Polen trägt ein hohes Maß an Mitverantwortung für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs

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20. November 2014 von UBasser


Dieser Artikel beschreibt sehr detailliert,  warum es nicht zu einem militärischen Pack zwischen England, Frankreich und Sowjetrußland kam. Außerdem zeigt er auf, das sich Polen grundsätzlich als Schurken-Staat verhielt. Dieser Artikel ist aber nicht politisch neutral geschrieben, denn er weißt zu allem Geschehen die Verwendung falscher Worte auf. Interessant jedoch ist, das sich Rußland nicht scheut, auch diese Grundwahrheiten zu veröffentlichen. Allerdings denke ich, daß es einen anderen Grund dafür gibt, warum dies veröffentlicht wurde. Es werden Frankreich und England des falschen Spiels überführt; und Polen wird als Schurken-Staat demaskiert, was übrig bleibt, ist natürlich der „friedliebende“ Bolschewistenstaat! Aber lesen Sie selbst und machen sich Ihre eigenen Gedanken:

Von Sergej Kowaljow

Der folgende Artikel des sowjetischen Militärhistorikers Oberst Sergej Nikolajewitsch Kowaljow ist der Internetausgabe der russischen Zeitung Взгляд (Vsgljad, „Blick“) vom 4. Juni 2009 entnommen. Er war ursprünglich auch auf der Website des russischen Verteidigungsministers postiert gewesen, wurde dort jedoch infolge polnischer Proteste gelöscht. Die hier vorgelegte deutsche Übersetzung umfaßt etwa zwei Drittel des Textes. Das letzte Drittel ist für den deutschen Leser weniger wichtig. [Der Übersetzer]


Erdichtungen und Fälschungen bei der Einschätzung der Rolle der UdSSR am Vorabend und zu Beginn des Zweiten Weltkriegs

Sergej Nikolajewitsch Kowaljow ist Leiter der wissenschaftlichen Forschungsabteilung für die Militärgeschichte der Nordwestlichen Region der Russischen Föderation am Institut für Militärgeschichte des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation. Er ist Oberst sowie Doktor der Geschichtswissenschaft und lebt in St. Peterburg.

Die Einschätzung der Rolle der UdSSR bei den Geschehnissen am Vorabend sowie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ist schon seit geraumer Zeit Gegenstand von Diskussionen unter Politikern, Wissenschaftlern und Spezialisten sowie in der Öffentlichkeit. Die heutzutage mit diesem Thema verbundenen antirussischen Ausfälle beruhen oft auf einer verzerrten und verfälschten Darstellung der Tätigkeit der sowjetischen Führung während jener Periode. Immer häufiger wird gegenwärtig in den Massenmedien die Auffassung verfochten, es habe „ein neuer kalter Krieg“ begonnen. (1) Einige westliche Autoren schreiben Dinge wie die folgenden: „Es ist Zeit, der bitteren Wahrheit ins Gesicht zu sehen: Rußland ist wieder da, es ist reich, stark und [dem Westen] wieder feindselig gesinnt. Die Partnerschaft weicht einer Konkurrenz, die in immer bedrohlichere Züge annimmt. Es hat ein neuer kalter Krieg begonnen, und wie schon in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts merken wir das zu spät.“ (2) Auffallend ist auch, mit welcher Leichtfertigkeit Staaten etikettiert werden, die historisch mit Rußland verbunden sind. So heißt es beispielsweise, manche Länder Europas, insbesondere Bulgarien, Lettland und Moldawien, hätten sich „Rußland auf Gnade und Ungnade ergeben“. (3)

Die heutigen Fälscher versuchen, die UdSSR als Anstifterin des Zweiten Weltkriegs darzustellen oder zumindest „zwei blutigen Diktatoren“ ein gleiches Maß an Verantwortung für seine Entfesselung anzulasten. Ihr Lieblingsargument ist hierbei die am 23. August 1939 erfolgte Unterzeichnung des Nichtangriffspakts zwischen Deutschland und der Sowjetunion.

Bekanntlich lassen sich historische Fakten nur dann richtig einschätzen, wenn man sie in den Kontext der Ereignisse einbettet, die sich in einer bestimmten Periode abgespielt haben. Bei der Analyse des sowjetisch-deutsches Paktes darf man das weniger als ein Jahr zuvor abgeschlossene Münchner Abkommen nicht vergessen. Diese Geschehnisse sind eng miteinander verbunden, denn was sich in der bayrischen Hauptstadt zutrug, hat die Politik der UdSSR in mancher Hinsicht beeinflußt.

Wer die Geschichte des Zweiten Weltkriegs unvoreingenommen erforscht hat, weiß, daß dieser infolge der Weigerung Polens begonnen hat, den deutschen Forderungen stattzugeben. Weniger bekannt ist freilich, daß die Forderungen Deutschlands höchst gemäßigt waren: Der Anschluß Danzigs an das Dritte Reich sowie die Erlaubnis zum Bau extraterritorialer Autobahnen und Eisenbahnen, die Ostpreußen mit dem Hauptteil Deutschlands verbinden sollten. (4) Diese beiden Forderungen kann man schwerlich als unbegründet bezeichnen. Die Bewohner der infolge des Versailler Friedensvertrags von Deutschland getrennten Stadt Danzig waren in ihrer übergroßen Mehrheit Deutsche (5), die aufrichtig die Wiedervereinigung mit ihrer historischen Heimat wünschten. Völlig natürlich war auch die Forderung bezüglich der Verkehrswege, um so mehr, als keine Ansprüche auf das Territorium des „polnischen Korridors“ geltend gemacht wurde, der Deutschland in zwei Teile spaltete. Übrigens hatte Deutschland die durch den Versailler Vertrag herbeigeführten territorialen Veränderungen im Gegensatz zu den Westgrenzen niemals anerkannt. (6)

Aus diesen Gründen schien am 24. Oktober 1938, als Deutschland Polen eine Regelung der mit Danzig und dem „polnischen Korridor“ verbundenen Fragen vorschlug (7), nichts auf eine Komplizierung der Lage hinzudeuten. Warschau antwortete jedoch mit einer schroffen Absage und wies auch die späteren deutschen Vorschläge zurück. Polen, das den Status einer Großmacht anstrebte, wollte sich keinesfalls mit der Rolle eines Juniorpartners Deutschlands zufriedengeben. Am 26. März 1939 lehnte es Polen endgültig ab, die deutschen Forderungen zu erfüllen. (8) Als Reaktion hierauf kündigte die deutsche Seite am 28. April 1939 das aus dem Jahre 1934 stammende deutsch-polnische Abkommen über Freundschaft und Zusammenarbeit. (9)

Gleichzeitig erweckten die westlichen Demokraten bei der polnischen Regierung die unbegründete Illusion, sie würden Warschau im Kriegsfall die erforderliche Hilfe leisten. Am 31. März 1939 erklärte der britische Premierminister N. Chamberlain vor dem Abgeordnetenhaus: „Im Fall irgendeiner Aktion, die eine klare Bedrohung der Unabhängigkeit Polens darstellen wird…wird sich die Regierung Seiner Majestät als verpflichtet erachten, der polnischen Regierung jede in ihren Kräften liegende Unterstützung zu gewähren. Sie hat der polnischen Regierung eine diesbezügliche Versicherung abgegeben. Ich darf hinzufügen, daß die französische Regierung mich ermächtigt hat, klarzustellen, daß sie in dieser Frage dieselbe Position vertritt wie die Regierung Seiner Majestät.“ (10) Wie die folgenden Ereignisse bewiesen haben, handelte es sich bei diesem Versprechen um einen vorsätzlichen Betrug. Die polnische Führung nahm es jedoch für bare Münze und verlor deshalb zusehends jeden Realitätssinn.

Der amerikanische Journalist W. Shirer, der die polnische Wirklichkeit dank dreißigjähriger Erfahrung kannte, kommentierte die englischen Garantien an Polen wie folgt: „Man kann eine Pulverfabrik ohne weiteres bewachen, wenn darin die Sicherheitsvorschriften beachtet werden, doch eine Pulverfabrik zu bewachen, in der sich lauter Verrückte aufhalten, ist nicht ganz ungefährlich.“ (11)

Die Entwicklungen in Europa sowie die wachsende Aggressivität Deutschlands mußten zwangsläufig auch bei der sowjetischen Führung Besorgnis erwecken. Es machte den Anschein, als sei ein Bündnis [der UdSSR; der Übersetzer] mit den westlichen Demokratien erforderlich, um A. Hitler in die Schranken zu weisen, doch zu Recht bemerkte W. Churchill: „München und noch vieles andere mehr überzeugten die Sowjetregierung, daß weder England noch Frankreich kämpfen würden, solange sie nicht selbst angegriffen wurden, und daß auch in diesem Fall dabei nicht viel herauskommen würde.“ (12) Es lag auf der Hand, daß das Ziel der von den Westmächten gegenüber Hitler betriebenen „Beschwichtigungspolitik“ darin bestand, eine deutsche Aggression gegen Osten – also gegen die UdSSR – zu lenken. Am 12. September 1938 sagte N. Chamberlain kurz vor seinem Treffen mit A. Hitler: „Deutschland und England sind zwei Pfeiler der europäischen Welt und die Hauptbollwerke gegen den Kommunismus, und deshalb ist es erforderlich, unsere gegenwärtigen Schwierigkeiten auf friedlichem Wege zu überwinden… Wahrscheinlich wird es möglich sein, eine Lösung zu finden, die für alle annehmbar ist außer für Rußland.“ (13)

In dieser Situation zog die sowjetische Führung den sich aufdrängenden Schluß: Eine Zusammenarbeit mit England und Frankreich war nur dann möglich, wenn man sich zuvor mittels eines militärischen Bündnisvertrags absicherte, in dem die Verpflichtungen der Vertragspartner klar und unzweideutig festgelegt waren.

Am 17. April 1939 regte Moskau den Abschluß eines englisch-französisch-sowjetischen Abkommens über gegenseitige Hilfeleistung an, das folgende Punkte beinhalten sollte:

  1. „England, Frankreich und die UdSSR schließen ein auf fünf bis zehn Jahre befristetes Abkommen, das sie verpflichtet, einander im Fall einer in Europa verübten Aggression gegen einen der Unterzeichnerstaaten unverzüglich jegliche Art von Hilfe einschließlich militärischer zu gewähren.
  2. England, Frankreich und die UdSSR verpflichten sich, den zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer gelegenen osteuropäischen Staaten im Falle einer Aggression gegen diese Staaten jede Art von Hilfe einschließlich militärischer zu gewähren.
  3. England, Frankreich und die UdSSR verpflichten sich, innerhalb kürzester Frist den Umfang sowie die Formen der militärischen Hilfe zu erörtern und festzulegen, welche jedem dieser Staaten in Erfüllung von Artikel 1 und 2 zu leisten ist.
  4. Die englische Regierung stellt klar, daß die Hilfe, die sie Polen versprochen hat, ausschließlich für den Fall einer Aggression seitens Deutschlands gilt.
  5. Der zwischen Polen und Rumänien bestehende Vertrag wird entweder für den Fall einer jeden Aggression gegen Polen und Rumänien für gültig erklärt oder aber als gegen die UdSSR gerichtet für ungültig erklärt.
  6. England, Frankreich und die UdSSR verpflichten sich, nach der Eröffnung von Feindseligkeiten unter keinen Umständen im Alleingang und ohne gemeinsame Vereinbarung der drei Mächte irgendwelche Verhandlungen mit den Aggressoren zu führen oder Frieden zu schließen.
  7. Eine entsprechende Vereinbarung wird gleichzeitig mit einer Konvention unterzeichnet, die in Übereinstimmung mit Artikel 3 zu entwerfen ist.
  8. England, Frankreich und die UdSSR erachten es als erforderlich, mit der Türkei gemeinsame Verhandlungen über den Abschluß eines separaten Abkommens über gegenseitige Hilfe aufzunehmen.“ (149)

Dieser Vorschlag paßte den westlichen Partnern offenbar nicht in den Kram. Am 26. April erklärte Außenminister Lord E. Halifax bei einer Sitzung der englischen Regierung: „Für einen dermaßen umfassenden Vorschlag ist die Zeit noch nicht reif.“ (15) England und Frankreich hofften, die Sowjetunion werde ihnen gegenüber einseitige Verpflichtungen eingehen. Bei einer Kabinettssitzung gab Halifax am 3. Mai bekannt, daß er folgende Anfrage an Rußland richten werde: „Ist Rußland bereit, Polen und Rumänien zu einem für diese Länder annehmbaren Zeitpunkt und in einer für sie annehmbaren Form Hilfe zu leisten?“ (16)

Am 6. Mai 1939 informierte der provisorische sowjetische Geschäftsträger in Berlin, G. A. Astachow, das Außenministerium [in Moskau] über die Reaktion der deutschen Presse auf die Ernennung eines neuen sowjetischen Außenministers[1]; ihm zufolge versuchte die deutsche Presse „den Eindruck zu erwecken, es stehe ein Kurswechsel unserer Politik in einem für sie [die Deutschen] günstigen Sinne bevor (Abkehr von der kollektiven Sicherheit etc.)“. (17) Einen Tag zuvor, am 5. Mai, hatte der Leiter der Osteuropasektion der Abteilung für Wirtschaftspolitik im deutschen Außenministerium, K. J. Schnurre, den sowjetischen Bevollmächtigten S. F. Merekalow, der noch am gleichen Tag nach Moskau abreiste, ins Ministerium eingeladen und ihn darüber in Kenntnis gesetzt, daß die Kontrakte der ehemaligen [sowjetischen; d. Ü.] Handelsmission in Prag mit den [inzwischen in deutscher Hand befindlichen, d. Ü.] Skoda-Werken nach Ansicht der deutschen Regierung „erfüllt werden müßten“. „Den Skoda-Werken sind seitens der militärischen Führung entsprechende Anweisungen erteilt worden“, fuhr Schnurre fort und versicherte: „Es sind fortan keine Hindernisse dafür ersichtlich, daß die Firma ihre Verpflichtungen erfüllt.“ (18) Dies war eine klare Geste seitens der deutschen Seite, denn noch am 17. April hatten die sowjetischen Vertreter in Berlin gegen die „Einmischung der deutschen militärischen Führung“ in die normale kommerzielle Tätigkeit der Handelsmission protestiert. (19)

W. M. Molotow ließ sich mit seiner Reaktion auf die deutschen Signale Zeit. Er führte über die diplomatischen Vertreter Großbritanniens und Frankreichs weiterhin aktive Verhandlungen mit diesen beiden Staaten. Am 8. Mai empfing der Außenminister den englischen Botschafter W. Seeds, der ihm die Antwort seiner Regierung auf den Vorschlag der UdSSR zum Abschluß eines Abkommens über gegenseitige Hilfeleistung überbrachte. Die Antwort war entmutigend. Die britische Führung schlug der Sowjetregierung vor, eine Erklärung zu publizieren, in der sie sich verpflichtete, „für den Fall, daß Großbritannien und Frankreich in Erfüllung der von ihnen eingegangenen Verpflichtungen in kriegerische Handlungen verwickelt werden, ihnen sofortige militärische Unterstützung zu gewähren, falls diese gewünscht wird“. (20) Auf diese Weise drückten sich die Engländer um eine konkrete Antwort auf die Frage nach einem Pakt und regten stattdessen lediglich die Veröffentlichung einer neuen Erklärung an.

Am selben Tag unterrichtete das sowjetische Außenministerium seinen Botschafter in Frankreich, J. S. Suriz, über den englischen Vorschlag und bat ihn um eine Stellungnahme zu dieser Frage. (21) Am 10. Mai charakterisierte Suriz den erwähnten Vorschlag in einem Telegramm an das Außenministerium wie folgt: „Er zieht uns automatisch in einen Krieg mit Deutschland hinein.“ Dies sei darum der Fall, weil England und Frankreich „ohne Abkommen und Abstimmung mit uns Verpflichtungen [gegenüber Polen und anderen Staaten] eingegangen sind“. (22) Gestützt auf diese und ähnliche Erwägungen formulierte der Außenminister seine Position.

Am 14. Mai 1939 zitierte W. M. Molotow den englischen Botschafter W. Seeds zu sich und händigte ihm eine Note aus, die eine Antwort auf den englischen Vorschlag enthielt. Darin hieß es: „Die englischen Vorschläge gegenüber der UdSSR beruhen nicht auf dem Gegenseitigkeitsprinzip und versetzen diese in eine ungleiche Position. Die Sowjetregierung stellt sich auf den Standpunkt, daß folgendes erforderlich ist, damit die friedliebenden Länder eine Barriere gegen ein weiteres Ausufern der Aggression in Europa errichten können: Ein effektiver Pakt über gegenseitige Hilfeleistung gegen eine Aggression; eine Garantie der drei Großmächte  für die von einer Aggression bedrohten  Staaten Zentral- und Osteuropas einschließlich der Baltenstaaten und Finnlands; der Abschluß eines konkreten Abkommens zwischen England, Frankreich und der UdSSR über die Formen sowie das Ausmaß der Hilfe.“ (23)

Zu den sowjetischen Vorschlägen vom 14. Mai merkte Moskaus Botschafter in London, I. M. Maiski, in seinem Tagebuch an, diese versetzten „die britische Regierung in eine äußerst schwierige Lage. Unsere Vorschläge sind klar, einfach, vernünftig und vermögen an das Bewußtsein des einfachen Menschen zu appellieren“. (24) Andererseits, fuhr der Botschafter fort, „machen die Garantien, welche Großbritannien gegenüber Polen, Rumänien und Griechenland abgegeben hat, eine Übereinkunft mit der Sowjetunion unter allen Umständen unabdingbar, weil Großbritannien und Frankreich für Polen oder Rumänien nichts Greifbares tun können. Bis eine britische Blockade Deutschlands für letzteres zur ernsthaften Bedrohung wird, werden Polen und Rumänien nicht mehr existieren.“ (25)

Erst am 25. Juli nahmen die englische – und am Tag danach auch die französische – Regierung den sowjetischen Vorschlag an, Verhandlungen über den Abschluß einer Militärkonvention zu beginnen, und bekundeten ihre Bereitschaft, Vertreter nach Moskau zu entsenden. (26) Der Auftakt zu den Verhandlungen erfolgte am 12. August.

Der Ablauf dieser ergebnislos gebliebenen Verhandlungen ist gut bekannt, so daß wir es uns schenken können, hier lange darauf einzugehen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen lediglich die realen Ziele, welche die daran beteiligten Seiten verfolgten. Beispielsweise sahen die Instruktionen für die nach Moskau entsandte britische Delegation ausdrücklich vor, „die Verhandlungen äußerst langsam zu führen“ (27) und das Eingehen konkreter Verpflichtungen zu vermeiden: „Die britische Regierung wünscht keine Verpflichtungen einzugehen, die uns unter irgendwelchen Umständen die Hände binden könnten. Bezüglich der Frage nach einem militärischen Abkommen sind deshalb möglichst allgemein gehaltene Formulierungen anzustreben.“ (28)

Eine grundlegend andere Position nahm die Sowjetführung ein. Das Oberhaupt der französischen Delegation, General J. Doumenc, der das französische Kriegsministerium über den Gang der Verhandlungen auf dem laufenden hielt, konstatierte am 17. August 1939 in einem Telegramm: „Es unterliegt keinem Zweifel, daß die UdSSR einen militärischen Pakt abzuschließen wünscht und nicht will, daß wir ihr irgendein Dokument vorlegen, das keine konkrete Bedeutung hat.“ (29)

Zum hauptsächlichen Stolperstein wurde die Frage nach dem Durchgangsrecht für sowjetische Truppen durch das Territorium Polens und Rumäniens. Damals besaß die Sowjetunion nämlich keine gemeinsame Grenze mit Deutschland. Unter diesen Umständen war nicht ersichtlich, wie sowjetische Truppen überhaupt militärische Schläge gegen die deutschen Armee führen konnten. Aus diesem Grund stellte [der sowjetische Verteidigungsminister] K. E. Woroschilow bei einer Sitzung der militärischen Delegationen am 14. August folgende konkrete Frage: „Im großen ganzen ist alles verständlich, aber die Position der bewaffneten Streitkräfte der Sowjetunion ist nicht ganz klar. Man begreift nicht so recht, auf welchem Territorium sie sich aufhalten und wie sie physisch am allgemeinen Kampf teilnehmen sollen.“ (30) Damit sich die Rote Armee schon in den ersten Kriegstagen an den Kampfhandlungen beteiligen konnte, mußten die sowjetischen Truppen polnisches Gebiet durchqueren. Dabei sollten die von ihnen betretenen Zonen strikt begrenzt sein: Die Gegend um Wilnius (der sogenannte „Korridor von Wilnius“) sowie Galizien. (31) In einem Telegramm an das Kriegsministerium in Paris unterstrich der Leiter der französischen Delegation, General J. Doumenc, am 15. August 1939: „Ich weise darauf hin, daß folgende Tatsache sehr wichtig ist, um die polnischen Befürchtungen zu zerstreuen: Die Russen begrenzen die Zonen, wo der Vorstoß [der sowjetischen Truppen] stattfinden soll, äußerst strikt, wobei sie sich ausschließlich an strategischen Gesichtspunkten orientieren.“ (32)

Die Polen wollten davon freilich nichts hören. Am Abend des 19. August erklärte Marschall Rydz-Smigly: „Ohne Rücksicht auf die Folgen wird den russischen Truppen nicht erlaubt werden, auch nur einen Zoll polnischen Territoriums zu besetzen.“ (33) Und der polnische Außenminister J.Beck teilte dem französischen Botschafter in Warschau L. Noël mit: „Wir werden nicht zulassen, daß über die Nutzung eines Teils unseres Territoriums durch fremde Truppen in irgendeiner Form auch nur diskutiert wird.“ (34)

In einem auf den Dezember 1938 datierten Bericht der (mit Aufklärungsaktivitäten betrauten) zweiten Abteilung des Generalstabs der polnischen Armee wurde festgehalten: „Der polnischen Politik im Osten liegt die Zerstückelung Rußlands zugrunde… Deswegen wird unsere mögliche Position auf folgende Formel hinauslaufen: Wer wird sich an der Aufteilung beteiligen? Polen darf sich in diesem denkwürdigen historischen Augenblick nicht passiv verhalten. Unsere Aufgabe ist es, uns physisch und geistig beizeiten gut vorzubereiten… Das Hauptziel besteht in der Schwächung und Zerschlagung Rußlands.“ (35)

Bei ihren militärischen Verhandlungen mit Großbritannien und Frankreich konnte sich die Sowjetführung ein weiteres Mal davon überzeugen, wie recht ein litauischer Diplomat, auf den sich G. A. Astachow in seinem Tagebuch berief, mit folgendem Ausspruch gehabt hatte: „Im Kriegsfall wird die UdSSR den Hauptteil der Opfer zu erbringen haben, während England und Frankreich sich eingraben und sich mit Schußwechseln und dem Abfeuern von Raketen begnügen werden. Entscheidende Aktionen werden an der Westfront nicht erfolgen.“ (36)

Da die UdSSR von den Engländern und Franzosen nichts Greifbares bekommen hatte, schloß sie einen Nichtangriffspakt mit Deutschland ab.

Was den moralischen Aspekt betrifft, sei darauf hingewiesen, daß die Vertreter der westlichen Demokratie kein Recht haben, den Vertrag der UdSSR mit Deutschland zu verurteilen. Mit Fug und Recht bemerkte der US-Journalist W. Shirer: „Wenn Chamberlain ehrlich und edel verfuhr, indem er Hitler 1938 entgegenkam und ihm 1938 die Tschechoslowakei [richtig: Das Sudetenland: d. Ü.] abtrat, warum soll sich Stalin dann unehrlich und niederträchtig benommen haben, als er Hitler ein Jahr später entgegenkam und ihm Polen überließ, das ohnehin jede sowjetische Hilfe ablehnte?“ (37)

Dasselbe läßt sich über jene sagen, welche die Ereignisse vom Standpunkt der sogenannten Leninschen Normen der Außenpolitik beurteilen, von denen die Sowjetunion mit der Unterzeichnung des Abkommens mit Deutschland angeblich abgewichen ist. Die Sowjetunion schloß einen Nichtangriffspakt mit Deutschland, und als Ergebnis bekriegten sich Deutschland, England und Frankreich gegenseitig, statt eine Allianz gegen die UdSSR zu schmieden. Letztere erhielt so die Möglichkeit, nach den anderen Mächten in den Krieg einzutreten, wobei ihr eine gewisse Freiheit der Wahl blieb, auf welcher Seite sie kämpfen wollte.

Die Sowjetführung hatte die Entwicklung zu Beginn des Zweiten Weltkriegs analysiert und war zu jenem Schluß gelangt, den J. W. Stalin am 7. September 1939 anläßlich einer Unterredung mit Komintern-Führern wie folgt formulierte: „Der Krieg verläuft zwischen zwei Gruppen kapitalistischer Staaten.. um die Umgestaltung der Welt, um die Herrschaft über die Welt! Wir sind nicht dagegen, daß sie einander ordentlich an die Gurgel fahren und sich gegenseitig schwächen… Wir können manövrieren, eine Seite gegen die andere anstacheln, damit sie möglichst gründlich zerfleischen.“ (38)

Es gilt ferner der Tatsache Rechnung zu tragen, daß die sowjetischen Truppen im Sommer 1939 am Fluß Chalchin-Gol[2] schwere Kämpfe mit den Japanern ausfochten. Da Japan durch den Antikominternpakt mit Deutschland verbunden war, wurde der Abschluß des sowjetisch-deutschen Vertrages in Tokio als Verrat aufgefaßt. Aus diesem Anlaß meldete der temporäre Bevollmächtigte der UdSSR in Japan, N. I. Generalow, am 24. August in einem Telegramm: „Die Nachricht vom Abschluß des Nichtangriffspaktes zwischen der UdSSR und Deutschland hat hier einen niederschmetternden Eindruck hinterlassen und insbesondere die Armee sowie die faschistischen Kreise zutiefst verstört.“ (39)

Die Beziehungen zwischen dem Dritten Reich und seinem fernöstlichen Verbündeten wurden hierdurch einer Zerreißprobe ausgesetzt. Infolgedessen entschieden sich die herrschenden Kreise Japans für die „südliche Variante“, die einen Krieg mit England und den USA vorsah. Bekanntlich ist Japan nach dem deutschen Angriff auf die UdSSR nicht in den Krieg gegen die Sowjetunion eingetreten.

Somit konnte die UdSSR durch den am 19. August 1939 erfolgten Abschluß des sowjetisch-deutschen Wirtschaftsabkommens sowie durch die Unterzeichnung des sogenannten Molotow-Ribbentrop-Paktes vom 23. August den Krieg für einige Zeit von ihren Grenzen fernhalten.


Anmerkungen:

1) http://www.inosmi.ru/translation/239456.html
2) Ebenda.
3) Ebenda.
4) M. I. Meltjuchow, „Sowjetsko-polskie wojny“ [Die sowjetisch-polnischen Kriege], Moskau 2004, S. 285.
5) Im Jahre 1924 waren 95% der 384.000 Bewohner Danzigs und der angrenzenden Gegenden Deutsche. „Grosse Sowjetische Enzyklopädie“, 1. Auflage, Band 20, Moskau 1930, S. 414.
6) Ebenda.
7) Siehe Anmerkung 4, S. 285.
8) Ebenda, S. 294.
9) „God krisisa“ [Das Jahr der Krise], Zwei Bände, Moskau 1990, Band 2. S. 392.
10) Ebenda, Band 1, S. 351.
11) Zitiert nach J. F. Fuller, „Wtoraja mirowaja wojna“ [Der Zweite Weltkrieg], Moskau 1956, S. 37.
12) W. Churchill, „Wtoraja mirowaja wojna“ [Der Zweite Weltkrieg], Drei Bücher, Buch 1, S. 173.
13) Siehe Anmerkung 9, Band 1, S. 6.
14) Ebenda, S. 386, 387.
15) Ebenda, Band 2, S. 391.
16) Ebenda.
17) „Dokumente der Außenpolitik der UdSSR: 1939. Band XXII“. In zwei Büchern, Moskau 1992, Buch 1, S. 339.
18) Ebenda, S. 338.
19) Siehe Anmerkung 9, Band 1, S. 389.
20) Ebenda, S. 438, 439.
21) Siehe Anmerkung 17, Buch 1, S. 342.
22) Ebenda, S. 355.
23) Ebenda, S. 363.
24) „Otscherki istorii Ministerstwa inostrannych del Rossi: 1802-2002“ [Abrisse einer Geschichte des russischen Außenministeriums: 1802-2002], drei Bände, Moskau 2002, Band 2, S. 245.
25) Archiv der Außenpolitik der Russischen Föderation, F. 017a, Op. 1, P. 1, D. 6, L. 130.
26) Siehe Anmerkung 9, Band 2, S. 403.
27) „Dokumente und Materialien zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs. 1937-1939“, zwei Bände, Moskau 1981, S. 168.
28) Siehe Anmerkung 9, Band 2, S. 192, 193.
29) Ebenda, S. 267.
30) Ebenda, S. 212.
31) Ebenda, S. 216.
32) Ebenda, S. 228, 229.
33) L. Mosley „Utratschennoje Wremja“ [Verlorene Zeit], Moskau 1972, S. 301.
34) Siehe Anmerkung 9, S. 279.
35) Z dziejów stosunków polsko-radzieckich [Aus der Geschichte der polnisch-sowjetischen Beziehungen], Band 3, Warschau 1968, S. 262, 287.
36) Siehe Anmerkung 17, Buch 1, S. 588.
37) Siehe Anmerkung 12, Band 2, S. 212.
38) „1941 god“ [Das Jahr 1941], zwei Bücher, Moskau 1998, Buch 2, S. 584.
39) Siehe Anmerkung 9, Band 2, S. 322.

[1] Der jüdische Außenminister Maxim Litwinow war durch den Nichtjuden Wjatscheslaw Molotow ersetzt worden, was man in Berlin gebührend zur Kenntnis nahm. – Der Übersetzer.

[2] An der Grenze zwischen der mit der UdSSR verbündten Mongolei und der von Japan besetzten Mandschurei. – Der Übersetzer.


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Ubasser

 

16 Kommentare zu “Polen trägt ein hohes Maß an Mitverantwortung für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs

  1. Ostfront sagt:

    Feldzug in Polen 1939

    Was die Welt nicht wollte:

    Hitlers Friedensangebote 1933-1939

    Zentralverlag der NSDAP., Franz Eher Nachf. GmbH., Berlin © 1940.
    Herausgegeben von der Deutschen Informationsstelle.
    Diese digitalisierte Version © 2009 by The Scriptorium.

    Dr. Friedrich Stieve

    [1] Die Feinde Deutschlands behaupten heute, daß Adolf Hitler der größte Störenfried der Geschichte sei, daß er alle Völker mit Überfall und Unterdrückung bedrohe, daß er eine furchtbare Kriegsmaschine geschaffen habe, um ringsum Verwüstung und Unheil anzurichten. Sie verschweigen dabei geflissentlich eine entscheidende Tatsache: Sie selbst waren es, die den Führer des deutschen Volkes dazu getrieben haben, schließlich das Schwert zu ziehen. Sie selbst zwangen ihn, zuletzt das mit Macht zu erkämpfen, was er vom ersten Augenblick an durch Überredung zu gewinnen trachtete: die Sicherheit seines Landes. Sie taten das nicht nur, indem sie ihm am 3. September 1939 den Krieg erklärten, sondern indem sie ihm schon vorher Schritt für Schritt den Weg zu einer friedlichen Auseinandersetzung mit ihnen sieben Jahre hindurch versperrten.

    Durch Adolf Hitlers ganzes Auftreten seit Beginn seines Wirkens für das deutsche Reich zieht sich wie ein roter Faden der stets wiederholte Versuch, die Regierungen der anderen Staaten zu einer gemeinsamen Erneuerung Europas zu bewegen. Aber dieser Versuch scheiterte jedesmal daran, daß nirgends Bereitschaft bestand, auf ihn einzugehen, weil der alte Ungeist des Weltkrieges überall herrschte, weil in London, in Paris und bei den Vasallen der Westmächte nur ein Wille bestimmend war: die Gewalt von Versailles zu verewigen.

    Ein kurzer Blick auf die wichtigsten Ereignisse liefert uns hierfür den unwiderleglichen Beweis.

    Als Adolf Hitler antrat, war Deutschland genau so ohnmächtig und geknebelt, wie es die Sieger von 1918 wollten. Völlig entwaffnet, nur mit einem Heer von 100 000 Mann ausgestattet, das lediglich in seinem Innern als Polizeitruppe dienen sollte, lag es inmitten eines eng geschlossenen Ringes von bis an die Zähne bewaffneten und miteinander verbündeten Nachbarn. Zu den alten Gegnern im Westen: England, Belgien und Frankreich waren im Osten und Süden neue aufgestellt und künstlich geschaffen worden; vor allem Polen und die Tschecho-Slowakei. Der vierte Teil des deutschen Volkes war vom Rumpfe des Mutterlandes gewaltsam abgetrennt und an Fremde vergeben. Das Reich, allseitig verstümmelt und jeglicher Verteidigungsmittel [2] beraubt, konnte Tag für Tag zum wehrlosen Opfer irgendeines beutelustigen Anwohners werden.

    Da ließ Adolf Hitler zum erstenmal seinen Appell an die Vernunft der Umwelt ertönen. Am 17. Mai 1933, wenige Monate nach seiner Ernennung auf den Posten des Reichskanzlers, hielt er im deutschen Reichstag eine Rede, der wir folgende Sätze entnehmen:

    „Deutschland wäre auch ohne weiteres bereit, seine gesamte militärische Einrichtung überhaupt aufzulösen und den kleinen Rest der ihm verbliebenen Waffen zu zerstören, wenn die anliegenden Nationen ebenso restlos das gleiche tun.

    … Deutschland ist ferner ohne weiteres bereit, auf die Zuteilung von Angriffswaffen dann überhaupt Verzicht zu leisten, wenn innerhalb eines bestimmten Zeitraumes die Rüstungsnationen ihrerseits diese Angriffswaffen ebenfalls vernichten und durch eine internationale Konvention die weitere Anwendung verboten wird.

    … Deutschland ist nun jederzeit bereit, auf Angriffswaffen zu verzichten, wenn auch die übrige Welt ihrer entsagt. Deutschland ist bereit, jedem feierlichen Nichtangriffspakt beizutreten; denn Deutschland denkt nicht an einen Angriff, sondern an seine Sicherheit!“

    Die Antwort blieb aus.

    Unbekümmert fuhren die anderen fort, ihre Waffenarsenale zu füllen, ihre Sprengstofflager anzuhäufen, ihre Truppen zu vermehren. Zugleich erklärte der Völkerbund, das Organ der Siegermächte, Deutschland müsse erst eine „Probezeit“ durchmachen, bevor man bereit sei, mit ihm über eine Abrüstung der übrigen Länder zu sprechen. Nun löste sich Hitler am 14. Oktober 1933 von diesem Völkerbund, mit dem es keine Verständigung gab. Kurz darauf jedoch, am 18. Dezember 1933, trat er mit einem neuen Vorschlag zur Besserung der internationalen Verhältnisse hervor. Dieser Vorschlag enthielt folgende 6 Punkte:

    „1. Deutschland erhält die volle Gleichberechtigung.

    2. Die hochgerüsteten Staaten verpflichten sich untereinander, eine weitere Erhöhung ihres derzeitigen Rüstungsstandes nicht mehr vorzunehmen.

    3. Deutschland tritt dieser Konvention bei mit der Verpflichtung, aus freiem Willen von der ihm gegebenen Gleichberechtigung nur einen so maßvollen tatsächlichen Gebrauch zu machen, daß darin keine offensive Gefährdung irgendeiner anderen europäischen Macht zu sehen ist.

    4. Alle Staaten anerkennen gewisse Verpflichtungen einer humanen Kriegsführung bzw. einer Vermeidung gewisser Kriegswaffen in ihrer Anwendung gegen die zivile Bevölkerung.

    5. Alle Staaten übernehmen eine gleichmäßige allgemeine Kontrolle, die die Einhaltung dieser Verpflichtungen prüfen und gewährleisten soll.

    6. Die europäischen Nationen garantieren sich die unbedingte Aufrecht- [3] erhaltung des Friedens durch den Abschluß von Nichtangriffspakten, die nach Ablauf von 10 Jahren erneuert werden sollen.“

    Im Anschluß hieran wurde eine Erhöhung des deutschen Heeres auf 300 000 Mann beantragt, da diese Zahl der Heeresstärke entspreche, „die Deutschland angesichts der Länge seiner Landesgrenzen und angesichts der Heeresstärke seiner Nachbarn benötigt“, um sein bedrohtes Gebiet vor Angriffen zu decken. Der Verfechter einer friedlichen Übereinkunft versuchte also nun, dem fehlenden Abrüstungswillen der anderen dadurch Rechnung zu tragen, daß er für sein Land eine beschränkte Aufrüstung begehrte. Ein jahrelanger Notenwechsel, der sich hieraus ergab, endete schließlich jäh durch ein glattes Nein von Frankreichs Seite. Dieses Nein war noch überdies von gewaltigen Verstärkungen der Streitkräfte in Frankreich, England und Rußland begleitet.

    Damit verschlechterte sich das Verhältnis für Deutschland noch mehr als bisher. Damit wurde die Gefahr für das Reich so gewaltig, daß Adolf Hitler sich zum Handeln gedrängt sah. Am 16. März 1935 führte er die allgemeine Wehrpflicht wieder ein. Aber in unmittelbarer Verbindung mit dieser Maßnahme verkündete er abermals ein Anerbieten zu weitestgehenden Vereinbarungen, die darauf ausgingen, jeden künftigen Krieg von Grund aus human zu gestalten, ja ihn durch Ausschaltung von Zerstörungsmitteln geradezu unmöglich zu machen. In seiner Rede vom 21. Mai 1935 führte er aus:

    „Die deutsche Reichsregierung ist bereit, sich an allen Bestrebungen aktiv zu beteiligen, die zu praktischen Begrenzungen uferloser Rüstungen führen können. Sie sieht den einzig möglichen Weg hierzu in einer Rückkehr zu den Gedankengängen der einstigen Genfer Konvention des Roten Kreuzes. Sie glaubt zunächst nur an die Möglichkeit einer schrittweisen Abschaffung und Verfemung von Kampfmitteln und Kampfmethoden, die ihrem innersten Wesen nach im Widerspruch stehen zur bereits geltenden Genfer Konvention des Roten Kreuzes.

    Sie glaubt dabei, daß, ebenso wie die Anwendung von Dumdum-Geschossen einst verboten und im großen und ganzen auch praktisch verhindert wurde, auch die Anwendung anderer bestimmter Waffen zu verbieten und damit auch praktisch zu verhindern ist. Sie versteht darunter alle jene Kampfwaffen, die in erster Linie weniger den kämpfenden Soldaten als vielmehr den am Kampfe selbst unbeteiligten Frauen und Kindern Tod und Vernichtung bringen.

    Die deutsche Reichsregierung hält den Gedanken, Flugzeuge abzuschaffen, aber das Bombardement offenzulassen, für irrig und unwirksam. Sie hält es aber für möglich, die Anwendung bestimmter Waffen international als völkerrechtswidrig zu verbannen und die Nationen, die sich solcher Waffen [4] dennoch bedienen wollen, als außerhalb der Menschheit und ihrer Rechte und Gesetze stehend zu verfemen.

    Sie glaubt auch hier, daß ein schrittweises Vorgehen am ehesten zum Erfolg führen kann. Also: Verbot des Abwerfens von Gas-, Brand- und Sprengbomben außerhalb einer wirklichen Kampfzone. Diese Beschränkung kann bis zur vollständigen internationalen Verfemung des Bombenabwurfes überhaupt festgesetzt werden. Solange aber der Bombenabwurf als solcher freisteht, ist jede Begrenzung der Zahl der Bombenflugzeuge angesichts der Möglichkeit des schnellen Ersatzes fragwürdig.

    Wird der Bombenabwurf aber als solcher als völkerrechtswidrige Barbarei gebrandmarkt, so wird der Bau von Bombenflugzeugen damit bald als überflüssig und zwecklos von selbst sein Ende finden. Wenn es einst gelang, durch die Genfer Rote-Kreuz-Konvention die an sich mögliche Tötung des wehrlos gewordenen Verwundeten oder Gefangenen allmählich zu verhindern, dann muß es genau so möglich sein, durch eine analoge Konvention den Bombenkrieg gegen die ebenfalls wehrlose Zivilbevölkerung zu verbieten und endlich überhaupt zur Einstellung zu bringen.

    Deutschland sieht in einer solchen grundsätzlichen Anfassung dieses Problems eine größere Beruhigung und Sicherheit der Völker als in allen Beistandspakten und Militärkonventionen.

    Die deutsche Reichsregierung ist bereit, jeder Beschränkung zuzustimmen, die zu einer Beseitigung der gerade für den Angriff besonders geeigneten schwersten Waffen führt. Diese Waffen umfassen erstens schwerste Artillerie und zweitens schwerste Tanks. Angesichts der ungeheuren Befestigungen der französischen Grenze würde eine solche internationale Beseitigung der schwersten Angriffswaffen Frankreich automatisch den Besitz einer geradezu hundertprozentigen Sicherheit geben.

    Deutschland erklärt sich bereit, jeder Begrenzung der Kaliberstärken der Artillerie, der Schlachtschiffe, Kreuzer und Torpedoboote zuzustimmen. Desgleichen ist die deutsche Reichsregierung bereit, jede internationale Begrenzung der Schiffsgrößen zu akzeptieren. Und endlich ist die deutsche Reichsregierung bereit, der Begrenzung des Tonnengehaltes der U-Boote oder auch ihrer vollkommenen Beseitigung für den Fall einer internationalen gleichen Regelung zuzustimmen.

    Darüber hinaus aber gibt sie abermals die Versicherung ab, daß sie sich überhaupt jeder internationalen und im gleichen Zeitraum wirksam werdenden Waffenbegrenzung oder Waffenbeseitigung anschließt.“

    Auch jetzt fanden Hitlers Ausführungen nicht den geringsten Widerhall. Statt dessen verbündete sich Frankreich mit Rußland, um dadurch sein Übergewicht auf dem Kontinent noch zu vermehren und den Druck auf Deutschland von Osten her ins Gigantische zu steigern.

    Adolf Hitler mußte [5] daher angesichts des klar in Erscheinung tretenden Vernichtungswillens der Gegenseite eine neue Aktion zur Sicherung des Deutschen Reiches vornehmen. Er besetzte am 3. März 1936 das seit Versailles von jedem militärischen Schutz entblößte Rheinland mit Truppen und schloß so das riesige Einfallstor des westlichen Nachbarn. Wiederum verknüpfte er jedoch diese notgedrungene Abwehrtat mit einem großzügigen Plan zur allgemeinen Versöhnung und zum Ausgleich aller Gegensätze. Am 31. März 1936 entwickelte er folgenden Friedensplan:

    „1. Um den kommenden Abmachungen für die Sicherung des europäischen Friedens den Charakter heiliger Vertrage zu verleihen, nehmen an ihnen die in Frage kommenden Nationen nur als vollkommen gleichberechtigte und gleichgeachtete Glieder teil. Der einzige Zwang für die Unterzeichnung dieser Verträge kann nur in der sichtbaren von allen erkannten Zweckmäßigkeit fester Abmachungen für den europäischen Frieden und damit für das soziale Glück und das wirtschaftliche Wohlergehen der Völker liegen.

    2. Um die Zeit der Unsicherheit im Interesse des wirtschaftlichen Lebens der europäischen Völker möglichst abzukürzen, schlägt die deutsche Regierung vor, den ersten Abschnitt bis zur Unterzeichnung der Nichtangriffspakte und damit der garantierten europäischen Friedenssicherung auf vier Monate zu begrenzen.

    3. Die deutsche Regierung versichert unter der Voraussetzung eines sinngemäßen gleichen Verhaltens der belgischen und französischen Regierung, für diesen Zeitraum keinerlei Verstärkung der im Rheinland befindlichen Truppen vorzunehmen.

    4. Die deutsche Regierung versichert, daß sie die im Rheinland befindlichen Truppen während dieses Zeitraumes nicht näher an die belgische und französische Grenze heranführen wird.

    5. Die deutsche Regierung schlägt zur Garantierung dieser beiderseitigen Versicherungen die Bildung einer Kommission vor, die sich aus Vertretern der Garantiemächte England und Italien und einer desinteressierten neutralen dritten Macht zusammensetzt.

    6. Deutschland, Belgien und Frankreich sind berechtigt, je einen Vertreter in diese Kommission zu entsenden. Deutschland, Belgien und Frankreich besitzen das Recht, dann, wenn sie glauben, aus bestimmten Vorgängen auf eine Veränderung der militärischen Verhältnisse innerhalb dieses Zeitraumes von vier Monaten hinweisen zu können, ihre Wahrnehmungen der Garantiekommission mitzuteilen.

    7. Deutschland, Belgien und Frankreich erklären sich bereit, in einem solchen Fall zu gestatten, daß diese Kommission durch die englischen [6] und italienischen Militärattachés notwendige Feststellungen treffen läßt und hierüber den beteiligten Mächten berichtet.

    8. Deutschland, Belgien und Frankreich versichern, daß sie die sich daraus ergebenden Beanstandungen in vollem Umfange berücksichtigen werden.

    9. Im übrigen ist die deutsche Regierung bereit, auf der Basis voller Gegenseitigkeit mit ihren beiden westlichen Nachbarn jeder militärischen Beschränkung an der deutschen Westgrenze zuzustimmen.

    10. Deutschland, Belgien und Frankreich und die beiden Garantiemächte kommen überein, daß sie, sofort oder spätestens nach Abschluß der französischen Wahlen, unter Führung der Britischen Regierung in Beratungen eintreten über den Abschluß eines 25-jährigen Nichtangriffs- bzw. Sicherheitspaktes zwischen Frankreich und Belgien einerseits und Deutschland andererseits.

    11. Deutschland ist einverstanden, daß in diesem Sicherheitsabkommen England und Italien wieder als Garantiemächte unterzeichnen.

    12. Sollten sich aus diesen Sicherheitsabmachungen besondere militärische Beistandsverpflichtungen ergeben, so erklärt sich Deutschland bereit, auch seinerseits solche Verpflichtungen auf sich zu nehmen.

    13. Die deutsche Regierung wiederholt hiermit den Vorschlag für den Abschluß eines Luftpaktes als Ergänzung und Verstärkung dieser Sicherheitsabmachungen.

    14. Die deutsche Regierung wiederholt, daß sie bereit ist, falls die Niederlande es wünschen, auch diesen Staat in dieses westeuropäische Sicherheitsabkommen einzubeziehen.

    15. Um dem Werk dieser aus freiem Willen erfolgenden Friedenssicherung zwischen Deutschland einerseits und Frankreich andererseits den Charakter eines versöhnenden Abschlusses einer jahrhundertelangen Entzweiung zu geben, verpflichten sich Deutschland und Frankreich, darauf hinzuwirken, daß in der Erziehung der Jugend der beiden Nationen sowohl als in öffentlichen Publikationen alles vermieden wird, was als Herabsetzung, Verächtlichmachung oder unpassende Einmischung in die inneren Angelegenheiten der anderen Seite geeignet sein könnte, die Einstellung der beiden Völker gegeneinander zu vergiften. Sie kommen überein, eine gemeinsame Kommission am Sitze des Völkerbundes in Genf zu bilden, die beauftragt sein soll, einlaufende Beschwerden den beiden Regierungen zur Kenntnisnahme und Überprüfung vorzulegen.

    16. Deutschland und Frankreich verpflichten sich, im Verfolg der Absicht, dieser Abmachung den Charakter eines heiligen Vertrages zu geben, die Ratifizierung durch eine Abstimmung von den beiden Völkern selbst vornehmen zu lassen.

    [7] 17. Deutschland erklärt sich bereit, seinerseits in Verbindung zu treten mit den Staaten an seiner Südost- und Nordostgrenze, um diese zum Abschluß der angebotenen Nichtangriffspakte unmittelbar einzuladen.

    18. Deutschland erklärt sich bereit, sofort oder nach Abschluß dieser Verträge wieder in den Völkerbund einzutreten. Die deutsche Regierung wiederholt dabei ihre Erwartung, daß im Laufe einer angemessenen Zeit auf dem Wege freundschaftlicher Verhandlungen die Frage der kolonialen Gleichberechtigung sowie die Frage der Trennung des Völkerbundstatuts von seiner Versailler Grundlage geklärt wird.

    19. Deutschland schlägt vor, ein internationales Schiedsgericht zu bilden, das für die Einhaltung dieses Vertragswerkes zuständig sein soll und dessen Entscheidungen für alle bindend sind.

    Nach dem Abschluß eines solchen großen Werkes der europäischen Friedenssicherung hält es die deutsche Reichsregierung für dringend notwendig, Versuche zu unternehmen, einem uferlosen Wettrüsten durch praktische Maßnahmen Einhalt zu gebieten. Sie würde darin nicht nur eine Erleichterung der finanziellen und wirtschaftlichen Lage der Völker sehen, sondern vor allem eine psychologische Entspannung.

    Die deutsche Reichsregierung verspricht sich aber nichts von dem Versuch universaler Regelungen, der von vornherein zum Scheitern verurteilt sein würde und daher nur von denen vorgeschlagen werden kann, die am Zustandekommen eines praktischen Ergebnisses nicht interessiert sind. Sie glaubt, daß demgegenüber die Verhandlungen und Ergebnisse auf dem Gebiet der Beschränkung maritimer Rüstungen belehrend und anregend wirken können.

    Die deutsche Reichsregierung schlägt daher vor: die spätere Einberufung von Konferenzen mit jeweils nur einer, aber klar umrissenen Aufgabe.

    Sie sieht es als die zunächst wichtigste Aufgabe an, den Luftkrieg in die moralische und menschliche Atmosphäre der seinerzeit durch die Genfer Konvention dem Nichtkriegsteilnehmer oder dem Verwundeten zugebilligten Schonung zu bringen. So wie die Tötung wehrloser Verwundeter oder Gefangener oder die Verwendung von Dumdumgeschossen oder die Führung des warnungslosen U-Boot-Krieges durch internationale Konventionen geregelt bzw. verboten worden sind, muß es einer zivilisierten Menschheit gelingen, auch auf den Gebieten neuer Waffenanwendung die Möglichkeit einer sinnlosen Entartung zu unterbinden, ohne dem Zweck der Kriegführung zu widersprechen.

    Die deutsche Regierung schlägt daher für diese Konferenzen zunächst als praktische Aufgaben vor:

    1. Verbot des Abwurfes von Gas-, Gift- und Brandbomben.

    [8] 2. Verbot des Abwurfes von Bomben jeglicher Art auf offene Ortschaften, die sich außerhalb der Reichweite der mittleren schweren Artillerie der kämpfenden Fronten befinden.

    3. Verbot der Beschießung von Ortschaften mit weittragenden Kanonen außerhalb einer Gefechtszone von 20 km.

    4. Abschaffung und Verbot des Baues von Tanks schwerster Art.

    5. Abschaffung und Verbot schwerster Artillerie.

    Sowie sich aus solchen Besprechungen und Abmachungen die Möglichkeiten der weiteren Begrenzung der Rüstungen ergeben, sind diese wahrzunehmen.

    Die deutsche Regierung erklärt sich schon jetzt bereit, jeder solchen Regelung, soweit sie international gültig wird, beizutreten.

    Die deutsche Reichsregierung glaubt, daß, wenn auch nur ein erster Schritt auf dem Wege zur Abrüstung gemacht ist, dies von außerordentlicher Tragweite für die Einstellung der Völker zueinander sein wird, und damit auch für die Wiederkehr jenes Vertrauens, das die Voraussetzung für die Entwicklung von Handel und Wohlstand bildet.

    Um dem allgemeinen Wunsche nach einer Wiederherstellung günstiger wirtschaftlicher Verhältnisse zu entsprechen, ist sie daher bereit, im Sinne der gemachten Vorschläge sofort nach Abschluß des politischen Vertragswerkes mit den in Frage kommenden Ländern in einen Gedankenaustausch über wirtschaftliche Fragen einzutreten und alles in ihrer Macht Stehende zur Verbesserung der Wirtschaftslage in Europa sowie der von dieser nicht zu trennenden Weltwirtschaft im allgemeinen beizutragen.

    Die deutsche Reichsregierung glaubt, mit dem oben niedergelegten Friedensplan ihren Beitrag geleistet zu haben zum Aufbau eines neuen Europas auf der Basis der gegenseitigen Achtung und des Vertrauens zwischen souveränen Staaten. Manche Gelegenheiten zu dieser Befriedung Europas, zu der Deutschland in den letzten Jahren so oft die Hand bot, sind versäumt worden. Möge dieser Versuch einer europäischen Verständigung endlich gelingen.

    Die deutsche Reichsregierung glaubt zuversichtlich, durch die Vorlegung des obigen Friedensplanes den Weg hierzu nunmehr freigemacht zu haben.“

    Wer diesen umfassenden Friedensplan heute liest, wird daraus erkennen, welchen Weg die Entwicklung Europas nach Adolf Hitlers Wunsch eigentlich hätte nehmen sollen. Hier war die Möglichkeit zum wahren Aufbau gegeben, von hier hätte eine wirkliche Wende zum Heil aller Völker ausgehen können. Allein abermals fand der einsame Rufer für den Frieden kein Gehör. Nur England antwortete mit einem mehr höhnisch gehaltenen Fragebogen, der jedes ernste Eingehen auf den wirklichen Kern der Sache vermied. Daneben jedoch verriet dieses selbe England seine eigentlichen Absichten, indem es sich [9] zum Schutzherrn Frankreichs aufwarf und genau wie in der Zeit vor dem Weltkrieg regelmäßige militärische Besprechungen seines Generalstabes mit dem der Republik einleitete.

    Jetzt konnte kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß die Westmächte die alten Pfade zur kriegerischen Auseinandersetzung beschritten und zielbewußt einen neuen Schlag gegen Deutschland vorbereiteten. Dabei war Adolf Hitlers ganzes Sinnen und Trachten darauf gerichtet, gerade den Westmächten zu beweisen, daß er mit ihnen im besten Einverständnis bleiben wollte. Zahlreiche Schritte in dieser Richtung hatte er im Laufe der Jahre unternommen, von denen wir wenigstens einige anführen wollen. Mit England vereinbarte er das Flotten-Abkommen vom 18. Juni 1935, auf Grund dessen die deutsche Flotte nur 35 vom Hundert der britischen Flotte betragen sollte. Dadurch wollte er nach seinen eigenen Worten dartun, daß das Reich „weder die Absicht, noch die Notwendigkeit, noch das Vermögen“ habe, „in irgendeine neue Flottenrivalität einzutreten“, die sein Verhältnis zu Großbritannien bekanntlich vor dem Weltkrieg so verhängnisvoll getrübt hatte.

    Frankreich versicherte er bei jeder sich bietenden Gelegenheit seines Wunsches, mit ihm in Frieden zu leben. Er sprach wiederholt den ausdrücklichen Verzicht auf Elsaß-Lothringen unumwunden aus. Als das Saargebiet durch die Abstimmung seiner Bevölkerung in das Reich zurückkehrte, erklärte er am 1. März 1935:

    „Wir hoffen, daß durch diesen Akt einer ausgleichenden Gerechtigkeit, der Wiedereinsetzung natürlicher Vernunft, wir hoffen, daß durch diesen Akt das Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich sich endgültig bessert. So, wie wir den Frieden wollen, müssen wir hoffen, daß auch das große Nachbarvolk gewillt und bereit ist, diesen Frieden mit uns zu suchen. Es muß möglich sein, daß zwei große Völker sich die Hand geben, um in gemeinsamer Arbeit den Nöten entgegenzutreten, die Europa unter sich zu begraben drohen.“

    Ja sogar mit Polen, dem östlichen Verbündeten der Westmächte, strebte er ein besseres Übereinkommen an, obwohl sich dieses Land 1919 Millionen von Deutschen widerrechtlich einverleibt hatte und sie seitdem dauernd aufs Schlimmste unterdrückte. Am 26. Januar 1934 schloß er mit ihm einen Nichtangriffspakt, in dem die beiden Regierungen vereinbarten, „sich in den ihre gegenseitigen Beziehungen betreffenden Fragen, welcher Art sie auch sein mögen, unmittelbar zu verständigen“.

    So stemmte er nach allen Seiten seinen entschlossenen Friedenswillen den feindlichen Plänen entgegen und bemühte sich, dadurch Deutschland zu schützen. Als er nun aber sah, daß man sich in London und Paris zum Angriff rüstete, mußte er abermals zu neuen Abwehrtaten greifen. Das Lager der Gegner war, wie wir oben sahen, durch das Bündnis zwischen Frankreich und Rußland ungeheuer ausgedehnt worden. Dazu kam noch, daß sich die [10] beiden Mächte eine Verbindungslinie im Süden des Reiches geschaffen hatten, indem die bereits mit Frankreich verbündete Tschecho-Slowakei ebenfalls einen Vertrag mit Rußland abschloß, der sie nun zur Brücke zwischen dem Osten und Westen machte. Die Tschecho-Slowakei aber beherrschte das Hochland Böhmens und Mährens, das Bismarck bekanntlich die Zitadelle Europas genannt hat. Und diese Zitadelle schob sich tief in den deutschen Raum hinein. Die Bedrohung Deutschlands nahm also wahrhaft überwältigende Formen an.

    Adolf Hitler wußte ihr in genialer Weise zu begegnen. Die durch den Terror der Schuschnigg-Regierung in Deutsch-Österreich auf den Bürgerkrieg hintreibenden Zustände gaben ihm die Gelegenheit, dort rettend einzugreifen und das Brudervolk im Südosten, das durch den Zwang der Siegermächte 1919 zum Dasein eines hoffnungslos dahinsiechenden „Freistaates“ verurteilt worden war, ins Reich zurückzuführen. Nachdem er so bereits neben der erwähnten Verbindungslinie zwischen Frankreich und Rußland Fuß gefaßt hatte, setzte in dem künstlich aus den verschiedensten Nationalitäten zusammengewürfelten Mischstaate der Tschecho-Slowakei der Auflösungsprozeß ein, bis nach der Befreiung des Sudetenlandes und der Absonderung der Slowakei die Tschechen selbst um den Schutz des Deutschen Reiches baten. Damit gelangte die Brücke der Gegner in Adolf Hitlers Hand. Zugleich war die direkte Verbindung zu dem seit längerer Zeit als Freund gewonnenen Italien hergestellt.

    Während der Erringung dieses strategischen Erfolges zur Sicherung seines Landes hat Adolf Hitler sich wiederum mit großem Eifer um ein friedliches Auskommen mit den Westmächten bemüht. In München, unmittelbar nach der von England, Frankreich und Italien gebilligten Befreiung der Sudetendeutschen traf er eine Verabredung mit dem britischen Ministerpräsidenten N. Chamberlain, deren Wortlaut der folgende war:

    „Wir haben heute eine weitere Besprechung gehabt und sind uns in der Erkenntnis einig, daß die Frage der deutsch-englischen Beziehungen von allererster Bedeutung für beide Länder und für Europa ist.

    Wir sehen das gestern abend unterzeichnete Abkommen und das deutsch-englische Flottenabkommen als symbolisch für den Wunsch unserer beiden Völker an, niemals wieder gegeneinander Krieg zu führen.

    Wir sind entschlossen, auch andere Fragen, die unsere beiden Länder angehen, nach der Methode der Konsultation zu behandeln und uns weiter zu bemühen, etwaige Ursachen von Meinungsverschiedenheiten aus dem Wege zu räumen, um auf diese Weise zur Sicherung des Friedens Europas beizutragen.

    30. September 1938. Adolf Hitler, Neville Chamberlain.“

    [11] Zwei Monate später vereinbarte auf Hitlers Veranlassung Reichsaußenminister von Ribbentrop die nachstehende Übereinkunft mit Frankreich:

    „Der deutsche Reichsminister des Auswärtigen, Herr Joachim von Ribbentrop,
    und der französische Minister für Auswärtige Angelegenheiten, Herr Georges Bonnet,
    haben bei ihrer Zusammenkunft in Paris am 6. Dezember 1938 im Namen und im Auftrag ihrer Regierungen folgendes vereinbart:

    1. Die deutsche Regierung und die französische Regierung sind übereinstimmend der Überzeugung, daß friedliche und gutnachbarliche Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich eines der wesentlichsten Elemente der Konsolidierung der Verhältnisse in Europa und der Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens darstellen. Beide Regierungen werden deshalb alle ihre Kräfte dafür einsetzen, daß eine solche Gestaltung der Beziehungen zwischen ihren Ländern sichergestellt wird.

    2. Beide Regierungen stellen fest, daß zwischen ihren Ländern keine Fragen territorialer Art mehr schweben, und erkennen feierlich die Grenze zwischen ihren Ländern, wie sie gegenwärtig verläuft, als endgültig an.

    3. Beide Regierungen sind entschlossen, vorbehaltlich ihrer besonderen Beziehungen zu dritten Mächten, in allen ihre beiden Länder angehenden Fragen in Fühlung miteinander zu bleiben und in eine Beratung einzutreten, wenn die künftige Entwicklung dieser Fragen zu internationalen Schwierigkeiten führen sollte.

    Zu Urkund dessen haben die Vertreter der beiden Regierungen diese Erklärung, die sofort in Kraft tritt, unterzeichnet.

    Ausgefertigt in doppelter Urschrift in deutscher und französischer Sprache in Paris am 6. Dezember 1938.

    Joachim von Ribbentrop,
    Reichsminister des Auswärtigen

    Georges Bonnet,
    Minister für auswärtige Angelegenheiten.“

    Nach menschlicher Berechnung hätte man nun annehmen können, daß die Bahn für einen gemeinsamen Aufbau durch alle führenden Mächte frei sei und daß den Friedensbestrebungen des deutschen Führers endlich Erfolg beschieden sein werde. Aber das Gegenteil trat ein. Kaum war Chamberlain von München nach Hause zurückgekehrt, als er dort zur Aufrüstung im [12] weitesten Umfang aufrief und eine neue ganz gewaltige Einkreisung Deutschlands in die Wege leitete. An Stelle von Frankreich übernahm jetzt England die Führung in der weiteren Umzingelung des Reiches, um so einen vielfachen Ersatz für die verlorengegangene Tschecho-Slowakei zu gewinnen. Es eröffnete Verhandlungen mit Rußland, es schloß Garantie-Verträge mit Polen, Rumänien, Griechenland und der Türkei ab. Das waren Alarmsignale höchster Stärke.

    Adolf Hitler war gerade damit beschäftigt gewesen, die störenden Reibungen mit Polen für immer aus der Welt zu schaffen. Er hatte zu diesem Zweck einen ungemein entgegenkommenden Vorschlag gemacht, durch das die rein deutsche Freistadt Danzig zum Reiche zurückkehren und eine schmale Straße durch den polnischen Korridor, der das deutsche Gebiet im Nordosten seit 1919 in unerträglicher Weise zerriß, die Verbindung zwischen den getrennten Strecken herstellen sollte. Dieser Vorschlag, der Polen überdies einen 25jährigen Nichtangriffspakt und andere Vorteile in Aussicht stellte, wurde jedoch in Warschau abgelehnt, weil man dort, in dem Bewußtsein, einen Hauptpfeiler der gegen Deutschland von London aus aufgestellten Front zu bilden, jegliches auch noch so kleine Zugeständnis ablehnen zu können glaubte. Ja, noch mehr! In dem gleichen Bewußtsein ging Polen alsbald aggressiv vor, bedrohte seinerseits Danzig und schickte sich an, die Waffen gegen Deutschland zu erheben.

    Damit stand die Stunde des Losschlagens der gegen das Reich in ein System gebrachten Länder unmittelbar bevor. Adolf Hitler rettete mit letzter, äußerster Anstrengung für den Frieden, was er nur retten konnte. Am 23. August gelang es Ribbentrop, in Moskau mit Rußland einen Nichtangriffspakt zustande zu bringen. Zwei Tage später machte der deutsche Führer selbst ein letztes, wahrhaft erstaunliches Angebot an England, indem er sich bereit erklärte, „… mit England Abkommen zu treffen, die … nicht nur die Existenz des britischen Weltreiches unter allen Umständen deutscherseits garantieren würden, sondern auch, wenn es nötig wäre, dem Britischen Reich die deutsche Hilfe sicherten, ganz gleich, wo immer eine solche Hilfe erforderlich sein sollte“. Zugleich war er bereit, eine vernünftige Begrenzung der Rüstungen zu akzeptieren, die der „neuen politischen Lage entsprachen und wirtschaftlich tragbar wären“. Endlich versicherte er erneut, daß er an den westlichen Problemen nicht interessiert sei, und daß „eine Grenzkorrektur im Westen außerhalb jeder Erwägung stehe“.

    Die Antwort hierauf war ein am selben Tage unterzeichneter Beistandspakt zwischen Großbritannien und Polen, der den Ausbruch des Krieges unvermeidbar machte. Denn nunmehr entschloß man sich in Warschau alsbald zur allgemeinen Mobilmachung gegen Deutschland und begann mit tätlichen Überfällen nicht nur auf die Deutschen in Polen, die schon längst in furchtbarer Weise massakriert wurden, sondern direkt auf reichsdeutsches Gebiet.

    [13] Aber selbst als England und Frankreich den Krieg, den sie wollten, erklärt hatten und als Deutschland durch einen ruhmreichen Feldzug ohnegleichen der polnischen Gefahr im Osten Herr geworden war, selbst dann erhob Adolf Hitler noch einmal seine Stimme im Namen des Friedens. Er tat es, obwohl er nun die Hände frei hatte, um gegen den feindlichen Westen loszuschlagen. Er tat es, obwohl in London und Paris der Kampf gerade gegen ihn persönlich in maßlosem Haß als Kreuzzug gepredigt wurde. In diesem Augenblick besaß er die überlegene Selbstbeherrschung, in seiner Rede vom 6. Oktober 1939 der Weltöffentlichkeit einen neuen Plan zur Befriedung Europas zu unterbreiten. Dieser Plan lautete folgendermaßen:

    „Die in meinen Augen weitaus wichtigste Aufgabe ist aber die Herstellung nicht nur der Überzeugung, sondern auch des Gefühls einer europäischen Sicherheit.

    1. Dazu ist es notwendig, daß eine unbedingte Klarheit über die Ziele der Außenpolitik der europäischen Staaten eintritt. Insoweit es sich um Deutschland handelt, ist die Reichsregierung bereit, eine restlose und volle Klarheit über ihre außenpolitischen Absichten zu geben. Sie stellt dabei an die Spitze dieser Erklärung die Feststellung, daß der Versailler Vertrag für sie als nicht mehr bestehend angesehen wird, bzw. daß die deutsche Reichsregierung und mit ihr das ganze deutsche Volk keine Ursache und keinen Anlaß für irgendeine weitere Revision erblicken, außer der Forderung nach einem dem Reich gebührenden und entsprechenden kolonialen Besitz, in erster Linie also auf Rückgabe der deutschen Kolonien. Diese Forderung nach Kolonien ist begründet nicht nur im historischen Rechtsanspruch auf die deutschen Kolonien, sondern vor allem in dem elementaren Rechtsanspruch auf die deutschen Kolonien [als] Rohstoffquellen der Erde. Diese Forderung ist keine ultimative, und sie ist keine Forderung, hinter der die Gewalt steht, sondern eine Forderung der politischen Gerechtigkeit und der wirtschaftlichen allgemeinen Vernunft.

    2. Die Forderung nach einem wirklichen Aufblühen der internationalen Wirtschaft in Verbindung mit der Steigerung des Handels und des Verkehrs setzt die Inordnungbringung der Binnenwirtschaften bzw. der Produktionen innerhalb der einzelnen Staaten voraus. Zur Erleichterung des Austausches dieser Produktionen aber muß man zu einer Neuordnung der Märkte kommen und zu einer endgültigen Regelung der Währungen, um so die Hindernisse für einen freien Handel allmählich abzubauen.

    [14] 3. Die wichtigste Voraussetzung aber für ein wirkliches Aufblühen der europäischen und auch außereuropäischen Wirtschaft ist die Herstellung eines unbedingt garantierten Friedens und eines Gefühls der Sicherheit der einzelnen Völker. Diese Sicherheit wird nicht nur ermöglicht durch die endgültige Sanktionierung des europäischen Status, sondern vor allem durch das Zurückführen der Rüstungen auf ein vernünftiges und auch wirtschaftlich tragbares Ausmaß. Zu diesem notwendigen Gefühl der Sicherheit gehört vor allem aber eine Klärung der Anwendbarkeit und des Verwendungsbereichs gewisser moderner Waffen, die in ihrer Wirkung geeignet sind, jederzeit in das Herz eines jeden einzelnen Volkes vorzustoßen und die damit ein dauerndes Gefühl der Unsicherheit zurücklassen werden. Ich habe schon in meinen früheren Reichstagsreden in dieser Richtung Vorschläge gemacht. Sie sind damals – wohl schon, weil sie von mir ausgingen – der Ablehnung verfallen.

    Ich glaube aber, daß das Gefühl einer nationalen Sicherheit in Europa erst dann einkehren wird, wenn auf diesem Gebiet durch klare internationale und gültige Verpflichtungen eine umfassende Fixierung des Begriffes erlaubter und unerlaubter Waffenanwendung stattfindet.

    So wie die Genfer Konvention einst es fertig brachte, wenigstens bei den zivilisierten Staaten die Tötung Verwundeter, die Mißhandlung Gefangener, den Kampf gegen Nichtkriegsteilnehmer usw. zu verbieten, und so, wie es gelang, diesem Verbot im Laufe der Zeit zu einer allgemeinen Respektierung zu verhelfen, so muß es gelingen, den Einsatz der Luftwaffe, die Anwendung von Gas usw., des U-Bootes, aber auch die Begriffe der Konterbande so festzulegen, daß der Krieg des furchtbaren Charakters eines Kampfes gegen Frauen und Kinder und überhaupt gegen Nichtkriegsteilnehmer entkleidet wird. Die Perhorreszierung bestimmter Verfahren wird von selbst zur Beseitigung der dann überflüssig gewordenen Waffen führen.

    Ich habe mich bemüht, schon in diesem Kriege mit Polen die Luftwaffe nur auf sogenannte militärisch wichtige Objekte anzuwenden bzw. nur dann in Erscheinung treten zu lassen, wenn ein aktiver Widerstand an einer Stelle geleistet wurde. Es muß aber möglich sein, in Anlehnung an das Rote Kreuz eine grundsätzliche, allgemeingültige internationale Regelung zu finden. Nur unter solchen Voraussetzungen wird besonders in unserem dicht besiedelten Kontinent ein Friede einkehren können, der dann befreit von Mißtrauen und von Angst die Voraussetzung für eine wirkliche Blüte auch des wirtschaftlichen Lebens geben kann. Ich glaube, es gibt keinen verantwortlichen europäischen Staatsmann, der nicht im tiefsten Grunde seines Herzens die Blüte seines Volkes wünscht. Eine Realisierung dieses Wunsches ist aber nur denkbar im Rahmen einer allgemeinen Zusammenarbeit der Nationen dieses Kontinents. Diese Zusammenarbeit sicherzustellen, kann daher nur das Ziel jedes [15] einzelnen wirklich um die Zukunft auch seines eigenen Volkes ringenden Mannes sein.

    Um dieses große Ziel zu erreichen, werden doch einmal die großen Nationen in diesem Kontinent zusammentreten müssen, um in einer umfassenden Regelung ein Statut auszuarbeiten, anzunehmen und zu garantieren, das ihnen allen das Gefühl der Sicherheit, der Ruhe und damit des Friedens gibt.

    Es ist unmöglich, daß eine solche Konferenz zusammentritt ohne die gründlichste Vorarbeit, d. h. ohne die Klärung der einzelnen Punkte und vor allem ohne eine vorbereitende Arbeit. Es ist aber ebenso unmöglich, daß eine solche Konferenz, die das Schicksal gerade dieses Kontinents auf Jahrzehnte hinaus bestimmen soll, tätig ist unter dem Dröhnen der Kanonen oder auch nur unter dem Druck mobilisierter Armeen. Wenn aber früher oder später diese Probleme doch gelöst werden müssen, dann wäre es vernünftiger, an diese Lösung heranzugehen, ehe noch erst Millionen an Menschen zwecklos verbluten und Milliarden an Werten zerstört sind.

    Die Aufrechterhaltung des jetzigen Zustandes im Westen ist undenkbar. Jeder Tag wird bald steigende Opfer fordern. Einmal wird dann vielleicht Frankreich zum erstenmal Saarbrücken beschießen und demolieren. Die deutsche Artillerie wird ihrerseits als Rache Mülhausen zertrümmern. Frankreich wird dann selbst wieder als Rache Karlsruhe unter das Feuer der Kanonen nehmen und Deutschland wieder Straßburg. Dann wird die französische Artillerie nach Freiburg schießen und die deutsche nach Kolmar oder Schlettstadt. Man wird dann weiterreichende Geschütze aufstellen, und nach beiden Seiten wird die Zerstörung immer tiefer um sich greifen, und was endlich von den Ferngeschützen nicht mehr zu erreichen ist, werden die Flieger vernichten. Und es wird sehr interessant sein für einen gewissen internationalen Journalismus und sehr nützlich für die Fabrikanten der Flugzeuge, der Waffen, der Munition usw., aber grauenhaft für die Opfer. Und dieser Kampf der Vernichtung wird sich nicht nur auf das Festland beschränken. Nein, er wird weit hinausgreifen über die See. Es gibt heute keine Inseln mehr.

    Und das europäische Volksvermögen wird in Granaten zerbersten, und die Volkskraft wird auf den Schlachtfeldern verbluten. Eines Tages wird aber zwischen Deutschland und Frankreich doch wieder eine Grenze sein, nur werden sich an ihr dann statt blühender Städte Ruinenfelder und endlose Friedhöfe ausdehnen.“

    Das Schicksal dieses Aufrufes war das gleiche wie das aller früheren Appelle Adolf Hitlers im Namen der Vernunft, im Namen eines wahren europäischen Aufbaus. Die Gegner versagten ihm die Beachtung. Jede Antwort von ihrer Seite blieb auch diesmal aus. Sie hielten starr an der Haltung fest, die sie von Anfang an eingenommen hatten.

    [16] Bedarf es angesichts dieser Reihe von geschichtlichen Tatsachen noch näherer Ausführungen über die Frage, warum sie das taten? Sie hatten Versailles geschaffen, und als Versailles in Stücke zu gehen drohte, wollten sie den Krieg, um ein noch viel schlimmeres Versailles folgen zu lassen. Genau die Vorwürfe, die sie heute gegen Adolf Hitler und Deutschland erheben, fallen einzig und allein auf sie zurück und kennzeichnen ihr Handeln. Sie sind die Friedensstörer, sie sinnen auf gewaltsame Unterdrückung anderer Völker, sie trachten danach, Europa in Verwüstung und Unheil zu stürzen. Wäre dem nicht so, dann hätten sie längst die ihnen hingestreckte Hand ergriffen oder wenigstens ganz zuletzt eingeschlagen, um ehrlich an einer Neuordnung mitzuarbeiten und dadurch den Völkern „Blut, Tränen und Schweiß“ im Übermaß zu ersparen.

    Die Weltgeschichte ist das Weltgericht. Und sie wird hier wie immer in ihren ganz großen Entscheidungen ein gerechtes Urteil fällen.

    http://www.wintersonnenwende.com/scriptorium/deutsch/archiv/neindanke/wwnw00.html

    • Ostfront sagt:

      Feuertaufe (Film)

      Feuertaufe. Der Film vom Einsatz unserer Luftwaffe im polnischen Feldzug ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 1940 über den Polenfeldzug, der im Auftrag des Reichsluftfahrtministerium hergestellt wurde. Die Uraufführung fand am 5. April 1940 im Ufa-Palast am Zoo in Berlin statt.

      Prädikat

      Jugendwert
      Kulturell wertvoll
      Staatspolitisch wertvoll
      Volksbildend

      Handlung

      Das Erleben der Herbsttage von 1939 steht vor uns auf: Polen von England getrieben schreitet zur Gewalt gegen das Reich. Die ganze Welt ist im Kriegsfieber. Deutschland bewahrt die Nerven; der Führer versucht noch einmal in letzter Stunde den Frieden zu retten. Aber Großbritannien will nicht Großdeutschland neben sich haben und die westeuropäische Plutokratie (Freimaurer und Juden!) haben dem Nationalsozialismus Urfehde angesagt. Wer den Frieden will, muß für den Krieg gerüstet sein!

      Adolf Hitlers Wehrmacht ist angetreten zu Großdeutschlands Freiheitskampf, und … … wie ein Schwert am Himmel steht unsere Luftwaffe startklar. In der Nacht zum 1. September eröffnet polnische Artillerie das Feuer auf die reichsdeutsche Stadt Beuthen. Um 5 Uhr 45 früh ergeht der Befehl zum Gegenangriff. „Von Jetzt ab wird Bombe mit bombe vergolten!“

      Die Aufgabe der in Polen eingesetzten beiden Luftflotten geht dahin, zunächst die feindlichen Flughäfen zu zerstören, die polnische Luftwaffe zu zerschlagen, militärische Ziele zu treffen, Eisenbahnlinien und Stützpunkte niederzukämpfen und Aufmarsch, Nachschub und Rückzug des Gegners zu vereiteln. Schon am 2. September beherrscht die deutsche Luftwaffe uneingeschränkt den gesamten polnischen Raum.

      Der deutsche Vorstoß hat das polnische Heer auf der ganzen Front von Ostpreußen bis Galizien aus dem Stand geworfen; auf der Verfolgung werden polnische Divisionen bei Radom umstellt; hier werden Fliegerverbände zur Unterstützung des Heeres angesetzt. Dem Zusammenbruch der polnischen Kampfgruppe bei Radom folgt die Katastrophe der Hauptarmee bei Kutno.

      In der großen Einkreisungsschlacht Im Weichselbogen greift dann unsere Luftwaffe im Masseneinsatz in den Erdkampf ein, vereitelt an der Bzura den Durchbruch von 9 polnischen Divisionen und trägt ihrerseits zur beschleunigten Auflösung der stärksten polnischen Kampfgruppe, die ein Viertel des feindlichen Heeres umfaßt, bei. Und noch einmal wird der deutschen Luftwaffe der Auftrag, eine rasche Entscheidung zu erzwingen, erteilt, als es zum Endkampf um Polens Hauptstadt kommt, und der Stadtkommandant trotz wiederholter Warnungen des deutschen Oberkommandos die Ztvilbevölkerung In einem geradezu verbrechertschen Wahnwttz zum bewaffneten Widerstand zwingt und dadurch die offene Millionenstadt zur Festung macht.

      Warschaus Widerstand wird durch planmäßigen Bombenangrtff in 36 Stunden gebrochen; hier kam auch die Ju 52 noch einmal zu Waffenehren. Wer in einem Rundflug über das Häusermeer die Waffenwirkung aus der Luft in ihrem ganzen Ausmaß feststellt, erkennt die Größe der Schuld die England auf sich lud, als der Londoner Sender durch Falschmeldungen und leere Versprechungen Bevölkerung und Besatzung irreführte. England hat Polen verraten.

      Am 27. September kapituliert die Festung Warschau bedingungslos mit 130.000 Gefangenen und einer unübersehbaren Beute an Geschützen und Troß. Der Feldzug der 18 Tage ist zu Ende; aber er darf nicht in die Geschichte eingehen, als die Zerschmetterung eines schwachen Heerhaufens gegen eine moderne Riesenarmee. Der deutsche Soldat hat sich gegen einen wohlgerüsteten Gegner geschlagen, und oft standen, wie es der Bewegungskrieg mit sich bringt, unsere schnellen Truppen einer übermacht gegenüber.

      Daß es gelang, diesen großen Sieg ohne schwere Verluste zu erringen, ist wiederum unserer Luftwaffe zu verdanken, die die feindliche Aufklärung blindschlug, das Eisenbahnnetz zerriß und die strategische Entfaltung des Gegners zunichte gemacht hat. Generalfeldmarschall Hermann Göring würdigt die unvergänglichen Taten der deutschen Luftwaffe, indem er feststellt: „Was die deutsche Luftwaffe in Polen versprochen hat, wird sie in England und Frankreich halten.“

      Das fliegende Heer steht heute vom Rhein bis zum Meer zu neuem Einsatz bereit. Wir werden Herrn Chamberlain beweisen, daß es keine Inseln mehr gibt. Jedes Fliegerherz schlägt höher, wenn der Startbefehl ergeht: „Wir fliegen gegen Engelland?“
      Quelle: Illustrierter Film-Kurier
      http://de.metapedia.org/wiki/Feuertaufe_%28Film%29


      Auswärtiges Amt, Berlin. © 1939.
      Diese digitalisierte Version © 2007 by The Scriptorium,
      basiert auf dem Nachdruck der „Archiv-Edition“: Verlag für ganzheitliche Forschung, Viöl, 1995.

      Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges

      Geleitwort des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop

      Einleitung

      Der Blick des deutschen Volkes ist unter der Führung Adolf Hitlers in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit gerichtet. Aber der uns aufgezwungene Kampf, den wir jetzt um das künftige Schicksal Deutschlands durchfechten, macht es zur gebieterischen Notwendigkeit, uns in jedem Augenblick bewußt zu bleiben, wie es zu diesem Kampf gekommen ist und wo seine letzten Ursachen zu suchen sind. Das liegt zwar für jeden, der sehen will, seit langem offen zutage und ist von maßgebender deutscher Seite schon oft genug, vor allem durch die Reden unseres Führers, öffentlich klargestellt worden. Da aber die verlogene Propaganda unserer Feinde beharrlich bemüht ist, den wahren Sachverhalt immer wieder zu verschleiern und die Weltöffentlichkeit sowohl über die Ursachen des Krieges als auch über die von ihnen verfolgten Ziele irrezuführen, ist es wichtig, durch authentische amtliche Dokumente noch einmal den unwiderleglichen Nachweis zu erbringen, daß es ausschließlich und allein England war, das den Krieg verschuldet und ihn gewollt hat, um Deutschland zu vernichten.

      Nachdem das Auswärtige Amt bereits unmittelbar nach Kriegsausbruch in einem Weißbuch die Urkunden veröffentlicht hat, die über die letzte Phase der deutsch-polnischen Krise Aufschluß geben, legt es nunmehr eine umfangreichere Sammlung von Dokumenten vor, die sich nicht auf die dem Kriegsausbruch unmittelbar vorhergehende Zeit beschränken, sondern die wesentlichsten politischen Ereignisse umfassen, aus denen sich zunächst der Konflikt mit Polen und dann der Konflikt mit England und Frankreich entwickelt hat.

      Die 482 Dokumente, die in den Anlagen abgedruckt sind, sprechen eine so deutliche Sprache, daß sie keines Kommentars bedürfen. In ihrer diplomatischen Nüchternheit geben sie ein unmittelbares und ungeschminktes Bild von der politischen Entwicklung der letzten Jahre, ein Bild, das auch den, der diese Entwicklung in nächster Nähe miterlebt hat, immer wieder von neuem erschüttert und aufrüttelt. Sie zeigen den systematischen Ausrottungskampf, den die Polen seit dem Weltkrieg gegen das Deutschtum in Polen und gegen Danzig geführt haben; sie zeigen das großzügige und unendlich geduldige staatsmännische Bemühen des Führers, die deutsch-polnischen Beziehungen auf eine dauerhafte, den Interessen beider Teile gerechtwerdende Grundlage zu stellen; sie zeigen demgegenüber die kurzsichtige Verständnislosigkeit der polnischen Machthaber, die die ihnen von Deutschland immer wieder gebotene Möglichkeit, zu einem endgültigen Ausgleich zu kommen, zunichte machen. Vor allem aber sehen wir, wie unmittelbar nach der Konferenz von München der Kriegswille Englands immer deutlicher offenbar wird, und wie die Britische Regierung dann schließlich die von ihr selbst absichtlich herbeigeführte Verblendung der Polnischen Regierung benutzt, um den seit langem geplanten Krieg gegen Deutschland zu entfesseln. Zwar würde es, um das heuchlerische [ii] und frevelhafte Vorgehen der englischen Politik in seinem ganzen Umfang zu entlarven, einer Darstellung der gesamten Nachkriegszeit bedürfen, in der sich England jedem Versuche Deutschlands, sich aus den Fesseln des Versailler Diktats zu befreien, hemmend in den Weg gestellt und jede Möglichkeit, die Revision dieses Diktats auf dem Verhandlungswege herbeizuführen, immer wieder vereitelt hat. Aber es genügt, an Hand der in diesem Weißbuch zusammengestellten Dokumente die kurze Epoche seit dem Herbste 1938 ins Auge zu fassen, um zu erkennen, daß England von vornherein entschlossen war, mit Gewalt den Weg des Führers zu durchkreuzen, dessen genialer Staatskunst es gelungen war, schlimmste Verbrechen von Versailles ohne jedes Blutvergießen und ohne jeden Eingriff in die Interessen Englands zu beseitigen, und der in der gleichen Weise auch eine friedliche Lösung der deutsch-polnischen Frage erzielt haben würde, wenn England nicht Polen als Werkzeug seines Kriegswillens mißbraucht und durch diese verbrecherische Politik Europa in den Krieg gestürzt hätte.

      Diese für immer feststehende historische Tatsache ist aufs neue dadurch erhärtet worden, daß England das großzügige letzte Friedensangebot, das ihm der Führer noch einmal in seiner Reichstagsrede vom 6. Oktober gemacht hat, mit einer unverschämten und beleidigenden Herausforderung Deutschlands beantwortet hat. Im unerschütterlichen Bewußtsein seines Rechts und in unbeirrbarer Überzeugung seines Endsieges hat das deutsche Volk diese Herausforderung angenommen und wird nun die Waffen nicht früher aus der Hand legen, als bis es sein Ziel erreicht hat. Dieses Ziel ist: Die militärische Vernichtung der Gegner und dann die Sicherstellung des dem deutschen Volke zukommenden Lebensraumes gegen jede zukünftige Bedrohung.

      Berlin, den 3. Dezember 1939.
      von Ribbentrop
      Reichsminister des Auswärtigen

      Übersicht

      Die nachfolgenden Dokumente sollen ein Bild von der Vorgeschichte des gegenwärtigen Krieges geben. Sie beschränken sich nicht auf die dem Kriegsausbruch unmittelbar vorausgehenden Wochen, sondern ermöglichen darüber hinaus die Bildung eines unabhängigen Urteils über die weiter zurückliegenden Ursachen des Konflikts. Die Dokumente begleiten zunächst die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen von Versailles bis zur Ablehnung des deutschen Angebots zur gütlichen Lösung der Danzig- und Korridorfrage durch Polen. Hierbei sind die Ereignisse von 1933 bis zur Gegenwart eingehend belegt, während für die vorausgegangenen Jahre lediglich die Lage der deutschen Volksgruppe in Polen und Polens Vorgehen in Danzig an einigen besonderen Beispielen in Erinnerung gerufen werden. Die Dokumente folgen sodann dem Gang der britischen Kriegspolitik seit der gemeinsamen deutsch-englischen Erklärung von München. Eine Darstellung der Bemühungen des Reichs um Sicherung friedlicher Beziehungen zu seinen Nachbarländern schließt sich an. Damit sind die Grundlagen für das Verständnis der Schlußphase gewonnen, in der die britische Politik zur Auslösung des Konflikts führt.

      Kurze Inhaltsübersicht: :
      1. Entwicklung der Deutsch-Polnischen Beziehungen
      A. Der Kampf gegen das Deutschtum in Polen und gegen Danzig
      von 1919 bis 1933
      I. Zur Lage der Deutschen Volksgruppe in Polen
      B. Deutschlands Bemühen um eine Verständigung mit Polen,
      1933 bis 1939
      I. Verhandlungen über ein Deutsch-Polnisches
      Verständigungsabkommen (Mai 1933 bis Januar 1934)
      II. Keine Besserung der Lage der Deutschen Volksgruppe
      durch die Deutsch-Polnische Verständigungspolitik
      (November 1933 bis August 1934)
      III. Polen entzieht sich der Minderheitenkontrolle des Völkerbundes
      (September bis November 1934)
      IV. Weitere Verschlechterung in der Lage der
      Deutschen Volksgruppe (November 1934 bis Oktober 1937)
      V. Verhandlungen über eine Deutsch-Polnische
      Minderheitenerklärung (Januar bis November 1937)
      VI. Nichtbeachtung der Deutsch-Polnischen Minderheitenerklärung
      durch Polen (November 1937 bis November 1938)
      VII. Der Deutsch-Polnische Notenaustausch über das Olsa-Gebiet
      und das Polnische Vorgehen gegen die dortige Deutsche
      Volksgruppe (Oktober 1938 bis März 1939)
      VIII. Zunehmende Verschärfung des Polnischen Vorgehens
      gegen die Deutsche Volksgruppe (Oktober 1938 bis März 1939)
      IX. Fortsetzung der Enteignung Deutschen Grundbesitzes
      in Nichtachtung der Minderheitenerklärung
      (Februar 1938 bis Februar 1939)
      X. Weitere Deutsche Versuche zur Verbesserung der Lage
      der Deutschen Volksgruppe durch Deutsch-Polnische
      Besprechungen (November 1937 bis März 1939)
      XI. Zur Lage in Danzig (1933 bis 1939)
      XII. Deutsche Bemühungen um eine gütliche Lösung
      der Danzig- und Korridorfrage (Oktober 1938 bis Mai 1939)

      2. Die Englische Kriegspolitik
      A. Britische Aufrüstung und Hetze gegen Deutschland
      (September 1938 bis Juli 1939)
      B. Die Britische Haltung zur Tschechischen Frage
      (November 1938 bis April 1939)
      C. Die Britische Einkreisungspolitik seit Februar 1939

      3. Deutschlands Bemühen um Sicherung friedlicher Beziehungen
      zu seinen Nachbarländern

      4. Polen als Werkzeug des Englischen Kriegswillens
      A. Die Auswirkung der Britischen Einkreisungspolitik
      auf die Haltung Polens
      I. Vernichtungsfeldzug gegen die Deutsche Volksgruppe
      II. Polnische Maßnahmen gegen Danzig
      B. Die letzte Phase der Deutsch-Polnischen Krise

      http://www.wintersonnenwende.com/scriptorium/deutsch/archiv/dokuvorgeschichte/dvk00.html

      • UBasser sagt:

        @Ostfront – Danke, tadellose Dokumente! Aber sicher sehen es die BRD-Luschen anders, bei denen ist das natürlich nur NS-Propaganda … da wette ich!

        Die Netzseite „Wintersonnenwende“ ist ein Pool an Informationen die Zeitnah sind. Für jeden ist diese Seite zu empfehlen!

  2. Skeptiker sagt:

    Interessant!

    “Ich war zutiefst beunruhigt. Der politische und wirtschaftliche Teil waren von Haß und Rachsucht durchsetzt … Es waren Bedingungen geschaffen, unter denen Europa niemals wieder aufgebaut oder der Menschheit der Frieden zurückgegeben werden konnte”
    Herbert Hoover, US-Präsident, 1919 (vgl. Hoover, H., “Memoiren”, Mainz, 1951, S. 413)
    =>
    “Die natürliche Grenze Polens ist im Westen die Oder, im Osten die mittlere und untere Düna …”
    Der polnische Westmarkenverband 1926 (vgl. Splittgerber, H., a.a.O., S. 6)
    “Am 2. Mai brach der von Korfanty aufgezogene dritte Aufstand in Oberschlesien aus. Es begann eine entsetzliche Schreckensherrschaft. Die Mordtaten vervielfachten sich. Die Deutschen wurden gemartert, verstümmelt, zu Tode gepeinigt, ihre Leichen geschändet. Dörfer und Schlösser wurden ausgeraubt, in Brand gesteckt, in die Luft gesprengt. Die im Bild in der offiziellen Veröffentlichung der deutschen Regierung 1921 festgehaltenen Vorfälle überschreiten an Grausamkeit die schlimmsten Vorgänge, die man sich vorstellen kann.”

    Prof. Dr. Renè Martel in seinem Buch “Les frontières orientals de l`Allemagne” (Paris 1930) über die polnischen Raubzüge in Oberschlesien 1921
    =>
    “Wir sind uns bewußt, daß der Krieg zwischen Polen und Deutschland nicht vermieden werden kann. Wir müssen uns systematisch und energisch für diesen Krieg vorbereiten. Die heutige Generation wird sehen, daß ein neuer Sieg bei Grunwald in die Seiten der Geschichte eingeschrieben wird. Aber wir werden dieses Grunwald in den Vorstädten von Berlin schlagen. Unser Ideal ist, Polen mit Grenzen an der Oder im Westen und der Neiße in der Lausitz abzurunden und Preußen vom Pregel bis zur Spree einzuverleiben. In diesem Krieg werden keine Gefangenen genommen, es wird kein Platz für humanitäre Gefühle sein.”

    Das zensierte und der polnischen Militärdiktatur nahestehende Blatt Mosarstwowiecz 1930, also noch drei Jahre vor Hitlers Machtergreifung
    =>
    “Der polnische Terror in der Ukraine ist heute schlimmer als alles andere in Europa. Aus der Ukraine ist ein Land der Verzweiflung und Zerstörung geworden. Was um so aufreizender ist, als die Rechte der Ukrainer völkerrechtlich gewährleistet sind, während der Völkerbund allen Appellen und Darlegungen gegenüber taub ist und die übrige Welt nichts davon weiß und sich nicht darum kümmert.”

    Manchester Guardian, 17.Oktober 1930; beide Zitate nach Ulrich Stern “Die wahren Schuldigen am Zweiten Weltkrieg”
    =>
    “Die Minderheiten in Polen sollen verschwinden. Die polnische Politik ist es, die dafür sorgt, daß sie nicht nur auf dem Papier verschwinden. Diese Politik wird rücksichtslos vorwärtsgetrieben und ohne die geringste Beachtung der öffentlichen Meinung der Welt, auf internationale Verträge oder auf den Völkerbund. Die Ukraine ist unter der polnischen Herrschaft zur Hölle geworden. Von Weißrußland kann man dasselbe mit noch größerem Recht sagen. Das Ziel der polnischen Politik ist das Verschwinden der nationalen Minderheiten, auf dem Papier und in der Wirklichkeit.”
    Manchester Guardian, 14.Dezember 1931

    Quelle:
    http://web.archive.org/web/20140603092356/http://www.hansbolte.net/daww.php

    ==========================
    =>
    Aus der Rede kann man das ja auch raushören, was die Polen mit den Deutschen Minderheiten gemacht hat.

    ===================
    Interessant ist auch das.

    Freispruch für Hitler aus Israel!
    Der populäre israelische Historiker und Schriftsteller Dr. Uri Milstein kommt in seinem exklusiv für die DMZ verfassten Aufsatz zu dem Schluss: “Adolf Hitler hatte Ende der 1930er Jahre keinerlei Interesse an einem Weltkrieg, ja nicht einmal an einem Krieg gegen Polen. Vielmehr sorgte er sich – und zwar zu Recht -, daß sich die Streitmächte Großbritanniens und Frankreichs, gegen die Westgrenze des Deutschen Reiches werfen würden und daß dann zugleich die Rote Armee der UdSSR gegen die deutsche Ostgrenze marschieren würde.”
    Die Zahlen in Klammern im unten stehen Text entsprechen den Seitenzahlen im DMZ-Magazin
    Deutsche Militärzeitschrift (DMZ), Nr. 72, Nov./Dez. 2009
    =>
    Stalins willige Helfer
    Von Uri Milstein

    Nachdem ich sämtliche militärische Schachzüge Adolf Hitlers – besonders aberjene vom August/September 1939 – genau analysiert habe, bin ich zu folgender Schlußfolgerung gelangt, die ich in meinem Buch “The Collapse and Its Lessons“ (1993; dt. Der Zusammenbruch und was wir daraus lernen können) veröffentlicht habe, in dem ich Parallelen zwischen dem Jom-Kippur-Krieg 1973 und dem Überschreiten der Maas durch die Wehrmacht 1940 zog: Der deutsche Reichskanzler hatte Ende der 1930er Jahre keinerlei Interesse an einem Weltkrieg, ja nicht einmal an einem Krieg gegen Polen. Vielmehr sorgte er sich – und zwar zu Recht -, daß sich die Streitmächte Großbritanniens und Frankreichs, sobald diese sich den Sand des Pazifismus, den ihnen die bolschewistische Propaganda in die Augen streute, herausgewischt hatten, gegen die Westgrenze des Deutschen Reiches werfen würden und daß dann zugleich die Rote Armee der UdSSR gegen die deutsche Ostgrenze marschieren würde.

    Hitler schätzte, daß er noch Jahre der Aufrüstung und der inneren Festigung bedurfte, bevor er einen großen europaweiten Krieg würde riskieren können, und daß er, falls er nun doch einen Krieg riskierte, alles aufs Spiel setzen würde, was seine Politik geschaffen hatte: nämlich in nur sieben Jahren erfolgreichen strategischen Vabanquespiels ein besiegtes Land zu einer Großmacht zu machen. Hitler war sich am 1. September 1939 sicher, daß sein Einmarsch in Polen nicht zu einem Krieg führen würde – denn ihm stand die friedliche Vereinigung mit dem Sudetenland noch lebhaft vor Augen, bei dem kein einziger Schuß gefallen war – und daß Polen seine Vorschläge annehmen werde, ohne in den Krieg zu ziehen. Hitler dachte deshalb so, weil Polen schwächer war als die Tschechoslowakei und weil Stalin ihm öffentlich im Ribbentrop-Molotow-Pakt eine Nichtangriffsgarantie gegeben hatte und durch das geheime Zusatzprotokoll das künftige Aussehen Osteuropas bereits klar umrissen war. In jedem dieser Punkte sollte Hitler falsch liegen.
    Achse Berlin-Moskau

    Für Stalin lag die strategische Bedeutung des Paktes darin, daß er eine Achse Berlin-Moskau schuf, die es dem Reich zunächst gestattete, Westeuropa zu besetzen, die aber danach die Eliminierung des deutschen Bundesgenossen und als dritten Schritt die Unterwerfung der ganzen Welt unter den Bolschewismus gestatten würde. (44)

    Selbst damals war klar, daß es sich um einen Pakt zwischen gewöhnlichen Sterblichen handelte, die bereit waren, ihn jederzeit zu brechen und den Gegner zu vernichten, noch bevor die Tinte auf dem Papier getrocknet sein würde. Vielleicht ließ Stalin den Vertrag in dem Kalkül von Molotow unterschreiben, daß das Dritte Reich seine Streitkraft nicht rascher erweitern würde, als es dies seit 1933 getan hatte; dann nämlich wäre Hitlers Armee Mitte der 1940er Jahre nicht in der Lage gewesen, einer einmarschierenden Roten Armee nennenswerten Widerstand entgegenzusetzen…..

    Hier alles:
    http://www.weltkrieg.cc/articles/read-freispruch-fur-hitler-aus-israel_103.html

    ===========================
    =>
    Aus der Rede geht es ja auch hervor, ich meine das es ein Präventivschlag war.

    Unser Führer, Adolf Hitler. Erklärt die Gründe für den Einmarsch in die Sowjetunion!

    Gruß Skeptiker

  3. gisfie sagt:

    Wer hat denn ersten Weltkrieg angefangen
    Und wer hat 1939 denn Krieg angefangen
    Hitler und Stalin ua sind die größten Verbrecher und Massenmörder

    • UBasser sagt:

      @gisfie, wissen und nicht nachplappern! Deutschland mag sein Scherflein zu einem Konflikt mit beigetragen haben, aber einen Krieg – weder den 1. noch den 2. Weltkrieg hat Deutschland ausgelöst! Die Polen wurden schon immer als Marionetten benutzt. Die tragen zumindest beim 2. WK die Hauptschuld in Sachen Provokation.

      Falls es Dir entgangen sein sollte, es gibt die jüdische Wahrheit und die Wahrheit, was wirklich passierte – für die echte Wahrheit gibt es historisch belegte Fakten, für die jüdische Wahrheit gibt es die Lüge und die Fälschung.

      Und wenn Du eben denkst, was Du schreibst, weiß ich doch an wen Du glaubst! 😉

      • gisfie sagt:

        Und wer hat 1939 polen überfallen

      • gisfie sagt:

        Die deutschen haben denn zweiten nach dem zweiten Weltkrieg verdrängt . Ich seid nur Lügner und verdrehen. Viele deutsche Soldaten sind in Russland in Gefangenschaft gelandet .

        • Skeptiker sagt:

          @gisfie

          Offenkundig kriegst Du wenig mit, bleib in deiner Einfältigkeit des Debilen und werde glücklich, mit Dein schwachsinnigen Weltbild.

          ================
          Obwohl man aus Dir bestimmt Energie erzeugen könnte.

          Eben eine Vakuumernergie.
          =>Du bist eine minus Null Erscheinung, wie am Ende des Filmes zu sehen.

          Gruß Skeptiker

        • Skeptiker sagt:

          @gisfie

          Aber zumindest bist Du kein Einzelfall, meine Schwester ist genau so unterbelichtet, weil die kennt auch nur solche Sendunden.

          Gruß Skeptiker

        • UBasser sagt:

          @gisfie – ja, wissen wir, wieviel Blut und Menschenleben diese Kriege kosteten. War es denn ein Überfall? Die Fakten – egal von welchem Land, die involviert waren, sprechen da eine gaaaanz andere Sprache. Wer hat den Deutschen das Land gestohlen und besetzt und besitzt es heute noch? Krieg ist die Fortführung der Politik mit anderen Mitteln! Der Pole verstand und versteht es eben nicht anders. Der Pole – ohne ihn zu hassen – hat sich seit seinem Bestehen immer wie ein Hündchen verhalten, das jedem Herren hinterher rennt. Betrachte mal die echte polnische Historie, dann kommst auch Du vielleicht zu der Einsicht, daß einige Dinge dann doch anders waren! 😉

        • gisfie sagt:

          Und wer mag die deutschen.

        • Skeptiker sagt:

          @gisfie

          Und wer mag die deutschen.

          Teil 1: Ab der 7 Minute.

          Teil 2.

          Gruß Skeptiker

  4. Arkturus sagt:

    Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.

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