Ist ein “Russland ohne Putin” wirklich “besser”?

7

31. Januar 2014 von UBasser


Von Georg Farafonow

Gehören Sie auch zu den Menschen, die der Meinung sind, dass es Russland ohne Putin besser ging? Loben Sie auch die großen demokratischen Errungenschaften des ehemaligen russischen Präsidenten Boris Jelzin? Wollen Sie, dass Russland wieder so lebt wie in den 1990er Jahren?

Dann schauen wir uns die Situation, in der sich Russland in den 1990er Jahren befand, genauer an:

Vor 22 Jahren, im Jahre 1991, hat die Sowjetunion ihre völkerrechtliche Existenz aufgegeben. Es war die Geburtstunde des neuen Russlands. Ein Russland, das frei und demokratisch ist. Das russische Volk war voller Hoffnungen. Es schien, als stünde Russland vor einer hellen und glücklichen Zukunft.

Doch es kam anders. Die Würde des Staates wurde in Stücke gerissen, Panzer beschossen im Oktober 1993 das Parlament, das Land ist um ein Haar an einem schweren Bürgerkrieg vorbeigeschlittert, in Wirtschaft und Gesellschaft herrschte Zerfall und Demontage. Armut und Hunger griffen um sich, während die Banditen und Oligarchen ihre Taschen reich befüllten. Die Regierung wurde verkauft und gekauft. Die Ernennung von Ministern wurde aus Washington diktiert. Der russische Präsident Boris Jelzin trank vor den Kameras Wodka und dirigierte im angetrunkenen Zustand ein Orchester.

Zu Beginn der 2000er Jahre lag Russland im Koma. Man kann sagen, dass Russland bis dahin nicht existierte. Der Staat war bankrott, und jedes Jahr verließen 200.000 Menschen das Land. Die verbliebenen Bürger schämten sich für ihr Land. Die Auslandsschulden betrugen über 150 Milliarden Euro, was 158 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt ausmachte. 10 Millionen Menschen hatten keine Arbeit. Das monatliche Durchschnittseinkommen betrug 60 Euro, die monatliche Durchschnittsrente nicht einmal 20 Euro. Russland wurde weltweiter Spitzenreiter bei Abtreibungen, Selbstmorden und tödlichen Alkoholvergiftungen. 1998 betrug die Geburtenrate gerade mal 0,8 Kinder pro Frau (1988: 2,0 Kinder pro Frau). Die Sterberate war doppelt so hoch wie die Geburtenrate. Der natürliche, migrationsbereinigte Bevölkerungsverlust betrug knapp eine Million Menschen pro Jahr. Zehntausende Dörfer verschwanden von der Landkarte.

Russland schoss keine Raketen mehr in den Weltraum, baute keine Fabriken und schrieb keine Bücher. Beinahe haben die Russen ihr Land verloren und ihre Kinder ohne Heimat gelassen. Die Russen tranken Tequila und schauten amerikanische Filme, doch die eigene Kultur blieb auf der Strecke. Träume, Ziele und Wünsche wurden durch Wodka und Drogen eingetauscht.

Auch bei der Kriegsführung schnitt Russland katastrophal ab. 30.000 tschetschenische Freischärler wollten einen Islamistenstaat am Kaukasus schaffen. Die russischen Streitkräfte wurden zum Kampf gegen die Islamisten mobilisiert, doch mussten sich nach einer herben Niederlage 1995 ergeben. Der islamistische Terror grassierte durch das Land und forderte viele unschuldige Opfer. Die Regierung war vor lauter Angst schlichtweg paralysiert.

Russlands Präsident Boris Jelzin verkündete bei seiner Neujahrsansprache am 31. Dezember 1999: “Ich bin müde, ich reiche meinen Rücktritt ein.”

Und dann kam Wladimir Putin. Eine junge und bis dato wenig bekannte Persönlichkeit. Doch schnell wurde Putin zu der letzten Hoffnung Russlands.

Zusammen mit Putin an der Staatsspitze hat Russland das Unmögliche möglich gemacht. Allmählich geriet der Mechanismus in Fahrt und die Zeiger an der Uhr der russischen Geschichte bewegten sich wieder.

Der Tschetschenienkrieg wurde von den russischen Streitkräften gewonnen und die Ordnung in Tschetschenien wiederhergestellt. Wiederhergestellt wurde auch die Einheit Russlands, indem der regionale Separatismus eingedämmt wurde. Es gab keine regionalen Zölle mehr und keine lokalen Politiker, die eigenmächtig verfassungswidrige Gesetze beschlossen.

Die Russen wussten wieder, was es heißt zu arbeiten und gut zu verdienen. Im Jahr 1998 hatte die Mittelschicht einen Anteil von 5 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Im Jahr 2012 konnte man bereits ein Drittel der Bevölkerung der neuen Mittelschicht zuordnen.

Im Jahr 1998 lebten 50 Prozent der Russen unterhalb des nationalen Existenzminimums. Im Jahr 2006 war dieser Anteil bereits halbiert. Im Jahr 2012 waren es nur noch 12 Prozent Arme.

Das Durchschnittsgehalt stieg von 60 Euro monatlich (1998) auf knapp 700 Euro monatlich (Prognose 2013). Im selben Zeitraum stieg die Durchschnittsrente von 20 auf 350 Euro monatlich. Die Preise stiegen dabei um das 3,5-fache.

Russland wurde von einem überschuldeten zu einem schuldenfreien Land. Während 1998 die Verschuldung 158 Prozent des BIP betrug, beträgt diese heute nur noch 9 Prozent, was als faktische Schuldenfreiheit anzusehen ist.

Russland stieg zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Erde auf (1998: 36-größte) und wächst weiter. Im Zeitaum 1998-2013 hatte die Industrieproduktion einen Zuwachs von 175 Prozent(!).

Im Jahr 2012 wurden in Russland 1,9 Millionen Kinder geboren. Das sind 700.000 mehr als im Jahr 1998. Der jährliche, natürliche Bevölkerungsverlust pro Jahr, der 1998 eine Million Menschen betrug, reduzierte sich 2007 auf 280.000 Menschen. Im Jahr 2012 hatte Russlands erstmals seit Zerfall der Sowjetunion ein leichtes Bevölkerungswachstum. Die Geburtenrate stieg von 0,8 auf 1,7 Kinder pro Frau.

Die Russen leben wieder länger. Die Lebenserwartung eines Mannes, die 1998 katastrophale 57 Jahre betrug, stieg 2013 auf 66 Jahre und überstieg damit die männliche Lebenserwartung zu Sowjetzeiten.

Die Massenflucht aus Russland wurde stark verkürzt. Heute verlassen keine 200.000 Menschen pro Jahr mehr das Land. 2011 verließen nur noch 33.000 Russen das Land, von diesen waren 8o-90 Prozent tschetschenische Asylsuchende, die nach Westeuropa und Nordamerika gingen. Es immigrieren sogar auch einige EU- und USA-Bürger nach Russland. Im Jahr 2012 ließen sich 3.000 Menschen aus den EU-Staaten und den USA in Russland einbürgern, darunter der bekannte französische Schauspieler Gérard Depardieu. Auch die Migration aus dem schwer krisengebeutelten Griechenland führt mittlerweile nicht selten nach Russland.

In Russland wird weniger Alkohol getrunken als in den 1990er Jahren. Der Sport- und Nüchternheitskult setzt sich vermehrt durch. Während 1998 sich nur neun Prozent der Russen als Antialkoholiker bezeichneten, beträgt dieser Anteil heute 24 Prozent. Während jeder Russe 1998 im Schnitt 20 Liter reinen Alkohol getrunken hat, war es 2012 nur noch 14 Liter (Vergleich: Ein Deutscher trinkt pro Jahr 12 Liter reinen Alkohol).

Im Jahr 2013, haben die Russen ihren Glauben an ihr Land wiedergefunden und glauben wieder an eine Zukunft in Russland. Russland ist wieder dazu in der Lage, solche internationalen Großereignisse wie die Olympischen Winterspiele 2014 oder die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 auszurichten.

Russland ist reifer geworden, die Lebensqualität hat sich deutlich verbessert. Zwar gibt es nach wie vor noch zahlreiche Probleme, doch die Zukunft macht Hoffnung. Putin hat als einstiger Hoffnungsträger nicht enttäuscht, und er bleibt auch weiterhin der Hoffnungsträger aller Russen, weswegen ihn bis heute 60 bis 65 Prozent der Bevölkerung voll unterstützen.

Und, sind Sie immer noch dafür, dass Russland in die 1990er Jahre zurück verfällt?

Quelle: Farafonow.com

Bemerkung: Stellt sich immer wieder die Frage: Wie gefährlich ist Putin? Er hat Rußland aus einer sehr tiefen Krise geführt, das werden alle Russen und in Rußland lebende Ethnien bezeugen können. Alles was in diesem Artikel steht, ist die absolute Wahrheit. Nur, welche Folgen hat die Verbesserung der Lage der Menschen in Rußland auf internationaler Ebene? Gerät der Kult um Putin nicht doch zunehmend in der Bereich der Überheblichkeit? Erst wurden auch Hoffnungen auf internationaler Ebene geschürt, heute entwickelt sich die russische Regierung immer mehr zum Sprachrohr Israels! Beweise hierfür liegen klar auf der Hand, wenn man der russischen Politik folgt! Auch das registrieren heute die Menschen in Rußland. Immer mehr fällt die Wirtschaft an ausländische „Investoren“, Banken und Offshore-Unternehmen. Der Unterschied zwischen den 90igern und heute ist, daß die Wirtschaft nur zum Teil von ausländischen Investoren aufgekauft werden darf, was aber nicht daran hindert, jedes Unternehmen gewinnbringend am Markt zu plazieren –  nur das die russischen Arbeitnehmer immer noch wenig davon haben. Meist hochstudiert üben sie Arbeiten niedrigen Niveaus aus um überhaupt überleben zu können. Putin führte Rußland aus einer tiefen Krise, baute es halbwegs auf um es nun kostengünstig an den Bestbietenden zu verscherbeln? – Selbstverständlich nach russischen Gesetzen! Oligarchen gibt es nach wie vor in Rußland, und üben heute genau solchen Einfluß auf die Regierung aus, wie damals! Rußlands Lobbyverbände sind nicht anders zu bewerten, als jene 34.000 Lobbyisten in Brüssel, die ebenso Einfluß auf das europäische Parlament ausüben um die Gesetzgebungen und Verordnungen ihren Interessen anzupassen!

Meine Einschätzung ist, Putin ist in den vergangenen Jahren überheblich geworden. Wenn sich auch viele Dinge durch ihn zum Positiven gewendet haben, leidet doch das Volk immer noch an extremer Armut – das oben genannte sind nun mal nur Statistiken, und die haben bekanntlich nichts mit dem wirklichen Leben vieler zu tun. Rußland entwickelt sich genau nach der hegelschen Dialektik:

hegel-dialektikDas Spiel hat begonnen!

..

Ubasser

7 Kommentare zu “Ist ein “Russland ohne Putin” wirklich “besser”?

  1. Leo sagt:

    Weltoktober – Wer plant die sozialistische Weltregierung (ISBN 978-3-938516-40-9)

    Da es in diesem Forum ja diverse Threads gibt ala ‚Die Amis sind Schuld an der Finanzkrise‘ oder ‚Ist die Krise gesteuert‘ usw. möchte ich in diesem Thread diese Aspekte mal in eine andere Richtung lenken und erörtern, nämlich u.a. über die ‚rote Gefahr‘, die uns eher aus dem Osten als aus dem Westen droht.

    Eine NWO nach amerikanischen Vorbild halte ich schon fast für ausgeschlossen, auch wenn viele davon reden. Eher es wird meiner Meinung nach, wenn es überhaupt soweit kommt, eine Kommunitische NWO werden.

    Wer glaubt, dass uns Europäern die Russen wohlgesonnen sind, der sollte das Leswerk mal unter seine Fittiche nehmen, denn je mehr ich in dem oben genannten Buch lese, kommt mir, auch mittels Abgleich mit der momenanen Situation (Wirtschaftskrise, Gasstreit, Raketenabwehr, Merkel, Schröder, Ostpolitik, Linkspartei usw.) der Verdacht auf, dass an diesen Thesen wirklich etwas dran ist und die Russen nur auf „High Noon“ warten und in nicht allzu ferner Zukunft zuschlagen werden.

    Ich gehe im Folgenden explizit nur auf die militärische Schlagfertigkeit Russlands ein, für die politischen Verstrickungen und Hintergründe (KGB, Oligarchen, Spionage, Scheindemokratie usw.) sollte man das Buch selber lesen.

    Man sollte bei allem auch bedenken, dass die USA nicht mehr lange dazu in der Lage sein werden, ihre NATO-Bündnispartner zu schützen.

    In dem Buch, dass Torsten Mann geschrieben hat, erklärt der Autor, wie die Nomenklatura der Roten Macht (die in Wahrheit nie ausgestorben sind und auch heute immer noch alle Fäden in Moskau ziehen) nach Stalins Tod den Weg in die sozialistische Weltrevolution bis heute vorbereiten, u.a. ein sozialistisches Europa (EUdssR) vom Atlantik bis zum Ural unter der Führung der neuzugründenen UDSSR. Und unter der kompletten Isolation der USA.

    Kurz zum Verständnis, es gibt ingesamt 4 ‚inszenierte‘ Phasen der kommunistischen Langzeitstrategie, um ihr Ziel, die Weltrevolution nach Lenins Vorbild im Weltmassstab zu erreichen. U.a. haben hier Überläufer ihr Wissen preisgegeben, die der CIA bis weit in die 90er Jahre ignoriert hat.

    Zitat: Nachdem die Überläufer Golitsyn und Senja in den Westen geflohen waren und dort über den sowjetischen Langzeitplan berichtet hatten, verfasste Kissinger 1969 eine Analyse für die Nixon-Regierung, die die Existenz einer irgendwie gearteten Langzeitstrategie leugnete.

    Für alle, die dieses Buch nicht kennen, gebe ich diese Phasen der Langzeitstrategie hier mal stark komprimiert, soweit das verständnis- und zusammenhangshalber möglich ist, wieder:

    Phase 1 – Die Vorbereitung der friedlichen Koexistenz (1956-1960) – Chruschtschows Entstalinisierung des Ostblocks

    In dieser Phase ging es darum, dass sich Chruschtschow von dem Image des Kommunismus, das Stalin hinterlassen hat, radikal trennen wollte. U.a. Umstrukturierung des KGB unter Schelepin, neue Miltärdoktrin, Lockerung der Zwangskollektivierung, Desinformationskampagnen, Spionage, Schaffung der Infrastruktur für die Durchführung der Strategie bei gleichzeitiger Annäherung an den Westen usw.

    U.a. sagte er im Juni 1954 vor tschechoslowakischen Offizieren:

    Zitat: Stalins Politik hat die Sowjetunion und den Prozess der Weltrevolution empfindlich zurückgeworfen. Um diese Situation zu überwinden, war der Zugang zu westlicher Technologie und Wirtschaftshilfe entscheidend, und um diesen zu erreichen, müsse man eine Politik der friedlichen Koexistenz erreichen.

    Weiter sagte er:

    Zitat: Der einzige Weg dies zu ändern, sei, das Image des Kommunismus zu verbessern, indem man den Westen glauben lasse, dass sich der Ostblock von innen heraus reformiere, und dazu sei es nötig, die Schuld für die Verbrechen der Vergangenheit auf die Schultern der einzigen Person zu laden, die stark genug ist, diese Last zu tragen. Womit kein anderer als Stalin selbst gemeint war.

    Zur Miltärdoktrin selbst auch mal ein interessanter und zugleich erschreckender Aspekt der Russen:

    Zitat: Während die Atomwaffe im Westen ein Mittel der Abschreckung war, erkannte die Sowjetunion in ihr eine Waffe, deren Vorteile erst durch ihren Einsatz im Krieg zum Zuge kamen. Ein weiterer Vergleich der Auswirkungen von Kernwaffen auf die sowjetische und die amerikanische Einstellung zum Krieg ergibt, dass ihre Einführung in der Sowjetunion den Mechanismus der Kriegsführung änderte, während sie in den Vereinigten Staaten mehr die Ansichten über die Möglichkeit oder Nützlichkeit in einem Kriege beeinflusste. Der Nuklearkrieg wurde hier undenkbar. Ziel der Politik wie der Streitkräfte wurde für den Westen die Abschreckung, für die Sowjets die Fähigkeit, einen Krieg ausfechten und gewinnen zu können.

    Phase 2 – Der friedliche Koexistenz-Kampf (1960-1972) – Die neue Strategie wird umgesetzt

    Kurz und Bündig, Phase 2 war die reelle Umsetzung von Phase 1 (Planungsphase).

    U.a. massive miltärische Aufrüstung.

    Zitat: Während im Westen selbst noch unter Präsident Carter die Illusion des anbrechenden Weltfriedens wuchs, wurden im Kreml unter Vermeidung einer direkten Konfrontation der Supermächte die Weichenstellungen für die große kommunitische Weltrevolution vorgenommen. Die in Phase 1 vorbereitete neue Miltärdoktrin wurde praktisch umgesetzt, was zu einer Umstrukturierung der Streitkräfte und zur Entwicklung und Indienststellung neuer Waffensysteme führte, deren Technologie größteteils durch Spionage oder durch die nun umfangreichen westlichen Wirtschaftsbeziehungen importiert wurde.

    Weiter heist es (Zitat): Innenpolitisch begann im Ostblock der Aufbau einer im Kern ihres Wesens stets marxistischen Opposition, bei gleichzeitiger Ausschaltung aller tatsächlicher Gegener des Sowjetsystems. Weitere außenpolitische Operationen während der Phase 2 waren die Bildung nationaler Befreiungsbewegungen in der dritten Welt, der Aufbau des internationalen Terrornetzwerks und des internationalen Rauschgiftschmuggels und damit verbunden die ideologische und moralische Destabilisierung der westlichen Staaten von innen heraus.

    Dazu im Kontext mal ein paar Zahlen, wie die miltärische Aufrüstung in P2 aussah:

    Zitat: Anhand nicht geheimer Statistiken wurde errechnet, dass im Jahr 1969 fast die Hälfte des sowjetischen Bruttosozialprodukts in die militärische Aufrüstung ging, während im Vergleich dazu der amerikanische Verteidigungshaushalt im selben Jahr nur 9% des Bruttosozialproduktes ausmachte, und das, obwohl die USA zu dieser Zeit noch in Vietnam engagiert waren. Auch in absoluten Zahlen waren die sowjetischen Rüstungsaufwendungen erheblich höher als die amerikanischen.

    Startanlagen für Interkontientalraketen USA 1054 ; UDSSR 1398 ; Kommulierte Sprengkraft 3253 MT bzw. 7835 MT

    Zitat: Unter Breschnew hatte die UDSSR Ende der 1970er Jahre somit die militärische Überlegenheit gegenüber der NATO erreicht und ein sowjetischer Erstschlag begann eine realistische Gefahr zu werden…

    Phase 3 – Die Periode des dynamischen sozialen Wandels (1973-1995) – Lenins NEP neu aufgelegt: Glasnost und Perestroika

    Zitat: Strategische Ziele der Perestroika für Westeuropa:

    a) Das Entstehen einer neuen politischen Allianz zwischen pseudosozialdemokratischen Regimen in der UDSSR und Osteuropa und eurokommunistischen Parteien und echten Sozialdemokraten in Westeuropa,

    b) Die Restrukturierung der politischen und militärischen Blöcke – der NATO und des Warschauer Pakts – und die Erschaffung eines einzigen Europa vom Atlantik bis zum Ural, einschliesslich eines wiedervereinigten, neutralen Deutschlands.

    (Anatoly Golitsyn, März 1989)

    Dazu auch (Zitat): Der Westen gewährte in den 1990er Jahren immer neue Milliardenbeträge, um die Reformen der kommunitischen Gesellschaft zu unterstützen, ohne dass die frühere kommunitische Nomenklatura an Macht eingebüsst hätte und ohne dass es zu einer dauerhaften Verringerung des Haushaltsdefizits, zur Demonopolisierung der russischen Wirtschaft oder zu einer Beteiligung des Auslands an der Privatisierung gekommen wäre.

    Weiter heisst es da (Zitat): So wurde der Westen bald vor die Wahl gestellt, entweder immer neue Gelder freizustellen oder sich mit dem Rückfall Russlands zum Kommunismus konfrontiert zu sehen. Jelzins Präsidentschaftswahlkampf von 1996, den der Westen finanziert hatte, lief nicht umsonst unter dem Motto ‚Reformen oder Rückkehr zum Kommunismus. Die Gelder, die Russland in den Jahren 1989 bis 1996 allein aus Deutschland zur Unterstützung bekam, beliefen sich auf 126 Milliarden Mark, für die der deutsche Steuerzahler aufkommen musste. Die gesamte Summe, die den früheren früheren Staaten des Ostblocks zur Verfügung gestellt wurden, beliefen sich auf mehrere hundert Millarden Dollar.

    Weiter (Zitat): Wie bereits erwähnt, kamen diese Gelder nicht dem russischen Volk zugute, mindestens 50% davon versickerten in mafiösen Strukturen und landeten schliesslich auf den westlichen Bankkonten russischer Oligarchen.

    Dazu noch ein interssante Daten der Miltärischen Aufrüstung in P3 – trotz Abrüstungsverträge mit den Amerikanern, die niemals eingehalten wurden. Jetzt sollten auch dem letzten die Augen auf gehen.

    Nun wissen wir auch, wohin die restlichen 50% Westgelder hingeflossen sind.

    Zitat: … Journalistin Jewgenija Albaz führt diesen Sachverhalt weiter aus: Die Rüstungswerke produzierten im Jahre 1989 1700 Panzer, 5700 Panzerwagen und 1850 Geschütze. Das ist das 2,3-fache, 8,7-fache bzw. 12,5-fache der Produktion in den USA. 1989 wurden in der UDSSR dreimal soviel U-Boote, eineinhalb mal soviel Jagdflugzeuge, fünfzehnmal soviele Interkontinentalraketen und sechsmal soviele Raketen kurzer Reichweite wie in den USA hergestellt. Die Zahl der 1990 gebauten Panzer stieg auf 3300 an, war also viereinhalbmal so groß, wie in den USA.

    Weiter (Zitat): Im Februar 1991 gab Gorbatshow zu, dass die sowjetische Wirtschaft die militanteste Wirtschaft der Welt ist, mit den höchsten Ausgaben für die Verteidigung. Gorbatshow gestand auch ein, dass 75% des wissenschaftlichen Potenzials der Sowjetunion nur für die Rüstung arbeiteten. Dementsprechend produzierte die russischen Rüstungsindustrie auch in der Zeit nach der Wende und im Gegensatz zu allen Abrüstungsbeteuerungen, wie sich der amerikanische Chefunterhändler General Edward Rowny ausdrückte, Raketen wie andere Leute warme Würstchen.

    Weiter (Zitat): Gemäss offiziellen Angaben lag die Panzerproduktion der Sowjetunion im Jahr 1990 höher als die Zahl sämtlicher Panzer, die 1988 alle NATO-Staaten zusammen gebaut hatten. Zwischen 1985 und 1990 erhöhte sich die offizielle Zahl der sowjetischen Panzer von 42600 auf 70000, die Zahl der Artilleriegeschütze von 35000 auf 60859, die der taktischen Kampfflugzeuge von 3000 auf 8250. In Erinnerung der Tatsache, dass die Sowjetunion dazu neigt, veraltete Waffen nicht zu verschrotten, sondern einzumotten, um diese ggf. als zweite bzw. dritte Welle in den Kampf zu schicken, muss mit dem Vorhandensein einer noch wesentlich höheren Anzahl von Panzern und Geschützen gerechnet werden.

    Phase 4 – Die Ära des globalen demokratischen Friedens – seit 1995

    Zitat: Von offizieller Seite wird ungern eingestanden, dass Russland am Übergang zum neuen Jahrtausend weiter von einer bürgerlichen Gesellschaftsordnung entfernt war denn je. Nach wie vor existierte in Russland keine rechtsstaatliche Ordnung, statt dessen herrschte wie zu Zeiten der Sowjetunion die alte kommunistische Nomenklatura und die drei zuletzt unter Jelzin eingesetzten Regierungschefs Primakow, Stepaschin und Putin bezeugen, dass das KGB nach wie vor die Gangart der russischen Politik dominierte.

    Zitat: Der Westen darf sich jetzt freuen. Jetzt ist das gefürchtete Dach der Mafia, die Kryscha, der KGB selbst bzw. dessen Nachfolgeorganisation geworden. Jeder weiss endlich, wer das Sagen hat. (Vadim Rabinowich über den Amtsantritt des neuen russischen Präsidenten Wladimir Putin)

    Zitat: Unerkannt als die wahren Erben des Kommunismus, bleiben die sowjetischen Strategen weiter am Ruder und fahren fort, den Westen zu hypnotisieren, ihnen weitere Unterstützung entgegenzubringen. Realistisch betrachtet kann langfristig von dem gegenwärtigen System tatsächlich nichts Gutes erwartet werden. Sobald sich seine wirtschaftliche Situation verbessert hat, kann man von Russland einen Rückfall in die alte Feindschaft gegenüber dem Westen erwarten. Der westliche Glaube an den Kollaps des Kommunismus wird sich als Illusion erweisen. (Anatoly Golytsin, Februar 1993)

    Zu dreiviertel habe ich das Buch nun durch und bin bei Putins Machtära angelangt, aber der Trend ist jetzt schon erkennbar: Russland hat und wird weiter aufrüsten, auch und insbesondere unter Putin und dessen Lakaien Medjedew, um die Festung Europa, wenn der Zeitpunkt günstig ist, einzunehmen.

    Ob uns das ganze Gerede um Junk-Hypotheken, Wirtschaftskrise, Bankenkollaps, Gold, Silber usw. dann noch helfen wird? Dahingehend glaube ich schon, dass dies alles inszeniert wurde und wird, aber nicht von den Amis, sondern von den Russen. Sie schlagen uns mit unseren eigenen Waffen, dem Kapitalismus. Es merkt nur keiner, weil alle nur auf die Angelsachsen und deren Brüder starren.

    Zitat: Eine schwere Wirtschaftskrise mit Massenarbeitslosikeit und Verarmung breiter Bevölkerungskreise sollte weltweit das Versagen des Kapitalismus unter Beweis stellen und die Grundlage erbringen, auf die Sowjetstrategen spekulierten, um der westlichen Welt ihr politisches System aufzuzwingen, das zunächst vielleicht gar nicht als der bekannte Sowjetkommunismus zu erkennen wäre, jedenfalls kaum als solcher vermarktet werden würde. Kommunistische Agitatoren würden zunächst vielleicht nur nach einer sozial gerechteren Welt verlangen, einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz und vielleicht die Verstaatlichung großer Konzerne oder ähnliche Parolen ausgeben, mit denen sich die getäuschten Massen identifizieren könnten.

    Das Buch stammt im übrigen aus dem Jahr 2007 (1. Februar 07), da war von Verstaatlichung und ähnlichem noch gar keine Rede, ja viele hielten Anfang 2007 eine Weltwirtschaftskrise für Unfung. Und was ist heute, 2 Jahre später??? Da wird nicht nur verstaatlicht, sondern sogar überlegt, Aktienbesitzer zu enteignen. Welcome to VEB Deutschland sag ich da nur.

    Weiter heisst es da (Zitat): Laut dem vom Statistischen Bundesamt herausgegebenen Dtenreport 2004 halten heute schon 51 Prozent der westdeutschen Bevölkerung den Sozialismu für eine gute Idee, die nur schlecht ausgeführt wurde,…

    Also entweder ist die Statistik gefälscht, oder die Deutschen sind wirklich so dumm. In Anbetracht dessen wäre es vielleicht besser, das Deutsche Staatsgebiet inkl. der kompletten Bevölkerung mit Atomwaffen zuzuscheissen und in 20-25 Jahren vielleicht als russischen Truppenübungsplatz herzunehmen. Das hält man ja im Kopf nicht aus.

    Wenn ich mich mit dem Freund meiner Schwester, der aus dem Osten kommt, unterhalte, meint er auch, im Sozialismus gings ihm und seinen Eltern besser. Derjenige sitzt aber wohlgemerkt vor einem 2 Meter Plasma, Playstation, Laptop, Stereoanlage mit CD-Sammlung von 1000 CD’s usw. in einer geilen Wohnung in der Münchner Innenstadt mit Job und gutem Verdienst… :wall:Wenn ich ihn frage, was da besser war (mich in seiner Wohnung demonstrativ umschauend), sieht er mich nur entgeistert an und hat kein Argument. :sleeping:

    Und zur NWO-Geschichte hab ich auch noch was schönes gefunden:

    Ein paar Seiten weiter vorne im Buch heißt es im Hinblick auf die Kooperation Russlands mit China, Indien und Pakistan (Zitat): Hinter der Phrase einer ‚multipolaren Weltordnung‘ verbergen sich bei genauer Betrachtung exakt jene Ziele, die die kommunistische Strategie für ihre Endphase vorgesehen hatte: Die Isolierung und anschliessende Zerschlagung der USA als Weltmacht, gefolgt von der Errichtung einer allmächtigen Welteinheitsregierung auf dem Gerüst der sozialistisch dominierten Vereinten Nationen, was im Ergebnis dem Ende nationaler Souveränitat gleichkommt.

    Im Gegenteil, falls die US-Regierung doch noch erkennen sollte, was vor sich geht, und beschliessen würde, Gegenmassnahmen einzuleiten, darf davon ausgegenagen werden, dass die Schuld am dann zweifellos aufkommenden neuen Kalten Krieg den amerikanischen Imperialisten zugeschoben werden würde, die nicht bereit sind, die neuen poltischen Realitäten anzuerkennen.

    Dieses Muster, bei dem der Täter stets zum Opfer und das Opfer zum Täter gemacht wird, verfolgt die kommunistische Propaganda bereits seit Jahrzehnten, und die Tatsache, dass di zugrundeliegende Unlogik kaum jemanden aufzufallen scheint, zeigt einmal mehr, dass die westliche Öffentlichkeit nach jahrzehntelanger marxistischer Indoktrination unfähig zu eigenständigem Denken geworden ist.

  2. robertknoche sagt:

    Hat dies auf Freiheit, Familie und Recht rebloggt und kommentierte:
    Putin hat in der Innenpolitik sowie auch in der Außenpoltik große Verdienste nachzuweisen. Zudem Ist Russlands Wirtschaft mit seiner Hilfe unabhängig und stabil geworden. Kein anderer Politiker in Russland kann das nachweisen. Ich glaube kaum, das er einen würdigen Stellvertreter finden wird.

  3. neuesdeutschesreich sagt:

    Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

  4. Kint sagt:

    Gut –
    trifft aus meiner Sicht ziemlich den Kern – merci.
    Klar, Ubasser. Russland hat noch einen langen und weiten Weg vor sich.
    Die wichtigste Grundlage dabei, dass der Reichtum – des Volkes! – nicht mehr an „die Globalen“ verschenkt wird. Jedes Land muss sich um „seine“ Armut (selbst) kümmern. Eine Regierung, die das nicht ausreichend tut, wird scheitern.
    Das wusste z. B. Bismarck.
    Ich nehme mal an, dass Putin sein Land ganz gut kennt. Damit will ich´s für heut mal gut sein lassen zu diesem Thema. 🙂

Kommentare werden moderiert. Freischaltung erfolgt unregelmäßig, jedoch mindestestens 2 Mal täglich.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Archive

Zugriffe gesamt

  • 2,970,323 Zugriffe
%d Bloggern gefällt das: