Vergangenheit und Gegenwart, was Sie über die Krim wissen sollten!

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10. März 2014 von UBasser


Von Ubasser

Dieser Artikel soll etwas zur Wahrheitsfindung beitragen, obwohl ich nicht unbedingt in die heutigen Geschehnisse abschweifen möchte. Was ich heute auf Mainstream-Seiten, aber auch bei der alternativen Presse und bei diversen Aufklärungsseiten gelesen habe, läßt einem die Nackenhaare schon mal hoch stehen. Manche Aufklärer berichten, das die Krim schon immer zur Ukraine gehörte, andere sagen, die Krim war alles andere, aber selten russisch, die nächsten behaupten, im Hafen von Sewastopol hat Rußland Atom-Uboote stationiert – und was weiß der Teufel noch für’n Mist. Daher versuche ich hier etwas mit Bildmaterial zu verdeutlichen, wie wir durch die Mainstream belogen werden und manche Aufklärer dann doch lieber nicht über Dinge schreiben sollten, wovon sie keine Ahnung haben!

Die Krim

Krim1888

Halbinsel im südlichen Rußland, zum Gouvernement Taurien gehörig und daher auch Taurische Halbinsel genannt, bildet eine 25,700 qkm (466,7 QM.) große Landmasse, die nur durch die schmale, 5-7 km breite Landenge von Perekop zwischen dem Schwarzen und Asowschen Meer mit dem russischen Festland zusammenhängt (s.o. Karte). Die Küsten bilden eine Menge von Buchten und mehr oder weniger brauchbaren Häfen. Neben der Landenge von Perekop liegt westlich der Karkinitische Busen oder das Tote Meer, östlich der Siwasch oder das Faule Meer.

Die Krim zerfällt physisch in zwei Abteilungen: eine monotone Ebene (Krimsche Steppe), die, eine Fortsetzung der großen südpontischen Steppe, sich über drei Viertel der ganzen Halbinsel erstreckt und unzählige Viehherden ernährt, sonst aber fast gar nichts erzeugt, und eine Bergregion, welche den südlichen Teil einnimmt und die großartigsten und schönsten Landschaftsbilder darbietet.

Die Gegend um Simferopol in Richtung Festland (Ukraine)

Die Gegend um Simferopol aus Richtung Süden

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Simferopol, an einem Kreisverkehr in Stadtmitte

Simferopol, an einem Kreisverkehr in Stadtmitte

Südlich von Simferopol nimmt das Land mit den ansteigenden Höhen allmählich einen reichern Charakter an; herrliche Wiesen wechseln mit Feldern, Gärten und Wäldern ab. Jüngeres Kalkgebirge steigt in Hügeln und Bergzügen auf und bildet die Vorstufe zu dem isolierten System des Taurischen Gebirges (s. d.). Die beträchtlichsten Gewässer sind: der Salghir mit dem Karasu, die Alma, Katscha, der Belbek und die Tschernaja Reetschka, die sämtlich auf der Nordseite des ältern Gebirges entspringen, in ihrem Oberlauf in zahllosen Kaskaden durch enge, üppig bewaldete Schluchten sprudeln, dann durch die geräumigen Thäler des Gebirgsvorlandes an zahllosen Dörfern vorbeifließen und endlich das jüngere Kalkgebirge durchbrechen, um in weit ausgewaschenen Thalniederungen langsam durch die Steppe dem Meer zuzufließen.

Taurisches Gebirge

Taurisches Gebirge

Das Gebirge hält die erstarrenden Winterwinde aus N. und NO. ab und macht auf diese Weise bei dem vorzüglichen Klima den schmalen Küstensaum mit den malerisch steilen Bergabhängen zwischen Neusudak und Balaklawa zu einer paradiesischen Region, die bei subtropischer Vegetation den mannigfachsten Wechsel von prächtigen Villen, Festen und Ruinen der Vorzeit, Klöstern und tatarischen Moscheen, schönen Gärten, Weinbergen und herrlichen Olivenhainen darbietet.

Ein Märchenschloß

Ein Märchenschloß

Während die Gebirge von Eichen-, Buchen- und Nadelwäldern (Pinus sylvestris und laricio) bedeckt sind, wachsen am Fuß derselben Lorbeerbäume, Cypressen und Feigenbäume. Vollständig akklimatisiert haben sich auf diesem schmalen Küstenstrich auch: Oleander, Magnolien, Tulpenbäume, Bignonien, Myrten, Kamelien, Mimosen, Granaten, Papiermaulbeerbaum etc. Die hauptsächlichsten Produkte der Krim sind: Getreide, Hirse, Tabak, vortrefflicher Wein, Weinbrand und eine Menge des vorzüglichsten Obstes.

Auch die Bienen-, Seidenraupen-, Pferde-, Kamel-, Rindvieh- und Schafzucht ist erheblich. Die krausen, unter dem Namen der Merluschki oder krimschen Baranken bekannten Lämmerfelle sind ein gesuchter Handelsartikel. An Mineralien werden gewonnen: Porphyr, verschiedenfarbiger Marmor, Kalkstein und Salz aus den Seen, welche, an ca. 400, in drei Gruppen verteilt, alle stark salzhaltig sind. Die reichste Ausbeute geben die südlich von Perekop, eine geringere die auf der Halbinsel Kertsch und um Yevpatoria gelegenen. Außer diesen drei Seegruppen befinden sich auch einige Salzseen auf der Landzunge von Arabat.

Yevpatoria, dieses Prunktor kennzeichnet die Altstadtmitte

Yevpatoria, dieses Prunktor kennzeichnet die Altstadtmitte

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Yevpatoria, ein Blick in die Altstadt und die engen Straßen mit den niedrigen Häusern

Yevpatoria, ein Blick in die Altstadt und die engen Straßen mit den niedrigen Häusern

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Yevpatoria, das ist eine orthodoxe Kirche und genau gegenüber...siehe nächstes Foto...

Yevpatoria, das ist eine orthodoxe Kirche und genau gegenüber…siehe nächstes Foto…

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Yevpatoria, diese Moschee liegt einer orthodoxen Kirche genau gegenüber...

Yevpatoria, diese Moschee liegt einer orthodoxen Kirche genau gegenüber…

Die Halbinsel hieß im Altertum Taurische Chersonesos von den Tauriern, die man für Reste der von den Skythen in das Gebirge gedrängten Kimmerier hält. Neuere Forscher in der Krim verlegen das in der Sage vom Argonautenzug beschriebene Land Kolchis hierher. Seit 600 v. Chr. blühten daselbst griechische, von Milet gegründete Kolonien. Zur Zeit der Perserkriege bildete sich das Bosporanische Reich (s. d.), welches nicht bloß die Halbinsel umfaßte, sondern auch auf die Ostküste des Asowschen Meers sich ausdehnte, unter Mithridates seine höchste Macht erlangte, 47 v. Chr. von den Römern unterworfen wurde und sich unter römischer Oberherrschaft bis in die Völkerwanderung erhielt, wo die Hunnen es gänzlich zerstörten.

Nach diesen wurde die Krim von den Chasaren eingenommen und 640 unter dem Kaiser Heraklios mit dem byzantinischen Reich vereinigt. Nachdem in den folgenden Jahrhunderten Kumanen, Petschenegen und andre Barbarenvölker das Land verwüstet hatten, drangen 1237 die Tataren herein und gaben ihm den Namen Krim. Die Venezianer trieben bedeutenden Handel dahin, wurden aber von den Genuesen verdrängt, welche 200 Jahre lang den Alleinhandel in der Krim besaßen und, wie die Griechen, an der Südküste Städte und Burgen bauten.

Die griechische Stadt  Chersones befindet sich im Süden von Sewastopol, die Ausgrabungen werden noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen

Die griechische Stadt Chersones (gr. Chersonessos )befindet sich im Süden von Sewastopol, die Ausgrabungen werden noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen

Ihre Hauptniederlagen waren: Kaffa, Sudak und Balaklawa. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrh. wurden die Genuesen von den Türken vertrieben, und 1478 ernannte Mohammed II. den Tataren Mengli Gherai zum Chan der Krim und der nördlichen Pontusküste (Kleinen Tatarei) unter Oberherrschaft der Pforte. 1736 kamen die Russen zum erstenmal; 1757 wurde der seinen Unterthanen verhaßte Alyn Gherai von den nogaischen Tataren vom Thron gestoßen und Kerim Gherai zum Chan ernannt.

Als 1779 die Tataren ihren Chan Sahib Gherai vertrieben, setzten die Russen ihn wieder ein, zwangen ihn aber nachher, gegen ein Jahrgeld der Herrschaft ganz zu entsagen, und 1783 wurde die Halbinsel dem russischen Reich völlig einverleibt. In den Jahren 1854-56 war die Krim Schauplatz des russisch-türkischen Kriegs.

Katharina die Große hat durch einen Zarenerlaß die Stadt Sewastopol im Jahre 1783 gegründet.

Sewastopol, 2013 war die Stadt 230 Jahre alt

Sewastopol, 2013 war die Stadt 230 Jahre alt

Der Hafen von Sewastopol ist eine Bucht, welche sehr geschützt liegt. Der Blick von Süden:

Hafen mit der russischen Schwarzmeer Flotte

Hafen mit der russischen Schwarzmeer Flotte aus südlicher Richtung
Bild: Wikipedia

Eine kleine Auswahl der Voranker liegen russischen Kriegsschiffe:

Sicht vom Meer aus

Sicht vom Meer aus

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russische-flotte1

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russische-flotte2.

Ein Uboot der C-Klasse

Ein Uboot der C-Klasse

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Ein Uboot, welches ausgemustert ist und zum verschrotten fertig gemacht wird.

Ein Uboot, welches ausgemustert ist und zum verschrotten fertig gemacht wird.

Wenn man erzählt, das in den Häfen der Krim oder irgendeines anderen Hafen im Schwarzen Meer ein Atom-Uboot liegt, ist es nicht wahr. Diese Lügen wurden ebenso im Mainstream berichtet…nicht nur bei den alternativen Medien! Die Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres haben vor langer Zeit einen Vertrag geschlossen, der es verbietet, Atomgetriebene Schiffe und Boote auf dem Schwarzen Meer einzusetzen!

Sie können nun bis hierher nachvollziehen, daß die Krim zu keiner Zeit zur Ukraine gehörte. Der obige Text stammt aus Meyers Universal Lexikon von 1888, daher auch die etwas andere Schreibweise mancher Worte. Herr Conrad Duden hat hier noch nicht gewirkt. Warum diese Ausgabe? Da war noch nicht diese massive Geschichtsfälschung zugange.

Nachdem also die Krim im letzten Drittel des 18.Jahrhunderts ins Russische Reich überging, blieb sie bis 1954 auch dort. Der Ukrainer und Nachfolger von Stalin, Nikita Sergejewitsch Chruschtschow hat in einem Saufgelage die Krim der ukrainischen Verwaltung zugesichert. Davon ganz abgesehen, hat er nicht ahnen können, das 38 Jahre später die UdSSR untergehen sollte. Diese Zusage bei dem Saufgelage wurde noch in der gleichen Woche durch das ZK der KPdSU ratifiziert. Das ist dokumentiert!

Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Abtrennung der Ukraine, wurde dem damaligen Präsidenten Boris Jelzin, die Krim durch das ukrainische Parlament angeboten. Er hat dieses Angebot mit den Worten ausgeschlagen, das es sich dabei um einen Vertrauensvorschuß handle und die Zusammenarbeit mit Rußland sichern sollte.

Nun zur Bevölkerung der Krim. Die Hauptgruppe Tataren (Krimtataren) sind schon längst nicht mehr die größte. Jedoch in ihren Gebieten, nördlich von Jalta, südlich von Simferopol und östlich von Sewastopol im wunderschönen Baktschisarai herrscht ihre Mafia. Für Außenstehende ist dort kein Eindringen möglich, weder privat noch wirtschaftlich.

Baktschisarai

Baktschisarai

Heute ist der Anteil der russischen Bevölkerung liegt heute bei 58 Prozent. Die Abwanderung von der Krim stagniert seit 2001.

bevoelkerung

Diese Grafik ist von Stimme Rußlands

Wenn also am 16.März 2014 ein Referendum, eine ein Volksentscheid über den Verbleib der Krim -zur Ukraine oder zu Rußland- von den Bewohnern durchgeführt wird – was auch ihr eindeutiger Wille ist – kann man das nie  als Verletzung von Völkerrecht bezeichnen, so wie es die Merkel-Regierung macht. Die Krim hatte stets Sonderrecht, also sie war stets eine Autonomie, egal ob sie zu den Griechen, Osmanen oder Russen gehörten. Diesen Status hatte die Krim grundsätzlich und die Bevölkerung kann und darf selbst entscheiden, welchem Land sie sich anschließen möchte.

Bilder sind privat, können bei Bedarf kopiert werden.

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Ubasser

4 Kommentare zu “Vergangenheit und Gegenwart, was Sie über die Krim wissen sollten!

  1. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    Ein Detail der Geschichte der Krim wäre vielleicht erwähnenswert.
    In der Antike gab es germanische Ansiedlung und Herrschaften in der gesamten Ukraine, auf der Krim sind Goten vom 3. Jahrhundert an nachgewiesen. Die Krimgoten lebten dort bis ins 18. Jahrhundert und wurden danach vom Zaren am Asowschen Meer angesiedelt. Das Gotische, das auf der Krim gesprochen wurde, ist dem heutigen Plattdeutsch ähnlich. Die Krimgoten siedelten sich im Jahr 257 auf der Krim an. Dies geschah im Zusammenhang mit einer größeren Besiedlung durch Goten, Heruler, Skiren, Bastarnen in der ganzen Region.

    „1774 begann Russland mit einer Aussiedlung von 31000 Christen. Diese wurden am Asowschen Meer angesiedelt. Darunter waren wahrscheinlich viele Krimgoten.
    1783 begann die Ansiedlung von Deutschen auf die Krim und im ganzen Schwarzmeergebiet.“

    http://www.g-geschichte.de/forum/voelkerwanderung-germanen/3688-krimgoten.html

    • UBasser sagt:

      Ha, Danke Herr Dr. Kümel,
      eigentlich wollte ich das mit in den Artikel setzen, aber irgendwie haben ich es vergessen. Nun, jetzt steht es im Kommentarstrang….auch gut!

  2. Enrico, Pauser sagt:

    …hab dich uff dem enen Bild sofort geortet 😉

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