritt in die staatliche Totalität

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31. Januar 2014 von UBasser


von Henning Lindhoff

Ein Testballon und eine Kriegserklärung

Die Einschläge kommen näher. Während der Internationale Währungsfonds und die Deutsche Bundesbank rigoros „einmalige“ Zwangsabgaben zur Aufrechterhaltung der staatlichen Steuer-Schuld-Systeme fordern, kämpfen andere Genossen an der Bargeld-Front.

Die britische Großbank HSBC startete am vergangenen Freitag einen ersten Testballon. Kunden, die Geldbeträge ab 5.000 Pfund von ihren Konten – von ganz gewöhnlichen Sichtkonten ohne Auszahlungsgrenze, nicht von limitierten Sparkonten – abheben wollten, mussten schriftlich die weitere Verwendung des Bargeldes erläutern. Missbilligten die Bankiers die Pläne ihrer Kunden, verweigerte die Bank schlicht und einfach die Auszahlung. Wie die Staatsfunker der britischen „BBC“ berichteten, liefen die Kunden der Bank Sturm gegen diese Vorgehensweise. Ein empörter Herr fragte zum Beispiel, warum man ihn über die Auszahlungsbeschränkungen nicht informiert habe. HSBC antwortete lediglich, dies sei nicht nötig gewesen, weil es im Kleingedruckten des Kontovertrags schon erwähnt wurde. Offizielle Erklärung der bedrängten Banker war am langen Ende der Hinweis, man wolle die Kunden vor Geldwäsche und Finanzkriminalität schützen. Aufgrund der massiven, kritischen Kundenresonanz wurde dieser Testballon jedoch schon nach 48 Stunden wieder vom Himmel geholt. Es blieb bei einem ersten Versuch.

Solcherlei Nadelstiche gegen das Bargeld bedeuten mit Sicherheit nicht das Ende der repressiven Fahnenstange.  Sie sind ebenso keinesfalls vereinzelte Experimente verirrter Bankiers.

Bill Clintons ehemaliger Finanzminister Larry Summers forderte vor wenigen Tagen auf einer Forschungskonferenz des Internationalen Währungsfonds unverblümt die Abschaffung jeglichen Bargeldes weltweit. Sein Vortrag mutete an wie eine Kriegserklärung. Erstes Ziel müsse es sein, so Summers, Staat und Banken zu befähigen, Zinssätze unter die Nulllinie drücken zu können. Jeder Bankkunde mit kleinen oder großen Ersparnissen auf seinem Konto müsse dann folgerichtig jedes Jahr Gebühren für die Geldverwahrung berappen. Und damit dann eben kein Bank Run, keine Flucht des Geldes in die Tresore der Bürger einsetzen könne, müsse Bargeld gänzlich abgeschafft werden. Nur so könne sich das Konzept der zinslosen, der totalen Geldvermehrung durchsetzen. Summers Logik ist bestechend. Und gleichzeitig so offenherzig ehrlich in ihrer Botschaft gegen die Freiheit, dass spätestens jetzt alle Alarmglocken läuten müssten.

Dabei klingelt es schon seit geraumer Zeit. Die Verwendung des Plastikgeldes wird auch in Deutschland immer beliebter. Bald schon werden die Sparkassen das kontaktlose „girogo“-Bezahlverfahren für jeden Kunden obligatorisch in die ec-Karten implementieren. Ausgerechnet der dem freien Markt aufgeschlossene Fernsehkomiker Vince Ebert macht eifrig Werbung für das Verfahren. Auf der Internetseite des Projektes lockt er mit dem Slogan „Mach‘ dich beliebt!“ Zum Beispiel an den Supermarktkassen. Denn gedankenloser Konsum wird bald nicht nur dort im Vorbeigehen möglich sein. Käufer müssen dann gar nichts Sichtbares mehr aus der Hand geben. Gedanken über die eigene Haushaltskasse und individuelle Pläne zur finanziellen Zukunft rücken im kontaktlosen Shopping-Zirkus weit in den Hintergrund. Genau so, wie es Vater Staat gerne sieht. Seine Steuereinnahmen werden auf diesem Weg sicherlich nicht schrumpfen. Und während er Transaktionen mittels Bargeld kaum oder gar nicht kontrollieren kann, wird er jeden einzelnen Bezahlvorgang, jede Überweisung und jede Buchung in der schönen neuen Plastikgeldwelt observieren können. Und notfalls, bei Verdacht auf Verstoß gegen die „Meinungsfreiheit“, unterbinden können. Eine kurze Nachricht per E-Mail oder Telefon an das „Ministerium für Liebe“ wird genügen.

Im Internet ist das bargeldlose Zahlen schon heute der Normalfall. Keine Bestellung im Netz kommt noch ohne die Dienste der zahlreich sprießenden Sofort-Überweisungsanbieter aus. „Paypal“ prangt heute auf nahezu jedem Bestelldialog. Der Branchenführer aus den USA will dem biederen deutschen girogo-Verfahren Konkurrenz machen. Noch in diesem Jahr soll der Smartphone-gestützte Bezahldienst „Beacon“ testweise im deutschen Einzelhandel eingeführt werden, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtete. So plant Paypal schon in der ersten Jahreshälfte mit diversen deutschen Einzelhändlern zusammenzuarbeiten. Die Unternehmensführung ist sich sicher, dass zumindest Großstadtbewohner der westlichen Hemisphäre in vier Jahren ganz selbstverständlich per Smartphone bezahlen werden.

Dabei scheinen diese Pläne keinesfalls spontane Kopfgeburten freier Marktteilnehmer zu sein. Paypal wurde unter anderem von Investor Peter Thiel gegründet, der mittels erheblicher Finanzspritzen der CIA-Investmentgesellschaft In-Q-Tel unter anderem auch das Softwareunternehmen Palantir aus der Taufe hob. Palantir entwickelt heute vor allem IT-Produkte für US-amerikanische Sicherheitsbehörden. Zu diesem Konglomerat staatlich geförderter IT-Unternehmen zählen viele weitere Hochkaräter wie D-Wave, Facebook und InnoCentive. Die persönlichen wie finanziellen Verstrickungen sind bezeichnend für das Wesen des Silicon Valley. Hier kleidet sich der staatliche Kontroll-Moloch in den fröhlichen Farben des Internet 2.0. Die Liquidierung des Bargeldes wird nun sein nächster Schritt sein.

Quelle: EF – Magazin

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Ubasser

4 Kommentare zu “Bargeldverbot: Der letzte Schritt in die staatliche Totalität

  1. neuesdeutschesreich sagt:

    Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

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