Morbus ignorantia – Die Krankheit Unwissen

"Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft und wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit." – George Orwell

Monatsarchive: Januar 2015

PE-BÄR-LE-KO alles GIDA


Von Ubasser

Bereits mit dem Erscheinen der 19 Punkte von PEGIDA Dresden, machte ich die Bemerkung, daß die Demonstrationen in keiner Weise Zielführend sein werden. In dieser Woche passierte zu viel, was ein eingefleischter PEGIDA – Demonstrant nicht verdauen könnte. Zuerst gab es am Sonntag die Absage der PEGIDA – Demonstration, wegen angeblicher Terrorgefahr und Terrordrohung. Die Polizei hätte sich dazu entschlossen, weil sie doch jedes einzelne Leben schützen müsse, die Demo zu verbieten. Nach Gesprächen mit einigen Dresdner Polizisten kam natürlich heraus, daß die Polizei genauso im Einsatz war, wie jeden anderen normalen Tag. Daß es eine solche Entscheidung gab, die aber kaum von der Polizei kam, wurde angedeutet. Man wies die Richtung, woher her das Verbot kam, ohne es auch nur direkt zu sagen. Es scheint den Dresdner Parteien partout nicht zu gefallen, das es hier Menschen gibt, die wollen, daß ihre Ängste, Sorgen und Nöte von der Politik endlich zu Kenntnis genommen wird und daß diese Menschen dieser, ihrer Forderung auf der Straße Nachdruck verleihen. Das ist doch keinesfalls politisch korrekt und darf von einem Tätervolk, was vor „70 Jahren die eigene Stadt zerstört und die eigenen Leute gemordet hat“, nicht gesagt oder öffentlich gemacht werden! Nein! Die Dresdner haben kein Recht, sich gegen die Asylantenflut zu stellen, denn „Asylanten haben doch Dresden aufgebaut, wie in Westdeutschland die Türken“. Die „Deutschen saßen nämlich zu Hause und haben ihren Schuldkult eingeübt“! Jetzt mucken die Dresdner auf, jetzt muß denen auf die Finger gehauen werden! Jetzt wird die hohe Politik der Intrigen gemacht!

Falsche Terrorwarnungen sind schon für die Bevölkerung überaus wirksam und schüren die Ängste jedes Einzelnen, nicht nur bei den Demonstranten. Wenn diese Meldung doch nur einen Funken an Wahrheitsgehalt gehabt hätte! Hat denn die Politik nicht begriffen, um was es hier geht? Die Politik der Verwaltungseinheit BRD muß verdammte Angst haben, um zu solchen schäbigen Mitteln greifen zu müssen. Und schon brüllt die Gutmenschenmafia aus Berlin, es ist nicht gut, Verbote auszusprechen, es beschränkt die Meinungsfreiheit! Gerade DIE haben es nötig, so etwas zu äußern! Bei diesem Gutmenschenmafiapack gibt es halt immer wieder Typen, die versuchen aus jedem Ereignis ihren eigenen Vorteil zu nutzen. Es ist eben ein Intrigenpack. Was aber von den meisten nicht erkannt wird, ist, daß man genau mit dieser Intrige den „schwarzen Peter“ der Dresdner Polizei zugeschoben hat! Die Dresdner Polizisten sind nun diejenigen, welche es auf der Straße ausbaden müssen.

Es ist wahrlich zu hoffen, daß es auch Demonstranten gibt, die diese Intrige durchschaut haben. Denn für jeden Demonstranten für PEGIDA sollte nämlich klar sein, daß die Dresdner Polizei auf ihrer Seite steht. Ob das nun von einem Polizisten gesagt wird, oder er sich lieber der Sache enthalten möchte, für beide Seiten muß feststehen, daß genau mit diesem Mittel „Terror“ die Sympathien und gleichen Gedanken wiedermal gespalten werden sollen!

Vor einigen Tagen wurde in Dresden ein toter Eritreer aufgefunden. Anfangs war es für die hinzu gerufen Polizisten nicht ersichtlich, ob er durch fremde Gewalteinwirkung ums Leben kam, da er bereits schon viele Stunden, oder einen Tag nicht mehr lebte. Kaum hatte man ihn gefunden, wurde durch die Gutmenschenmafia Linke, CDU, Grüne, SPD, Kirchenverbände, Antifa und andere linksradikale Vereine eine Mahnwache errichtet, weil es ein Asylant war, der ums Leben kam. Diese Gutmenschenmafia fragte am Ende noch nicht mal die Polizei, was die Todesumstände waren und wer dahinter steckte. An einem anderen Ort von Dresden wurden kurz vor Ende des letzten Jahres Neger zusammengeschlagen. Auch hier hat die Gutmenschenmafia gleich Mahnwachen organisiert.

Es gab in Stadtteilen Dresdens Hackenkreuze auf den Fassenden der Wohnsilos und es gab immer wieder kleinere Auseinandersetzung mit Messerverletzungen durch die Asylanten. Niemand hinterfragt, wer die Neger verprügelte und niemand fragt, wem man noch mit dem Messer angegriffen und verletzt hat. Die Neger wurden durch Neger zusammengeschlagen und Asylanten gemeinsam mit Antifas haben Deutsche mit dem Messer attackiert und einem Deutschen wurde das Messen in den Oberschenkel gestoßen und dabei schwerste Verletzungen zugefügt. Ob er je wieder richtig laufen kann, steht noch nicht fest.
Seit Dresden ein Pool von Asylanten geworden ist, stieg die Kriminalität gigantisch in die Höhe. Meistens sind es Eigentums-, Drogen (Handel) –Delikte, Schlägereien, Angriffe mit Messer, Vandalismus und Vergewaltigungen, aber auch besonders beliebt unter den Moslems, Trunkenheit und dabei die deutschen Gesetze verletzend.

Der Eritreer wurde aber sogleich zum Politikum gemacht. Für die verdummte und manipulierte Bevölkerung errichtete die Gutmenschenmafia gar an der Stelle des Mordes eine Art Pilgerort. Daß die Dresdner Kriminalpolizei nicht schläft, sollte bekannt sein – wenn man sie ihre Arbeit machen läßt. So kam heute die Meldung in den MainStreamMedien, daß der Eritreer durch einen anderen Eritreer erstochen wurde, weil der Tote keine Ordnung im Haushalt halten wollte. Das ist die offizielle Berichterstattung. Die Inoffizielle sieht aber ganz anders aus!

Der Eritreer wollte Drogen verkaufen. Er wollte als Dealer in einem Gebiet auftreten, welches bereits von anderen Drogendealern als ihres gekennzeichnet war. Er wurde mehrmals gewarnt. Leider hörte er nicht und so kam es, daß ihm aber auch anderen eine Lektion verpaßt wurde.

Nun, bei solchen Umständen der massiv gestiegenen Kriminalität ist eine Demonstration wie PEGIDA wohl mehr als angebracht. Man muß noch nicht mal die wahren Pläne (Hooten-, Kaufmannplan) der Überflutung Deutschland mit Ausländern zu Sprache bringen, es reicht im Grunde zu, die Realität zu betrachten, wie sich das Leben der Deutschen hier seit der Annexion der DDR zum Negativen verändert hat. Das man 1989 für solche Zustände auf die Straße gegangen wäre, ist wohl kaum anzunehmen!

Das mit PEGIDA etwas anders werden würde, war und ist kaum zu erwarten. Das aber genau das Gegenteil dazu noch eintrifft, ist noch unverständlicher. Sogleich wurde Dresden mit Unmengen an Geld überschüttet, Sodas man hier von Seiten der Politik gewillt ist, die Asylantenflut noch zu verstärken und Dinge, die bereits durch PEGIDA bemängelt wurden, wie z. B. das niedrige Sozialbetreuungsniveau von 1:200 auf 1:50 und bei noch mehr Geld noch stärker zu senken. Mit PEGIDA hat man also genau das Gegenteil erreicht!

Liebe Leserschaft, die hier gelesenen Anspielungen und Aussagen sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern sie liegen tatsächlichen Gesprächen, auch aus zweiter Hand zugrunde. Es wurde mit Menschen gesprochen, die bei der Polizei, in Sozialämtern und Betreuungseinrichtungen der Stadt Dresden arbeiten – es wurden mir gar anonyme Mails zugesendet. Die Lage wird sich dramatisch verschlechtern und das nicht nur in Dresden. Die Gutmenschenmafia setzt sich massiv dafür ein, die Asylanten auf ihre Seite zu ziehen. Man lehrt sie bereits in „Seminaren“, wie sie sich hier verhalten sollen, man belügt sie über die Deutschen, man lehrt sie, wie sie vom Staat Geld fordern können, ohne Rücksicht darauf, daß es sich dabei um Steuergelder aller handelt!

Schrieb vor kurzem der Kopp-Verlag, das der bekannte Prof. Sinn vom IFO-Institut ausgerechnet hätte, ein Asylant würde ca. 80.000 Euro kosten. Das ist natürlich eine absolute Augenwischerei und entbehrt jeglicher Realität. Prof. Sinn bezieht in seine Rechnung nur statistische Daten mit ein, er vergißt den Aufbau der Asylanten-Industrie. Und die beginnt nicht erst ab der Grenze, sondern bereits in den Heimatländern der Asylanten! Hier werden Milliarden verdient und der eigentliche Zahler ist der Steuerzahler! Das vergessen die meisten und es steht in keiner Statistik!

Es wird immer von Kriegsflüchtlingen gelabert. Meinetwegen. Ich nehme zum Vergleich einen Besuch beim Arzt, weil ich Kopfschmerzen habe. Der Arzt sagt, ich kann ihnen helfen, hier sind starke Schmerztabletten und er schickt mich wieder nach Hause. Und genau so wird mit den Asylanten, von der Gutmenschenmafia auch Kriegsflüchtlinge genannt, verfahren! Die Schmerztablette nimmt mir den Kopfschmerz, aber nicht die Ursache. Der Asylant kommt hier her und sitzt uns auf dem Hals, aber es wird nicht an der Ursache gearbeitet, die nur einer politischen Lösung bedarf!

PEGIDA ist oder war so eine Schmerztablette fürs Volk. Es ist und war offensichtlich, daß man mit PEGIDA kein Stück voran kommt. Diese Woche setzten sich die PEGIDA-Organisatoren – außer Lutz Bachmann – mit Ministerpräsident Tillich und anderen Leuten aus den Reihen der Gutmenschenmafia an einen Tisch! Wie das? Will die PEGIDA ebenfalls die Dresdner verarschen? Wie kann man sich mit den Verursachern an einen Tisch setzen und nach Lösungen suchen? Das ist ja wie eine Versammlung im Schweinestall, wo sich die Schweine mit ihrem Schlachter über eine Änderung der Prozedur unterhalten wollen. Der Blick auf die 19 Punkte der PEGIDA reicht im Grunde zu, um zu erkennen, daß von Anfang an die gleichen Idioten im Orga-Team sind, wie die herrschende Gutmenschenmafia!

Rund um die Uhr kommt in allen MainStreamMedien das Motto: „Mit Herz und Verstand für die Kriegsflüchtlinge“! Gut, wenn nur ein Fünkchen Wahrheit hinter diesem Motto stehen würde. Es ist gelogen, es ist absolut gelogen, das es sich bei den Asylanten und den Mittelmeer-Kamikaze-Überquerern um Kriegsflüchtlinge handelt! Dafür gibt es mehrere Kennzeichen:

1. Wieso kommen 99 Prozent nur Männer im Alter von 18 – 40 Jahre hier an? Wo sind die Kinder und Frauen?
2. Wieso werfen sie ihre Pässe weg?
3. Wieso sprechen sie selten die Sprache ihres Landes?
4. Wieso fordern sie nur? Wieso lassen sie sich von der Gutmenschenmafia instrumentalisieren, statt froh zu sein, in einem friedlichen Land Unterkunft, Verpflegung sogar Geld in Höhe von 362 Euro zu bekommen? Wieso reicht es ihnen immer noch nicht?
5. Wieso vermehrt sich das organisierte Verbrechen, besonders in Bereichen Drogen, Raub, Vergewaltigung und Mord?
6. Wieso bringen sie sich gegenseitig um?
7. Wieso verachten Sie die Deutschen, obwohl wir sie füttern?

Das sind nur ein paar Hinweise darauf, daß es sich in keinem Fall um Kriegsflüchtlinge handeln kann und noch nicht mal um Asylanten! Es sind schlicht weg Ausländer, die hierher geschickt werden, um Deutschland und ganz Europa ins Chaos zu stürzen. Wer ein Chaos benötigt, braucht man dem Wissenden nicht mehr zu sagen, aber den Unwissenden sei hier angemerkt, daß es notwendig ist, ein Chaos herbei zu führen, es ist der letzte Schritt zum Errichten der Neuen Welt Ordnung. Zuerst muß das soziale Gefüge der Sozialstaaten zerstört werden, um dann mit geeigneten Mitteln die Gesetzesgrundlagen für die Übertragung von Kompetenzen in einen kleineren Machtkreis zu beschließen! Armee und Polizei wird dann gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt werden.

Die Asylanten ziehen jedoch vorerst ihren eigenen Nutzen daraus. Man benutzt die armen Teufel für ihre schmutzigen Spiele und noch schmutzigeren Ziele!

PEGIDA ist nichts anderes als ein Auffangbecken für frustrierte und unzufriedene Deutsche, deren Sorgen und Nöte in Form von Demonstrationen kanalisiert werden soll. Der gewaltige Nutzen für die BRD-Politik mit dieser PEGIDA ist nun langsam offenkundig. Ein Lutz Bachmann stört da nur. Die Wahrscheinlichkeit, daß man ihn bis vor kurzen nur benutzt hat, ist groß. Vermutlich sind auch viele Vorwürfe gegen ihn Unrecht – zumindest von Seiten der kritischen Betrachter der nationalen Szene. Lutz Bachmann wurde ab gesägt. Zufall? Nein, ich glaube nicht. Zuerst war der Tote Eritreer, was kein Zufall sein dürfte. Dann kam das Verbot zur Demonstration wegen angeblicher Terrorgefahr und dann gab es rassistische Äußerungen von Lutz Bachmann im Internet und eine Adolf Hitler Bild-Parodie. Daß diese Äußerungen bei Facebook schon ein älteres Datum hatte, spielte dabei keine Rolle. Aber daran ist zu erkennen, daß Lutz Bachmann doch frustriert war und deswegen PEGIDA ins Leben rief. Lustig ist es, wenn die MainStreamMedien die Bild-Parodie Bachmanns über Adolf Hitler benutzen, um ihm einen „Nazi“-Hintergrund zu verpassen. Die Frage, wer hat nicht schon mal Adolf Hitler aus Spaß parodiert? Was würde man nur machen, wenn er die Merkel, Kohl oder einen anderen Politiker parodiert hätte?

Man möchte PEGIDA nun vollends zerstören. Es reicht! Sagt man. Der Nutzen, den PEGIDA bringen sollte, hat PEGIDA erbracht. Dresden wird nun mit Geld nur so übergeschüttet – natürlich auf Kosten der Steuerzahlen – das versteht sich von selbst! Ob am kommenden Montag wiederum so viele Demonstranten in Dresden anzutreffen sind, ist daher fraglich. Viele werden der Manipulation durch Politik und MainStreamMedien auf den Leim gegangen sein. Das ist zumindest zu erwarten. Wichtig wäre es vielleicht, wenn sich Menschen zusammen tun, um einen neuen, ihren Interessen entsprechenden Protest zu organisieren. Warum sollte es nur einen Montagsspaziergang geben…warum nicht einen Dienstag- oder Mittwochspaziergang?

Liebe Leserschaft, viele Aussagen die Sie hier gelesen haben, werden die Personen nicht bestätigen, weil es grundsätzlich um ihre Arbeitsplätze geht. Es ist bekannt, daß bereits Arbeitgeber ihre Mitarbeiter entlassen haben, weil sie an PEGIDA teilgenommen haben. Es ist auch bekannt, das in den Schulen, Universitäten und auch bei anderen staatlichen Instituten und Verwaltungen eine Order heraus gegeben wurde, die besagt, daß derjenige, welcher zur PEGIDA-Demonstration geht, mit Konsequenzen rechnen muß. Was hier für ein Spiel seitens der Politik getrieben wird, ist nicht mehr hinnehmbar. Immer wieder wird in den alternativen Medien und Blog über die Souveränität des Landes gesprochen – WIR und nur WIR, das deutsche Volk, sind das Souverän unseres Landes! Ein Deutsch-Türke ist nicht der Souverän, aber er gehört als Mitglied der Gesellschaft zu uns. Was kann er dafür, wenn ihn die BRD verarscht und einen BRD-Paß ausgestellt hat! Der Deutsch-Türke ist wie alle anderen Nicht-Deutschen, die aber hier geboren und aufgewachsen sind, nach deutschen Recht und Gesetz nun mal Ausländer. Er gehört aber zur Gesellschaft. Ein Blick ins Deutsche Reich bringt uns auch die Erkenntnis, daß es damals viele Ausländer gab, die hier lebten, arbeiteten und sich dem deutschen Volke offen näherten, um in die Gesellschaft mit aufgenommen zu werden. Es sind heute die besten Deutschen!

Was gibt es noch über die Asylanten und „Kriegsflüchtlinge“ zu sagen? Es folgen Erzählungen, die weder verifiziert werden konnten, noch irgendwie bewiesen sind. Es könnten auch Spekulationen sein, wobei man sagen kann, selbst hinter solchen Erzählung wird sich etwas Wahrheit verbergen.

In den Herkunftsländern der Asylanten spielen mafiöse Strukturen eine besonders große Rolle. Viele Mafiosi sind noch nicht mal aus den dortigen Ländern, sondern meist aus den westlich-demokratischen. Sie kaufen dort aufgrund der Ressourcen, Drogenanbau, usw. … Grund und Boden auf, und entziehen somit der Landbevölkerung ihre Anbauflächen. Das erklärt auch, warum viele Asylanten aus den ländlichen Gegenden stammen und zumeist Bauern sind. Die Bauern müssen sich nun verschulden um ihren Lebensunterhalt decken zu können. Nun kommt die Mafia dort zum Einsatz, weil die Bauern bei ihnen verschuldet sind. Man rekrutiert förmlich die Asylanten um sie nach Europa zu schicken. Hier sollen sie nun die bereits aufgebauten Drogenringe erweitern und für ständig steigenden Umsatz sorgen. Da sie hier nicht arbeiten (dürfen und sollten) haben sie somit Zeit, genau dieser Tätigkeit nachzugehen. Das erklärt auch, warum in den Asylheimen/Wohnungen meist Drogen durch die Polizei regelmäßig gefunden werden. Hinzu kommt, daß die Asyl-Mafia die Schlepperorganisationen aufgebaut haben. Ebenso hat man dafür gesorgt, daß Lobbyvertretungen in den Zielländern für die Asylanten die nötigen Verbindungen zur Politik suchen und haben. Wenn die Namen der Lobbyisten in den Zielländern und die der Mafiosi in den Herkunftsländern der Asylanten bekannt wären, könnte man bestimmt einen sehr guten Zusammenhang herstellen. Und ganz sicher sind es solche Leute, die im 16., 17. und 18. Jahrhundert die Sklavenbesorgung und Verschiffung organisiert und unternommen haben. Denn auf nichts anderes läuft es heraus.
Liebe Leserschaft, so wie es zur Zeit aussieht, wird das deutsche Volk massiv gespalten, die Asylanten werden instrumentalisiert und alle Menschen manipuliert. Uns soll keine Luft zum Atmen mehr bleiben, lieber versteuert man diese (siehe CO2 Abgabe!)! Heute wurde bekannt, daß man gegen PEGIDA eine riesen Veranstaltung am Montag um 18 Uhr in Dresden machen möchte. Daß bringt allerdings die Gutmenschenmafia nicht alleine fertig, sondern man bedient sich daher deutsche Künstler und Prominenten, wie Herbert Grönemeyer, Jan Josef Liefers und Radio Doria, Silly, Heinrich Schütz Konservatorium, Banda Comunale, Toni Krahl, Sebastian Krumbiegel, Marquess, Woods of Birnam, Klazz Brothers, Jeanette Biedermann und ihre Band Ewig, Keimzeit, Yellow Umbrella und Jupiter Jones. Das Ganze soll, so wie die Informationen vorliegen, für die Zuschauer kostenlos sein, jedoch wird der Steuerzahler wiedermal arg dafür bluten müssen.
Es ist einfach nur noch peinlich, was diese bolschewistisch-marxistische Gutmenschenmafia veranstaltet. Die Überschrift „PE-BÄR-LE-KO alles GIDA“ steht für ähnliche Konstellationen, weil bisher bei alle Organisationen die wirklich einzigen und wichtigen Punkte nicht in einer ihrer Forderungen auftauchen:

– Beendigung der Besatzung
– Vollständiger Abzug der Besatzer
– Volksentscheid zur Wiederherstellung der deutschen Staatlichkeit
– Ausarbeitung der in den Potsdamer Verträgen geregelten Friedensverträge
– Austritt aus dem Euro und der Europäischen Union
– Bestrebung der Anerkennung eines neutralen Staates

Nur das können die Forderungen einer Volksbewegung in Deutschland sein. Alles andere kann später geregelt werden. Ein Stop der Einwanderung aus fremden Kultur- und Religionskreisen ist ebenso zu fordern.

Trotz alledem, auch wenn PEGIDA nicht die Grundforderungen einer Volksbewegung erfüllen, rufe ich jeden auf, der die Möglichkeit hat am Montag zum Dresdner PEGIDA-Abendspaziergang zu gegen. Es ist sehr, sehr wichtig, daß jetzt eine Einigkeit gezeigt werden muß. Hier sollte jeder seine und die hier geäußerten Bedenken beiseite lassen. Alles andere muß warten. Zeigen wir diesem bolschewistisch-marxistischem Gutmenschentum, wer hier das Volk ist und welche Sorgen, Ängste und Nöte wir haben! Es ist sicher kein Problem 100.000 Menschen gegen die bolschewistisch-marxistischen Gutmenschen zu mobilisieren!

Wir sehen uns Montag 18:00 Uhr bei PEGIDA in Dresden!

Die Demo wurde auf Sonntag verlegt, damit auch die PEGIDA-Anhänger zu Grönemeyer gehen können??? Häää?

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Ubasser

Verbrechen an der Wehrmacht – Teil 4


Von Franz W. Seidler

Die völkerrechtswidrige Kriegsführung Stalins im „Großen Vaterländischen Krieg,“

Die Mißachtung des Roten Kreuzes

Im Zweiten Weltkrieg ließen sich alle Kriegführenden Verstöße gegen die Verwundetenkonvention von 1929 zuschulden kommen. Das Zeichen des Roten Kreuzes wurde mißbraucht und mißachtet. Im besonderen Maße waren jedoch die deutschen Verwundeten, die in die Hände der Roten Armee fielen, der Willkür des Gegners ausgeliefert. Die Angehörigen der Roten Armee waren durch keine völkerrechtlichen Verpflichtungen gebunden. Selbst die Martenssche Klausel blieb unberücksichtigt. Sie appellierte zwar an die Gebräuche zivilisierter Nationen, an die Gesetze der Humanität und an die Forderungen des öffentlichen Gewissens, aber alle diese Ideale waren durch die sozialistische Erziehung zum Klassenhaß verkümmert. Es blieb der persönlichen Moral des Einzelnen überlassen, wie er verwundeten Feinden begegnete. Religiös gebundene Soldaten mögen im Einzelfall im Hilflosen den Bruder in Christus erkannt haben, aber die Masse der Soldaten hielt sich an die Propagandaparolen der Partei, die in jedem Deutschen eine Kanaille sah.

Die sowjetische Truppenführung ignorierte, als der Krieg begann, das Zeichen des Roten Kreuzes. Deutsche Verwundetennester und vorgeschobene Hauptverbandplätze, die mit einer weithin sichtbaren Rotkreuz-Fahne gekennzeichnet waren, zogen in besonderem Maße feindliches Artilleriefeuer auf sich, so daß schließlich das Ausflaggen unterlassen wurde, weil es keinen Schutz bot. Da auch die deutschen Feldsanitäter, die eine Rotkreuz-Armbinde trugen und waffenlos waren, bei ihrer Gefangennahme zusammen mit den Verwundeten gemeuchelt wurden, erhielten sie zum Schutz der Verwundeten eine Pistole 38. Das Anlegen der Rotkreuz-Armbinde wurde ihnen untersagt, um sie vor Scharfschützen, denen sie ein deutlich sichtbares Ziel boten, zu bewahren.[67]

Wenn der Roten Armee deutsche Verwundete, die nicht abtransportiert werden konnten, in die Hände fielen, war es eine Frage der Willkür, was mit ihnen geschah. Manchmal wurden die Gebäude mit den Verwundeten in die Luft gesprengt, manchmal wurden sie von der Roten Armee übernommen und die Deutschen evakuiert oder wie in Feodosia aus dem Fenster geworfen,[68] und manchmal kamen die Männer in besondere Spitäler für Kriegsgefangene. Ihr Leben hing auch im letzten Fall an einem seidenen Faden, wenn das deutsche Lazarettpersonal weggeschickt wurde und wenn es, wie meistens, an Medikamenten und Verbandsmaterial fehlte. In dem Verwundetenspital Beketowka starben nach der Kapitulation von Stalingrad zwischen dem 26.1. und 25.2.1943 1.870 Deutsche. In Lesobasa fielen 1.230 deutsche Verwundete in russische Hände; 640 Mann starben.[69]

 Verstöße gegen die Kriegsgefangenenkonvention

Kein Soldat, der im Gefecht die Hände hob, um sich gefangen zu geben, konnte absehen, wie der Feind darauf reagieren würde. Es gibt tausende Augenzeugenberichte, daß die sich Ergebenden erschossen wurden. Nach dem Völkerrecht mußten die Gefangenen auf Waffen kontrolliert und zu den Gefangenensammelstellen gebracht werden. Die Gefangennahme deutscher Soldaten durch Rotarmisten begann im allgemeinen mit der Ausplünderung. Bei der Waffendurchsuchung wurden ihnen die Wertsachen, insbesondere Uhren und Ringe, abgenommen. Oft mußten sie auch ihre Stiefel hergeben; damit waren sie dem Tod geweiht, denn wer kein festes Schuhwerk hatte, kam auf den langen Märschen um.

Viele der Ausgeplünderten wurden, wenn sie bis dahin überlebt hatten, einzeln oder in Gruppen erschossen. Die Erschießungen wurden so umfangreich praktiziert, daß dem Nachrichtendienst der Roten Armee Personen zur Aushorchung fehlten. Die Armeeführungen hatten Schwierigkeiten, die feindliche Aufstellung in Erfahrung zu bringen und Näheres über die Einheiten der Gegenseite, z. B. ihre Bewaffnung und Versorgung, zu erfahren. Die Armeeoberbefehlshaber befahlen deshalb, von der von ihnen als verständlich und rechtmäßig bezeichneter bisheriger Praxis an der Front abzuweichen und die Gefangenen nicht zu erschießen, sondern nach hinten zu schicken.[70]

Wer als gefangener deutscher Soldat einer Befragung unterzogen wurde, konnte sich nicht so verhalten, wie er es gelernt hatte, wollte er nicht sein Leben riskieren. Wenn er in Übereinstimmung mit der Genfer Konvention lediglich seinen Namen und seinen Dienstgrad angab und alle weiteren Aussagen verweigerte, war er gefährdet. Der Hinweis auf Artikel 5 der Kriegsgefangenenkonvention war müßig: „Jeder Kriegsgefangene ist verpflichtet, auf Befragen seinen wahren Namen und Dienstgrad oder auch seine Matrikelnummer anzugeben….

Es darf kein Zwang auf die Kriegsgefangenen ausgeübt werden, um Nachrichten über die Lage ihres Heeres oder Landes zu erhalten. Die Kriegsgefangenen, die eine Auskunft hierüber verweigern, dürfen weder bedroht noch beleidigt, noch Unannehmlichkeiten oder Nachteilen irgendwelcher Art ausgesetzt werden.“ Es liegen zahlreiche Befehle sowjetischer Kommandobehörden vor, nicht aussagewillige Kriegsgefangene zu erschießen. Viele Befragungen waren von Folterungen begleitet. Die einfache Verhörmethode bestand darin, daß der gefangene Soldat am Kopf und an den Füßen festgehalten wurde und mit dem Knüppel bis zu zehn Schläge über Gesäß und Rücken bekam, um ihn zum Sprechen zu bringen. Zu den schwereren Verhören gehörte, daß die nackt ausgezogenen Gefangenen mit Gummiknüppeln auf den Kopf geschlagen wurden, bis ihnen die Ohren wegfielen. Anderen Aussageunwilligen wurden die Fingernägel herausgerissen. Wenn die Vernehmungen durchgeführt waren, übernahm der NKWD die Verhörten. In der Regel wurden sie erschossen.[71]

Um den Rotarmisten an der Front die Überlassung von deutschen Gefangenen nach hinten schmackhaft zu machen, wurde ihnen angedeutet daß die „Fritzen“ nach den Verhören erschossen würden. „Keiner der Eindringlinge wird unser Land lebend verlassen.“[72] Wer nach vielen Gefährdungen, Lebensrisiken und Irrungen in einer Gefangenensammelstelle ankam, war noch immer nicht in Sicherheit. In Frontnähe wurden die Gefangenen häufig, entgegen den Festlegungen der Genfer Konvention, zu Schanzarbeiten herangezogen. Der Weg in die Auffanglager mußte häufig zu Fuß bewältigt werden. Es war den Begleitmannschaften überlassen, ob sie die Schwachen und Verwundeten am Leben ließen. Gezählt und registriert wurden die Gefangenen erst nach ihrer Ankunft.

Die sowjetischen Kriegsgefangenenlager unterschieden sich während des ganzen Krieges nicht von denen der Deutschen im Herbst 1941, als nach den großen Kesselschlachten hunderttausende Rotarmisten von heute auf morgen in dem ausgebluteten Land zu versorgen waren. Wie viele deutsche Soldaten in der Gefangenschaft an Strafmaßnahmen, Entkräftung, Hunger, Ruhr, Typhus, Fleckfieber und Überarbeitung starben, wird sich nie aufklären lassen. Von den 1941 und 1942 in sowjetische Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten überlebten nur 5% den Krieg. Die Kranken und Verwundeten sind wohl alle umgekommen.[73]

Die Rache an Kollaborateuren

Unnachsichtig wurden jene Sowjetbürger zur Rechenschaft gezogen, die mit den deutschen Besatzungstruppen zusammengearbeitet hatten. Sobald die Rote Armee Orte befreit hatte, die von Deutschen besetzt gewesen waren, suchten spezielle Kommandos im Auftrag des NKWD nach Kollaborateuren unter der Bevölkerung. Den Säuberungen fielen alle zum Opfer, die sich nach dem Einmarsch der Wehrmacht in gutem Glauben oder um eines Vorteils willen der Besatzungsmacht zur Verfügung gestellt hatten. Die Maßnahmen, die von den Deutschen eingeleitet worden waren, z.B. die Aufteilung der Kolchosen und die freie Betätigung der orthodoxen Kirche, hatten nicht nur zu Sympathiekundgebungen der Bevölkerung geführt, sondern zur handfesten Mitarbeit vieler in der Verwaltung, im Ablieferungswesen, bei der Rekrutierung von Arbeitskräften und im Kampf gegen die Partisanen. Neben den ehemaligen Kulaken, den Angehörigen der nationalen Minderheiten und all denen, die unter der Sowjetmacht gelitten hatten, waren es viele Jugendliche, die mit den Deutschen kollaborierten. Wer nach dem Einmarsch der Roten Armee aufgestöbert wurde, hatte im allgemeinen sein Leben verwirkt. Er wurde kurzerhand aufgehängt. Unter den Opfern waren viele Frauen und Jugendliche. Es gehörte zu den Usancen der sowjetischen Propaganda, für die e Mordtaten, wenn möglich, die Deutschen verantwortlich zu machen. Unschuldige Soldaten der Wehrmacht wurden hierfür nach der Gefangennahme aus propagandistischen Gründen hingerichtet.Auch die Ergebnisse der Politik der verbrannten Erde, die die russische Armee bei ihren Rückzügen betrieben hatte und durch die zahlreiche Ortschaften zerstört worden waren, wurden der deutschen Wehrmacht angelastet.[74]

Der erste große Schauprozeß gegen deutsche Kriegsgefangene fand im Dezember 1943 in Charkow statt. Die vier Angeklagten wurden nur vier Tage nach der Verhandlung am 19.12.1943 auf dem Marktplatz der Stadt öffentlich gehenkt. 50.000 Zuschauer applaudierten.[75] Als die Rote Armee 1943 den Kaukasus zurückerobert hatte, erhielt der NKWD-Chef Berija von Stalin den Auftrag, der Staatssicherheitsdienst solle aus allen befreiten Ortschaften die Familienmitglieder der „aktiven deutschen Handlanger und Banditen, Heimatverräter und freiwillig zu den Deutschen Übergelaufenen“ umsiedeln. 735 Familien kamen in Viehwaggons nach Tadschikistan.[76] Da aus den Volksgruppen der Tschetschenen, Osseten, Kalmücken, Turkmenen, Georgier, Balkaren, Inguschen, Karatschajer und Krimtataren besonders viele Überläufer in die deutsche Wehrmacht eingetreten waren, wurden große Teile von ihnen nach Osten umgesiedelt. Die Kalmücken allein waren mit 26.359 Familien betroffen.[77]

Anmerkungen

  1. Vgl. Hitlers Weisungen für die Kriegführung (wie Anm. 2), S. 233
  2. Vgl. Fritz Becker: Im Kampf um Europa. Stalins Schachzüge gegen Deutschland und den Westen, Graz u.a.1991, S. 231
  3. Alfred M. de Zayas: Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle. Deutsche Ermittlungen über alliierte Völkerrechtsverletzungen im Zweiten Weltkrieg, München 1984, S. 308 ff.
  4. Vgl. A. E. Epifanow und Hein Mayer: Die Tragödie der deutschen Kriegsgefangenen in Stalingrad von 1942 bis 1946 nach russischen Archivunterlagen, Osnabrück 1996, S. 237 ff.
  5. Vgl. Befehl Nr. 025 des Volkskommissariats für Verteidigungswesen, Leitung der politischen Propaganda der 5. Armee, S. 58 dieses Buches
  6. Befehl des Chefs der Politabteilung der 9. Kavalleriedivision, S. 66 dieses Buches
  7. Vgl. Joachim Hoffmann (wie Anm. 33), S. 229; A. E. Epifanow und Hein Mayer, (wie Anm. 70), S. 239 f.
  8. Vgl. A.E. Epifanow und Hein Mayer (wie Anm. 70), S. 131 ff.
  9. Vgl. Erwin Peter und Alexander E. Epifanow (wie Anm. 3), S. 268
  10. Vgl. Fritz Becker (wie Anm. 55), S. 238
  11. Vgl. Erwin Peter und Alexander E. Epifanow (wie Anm. 3), S. 253 und 265

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Ubasser

Die Verbrechen an der Wehrmacht – 3 Teil


Die völkerrechtswidrige Kriegsführung Stalins im „Großen
Vaterländischen Krieg,“

Die völkerrechtlichen Bestimmungen

Der Rußlandfeldzug, wie die Deutschen den Krieg nannten, bzw. der Große Vaterländische Krieg, wie ihn die Sowjets nannten, war in vielerlei Hinsicht ein Krieg außerhalb des Völkerrechts. Die ideologische Auseinandersetzung zwischen Nationalsozialismus und Sozialismus artete in weiten Strecken zu einem Vernichtungskrieg aus. Die deutschen Soldaten führten entsprechend den Propagandathesen des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda einen Krieg zur Rettung des Abendlandes vor dem Bolschewismus. Die sowjetischen Soldaten kämpften für die Verbreitung des Marxismus-Leninismus. Die einen starben für Führer, Volk und Vaterland und die anderen für die Zukunft des Proletariats und für Stalin. Das Völkerrecht wurde von beiden Seiten gebrochen.

Die im Zweiten Weltkrieg geltenden völkerrechtlichen Vereinbarungen waren die Haager Landkriegsordnung vom 18.10.1907 (Anlage zum 2. Abkommen, betreffend die Gesetze und Gebräuche des Landkriegs), die Genfer Kriegsgefangenenkonvention vom 27.7.1929 (Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen) und die Genfer Konvention für Verwundete und Kranke vom 27.7.1929 (Genfer Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der Heere im Felde). Sie regelten die Beziehungen zwischen den kriegführenden Mächten und legten die Verhaltensweisen der Kombattanten im Krieg fest (ius in bello).

Die Sowjetunion stand völkerrechtlich außerhalb der Staatengemeinschaft. Lenin hatte alle Vereinbarungen, die 1907 in Den Haag von den Vertretern fast aller Staaten unterzeichnet worden waren, als eine Erbschaft des Zarenreiches gekündigt. Der Zar war es gewesen, der die Konferenz initiiert hatte und dessen Vertreter maßgeblich an den Formulierungen der Texte mitgearbeitet hatten. Den beiden Genfer Konventionen von 1929 war die UdSSR überhaupt nicht beigetreten.[48] Das hatte zur Folge, daß die Verträge für Kriege mit der Sowjetunion nicht galten. Als die Rote Armee im September 1939 aufgrund des Ribbentrop-Molotow-Pakts in Ostpolen einmarschierte, hatten die gefangengenommenen Angehörigen der polnischen Armee keinen völkerrechtlichen Schutz. 12.500 polnische Offiziere konnten ermordet werden, ohne daß die Weltöffentlichkeit etwas davon erfuhr. Auch im finnisch-russischen Winterkrieg setzte sich die Sowjetunion über die völkerrechtlichen Bestimmungen hinweg. Die Bitte des finnischen Außenministeriums vom 30.11.1939, beide Seiten möchten sich an die Haager Landkriegsordnung von 1907 und an die Genfer Konventionen von 1929 halten, blieb unbeantwortet. Im Zweiten Weltkrieg waren diese Verträge zwar zwischen dem Deutschen Reich und seinen Verbündeten einerseits und den Westalliierten andererseits geltendes Recht, aber nicht zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion. Ob Stalins Angebot vom 17.7.1941, das über Schweden als der Schutzmachtvertretung der UdSSR dem deutschen Auswärtigen Amt zugeleitet wurde, daß man zur völkerrechtskonformen Kriegsgefangenenbehandlung bereit sei, wenn dies deutscherseits ebenfalls geschehe, den Zustand einer gegenseitigen Verpflichtung schuf, ist völkerrechtlich umstritten. Deutschland antwortete mit einer Protestnote: „Die Reichsregierung kann nur ihrem äußersten Erstaunen darüber Ausdruck geben, daß sich die Sowjetregierung trotz des bisherigen Verhaltens ihrer Truppen gegenüber den in ihre Hand gefallenen deutschen Soldaten noch für berechtigt hält, von der Anwendung völkerrechtlicher Regeln bei der Behandlung von Kriegsgefangenen zu sprechen und dabei die Frage der Gegenseitigkeit aufzuwerfen … Dagegen ist sowohl durch den Zustand der beim Vormarsch der deutschen Truppen gefundenen deutschen Soldaten als auch durch die Aussagen vorübergehend in die Hand russischer Truppen gefallener und dann wieder befreiter Soldaten, die zum Teil verwundet waren, festgestellt worden, daß die Sowjettruppen deutsche Gefangene in einer geradezu unbeschreiblichen und bestialischen Weise gemartert und ermordet haben.“[49] Auch der über das Internationale Komitee vom Roten Kreuz übermittelte Protest des sowjetischen Roten Kreuzes über deutsche Luftangriffe auf sowjetische Lazaretteinrichtungen wurde unter Hinweis darauf zurückgewiesen, daß „die Sowjettruppen sich in nicht zu übertreffender Weise selbst außerhalb allen Völkerrechts gestellt haben“, wie die Folterung und Ermordung der Besatzungen notgelandeter deutscher Flugzeuge beweise.[50]

Die Bitte des deutschen Auswärtigen Amtes um Aufklärung über die Lager für deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion, die über die bulgarische Schutzmachtmission nach Moskau übermittelt wurde, wurde von dort abschlägig beschieden. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz bekam keine Genehmigung, Lager auf sowjetischem Boden zu besuchen. Es erhielt auch keine Listen der deutschen Kriegsgefangenen, obwohl das Deutsche Reich und die mit ihm verbündeten Länder Namenslisten russischer Kriegsgefangener zur Verfügung stellten.[51]

Bei der Roten Armee gab es kein Zeichen, daß man bereit sei, sich an das Völkerrecht zu halten. Der Versuch des amerikanischen Präsidenten Roosevelt am 29.5.1942, den sowjetischen Außenminister Molotow in einem persönlichen Gespräch zum Beitritt der UdSSR zu den Genfer Konventionen, zur Zulassung von Vertretern des Internationalen Roten Kreuzes zu den Gefangenenlagern und zum Austausch von Namenslisten von Gefangenen, Verwundeten und Gefallenen zu bewegen, war erfolglos. Zu diesem Zeitpunkt hatte allerdings auch die deutsche Regierung kein Interesse mehr an Mitteilungen über sowjetische Kriegsgefangene, weil dann die Verluste in den Kriegsgefangenenlagern offenkundig geworden wären.[52]

Die Haager Landkriegsordnung („Abkommen, betreffend die Gesetze und Gebräuche des Landkriegs“), die jeder deutsche Soldat kannte, legte im Artikel 1 die vier Kriterien des Kombattantenstatus fest. Kombattanten, d.h. zur legitimen Kriegführung Berechtigte, hatten folgende Bedingungen zu erfüllen:

1. daß jemand an ihrer Spitze steht, der für seine Untergebenen verantwortlich ist,
2. daß sie ein bestimmtes, aus der Ferne erkennbares Abzeichen tragen,
3. daß sie die Waffen offen führen und,
4. daß sie bei ihren Unternehmungen die Gesetze und Gebräuche des Krieges beobachten.“

Der verantwortliche Führer brauchte kein Offizier zu sein, aber er mußte von seinen Untergebenen erwarten können, daß seine Befehle befolgt würden. Für ihre Taten hatte er einzustehen. Das offen zu tragende Kennzeichen bestand im Normalfall in der Uniform. Sie wies den Träger als Angehörigen der Streitkräfte aus. Wer nicht dazugehörte, aber den Status des Kombattanten beanspruchte, benötigte zur Legitimation ein besonderes Kennzeichen, das der anderen Seite bekanntgegeben werden mußte. Es dokumentierte die Zugehörigkeit des Kämpfers zu einer dem Prinzip von Befehl und Gehorsam verpflichteten Gruppe und garantierte, neben der offen zu tragenden Waffe, die legitime Kampfführung mit dem als Feind identifizierbaren Gegner. Deshalb mußte es so beschaffen sein, daß es aus normaler Sehweite, mindestens aus Schußentfernung, zu erkennen war.

Damit sollte verhindert werden, daß Landesbewohner bald als Kämpfer, bald als anscheinend friedliche Zivilisten in Erscheinung traten. Das Hin- und Herpendeln zwischen Kampf und friedlicher Beschäftigung war mit dem neuzeitlichen Kriegsrecht nicht vereinbar. Das Kampfkennzeichen mußte daher nicht nur im Gefecht gezeigt werden, sondern vom ersten militärischen Einsatz bis zur letzten Kriegshandlung nach dem Grundsatz: Einmal Feind, immer Feind. Es sollte verhindern, daß Partisanen unmittelbar nach einem kämpferischen Einsatz in der Anonymität der Bevölkerung verschwanden. Es war umstritten, ob das Abzeichen fest an der Kleidung angebracht sein mußte oder nicht. Nach mehrheitlicher Ansicht reichte eine Armbinde in leuchtenden Farben aus, wie sie der Deutsche Volkssturm am Ende des Zweiten Weltkriegs am linken Arm trug, aber nicht ein fünf Zentimeter großer Stern auf der Kopfbedeckung, wie ihn die Tito-Partisanen zeitweise anlegten. An der offen getragenen Waffe sollte der Kombattant der anderen Seite erkennen können, daß ihm ein Feind gegenüberstand. Pistolen in der Hosentasche und Gewehre mit abgeschnittenem Lauf unter dem Mantel erfüllten die Voraussetzungen der Ziffer 3. nicht. Gegen die Gesetze und Gebräuche des Krieges verstieß, wer nichterlaubte Waffen verwendete, z.B. Schrotflinten, Giftgase, Dum-Dum-Geschosse, und wer die Gesetze der Humanität mißachtete, z.B. indem er Gefangene folterte oder verstümmelte. Wer die Bedingungen des Artikels 1 der Haager Landkriegsordnung nicht beachtete -und zwar alle, ohne Ausnahme -, hatte keinen Anspruch auf eine völkerrechtskonforme Behandlung, z.B. auf den Status als Kriegsgefangener. Im Prinzip stand er außerhalb der Rechtsordnung und war als Freischärler (irregulär Kriegführender) nach Kriegsbrauch, d.h. nach Gewohnheitsrecht, auf Gedeih und Verderb dem Sieger ausgeliefert.[53]

Das „Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen“ vom 27.7.1929 legte die Grundsätze fest, nach denen Kombattanten, die in feindliche Hände gefallen waren, zu behandeln waren. Die fünf Abschnitte der Konvention lauteten: „Rückführung der Kriegsgefangenen“ (Abtransport aus dem Kampfgebiet, Registrierung und Kontaktaufnahme mit der Familie), „Kriegsgefangenenlager“ (Einrichtung und Ausstattung der Lager, Verpflegung, Gesundheitspflege, Lagerdisziplin, Sonderbestimmungen für Offiziere), „Arbeit der Kriegsgefangenen“ (Organisation und Bezahlung, verbotene Tätigkeiten), „Beziehungen der Kriegsgefangenen zur Außenwelt“ (Kontakte zur Schutzmacht, Bestrafungen), „Beendigung der Gefangenschaft“ (Freilassung, Heimschaffung), „Todesfälle von Gefangenen“ (Testamentserstellung, Begräbnis), „Hilfs- und Auskunftstellen für die Gefangenen“ (Rechte der Vertrauensleute, Einrichtung zentraler Auskunftstellen, Benachrichtigung der Schutzmacht, Funktionen der Hilfsgesellschaften). Ein paar Bestimmungen seien herausgegriffen:

  • Die Verpflegung hatte in Menge und Qualität der der Ersatztruppen des Gewahrsamslandes zu entsprechen (Art. 11).
  • Kleidung, Wäsche und Schuhwerk waren zu stellen (Art. 12).
  • Einmal monatlich sollten die Kriegsgefangenen ärztlich untersucht werden (Art. 15).
  • Kein Kriegsgefangener durfte zu Arbeiten verwendet werden, denen er körperlich nicht gewachsen war (Art. 29).
  • Offiziere sollten, um sich Verköstigung und Bekleidung kaufen zu können, dasselbe Gehalt bekommen wie die entsprechenden Dienstgradgruppen des Gewahrsamslandes (Art. 22 und 23).
  • Briefverkehr war mindestens einmal im Monat zu erlauben (Art. 37).

Artikel 2 der Genfer Kriegsgefangenenkonvention legte fest, daß die Verantwortung für die in Kriegsgefangenschaft geratenen feindlichen Soldaten beim Gewahrsamsstaat lag und nicht bei der Truppe, die die Gefangenen eingebracht hatte. Die Regierung hatte dafür zu sorgen, daß sich ihre Soldaten an die Bestimmungen hielten und hatte Verstöße zu ahnden. Artikel 2 lautete:

„Die Kriegsgefangenen unterstehen der Gewalt der feindlichen Macht, aber nicht der Gewalt der Personen oder Truppenteile, die sie gefangengenommen haben. Sie müssen jederzeit mit Menschlichkeit behandelt und insbesondere gegen Gewalttätigkeiten, Beleidigungen und öffentliche Neugier geschützt werden. Vergeltungsmaßnahmen an ihnen auszuüben, ist verboten.“

Das „Genfer Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der Heere im Felde“ vom 27.7.1929 enthielt die Vorschriften über die Behandlung von Verwundeten und Kranken in feindlicher Hand. Artikel 1 lautete:

„Militärpersonen und andere den Heeren beigegebene Personen, die verwundet oder krank sind, müssen unter allen Umständen geschont und geschützt werden; sie sind ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit von dem Kriegführenden, in dessen Händen sie sich befinden, mit Menschlichkeit zu behandeln und zu versorgen.“

Die das Schlachtfeld behauptende Partei war verpflichtet, die Verwundeten und Gefallenen zu sammeln und vor Beraubung zu schützen. Feindliche Verwundete waren nach den Regeln der Kriegsgefangenenkonvention zu behandeln. Die Namen der in ihre Hand Gefallenen sollten zwischen den Kriegführenden ausgetauscht werden. Beerdigungen sollten „in ehrenvoller Weise“ erfolgen. Die Sanitätsdienste waren „zu schonen und zu schützen“. Das Sanitätspersonal und die Feldgeistlichen galten nicht als Kriegsgefangene, wenn sie in feindliche Hand fielen. Ausrüstung, Beförderungsmittel und Begleitpersonal waren ihnen zu belassen. Sie durften ihrer Bestimmung nicht entzogen werden und waren zurückzuschicken, wenn es die militärische Lage gestattete. Das Wahrzeichen des Roten Kreuzes durfte nicht mißbraucht werden.

Die Formulierung des Artikels 1 der Genfer Verwundetenkonvention war von ungewöhnlicher Rigidität. Die Kranken und Verwundeten waren „unter allen Umständen … mit Menschlichkeit zu behandeln und zu versorgen“.

Das Völkerrecht ging von der Voraussetzung aus, daß die Kriegsgegner, auch wenn sie durch keine völkerrechtlichen Verträge gebunden waren, die Grundsätze einer humanen Kriegführung einhalten würden. Bei der Ersten Haager Konferenz 1899 hatten sich die Versammelten darauf geeinigt, daß militärische Auseinandersetzungen in Zukunft auf alle Fälle nach den Bedingungen geführt werden würden, wie sie sich aus „den unter zivilisierten Nationen festgestellten Gebräuchen, aus den Gesetzen der Humanität und aus den Forderungen des öffentlichen Gewissens“ ergeben. Diese als „Martenssche Klausel“ bekannten Mindestvoraussetzungen durften bei allen Kriegführenden des Zweiten Weltkriegs vorausgesetzt werden. Wenn sich ein Kriegsgegner nicht an die Völkerrechtsbestimmungen hielt, konnte der geschädigte Staat zu Repressalien greifen. Im allgemeinen handelte es sich um Kollektivstrafen. Die Repressalien durften jedoch nicht unverhältnismäßig sein, mußten militärisch notwendig sein, mußten von einem höheren Kommandeur befohlen werden und mußten in Bezug zur Völkerrechtsübertretung stehen. Auf keinen Fall durften, wie Artikel 2 der Genfer Kriegsgefangenenkonvention besagte, Kriegsgefangene für Vergeltungsmaßnahmen herangezogen werden.[54]

Um sich gegenüber Großbritannien, das den Abschluß eines Beistandspaktes mit der UdSSR plante, als zivilisierter Staat zu legitimieren, informierte ein Erlaß des Rates der Volkskommissare am 1.7.1941 die Truppe erstmals über die Bestimmungen der drei völkerrechtlichen Abkommen. Der Erlaß blieb wirkungslos, weil die Haager Landkriegsordnung und die Genfer Konventionen nicht zum Ausbildungsstoff in der Roten Armee gehörten. Die sich häufenden Greueltaten der Rotarmisten an deutschen Gefangenen und Verwundeten in den folgenden Wochen legten die Vermutung nahe, daß die Verlautbarung des Rates der Volkskommissare nicht als Handlungsanweisung für die Truppe gedacht war, sondern zur Selbstlegitimation und zur Beruhigung der anvisierten Bündnispartner diente. Nichts wurde besser. Im Gegenteil:

1. Der völkerrechtswidrige Partisanenkrieg wurde verstärkt.
2. Dem Schutz der Verwundeten wurde keine Beachtung geschenkt.
3. Deutsche Kriegsgefangene wurden mißhandelt, und die sowjetischen Kriegsgefangenen wurden verfemt (verachtet)

Der völkerrechtswidrige Partisanenkrieg

„Töte den Deutschen, wo Du ihn antriffst. Schlag ihn auf der Straße, im Haus, spreng ihn mit der Granate, stich das Bajonett in ihn, die Mistgabel, spalte ihn mit dem Beil, setze ihn auf den Pfahl, zerschneide ihn mit dem Messer, schlag, wie Du kannst, aber töte! Töte ihn, und Du rettest Dein Leben und das Deiner Familie. Töte ihn, und Du rettest Deine Heimat, Dein Volk. Überall mußt Du die Bestie schlagen! Wenn er Rast macht und schläft – zerfleische den Schlafenden. Geht er durch den Wald – wird er dort den Tod finden. Ist er unterwegs – eine Mine soll ihn zerreißen. Fährt er in der Eisenbahn – laß den Zug entgleisen. Zerdrücke, zerspalte, zersteche ihn im Wald, auf dem Feld, auf Straßen, vernichte ihn überall!“

Ilja Ehrenburg

 

Am 22.6.1941 verhängte der Rat des Obersten Sowjet das Kriegsrecht über Estland, Lettland, Litauen, die Ukraine, Weißrußland, Karelien, Bessarabien sowie über die Gebiete von Archangelsk, Murmansk, Wologda, Leningrad, Kalinin, Iwanowo, Jaroslaw, Rjasan-Smolensk, Tula, Kursk, Moskau, Woronesch, Orel, Krim und Krasnodar. In 15 Militärbezirken wurde die Generalmobilmachung angeordnet.[55]

Eine Woche später wurde der Partisanenkrieg ausgelöst. Er war eine vorbereitete völkerrechtswidrige Maßnahme. Die Wehrmacht war darauf nicht vorbereitet. In der Roten Armee gab es dagegen seit 1933 eine „Dienstvorschrift für den Partisanenkampf“. Bereits im Januar und Februar 1941 wurden in verschiedenen Militärbezirken der Sowjetunion von der „Gesellschaft zur Förderung der Verteidigung“ (Osowiachim) großangelegte Partisanenkriegsspiele abgehalten, an denen auch die Zivilbevölkerung teilnahm. Die Armeezeitung „Roter Stern“ berichtete darüber. Aufgrund der Erfahrungen stellte die KPdSU bereits vor Kriegsbeginn sogenannte Zerstörungsbataillone auf. Sie sollten, wenn ein Gebiet von der Roten Armee aufgegeben werden müßte, systematisch alle kriegs- und lebenswichtigen Betriebe, Nachrichtenmittel, Verpflegungsstellen usw. zerstören oder vernichten und, sobald sie von der Front überrollt waren, den Partisanenkampf aufnehmen.[56]

Am 29.6.1941 rief das Zentralkomitee der KPdSU alle Partei-, Sowjet-, Gewerkschafts- und Komsomolzenorganistionen auf, „Partisanenabteilungen und Diversionsgruppen“ zu bilden und die deutschen Eindringlinge im „erbarmungslosen Kampf … bis zum letzten Blutstropfen“ zu verfolgen und zu vernichten.[57] Zwei Wortgruppen ziehen sich wie ein roter Faden durch die
folgenden Verlautbarungen, Befehle, Anordnungen, Weisungen und Richtlinien der Zentral- und Provinzialbehörden der KPdSU bis zum Kriegsende. Das eine sind alle möglichen Ableitungen des Wortes „vernichten“ und das andere alle Varianten des Ausdrucks „Eindringling“. Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Weißrußlands z.B. reagierte bereits am 1.7.1941 auf die Weisung aus Moskau mit dem Befehl, „Straßen und Brücken zu sprengen oder zu beschädigen, Treibstoff- und Lebensmittellager, Kraftfahrzeuge und Flugzeuge anzuzünden, Eisenbahnkatastrophen zu arrangieren, den Feinden weder Tag noch Nacht Ruhe zu geben, sie überall zu vernichten, wo man sie erwischt, sie mit allem zu töten, was man zur Hand hat: Beil, Sense, Brecheisen, Heugabeln, Messern“. Ein besonders markanter Satz lautet: „Bei der Vernichtung der Feinde schreckt nicht davor zurück, beliebige Mittel zu verwenden: erwürgt, zerhackt, verbrennt, vergiftet den faschistischen Auswurf!“

Am 3.7.1941 befahl Stalin in seiner bekannten Rundfunkrede „Genossen! Bürger! Brüder und Schwestern! Kämpfer unserer Armee und Flotte!“, die in den folgenden Tagen immer wieder ausgestrahlt wurde, den deutschen Invasoren alles, was ihnen nützen könne, zu entziehen: „… dem Feind darf keine einzige Lokomotive, kein einziger Waggon, kein Kilogramm Getreide, kein Liter Treibstoff überlassen werden.“ Was nicht abtransportiert werden könne, müsse vernichtet werden. „In den vom Feind okkupierten Gebieten müssen Partisaneneinheiten zu Pferd und zu Fuß gebildet und Diversionseinheiten geschaffen werden zum Kampf gegen die Truppenteile der feindlichen Armee, zur Entfachung des Partisanenkriegs überall und allerorts, zur Sprengung von Brücken und Straßen, zur Zerstörung der Telefon- und Telegraphenverbindung, zur Niederbrennung der Wälder, der Depots und der Trains. In den okkupierten Gebieten müssen für den Feind und alle seine Helfershelfer unerträgliche Bedingungen geschaffen werden, sie müssen auf Schritt und Tritt verfolgt und vernichtet werden und alle ihre Maßnahmen müssen vereitelt werden.“[58]

Am 18.7.1941 folgte der Beschluß des ZK der KPdSU „Über die Organisierung des Kampfes im Rücken der feindlichen Truppen“. Die Leiter der Republik-, Gebiets- und Rayonskomitees der Parteiorganisationen wurden persönlich dafür verantwortlich gemacht, daß in Ausführung des Befehls Stalins „Partisanenabteilungen, Diversions- und Vernichtungsgruppen zu Fuß und zu Pferde“ aufgestellt würden, um „für die deutschen Interventen unerträgliche Bedingungen zu schaffen“.[59]

Die Rede Stalins auf einer Festsitzung des Moskauer Sowjets der Deputierten der Werktätigen anläßlich des 24. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution am 6.11.1941 war gespickt mit Schimpfwörtern für die deutschen Soldaten: „Leute mit einer Moral von Bestien“, „Räuber, die jedes Menschenantlitz verloren haben [und] in ihrer moralischen Verkommenheit schon längst auf das Niveau wilder Bestien herabgesunken sind“, „Leute, die des Gewissens und der Ehre bar sind“ usw. Gegen sie sei jedes Mittel erlaubt. Die Bevölkerung sollte zur Mitarbeit bei ihrer Vernichtung „bis zum letzten Mann“ herangezogen werden.[60]

Dazu erließ Stalin am 17.11.1941 den Befehl Nr. 428, der in der deutschen Publizistik den Namen Fackelmänner-Befehl trägt und im Original „Die ungeheuren Verbrechen, Grausamkeiten und Gewalttätigkeiten der deutschen Behörden in den besetzten Bezirken und Gebieten“, heißt: „Alle Siedlungen, in denen sich deutsche Truppen befinden, sind in einer Tiefe von 40 bis 60 km hinter der Hauptkampflinie und 20 bis 30 km beiderseits von Wegen in Brand zu setzen.“ Mit dieser Aufgabe wurden die Luftwaffe, die Artillerie und die Partisanen- Diversionsgruppen, „die mit Flaschen mit Brennstoff ausgerüstet sind“, beauftragt. Der Befehl hat sogar folgenden Absatz enthalten haben. „Die Jagdkommandos sollen die Vernichtungsaktionen in Uniformen des deutschen Heeres und der Waffen-SS, ausführen. Das schürt den Haß auf die faschistischen Besatzer und erleichtert die Anwerbung von Partisanen im Hinterland. Es ist darauf zu achten, daß Überlebende zurückbleiben, die über die ‚deutschen Greueltaten‘ berichten können.“ Für die Jagdkommandos, die in jedem Regiment aufzustellen waren, sollten 20 bis 30 „mutige Kämpfer“ ausgewählt werden. „Besonders jene, die hinter den deutschen Linien in gegnerischer Uniform Siedlungen vernichten, sind zu Ordensverleihungen vorzuschlagen“, heißt es in dem Befehl. Der letzte Satz lautet: „In der Bevölkerung ist zu verbreiten, daß die Deutschen die Dörfer und Ortschaften in Brand setzen, um die Partisanen zu bestrafen.“[61]

Die Propagandisten der Roten Armee griffen Stalins brutalen Befehl auf, obwohl er sich in erster Linie gegen das eigene Volk richtete. Am 30.11.1941 verfaßte der wortgewaltigste von ihnen, Ilja Ehrenburg, den Aufruf „Kämpfer, Kundschafter, Freischärler!“, in dem er die Angehörigen dieser drei Gruppierungen aufforderte: „Wenn es irgendwo ein Haus gibt, in dem sich die Deutschen aufwärmen können, so räuchert es aus!“[62]

Am 7.1.1942 übergab das sowjetische Außenministerium den in Moskau akkreditierten Diplomaten folgende scheinheilige Note: „Die sowjetische Regierung führt vor den diplomatischen Vertretern der Weltöffentlichkeit Beschwerde über die von den deutschen Truppen verübten Grausamkeiten, Verwüstungen und Plünderungen in den sowjetischen Gebieten, wo die deutsche Wehrmacht planmäßig die Vernichtung von ganzen Dörfern und Städten vornimmt und sie bis auf die Grundmauern nieder brennt, so daß die sowjetische Bevölkerung obdachlos wird. Die Zerstörungen haben das Ausmaß einer Verwüstung, und die sowjetische Bevölkerung wird von den Deutschen
beraubt an Lebensmitteln und Bekleidung, und wer Widerstand leistet, wird erschossen.“[63] Mit diesen Ausführungen versuchte die sowjetische Regierung, der Wehrmacht die Schandtaten in die Schuhe zu schieben, die sie skrupellos an ihrer eigenen Bevölkerung beging.

Die Verteufelung der deutschen Soldaten in der sowjetischen Propaganda bereitete auch den Boden für die Partisanenuntaten vor: „faschistische Bestien“, „faschistisches Aas“, „Banden des Menschenfressers Hitler“, „deutsche Räuber“, „Hitlerhorden“ etc. Diese Klassifizierung der Gegner war ein Freibrief für die Partisanen. Die Grausamkeiten der Roten Armee wurden von ihnen in den Schatten gestellt. Deutsche Soldaten, die in die Hände der Partisanen fielen, mußten das Schlimmste gewärtigen. Das ZK-Mitglied Kazapalow forderte am 1.10.1941 in Cholm die Partisanen auf, die gefangenen deutschen Soldaten „vor der Erschießung durch Verstümmelung zu quälen.[64] Diese verwilderten Typen in den Partisanenhorden folgten solchen Aufforderungen nur zu gern. Auf der deutschen Seite setzte sich für sie der Ausdruck „Banditen“ durch.

Die deutschen Offiziere konnten ihre Soldaten nicht immer von Rachereaktionen abhalten. Die Erbitterung war zu groß. Was geht in einem Soldaten vor, der seinen Kameraden grausam verstümmelt am Waldrand liegen sieht? In seinem Soldbuch fand jeder Wehrmacht- und Waffen-SS-Angehörige das dritte der 10 Gebote des deutschen Soldaten, die er als Rekrut auswendig zu lernen hatte: „Es darf kein Gegner getötet werden, der sich ergibt, auch nicht der Freischärler oder Spion. Diese erhalten ihre gerechte Strafe durch die Gerichte.“ Die Wirklichkeit ging bald über dieses humane und völkerrechtskonforme Postulat, das in den bisherigen Feldzügen umgesetzt worden war, hinaus.

Trotz der eskalierenden Brutalität im Partisanenkrieg rief die deutsche militärische Führung die Soldaten der Wehrmacht immer wieder auf, die fremde Zivilbevölkerung zu schonen. Der Oberbefehlshaber des Heeres verlangte in den „Richtlinien für Partisanenbekämpfung“, die er am 25.10.1941 herausgab, von der Truppe, daß sie „durch vernünftige, gerechte Behandlung das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen“ habe, damit die Partisanen von dort keine Unterstützung bekämen.[65] In den „Richtlinien für die verstärkte Bekämpfung des Bandenunwesens im Osten“ (Weisung Nr. 46) vom 18.8.1942 mußte selbst Hitler anordnen, daß die Mitarbeit der Bevölkerung „unentbehrlich“ sei. Er verlangte ihre „strenge, aber gerechte Behandlung“.[66]

49. Bundesarchiv/Militärarchiv RW2/v. 29, S. 5
50. Vgl. Bundesarchiv/Militärarchiv RW 5/v. 333
51. Vgl. Hermann Dieter Betz (wie Anm. 29), S. 64 ff.
52. Vgl. Kurt W. Böhme: Die deutschen Kriegsgefangenen in sowjetischer Hand. Eine Bilanz, Band 7 der Reihe: Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkriegs, München 1966, S. 161 ff.; Rudolf Aschenauer (wie Anm. 36), S. 314
53. Vgl. Jürg H. Schmid: Die völkerrechtliche Stellung der Partisanen im Kriege, Nendeln/Liechtenstein 1979, S.161 ff.
54. Vgl. H. A. Schütze: Die Repressalie unter besonderer Berücksichtigung der Kriegsverbrecherprozesse, Bonn 1950, S. 40 ff.; Hans Laternser: Der Zweite Weltkrieg und das Recht, in: Bilanz des Zweiten Weltkriegs, Hamburg 1953, S. 412 ff.
55. Vgl. Fritz Becker: Stalins Blutspur durch Europa. Partner des Westens 1933-45, Kiel 1995, S. 236
56. L. V. Richard: Partisanen. Kämpfer hinter den Fronten, Rastatt 1986, S. 21, 63
57. Direktive des Rates der Volkskommissare der UdSSR und des ZK der KPdSU, in: Heinz Kühnrich: Der Partisanenkrieg in Europa 1939-1945, Ostberlin 1965, S. 434 f.
58. Vgl. L. V. Richard (wie Anm. 56), S. 21
59. Vgl. Heinz Kühnrich (wie Anm. 57), S. 437
60. Josef Stalin: Über den Großen Vaterländischen Krieg der Sowjetunion, Ostberlin 1952, S. 16 ff.
61. Vgl. GenStH, Fremde Heere Ost 11 H 3/70 Fr. 6439568, National Archives Washington, series 429, roll 461; Fritz Becker (wie Anm. 55), S. 268 ff.; Dimitri Wolkogonow: Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Profil, Düsseldorf 1989, S. 617 f.; Ic-Berichte von Partisanen in deutscher Uniform bei Rudolf Aschenauer (wie Anm. 36), S. 153 ff. Das Original des Befehls wurde dem Autor bisher noch nicht von dem National Archives zugesandt. Zwischenzeitlich wurde das Dokument durch das Militärarchiv Bonn bestätigt und vom militärhistorischen Archiv Podolsk, Moskau ein Faksimile ausgehändigt.
62. Vgl. Joachim Hoffmann, (wie Anm. 33), S. 201
63. Vgl. Fritz Becker (wie Anm. 55), S. 269
64. Joachim Hoffmann (wie Anm. 32), S. 110
65. Befehl vom 10.10.1941 über das Verhalten der deutschen Truppen. Weitere Angaben über den Partisanenkrieg auf russischem Boden finden sich u.a. in: Heinz Kühnrich: Der Partisanenkrieg in Europa 1939-1945, Ostberlin
1968; Soviet Partisans in World War II, hrsg. von John A. Armstrong, Madison 1964; Peter Kolmsee: Der Partisanenkrieg in der Sowjetunion, Ostberlin 1963
66. Bundesarchiv/Militärarchiv RW 39/69, Blatt 70

Dank an Waffenstudent! Hier ein Link, Sprachkenntnisse sind nicht notwendig, es reichen die Bilder:  http://belrussia.ru/forum/viewtopic.php?p=16584&sid=b39921c24db6a5a630f96bb851c075

Anmerkung MI: Liebe Leser, sicher habe viele, die auf Morbus Ignorantia noch nicht lange lesen, hier und da bereits einen „kleinen Wissensschock“ bekommen. Es ist verständlich, das es vielen so geht, daß man anfangs gar nicht glauben kann, was man da zu lesen bekommt. Ich möchte hier an diese Stelle nochmal darauf aufmerksam machen, das alle Aufzeichnungen die die Geschichte unseres Landes betreffen (selbstverständlich andere auch!) , auf absoluten Beweisen gründen. Das soll heißen, wenn Sie selbst recherchieren wollen und sich nochmals von offiziellen Institutionen bestätigen lassen möchten, was Sie hier lesen, so nutzen Sie gern die Quellenangaben.

Lesen Sie im kommenden Teil über noch größere Grausamkeiten an den deutschen Soldaten und am russischen Volke!

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Ubasser

Die Verbrechen an der Wehrmacht – 2 Teil


Vorbemerkung MI: Leider sind diese Artikel sehr lang. Es dauert ein wenig, ehe man ihn studiert hat. Aber, in Anbetracht der immer noch verbreiteten Lügen über eine grausame Kriegsführung der Deutschen, ist zur Entlarvung dieser wahrlich großen Lüge kein einziges Wort zu viel geschrieben. Jeder soll sich Gedanken darüber machen, wie und durch was die Nürnberger Prozesse ihr Dasein rechtfertigen. Leider ist hier nur von der deutsch-sowjetischen Kriegsführung und Ereignisse die Rede. Die Aufarbeitung des deutsch-sowjetischen Kampfes ist mit diesem Buch ein wichtiger Schritt für das friedliche Zusammenleben der Völker in Europa. Die Aufklärungsarbeit ist zwischen Rußland und Deutschland wesentlich besser ausgeprägt, als zu den Amerikanern, Engländern und Franzosen.

Ubasser

Die verbrecherischen Befehle

Der Kommissarbefehl vom 6.6.1941 („Richtlinien über die Behandlung politischer Kommissare“) – am 18.8.1941 wurden seine Bestimmungen auf die Politruks auf Kompanieebene erweitert – gehört nach den Festlegungen der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse „zu den böswilligsten, verwerflichsten und verbrecherischsten Anordnungen, die je von einer Armee ausgegeben worden sind“.[26] Der Befehl habe ignoriert, daß Kommissare und Politruks Angehörige der Roten Armee waren. Sie gehörten zu den Kriegsgefangenen im Sinne der Haager Landkriegsordnung (Artikel 4-20) und der Genfer Konvention vom 27.7.1929, genauso wie die Mitglieder der bewaffneten Streitkräfte, die nicht als Kombattanten anzusehen waren, d.h. Ärzte, Veterinäre, Verwaltungsbeamte, Richter usw. Da diese Regelung bereits vor dem Zweiten Weltkrieg völkerrechtliches Gewohnheitsrecht gewesen sei, habe es keine Rolle gespielt, daß die Haager Landkriegsordnung von Italien und Bulgarien nicht unterzeichnet und von der Sowjetunion nicht übernommen und die Genfer Konvention von der Sowjetunion nicht unterzeichnet und ratifiziert worden waren.

Die Kommissare und Politruks verkörperten die kommunistische Partei (KPdSU) in der Roten Armee. Ihre Zuständigkeit lag in der Aufrechterhaltung der „Moral der Armee“, eine der fünf Prinzipien der Roten Armee.[27] Sie hatten die Linientreue der Offiziere und Soldaten im Sinne der kommunistischen Ideologie zu gewährleisten und die Rotarmisten zur Kampfbereitschaft zu erziehen. Diese politische Aufgabe, die ihnen von der Parteiführung übertragen war, lieferte Hitler die Begründung, in ihnen Parteimänner zu sehen und nicht Soldaten. Er hielt sie für verkleidete Funktionäre. Deshalb glaubte er, ihnen den Kombattantenstatus absprechen zu können. In der Hoffnung, daß die Rote Armee ohne Parteisäule zerfallen werde, befahl er ihre Aussonderung und Erschießung.

Anmerkung MI: Wobei die Annahme der Hitler-Regierung nicht unbedingt falsch ist. Die Politruks waren verkleidete Funktionäre, wie es auch immer wieder in russischen Dokumentationen ersichtlich wird. Auch in der Nationalen Volksarmee der DDR waren diese Politoffiziere von der Partei SED entsandt, um die Einheiten auf Kurs zu halten. Es waren Funktionäre in Uniformen. Der Autor Franz W. Seidler unterschätzt die Gefährlichkeit dieser Leute allgemein, wobei die rigorose Erschießung der Politruks ganz sicher nicht zum Zusammenbruch der Roten Armee hätte führen können. Der bolschewistische Propagandahebel erfolgte nicht nur über die Funktionäre in Uniform, sondern kam auch per Flugblatt und Zeitungen an die kämpfenden Truppen der Roten Armee. Was jedoch von der Hitler-Regierung bei der Herausgabe dieses Befehls nicht bedacht wurde, lesen Sie im Folgenden:

Bei der Vorbereitung des Kommissarbefehls in den militärischen Führungsgremien des Deutschen Reiches spielte eine große Rolle, daß man aus dem finnisch-russischen Winterkrieg wußte, daß Stalin sich um die Beachtung der Genfer Kriegsgefangenenkonvention nicht kümmerte. Die Bitte der finnischen Regierung vom 30.11.1939, die völkerrechtlichen Bestimmungen einzuhalten, hatte er (Stalin) ignoriert.[28] Während im OKW Hitlers Weisung willfährig in Befehlsform gegossen wurde, war man auf den nachgeordneten Führungsebenen über die Zumutungen des Kommissarbefehls betroffen.[29] Walther von Brauchitsch, Oberbefehlshaber des Heeres, kam in arge Bedrängnis. Sein eigener Stabschef legte ihm nahe, aus Protest zurückzutreten. Generaloberst Beck, bis 1938 Chef des Stabes im OKH, forderte ihn auf, in aller Form „gegen diesen Mordbefehl“ vorzugehen.[30] Brauchitsch entschloß sich lediglich zu einem Zusatzbefehl, der zwar ein paar formale Einschränkungen vorschrieb, aber die Völkerrechtswidrigkeit nicht aufhob: „Das Vorgehen gegen einen politischen Kommissar muß zur Voraussetzung haben, daß der Betreffende durch eine besonders erkennbare Handlung oder Haltung sich gegen die deutsche Wehrmacht stellt oder stellen will. … Die Erledigung der politischen Kommissare bei der Truppe hat nach ihrer Absonderung außerhalb der eigentlichen Kampfzone unauffällig auf Befehl eines Offiziers zu erfolgen.“[31] Ihm ging es mehr um die Auswirkungen der Kommissarerschießungen auf die Truppe als um das Leben der Kriegsgefangenen.

In der Praxis erwies sich der Kommissarbefehl als Segen für die Rote Armee. Die Kommissare, die alles zu verlieren hatten, wenn sie in Gefangenschaft gerieten, riefen die Soldaten zum Widerstand bis zum letzten auf. Sie hetzten die Rotarmisten zu Greueltaten gegen deutsche Gefangene auf, um sie mit sich zu kriminalisieren. Ein Beispiel dafür, daß deutsche Soldaten, die in sowjetische Gefangenschaft kamen, auf Weisung der Kommissare getötet wurden, ist der Befehl des Kommissars des Schützenregiments 406, der am 17.1.1942 vor dem Angriff auf Leski befahl: „Es werden keine Gefangenen gemacht, alle Deutschen werden erschlagen. Keiner darf am Leben bleiben.“[32] Wenn die Soldaten die Verbrechen, die ihnen befohlen waren, ausführten, konnten sie nicht mehr mit Pardon auf der deutschen Seite rechnen. Das wollten die Kommissare erreichen. Den Soldaten sollte das passieren, was den Kommissaren bevorstand: die Erschießung. Kriegsgefangene Rotarmisten erklärten den zähen Widerstand ihrer Einheiten auch damit, daß die Kommissare ihnen angedroht hatten, sie zu erschießen, wenn sie die Stellung räumten.[33] Jeder Rückzug brachte die Kommissare in die Gefahr, den Deutschen in die Hände zu fallen.

Über die agitatorische Funktion der Kommissare und Politruks waren sich auch die für den Ostfeldzug vorgesehenen Generale einig. Aber die meisten gingen wie Generaloberst von Küchler, Oberbefehlshaber der 18. Armee, davon aus, daß diese Parteifunktionäre vor ein Feldgericht gestellt werden würden. Am 25.4.1941 belehrte Küchler seine Divisionskommandeure: „Die politischen Kommissare und GPU-Leute sind Verbrecher. Das sind die Leute, die die Bevölkerung knechten. … Sie sind kurzerhand vor ein Feldgericht zu stellen und aufgrund der Zeugenaussagen der Einwohner abzuurteilen.“[34] Aufgrund seiner Erfahrungen mit den Kommissaren der Roten Armee verurteilte Generalfeldmarschall Erich von Manstein die Leute in seinen Nachkriegserinnerungen als Nichtsoldaten: „Sie waren vielmehr – ohne Soldaten zu sein – fanatische Kämpfer und zwar Kämpfer, deren Tätigkeit im überlieferten Sinne der Kampfführung nur als illegal angesehen werden konnte. Ihre Aufgabe war es nicht nur, die sowjetischen militärischen Führer politisch zu überwachen, sondern vielmehr dem Kampf äußerste Härte zu geben und einen Charakter, der den bisherigen Auffassungen über soldatische Kampfführung völlig widersprach. Tatsächlich sind es auch diese Kommissare gewesen, denen in erster Linie diejenigen Methoden des Kampfes und der Behandlung Gefangener zuzuschreiben waren, die im krassen Gegensatz zu den Bestimmungen der HLKO (Haager Landkriegsordnung) standen.“[35]

Im Prinzip hatte Hitler, als er den Kommissarbefehl anordnete, die völkerrechtswidrigen Funktionen der Kommissare in der Roten Armee richtig erkannt. Die Scheußlichkeiten, die „die jüdisch-bolschewistischen Kommissare“ in Ostpolen, Bessarabien und im Baltikum begangen hatten, als diese Gebiete der UdSSR angegliedert wurden, dienten ihm als Rechtfertigung. Seine Befürchtung war, daß diese Männer in den deutschen Kriegsgefangenenlagern ihre Agitation im Sinne des Kommunismus fortsetzen und ihre Kameraden aufhetzen würden, möglicherweise sogar zu Übergriffen gegen die Bewacher. Ihre Trennung von den „normalen“ Kriegsgefangenen war aus diesen Erwägungen verständlich. Die völkerrechtskonforme Lösung hätte in der Einrichtung von scharf bewachten Sonderlagern für Kommissare und Politruks bestanden, wo die Fanatiker unter sich gewesen wären. Dort hätten die Untersuchungen über die Verbrechen stattfinden müssen, die ihnen vorzuwerfen waren.[36]

Bei der Verteilung des Kommissarbefehls an alle Armeen, die beim sogenannten Ostfeldzug eingesetzt werden sollten, wies der Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, darauf hin, daß die Ausführung des Kommissarbefehls von den Richtlinien, die er in seinem Manneszucht-Befehl vom 24.5.1941 niedergelegt hatte, bestimmt sein müsse. Danach hatten die Offiziere zur Aufrechterhaltung der Disziplin und der Einsatzbereitschaft ihrer Einheit auf die strenge Einhaltung der Wehrmachtdisziplinarordnung und der Kriegssonderstrafrechtsverordnung zu achten.

Die Oberkommandos der Heeresgruppen erhielten den Kommissarbefehl nur nachrichtlich zur Kenntnisnahme. Die Behandlung der Kriegsgefangenen lag nicht in ihrer Zuständigkeit. Die drei Oberbefehlshaber der für den Rußlandfeldzug vorgesehenen Heeresgruppen sprachen sich jedoch ab, dafür zu sorgen, daß der Befehl nicht wortgetreu ausgeführt werde. Die Sabotage eines Hitler-Befehls konnte jedoch nicht aktenkundig gemacht werden. Deshalb unterließen sie schriftliche Gegenbefehle. Die ihnen unterstellten Befehlshaber wurden nur mündlich unterrichtet. Der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nord, Feldmarschall Ritter von Leeb, schrieb immerhin, daß er den Befehl zwar nicht aufheben könne, aber „daß er auf seine Durchführung keinen Wert lege und seine Ausführung nicht nachkontrollieren werde“.[37] Fünfmal legte er dem OKH seine Bedenken gegen den Kommissarbefehl dar.

Bei der Beweisaufnahme im Nürnberger OKW-Prozeß stellte sich heraus, daß der Kommissarbefehl in der Tat weitgehend sabotiert worden war. Im Bereich zweier Armeen wurden im ersten Halbjahr des Ostfeldzuges etwa 200.000 Gefangene gemacht, aber lediglich 96 Kommissare als erschossen gemeldet. Um die Sabotage des Kommissarbefehls zu verschleiern, gaben einzelne Verbände Phantasiemeldungen ab, wie z. B. das XXXIX. Armeekorps am 16.11.1941 über die Erschießung von 22 Kommissaren. Auch im Kampf gefallene Kommissare wurden als erschossen gemeldet. Gegen die Meldepflicht, die im Kommissarbefehl zur Kontrolle der Durchführung enthalten war, gab es keine andere Möglichkeit als zu schwindeln. [38]

Wie die Oberbefehlshaber der Heeresgruppen betrieben auch die Armeeoberbefehlshaber die Aufhebung des Kommissarbefehls, allerdings mehr aus praktischen Gründen. Sie hatten bemerkt, daß die bloße Existenz des Befehls große propagandistische Auswirkungen in der Roten Armee hatte. Am 9.9.1941 schrieb das Armee-Oberkommando 2 (Generaloberst Guderian) an die Heeresgruppe Mitte (Feldmarschall von Bock): „Nach zahlreichen Feststellungen ist der zähe Widerstand der sowjetischen Truppen zu einem Teil dem scharfen Terror der politischen Kommissare und Politruks zuzuschreiben. … Diese Haltung der Kommissare ist nach den getroffenen Feststellungen vor allem darauf zurückzuführen, daß sie überzeugt sind, als Gefangene erschossen zu werden.“ Am 17.9.1941 verlangte der Kommandierende General des XXXIX. (mot) Armeekorps, Generaloberst R. Schmidt, der seinen Truppenkommandeuren die Ausführung des Kommissarbefehls ausdrücklich untersagt hatte, die sofortige Aufhebung des Befehls: „Solange die Kommissare sich gemeinsam gegen den sicheren Tod wehren müssen, werden sie wie Pech und Schwefel zusammenhalten. … Wenn aber der einzelne Kommissar weiß, daß er als Überläufer sein Leben retten kann, wird die innere Geschlossenheit des politischen Führerkorps aufhören.“ Aufgrund der Eingaben von den Frontverbänden und der persönlich vorgetragenen Einwände der Oberbefehlshaber der Heeresgruppen entschloß sich das OKH, die Aufhebung des Kommissarbefehls beim OKW zu verlangen. In dem Antrag vom 23.9.1941 heißt es: „Von Befehlshabern, Kommandeuren und aus der Truppe wird gemeldet, daß sich eine Lockerung des Kampfwillens auf russischer Seite dadurch erreichen lasse, wenn den Kommissaren, die ohne Zweifel die Hauptträger des erbitterten und verbissenen Widerstandes seien, der Weg zur Aufgabe des Kampfes, zur Übergabe oder zum Überlaufen erleichtert würde.“

Der Vorstoß des OKW bei Hitler scheiterte. Er verweigerte jede Änderung der bisher erlassenen Befehle, wie Generaloberst Jodl, Chef des Wehrmachtführungsstabes, nach seinem Vortrag bei Hitler am 26.9.1941 vermerkte. Da Stalin am 1.8.1941 den Kommissaren und Politruks das Ablegen des Sterns am Ärmel ihrer Uniformen befohlen hatte, war es nicht mehr möglich, die Betroffenen aus den riesigen Mengen von Gefangenen an der Front auszusondern. Das Heer ermächtigte deshalb am 7.10.1941 SD und Polizei, in den Kriegsgefangenenlagern im rückwärtigen Heeresgebiet nach ihnen zu suchen. Deren Aussonderungs- und Exekutionskommandos waren dort im wesentlichen auf Denunzianten angewiesen. Die Gefundenen wurden formal aus der Kriegsgefangenschaft entlassenen und der SS übergeben. Die Zahl der nach dem Kommissarbefehl umgebrachten sowjetischen Soldaten läßt sich auch nicht im entferntesten errechnen. Angaben, es seien 580.000 bis 600.000 gewesen, sind Unsinn.[39] Im Mai 1942 gab Hitler schließlich dem Drängen der Fronttruppe nach und setzte den Kommissarbefehl im Operationsgebiet außer Kraft. Auch die Sonderbehandlung der Kommissare und Politruks in den Kriegsgefangenenlagern wurde gestoppt.

Der sogenannte Gerichtsbarkeitserlaß vom 13.5.1941 („Erlaß über die Ausübung der Gerichtsbarkeit im Gebiet Barbarossa und über besondere Maßnahmen der Truppe“) schränkte die Befugnisse der Kriegsgerichte auf zweifache Weise ein: Zum einen gegenüber Freischärlern und zum anderen bei Straftaten von Soldaten gegenüber der Zivilbevölkerung.

Für Straftaten deutscher Soldaten gegen russische Zivilisten beseitigte der Barbarossabefehl den Verfolgungszwang. Sie sollten „grundsätzlich“ nicht bestraft werden. Die Divisionskommandeure behielten als Gerichtsherren ihres Verbandes jedoch das Recht, Verbrechen von Soldaten gegen die Zivilbevölkerung disziplinarisch zu ahnden. Kriegsgerichtliche Verfahren durften sie anordnen, „wenn es die Aufrechterhaltung der Manneszucht oder die Sicherung der Truppe erfordert“. Als Beispiele wurden im Befehl „schwere Taten, die auf geschlechtlicher Hemmungslosigkeit beruhen, einer verbrecherischen Veranlagung entspringen oder ein Anzeichen dafür sind, daß die Truppe zu verwildern droht“ genannt. Diese Ermächtigung räumte den Truppenführern den Spielraum ein, den sie brauchten. Die Sorge um die Disziplin gehörte zu den vorrangigen Aufgaben jedes Offiziers. Es gab keinen, der in dieser Frage ein Auge zudrückte. Deshalb arbeiteten die Feldgerichte der Divisionen auf dem Boden der UdSSR nach dem gleichen Muster wie bei den vorherigen Feldzügen. Neben den militärstrafrechtlichen Fällen, die nach dem Militärstrafgesetzbuch zu bestrafen waren, verfolgten sie die zivilstrafrechtlichen Fälle, die nach dem Reichsstrafgesetzbuch zu ahnden waren, z.B. Raub, Vergewaltigung, Brandschatzung. Von ihrer Disziplinarbefugnis machten die Kommandeure regen Gebrauch, um jede Dienstübertretung, die die Disziplin gefährden und ihre Kommandogewalt beeinträchtigen könnte, zu bestrafen. Außerdem fügte der Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, dem Barbarossabefehl am 25.5.1941 einen Zusatzbefehl an, der als „Manneszucht-Befehl“ bezeichnet wird. In der Truppe kamen beide gleichzeitig an. Der Zusatzbefehl schwächte den Barbarossabefehl noch einmal ab. Während dieser die Lockerung der militärischen Disziplin in Kauf nahm, schärfte der Brauchitsch-Befehl den Kommandeuren ein, die Manneszucht unbedingt aufrecht zu erhalten. Er zeigte auch den Freiraum auf, den der Barbarossabefehl der Truppenführung gab. Im Vertrauen auf die Strenge der Offiziere schrieb Brauchitsch: „Der einzelne Soldat darf nicht dahin kommen, daß er gegenüber den Landeseinwohnern tut und läßt, was ihm gutdünkt, sondern er ist in jedem Fall gebunden an die Befehle seiner Offiziere.“[40]

Ausschreitungen gegen die Zivilbevölkerung, wie ihn der Barbarossabefehl zulassen wollte, verstießen gegen das Verständnis vom Krieg, das die meisten Offiziere hatten. Der Oberbefehlshaber der 18. Armee, Generaloberst von Küchler, der im Polenfeldzug unerschrocken gegen die SS-Ausschreitungen Position bezogen hatte, sagte seinen Divisionskommandeuren am 18.4.1941, als er sie über den bevorstehenden Rußlandfeldzug informierte: „Die Landeseinwohner, gegen die wir ja nicht kämpfen, sind gut zu behandeln, ihr Eigentum ist zu schonen. Die Armee wird durch Flugblattpropaganda den Gedanken und die Absicht der Befreiung der Länder von dem bolschewistischen Joch den Landeseinwohnern klarzumachen suchen. Sollten die Einwohner sich am Kampf gegen uns beteiligen, was aber nach allen Nachrichten nicht anzunehmen ist, so werden sie als Franktireurs behandelt und den entsprechenden Strafen zugeführt.[41] Generalfeldmarschall Fedor von Bock, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte beim Angriff gegen die Sowjetunion, fand den Barbarossabefehl „in dieser Form untragbar und mit der Manneszucht nicht vereinbar“ und beauftragte den Chef des Stabes, dies dem Oberbefehlshaber des Heeres (von Brauchitsch) mitzuteilen. Am 7.6.1941 rief ihn von Brauchitsch persönlich an und sagte, „daß man das, was ich wolle, aus der Verfügung herauslesen könne, und daß sie so gemeint sei, wie ich sie ausgelegt wissen wolle, das heißt: Für die Truppe ändert sich in der Behandlung von Straftaten gegen Zivilpersonen nichts! Die Gerichtsherren entscheiden, ob eine Tat gerichtlich zu ahnden ist oder nicht; dabei soll die Aufrechterhaltung der Manneszucht eine entscheidende Rolle spielen.“[42]

In der Luftwaffe wurde der Erlaß vom 13.5.1941 überhaupt nicht bekanntgegeben. Am 20.5.1941 entschied Göring nach einem Vortrag seines Chefrichters Christian Freiherr von Hammerstein, den Befehl zu ignorieren, weil die Luftwaffe in den besetzten Gebieten keine Territorialbefugnisse habe und die Beachtung der Manneszucht für die Nichtanwendung spreche. Bei Plünderungs- und Notzuchtfällen plädierte er sogar für eine besonders scharfe Handhabung der Kriegsgesetze. Der Briefumschlag mit dem Barbarossabefehl landete im Panzerschrank des Chefs des Stabes des ObdL. Der Befehl wurde in der Luftwaffe nicht praktiziert. Im Gegenteil: Im Einverständnis mit Göring und dem Luftwaffenchefrichter wurden die Straftaten gegen die Zivilbevölkerung mit besonderer Härte geahndet. In seinen Erinnerungen schrieb von Hammerstein 1957: „Mehrere Urteile, durch die Luftwaffenangehörige wegen Notzucht an Russenfrauen, ja auch an Jüdinnen -die höheren Orts für vogelfrei galten -, zu Zuchthausstrafen verurteilt waren, sind von Göring aufgehoben [worden], weil er im Interesse der Manneszucht die Todesstrafe für unerläßlich hielt. Plünderungen im Feindgebiet wurden mit schweren Zuchthausstrafen, bei den Rädelsführern mit dem Tode bestraft. Wie im Westen, so wurden auch in den besetzten Gebieten Rußlands Todesstrafen, die wegen Verbrechen gegenüber der Bevölkerung erkannt waren, am Orte, wo die Tat begangen war, vollstreckt oder doch – wenn das nicht möglich war – der Bevölkerung die Vollstreckung durch auffallende Maueranschläge bekanntgegeben, um ihr zu zeigen, daß sie gegen Gewalttätigkeiten geschützt werde.“[43]

Weder aus dem Barbarossabefehl noch aus seiner Handhabung kann abgeleitet werden, daß die deutschen Soldaten an der Ostfront freie Hand hatten, mit Zivilisten nach Gutdünken umzuspringen. Es war dem Oberbefehlshaber des Heeres gelungen, die Sühnung von Zivilstrafvergehen in vernünftige Bahnen zu lenken, indem er die Truppenführer vor Ort ermächtigte, schwere Fälle kriegsgerichtlich und leichtere disziplinarrechtlich zu ahnden. Das stellte praktisch eine Umgehung des Führerbefehls dar. Was Göring tat, war schlichtweg Gehorsamsverweigerung gegenüber einem Führerbefehl. So etwas konnte nur er sich erlauben. Auch in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen wurde bestätigt, daß sich der Barbarossabefehl nicht negativ auf die
Gerichtsbarkeit über deutsche Soldaten ausgewirkt habe, weil die Gerichtsherren ihre Funktion wie bisher wahrnahmen.[44]

Das Zeugnis der Militärseelsorger

Im Reichskonkordat zwischen dem Deutschen Reich und der Kurie vom 20.7.1933 gestand Hitler den zur Armee gehörenden katholischen Offizieren, Beamten und Mannschaften sowie deren Familien eine exempte Seelsorge zu. Zum Leiter des Militärseelsorgewesens wurde vom Papst im Einvernehmen mit der Reichsregierung Franz Justus Rarkowski bestimmt. Während des Zweiten Weltkriegs übten etwa 900 katholische Geistliche die Seelsorge in der Wehrmacht aus, unter ihnen 500 hauptamtliche Kriegspfarrer. Neben ihnen betreuten etwa 10.000 Ordensleute und Kleriker ab der Subdiakonsweihe ihre Kameraden als „Priestersoldaten“, entweder in der Funktion von Sanitätern oder als Soldaten der kämpfenden Truppe. Obwohl ihnen offiziell seelsorgliche Funktionen verboten waren, ließ sich ihr Tun in der Praxis nicht kontrollieren. Selbst in einigen Divisionen der Waffen-SS gab es Militärpfarrer.[45] Insgesamt gab es etwa 20.000 Priestersoldaten in der Wehrmacht: Welt- und Ordenspriester, Priesteramtskandidaten und Ordensbrüder.[46] Die Zahl der evangelischen Pfarrer und Pfarramtskandidaten betrug etwas weniger als 10.000.[47]

Welche Haltung nahmen diese Seelsorger, Verkörperungen des christlichen Gewissens, zu den angeblichen fürchterlichen Greueltaten der Einheiten ein, in denen sie Dienst taten? Es gibt keine Zeugnisse ihres Unwillens, ihrer Bestürzung oder ihres Abscheus, weder offizielle noch private. Die Seelsorger hatten auf dem Militärgeistlichen Berichtsweg die Möglichkeit, darüber zu schreiben, ohne daß ein militärischer Kommandeur etwas davon erfuhr. Von irgendwelchen Protesten des Feldbischofs gegen die Vorgehensweisen der Truppe beim OKW oder gar bei Hitler ist nichts bekannt. Es ist wohl anzunehmen, daß er irgendwelche Schritte unternommen hätte, wäre ihm von den Abscheulichkeiten berichtet worden, die passiert sein sollen. Erhalten sind zwei Beschwerden. Sie richteten sich gegen das Treiben der SS- und Polizeiverbände in der Nachbarschaft von Heereseinheiten und stammen von den beiden Divisionsgeistlichen und den Pfarrern der Kriegslazarettabteilung 4/607 der 295. Infanteriedivision. Ob sich unter den Akten, die der katholische Feldgeneralvikar Werthmann 1945 nach der Auslagerung des Archivs des Feldbischofs nach Bamberg vernichtete, weitere Meldungen befanden, wissen wir nicht.

Die Zusammenarbeit zwischen dem OKW und dem katholischen Feldbischof war bis zum Ende des Krieges ungetrübt. Er setzte 1941 die neue Bestattungsverordnung der Wehrmacht durch, die auch für die Waffen-SS galt. Bei den Begräbnissen von Gefallenen wurden die christlichen Symbole beibehalten: für jeden einzelnen Gefallenen ein Kreuz mit Namen und näheren Angaben oder ein gemeinsames Kreuz bei Massengräbern. Das Hirtenwort der bayerischen Bischöfe vom 12.8.1941, das von allen Kanzeln verlesen wurde, sagte wörtlich: „Von ganzem Herzen danken wir und mit uns wohl das ganze deutsche Volk der Wehrmacht für diese feinfühlige Pflege der Ruhestätten der toten Kameraden.“ Ähnliche Dankbarkeitsäußerungen liegen auch vom Erzbischof von Freiburg, Conrad Gröber, vom Münsteraner Bischof Clemens August Graf von Galen und vom Bischof von Trier, Franz Rudolf Bornewasser, vor.

Angesichts des guten Verhältnisses zwischen Rarkowski und dem OKW ist es unwahrscheinlich, daß er in Kenntnis von deutschen Greueltaten nicht Protest erhoben hätte, wären ihm die Ungeheuerlichkeiten zu Ohren gekommen, die heute der Wehrmacht unterstellt werden. Offensichtlich war er überzeugt, daß die Kriegführung der Wehrmacht in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht stand.

Als der Krieg zu Ende war, schrieb der Münchner Kardinal Faulhaber am 10.5.1945 folgendes Hirtenwort: „Geliebte Diözesanen! Wir werden unsere Soldaten, soweit sie jetzt aus dem Feld heimkehren, mit einem dankbaren Willkommgruß empfangen. Diese braven Männer haben für die Heimat jahrelang Untragbares ertragen und Unsagbares durchgemacht. Manche von ihnen werden in den Nerven zerrüttet und für den Übergang auf nachsichtige, geduldige Liebe angewiesen sein. Der allmächtige Gott verleihe auch unseren Gefangenen baldige Heimkehr und unseren Brüdern, die ihr Leben geopfert haben, die ewige Ruhe.“ Räuber, Mörder und Notzüchter begrüßt man anders.

18. Vgl. Joachim Ludewig: Generaloberst Blaskowitz im Zweiten Weltkrieg, in: Militärgeschichtliche Beiträge, Hamburg 1995, S. 14 ff.
19. Richtlinien auf Sondergebieten zur Weisung 21
20. Vgl. Jürgen Förster: Zur Rolle der Wehrmacht im Krieg gegen die Sowjetunion, in: aus Politik und Zeitgeschichte 45/1980, S. 5
21. Die Rechtsprechung der Nürnberger Militärtribunale. Sammlung der Rechtsthesen der Urteile und gesonderten Urteilsbegründungen der dreizehn Nürnberger Prozesse, hrsg. von Kurt Heinze und Karl Schilling, Bonn 1952, S. 282, Nr. 1299
22. Vgl. Die Rechtsprechung der Nürnberger Militärtribunale (wie Anm. 21), S. 282, Nr. 1300
23. Vgl. Hans Laternser: Verteidigung deutscher Soldaten. Plädoyers vor alliierten Gerichten, Bonn 1950,S.43
24. Offiziere gegen Hitler, Torgau 1945, Historiký ustav Armady Ceské republiky, Akten Reichskriegsgericht
25. Vgl. Erich Hesse: Der sowjetische Partisanenkrieg 1941-1944, Göttingen 1993, S. 25
26. Vgl. Die Rechtsprechung der Nürnberger Militärtribunale (wie Anm. 21), S. 229, Nr. 1063
27. Vgl. Raymond L. Garthoff: Die Sowjetarmee. Wesen und Lehre, Köln 1955, S. 59
28. Vgl. Heinrich Uhlig: Der verbrecherische Befehl, in: Vollmacht des Gewissens, hrsg. von Europäische Publikation, Band 2, Frankfurt u.a., S. 305
29. Vgl. Hermann Dieter Betz: Das OKW und seine Haltung zum Landkriegsvölkerrecht im Zweiten Weltkrieg, Jur. Diss. Würzburg 1970, S. 198 ff.
30. Vgl. Heinrich Uhlig (wie Anm. 28), S. 307
31. Vgl. Hermann Dieter Betz (wie Anm. 29), S. 177
32. Vgl. Aussage Wassilij Kisilow, in: Erich Kern: Verbrechen am deutschen Volk. Eine Dokumentation alliierter Grausamkeiten, Preußisch Oldendorf 1983, S. 120
33. Vgl. Joachim Hoffmann, Stalins Vernichtungskrieg 1941 bis 1945, München 1995, S. 91
34. Vgl. Joachim Hoffmann (wie Anm. 33), S. 91
35. Erich von Manstein: Verlorene Siege, Koblenz 1987, S. 176 f.
36. Rudolf Aschenauer: Kriegsbefehle, Maschinenmanuskript, München 1964, S. 10
37. Vgl. Records of the Nuremberg War Crimes Trials, hrsg. von National Archives Trust Fund Board, case IX, Washington 1973-1979, S. 2322
38. Vgl. Heinrich Uhlig (wie Anm. 28), S. 289 ff.
39. Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Band 4: Der Angriff auf die Sowjetunion, hrsg. Vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Stuttgart 1983, S. 1067
40. Vgl.Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion. ‚Unternehmen Barbarossa‘ 1941, hrsg. von Gerd R. Ueberschär und Wolfram Wette, Frankfurt 1991, S. 253 f.
41. Bundesarchiv/Militärarchiv 20-18/71
42. Generalfeldmarschall Fedor von Bock. Zwischen Pflicht und Verweigerung. Das Kriegstagebuch, hrsg. Von Klaus Gerbet, München 1995, S. 190 und 192
43. Vgl. Christian Frhr. von Hammerstein: Mein Leben, geschrieben für meine Frau und meine Kinder, meinemSchwestern und meine Freunde, Privatdruck 1957, IfZ ED 84, S. 121 ff.; Eidesstattliche Erklärung Nr. 505 im OKW-Prozeß, in: Archives of the IMT, Laternser-Dokumente, Friedenspalast Den Haag
44. Vgl. Otto Peter Schweling: Die deutsche Militärjustiz in der Zeit des Nationalsozialismus, Marburg 1977, S. 348 ff.
45. Vgl. Kirchlicher Auftrag und politische Friedensgestaltung. Festschrift für Ernst Niermann, Generalvikar 1981-1995, hrsg. von Alfred E. Hierold und Ernst Josef Nagel, Stuttgart u.a. 1995
46. Priester in Uniform. Seelsorger, Ordensleute und Theologen als Soldaten im Zweiten Weltkrieg, hrsg. Vom Katholischen Militärbischofsamt und Hans Jürgen Brandt, Augsburg 1994, S. 7
47. Vgl. Priester in Uniform (wie Anm. 46), S. 11

Anmerkung MI: Wenn bereits die ersten zwei Kapitel des Buches „Die Verbrechen gegen die Wehrmacht“ fast jede Lüge eine verbrecherischen Krieges entlarvt, wie steht es dann zu anderen Ereignissen im Deutschen Reich und der Führung der Nationalsozialisten? Kommen wir allen Lügen auf die Spur, ohne dabei parteiisch sein zu müssen? Lesen Sie im nächsten Artikel die völkerrechtswidrigen Taktiken und völkerrechtswidrige Kriegsführung der Roten Armee.

Bei allem was Sie lesen, sollten Sie prinzipiell vorbehaltlos sein! Zu jeder Aktion gehört immer eine Reaktion. Ob diese sich dann als richtig erweist, erfährt man stets nur in der Zukunft.

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Ubasser

E-Mail-Tausch


Könnt Ihr mir noch mal helfen, wer von wem die Mail haben möchte. Durch den Hardwaretausch habe ich bei den täglich vielen eingehenden Kommentaren und Emails ein bißchen die Übersicht verloren!

schrott

Danke!

Gruß Ubasser

Die Verbrechen an der Wehrmacht – Teil 1


Mit dieser Serie möchte ich hinweisen, wie „politisch korrekt“ in Funk, Fernsehen und Presse über unsere Ahnen berichtet wird. Lügen werden verbreitet, Wahrheiten verdreht. Niemals wird darauf eingegangen, das es auf eine Aktion eine Reaktion gibt. Dieses Buch kann auch in einigen Onlinebibliotheken gekauft werden. Es hat die ISBN 3-932381-03-3.

Einige Bemerkungen wurden angebracht, da sie auf neuere Forschungsergebnisse zurück greifen.

Ubasser

Vorwort

Dieses Buch ist eine Antwort auf die Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1945“, die von einem Hamburger Privatinstitut für Sozialforschung in mehreren Städten der Bundesrepublik Deutschland und Österreichs gezeigt wird. Ihr Organisator Hannes Heer will mit der Schau eine Debatte „über das – neben Auschwitz – barbarischste Kapitel der deutschen und Österreichischen Geschichte“ eröffnen. Barbarei hat viele Gesichter. Sie drückt sich verbal in geiferndem Haß und faktisch in der Bestialität von Mordtaten aus.

Die „Wucht der Bilder“, die der Ausstellung zugute gehalten wird, spricht auch aus der Zusammenstellung des vorliegenden Bandes.

Anmerkung MI: Diese grausamen Bilder wurden nicht übernommen, wer sich jedoch gern übergeben möchte, wird geraten, das Buch zu kaufen.

Was Menschen anderen Menschen antun können, macht schaudern. Der Körper bietet zwar auch der perversesten Phantasie nur eine beschränkte Anzahl von Foltervarianten, aber der Gequälte stirbt tausend Tode. Die meisten Opfer der sowjetischen Mordtaten hätten gewünscht, ihrem Leben würde schnell mit einer Kugel vor der Friedhofsmauer oder mit dem Strick am Galgen ein Ende bereitet werden, wie es die Deutschen bei ihren Hinrichtungen praktizierten. Die Verstümmelungen lassen ahnen, was die deutschen Opfer der Roten Armee litten, bevor sie starben. Wenn der Betrachter der Bilder versucht, sich in ihre Lage zu versetzen, als sie gemartert, gepeinigt, erschlagen und so zugerichtet wurden, wie ihre Kameraden sie fanden, wird er ahnen, wozu Menschen ohne Moral fähig sind. Diese Dokumentation sowjetischer Kriegsgreuel läßt im Unterschied zur Anti-Wehrmachtausstellung keinen Raum für Verfälschungen, textliche Irreführungen und willkürliche Behauptungen.

  • Alle Vorfälle sind belegt.
  • Die Orts- und Zeitangaben sind zweifelsfrei.
  • Die näheren Umstände der grausamen Ereignisse werden durch Zeugenaussagen gestützt.
  • Die Bilder sind keine Privatfotos, sondern juristisches und medizinisches Beweismaterial.
  • Es wurden keine Eingriffe in die Schriftstücke vorgenommen.
  • Zu den meisten Dokumenten gibt es zusätzliches Beweismaterial, das von Wissenschaftlern eingesehen werden kann.
  • Der Wortlaut der Texte kann im Bundesarchiv/Militärarchiv Freiburg unter der Signatur RW 2/v. 147 – v. 152 nachgeprüft werden.

Im Unterschied zu der Anti-Wehrmachtausstellung, dem dazugehörigen Katalog und dem gleichnamigen Aufsatzband kann dieses Buch nicht „politisch korrekt“ sein. Es liegt nicht im Trend der Zeit, weil es die Soldaten nicht verunglimpft, – auch die der Wehrmacht nicht. Nur wer mithilft, die bewaffnete Macht des damaligen Deutschen Reiches zur kriminellen Bande zu stempeln, findet das Wohlwollen der Stimmungs- und Meinungsmacher. Wer Soldaten generell als Mörder bezeichnet, handelt sogar in Übereinstimmung mit dem Bundesverfassungsgericht. Wer dagegen die Wehrmacht als Opfer darstellt, tut etwas Zeitgeist-Ungehöriges.

Was in Deutschland politisch korrekt ist, entscheiden im allgemeinen die Medien. Wer z. B. sagt: „Ich schäme mich, ein Deutscher zu sein“, handelt politically correct. Wer dagegen sagt: „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein“, ist ein „Nazi. Wer sagt: „Die verbrecherische Hitler-Wehrmacht hat im Juni 1941 die friedliebende Sowjetunion heimtückisch und verräterisch überfallen“, macht eine politisch korrekte Aussage, auch wenn sie wissenschaftlich unhaltbar ist.

Man spricht landauf landab von „Hitler-Soldaten“, aber niemand nimmt Wörter wie „Stalin-Soldaten“, „Churchill-Bomberpiloten“ oder „Truman-Atombombenwerfer“ in den Mund. Wer sich für die Errichtung von Denkmälern für die Deserteure aus der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs einsetzt, handelt politisch korrekt, selbst wenn wissenschaftlich nachgewiesen ist, daß mit den Deserteuren aus vielen Gründen kein Staat zu machen ist. Wer aufzeigt, daß fast zwei Millionen Ausländer in deutscher Uniform mit der Wehrmacht gegen den Stalinismus kämpften, ist fürchterlich unkorrekt, auch wenn die Aussage nicht widerlegt werden kann. Derzeit ist es politisch sehr korrekt, den Zivildienst als höherwertig als den Wehrdienst und keinesfalls als Ersatzdienst zu preisen und die militärischen Tugenden als Sekundärtugenden zu verunglimpfen, mit denen man auch ein KZ leiten könne.

Die Medien sagen dem Bürger, welche Themen den Anforderungen der „politischen Korrektheit“ entsprechen, mit welcher volkspädagogischen Ausrichtung er die Diskussion zu führen hat und welche Ausdrücke er meiden muß. Die Wortwahl lenkt die Gedanken. Nicht umsonst nennt man die Medien die „vierte Gewalt“ im Staat neben Legislative, Judikative und Exekutive. In der Politikwissenschaft spricht man gelegentlich von „Mediokratie“.

Die Wissenschaft kann sich aber – wenn sie wirkliche Wissenschaft sein will -nicht darum kümmern, ob ihre Erkenntnisse politisch opportun sind oder nicht. Allein der Wahrheit verpflichtet, ist es ihre Aufgabe, Unbekanntes ans Licht zu ziehen, Fakten darzustellen, Legenden aufzudecken und Falschaussagen zu revidieren. Artikel 5, Absatz 3 des Grundgesetzes sichert die Freiheit des Wissenschaftlers. Im Kreis der Sozialwissenschaftler haben es die Historiker besonders schwer. Sie wissen, daß vieles falsch ist, was in den Schulbüchern steht. Aber das war wohl auch früher so. Schopenhauer faßte schon vor 150 Jahren sein Urteil über diese Wissenschaft in folgende Worte: „Die Geschichte ist mit der Lüge infiziert wie eine Hure mit der Syphilis.“ Anders ausgedrückt: Die Geschichte hat der Statistik den Rang abgelaufen, was die Unseriosität der Erhebungen und die Manipulation der Ergebnisse angeht.

München, November 1997

Prof. Dr. Franz W. Seidler

 

Die Soldaten im Zwielicht der Politik

 

Die Agitation gegen die Wehrmacht

Die Angriffe gegen die Wehrmacht, die 1945 bis 1990 lediglich sporadisch auftraten und einzelne betrafen, eskalierten nach der Wiedervereinigung Deutschlands zu Pauschalattacken. Obwohl sich der Sozialismus als eine menschenfeindliche Ideologie und die UdSSR als ein Zentrum des Mordens und der Unterdrückung entpuppt hatten, überlebten einige sozialistische Anschauungen den Zusammenbruch des Ostblocks und kamen als Heilsbotschaften in den Westen. Sie lassen sich terminologisch festmachen. Als Bezeichnung für die Niederlage des Deutschen Reiches 1945 war jenseits des Eisernen Vorhangs der Ausdruck „Befreiung“ vorgeschrieben. Seit ein paar Jahren gilt er auch im Westen. Statt wissenschaftlich korrekt vom „Nationalsozialismus“ zu reden, verbreitete sich der Begriff „Faschismus“, wie er seit 1945 in der SBZ und in der DDR gebraucht worden war, um den Widerstand der sogenannten „Antifaschisten“ zu belegen.

Auch die Kriminalisierung der Wehrmacht nahm erst nach 1989 groteske Züge an. Die politische Tendenz, die von den linken Gruppen verfolgt wird, ist offensichtlich: Gelingt es, die Wehrmacht als verbrecherische Organisation zu desavouieren, dann richtet sich der nächste Schlag gegen die Bundeswehr. Wenn nämlich die Väter der Bundeswehr, Zehntausende von Offizieren und Unteroffizieren, die die Bundeswehr ab 1955 aufbauten, einer Verbrecherbande angehörten, dann kann es mit der Bundeswehr nicht weit her sein. Sie haben wohl die kriminellen Maßstäbe der Wehrmacht an die jungen Offiziere und Unteroffiziere weitergegeben. Trotz aller Schranken gegen die Verwendung der Bundeswehr für Aggressionen und aller Vorkehrungen gegen gesetzeswidrige

Befehle, trotz Innerer Führung und politischer Bildung sei der Bundeswehr nicht zu trauen. Gegründet von Angehörigen der „faschistischen“ Wehrmacht, ist sie eine „neofaschistische“ Organisation, in der die Ewig-Gestrigen das Sagen haben.

Übersehen wird bei dieser Argumentation mehreres, z.B. daß auch die Nationale Volksarmee der DDR, der Inbegriff einer sozialistischen Klassenarmee, von Wehrmachtoffizieren aufgebaut wurde. Bei der Umwandlung der Volkspolizei in die NVA wurden 1956 500 ehemalige Wehrmachtoffiziere mitübernommen. In den 82 höheren Kommandoposten stammten 61 Stelleninhaber aus der

Wehrmacht. Der Kommandeur der NVA-Panzertruppen, Generalmajor Arno von Lensky, hatte als Beisitzer beim III. Senat des NS-Volksgerichtshofs an 20 Urteilen, darunter einigen Todesurteilen, mitgewirkt. Er wurde mit der „Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus“ ausgezeichnet.[1] Die raffinierteste, einprägsamste und populärste Agitationsunternehmung gegen die Wehrmacht wurde 1995 mit der Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1945“ gestartet. Sie ist wahrscheinlich die erfolgreichste historische Wanderausstellung, die es seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland gibt. Besondere Aufwertung erfuhr sie, als die Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts die Eröffnungsrede in Karlsruhe hielt, der Oberbürgermeister von München die Schirmherrschaft übernahm und in Frankfurt/Main und Bremen jeweils traditionsreiche und ehrwürdige Plätze zur Verfügung gestellt wurden.

Hannes Heer, der im Auftrag des privaten „Instituts für Sozialforschung“ in Hamburg die Ausstellung konzipierte, behauptet im Katalog, die Wehrmacht sei eine Säule des nationalsozialistischen Systems und ein „willfähriges Instrument seines Terrors“ gewesen. Sie sei“ an allen Verbrechen aktiv und als Gesamtorganisation beteiligt“ gewesen.“ Die Wehrmacht spielte eine aktive Rolle beim Holocaust, bei der Plünderung der besetzten Gebiete, beim Massenmord an der Zivilbevölkerung und bei der Vernichtung der sowjetischen Kriegsgefangenen. Die Wehrmacht sei „als Teil der nationalsozialistischen Gesellschaft umfassender und bereitwilliger als bisher angenommen an diesem Verbrechen beteiligt“ gewesen. Von Beginn an habe sie versucht“, die Spuren ihrer Verbrechen zu verwischen und die Erinnerung daran zu beseitigen“. Aber mit dieser Ausstellung werde sie endlich demaskiert. Das Bild von der anständigen Wehrmacht gehöre der Vergangenheit an. Die „Beweisführung“ erfolgt anhand von Schautafeln mit Texten und Fotos.

Dem Anspruch auf Wissenschaftlichkeit, den die Ausstellung erhebt, werden die Organisatoren der Ausstellung nicht gerecht. Folgende drei Kriterien zeigen, daß elementaren Forderungen wissenschaftlicher Arbeitsweise nicht entsprochen wird:

  1. Die Ausstellung dient nicht der Wahrheitsfindung, weil die Wahrheit bereits bekannt ist. Die Legende von der „guten Wehrmacht“, die entschleiert werden soll, hat es gar nicht gegeben. Tausende Publikationen über den Zweiten Weltkrieg zeigen, daß die Soldaten aller kriegführenden Mächte an Kriegsverbrechen beteiligt waren, auch deutsche. Völkerrechtswidrige Befehle gab es auf allen Seiten. Aber nicht einmal dem Nürnberger Internationalen Militärtribunal gelang es, die Wehrmacht als Ganzes zu brandmarken und in den Kreis der verbrecherischen Organisationen einzubeziehen. Auch wurden auf deutscher Seite alle Kriegsverbrecher abgeurteilt, deren man habhaft werden konnte. Bis 1949 wurden insgesamt 5.029 Anklagen gegen einzelne Personen erhoben. Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland sind deutsche Gerichte insgesamt 12.000 Hinweisen nachgegangen. Überführte Kriegsverbrecher und Soldaten, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hatten, wurden bestraft. Das „Institut für Zeitgeschichte“ in München bekam die Aufgabe, die Geschichte des Dritten Reiches aufzuarbeiten. Als es 1947 gegründet wurde, hieß es expressis verbis“ Institut zur Erforschung der nationalsozialistischen Politik“. Die „Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung von NS-Verbrechen“ in Ludwigsburg ist seit 40 Jahren auf der Suche nach Schuldigen. Das „Militärgeschichtliche Forschungsamt“ edierte neben einer großen Zahl von Monographien acht der auf zehn Bände angelegten Reihe „Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg“. Angesichts dieser Bemühungen zur Bewältigung der Vergangenheit leistet die Ausstellung keinen erwähnenswerten Beitrag. Alle Fakten, die sie nennt, sind seit langem bekannt. Viele bekannte Fakten ignoriert sie.

Den Ausstellern geht es nicht um die historische Wahrheit, sondern um die Verfemung der Wehrmacht. Die exemplarische Darstellung militärischer Verbrechen an drei Beispielen – 6. Armee, Weißrußland, Serbien – reichte selbst dann nicht für ein Gesamturteil aus, wenn sie ohne Tendenz durchgeführt wäre. Es wird der Anschein erweckt, als hätten nur die Deutschen Greuel begangen. Die Greuel der Roten Armee und der Partisanen werden weggelassen. Nirgendwo erfährt der Besucher, daß die Partisanen außerhalb des Völkerrechts standen, weil sie gegen den Artikel 1 der Haager Landkriegsordnung verstießen. Ihre Hinrichtung war völkerrechtlich nicht zu beanstanden. Auch Repressalien gegen die Zivilbevölkerung – so „ungerecht“ sie im Sinne einer höheren Moral auch sind – waren erlaubt, wenn Attentäter und Saboteure nicht gefaßt werden konnten und der Verdacht bestand, sie würden gedeckt. Die in der Ausstellung gezeigten Hinrichtungen waren in vielen Fällen das Ergebnis kriegsgerichtlicher oder standrechtlicher Verfahren.

  1. Wissenschaftliche Arbeitsweise verlangt ein differenziertes, abwägendes Vorgehen. Die Ausstellung spricht pauschal von den „Verbrechen der Wehrmacht“ und läßt außer acht, daß die Wehrmacht aus drei Wehrmachtteilen bestand. Sie umfaßte vom Kriegsbeginn bis zum Kriegsende mindestens 18 Millionen Soldaten. Das Feldheer – ohne Ersatzheer – bestand aus etwa 4.500 Bataillonen. Verbrechen, die einzelne Soldaten begingen, können nicht zu Verbrechen ihrer Einheit umgemünzt werden. Verbrechensbeteiligungen von Heereseinheiten gehen nicht zu Lasten des Großverbands, zu denen sie gehörten. Das Versagen einer Armee exemplifiziert nicht das Versagen aller Heeresverbände. Der einzelne Soldat kann auch nicht durch völkerrechtswidrige Befehle höherer Führungsebenen, von denen er nie etwas erfuhr, zum Schuldigen gestempelt werden. Die verbrecherischen Intentionen des Oberbefehlshabers der Wehrmacht, Adolf Hitler, die sich in einzelnen Befehlen niederschlugen, besagen weder etwas über den Charakter der Gesamtwehrmacht noch über den einzelnen Soldaten.

Die Ausstellung differenziert nicht zwischen SS und Polizei einerseits und Wehrmacht andererseits. Die einen unterstanden der Befehlsgebung des Reichsführers-SS, Heinrich Himmler, und die anderen den Weisungen des Oberkommandos ihres Wehrmachtteils. Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine achteten auf ihre Zuständigkeiten. Die Wehrmacht hatte mit den Sonderaufträgen der SS- und Polizeiverbände nichts zu tun, auch wenn sie befehlsgemäß gelegentlich zur Hilfestellung verpflichtet war, z. B. im Partisanenkrieg, der 1942 zur Domäne der SS wurde.[2]

Die Bildkommentare sind so tendenziös, daß der Zuschauer auch bei an und für sich harmlosen Bildern den Eindruck gewinnt, es handle sich um Verbrechen. Soldaten, die Hühner wegtragen oder Schweine vor sich hertreiben, müssen noch lange keine Plünderer sein. Ein Infanterist vor einem brennenden Dorf braucht kein Brandschatzer zu sein. Ein sowjetischer Soldat, der aus einem Tümpel am Wege trinkt, muß nicht in deutscher Gefangenschaft gewesen sein. Ermordete Zivilisten können, wie in Lemberg, auch beim Rückzug der Roten Armee umgekommen sein. Die Aussagekraft von Fotos ist anzweifelbar, wenn das Wo, Wann, Warum und Wie ihrer Entstehung nicht festliegt.

Die Aussteller können zwar eine Menge von Fotos über Erschießungen und Erhängungen beibringen und Texte – mit vielen Auslassungen und Fettdrucken – anbieten, aber versuchen nicht einmal zu klären, ob es sich bei den Hinrichtungen um völkerrechtskonforme Aktionen handelte, vielleicht sogar aufgrund eines gerichtlichen Verfahrens. Sie können keine Beweise anbieten, daß deutsche Soldaten ihre Opfer gefoltert oder verstümmelt hätten. Sie fanden auch keine Befehle oder Appelle deutscher Dienststellen, die zu Mord und Totschlag aufforderten.

Aussagen von Angeklagten und Zeugen vor sowjetischen Gerichten sind erfahrungsgemäß von der Wahrheit weit entfernt. Es gibt genügend Berichte darüber, wie sie zustande kamen.[3] Etwa zur gleichen Zeit, als der Schauprozeß in Minsk stattfand, gaben 16 deutsche Soldaten zu, an der Ermordung von 15.000 polnischen Offizieren und Soldaten in Katyn beteiligt gewesen zu sein. Sieben von ihnen wurden gehenkt, Grundlage war ein Erlaß des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR vom 19.4.1943, dessen Formulierung bereits das Urteil mitschwingen ließ: „Über die Maßnahmen zur Bestrafung der deutschfaschistischen Übeltäter, die sich des Mordes und der Mißhandlung an der sowjetischen Zivilbevölkerung und gefangener Rotarmisten schuldig gemacht haben, sowie der Spione und Vaterlandsverräter unter den sowjetischen Bürgern und ihrer Helfershelfer“. Die Todesstrafen sollten öffentlich vollzogen werden und die Leichen zur Mahnung einige Tage am Galgen hängenbleiben.[4] Inzwischen ist aufgedeckt, daß die Katyn-Morde von den Sowjets begangen wurden.[5] Wie viele weitere deutsche Soldaten aufgrund dieses vor Propaganda triefenden Erlasses hingerichtet wurden, ist bisher unbekannt.

  1. Wissenschaftliche Angaben müssen nachprüfbar sein. Überprüfbarkeit ist ein Grunderfordernis historischer Dokumentation. Aussagen, die nicht überprüft und nachvollzogen werden können, sind subjektive Behauptungen. Von den Fotos dieser Ausstellung haben 90% keinen Quellennachweis. Sehr viele stammen angeblich aus den Taschen getöteter oder gefangener deutscher Soldaten. Dort fanden sich wohl auch Fotos der Angehörigen. Wurden sie beiseitegelegt, weil mit ihnen keine Politik gemacht werden konnte? Mit den Bildern von Ehefrauen, Kindern und Eltern, Erinnerungsstücken an Zuhause, hätte sich nur eine menschlich anrührende Ausstellung durchführen lassen. Fotos ohne Quellenangabe haben keine Beweiskraft für irgendwelche Vorgänge, an denen die Fotografen möglicherweise beteiligt waren. Belege ohne Orts- und Zeitangaben sind wissenschaftlich wertlos. Von den 314 Fotos im Kleinformat tragen 208 die Bezeichnung „unbekannter Ort“. 62 lassen keine Beteiligung von Wehrmachteinheiten erkennen. 19 stammen aus Polen vor 1941. 15 zeigen

Kriegsgeschehen, z.B. brennende Häuser, ohne Bezug zum Thema und 10 betreffen nicht die Wehrmacht, sondern SS, SD oder RAD.[6]

Selbst die Zitate, die die Bilder kommentieren, sind nur schwer nachprüfbar. Viele Texte auf den Schautafeln sind verkürzt. Die Belegstellen verweisen gelegentlich auf Gerichtsakten ohne Angabe der Aktenzeichen. Durch Fettdruck werden die Ausstellungsbesucher auf angeblich wichtige Stellen hingewiesen. Es handelt sich ausschließlich um Passagen, die die Meinung der Aussteller stützen. Einschränkungen oder Widersprüche, die sich in den Schriftstücken finden, werden dem Betrachter als gepunktete Auslassungen entzogen. Auch vor offensichtlichen Verdrehungen scheuten die Ausstellungsmacher nicht zurück:

  • Die Verbrechen von Tarnopol können z. B. nicht der 6. Armee zugeschrieben werden, weil keine Einheit dieses Verbandes den Ort je erreichte.[7]
  • Der in der Ausstellung zitierte Brief von Franzl wird als Feldpostbrief eines Wehrmachtangehörigen ausgegeben, ist aber eher das Schreiben eines Angehörigen der SS-Einsatzgruppe 4b im Sonderkommando C.[8]
  • Das bekannteste Bild der Ausstellung, die Hinrichtung von Zivilisten an der Friedhofsmauer von Pancevo im Banat, das auch als Titelblatt des SPIEGEL vom 10.3.1997 abgedruckt war, ist nicht nur mit kleineren Uniformretuschen, z.B. am Stahlhelm des Pistolenschützen, sondern auch mit einer falschen Legende versehen. Im Katalog heißt es auf Seite 28: „In Serbien ließ die Wehrmacht von Beginn an keine Zweifel aufkommen, daß sie gewillt war, auch gegen Zivilisten mit blutigen Mitteln vorzugehen. Als in Pancevo, der Hauptstadt des Banat, am 17. und 18. April 1941 – also noch vor der Kapitulation der jugoslawischen Armee – zwei SS-Männer erschossen wurden, ordnete der Standortkommandant, Oberstleutnant von Bandelow, als ‚Sühnemaßnahme‘ die Ermordung von Zivilisten an: Wehrmachtangehörige trieben wahllos Einwohner der Stadt zusammen.“ Was war die wahre Geschichte? Aus dem orthodoxen Friedhof von Pancevo heraus wurden öfters deutsche Soldaten in der Nacht beschossen. Die Suche nach den Attentätern blieb erfolglos. Erst nach einigen Tagen kam man darauf, daß von einem Mausoleum im Friedhof ein unterirdischer Gang in ein nahegelegenes Wirtshaus führte, von wo die Heckenschützen kamen und wohin sie sich zurückzogen. Eines Nachts wurde den Partisanen eine Falle gestellt. Als wieder geschossen wurde, stürmten die Deutschen das Gasthaus und fanden eine Bodenklappe zu dem Gang in den Friedhof. Alle Anwesenden wurden festgenommen. Ein Standgericht verurteilte sie zum Tode: 18, als Zivilisten getarnte, Angehörige der jugoslawischen Armee zum Tod durch Erschießen und 17 männliche Zivilisten und eine Frau zum Tod durch Erhängen. Am 22.4.1941 wurde das Urteil vollstreckt. Die Erschießung wurde von einem Peloton des Regiments Großdeutschland an der Friedhofsmauer durchgeführt. Die Henkersarbeit besorgte ein Zivilist an anderer Stelle.[9] Bei dem Vorgang handelte es sich also weder um eine Sühnemaßnahme, noch um eine Aktion des Standortkommandanten, sondern um den Vollzug eines völkerrechtlich gedeckten Urteils. In den Begleitschriften zur Ausstellung wird nicht erwähnt, daß die jugoslawischen Truppen bei ihrem Abzug aus Pancvo neun Volksdeutsche als Geiseln mitschleppten und in einem nahen Wald ermordeten. Untaten werden in den Augen der Ausstellungsmacher nur von Deutschen begangen.
  • Ein Foto von nackten Männern wurde als eindeutige Textfälschung entlarvt. Sein Titel in der Ausstellung lautet: „Juden werden exekutiert.“ In Wirklichkeit handelt es sich um den Ausschnitt einer Abbildung aus dem Buch „Deutsches Vorfeld im Osten“, das Helmut Gauweiler 1941 in Krakau veröffentlichte und das eine jüdische Arbeitskolonne vor einem Bad in der Weichsel zeigt.[10] Der Kommentar des Nachrichtenmagazins „Focus“ zu dieser Entlarvung lautete: „Wer so wenig fundiert mit Quellen und mit Bilddokumenten umgeht, der hat keinen Anspruch auf Seriosität. Denn bei solch einem komplexen Thema… ist wissenschaftliche Redlichkeit der Ausstellungsmacher unbedingt geboten.“[11] Der Kommentar von Hannes Heer zu der Aufdeckung beschränkte sich auf den Satz: „Dann schreiben Sie halt, es ist eine Fälschung. Machen Sie, was Sie wollen.“[12] Diese Aussage entlarvt die Aussteller. Es geht ihnen gar nicht um die Wahrheit, sondern um ihre Mission. Ideologischen Fanatikern ist mit den Mitteln der Wissenschaft nicht beizukommen.
  • Weitere Verfälschungen werden von Wolf Stoecker in dem Buch „Armee im Kreuzfeuer“[13]aufgedeckt.

Welche Schlüsse kann man daraus ziehen, daß die Ausstellungsmacher keinen der als falsch erwiesenen Texte änderten und kein Foto entfernten? Wie ist es um die Glaubwürdigkeit derer bestellt, denen die wahrheitsgemäße Darstellung des Themas so gleichgültig ist?

Die wissenschaftliche Qualifikation für eine seriöse Ausstellung über die Wehrmacht bringt keiner der Ausstellungsmacher auf. Hannes Heer war während seiner Studienzeit Angehöriger kommunistischer Gruppierungen. Zur Promotion als Nachweis zur Beherrschung wissenschaftlicher Arbeitstechniken hat er es nicht gebracht. Die Publikationen der Mitarbeiter decken bereits durch ihre Titel auf, welche Tendenz sie verfolgen. Dr. Jan Philipp Reemtsma kann die Absicht unterstellt werden, er handle in dem Bestreben, die Schuld seines Vaters zu löschen, der zu den Verehrern Hitlers gehörte und Göring mit großzügigen Spenden beim Bau seines schloßartigen Privathauses Carinhall unterstützte.[14] Reemtsma sen. erreichte Ende 1943, daß seine Firma mit der Einheitszigarette Sulima-Rekord quasi das Monopol für die Belieferung der Wehrmacht bekam. Das brachte ihm bis zum Kriegsende ein Vermögen ein. Jeder deutsche Soldat erhielt täglich fünf Zigaretten zugeteilt und konnte sich weitere fünf als Marketenderware für drei Pfennige pro Stück dazukaufen. Bei 13 Millionen Soldaten des damaligen Wehrmachtpräsenzstands kann man sich das in 17 Monaten erwirtschaftete Pfennigvermögen ausrechnen.

Eine wissenschaftlich ausgewogene Ausstellung über Verbrechen im Krieg müßte sich mit den Untaten, Völkerrechtsbrüchen, Menschenrechtsverletzungen und Greueltaten aller Kriegführenden auseinandersetzen. Wenn die Wehrmacht als Bezugsgröße gewählt würde, müßten unter anderem folgende Fragen aufgeworfen und beantwortet werden:

  • War die Wehrmacht im Vergleich zu den Armeen der anderen Kriegführenden in ihrer Kampfführung besonders verbrecherisch?
  • In welchem Maße haben die Kriegführenden die Gesetze des Völkerrechts und die Gebote der Menschlichkeit beachtet?
  • Wie verhielten sich die Kriegführenden gegenüber der Zivilbevölkerung und gegenüber den Kriegsgefangenen?

Der Militärhistoriker Hartmut Schustereit schrieb im Auftrag der Kameradenwerke und Traditionsverbände der Wehrmacht ein Gutachten über die von Hannes Heer verfaßten Kapitel des Buches zur Ausstellung. Er weist dem Verfasser nicht nur Unkenntnis der militärischen Fachterminologie und die Verwendung sowjetrussischen Agitations- und Propagandavokabulars nach, sondern eine selektive Darstellung der Sachverhalte unter Ausklammerung aller gegenteiligen Quellen. Es fehle die Einordnung der Aufsätze in die Gesamtgeschichte des Zweiten Weltkriegs und die Auswertung der Literatur zum Thema. Die historische Forschung der letzten dreißig Jahre bleibe mehr oder weniger unberücksichtigt. Die deutsch-sowjetischen Beziehungen bis zum Ausbruch des Krieges fehlten. Die Behauptung, der Partisanenkrieg habe eigentlich erst 1942 eingesetzt, steht im Widerspruch zu den Kriegstagebüchern der im Osten eingesetzten deutschen Verbände. Insgesamt erfüllen die Aufsätze nicht die wissenschaftlichen Anforderungen, denen eine publizierenswerte Darstellung zu entsprechen hat. „Die Kombination aus Verfälschungen von Quellen und pauschalen Verleumdungen und Verunglimpfungen ‚der‘ Wehrmacht, die sich in der Verwendung von partiellreißerisch-propagandistischen, mit sowjetischem Agitationsvokabular versetzten Formulierungen artikuliert, läßt die eigentliche Zielsetzung erkennen: Es geht ganz offensichtlich darum, ‚die‘ Wehrmacht soweit wie möglich abzuwerten, um sie kriminalisieren zu können.“[15]

Bodo Scheurig geht in der Kritik der Ausstellung noch einen Schritt weiter: „Der Nachdenkende fängt an zu ahnen, daß die Ausstellung darauf abzielt, uns jede Selbstachtung zu rauben. Der politische Zuschnitt der ‚Sachbearbeiter‘ muß solch einen Verdacht nähren. „[16]

So wie sie durch die Lande tingelt, vermittelt die Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1945“ nur ein Zerrbild des Ausstellungsgegenstands. Jugendliche Besucher, die die historischen Zusammenhänge nicht kennen, sind ihm hilflos ausgeliefert. Sie können keine Vergleiche ziehen, weil ihnen die Fakten fehlen.

Sie wissen auch nicht, daß parallel – oder genauer gesagt gegenläufig – zu der von der Ausstellung in Deutschland und Österreich betriebenen Kriminalisierung der Wehrmacht heute in Rußland Wehrmachtsangehörige rehabilitiert werden, die früher in den Kriegsgefangenenlagern der UdSSR zu Arbeitslager und Zuchthausstrafen verurteilt worden waren, weil sie angeblich Kriegsverbrechen und Kriminaldelikte begangen hatten. Betroffen waren 1947-1949 über 35.000 deutsche Soldaten, meist Offiziere. Die Verurteilten und ihre Angehörigen können seit einigen Jahren bei der Generalstaatsanwaltschaft der russischen Militärjustiz in Moskau (Oberst Kopalin) ihre Rehabilitierung beantragen. Von rund 10.000 Anträgen wurden bis Ende 1996 6.500 bearbeitet. Über 5.100 deutsche Soldaten konnten rehabilitiert werden, weil sie zu Unrecht verurteilt worden waren, unter ihnen der Führer des XV. Kosaken Kavalleriekorps, General von Pannwitz, der Major Erich Hartmann, mit 352 Abschüssen wohl der erfolgreichste deutsche Jagdflieger, der Wachtmeister Boris von Drachenfels, der im Kiewer Kriegsverbrecherprozeß nur knapp der Todesstrafe entkam, und der deutsche Eichenlaubträger Generalmajor Erich Walther, in den letzten Kriegswochen Führer der Fallschirm-Panzergrenadierdivision 2.[17]

Anmerkung MI: Leider werden noch heute Soldaten und Offiziere, die zumeist zu Unrecht verurteilt wurden, nicht rehabilitiert, weil sie zu SS – Einheiten gehörten. Der Hintergrund der Ablehnung ist, weil die SS als Terror- und Verbrecher Organisation vom IMT in Nürnberg eingeordnet wurde. Die SS hatte sich überwiegend den Partisanenkämpfern an der Ost- und Westfront gestellt. Dieser Kampf war bei weitem härter, weil er auch fast immer Zivilisten betraf. Laut Haager Landkriegsordnung sind Partisanen, also Zivilisten mit Schußwaffen nichts anderes als Terroristen. So wurden sie letztendlich auch von der SS behandelt. Auch die SS hielt sich an die Vorgaben der Haager Landkriegsordnung.

 

Die Wehrmacht im Krieg gegen die Sowjetunion

 

Kein ernsthafter Historiker sollte den Versuch machen, die an einem Krieg beteiligten Streitkräfte von Schuld freizusprechen. Es gibt keine militärische Auseinandersetzung zwischen Staaten ohne Verstöße gegen das Völkerrecht. Entweder versündigen sie sich bei der Auslegung des ius ad bellum oder bei der Anwendung des ius in bello. Überfälle, Präventivschläge, Zivilstraftaten, Kriegsverbrechen, Ausplünderung der Zivilbevölkerung und Verstöße gegen die Menschlichkeit scheinen zum Krieg zu gehören.

Anmerkung MI: Als Kriegsvölkerrecht werden zusammenfassend zwei verschiedene Aspekte des internationalen öffentlichen Rechts bezeichnet. Zum einen zählt zu diesem Bereich des Völkerrechts das Recht zum Krieg (ius ad bellum), also Fragen der Legalität des Führens eines Krieges. Zum anderen gehört zum Kriegsvölkerrecht auch das Recht im Krieg (ius in bello), also Regeln zum Umgang mit Kombattanten, Nichtkombattanten, Kulturgut und andere Vorschriften, welche die mit einem Krieg verbundenen Leiden und Schäden vermindern oder auf ein unvermeidbares Maß beschränken sollen. Dieser Teil wird zusammenfassend auch als humanitäres Völkerrecht bezeichnet.

Es wäre dumm, die Wehrmacht reinwaschen zu wollen. Mindestens drei Punkte sprechen dagegen:

  1. Die Wehrmacht war ein Kind des Dritten Reiches. Nach der Vereidigung auf die Person Hitlers am 1.8.1934 übernahm die Reichswehr den Namen, der in Artikel 47 der Weimarer Verfassung von 1919 vorgegeben war. Sie entwickelte sich zum einzigen Waffenträger der Nation. Die Luftwaffe wurde 1934 gegründet, die Wehrpflicht 1935 eingeführt und die Aufrüstung in den folgenden Jahren perfektioniert. 1939 war die Wehrmacht die schlagkräftigste Streitmacht in Europa. Staats- und Wehrmachtsführung waren bereit, die Revision des Versailler Friedensvertrages, den die Mehrheit der Deutschen als Siegerdiktat empfand, zu vollenden. In der Wissenschaft spricht man von einer „Teilidentität der Ziele“ von politischer Führung und Militär.
  1. Die Generalität der Wehrmacht wendete sich nicht gegen das NS-Regime. Sie unterwarf sich dem „Primat der Politik“ in der Person des Führers und Reichskanzlers. Es ist heute umstritten, wann der richtige Zeitpunkt für einen oppositionellen Akt gewesen wäre: beim sogenannten Röhmputsch im Juni 1934, bei der Tschechenkrise im Mai 1938, bei der Reichspogromnacht im November 1938, beim Einmarsch in die Resttschechei im März 1939 oder bei der Mobilisierung zum Krieg gegen Polen im August 1939. In der Erfolgsphase des Krieges stand die Wehrmachtführung hinter ihrem Oberbefehlshaber. Die Generalität solidarisierte sich nicht mit Generaloberst Blaskowitz, als er die Verbrechen der SS im besetzten Polen zum Thema machte.[18] Sie ließ sich von Hitler in seine ideologischen Ziele einbinden, als er am 3.3.1941 die rassenideologischen Pläne für den Krieg gegen die Sowjetunion bekanntgab.[19] Am 26.3.1941 billigte sie das „Abkommen zwischen Heer und SS“, das den Einsatzgruppen hinter der Front die systematische Judenvernichtung ermöglichte.[20]
  1. Die Spitzen der Wehrmacht erklärten sich vor dem Rußlandfeldzug bereit, den von Hitler gewünschten „ideologischen Krieg“ zu führen. Das OKW bereitete eine Reihe völkerrechtswidriger Befehle vor: Barbarossabefehl, Kommissarbefehl, Kommunistenbefehl, später den Kommandobefehl und den Nacht- und Nebelerlaß. Am 3.3.1941 kündigte Jodl, Chef des Wehrmachtführungsstabes, hohen Offizieren erstmals an: „Dieser Feldzug ist mehr als nur ein Kampf der Waffen, er führt zur Auseinandersetzung zweier Weltanschauungen.“ Es handle sich um einen „Vernichtungskampf“; vom „Standpunkt des soldatischen Kameradentums“ müsse abgerückt werden. Eine unbekannte Anzahl von Oberbefehlshabern, Kommandierenden Generalen und Kommandeuren identifizierte sich mit diesen ideologischen Parolen. Niemand legte aus Protest sein Kommando nieder.

 Anmerkung MI: Hier muß gesagt werden, daß es nicht den Tatsachen entspricht, daß die Wehrmacht zu diesem Zeitpunkt die schlagkräftigste Armee Europas gewesen ist. Nach wie vor war es personell und technisch die „Rote Armee“.

Ein vieldiskutiertes Thema sind Hitlers Kriegspläne zu Beginn des Polenfeldzugs 1939. Die vorherrschende Historikermeinung in Deutschland geht davon aus, daß Hitler einen langgehegten und seit 1933 vorbereiteten Langzeitplan für einen Eroberungs- und Vernichtungskrieg um „Lebensraum im Osten“ hatte. Manche Historiker sprechen auch von einem Rassen- und Vernichtungskrieg. Diese Mehrheitsmeinung geht dahin, daß Hitler 1939 nicht vor allem die Danzig-Frage regeln, die wirtschaftliche Abschnürung Ostpreußens durch Polen mit Hilfe einer Autobahn durch den Korridor beenden und das Los der eine Million in Polen drangsalierten Deutschen mildern wollte, nein, diese Mehrheitsmeinung ist der Überzeugung, daß Adolf Hitler 1939 Polen erobern wollte, um zusätzlichen Lebensraum für Deutsche „im Osten“ zu erschließen. Um dieses zu belegen, verweisen die offiziellen Historiker zum ersten auf das Buch  „Mein Kampf“ , in dem Hitler 1924 geschrieben hat, Deutschland brauche neuen Lebensraum im Osten, und sie führen zweitens an, daß Hitler das Angekündigte 1941 mit dem Rußlandfeldzug in der Tat verwirklicht hat. So sei es von 1924 an, und so auch 1939 stets sein Plan gewesen, Deutschland nach Osten zu erweitern. Das klingt zunächst plausibel. Ein solcher Generalplan zur Osteroberung oder gar zur Welteroberung ist allerdings als Dokument nicht überliefert. Er ist bisher nur eine Hypothese, und diese wird auch bis heute als Tatsache behandelt und gar gelehrt!

Es gibt sogar schwerwiegende Belege, daß Hitler und/oder andere Funktionäre und Staatslenker der Regierung Hitler überhaupt keine militärische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion wollten, geschweige suchten.

Adolf Hitler hatte die Wehrmacht nicht für einen Krieg gegen die Sowjetunion rüsten lassen. Es fehlten die Winterbekleidung, die Logistik, die Fernbomber usw. Wenn er den Kampf um den „Lebensraum im Osten“ 1935 bis 1939 noch immer im Sinn gehabt hätte, hätte er die Wehrmacht entsprechend ausrüsten lassen.

Hitler hat im September 1938 im polnisch-tschechischen Streit um die tschechische, aber weitgehend deutsch besiedelte und von Polen beanspruchte Stadt Oderberg ( südöstlich von Oberschlesien ) gegen das Votum des deutschen Auswärtigen Amts entschieden, daß Polen Oderberg annektieren darf. Seine Begründung gegenüber dem AA: „Wir können nicht um jede deutsche Stadt mit Polen streiten“. Wenn Hitler Krieg mit Polen hätte haben wollen, um den Weg nach Osten freizubekommen, hätte er hier nicht nachgegeben.

Am 14. März 1939 hat der Ministerpräsident der gerade selbständig gewordenen Karpato-Ukraine  Herr Woloschin  sein Land unter die Schutzherrschaft des Deutschen Reiches stellen lassen wollen. Adolf Hitler hatte den dementsprechenden Antrag abgelehnt. Wenn Hitler Anfang 1939 noch immer die Absicht verfolgt hätte, die Ukraine einmal als „Lebensraum im Osten“ zu erobern, hätte er die Schutzherrschaft über diesen Teil der Ukraine übernommen und damit seinen „Fuß in der Tür“ der Ukraine geschoben.

Hitler hatte im August 1939, nachdem er den Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion in der Tasche hatte, den schon angesetzten Angriffsbeginn der Wehrmacht 3x verschieben lassen; jedes Mal mit der Begründung vor der Wehrmachtsführung: „Ich brauche noch Zeit zum Verhandeln“. Wenn Hitler unbedingt seinen Krieg um den „Lebensraum im Osten“ hätte haben wollen, hätte er die Wehrmacht zum Angriff antreten lassen, nachdem sie bereits voll aufmarschiert war und nachdem ihm Stalin die „Rückenfreiheit“ vertraglich zugesichert hatte.

Hitler hatte 1939 kein Konzept für die Eroberung eines „Lebensraums im Osten“. Er wußte – das geht aus Gesprächsaufzeichnungen hervor – während des Polenfeldzugs noch nicht, was er nach einem Sieg mit Polen anfangen sollte. Hätte Hitler 1939 Polen als „Lebensraum im Osten“  vorgesehen, dann hätte er auch ein Konzept für das besiegte Polen parat gehabt.

Die Lebensraum-Hypothese steht auf schwachen Füßen, soweit sie Hitlers Entschluß zum Angriff auf die Sowjetunion erklären soll. Daß aus dem Polenkrieg dann doch ein Weltkrieg wurde, verdanken wir in erster Linie England. Als Deutschland England 1939/40 mehrmals vorgeschlagen hatte, den Krieg mit einem Frieden zu beenden, bei dem Deutschland Polen freigeben und nur das ohnehin deutsche Danzig und den weitgehend deutsch bewohnten Korridor behalten wollte, hat England auf der Fortsetzung des Kriegs bestanden. Da der Krieg im Westen dann weder mit einem Friedensschluß noch mit einem Sieg über England beendet werden konnte, gewann das weitere Verhalten der Sowjetunion wieder die Bedeutung.

Hitlers Absicht, die Sowjetunion anzugreifen, entstand dann in einer ganz konkreten Lage. Im Juni 1940 annektierten die Sowjets Bessarabien und die Nordbukowina. Damit näherten sie sich bedrohlich den rumänischen Erdölquellen, aus denen Deutschland zu einem großen Teil versorgt wurde. Zu der Zeit lagen den 6 deutschen Reservedivisionen an der Grenze zwischen Polen und der Sowjetunion bereits 170 russische Heeresdivisionen gegenüber. Hitler reagierte. Im Juli 1940 gab er erstmals Weisung an die Oberkommandos des Heeres und der Wehrmacht, die Möglichkeit eines Angriffs gegen die Sowjetunion zu untersuchen. Zeitgleich gab Stalin in Moskau die gleiche Weisung für einen Angriff gegen Deutschland. Als die deutsche Reichsregierung im September 1940 den Versuch machte, die Sowjetunion in den kurz zuvor gegründeten Dreibund zwischen Deutschland, Japan und Italien einzubeziehen, wurde der sowjetische Außenminister Molotow zu Besuch nach Deutschland eingeladen. Der aber erklärte in Berlin zur Überraschung der deutschen Seite, dass das „Geheime Zusatzabkommen“ vom August 1939 über die Aufteilung der Interessengebiete in Osteuropa ausgedient habe.

Die Sowjet-Bolschewisten forderten folgende Staaten und Gewässer für die Sowjetunion: Finnland, die Donau, Rumänien, Ungarn, Bulgarien, die Türkei mit dem Schwarzmeer-Ausgang, Iran, Griechenland, Jugoslawien, die Ostseeausgänge und Spitzbergen. Da die Sowjets inzwischen alle Staaten, die 1939 ihrer Interessensphäre zugesprochen worden waren, annektiert hatten, mußte die deutsche Seite davon ausgehen, daß die Sowjetunion nun ebenfalls beabsichtigte, diese hier genannten Staaten zu unterwerfen.

Mit der Erkenntnis, daß auch der Beginn des Krieges gegen Rußland nicht einer Absicht Hitlers zur Eroberung neuen Lebensraums entsprang, sondern ganz andere Gründe hatte, wankt die These, daß schon der Beginn des Krieges gegen Polen 1939 Teil eines hitlerschen Gesamtkonzepts gewesen sei, ein weiteres Mal. Hitlers Generalplan, in den die Kriegseröffnung gegen Polen so perfekt hineinpaßt, hat es zu Hitlers Zeiten nicht gegeben. Es gibt ihn nur als Hypothese einer „Mehrheitsmeinung“.

Daß also Hitler über einen möglichen Krieg gegen Rußland mit der Generalität der Wehrmacht sprach, verwundert also nicht. Über oben genannte Aussagen, läßt sich ebenso streiten, die ebenfalls in keinem Protokoll zu finden sind.

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Die Wehrmacht im Krieg gegen die Sowjetunion

Ungeachtet dieser und vielleicht anderer Anschuldigungen ist eine pauschale Kriminalisierung der Wehrmacht und ihrer Führung unhistorisch.

  1. Schon bei den Vorermittlungen für die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse gaben die Alliierten das Vorhaben auf, die Wehrmacht als Ganzes anzuklagen. Im ersten Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher beantragte die Anklagevertretung, sechs Organisationen bzw. Gruppen für verbrecherisch zu erklären, darunter den Generalstab der Wehrmacht und das Oberkommando der Wehrmacht. Der Versuch mißlang. Wäre ihm wie bei den Politischen Leitern der NSDAP oder bei der SS stattgegeben worden, wäre jeder Offizier im OKW und jeder Offizier i.G. allein schon wegen seiner Zugehörigkeit zu dieser Behörde oder Gruppe strafwürdig gewesen. Das Gericht lehnte die Brandmarkung ab, weil OKW und Generalstab keine Organisation oder Gruppe im Sinne der im Artikel 9 des Londoner Statuts vom 8.8.1945 gebrauchten Bezeichnungen waren[21] und weil die Kommandierung von Offizieren ins OKW bzw. die Aufnahme in den Generalstab nicht freiwillig, sondern auf Befehl geschah. Mit der Funktionsübernahme in diese Ämter brauchte kein Unrechtsbewußtsein verbunden zu sein.[22] Da die kollektive Verurteilung scheiterte, mußten gegen einzelne Generale anschließend besondere Prozesse durchgeführt werden, z.B. die Verfahren Fall 7 und Fall 12.
  1. Zwar wurde die Wehrmacht von der nationalsozialistischen Propaganda als eine Säule des Nationalsozialismus hingestellt und der Soldat neben dem Bauern und Arbeiter als Repräsentant des kämpferischen Volkes glorifiziert, aber die Masse des höheren Offizierskorps dachte preußisch oder vaterländisch und nicht nationalsozialistisch. Wie auf jeder Ebene des Dritten Reiches gab es auch in der Wehrmacht Soldaten, die sich mit der Ideologie identifizierten, und andere, die mit ihr nichts zu tun haben wollten. Es gab auch Opportunisten, die um der Karriere willen so taten, als seien sie Nationalsozialisten. Für viele Männer, die der NSDAP nicht beitreten wollten oder die im Zivilleben Schwierigkeiten mit den „Goldfasanen“ hatten, bot die Wehrmacht einen Schlupfwinkel. Dort war man vor den Nachstellungen der Partei und den Verfolgungen durch die Gestapo sicher. Jeder Wehrmachtsangehörige unterstand ausschließlich der Militärgerichtsbarkeit, die in der Hand von Wehrmachtsangehörigen lag. Für wie unzuverlässig Hitler die bewaffnete Macht hielt, zeigt sich u.a. darin, daß er 1943 den „nationalsozialistischen Führungsoffizier“ einführte, eine Art „Politkommissar“ zur Kontrolle des Offizierskorps. Hitler verdächtigte seine Generale, mehr nach dem Völkerrecht zu handeln als nach seinen Befehlen. Im Fall Nr. 12 der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse gegen die Feldmarschälle von Leeb, Sperrle und von Küchler und 11 weitere Angeklagte im Generalsrang trug der Verteidiger Hans Laternser 1948 vor, wie Hitler mit den höchsten Offizieren der Wehrmacht umsprang: Von den 17 Feldmarschällen des Heeres wurden im Laufe des Krieges 10 von Hitler ihrer Stellungen enthoben, 3 kamen im Zusammenhang mit dem Hitlerattentat um, zwei fielen und einer geriet in Kriegsgefangenschaft. Nur ein einziger blieb bis zum Schluß ohne Maßregelung von oben im Dienst. Von 36 Generalobersten wurden 26 von ihrem Posten entfernt, 2 wurden in Unehren verabschiedet, 7 fielen und nur 3 blieben ungemaßregelt bis zum Kriegsende im Dienst.[23] Während des Zweiten Weltkriegs standen 27 Generale vor dem Kriegsgericht – ohne die wegen Hoch- und Landesverrats nach dem 20.7.1944 angeklagten, die vom Volksgerichtshof verurteilt wurden. Der häufigste Anklagepunkt war Ungehorsam. Es gab Freisprüche, Festungshaftstrafen, Gefängnisstrafen und Todesurteile.[24]
  1. Beim Rußlandfeldzug Deutschlands, der als beidseitiger Vernichtungskrieg in die Geschichte einging, muß man auf deutscher Seite zwischen politischer Planung und militärischer Wirklichkeit unterscheiden. Viele Pläne waren in der Tat verbrecherisch. Aber nicht alle Pläne wurden in Befehle umgesetzt und nicht alle Befehle wurden so ausgeführt, wie der Wortlaut besagte. Der eine Grund dafür war, daß der Krieg nicht so verlief, wie er gedacht war. Der andere Grund war, daß die Wehrmacht sich anders verhielt, als die Reichsführung annahm. Beispiel: Bei einer Konferenz mit Staatssekretären, die für Wirtschaftsfragen im Osten zuständig waren, äußerte Göring, der als Beauftragter für den Vierjahresplan die Ausbeutung der Ostgebiete zugunsten der deutschen Kriegswirtschaft lenken sollte, am 2.5.1941 kaltschnäuzig, daß sich die Wehrmacht aus dem Land ernähren müsse. In Wirklichkeit verpflegte die Wehrmacht aus ihren Beständen nicht nur zigtausend Hiwis, d.h. Überläufer und Kriegsgefangene im Dienst der Fronttruppen, sondern ganze Dörfer. Denn die Rote Armee hatte bei ihrem Rückzug alles mitgenommen, was beweglich war, und alles zerstört, was als Lebensgrundlage für die Bevölkerung hätte dienen können.[25] Es waren die Sowjets, die die Bevölkerung dem Verhungern preisgegeben hatten und nicht die deutschen Streitkräfte.

Die sogenannten „verbrecherischen“ Befehle, die das OKW zur Vorbereitung des Rußlandfeldzugs herausgab, enthielten Klauseln und Formulierungen, die die Wirksamkeit einschränkten. Wer sie richtig las, konnte erkennen, daß der Wortlaut in einigen Punkten sogar konterkariert wurde. Zudem schränkten Zusatzbefehle der Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile einige Anordnungen des OKW wieder ein. Das galt für den Gerichtsbarkeitserlaß des Barbarossabefehls vom 13.5.1941, der strafbare Handlungen von Soldaten gegen die russische Zivilbevölkerung „grundsätzlich“ der Kriegsgerichtsbarkeit entzog, den Kommissarbefehl vom 6.6.1941, der empfahl, die politischen Leiter der Roten Armee „grundsätzlich sofort mit der Waffe zu erledigen“, und den Kommunistenerlaß (Geiselerlaß) vom 16.9.1941, der „im allgemeinen“ die Erschießung von 50-100 Kommunisten für einen hinterrücks umgebrachten deutschen Soldaten vorsah. Durch die einschränkenden Adverbialen „grundsätzlich“ und „im allgemeinen“ wurde die Entscheidung über die Ausführung der Befehle der Truppe vor Ort überlassen.

Der Kommissarbefehl und der Gerichtsbarkeitserlaß verdienen nähere Erläuterungen, weil sie das Thema dieser Dokumentation betreffen.

 

Ende 1 Teil

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Ubasser

1. Vgl. FOCUS 10/1997, S. 80; Rüdiger Wenzke: Wehrmachtoffiziere in den DDR-Streitkräften, in: Nationale
Volksarmee – Armee für den Frieden, hrsg. von Detlef Bald u.a., Baden-Baden 1995, S. 143 ff.
2. Vgl. z.B. Weisung Nr. 46: Richtlinien für die verstärkte Bekämpfung des Bandenunwesens im Osten, in: Hitlers
Weisungen für die Kriegführung, hrsg. von Walther Hubatsch, Frankfurt 1962, S. 232 ff.
3. Vgl. Erwin Peter und Alexander E. Epifanow: Stalins Kriegsgefangene. Ihr Schicksal in Erinnerungen und nach russischen Archiven, Graz u.a. 1997, S. 253 ff.
4. Vgl. Erwin Peter und Alexander E. Epifanow (wie Anm. 3), S. 265
5. Franz Kadell: Die Katyn-Lüge. Geschichte einer Manipulation. Fakten, Dokumente, Zeugen, München 1991;Gerhard Kaiser und Andrzejl Szczesniak: Katyn. Der Massenmord an polnischen Offizieren, Berlin 1991; Madajczyk Czeslaw: Das Drama von Katyn, Berlin 1991
6. Vgl. Wolf Stoecker: Fälschung und Agitation, in: Armee im Kreuzfeuer, hrsg. von Joachim F. Weber, München 1997, S. 79
7. Katalog zur Ausstellung, Hamburg 1996, S. 64 ff.
8. Vgl. Katalog (wie Anm. 7), S. 68
9. Vgl. AZ, report vom 4.4.1997
10. FOCUS 16/1997, S. 42 ff.
11. FOCUS 18/1997, S. 336
12. FOCUS 16/1997, S. 45
13. Joachim F. Weber (Hrsg.): Armee im Kreuzfeuer, München 1997
14. Vgl. Rüdiger Proske: Vom Marsch durch die Institutionen zum Krieg gegen die Wehrmacht, Mainz 1997, 24 f.
15. Hartmut Schustereit: Gutachten zu Hannes Heer und Klaus Naumann: Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944, Hamburg 1955, hrsg. vom Österreichischen Arbeitskreis für Kultur und Geschichte, Wien 1996, S. 33
16. Bodo Scheurig: Zur Ausstellung ‚Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944‘, in: Erziehung, Politik, Geschichte, Pädagogische Bibliothek Beltz, Mai/Juni 1997
17. Vgl. FOCUS 49/1996; Kameraden 6/1997, S. 24

Eine Religion, die Lüge ist, kann niemals von Gott sein


Die ganze Geschichte des jüdischen Volkes, das „Wort Gottes“, Moses, Abraham, der Auszug aus Ägypten, David und König Salomon, das gesamte Alte Testament, besteht aus „Betrug, Mogeleien, Märchen und Dokumentenfälschungen“. Die Judenführer geben ihre grauenhaften Mogeleien als Gottes Worte aus, um ihre schlimmsten Verbrechen damit zu rechtfertigen, denn die Wahrheit ist:

„Viele Experten leiten den Begriff Hebräer von ‚hapiru‘ ab – was so viel wie ‚Vagabund‘ heißen kann. Das Alte Testament: ein Gespinst aus Legenden. Vor allem die historische Basis der Bibel wankt. Den jüngsten Hieb hat jetzt Israel Finkelstein, Chef-Ausgräber an der Universität Tel Aviv, geführt. Sein Buch ‚Keine Posaunen vor Jericho‘ bestätigt, dass Kerntexte der Bibel unwahr sind:

1) Ein Auszug jüdischer Stämme aus Ägypten fand nie statt.
2) Kanaan wurde nicht, wie im Buch Josua beschrieben, gewaltsam erobert.
3) Die Ur-Reiche von David und Salomo sind Trug. Diese israelitischen Könige herrschten nur über ‚unbedeutende Teile von Randregionen‘.

Als Märchen und monumentale Camouflage – so steht das Wort Gottes mittlerweile da. Die Geburt Gottes erfolgte aus dem Schoß der Vielgötterei. Jahwe war ein kleiner Wettergott – In Jerusalem blühte die Tempelprostitution; Gott besaß ursprünglich eine nackte Begleiterin; noch um 100 v. Chr. hingen die Bauern der Gegend heidnischen Ritualen an. Die Einsicht, dass sich der Herr aus einem heidnischen Götzen entwickelte, mag schmerzen, ist aber längst überfällig. Immer deutlicher wird, dass Gottes Wort, das ‚Buch der Bücher‘, voller Mogeleien steckt. Eine Gruppe von Fälschern, ‚Deuteronomisten‘ genannt, bürsteten Realgeschichte um; sie verzerrten die Wirklichkeit, schafften unbequeme Fakten beiseite und erfanden, nach Art eines Hollywood-Drehbuchs, die Geschichte vom Gelobten Land. … Sogar vor Betrug und Dokumentenfälschung scheuten die Zion-Priester nicht zurück. … Aus der Sicht der gemäßigten Bibelkundler stellt sich die Sache also wie folgt dar: Um 630 v. Chr. schrieben die ‚Deuteronomisten‘ Kernstücke der Bibel. Sie erfanden die Figuren Abraham und Mose und verlegten deren Wirken durch einen Trick in die Vergangenheit.“ [DER SPIEGEL 52/21.12.2002]

Der Archäologe Israel Finkelstein leistet einen wichtigen Beitrag zur Entlarvung der Bibellügen.

Der Archäologe Israel Finkelstein leistet einen wichtigen Beitrag zur Entlarvung der Bibellügen.

Israel Finkelstein fasste seine wissenschaftlichen Erkenntnisse in seinem neuen Buch „Das vergessene Königreich – Israel und die verborgenen Anfänge der Bibel“, C.H. Beck, so zusammen, dass das biblische, strahlende Jerusalem zum schlichten Dorf schrumpft. Bei Finkelstein schrumpft das strahlende Jerusalem zum schlichten Dorf. Und David, der laut 1. und 2. Buch Samuel, dem 1. Buch der Könige und dem 1. Buch der Chronik des Tanach und des Alten Testaments der Bibel König von Juda und als Nachfolger Sauls zeitweise auch von Israel gewesen sei, war gemäß Finkelstein der Anführer einer Räuberbande, umgeben von „Männern mit Knüppeln, die herumbrüllten, fluchten und spuckten“. David war nicht der Kronenträger, sondern eher ein Strauchdieb. Der Alttestament-Forscher Ernst Axel Knauf nennt ihn einen „Banditen und Serienmörder, dem es auf eine Leiche mehr oder weniger nicht ankam“.

Colin J. Humphreys beschreibt das alte Judentum in seinem Buch „Und der Dornbusch brannte doch“, Gütersloher Verlagshaus, als Nomadenvolk mit dem Namen Schasu. Bei den Ägyptern hießen die Hirten „Sandwanderer“ und waren als Räuber und Wegelagerer verschrien. „Der schmale Pfad ist gefährlich, weil Schasu sich hinter den Büschen verstecken“, heißt es in einem Papyrus, „sie haben grimmige Gesichter, sie sind feindlich“. Diese Nomaden stammten aber aus Arabien, nicht aus dem „Heiligen Land“. „Vieles spricht dafür, dass es die bärtigen Nomaden aus Nordarabien waren, die gleichsam die Urform Gottes anbeteten. … Vereinfacht könnte man die neue Gottesformel deshalb so ausdrücken: Schasu = auserwähltes Volk“. schreibt der SPIEGEL in seiner Weihnachtsausgabe 2014.

Die Nomaden würden „wesentliche Identifikationsmerkmale“ des auserwählten Volkes der Bibel aufweisen, erklärt der Schweizer Theologe Thomas Staubli. Denn unstete Viehhirten waren auch jene Leute, die das Alte Testament „Israeliten“ oder „Hebräer“ nennt. Die Schasu-Nomaden erreichten nachweislich Jerusalem.

Der Ursprung der sogenannten jüdischen Religion war nichts anderes als eine Form der Götzen-Verehrung, sie begann nicht als Monotheismus, wie das Alte Testament uns glauben machen möchte. Selbst Jahwe wurde anfangs als Huftier verkörpert. Das Alte Testament berichtet, dass Jerobeam, ein früher König Israels (931 bis 901 vor Christus), zwei Tempel erbauen ließ. In beiden standen Kälber. „Zwar tut die Bibel so, als wäre bereits Salomo ein stockfrommer Monotheist gewesen. Doch in Wahrheit hielt sich im Gelobten Land vor 3000 Jahren noch kein Mensch an das zweite Gebot (‚Du sollst dir kein Gottesbild machen‘). Grabungen zeigen, dass es bei den Hebräern von Spuk und Zauberei nur so wimmelte“, beweist Finkelstein gemäß SPIEGEL.

Berühmt ist die Geschichte vom riesenhaften Philister Goliat, der von David angeblich mit einer Steinschleuder niedergestreckt wurde. Diese Geschichte ist ebenso unglaubwürdig wie alles andere der jüdischen Bibel. Der SPIEGEL kommentiert: „Glaubwürdig ist der Knock-out indes nicht. Denn: ‚Die Nachbarn waren den Israeliten haushoch überlegen, sie hatten Kampfwagen und besaßen ein Monopol auf Metalle‘, erklärt die Archäologin Angelika Berlejung“.

Die Assyriologin von der Universität Leipzig, Angelika Berlejung, fand auch heraus, dass Jerusalem keineswegs das prachtvolle Weltzentrum der damaligen Zeit war, wie es in der Bibel dargestellt wird. Berlejung: „Den Befunden zufolge war Aschdod um 900 vor Christus fünfmal größer als Jerusalem. Wenn ein Hebräer einen Pflug oder auch nur einen Nagel kaufen wollte, musste er ihn beim Feind erbetteln“. Der SPIEGEL kommentiert: „Das Alte Testament tischt Legenden, Gerüchte und ideologisch verbrämte Geschichtsdeutungen auf. Diese wurden im Laufe der Zeit mehrfach redigiert, neu verzahnt und mit manipulierenden Einschüben versehen. … Die Goliat-Geschichte zeigt das Gestoppel am besten: Die älteste Schicht der Sage stammt wohl aus dem elften Jahrhundert vor Christus. Da hieß der Held noch ‚El-hanan‘. Erst später münzte man die Story auf König David um. Goliat erhielt nun einen ‚Helm aus Bronze‘ samt Eisenpanzer und Beinschienen. Er sah plötzlich aus wie ein griechischer Soldat. Den letzten erzählerischen Schliff bekam der Bericht erst um Christi Geburt. All das besagt: Eine Offenbarung aus einem Guss hat es nie gegeben. Die Bibel ist Menschenwerk, teils mit trügerischer Absicht verfasst. Letzteres gilt vor allem für die chronologischen Angaben der Bibel. Sie haben sich als falsch entpuppt“.

Die Bibel (l. Könige 5), berichtet König Salomon und seinem glanzvollen Staat, der bis zum Euphrat reichte. Seine Schiffe fuhren bis nach Spanien. In seinem Harem lebten 700 fürstliche und 300 weitere Nebenfrauen. Gemäß Finkelstein „bezeugt nicht ein Stein dieses Mythenreich“. So geht es fort und fort in Finkelsteins neuem Buch. „Überall wird enttarnt, entzerrt, zurechtgerückt. Die moderne theologische Forschung gleicht einer einzigen Desillusion“, fügt der SPIEGEL an.

„Stets geht es darum, die Vergangenheit möglichst glorreich darzustellen, um aktuelle Gebietsansprüche besser begründen zu können“, erklärt Gunnar Lehmann, deutscher Archäologe mit israelischem Pass an der Ben-Gurion University in Beerscheba. Das sind handfeste Gründe, die Lügen-Bibel unangetastet zu halten.

Laut den biblischen Erzählungen über David, dem „hübschen Hirtenjungen aus Bethlehem“, der den depressiven König mit Zitherspiel aufheitern sollte, gilt David auch als Verfasser der biblischen Psalmen. Er wird als Superhelt bejubelt. Niemals aber kommt das „Buch Gottes“ ohne Obszönitäten aus. Der SPIEGEL erklärt die Psyche des eifersüchtigen Königs Saul dahingehend, dass Davids Heldentaten, „den Neid des Regierungschefs erregt. ‚Saul hat Tausend erschlagen, David aber Zehntausend‘, jubelt das Volk. Also sinnt der Eifersüchtige auf eine böse Falle. ‚Bring mir 100 Vorhäute der Feinde‘, verlangt er. David schleppt 200 an. Am Ende ist Saul so rasend vor Wut, dass er den Konkurrenten zu töten versucht. David flieht. Aber: Nicht eine einzige außerbiblische Quelle bezeugt Sauls Existenz“.

Für Finkelstein war David solch ein „Apiru-Anführer“. „Die Sache mit dem schönen Knaben, das Leierspiel, die Poesie – all das sei nur Zuckerguss, der in späterer Zeit entstand. Die Ausgrabungen ergeben jetzt ein bescheideneres Bild. Der wahre David hinter dem Mythos war nur ein Häuptling, der ein abseitiges und trockenes Ländle regierte, in dem kaum Ackerbau möglich war. Und auch die Stadt Jerusalem, die der Religionsheld angeblich – durch einen unterirdischen Kanal kriechend – eroberte, war in der frühen Eisenzeit noch keine Prunk-Zitadelle, sondern nur eine schlichte, aus Bruchsteinen erbaute Bergfestung mit kaum 200 Einwohnern“.

Dazu schreibt der SPIEGEL unter Verwendung der neuesten Ausgrabungs-Erkenntnisse des israelischen Archäologen Israel Finkelstein: Eine Offenbarung aus einem Guss hat es nie gegeben. „Die Bibel ist Menschenwerk teils mit trügerischer Absicht verfasst. Eine Offenbarung aus einem Guss hat es nie gegeben.“

Aus dem Judentum wurde also die Ur-Lüge geboren, und sie hat sich seither mit immer neuen Lügen angereichert, woraus die großen Massaker und Völkermorde in der Welt entstehen und entstanden sind. Nicht umsonst prangert der christliche Erlöser deshalb die Juden als ein dem Teufel ergebenes Volk an. Jesus sagt: „Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.“ (Johannes, 8:43,44)

Vor dem Menschenmord kommt also die Ur-Lüge. Und die Kirche Roms, „die Synagoge Satans“, verbreitet diese Lügen als das „Wort Gottes“. Rom verrät nicht nur den christlichen Erlöser, sondern auch die Evangelien, die Lehren Jesu Christi.

Quelle: National Journal

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Ubasser

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