Morbus ignorantia – Die Krankheit Unwissen

“Wenn die Deutschen zusammenhalten, so schlagen sie den Teufel aus der Hölle!” Otto von Bismarck

Wer Begriffe besetzt, erlangt Deutungshoheit – Wie die Lügen um sich greifen!!!


Interview mit Dr. Stephan Lehnstaedt zur Debatte um den Begriff „Polnische Konzentrationslager“

Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) hat in der vergangenen Woche Stellung zur Debatte um die Begrifflichkeit „Polnische Konzentrationslager“ bezogen. In einer Pressemitteilung vom 19. Januar lehnte der Historikerverband diesen Begriff als falsch ab. „Formulierungen wie ‚polnische Konzentrationslager‘ sind Unwörter und suggerieren falsche Vorstellungen von der Verantwortung für NS-Verbrechen“, so der Veband wörtlich. Hintergrund der Stellungnahme ist eine aktuelle Gesetzesinitiative in Polen, in der die Verwendung der Begrifflichkeit „Polnische Konzentrationslager“ unter Strafe gestellt werden soll.

Wir haben mit dem Historiker Dr. Stephan Lehnstaedt vom Deutschen Historischen Institut in Warschau um eine Einschätzung der aktuellen Diskussion gebeten.

„Der Begriff wird schon seit 1989 angeprangert“

L.I.S.A.: Herr Dr. Lehnstaedt, der Verband Deutscher Historiker (VHD) hat gestern in einer Pressemitteilung sich von der Begrifflichkeit „polnische Konzentrationslager“ distanziert. Wann ist dieser Begriff eigentlich von wem verwendet worden? Liegt hier ein Versehen vor oder geht es hierbei um konkrete Motivationen?

Dr. Lehnstaedt: Wann zum ersten Mal in Deutschland von „polnischen Konzentrationslagern“ gesprochen wurde, kann ich Ihnen nicht sagen; bereits 1944 hat allerdings Jan Karski in einem Bericht für das Magazin „Collier’s“ über „Polish Death Camps“ geschrieben. 2005 hat sich Adam Rotfeld als erster polnischer Außenminister über eine derartige Wortwahl beschwert. Der Begriff wird aber im Grunde schon seit 1989 angeprangert, auch von der polnischen Diaspora. Heutzutage ist die Verwendung m.E. fast immer ein Versehen oder vielmehr eine Gedankenlosigkeit. Niemand wird ernsthaft etwa der „Welt“ oder der israelischen „Haaretz“ unterstellen können, dass sie die Verantwortung der Deutschen für die Konzentrations- und Vernichtungslager negieren.

Es gibt dann schon Rechtsextreme, die etwa auf der Neonazi-Seite „Metapedia“ von polnischen Konzentrationslagern sprechen – damit verharmlosen sie allerdings nicht die deutschen KZs, sondern beziehen sich auf polnische Lager für Deutsche. Mit ihrer Begriffswahl wollen sie eine Relativierung der deutschen Massenmorde erzielen, indem sie den Polen eine Vernichtungsabsicht gegenüber den Deutschen unterstellen.

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Der Hohn, Lüge und Verachtung springt dem Leser auf der o.g. Seite förmlich entgegen!

Besetzung Ostdeutschlands durch die Polen

„Die erste Phase der Vertreibung der Deutschen aus ihrer Heimat im Osten – Massenflucht, Ermordungen, Verschleppungen – hatte aber das Ziel der „Säuberung“ Ostdeutschlands von Deutschen noch nicht erreicht.

Rund 12 Millionen Deutsche lebten Ende 1944 in Ostpreußen, Ostpommern, Westpreußen, Ostbrandenburg, Schlesien, Danzig und in dem von der Deutschen Wehrmacht besetzten polnischen Gebiet.  Etwa 7,5 Millionen von ihnen gelang zunächst die Flucht vor der anrückenden Roten Armee.  Die übrigen waren teils freiwillig geblieben, teils – besonders in Ostbrandenburg und in Ost- und Westpreußen – von dem schnellen Vormarsch der sowjetischen Truppen überrascht worden.

Mehr als eine Million Menschen wurde schließlich auf dem Treck von den Russen überrollt und kehrte dann zum großen Teil in die Heimatorte zurück, so daß im Sommer 1945 etwa 5,6 Millionen Menschen in den ostdeutschen Provinzen den sowjetischen Besatzern und den Polen ausgeliefert waren – 5,6 Millionen, für die die neuen Herren Ostdeutschlands „Umsiedlung“ auf die Tagesordnung der Geschichte gesetzt hatten.

„Die meisten der deutschen Flüchtlinge von 1944 und 1945“, vermerkt der amerikanische Wissenschaftler de Zayas, „verließen Haus und Hof mit der festen Absicht zurückzukehren.  Sie ahnten nichts von dem Plan der Alliierten, ihre Provinzen abzutrennen, mit Gewalt alle noch dort verbliebenen Deutschen auszuweisen und sie im verstümmelten Reich anzusiedeln.  Da sie von diesen radikalen Plänen nichts wußten, begannen die Flüchtlinge, denen das Entkommen durch die Rote Armee abgeschnitten worden war, in einzelnen Wellen wieder in ihre Dörfer zurückzukehren.  Nach der bedingungslosen Kapitulation entschlossen sich andere zu dem Versuch, sich der Härte der Besatzung in ihren eigenen Dörfern im Osten auszusetzen.  Hungrig und müde kehrten sie um und treckten heimwärts.  Bei vielen Gelegenheiten wurde ihre Absicht durch sowjetische oder polnische Behörden vereitelt, die entweder die Leute sofort in Lagern internierten, die Männer zur Zwangsarbeit in den Osten schickten oder einfach die Straßen blockierten, vor allem die Übergänge an Oder und Neiße.“

Die Zurückgekehrten teilten nun mit den Daheimgebliebenen das Schicksal von Verelendung und regelrechter Versklavung, das zumal in den Gefängnissen und Lagern (1 255 allein im polnischen Verwaltungsbereich) schauerliche Tiefpunkte der Demütigung erreichte……

Berüchtigt waren die polnischen Konzentrationslager in Oberschlesien, in die oft die Bevölkerung ganzer Landkreise verbracht wurde.  Allein im Lager Lamsdorf im Kreis Falkenberg starben in weniger als zwei Jahren von rund 8 000 gefangenen Deutschen nach Aussagen des Lagerarztes Dr. Heinz Esser 6488, darunter 628 Kinder.

Gefürchtet waren auch die Gefängnisse und Lager auf dem Gebiet des polnischen Staates, die für mindestens 200000 Deutsche zu Stationen des Terrors und des Todes wurden.  Die großen polnischen Zuchthäuser, vor allem Fordon bei Bromberg, Graudenz, Krone an der Brahe, Lodz, Mokotow in Warschau und sämtliche kleineren Gefängnisse in den Kreisstädten waren bald mit Tausenden von Deutschen gefüllt.  Hatten sie dort Mißhandlungen, Mangelernährung und schwerste Strafarbeiten überlebt, kamen sie nicht in Freiheit, sondern in Zwangsarbeitslager, wo sie von den Lagerkommandanten als Sklaven an polnische Bauern und Fabriken vermietet wurden.

Die größten Konzentrationslager, Potulice bei Bromberg, Gronowo bei Lissa und Sikawa bei Lodz wurden erst in den Jahren 1949 und 1950 aufgelöst.

In die Lager sind im Laufe der Jahre praktisch alle Deutschen in Polen eingewiesen worden.

Die Todesquoten in den einzelnen Lagern differierten zwischen 20 und 50 Prozent.  Hunderte wurden erschossen oder zu Tode gefoltert.  Die meisten starben an Hungertyphus und anderen Seuchen.

Wilfried Ahrens, Verbrechen an Deutschen, Arget 1984², S. 23 – 25

Das Lager Potulice

Erna Kelm, Diakonisse aus Bromberg, berichtet über das Lager Potulice:

polnisches KZ

 

Wie sollen wir nur die Kinder anfassen, sie zerbrechen uns in den Händen.“

            Ostdeutschen Kinder im polnischen Lager

 

 

Ich war von November 1945 bis September 1947 dort und will aus eigener Erfahrung schildern, wie es dort zugeht.  Es gehörten 29 000 Deutsche zu diesem Lager.  Die meisten waren auf Arbeitskommandos außerhalb, 4000 etwa im Lager.

 

Beim Eintritt in das Lager beginnen die ersten Grausamkeiten, und bei der Beerdigung hören dieselben auf.  Bei der Revision wurde den Menschen alles, was sie noch an guten Sachen, auch Photographien, besaßen, fortgenommen.  Die 14tägige Quarantänezeit ist, seit der jetzige Chefarzt dort ist, besonders im Winter, weil die Baracken nicht geheizt werden, eine Qual; Strohsäcke gibt es in diesen Baracken nicht.  Soweit die Menschen im Besitz von Betten und Kopfkissen sind, werden diese ihnen abgenommen, über eine Decke verfügen die meisten nicht.  So wissen sie nicht, was sie auf die Bretter legen und womit sie sich bedecken sollen.  Die Fenster mußten auch bei starkem Frost geöffnet sein.

 

Traf der Chefarzt, Dr. Cedrowski, ein nicht ganz geöffnetes Fenster oder eine Frau, die wegen ihres geschorenen Kopfes bei strenger Kälte eine Kopfbedeckung hatte, so erfolgten Strafen: Ohrfeigen, Kniebeugen, stundenlanges Sitzen in Hockstellung bei offenem Fenster und halb entblößtem Oberkörper.  Eine schlimme Strafe ist, den Zementfußboden im Flur den ganzen Tag über immer wieder wischen, auch wenn die Knie schon wund sind.  Geht der Chefarzt in den nächsten Tagen durch die Baracken und sieht die wunden Knie, da sagt er: „Gut so, weitermachen!“ Zuweilen wird Frauen der Kopf trocken rasiert, was besonders schmerzhaft ist.

 

Nach der Quarantänezeit kommen die Aufgenommenen zu allerlei Arbeiten.  Bei den Arbeiten auf dem Gut, in der Gärtnerei und sonstigen Arbeiten, die außerhalb des Lagers verrichtet werden, wurden die Menschen sehr geschlagen.  Kommt dieses der Lagerleitung zu Ohren, und es wird der Fall untersucht, werden solche Zeugen herangeholt, die nichts Bestimmtes aussagen können.  Sagt ein Zeuge die Wahrheit, so wird er am nächsten Tage so geschlagen, daß er nicht imstande ist, noch einmal darüber zu sprechen.  Ich habe oft Körper gesehen, an denen keine weiße Stelle zu entdecken war.

 

Eines Tages wurde eine Frau bei der Arbeit erschossen, angeblich wegen Fluchtverdacht, was aber nicht auf Wahrheit beruhte.  Daraufhin wurde der schrecklichste Milizmann mit einigen Deutschen hingeschickt, die Leiche zu holen.  Diese wurde auf Forkenstiele gelegt, und acht Frauen mußten sie tragen.  Die anderen der 150 Personen, die dort arbeiteten, wurden aufgefordert, sich quer über den Weg zu legen, und die Frauen mußten mit der Leiche laufend über diese hinweggehen.  Diejenigen, die die Leiche trugen, wurden sehr geschlagen, denn beim Laufen kam es vor, daß die Leiche ihnen von den Forkenstielen herunterfiel.  Einem jungen Mädchen hatten sie das Fleisch von den Wadenknochen abgeschlagen.  Als das Fleisch später in Fäulnis überging, wurde sie ins Spital eingeliefert und starb an den Folgen.

 

Eine andere Frau kannte die Ordnung noch nicht, da sie den ersten Tag bei der Arbeit war.  Sie entfernte sich, um ihre Notdurft zu verrichten.  Daraufhin wurde sie so geschlagen, daß sie ins Lager getragen und ins Spital eingeliefert werden mußte.  Außer dem Gesicht war von den Knien bis zu den Händen der Körper nicht blau oder grün, sondern kohlschwarz.  Eine Stunde nach ihrer Einlieferung war sie eine Leiche.

 

Besonders gequält wurden die Menschen im Winter 1946/47 bei der Waldarbeit.  Männer und Frauen mußten Stubben (Baumwurzeln) roden.  Die Erde war hart gefroren.  Auch hier reichten die Kräfte nicht aus, um das ihnen auferlegte Pensum zu schaffen.  Männer mußten in die Löcher der ausgeredeten Stubben hinein.  Dann wurde über ihre Köpfe hinweg geschossen, um sie zu schrecken.  Auch blieben hier die Schläge nicht aus.  Hierauf legte man ihnen eine Kette um, und die anderen mußten sie herausziehen und auf dem Schnee herumschleifen.  Ein besonders elender Mann machte in seiner Verzweiflung eines Nachts seinem Leben durch Erhängen ein Ende.  Frauen mußten mit einem großen Arbeitswagen all die Stubben aus dem Walde ins Lager fahren.  Auch diese wurden, weil sie die Last in dem Schnee nicht ziehen konnten, durch Fußtritte, Kolbenstöße und dergleichen mißhandelt.

 

Besonders übel sind die Frauen dran, welche dem „schweren Wagen“ zugeteilt sind.  Dieser Wagen muß täglich, im Winter dreimal in ein 3 km von Potulice entferntes Sägewerk nach Brettern und Bohlen fahren.  Die Last, welche 12 bis 15 Frauen ziehen müssen, beträgt 50 bis 75 Zentner.  Auch hier wird tüchtig durch Fußtritte und Kolbenstöße nachgeholfen.  Als ich selbst einige Tage an diesem Wagen war, und wir, fast bis zur Erde geneigt, den Wagen zogen, dachte ich, wenn dieses Bild doch nur durch eine Aufnahme festgehalten werden könnte!  Wenn man es nicht miterlebt hat, kann man es nicht glauben und sich keine Vorstellung davon machen.

 

Eine Hilfsschwester wurde eines Tages von dem Chefarzt auch an den Wagen beordert.  Der Chefarzt hat nur das Recht, für einen Tag die Leute mit dem schweren Wagen zu strafen, alle weiteren Tage müssen durch den Leiter des Lagers gehen.  Er sorgt dann aber schon dafür, daß es mit dem einen Tage genügt.  Der Grund war, daß sie einem Manne Brot von solchen Patienten gab, die ihrer Krankheit wegen nicht essen konnten.  Sie sollte für eine Nacht in den Leichenkeller gehen, verweigerte dieses mit den Worten:

 

„Ich will zum Rapport gemeldet werden.“ Das ist die neueste Erfindung des Chefarztes, daß das zu bestrafende Personal für eine Nacht in den Leichenkeller gesperrt wird.  An dem Abend wurde ihr gleich das Haar, welches erst 3 cm lang war, wieder ganz kahl geschoren.  Am nächsten Tage ging sie an den schweren Wagen.  Die Wachmänner waren vom Chefarzt eingeweiht.  Sie mußte in der weißen Schürze gehen, damit sie gleich erkannt wurde.  Am Vormittag wurde sie schon sehr geschlagen, aber am Nachmittag bekam sie soviel Schläge, daß sie nicht mehr allein ins Spital gehen konnte.  Fast zwei Wochen mußte sie liegen, ehe sie imstande war, sich bewegen zu können.  Damit dieses nicht in der Krankengeschichte festgehalten wurde, mußte sie, was sonst nicht erlaubt war, im Personalzimmer liegen.

 

Die schwerste Strafe ist der Bunker.  Hier kommen die Menschen ganz entkleidet hinein.  Täglich wird ihnen ein Eimer kalten Wassers über den Kopf gegossen, und sie müssen Tag und Nacht im Wasser stehen.  Die Männer bekommen 25 Hiebe auf die Fußsohlen, und die Frauen werden in die Leistengegend geschlagen.

 

Es wurden Menschen aus dem Bunker ins Spital eingeliefert, bei denen sich das Fleisch von den Knochen löste und sie bald ein Opfer des Todes wurden.  Das Schlagen im Bunker besorgte der Chefarzt mit dem Platzkommandanten.  Als im vorigen Sommer [1947] die größten Quälereien verboten wurden, nahm man die zu Bestrafenden in das Büro der polnischen Gestapo oder in das Zimmer des Chefarztes.  Dort wurden sie furchtbar geschlagen.

 

Um einen guten Gesundheitszustand vorzutäuschen, ist der Chefarzt sehr darauf bedacht, daß die Zahl der Belegschaft im Spital nicht zu hoch wird.  Oft werden die Leute erst dann aufgenommen, wenn sie schon bald halb tot auf der Bahre hereingetragen werden.  Viele brauchen gar nicht mehr in das Bett hineingelegt zu werden, sondern sterben schon auf der Bahre.  Andere werden oft, unfähig allein gehen zu können, entlassen.  Die Zahl der Toten betrug täglich 10-12 Menschen.

 

Erschütternd sind die Verhältnisse in den drei Baracken für Alte und Arbeitsunfähige.  Etwa 1500 Menschen sind in diesen Elendshütten zusammengepfercht.  Schlimm ist, daß die Geisteskranken ohne Pflege und Aufsicht unter den Alten untergebracht sind.  Viele Alte sterben an Hunger, andere sind so    elend, daß sie des schlechten Eindrucks wegen, den sie in der Öffentlichkeit machen würden, nicht nach Deutschland abtransportiert werden, sondern auf ihren Tod warten müssen.  Viele Kranke im Lager müßten operiert werden.  Der Unkosten wegen geschieht dieses nicht.  Der Chefarzt gibt auch auf große Bitten der Betreffenden, sie doch für den Transport freizugeben, nicht seine Erlaubnis.  So müssen sie im Lager elend zugrunde gehen.

 

Innerhalb zweier Jahre waren im Lager Potulice ca. 800 Kinder.  Die Zahl der Säuglinge wechselte zwischen 30-50.  Die Säuglingsbaracke, welche gleichzeitig auch Entbindungsstation war, wurde schön hergerichtet.  Das geschah aber nur aus dem Grunde, daß alles einen guten Eindruck machte, wenn die Kommissionen durchkamen und diese dann in der Presse davon berichten konnten.  Doch keiner fragt, wie viele Kinder in den schönen, weißgestrichenen Bettchen verhungert und erfroren sind.

 

Wenn eine Kommission angesagt war, wurden die Baracken geheizt.  Sobald die Herren aber hinter dem Tor waren, bekamen die Männer, die die Heizung bedienten, den Befehl, das Feuer ausgehen zu lassen.  Als die Sterbezahl der Kinder zu hoch wurde, stellte man einen Ofen auf.  Dieser konnte aber nur mit nassem Sägemehl geheizt werden.  Daher rauchte er so fürchterlich, daß die Fenster geöffnet werden mußten.

 

Die Nahrung der Säuglinge bestand monatelang aus Wassersuppen.  Ging man des Morgens um 4 Uhr an der Baracke vorbei, dann meinte man, das Blöken der Lämmer, aber keine Kinderstimmen zu hören.  In kurzer Zeit sind von 50 Säuglingen nur zwei am Leben geblieben.  Von diesen zweien hatten die Mütter Gelegenheit, ihnen zusätzlich etwas zu geben.  Eines Tages ging ein polnischer Herr durch die Baracke.  Als er die Kinder sah, meinte er, die müßten Milch haben.  Die Antwort des Chefarztes war: „Es genügt, wenn es auf dem Papier steht.“ Anderen Herren wurde erzählt, daß die Kinder Butter und Milch bekämen, welches gar nicht der Wahrheit entsprach.

 

Die Kinder von 1 1/2 bis 10 Jahren befanden sich in einer Kinderbaracke.  Diese durften bis Mai 1947 nur mittags etwas draußen sein.  War der Chefarzt, Dr. Cedrowski, aber im Lager, wagte es kein Kind, herauszugeben.  Den ganzen Tag hockten sie eingeschüchtert und verängstigt auf den Betten.  Zu den grausamsten Tagen zählen auch die, wenn die Mütter mit ihren Kindern, soweit sich diese im Lager befanden, auf dem Platz antreten mußten, die Kinder ihnen fortgenommen wurden, und sie nicht wußten, wo sie blieben.  Weinten die Mütter, dann bekamen sie Kolbenstöße.  Viele Mütter haben nie mehr etwas von ihren Kindern erfahren.

 

Im Jahre 1946 kamen viele Kinder in das Kinderheim nach Schwetz.  Als dann später wieder ein Transport dorthin ging, konnte ihn eine deutsche Frau, die als Schwester im Lager arbeitete, begleiten.  Als diese sich dort, im Auftrage einiger Mütter, nach deren Kindern erkundigte, wurde ihr gesagt: „Es sind Tausende von Kindern hierher gekommen, wir konnten sie listenmäßig nicht erfassen.  Die meisten waren noch so klein, daß sie ihren Namen nicht wußten, sehr viele sind gleich von polnischen Leuten abgeholt worden, wir wissen nicht, wo sie sind.“

 

Als eine Anzahl von Müttern zum Transport ins Reich bestimmt waren und diese ihre Kinder durch das Rote Kreuz suchen ließen, wurden einige Kinder zurückgeführt, welche schon einen polnischen Namen trugen.  Darum braucht man sich nicht zu wundern, daß – man kann wohl sagen – Tausende nicht mehr ausfindig gemacht werden können.  Auch hat man sie so stark in andere Kinderheime, wie z.B. Bromberg, Schubin, Hohensalza, Tuchel, Konitz, Thorn und verschiedene andere gepreßt, daß ein großes Massensterben einsetzte.  Eine Mutter hat von fünf Kindern nur noch eins zurückbekommen.  Dieses ist aber kein Einzelfall.

 

Kinder im Alter von 8 Jahren mußten bei polnischen Bauern Pferde putzen, pflügen, eggen und alle anderen Landarbeiten verrichten.  Ein Kind erzählte mir mit Tränen in den Augen, daß es sich zum Putzen des Pferdes einen Schemel herangestellt hat.  Drehte das Pferd sich, dann fiel es in den Dung.  Kam der Bauer, und das Mädelchen war mit dem Putzen nicht fertig, so wurde es geschlagen.

 

Ein anderes Mädchen berichtet: Ich kam zu einem polnischen Bauer.  Das Ehepaar war kinderlos, und so wollte man mich für eigen annehmen.  Ich wollte aber deutsch bleiben.  Als ich darauf bestand, wurde ich viel geschlagen.“ (Dieses Mädchen war 10 Jahre alt.) Schickte ihre Mutter ihr Sachen, so wurden sie ihr nicht ausgehändigt.  Von März 1945 bis Dezember hat sie alles getragen.  Als es aber zu Weihnachten ging, schrieb das Kind alles seiner Mutter, welche 40 km entfernt auf einem Gut arbeitete.  Als die Mutter den Brief erhalten hatte, wurde sie an einem Morgen tot im Bett, den Brief vor ihr liegend, aufgefunden.  Der Arzt stellte fest, daß sie an Herzkrämpfen gestorben sei.  Helga – so hieß das Kind – erhielt ein Telegramm.  Aber die Polin erlaubte nicht, daß sie zur Beerdigung fuhr.  Das Kind wurde sehr von Selbstmordgedanken geplagt, weil es sich sagte: Hätte ich nicht alles meiner Mutter geschrieben, lebte sie heute noch.

 

Auch war es nicht erlaubt, daß Geschwister miteinander sprechen.  Eines Abends hatte ich dienstlich in einer Kinderbaracke zu tun.  Ein Junge, 13 Jahre alt, war ins Lager gekommen und hörte, daß seine Schwester, 9 Jahre alt, in der Baracke sei.  Er kam an die Baracke, sie freuten sich des Wiedersehens nach fast drei Jahren.  Der Platzkommandant traf die beiden an.  Der Junge bekam einen Schlag ins Genick, daß er zu Boden fiel.  Hierauf bekam er Fußtritte, daß einem beim Anblick fast das Herz brach.  Von wie vielen Fällen könnte man noch berichten!

 

Grausam war die Behandlung deutscher Kinder in Polen.  Es ist mir unverständlich, daß Herren, die keinen Einblick in die Grausamkeiten, die an Deutschen und auch an Kindern geschehen sind, es weitergeben, daß diese Tatsachen nicht der Wahrheit entsprechen.  Augenzeugen stellt man als Lügner dar, deshalb, weil die Kinder jetzt gut genährt aus Polen kommen.  Es ist aber wohl nicht bekannt, daß alle zum Transport bestimmten Kinder vom Arzt untersucht werden müssen.  Alle zum Transport bestimmten Personen, ob Erwachsene oder Kinder, die elend sind, und Aufsehen erregen würden, werden jeweils sofort gestrichen.

 

Als der Transport im September 1947 ging, war Chefarzt verreist, daher war die Auslese nicht so stark, und es kamen auch elende Kinder mit.  In Breslau wurden die 154 Waisenkinder zurückbehalten.  Ich blieb bei den Kindern.  Masern brachen aus, und die Kinder mußten ins Krankenhaus geschafft werden.  Polnische Schwestern sagten in meiner Gegenwart: „Wie sollen wir nur die Kinder anfassen, die zerbrechen uns in den Händen!“ Es kamen sogar diesen Schwestern die Tränen in die Augen.

 

Die Kinder gehen nur in Lumpen gehüllt.  Einen Tag, bevor der Transport geht, müssen alle antreten, und dann bekommen sie Sachen.  Bis dahin kümmert sich keiner um die Bekleidung.  Im Gegenteil, wenn sie ins Lager kamen und einzelne noch über ein gutes Stück verfügten, verschwand dieses. Jetzt, da die Polen sahen, daß sie durch die Transporte nicht mehr alles verbergen können und auch die Kinder nicht alle zurückbehalten werden dürfen, bekommen sie eine gute Zuteilung.  Doch man kann die Schandtaten der drei Jahre damit nicht zudecken. (Ostdok. 2/38/99-103.)

 

Wilfried Ahrens, Verbrechen an Deutschen, Arget 1984²,  S. 133 – 138

DIE HÖLLE VON LAMSDORF

Bericht des Arztes Heinz Esser über ein polnisches Lager, welches polnische Behörden  im oberschlesischen Lamsdorf  nach Beendigung des II. Weltkrieges für die deutsche Bevölkerung  eingerichtet hatten.

Heinz Esser, Die Hölle von Lamsdorf, Dokumentation über ein polnisches Vernichtungslager

Dülmen, 2000, 13. unveränderte Auflage, S. 13 – 29

Zwischen Oppeln und Neiße lag das polnische Internierungslager für Deutsche, Lamsdorf. In der Geschichte Oberschlesiens bedeutet es einen monumentalen Grabstein, unter dem Tausende von Oberschlesiern, Männer, Frauen und Kinder, nach grauenvollen Erlebnissen und qualvollen Leiden ruhen, für Polen aber ist es ein Schandmal, errichtet nach Beendigung des Krieges im Juli 1945, zu einem Zeitpunkt, an dem in Deutschland die Kriegsverbrecher und Verbrecher an der Menschheit ihrer Aburteilung und einer gerechten Strafe entgegensahen.

Lamsdorf war ein Vernichtungslager. Ein damals etwa zwanzigjähriger, grausamer, zu sadistischen Exzessen veranlagter Kommandant mit dem Namen Ceslaw Gimborski  führte an der Spitze von etwa 50 blutrünstigen Milizianten seine Schreckensherrschaft in diesem Lager, das von der Bevölkerung als „Blutlager“ oder auch als „Hölle von Lamsdorf“ bezeichnet wurde. Viele Tausende von Menschen Oberschlesiens kamen in dieses Lager, beraubt und ausgeplündert, um es niemals mehr verlassen zu können. In der Hauptsache wurden die Dorfbewohner des Kreises Falkenberg ohne Altersunterschied und Geschlecht, ja sogar Schwerkranke und Sterbende, dorthin gebracht. Am härtesten betroffen wurden die Dörfer Bielitz, das fast völlig ausgerottet wurde, Neuleipe, Ellguthammer, Steinaugrund, Lippen, Lamsdorf, Arnsdorf, Hilbersdorf, Goldmoor, Mangersdorf, Jakobsdorf, Groditz, Kleuschneritz, Jatzdorf u. a.

Nachts wurden die Menschen unerwartet und plötzlich in aller Eile aus den Häusern getrieben, zusammengejagt und nach Lamsdorf verschleppt. Die Schwerkranken und Sterbenden legte man im Lager auf die Straße, wo sie bald verstarben oder man tötete sie sofort. In anderen Fällen mußten die Sanitäter diese in die sogenannten Krankenbaracken tragen, wo sie mangels Ernährung, Pflege oder Medizin bald zu Grunde gingen. Es waren nicht politisch belastete Menschen, sondern hauptsächlich Bauern- und Arbeiterfamilien, manchmal auch Geschäftsleute, Lehrer, Beamte, Angestellte usw. „Politisch Belastete“ waren auf einer Stube zu etwa 45 Mann zusammen-gefaßt. Aber auch bei diesen wenigen wurde, abgesehen von fünf Fällen, niemals untersucht, ob sie tatsächlich in der Partei waren. Sie waren nur auf Denunziation zur Anzeige gekommen und hatten unter dem Zwang der Anwendung grausamer Folterungen und Mißhandlungen die Zugehörigkeit zur NSDAP schließlich entgegen den Tatsachen erklären müssen, sehr oft im Zustand geistiger Ohnmacht. Diese Männer wurden im Laufe der Zeit alle ermordet, nachdem sie vorher den entsetzlichsten Grausamkeiten und Qualen ausgesetzt worden waren.

Die Aufnahme ins Lager vollzog sich etwa so: Die meistens des nachts ausgesiedelten und ausgeraubten Menschen eines Dorfes wurden mit dem Rest ihrer Habe ins Lager gejagt. Dort mußten sie den ganzen Tag bei Wind und Wetter vor dem Büro stehen und auf ihre Registrierung warten. Nachdem jedem einzelnen auch das Letzte, einschließlich Mantel, Rock oder Schuhen geraubt worden war, wurde er verprügelt, mit Kolben gestoßen, mit Bleikabeln geschlagen usw., so daß diese Menschen im Gesicht völlig unkenntlich, blutüberströmt und oft mit zerbrochenen Gliedern und Rippen weggestoßen wurden. Markerschütternde Schreie hallten von dort in das Lager. Viele wurden erschlagen oder erschossen, die Überlebenden starben in zahlreichen Fällen an den Folgen der vorausgegangenen unbeschreiblichen Mißhandlungen. Sie wurden geschlagen und getötet, nur weil sie Deutsche waren. Die Hinmordung geschah entweder durch Erschlagen mit Knüppeln oder Zaunlatten auf den Schädel, wobei der Unglückliche meist niederknien mußte, oder er erhielt einen Schlag gegen die Halsschlagader, worauf er regelmäßig tot hinstürzte, oder er wurde durch Fußtritte auf den Leib und auf die Kehle ermordet. Oft bediente man sich hierbei auch eines sechzehnjährigen Henkersknechtes mit dem Namen Jusek. Er war Ukrainer und polnischer Spitzel. Vor dem Zusammenbruch hatte er Jahre in Erziehungsheimen und im Gefängnis verbracht. Trotz seiner Jugend vereinte er in sich alle Merkmale des brutalen Mörders und Verbrechers. Er mordete „auf Bestellung“ zu allen Tages- und Nachtzeiten, bis ihn schließlich seine eigenen Freunde und Auftraggeber im Streit nach Alkoholgenuß durch Kopfschuß beseitigten. Ich untersuchte die Leiche dieses jugendlichen Verbrechers. Sie bot einen schrecklichen Anblick.

Der Gastwirt Max H. aus Tillowitz z. B. wurde grundlos als SS-Mann angesehen. Ich sah, wie man ihn mit Knüppeln und Kabelstücken schlug, bis er blutüberströmt zusammenbrach. Ein letztes Mal richtete er sich auf und schrie seinen Peinigern entgegen: „Ich sage die Wahrheit und wenn Ihr mich totschlagt, aber niemals werde ich lügen unter Eurer Gewalt.“ Darauf führte man ihn mit 8 Wachposten hinter Baracke ab. Eine Stunde später stellte ich an seiner Leiche fest: Stichwunden, offenbar von Bajonetten, in Brust, Bauch, Oberschenkel ­und Wangen, 2 Schußkanäle im Kopf und in der Brust.

Johann L. wurde bereits vor dem Büro blutig geschlagen wegen seines Bartes. Dann wurde er als SA-Führer bezeichnet, obwohl er Unterlagen vorweisen konnte, die seine politische Unbelastung bewiesen, aber man trieb ihn unter Johlen und Schreien und der Bezeichnung „Judas“ in die Werkstätte, wo man ihn mit dem Barte in einen Schraubstock einklemmte und mißhandelte. An seiner Leiche stellte ich 2 Stunden später fest: Schädel mehrfach gespalten, Bart abgetrennt und verbrannt, Brandwunden im Gesicht, Fingernägel ausgerissen, rechts Schlüsselbein gebrochen, beide Unterarme zwei- und dreifach gebrochen.

Die übrigen bei der Registrierung nicht Getöteten oder halb Totgeschlagenen kamen in Baracken, in denen ihnen unter furchtbaren Drohungen und Prügeln noch die Leibwäsche, evtl. verstecktes Geld usw. abgenommen wurde, wobei leider auch deutsche Stubenkommandanten eine niederträchtige Rolle spielten. Sie raubten den Neuangekommenen diese Dinge aus den unmöglichsten Verstecken, nur um es der polnischen Lagermiliz auszuhändigen und dafür ein Lob oder eine besondere Vergünstigung, entgegenzunehmen, wie z. B. L., der zahlreiche Männer, die niemals Parteigenossen gewesen waren, ausplünderte, als Nazis beschuldigte und sogar dem Tod durch Mord auslieferte. Sein Vorbild war der sogenannte „deutsche Lagerführer“ Fuhrmann. Er riß z. B. mißhandelten Müttern den Säugling aus den Armen und erschlug ihn. Vor ihm zitterte jeder Deutsche. Er stahl den Frauen, die zum Teil über 50 km weit zu Fuß gekommen waren, um ihren gefangenen Männern eine dürftige und oft unter Schlägen mit Blut errungene Liebesgabe zu bringen, achtlos ihre Habe und teilte sie im besten Falle mit seinen Günstlingen. Die Frauen von längst Ermordeten bestellte er immer wieder mit dem Verlangen nach weiteren Liebesgaben und versuchte ihnen glaubhaft zu machen, ihre Männer seien noch am Leben und würden von ihm bevorzugt behandelt.

Um sich vor seinen polnischen Auftraggebern auszuzeichnen, veranstaltete er die jedem Lamsdorfer in grausamer Erinnerung gebliebene N a c h t ü b u n g , bei der 25 Männer völlig entstellt und 15 getötet wurden. Dies war sein Werk, dessen er sich oft in Gemeinschaft mit der polnischen Lagermiliz rühmte.

Während so die friedlichen Bewohner der Dörfer massenhaft und ohne jeden Grund ins Lager gebracht und dort vernichtet wurden, wurde mit einzelnen Personen auf Grund von Anzeigen und Denunziationen, die an der Tagesordnung waren, folgendermaßen verfahren: Man holte diese Menschen tags oder nachts für sie völlig überraschend aus der Wohnung oder von ihren Arbeitsstätten und brachte sie zur Geheimpolizei, wo sie zunächst in dunkle, feuchte Keller kamen, die von Schmutz und Ungeziefer strotzten. Sie wurden hierbei Zeugen der Mißhandlungen ihrer Leidensgefährten in den Nachbarzellen, aus denen Tag und Nacht die Angst- und Schmerzensschreie gellten. Dann begannen die Vernehmungen. Die Unglücklichen wurden gefesselt, getreten und geschlagen, mit dem Kopf nach unten aufgehängt und wieder geschlagen, bis das Blut aus zahlreichen Wunden floß und dem Gefolterten das Geständnis einer nicht begangenen Tat erpreßt wurde. Manchmal trat man den so Gefolterten auf die Zehenspitzen oder quetschte ihnen die Daumen, oder man schlug sie mit Stahlfedern auf die nackten Fußsohlen. Auf dem Wege zu solchen Vernehmungen trieb man die Verhafteten unter Schlägen durch die Ortschaften. Nach den tage- und nächtelang dauernden Vernehmungen und Folterungen kamen diese Menschen zu den anderen ins Lager, wo für sie die zweite Phase ihrer Leidensgeschichte begann. Hier wurden schließlich die Häftlinge, um sie auch nach außen als Verbrecher zu bezeichnen, mit dem Buchstaben W  als Kennzeichen auf ihrem zerrissenen Anzuge bezeichnet.

Das Lagerleben vollzog sich etwa folgendermaßen: Früh morgens war kurz nach dem Wecken um 5 Uhr Appell und sogenannter „Frühsport“. Während des Sportes, den alle Männer ohne Rücksicht auf Krankheit oder Gebrechen und Alter, ja sogar Männer von 80 – 90 Jahren mitmachen mußten, wurde wieder geschlagen, getreten usw. Anlaß hierzu war meist die Tatsache, daß die Kommandos in polnischer Sprache gegeben wurden, die die meisten überhaupt nicht verstanden, oder weil die Männer gezwungen waren, in polnischer Sprache abzuzählen, wozu sie natürlich nicht in der Lage waren. Hierbei kam es zu Mißhandlungen, die überhaupt nicht zu beschreiben sind und die regelmäßig mit tödlichem Ausgang bei mehreren Menschen endeten. Die alten Männer, die jeglicher Sportbetätigung unfähig waren, wurden dabei fast alle in bestialischer Weise umgebracht. Nach einem solchen „Frühsport“ wurden in den ersten 4 Monaten durchschnittlich am Tage etwa 10 Tote vom Platze geschleppt. Manche der so Gequälten, die noch gar nicht tot waren, kamen dessen ungeachtet darauf ins Massengrab. Die übrigen Wachtposten sahen diesen Mordtaten ebenso wie ihr Kommandant Gimborski lachend höhnend zu.

Dann wurden die Männer und Frauen in Arbeitskommandos eingeteilt.

Am 15. September 1945 wurden 16 Männer vor einen Wagen gespannt mußten unter ständigen Stockschlägen schwere Eisenteile im Nachbardorf holen. Sie konnten sich kaum halten vor Schwäche und Hunger. Unterwegs im Walde wurden auf diese Männer regelrechte Schießübungen veranstaltet, wobei die Hälfte der Unglücklichen unter Feuer in einen Teich gejagt wurde und darin ertrank. Die anderen, worunter sich auch der jetzt noch lebende Erhard Sch. befand, kehrten blutüberströmt und sich nur mühsam vorwärtsschleppend zurück. Drei ihnen hatten von den Schreckenserlebnissen die Sprache verloren. Einer schrie vor Schmerzen, weil er vier tiefe Bajonettstiche im Körper hatte. Aber er durfte nicht ins Revier oder ärztlich behandelt werden. Er erhängte sich in derselben Nacht neben der Schlafstelle eines Mithäftlings.

Die Arbeit, die bei einer Verpflegung von etwa 200 – 300 Kalorien am Tage verrichtet werden mußte, unter Stock- und Peitschenhieben oder schwersten, blutigen Mißhandlungen, war schlimmer als Sklavenarbeit. Männer und Frauen, ohne Rücksicht auf ihren schlechten Ernährungs- und Kräftezustand oder auf bestehende Krankheit, mußten 12 Stunden und länger in dürftiger und zerrissener Kleidung, voll Ungeziefer und eiternden Wunden, die nicht behandelt werden durften, bei allen Witterungslagen schwerste Arbeit verrichten. Diese Arbeiten wurden bei Regen und grimmigster Kälte rücksichtslos verlangt, bis die Menschen zusammenbrachen. Frauen und Männer mußten zu 10 – 12 den Pflug oder die Egge ziehen, mit Kartoffeln überladene schwere Pferdewagen oder Jauchefässer ziehen usw. Frauen, zarte und kranke, mußten sich mit den Männern ohne Schutz vor Regen und Kälte am Barackenbau betätigen und unmenschliche Lasten tragen, bis sie entkräftet und blutüberströmt von den Schlägen zusammenbrachen. Sie mußten mit den Händen Hunderte von Leichen, die längst verwest waren, ausscharren und waren dabei stundenlang dem penetranten Verwesungsgeruch ausgesetzt. Dabei kam das Unglaubhafte vor, daß sie verweste Leichenteile mit dem Munde berühren oder Kot essen mußten.

Aber auch bei den im Lager Verbliebenen wütete tagsüber Terror und Mord. Entweder wurden auf den Stuben wahllos Männer erschlagen, so z. B. der Oberstudienrat Kr. aus Neustadt, der fünf Minuten nach Betreten seiner Stube als Leiche herausgetragen wurde, weil er eine „Intelligenz-Brille“ trug, oder der Bürgermeister F. von Buchelsdorf, weil er so groß war „wie ein SS-Mann“, und viele andere mehr.

F. war mit mir von Neiße gekommen, wo wir von jeder Schuld freigesprochen worden waren. Er wurde, auf Anzeige Fuhrmanns, dem Hauptmörder Ignaz besonders empfohlen, der auch ungehemmt seine Tötung verlangte. So mußte dieser weißhaarige und bei allen beliebte frühere Bürgermeister niederknien und erst die Schläge hinnehmen. Dann nahm der Henker Jusek eine Latte und schlug in kurzen Abständen damit dem Unglücklichen auf den Schädel, aus dem das Blut spritzte. Er flehte vor Schmerzen um Erbarmen, mit zum Gebet gefalteten und erhobenen Händen. Als er mit dem Kopfe den Boden berührte, zwang man mich als Arzt festzustellen, ob er noch am Leben sei. Erregt und empört forderte ich, mit dem Martyrium aufzuhören und mir den Halbtoten ins Revier zu geben, damit ich ihm das Ende erleichtern und die Schmerzen lindern konnte. Man jagte mich unter mehreren Schüssen vom Platze. Zurückblickend sah ich noch, wie man F. weiter mit der Latte bearbeitete, bis er tot war.

Man schoß auch auf Menschen, die zum Beispiel zur Latrine gingen oder einen Auftrag auszuführen hatten, am hellichten Tage wie auf Schießbudenfiguren. Einmal stellte man einem jungen fünfzehnjährigen Wachtposten, der eben erst eingekleidet worden war und kurze Schießinstruktionen erhalten hatte, einen alten Mann, der gerade des Weges kam, als Schießübungsfigur zur Verfügung, bis dieser endlich tödlich getroffen zu Boden sank. Andere Männer kamen in den berüchtigten Bunker, in dem sie durch Fußtritte „fertiggemacht“ wurden. Hierbei spielten auch bedauerlicherweise die eigenen deutschen „Vorgesetzten“ (der Lagerführer Fuhrmann und seine Stubenkommandanten) eine üble Rolle.

Der deutsche Lager-Funktionär Herbert Pawlik, ein Günstling des polnischen Kommandanten, gefürchteter Spitzel und Intrigant, der meist betrunken war und ein ausschweifendes Leben führte, rühmte sich eines Tages vor mir: „Ich habe heute den 25. Deutschen ins Jenseits befördert!“

Manche kamen in einen unterirdischen, stockfinsteren Raum, der bis fast Mannshöhe mit fauligem Wasser gefüllt war, und mußten hierin mehrere Tage und Nächte unter entsetzlichen Qualen verbringen, bis sie endlich durch den Tod erlöst wurden. Ihr Jammern und Stöhnen drang nachts bis in die Baracken, in denen die noch Lebenden ängstlich und zitternd saßen und beteten, denn auch sie konnte das Schicksal ereilen. Es gingen nämlich nachts meist betrunkene Mordkommandos durch die Stuben, trieben die Menschen aus den Betten, schlugen sie, wobei die Männer niederknien mußten, stießen ihnen die Kolben in den Leib und quälten so viele zu Tode. Die Toten wurden von den sogenannten Beerdigungskommandos, dessen Führer der Häftling Th. aus G. war, auf Befehl schnell verscharrt, wobei durchaus der Tod nicht immer feststand. Manchmal wurden Männer unter Maschinengewehrfeuer auf Bäume gejagt und bis in die Baumspitzen getrieben. Darauf mußten andere Männer den Baum absägen, während die Posten unter Lachen und Höhnen zusahen, wie sich die Abgestürzten das Genick brachen.

War die Frauen-Latrine voll besetzt, so richtete ein Posten aus unserer Nähe Maschinenpistolenfeuer darauf. Alle Frauen wurden durch schwere Bauch- und Brustschüsse verletzt und blutüberströmt ins Revier gebracht, in dem Sanitäter Hubert W. und Schwester W. Hilfe leisten wollten. Aber sie wurden gewaltsam daran gehindert, und die Schwerverletzten kamen kurzerhand (bis auf eine, die später den Hungertod starb) ins Massengrab, um jede Spur der Bluttat zu verwischen.

Selbst vor den Schwerkranken und Sterbenden machten Raub, Mißhandlungen und Totschlag nicht halt. Hinter den mit dem Roten Kreuz bezeichneten Baracken der Kranken fanden furchtbare Greuelszenen statt, wobei die Sanitäter G., Sch. und R. u. a. Zeugen wurden. Bei allen diesen  Mord- und Bluttaten spielten die gefürchteten Polen Ignaz, Antek, der „Mörderling“ und der „Neunfingerige“, eine berüchtigte und grausame Rolle. Bei ihrem Erscheinen zitterten Männer und Frauen. und die Kinder schrieen. Bei ihrer Namensnennung überlief es jeden eiskalt. Oft wollten die beiden alle Kranken aus den Krankenbaracken herausholen und erschießen, um Platz zu machen für die Einwohner eines neuen Dorfes, das wieder von neu eingeströmten Polen besetzt werden sollte.

Lehrer, Beamte, Kaufleute und Geistliche waren besonderen Schikanen ausgesetzt, die fast immer das Leben kosteten. Man kam hierbei auf die grausamsten Methoden. Die polnische Miliz trieb zum Beispiel unter die Zehennägel der Gefolterten lange Nadeln, knebelte sie, übergoß sie unter Schlägen mit Kot und Urin (Alois St. aus Proskau) oder ließ Frauen und Männer sich entkleiden und zwang sie unter Schlägen zu sexuellen und sadistischen Handlungen, ließ sie manchmal auch menschliche Exkremente essen (Ing. Sch. aus Berlin). Entkleideten Mädchen preßten sie mit Petroleum getränkte Geldscheine zwischen die Glieder, steckten diese in Brand und brachten den Opfern furchtbare Brandwunden bei, ohne daß später Verbandsmaterial oder Behandlung zur Verfügung stand (Geschwister H. aus Lamsdorf u. a.).

Eine bekannte, weit und breit hochgeachtete geistliche Persönlichkeit, Pater D. aus Neiße, zwang man im geistlichen Habit zur Teilnahme am Exerzieren und Jauchefahren. An der vornehmen und geduldigen Haltung dieses hochgeachteten und ehrwürdigen Geistlichen prallten alle Schmähungen und Lästerungen dieser polnischen Unmenschen ab. Sein heroisches Aushalten, seine gütige Nächstenliebe und vorbildliche Kameradschaft wirkten ermutigend auf alle Lagerinsassen.

Ebenso wie man den Schwerkranken und Sterbenden den letzten geistlichen Beistand versagte, obwohl ein katholischer Geistlicher im Lager war, verweigerte man dem Geistlichen selber die Abhaltung eines Gottesdienstes, mit Ausnahme eines Feiertages, wogegen es aber an diesem Tage für das ganze Lager weder Essen noch Wasser gab, dafür aber um so härtere Schläge und Arbeit. Als im Mai 1946 in der Krankenbaracke Mai-Andachten abgehalten wurden, verbot diese sofort der Lagerkommandant. Es zeugt schon von größter menschlicher Abscheulichkeit und Verkommenheit, daß die polnischen Wachtposten selbst den Schwerkranken und Sterbenden die letzten Gebete fluchend und brüllend verboten. Es war tief erschütternd, das heldenmütige und geduldige Sterben dieser Menschen zu beobachten, insbesondere sie vor dem Tode das letzte Vaterunser beten zu hören.

Wie gleichgültig gegenüber diesen furchtbaren Zuständen und seelischen Nöten der neue polnische Geistliche aus Lamsdorf war, geht daraus hervor, daß er den Schwerkranken und Sterbenden jeden Beistand und die Sakramente verweigerte, sowie jede hilfesuchende Annäherung der Gefangenen rigoros ablehnte. Demgegenüber soll aber an dieser Stelle der vorbildliche bereite Einsatz von zwei Lehrerinnen (Fräulein M. und A.) in seelsorgerischen Angelegenheiten der Ausübung praktischer Nächstenliebe und Krankenpflege erwähnt werden.

Den sadistischen Grausamkeiten der Lagerbewachung waren Männer und Frauen gleichermaßen ausgesetzt. Es war auch keine Seltenheit, daß Frauen und Mütter Prügelstrafen erhielten, während selbst schwerkranke Frauen vergewaltigt wurden. Am 2. September 1945 kamen etwa 100 Frauen am Abend. von einem Arbeitskommando bei strömenden Regen bis auf die Haut durchnäßt ins Lager zurück. Sie mußten Nazi-Lieder singen und dabei nach dem Übungsplatz marschieren. In der Platzmitte wurde ein Schemel aufgestellt, worüber sich der Reihe nach jede Frau legen mußte und dann etwa 25 – 30 Schläge mit dicken Knüppeln auf das Gesäß erhielt. Diesen Frauen hingen nach diesen Marter-Prozeduren die Haut und Muskulatur buchstäblich in Fetzen herunter, und sie bekamen nur auf ärztlichen Protest Einlaß in die Krankenstube. Dort lagen sie ohne Verbandszeug, das der Kommandant verweigerte, auf schmutzigen Strohsäcken wimmernd vor Schmerzen, während massenhaft Fliegenschwärme in den eiternden Wunden saßen. Nach qualvoller Leidenszeit wurden sie endlich durch den Tod erlöst.

Männer mit schweren Schußverletzungen am Arm, denen der Unterarm in zwei besonderen Fällen nur noch durch einige Sehnen und Muskeln am Oberarm hing, mußten ohne Behandlung bleiben. Auch Deutsche, die bereits für den polnischen Staat optiert hatten, erfuhren als neue polnische Staatsbürger keine andere Behandlung als ihre übrigen Leidensgenossen.

Kinder erlebten ähnliche Grausamkeiten. Wegen Kleinigkeiten und oft auf Grund bewußt falscher Anzeigen eines polnischen Postens wurden Jungen von 12 bis 14 Jahren ausgepeitscht, bis sie zusammenbrachen.­

Kleine Kinder wurden von den Müttern, die irgendwohin nach Polen verschleppt wurden, grausam getrennt. Sie sahen sich nie wieder. Das Flehen und Schreien der Mütter und Kinder wurde mit Schlägen, Treten und Schüssen beantwortet. Auch Mütter, die ihre Säuglinge stillten, wurden von diesen getrennt, so daß die Kinder verhungerten, während ihre Mütter wie Vieh mit Stöcken gejagt geprügelt wurden.

Leichen wurden nackt auf Karren geladen und ins Massengrab geworfen. Erst gab man sich nicht einmal die Mühe, sondern warf die Leichen einfach in die zwischen den Baracken verlaufenden Zickzackgräben und bedeckte sie nur etwa 20 cm hoch mit Erde. Jeder Grabschmuck (Blume oder Kreuz) war verboten. Als einmal einige Frauen mit ihren Kindern an der letzten Ruhestätte ihrer erschlagenen Männer und Väter weilten und einige Blumen dorthin warfen, wurde auf sie geschossen, und man faßte sogar den grausamen Entschluß, am nächsten Tage alle Frauen dieser Baracke zu erschießen. Durch unvorhergesehenes Erscheinen einer Besichtigungskommission wurde dann diese Tat in letzter Minute verhindert.

Das Beerdigungskommando war Tag und Nacht beschäftigt unter Einsatz des eigenen Lebens. Eines Abends beim Appell waren wieder einige Männer erschlagen worden, und das aus 6 Mann bestehende Beerdigungskommando mußte seinen traurigen Dienst versehen. Nach dieser Arbeit schoß man die 6 Männer am Grabe nieder und warf sie zu den anderen Toten.

Der berüchtigte „Adjutant“ des Kommandanten, „Ignaz“, fluchte und drohte, wenn die tägliche Sterbeziffer nicht weiter anstieg, sondern etwa ausnahmsweise gesunken war. Es wurden dann einige Menschen rücksichtslos erschossen, um die Quote mindestens auf gleicher Höhe zu halten.

Während diese Greueltaten und Morde die Menschen schnell vernichteten, wurde noch eine systematische Vernichtung im großen Stil durchgeführt, und zwar durch Aushungern. Die Menschen erhielten an Verpflegung täglich etwa 3 bis 4 Kartoffeln und sonst nichts. Hin und wieder gab es wohl zusätzlich mal 1 oder 2 Schnitten Brot für diejenigen, die besonders schwere Arbeit zu verrichten hatten. Im Allgemeinen gab es pro Tag und Kopf 200 bis 250 Kalorien. Der günstigste Tag war wohl der 8. Juni 1946, an dem die Zahl der Lagerinsassen nur noch 334 betrug. An diesem Tage gab es 15 Brote, 5 kg Mehl und 50 kg Kartoffeln. Das sind 530 Kalorien pro Person. Aus diesen täglichen Kalorien läßt sich ohne weiteres errechnen, wie lange die meisten Lagerinsassen durchschnittlich zu leben hatten, bis sie massenhaft an Hungerödemen erkrankten und bald darauf starben.

Das Massensterben erreichte seinen Höhepunkt, als, unterstützt durch Unterernährung und Mangel an allem, auch nur der primitivsten hygienischen Einrichtungen, Waschgelegenheit, Bekleidung sowie auch Arzneien, die, wie bereits gesagt, grundsätzlich nicht beschafft werden durften, noch Seuchen ausbrachen in Form von Bauch- und Flecktyphus, denen die Menschen massenhaft (etwa 95°/0) zum Opfer fielen. Die Aushungerungstaktik hatte furchtbare Auswirkungen, besonders unter den Kindern, die Tag und Nacht vor Hunger weinten und wimmerten. Viele von ihnen gingen durchs Lager und bettelten von Fenster zu Fenster vergeblich, da ja niemand etwas zu spenden hatte. So gingen diese Kinder mit müden schleppenden Schritten, abgemagert zum Skelett, mit Augen tief in den Höhlen, nur noch Kleiderfetzen am Leibe, barfüßig bei Eis und Schnee, mit ausgestreckten bittenden Händen, um den Hals oft das Skapulier der verstorbenen oder erschlagenen Eltern tragend oder auch den Rosenkranz, und so wankten sie, bis sie vor einem Fenster oder auf dem Wege leise wimmernd zusammenbrachen und ihr junges, qualvolles Leben still aushauchten.

Im Lager waren 828 Kinder, wovon etwa 100 in unbestimmten Zeitabständen wieder herauskamen. Von diesen aber kamen nach späteren Feststellungen in Neiße in den Kasematten schätzungsweise 60 bis 70%  durch Krankheit, Hunger und Kälte um. Von den über 700 im Lager verbliebenen starben 218 ebenfalls an Hunger- und Infektionskrankheiten, wofür keine Medikamente zur Verfügung gestellt wurden. Von den Überlebenden kamen durch ärztliche Bemühungen nach Fühlungnahme mit Geistlichen außerhalb des Lagers 78 Waisenkinder zur Entlassung und zu Pflegeltern, während der Rest anderweitig entlassen wurde.

Kinder über 10 Jahre mußten schwere, oft unmenschliche Arbeiten verrichten.

Mir stand eine Revierstube ohne Instrumente oder Medikamente und ohne jegliches Verbandszeug zur Verfügung. Daneben eine Krankenstube mit 8 Bettgestellen und Strohsäcken, dazu ein Gefangener als Sanitäter, der Student war, und der mir für den Anfang schätzenswerte Dienste in der Aufbauarbeit leistete (Hubert W. aus Bielitz), außerdem die frühere Caritasschwester Lucie W., ebenfalls aus Bielitz.

Es war grundsätzlich verboten, Verletzten und Verwundeten Hilfe zu gewähren. Dies war nur unbeobachtet möglich. Anfangs „organisierten“ wir unter Lebensgefahr heimlich Medikamente und Verbands­zeug, später sogar eine Spritze und ein altes Küchenmesser für Operationszwecke.

Die von der UNRA stammenden oder von Angehörigen mit Liebesgaben herbeigebrachten Medikamente wurden von den Posten sofort vernichtet.

Allmählich  gelang es, die sogenannte Krankenstation mehr und mehr dem Zutritt der Wachtposten zu bewahren. Nur hin und wieder drangen diese während der Nacht oder mitunter auch am Tage ein, wo dort ihr grausames Spiel zu treiben, die Pflegerinnen und Kranken zu mißhandeln oder zu vergewaltigen, den Sterbenden die Schuhe unter dem Bett oder das zerrissene Hemd vom Leibe zu rauben.

De meisten Kranken mußten sterben, sei es an den Folgen der Aushungerung, sei es infolge Fehlens von Medikamenten oder Hilfsmitteln für ärztliche Behandlung oder infolge der Schwere der Krankheit und der völlig fehlenden Abwehrfähigkeit und Widerstandskraft sowie den furchtbaren Folgezuständen der unvorstellbaren Verletzungen durch Mißhandlung und Folterung. Eine ärztliche und sachgemäße stationäre Behandlung in dem ca. 3 km entfernt liegenden Krankenhaus in Friedland war verboten. Das Krankenhaus in Friedland mit seinen schlesischen Ordensschwestern schickte oft heimlich Liebesgaben für die Kranken, die aber meist von den Posten unterschlagen oder von dem berüchtigten Fuhrmann gestohlen wurden. Immer wieder  bat ich den polnischen Kommandanten, besonders dringliche Fälle, die einer sofortigen chirurgischen oder gynäkologischen Hilfe bedurften, dorthin einzuweisen, ggf. auch unter Bewachung. Aber meine Bitten wurden jedesmal barsch abgelehnt. Akute Blinddarmentzündungen, eingeklemmte Brüche, Darmverschluß, Sepsis, unstillbare Blutungen nach Entbindung und verhaltene Nachgeburt, Diphtherie mit hochgradiger Atemnot usw., diese und ähnliche Fälle, bei denen das Leben durch ärztliche Hilfe bei sachgemäßer Behandlung hätte erhalten werden können, wurden für die Krankenhausaufnahme höhnisch abgeschlagen, während die Wachtposten wegen leichter Erkrankung sofort ins Krankenhaus kamen, um dort wochenlang zu bleiben.

Wie bereits erwähnt, ging die Grausamkeit so weit, daß den Sterbenden der letzte Trost und Beistand versagt wurde. Zwar versuchten die Geistlichen beider Konfessionen immer wieder, den Lagerkommandanten zu bewegen, ihnen zu den Kranken und Sterbenden Zugang zu gewähren. Erzpriester O. führte deswegen unter eigener Lebensgefahr mit den höheren polnischen Behörden, wie dem Landrat von  Falkenberg als auch dem Lagerführer Gimborski, mutige Verhandlungen, aber leider ohne Erfolg. Er wurde schließlich verlacht und mit Schüssen davongejagt. Nicht einmal der ebenfalls ins Lager verschleppte katholische Geistliche, Pater D., durfte die Kranken und Sterbenden besuchen, abgesehen von einer einzigen Ausnahme. Die polnische Geistlichkeit, an die ich mich in zahlreichen Schreiben heimlich gewandt habe, überging diese vollständig und ohne Anteilnahme für uns. Wie konnten sie auch Verständnis für solche Bedürfnisse in größter menschlicher Not haben, da sie selber leider sehr oft von der Demoralisierung infiziert waren. Die Wachtposten erzählten mir mehr als einmal, daß der neue polnische Pfarrer von Lamsdorf, dem der deutsche, bei allen beliebte und hoch angesehene Pfarrer T. zwangsmäßig hatte weichen müssen, jede Nacht dem Trunke huldige und morgens dann mit Verspätung wankenden Schrittes die Kirche betrat. Ich beobachtete selber, wie aus der vorbeiziehenden Fronleichnamsprozession der polnische Pfarrer von Falkenberg in vollem Ornat von zwei Milizianten gestützt herausgeführt wurde, weil er völlig betrunken war und das Gleichgewicht verloren hatte.

Nur mit Entrüstung konnte ich feststellen, ohne es verhindern zu können, wie den Schwerkranken in den eisigkalten Wintermonaten bei offenen Fenstern und undichter Bedachung Decken vom Körper gerissen und als Beute eingesteckt wurden. Voller Verzweiflung mußten wir zusehen, wie die Fieberkranken und Sterbenden mit Peitschen geschlagen wurden, oder wie man selbst schwerkranke Frauen und Mädchen von 14 Jahren brutal und mit sadistischen Methoden vergewaltigte, zumal ich ja die Gewißheit hatte, daß diese Bestien alle geschlechtskrank waren. Dafür wurden nach solchen unmenschlichen Schandtaten die beim Kommandanten von der UNRA abgelieferten Medikamente, wie zum Beispiel einmal etwa 5000 Sulfonamid-Tabletten unter höhnischem Gelächter der versammelten Wachmannschaften vor meinen Augen zertreten.

Die Schändungs- und Vergewaltigungsakte erfuhren ihren Höhepunkt durch folgende Anordnung des Kommandanten Gimborski in Zusammenarbeit mit Fuhrmann: Anfang Oktober 1945 sollten alle Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 40 Jahren von mir auf Geschlechtskrankheiten untersucht werden. Diese Anordnung war schon deswegen unsinnig, weil keinerlei Untersuchungsgeräte zur Verfügung standen. Unter dem geilen Grinsen und Gelächter der versammelten Posten wurden die Frauen und Mädchen vorgeführt und sollten sich nun in Anwesenheit der betrunkenen Soldateska entkleiden. Ich protestierte dagegen und verweigerte die Durchführung der Untersuchung, so daß ich wieder mit der vorgehaltenen Pistole bedroht wurde. Ein Teil der Frauen wurde brutal vergewaltigt.

Am Mittag des 4. Oktober 1945, der für sehr viele Männer und der Todestag wurde, brach in der Baracke 12 ein Brand aus, dessen Ursache nie geklärt wurde. Während in der Wachstube Orgien mit  Wodka gefeiert wurden, wobei sich auch ein Brandsachverständiger mit Namen Nowack in Gestalt eines polnischen Feuerwehroffiziers befand, entstand plötzlich ein Brand. Der Lagerkommandant Gimborski  war mit seinen Milizianten an der Brandstelle, bevor die Gefangenen überhaupt ahnten, was geschehen war. Das Lager wurde alarmiert. Durch Hetze, ungerechtfertigte Vorwürfe und Anschuldigung­en, Fluchen und Treiben und Schläge wurde eine unvorstellbare Panik unter den an und für sich schon in Schrecken lebenden Männern und Frauen hervorgerufen. Alles sollte den Brand löschen, womit?

Etwa 30 Posten liefen mit vorgehaltenen Schußwaffen hinter den ratlosen nach Löschmitteln suchenden Menschen, wobei sie einen Kordon um die Brandstelle bildeten und ihre Gewehre und Maschinengewehre schußfertig machten. Da fiel auch schon der erste Schuß als Signal zum Beginn eines furchtbaren Massakers. Man schoß nunmehr ununterbrochen und unterschiedslos auf jeden, der von der Hitze zurückgetrieben und in die Nähe des Postenringes kam. Es waren durchweg wohlgezielte, in voller Ruhe und Grausamkeit abgegebene Kopfschüsse, oft aus einer Entfernung von 1 – 3 m. Andere wurden bei lebendigem Leib in die Flammen getrieben. Die Posten munterten sich gegenseitig lachend auf und wetteiferten miteinander in ihren Abschußzahlen.

Nach der Verbrennung der Baracke ging die Jagd auf Menschen im Lager weiter und damit auch das Erschießen. Überall und fernab von der Brandstelle lagen am nächsten Tage die Leichen der Erschossenen. Jeder, der einem Wachtposten begegnete, verlor sein Leben. So wurde der Sanitäter F., der die Rote-Kreuz-Binde deutlich sichtbar am linken Arm trug, auf dem Wege zu einem kranken Kinde, dem er etwas Suppe bringen wollte, von dem berüchtigten Ignaz durch Genickschuß getötet. Ähnlich erging es einer alten Frau, die gerade bei mir zwecks Aufnahme im Lazarett weilte. Diese nahm der berüchtigte Ignaz aus dem Arztzimmer und erschoß sie am Rande eines Massengrabes.

Der deutsche Stubenkommandant L., bei seinen Kameraden wegen seines rigorosen Verhaltens und bei den Polen wegen seiner Denunziationen bekannt, bat diesen Ignaz, einen Mann aus seiner Stube wegen angeblicher Geisteskrankheit zu erschießen, was auch sofort erfolgte. Es handelte sich dabei um den Deutschen M., der Vater von 6 Kindern war und durch die Brandkatastrophe einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte.

Der Lehrer O. aus Moschen und ein unbekannter weißhaariger Schulrektor aus Mangersdorf wurden ohne ein Wort zu verlieren auf der Straße durch Stirnschüsse getötet.

Über die Zahlen der beim Barackenbrand verlorenen Toten gibt es genaue Feststellungen. Ich wurde mit vorgehaltener Pistole durch den Kommandanten Gimborski gezwungen, dem grausamen Massenmor­den zuzusehen und die Toten nach drei verschiedenen Richtungen hin entfernen zu lassen, um den Überlebenden unmöglich zu machen, zu einer annähernd richtigen Schätzung zu kommen. Ich habe die Toten, die in panikartiger Stimmung von Männern und Frauen verscharrt wurden, außer von den offiziell damit beauftragten Kommandos gezählt.

Es waren:

36 Männer und 11 Frauen (diese wurden erschossen);

25 Männer und 15 Frauen (diese waren in den Flammen verbrannt und wurden von mir als verkohlte Leichen festgestellt);

285 Männer und Frauen (diese wurden mit Gewalt aus der Krankenstube ins Massengrab geworfen, wobei sie entweder vorher durch Genickschuß getötet oder durch Kolbenschläge betäubt, noch lebendig ins Grab geworfen wurden);

209 Männer und Frauen (diese starben am nächsten Tage oder einige Stunden später an den Folgen der während der Katastrophe erlittenen Schuß- oder Körperverletzungen).

Daß dieser Massenmord bis heute keine Sühne fand, liegt wohl daran, weil alle nachträglich mit einer gewissen Oberflächlichkeit eingeleiteten Untersuchungen frucht- und erfolglos verlaufen mußten, zumal die noch heute lebenden Zeugen des Brandes vom 4. 10. 1945 zum Stillschweigen gezwungen wurden. Es kamen zwar mehrmals nach dem Brande Vertreter der Wojewodschaft, aber die verängstigten Lagerinsassen erhielten von dem Lagerführer Fuhrmann abends vorher genaue Anweisungen über die zu gebenden Antworten. Durch schwerste Bedrohungen eingeschüchtert, wagte niemand die Wahrheit zu sagen, aus Angst vor einem qualvollen Tod. Ähnlich verhielt es sich auch, wenn Abgeordnete einer übergeordneten polnischen oder alliierten Dienststelle kamen und die Männer fragten, ob sie mißhandelt würden, oder wie die Verpflegung sei. So kam die Wahrheit niemals an den Tag.

 

Niemand kann bestreiten, daß die polnischen oder alliierten Behörden von ungeheuerlichen Greueltaten und den hohen Sterbeziffern im Lager Lamsdorf wußten. Eines Tages wurde der Mordkommandant Gimborski seines Dienstes enthoben, und man versuchte die wenigen am Leben verbliebenen Deutschen damit zu trösten, daß der für schuldig befundene Kommandant zum Tode verurteilt würde oder wenigstens 10 Jahre Zuchthaus erhielte. Bald aber erfuhr man die Wahrheit, daß  der Kommandant wieder frei sei und sogar befördert wurde. Er wurde sogar vom Mord an seiner Geliebten freigesprochen, die er 1945 unter Alkoholeinfluß im Lager erschossen hatte.

Über die Toten durften keinerlei Aufzeichnungen oder Listen geführt en. Auch nach außen hin durften keine Angaben gemacht werden, nicht einmal gegenüber den eigenen Angehörigen, wie ja überhaupt jeder Briefverkehr mit der Außenwelt verboten war, ebenso wie Unterhaltung mit Personen außerhalb des Lagers.

Ich führte dennoch als Arzt sorgfältig eine Liste über die Verstorbenen mit Krankheitsbezeichnung und überantwortete diese bei meiner Abkommandierung der Schwester Lucie W. unter Mitnahme einer Durchschrift.

De Polen behaupteten immer wieder, in der Nähe des Lagers Lamsdorf seien angeblich 90 000 Polen von den Deutschen erschossen und in Massengräbern im früheren russischen Kriegsgefangenenlager verscharrt worden. Eines Tages erschien eine Kommission unter Führung eines hohen russischen Offiziers und namentlich bekannter alliierter Offiziere, um die Angelegenheit der Massengräber zu untersuchen. Die Lagerinsassen erhielten den Befehl, sofort geschlossen zum Massenfriedhof zu marschieren und mit der Ausgrabung der Toten zu beginnen.

Soweit diese Arbeiten unter Aufsicht russischer Truppen ausgeführt wurden, verliefen sie normal und unter einigermaßen menschlichen Bedingungen. Daß die Menschen im Lager kein Essen erhielten, wußten die Russen nicht, soweit sie es in Einzelfällen erfuhren, teilten sie ihr Brot mit den Unsrigen!

Aber an den abseits gelegenen Gräbern vollzogen sich Greuelszenen. Unsere Männer und Frauen mußten unter furchtbaren Schlägen der polnischen Posten mit den bloßen Händen die verwesten Leichen ausscharren von morgens bis abends. Dabei kam es zu unvorstellbaren Bestialitäten. Frauen mußten auf Befehl der polnischen Miliz die Leichen küssen und wurden mit diesen in schamlose Berührung gebracht. Der Verwesungsgeruch der Leichen drang in die nassen Kleider und abends in das Lager und in die Stuben. Der furchtbare Geruch ging wochenlang nicht mehr heraus.

Nach einigen Tagen wurde ich unter Bewachung vorgeführt und gezwungen, an der ärztlichen Untersuchung der Leichen teilzunehmen. Bei keiner dieser Leichen wurden Anzeichen einer gewaltsamen Todesursache festgestellt. Bei den Verstorbenen handelte es sich um Russen. Es befanden sich auch einige Deutsche darunter, wie man an den Erkennungsmarken feststellen konnte. Der russische Offizier erklärte ruhig und sachlich in wenigen Worten unseren Leuten, die Untersuchung habe für die Deutschen nichts Belastendes ergeben! Ich konnte die Zahl der Toten nicht feststellen, es mögen annähernd 500 gewesen sein. (Es waren die Opfer einer Tuberkulose- und Flecktyphus-Epidemie).

Nunmehr, als die Reihen bereits stark gelichtet waren, stand im Vordergrund des Lagerterrors das Schänden der Frauen und Mädchen durch betrunkene Posten, die nach ärztlicher Feststellung alle geschlechtskrank waren. Es wurden zwar von dem neuen Kommandanten im März 1946 Vernehmungen durchgeführt und Protokolle aufgesetzt zur Weiterleitung an die polnischen Regierungsstellen, die aber leider ohne Erfolg blieben. Die Mörder und Schänder bewegten sich weiterhin frei umher.

Die Hauptschuldigen aus dem Lager Lamsdorf sind der ehemalige Kommandant Ceslaw Gimborski, sein erster Gehilfe Ignaz, seine Komplizen Antek, der „Neunfingerige“, der „Mörderling“, Jan Fuhrmann und die übrigen mit Namen nicht bekannten, sowie der Feuerwehrmann Nowack. Ignaz rühmte sich mir gegenüber allein 24 Deutsche durch Kopfschuß getötet zu haben. Nach Absetzung des Mörders Gimborski hörte der Massenmord in der bisherigen Form zwar auf, während die Vernichtung durch Aushungerung und Seuchen weiterging. Ein gewisser Pawlik schlug und mißhandelte Frauen und Jungen von 14 Jahren oder lieferte diese den Mördern durch Denunziation zur Ermordung aus. Ein Vierzehnjähriger kam einmal ins Revier, der über 60 Schläge mit einem Spatenstiel von dieser Bestie erhalten hatte und schwere Blutergüsse mit eitrigen Prozessen davontrug.

Etwa im Dezember erschien eine Vernehmungskommission aus Falkenberg unter Leitung des von dorther bekannten und wegen seiner Brutalität gefürchteten polnischen Leutnants Kuczmerczyk, wieder in Begleitung des berüchtigten Gimborski. Die Lagerinsassen sollten wieder vernommen werden über angebliche Verstecke von Wertsachen „ausgewanderter“ Deutscher. L. hatte bereits zwei Monate vorher seine ehemaligen Landsleute bei den Polen angezeigt und diesen große Werte in die Finger gespielt. Diese Vernehmungen verliefen wie üblich unter den gräßlichsten Mißhandlungen. Das Geschrei der Gequälten drang jede Nacht durch das Lager, währenddessen wurden Festgelage mit Wodka veranstaltet, Frauen vergewaltigt, Kranke ihrer Bekleidung beraubt und nächtliche Razzien mit Folterungen veranstaltet, während Sterbende in Gruben geworfen wurden.

Eine UNRA-Kommission hatte schließlich erfahren, daß im Lager ein Arzt festgehalten wurde. Offenbar sind wohl einige Vorkommnisse in die weitere Öffentlichkeit gedrungen. Ab Juni 1946 wurden in Lamsdorf plötzlich Entlassungen durchgeführt. Ein Teil der Überlebenden  sollte schnell nach Westdeutschland transportiert werden. Auch ich wurde auf höheren Befehl entlassen, sofort als Chef eines polnischen Krankenhauses eingesetzt und mit der Leitung der Inneren Abteilung beauftragt. Aber mancher von denjenigen Deutschen, die im Juni angeblich in die Heimat entlassen wurden, holte man aus dem zur Abfahrt bereitstehenden Transportzug heraus, darunter Frauen und Kinder. Sie kamen erneut in Arbeitslager und dort weiterhin Frondienste leisten. Viele von diesen konnte ich durch ärztliche und materielle Hilfe unterstützen. Polnische Ärzte hingegen lehnten durchweg eine Behandlung ab, da die Deutschen keine Mittel zur Zahlung hatten. Eine rühmliche Ausnahme bildete der polnische Arzt Dr. Olcha in Falkenberg. Die Deutschen waren weiter Freiwild und durften noch lange Zeit nicht zu den Ihren.

Die chaotischen Zustände nach dem Zusammenbruch hatten sich in den zwei Jahren meiner Inhaftierung nirgends geändert oder gebessert.

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Ubasser

4 Antworten zu “Wer Begriffe besetzt, erlangt Deutungshoheit – Wie die Lügen um sich greifen!!!

  1. Roland 7. Februar 2014 um 18:55

    Wer versucht den Holocaust zu leugnen oder zu relativieren, begeht einen gigantischen Fehler. Anhand der ebenfalls heftigst bekämpften Offenkundigkeit kann nämlich die Täterschaft beim Holocaust eineindeutig nachgewiesen werden.

    Die Täter konnten überraschenderweise nicht wir Deutsche gewesen sein. Dagegen spricht nämlich die bezeugte angewandte Technik in den Gaskammern am Haupttatort Auschwitz Birkenau am Ende der Rampe in den Gaskammern der dortigen Großbäckerei.

    Diese vielfach bezeugte Technik und das Tötungsverfahren zeigt nämlich, daß die Vergasungen mit Zyklon B in Wahrheit Doppelvergasungen waren, welche keinerlei Spuren hinterließen.

    Die überall anzutreffende Spurenlosigkeit, insbesonders keine Vergasungsspuren in den Wänden der Gaskammer und die nicht auffindbaren Leichen oder Asche der Opfer und die erfolgte Nichtregistrierung der Opfer sind der größte forensische Beweis für den Massenmord und das angewandte Verfahren!

    Dieses Verfahren gestattete ausschließlich Juden das Betreten der Gaskammer und ausschließlich Juden konnten den tödlichen Zyklon B Behälter an einer Schnur in die High Tech Gaskammer herablassen.

    Deutsche oder andere Nichtjuden wären bei diesen Vorgängen oder beim Bedienen der Anlage bereits innerhalb von Millisekunden verdampft. Dies resultiert aus der nunmehr bekannten Höhe der Gaskammertemperatur, welche mit ungefähr 100 000 °C berechnet und sogar im einfachen Küchenexperiment bewiesen werden kann.

    Wer daher den Holocaust bestreitet, leugnet oder relativiert mindert daher nur die Alleinschuld der Juden am Holocaust!

    Aus diesem Grund wird die Offenkundigkeit heftigst bekämpft, weil wir Deutsche damit unsere Unschuld natürlich beweisen können, was wir aber gar nicht mehr müssen, da sie ebenfalls dank der Offenkundigkeit offenkundig ist.

    Daher schweigen die Juden einvernehmlich mit allen Revisionisten seit Jahren zu diesen Tatsachen oder bekämpfen gar die Gaskammertemperatur bis zu dem Punkt, daß sogar schon behauptet wurde, eine Gaskammer hat gar keine Temperatur!

    Es ist natürlich verständlich, daß die Juden nur ungern zugeben wollen, daß sie selbst die Täter beim Holocaust waren. Uns könnte es vollkommen gleichgültig sein, ob die Juden 0,6 Millionen oder 60 Millionen ihrer Volksgenossen umgebracht haben. Der Holocaust war eben eine innerjüdische Angelegenheit, welche uns Deutsche und insbesonders uns Nationalsozialisten überhaupt nicht zu interessieren hat. Nichteinmischung in die Belange anderer Völker war nämlich oberstes Gebot des Nationalsozialismus!

    Aber wir müssen uns heftigst gegen die Behauptung wehren, daß wir Schuld am Holocaust hätten! Und wir müssen uns ebenso dagegen wehren, daß die Juden aufgrund dieser falschen Schuldzuweisung nahezu unser letztes Hemd als Wiedergutmachungsleistung abgepreßt haben!

    Deutschland ist daher nicht nur schuldenfrei sondern sämtliche Besitztümer, welche die Juden sich aufgrund ihres Sonderstatus ergaunert haben, müssen den Juden wieder abgenommen werden, sie müssen enteignet werden.

    Der Gesamtschaden, welcher durch diese falsche Schuldzuweisung entstanden ist, dürfte sich auf mehr als einhundert Billionen Euro belaufen. Für jeden Restdeutschen also auf mehr als 2 Mio Euro. Oder haben wir 2 Mio Euro auf der hohen Kante liegen?

    Aufgrund dieser falschen Schuldzuweisung konnten wir ausgeplündert, unsere Wirtschaft ruiniert werden, unsere Kinder verdummt werden und letztlich auch ermordet werden.

    Wir haben als Sklaven arbeiten dürfen und alle unsere geschaffenen Werte haben sich die Juden angeeignet, welche durch die falsche Schuldzuweisung als Opfer unantastbar waren.

    Die Alleinschuld der Juden am Holocaust ist dank der Gaskammertemperatur und der Offenkundigkeit des Holocaust bewiesen! Wer den HC bestreitet, leugnet, mindert oder relativiert mindert nur die Größe der Alleinschuld der Juden!

    Hier geht es um die Details zur Gaskammertemperatur:
    http://deutscher-freiheitskampf.com/gaskammertemperatur/

  2. neuesdeutschesreich 6. Februar 2014 um 01:40

    Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

  3. netzband 6. Februar 2014 um 00:44

    „Wer Begriffe besetzt, erlangt Deutungshoheit…“
    Das gab es schon gegenüber Prof.Ernst Nolte in dem 10-jähr.sog.Historikerstreit, wegen der Arbeitslager und KL, und daß er in dem Zusammenhang an das Gulagsystem erinnerte, wurde ihm als „Relativierung“ vorgeworfen.
    Dann habe ich noch zufällig einen Artikel gefunden bei: http://monstersofgoe.de/2007/10/13/der-goettinger-literaturherbst-sagt-ab-matinee-mit-autor-und-geschichtsverdreher-joerg-friedrich/
    Zitat: “ Göttingen 2007 ,:“Der Historiker Friedrich (Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945″ ..)steht für seine Thesen bezüglich des alliierten Bombenkriegs gegen Deutschland in der Kritik und gilt als Geschichtsrevisionist und Hol-caust-Relativierer. Die geplante Matinee-Veranstaltung wurde nun abgesagt….
    … deshalb ins Kreuzfeuer der Kritik, weil er in “Der Brand” durch die Anwendung rethorischer Mittel und Vergleiche den Bombenkrieg der Alliierten mit dem Hol-caust gleichsetzte. Unter anderem erfand er in diesem Buch den Begriff des alliierten “Bomben-Hol-caust” und bezeichnete die Zerstörung von Bibliotheken als Folge alliierter Bombenangriffe als “größte Bücherverbrennung aller Zeiten”. Darüberhinaus tituliert er alliierte Bomberverbände als “Einsatzgruppen”, in Anspielung auf die SS-Kommandos, die in den von Deutschland besetzten Gebieten vor allem in Osteuropa massenhaft die Zivilbevölkerung massakriert haben. Als Gipfel der Geschmacklosigkeit werden durch Bombardements in Brand geratene Luftschutzkeller bei Friedrich zu “Krematorien”….“
    Zitatende
    — Das stimmt nicht, kann mich nicht erinnern den Begriff „H“ bei ihm gelesen zu haben, – er sagte in etwa: ~Ein 3-stöckiger Bomberverband ist eine fliegende Fabrik – und ~industrielle Vernichtung“ und wenn doch, wurde der Begriff früher gebraucht: z.B. wahrscheinlich in: The Night Hamburg Died. Martin Caidin. Ballantine Books, New York. 1960. oder in Nuclear H.
    http://public.wsu.edu/~brians/nuclear/c.htm – eine ganz große Bibliothek über Atomkrieg.

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