Morbus ignorantia – Die Krankheit Unwissen

"Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft und wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit." – George Orwell

Verbotene Siege 1940 – Compiègne und Dünkirchen


Von Prof. Dr. Menno Aden

Am Tag der deutschen Einheit (3.10.2010)

I. Ausgangspunkt

Der Jahrestag der deutschen Kapitulation am 8./9. Mai 1945 jährte sich 2010 zum 65. Male und führte zu umfangreichen Siegesgedenkfeiern in den Staaten unserer ehemaligen Feinde. Darüber wurde der 70. Jahrestag der deutschen Siege über Frankreich und England vergessen. Das NS-Regime werden wir, zumal mit der Kenntnis von heute, verwerfen. Die damals errungenen Siege müssen nicht gefeiert werden; das werden sie auch nicht. Anscheinend wurde ihrer aber gar nicht gedacht. Deutschlands politische Entwicklung in den letzten Jahrhunderten hat, wie folgend näher ausgeführt werden soll, unseren politischen Blick derartig verengt, daß wir über Deutschland, bestenfalls Europa, kaum hinausschauen können. Die beiden Weltkriege erscheinen uns daher nicht als Welt-kriege, sondern als eine Art deutscher Sondervorstellung auf der Bühne der Geschichte, mit der wir „durchgefallen“ sind. Wir können Verlauf des Krieges und sein Ende nur mit deutschen Augen sehen. Schon den asiatischen Krieg und die japanische Niederlage sehen wir nur durch einen fernen Schleier. Unter dem ausschließlichen Gesichtspunkt der deutschen Niederlage 1945 sind alle damals errungenen deutschen militärischen Erfolge mit den Worten E. v. Mansteins nur verlorene Siege. Das waren sie aber nicht. Es waren diese deutschen Siege über Frankreich und England, welche die 1648 im Westfälischen Frieden an Frankreich und ab etwa 1700 zusätzlich an England verlorene politische Selbstbestimmung Deutschlands wiederherstellten und letztlich dazu führten, daß Deutschland heute eine seiner Bedeutung in der Weltpolitik entsprechende Rolle spielen kann. Es waren diese Siege, welche die Entkolonialisierung auslösten und die heutige multipolare Weltordnung heraufführten. Diese Siege haben die Sowjetisierung Westeuropas verhindert und so den Boden für den Umschwung von 1990 mit vorbereitet. Das uns fast irritierende hohe Ansehen, welches Deutschland in den ehemaligen Untertanenländern Englands und Frankreichs genießt, ist im wesentlichen eine Fernwirkung dieser deutschen Siege, besser dieser englischen und französischen Niederlagen.

Diese Siege waren also nicht verloren. Man wird sie eher verbotene Siege nennen, denn sie passen nicht in das offiziell gepflegte Geschichtsbild. Dieses wird weiterhin vom Selbstlob, insbesondere der Englischsprachigen, geprägt, durch ihren Sieg über das Monstrum Hitler die Welt gerettet zu haben. Politisch Korrekte werden daher vor allem daran Anstoß nehmen, daß sich aus den folgenden Überlegungen ergibt, Hitler habe dann doch auch Gutes gezeitigt. Das ist bei dem heutigen Meinungsklima in Deutschland für den Verfasser eines solchen Aufsatzes in der Tat gefährlich, und es nützt ihm wenig, wenn er hier und sonst bekundet, wie sehr ihm das NS-Regime als eine geschichtliche Schande unseres Vaterlandes erscheint.[2] Darauf kann man nur vertrauensvoll mit Augustinus antworten, daß Gott oft das Böse zuläßt, um Gutes hervorzubringen – oder wie Lessing sagt: Das Leid wird seinen guten Grund in dem ewigen unendlichen Zusammenhange aller Dinge haben. In diesem ist Weisheit und Güte, was uns in den wenigen Gliedern, … blindes Geschick und Grausamkeit scheinet. [3]

II. Geschichtliche Voraussetzungen

1. Deutschland, der bequeme Nachbar

Deutschland war nach großen Anfängen unter Karl dem Großen, über Höhen wie unter Otto d. Großen und Friedrich Barbarossa, Niedergängen und Neuaufbrüchen tausend Jahre später um 1800 zur politischen Nichtigkeit herabgesunken. Es war ein harmloser, verschlafener Bär, der keine politischen Ansprüche stellte und sich wortlos alles gefallen ließ. Pufendorf schreibt 1667, also nach dem Dreißigjährigen Krieg, über den Zustand Deutschlands: Die Größe und Stärke des Deutschen Reiches könnte, wenn es eine monarchische Verfassung hätte, für ganz Europa bedrohlich sein, aber es ist durch innere Krankheiten und Umwälzungen so geschwächt, daß es sich kaum selbst verteidigen kann.[4] Deutsche Eliten begleiteten Deutschlands Weg in die Kümmerlichkeit unbetroffen. Die völlige Zerstörung Deutschlands im Frieden von Lunéville (1801), als das gesamte linke Rheinufer, von Mainz bis Bonn und Aachen, an Frankreich abgetreten wurde, scheint nicht einmal bemerkt worden zu sein. Auch nicht von Friedrich Schiller, der unter den zeitgenössischen Dichtern patriotischen Gefühlen noch am ehesten Raum gab. Unserem Dichterfürsten Goethe fiel zu diesem Epochenereignis nur das Gedicht Hermann und Dorothea ein, welches die Flucht der überrheinischen Deutschen vor den wilden Franken zum Thema hat und in der Ermahnung an Hermann gipfelt, nicht zu den Waffen zu eilen, sondern mit seiner Dorothea brav Haus und Garten zu pflegen.

Deutschlands Nachbarn im Westen hatten um 1800 die Welt entdeckt und erobert, und sein Nachbar im Osten, Rußland, hatte nicht nur die deutschgeprägten ehemaligen Ordenslande in Besitz genommen, sondern vor allem Sibirien bis zum Pazifik unter russische Herrschaft gebracht. Plus Ultra Weiter hinaus! war der Wappenspruch des spanischen Königs Karl I. gewesen. Amerika und die pazifischen Inseln, und die noch ferneren nach seinem Sohn benannten Philippinen waren unter sein Zepter geraten. Als deutscher Kaiser Karl V. aber wurde er von der Reformation und den immer deutlicheren Teilinteressen der deutschen Fürsten zermürbt. Spanien schaute über die Ozeane, Magellan umfuhr die Welt, der deutsche Horizont aber blieb unverrückt. Er wurde sogar enger. Nur noch selten ging er bis an die Grenzen des Deutschen Reiches bzw. deutschen Kulturgebietes. Noch zur Zeit des Deutschen Bundes blieb er meist an den Grenzen des Fürstentums oder der Freien Stadt hängen. Für seine Nachbarn war Deutschland das Land, durch welches der romantische Rhein floß. In Thackereys Roman Jahrmarkt der Eitelkeiten (Vanity Fair, 1848) trifft die englische Reisegruppe am Rhein auf ein harmloses Völkchen, wo auf der einen Seite der Adel sitzt und weint und Strümpfe strickt, und auf der anderen Seite die bürgerliche Welt; und seine Durchlaucht, der Herzog und die durchlauchte Familie, alles sehr dick und wohlwollend … (61. Kapitel). Mit ähnlichen Eindrücken hatte auch Victor Hugo um 1850 den Rhein bereist und in seinem Bericht Le Rhin festgehalten. Reiseberichte über Deutschland von Skandinaviern [5] und Russen [6] aus dieser Zeit lauten ähnlich.

Das Bild spießiger Enge im fiktiven Reichsmarktflecken Kuhschnappel, welches Jean Paul in dem um 1750 spielenden Roman Siebenkäs zeichnet, ist zwar literarisch kostbar, aber unter politischen Gesichtspunkten für uns peinlich und beschämend. In derselben Zeit hatte England Frankreich aus Nordamerika und Indien geworfen und dort seine Herrschaft etabliert. Das geschah wesentlich mit deutschen Söldnern, die unter Umständen angeworben wurden, die schon damals als schändlich angesehen wurden.[7] England dirigierte ab 1700 die europäischen Kriege, auch etwa den Siebenjährigen Krieg, und der große Preußenkönig Friedrich erscheint bei näherem Hinsehen fast als Marionette im englischen Spiel um das Gleichgewicht Europas. England konnte das auf Grund seines Reichtums, den es insbesondere als Marktführer des transatlantischen Sklavenhandels erworben hatte. Dieser Reichtum wurde dann durch den englischen Sieg über Frankreich im Siebenjährigen Krieg, in Indien der 3. Karnatische Krieg genannt, noch um die Schätze Indiens ergänzt.

Als bei uns nach vielen Mühen der Zollverein gegründet wurde (1834), sah die Außenwelt wie folgt aus: England vollendete die Eroberung Indiens mit der Einverleibung Sindhs, des heutigen Pakistans; Frankreich eroberte Algerien und begann, es zu besiedeln. In China führte England die Opiumkriege (1840). Als Bismarck sich im Frankfurter Parlament mit partikularistischen Eitelkeiten abmühen mußte (1857), versuchten England und Frankreich, China in ihre Botmäßigkeit zu bringen [8], Rußland eroberte Mittelasien und gründete am Pazifik als Marinevorposten das heutige Wladiwostok. Als der Deutsche Bund sich aufraffte, Holstein vor dem dänischen Zugriff zu retten (1864), provozierte die junge USA einen Krieg mit Mexiko und nahm alles Land von Texas bis Kalifornien, wodurch sie ihr Gebiet auf einen Schlag um fast das Doppelte vergrößerte. Von allen deutschen Staaten, einschließlich Österreichs, hatte nur das militaristische Preußen sein Gebiet vergrößert. Es hatte nämlich 1853 dem Großherzog von Oldenburg das Jadegebiet (heutiges Wilhelmshaven) abgekauft. Die bedeutenden wissenschaftlichen Beiträge von Deutschen, insbesondere ab 1750, sind hier nicht zu behandeln. Sie mögen, was aber hier nicht auszuführen ist, allerdings das Gegenstück der politischen Verdumpfung Deutschlands sein. Wem der Weg in die Ferne versperrt ist, sucht die Ferne eben in der Tiefe seines Innern.

2. Verteilte Welt

Auch 1860 waren wir immer noch nicht aufgewacht. Deutsche Seefahrten fanden während all der Jahre auf der Opernbühne statt. 1843 wurde Wagners Der fliegende Holländer uraufgeführt. Die wirklichen Holländer aber waren, wie die Engländer, in ihren Kolonien reich geworden, so reich, daß wir Deutschen wie der Handwerksbursche in Kannitverstaan von J. P. Hebel nur mit offenem Munde fragten, wie das möglich sei. Deutsche Eroberungen in Übersee gab es nicht. Die 1720 nach nur etwa 30 Jahren wieder aufgegebene brandenburgische Kolonie Groß Friedrichsburg im heutigen Ghana war der einzige Versuch und lud nicht zur Wiederholung solcher Abenteuer ein. Spätere Vorstöße in diese Richtung verschwanden in den Akten. [9] Die Welt war unter England und Frankreich weithin aufgeteilt. In Asien gab es kaum noch einen Fußbreit, der nicht der Interessensphäre einer dieser beiden zugerechnet wurde. Davon merkten wir Deutschen gar nichts. Wir schauten unbetroffen zu, wie das letzte deutsche Großreich, die vom Vorarlberg bis Lemberg, von (heute) Dubrovnik bis Krakau reichende Donaumonarchie unter den Nörgeleien der Ungarn der Auflösung entgegentrieb. Deutsche Politiker konnten niemals in den Kategorien denken, in welchen sich die Gedanken der transkontinentalen Imperien bewegten.

Auch Bismarck konnte offenbar nicht in großen Räumen denken. Er hätte voraussehen müssen, auf welche Widerstände das neue Deutsche Reich im Kampf um seine europäische Selbstbehauptung stoßen würde, wie isoliert es sein würde, sobald es (mit seinen Worten) anfangen würde zu reiten. Er wußte aus den zahlreichen diplomatischen Feilschereien, wie wichtig Tauschobjekte waren, um die Interessen der Mächte auszugleichen und abzuwiegeln. Er selbst war darin ein Meister. [10] Da wir in Europa nichts zu vergeben hatten, wäre es von Bismarck vorausschauend gewesen, sich in Übersee Tauschobjekte zu besorgen. Frankreich hatte etwas anzubieten, als es ein Bündnis gegen Deutschland suchte. Für den Verzicht auf seine Option im Sudan (Faschodakrise) bekam es die Entente Cordiale, aus welchem der Ring um Deutschland geschmiedet wurde, der 1914 platzte. Die späteren bettelnden deutschen Bündnisangebote an England unter Kaiser Wilhelm II. mußten schon deswegen scheitern, weil wir England nichts anzubieten hatten, wie Niall Ferguson bemerkt. Nicht Deutschland, sondern England war eigentlich der geborene Feind Frankreichs. Die deutsch-französische Feindschaft nach 1871 war im Grunde substanzlos und beruhte wesentlich auf dem Streit um Elsaß-Lothringen. Diese Feindschaft hätte vielleicht gegen England umgedreht werden können, wenn Preußen/Deutschland im Austausch gegen Straßburg Frankreich eine deutsche Besitzung in Südamerika, Südafrika oder sonstwo hätte anbieten können, oder besser noch, wenn umgekehrt Deutschland 1871 im Frankfurter Frieden statt sich Elsaß-Lothringen abtreten zu lassen, auf den Vorschlag eingegangen wäre, Französisch-Indochina zu nehmen. Bismarck konnte aber mit solchen Gedanken weder politisch noch mental etwas anfangen.

Wie anders wäre die deutsche und somit die Weltgeschichte verlaufen, wenn Bismarck, anstatt sich mit den Nickeligkeiten der deutschen Kleinstaaterei herumzuschlagen, um 1860 Hawaii [11] und Polynesien [12], Neuseeland [13], Ägypten [14] oder den ebenfalls noch freien späteren belgischen Kongo für Preußen erobert hätte. Deutschland hätte im europäischen und Weltkonzert eine völlig andere Rolle gespielt. Die deutsche Einheit war fällig. Sie wäre auch so gekommen. Bismarcks Diplomatie und Moltkes strategisches Genie waren im Grunde „Schüsse übers Grab“, nur (wenn auch gekonnt plazierte) Fangschüsse auf das getroffene Wild der deutschen Fürstenherrlichkeiten. Es ist heute nicht darüber zu rechten, ob solche Ausgriffe für Preußen/Deutschland im Ergebnis für Deutschland segensreich gewesen wären. Unrealistisch wäre es nicht gewesen. Die Niederlande konnten, wenn auch erst nach langem Kriege, noch 1900 die Rieseninsel Sumatra ihrem indonesischen Kolonialreich einverleiben. Selbst das unbedeutende Belgien konnte sich noch 1885 das gewaltige Kongobecken aneignen. Wenn Bismarck, der Gastgeber der Kongokonferenz (1884/85), darauf gedrungen hätte, wäre wohl uns diese reiche Kolonie zugefallen. Aber wir Deutschen wollten nicht. Wir konnten seit Martin Behaim (1490) zwar die Weltkugel abbilden und seit Gerhard Mercator (1512–94) maßstabgerechte Weltkarten zeichnen, wir konnten aber nicht im Weltmaßstab denken.

III. Kampf um die Hegemonie in Europa

1. Fremde Mächte in Deutschland

Nicht nur in der Welt, auch in Europa war Deutschland abgeschlagen. Der größte Block in Mitteleuropa war bis 1870 Gegenstand, nicht Teilnehmer im Kampf um die Hegemonie in Mitteleuropa. Deutschlands Stellung um 1850 gegenüber den Mächten (Frankreich, England, Rußland und mit Einschränkungen Österreich) ähnelte der, in welcher sich China um 1900 gegenüber den Großmächten befand: Halb-kolonial. Ein machtloses politisches Gebilde, in welchem fremde Mächte unkontrollierbare Sonderrechte hatten. England besaß Hannover [15] und das 1807 eroberte Helgoland. Dänemark hatte Holstein und Lauenburg. Schweden, das sich im Westfälischen Frieden bedeutende Stücke Norddeutschlands genommen hatte, besaß immer noch gewisse Ansprüche auf Wismar. [16] Luxemburg, Teil des Deutschen Bundes, schien Frankreich zuzufallen.

England hatte seit etwa 1700 im protestantischen Deutschland prägenden Einfluß ausgeübt. Dieser gründete sich politisch auf die Personalunion der englischen Könige mit Hannover. Nach deren Beendigung durch die Thronbesteigung von Königin Victoria (1830) [17] wurde dieser Einfluß neu begründet durch die vom englischen Prinzgemahl Albert v. Sachsen-Coburg arrangierte Heirat seiner, der englischen Königstochter Victoria, mit dem preußischen Kronprinzen Friedrich, später Kaiser Friedrich III. Die zeitgenössischen Berichte über diese Heirat erinnern an das Bild eines etwas unbeholfenen Bräutigams, der „nach oben“ heiratet. Der Prinz aus dem armen Preußen wird von dem viel reicheren und vornehmeren englischen Königshaus als Schwiegersohn in Gnaden akzeptiert, freilich in der deutlich ausgesprochenen Erwartung [18], daß er als künftiger preußischer König den englischen Forderungen ebenso geneigt sein werde, wie es Brandenburg-Preußen immer gewesen war. [19] Mit Selbstverständlichkeit redeten Engländer in der Schleswig-Holstein-Frage mit und gaben uns im Londoner Protokoll v. 1852 auf, was zu geschehen habe. Bis heute scheint niemand zu fragen: Was ging sie das eigentlich an?

Frankreich hatte sich unter Napoleon III. zu überraschender Höhe erhoben. Die deutschen Kleinstaaten nahmen daran Maß und suchten lieber dort Schutz vor Preußen und Österreich, als in diesen deutsche Brüder zu sehen. Frankreich griff wieder massiv in die querelles allemandes ein und wirkte, diese zu verstärken. Es konnte daran denken, das zu Deutschland gehörende Luxemburg zu annektieren, spielte mit dem Gedanken, sich Belgien zu nehmen, und die Rheingrenze – ja, die war sowieso das Ziel, welches auch Victor Hugo trotz grundsätzlicher Deutschfreundlichkeit in Le Rhin als natürliche Forderung Frankreichs ansieht. Dieses Ziel war wieder in erreichbare Nähe gerückt. Die französische Hegemonie auf dem Kontinent war im Grunde unangefochten.

Zu Rußland bestanden nicht nur in Preußen, sondern in verschiedenen deutschen Kleinstaaten (Hessen, Oldenburg, Mecklenburg, Sachsen-Weimar, Württemberg) enge dynastische Beziehungen. Der mächtige russische Zar stand als Schatten hinter den Partikularinteressen seiner Vettern vor den eventuellen Übergriff en einer etwa entstehenden Zentralmacht wie Preußen. An sich war der Zar, als der reichere Verwandte, Preußen bis zum Krimkrieg wohlwollend verbunden. [20] Er erwartete freilich als Gegenleistung gewisse Freundschaftsdienste, die Bismarck allerdings als Vasallenpflichten empfand. Zar Alexander II. nahm es Preußen übel, nicht mit ihm in den Krimkrieg eingetreten zu sein, obwohl es darin nichts gewinnen konnte. [21]

2. Deutschland als Kulturstaat ohne Macht

Die folgende Bemerkung aus dem Jahre 1942 von Vansittart, einem der Haupttreiber gegen Deutschland unter Churchill, kann nur völliger Nichtkenntnis deutscher Verhältnisse zugeschrieben werden, denn nicht einmal böser Wille kann sich derartig vergreifen:

Der Deutsche … war immer der Barbar, der Bewunderer des Krieges, der Feind – heimlich oder offen – der Menschenfreundlichkeit, des Liberalismus und der christlichen Zivilisation; und das Hitler-Regime ist kein zufälliges Phänomen, sondern die logische Konsequenz der deutschen Geschichte, des Deutschen in excelsis.

Vansittart muß sich in dem Volk, das er meinte, vertan haben. Niemals hat man von einem verantwortlichen Deutschen etwas von der Art gehört, wie es der fromme John Ruskin (1819-1900), der keinen Tag beschloß, ohne in der Bibel gelesen zu haben, 1865 zu englischen Kadetten ausgedrückt hatte:

Nur im Schoße einer Nation von Kriegern sind jemals auf Erden große Künste erblüht. Große Kunst ist einem Volke nur möglich, wenn sie auf dem Schlachtfeld gegründet ist.

Derselbe, in seinem Vaterland bis heute höchst angesehene Gelehrte, sagte 1870 in seiner Oxforder Antrittsrede:

Das ist es, was England tun muß, oder es muß untergehen: es muß Kolonien gründen …es muß von jedem Stück freier fruchtbarer Erde … Besitz ergreifen und dann seine Kolonisten lehren, daß ihre Haupttugend in der Treue zu ihrem Lande besteht, und daß ihr erstes Streben sein muß, die Macht Englands zu fördern.

Deutschland hätte vielleicht auch gerne so gesprochen, aber es hat nicht, und es konnte so auch nicht sprechen. 1861 beklagte Hermann Schulze-Delitzsch, der Mitbegründer des Genossenschaftsgedankens, in einer Wahlrede zum Preußischen Landtag, daß Deutschland trotz seiner kulturellen Höhe politisch so völlig unbedeutend sei. Ein Jahr später, 1862, notierte am fast entgegengesetzten Ende des politischen Meinungsspektrums der spätere deutsche Reichskanzler Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst in ganz ähnlicher Weise: [22]

Es gibt philosophische Sozialpolitiker, die sagen: die Deutschen sind ein Kulturvolk, weniger berufen zum Eingreifen in die äußeren Geschicke der Welt als zur Pflege der geistigen Entwicklung und zur Lösung der großen Fragen der Menschheit. Wer sich damit tröstet, dem wünschen wir die Resignation der Juden … Zu dieser Resignation haben wir es noch nicht gebracht. Wir glauben, daß das deutsche Volk noch nicht so tief gesunken ist, um sich mit dem Bewußtsein, ein Kulturvolk zu heißen, über seine politische Machtlosigkeit zu trösten.

In diesem Jahre eroberte Frankreich Indochina, und in Deutschland passierte immer noch nichts. Nur daß Bismarck zum preußischen Ministerpräsidenten berufen (23. Sept. 1862) wurde.

IV. Deutsches Reich als der Neue in der Klasse

Am 18. Januar 1871 war Deutschland plötzlich da. In den zeitnahen diplomatischen Berichten fällt auf, daß die Wiederbegründung des Deutschen Reiches anfangs kaum Aufmerksamkeit fand. Berichte von Botschaftern aus den Tagen um und nach dem 18. Januar 1871 erwähnen die Reichsgründung gar nicht oder nur beiläufig. In Wien hatte man sich damit seit 1866 abgefunden. In Frankreich hatte man ohnehin andere Sorgen, u. a. tobte der mörderische Bürgerkrieg in Paris (Pariser Kommune), und auch in London wußte man offenbar auch nicht so recht, was dieses neue deutsche Kaisertum zu bedeuten habe. Anscheinend war aber nicht einmal uns Deutschen bewußt, was da eigentlich vorgegangen war. In privaten Äußerungen findet dieses Ereignis auch keinen rechten Niederschlag. Beispiel sei Theodor Fontane, der Vaterlandsfreund und Preuße schlechthin. In dem viele kleine und größere Begebenheiten behandelnden Briefwechsel mit Mathilde v. Rohr [23] schreibt Fontane am 15. 12. 1870 zwar vom Kriege, u. a. von der baldigen Capitulation von Paris. Sein nächster Brief v. 14. März 1871, keine zwei Monate nach der Reichsgründung, betrifft nur persönliche Fragen. Auch die weiteren Briefe dieses Jahres nehmen keinen Bezug auf die Reichsgründung. Ebenso im Briefwechsel mit seiner Schwester. Am 23. Dezember 1870 schreibt er u. a. von Kriegsereignissen. Der nächstfolgende Brief v. 2. März 1871 handelt aber nur von privaten Fragen. Die folgenden Briefe dieses Jahres nehmen zwar auf den Kriegsverlauf in Frankreich Bezug, aber von der Reichsgründung ist keine Rede.

Ein Vergleich mit China heute bietet sich an. Die romantisierende Befassung im Westen mit China und seiner Jahrtausende alten Kultur wurde zum Staunen, dann Bewunderung, und schlug letzthin (unter Anleitung der englischsprachigen Presse) in immer lautere Verdächtigungen um. [24] Chinas militärischer Aufbau wird beargwöhnt, obwohl es noch weit entfernt ist, an die militärische Macht der USA heranzureichen. China, das in seiner langen Geschichte praktisch niemals einen Eroberungskrieg [25] geführt hat, wird plötzlich von den Mächten, die in ihrer sehr viel kürzeren Geschichte sich hauptsächlich mit Eroberungskriegen beschäftigt haben, verdächtigt, solche zu planen, und was man selber in Afrika in zügelloser Weise getan hat, wirft man heute China vor, nämlich zu versuchen, es zu kolonisieren.

So ähnlich widerfuhr es uns nach 1871. Das neue Deutsche Reich hatte sich über Nacht aus dem politischen Nichts erhoben. In kürzester Zeit war aus der nichtigen deutschen Kleinstaaterei ein höchst dynamischer Staat geworden. Die Überraschung war groß. Erst nahm man gar nicht wahr, dass es uns wieder gab. Dann aber schlug die herablassende, romantisierende Zuneigung, welche Deutschland bis dahin bei seinen Nachbarn genossen hatte, um. Der damalige Oppositionsführer und spätere englische Premierminister Disraeli erkannte in der Gründung des 2. Deutschen Reiches bald

ein größeres politisches Ereignis als die Französische Revolution….Wir haben eine neue Welt. Das Gleichgewicht der Macht ist völlig zerstört worden und das Land, das am meisten darunter leidet und das die Auswirkungen dieses großen Wandels am meisten spürt, ist England. [26]

Das Deutsche Reich wurde bei den bisherigen Mächten sofort ebenso beliebt, wie China heute. So beliebt, wie es ein Neuling in der Klasse immer ist, wenn er auch noch die besten Noten schreibt. Der Kreis derer, die uns Übles ansonnen, schloß sich schnell. Die deutschblütige Königin Victoria hatte noch einer direkt deutschfeindlichen englischen Politik im Wege gestanden. Nach ihrem Tode (1901) war unter ihrem Sohn Eduard VII. die Verbindung mit Frankreich, welches seinerseits mit Rußland verbündet war, zur entente cordiale, zum Ring um Deutschland geworden, dem sich Rußland inoffiziell angeschlossen hatte. Deutschland war rasch isoliert.

Die Welt war verteilt, zumeist an England. Außerhalb Europas gab es praktisch keinen Seehafen, der nicht direkt unter englischer, wie meistens, oder französischer Herrschaft stand oder indirekt von diesen Mächten abhing, wie Niederländisch-Indien, oder auf diese wegen eigener Machtinteressen Rücksicht nahm wie Japan. Mit wem sollten wir uns auch verbinden? Die Welt gehörte England, direkt oder indirekt, und was ihm nicht gehörte, befand sich in französischen Händen. Ausnahmen waren Rußland und die USA, die selbst imperialistische Zwecke verfolgten. Nur das Osmanische Reich war noch nicht unter englischem Einfluß. Als Deutschland hier zaghaft mit der Bagdadbahn Fuß zu fassen suchte, waren die englischen Verdächtigungen gleich da, so daß das Projekt zum Stehen kam. Das Deutsche Reich in seiner schimmernden Wehr hatte außerhalb Europas kaum mehr Einfluß als Preußen um 1850. Was in der Welt geschah, geschah ohne (Besetzung Ägyptens) oder gegen uns (Marokkokrise). Die Beteiligung an der Niederschlagung des Boxeraufstandes war eine Ausnahme. Das Ergebnis des 1. Weltkrieges hat uns von „geringem“ auf „keinen“ Einfluß rückgestuft und insofern nicht viel geändert. Deutschlands Einfluß in Europa und der Welt tendierte weiterhin gegen Null. So war es auch 1939.

V. Sieg über Frankreich

1. Compiègne

Nach der französischen Kriegserklärung am 3. September 1939 geschah wenig; drole de guerre – Scheinkrieg. Frankreich plante offenbar keinen Angriff gegen Deutschland. Einen Aufmarschplan für den von Hitler offenbar nicht erwarteten Krieg mit Frankreich gab es auch nicht. [27] Um diesen begann auf unserer Seite der Streit. [28] Der deutsche Feldzug begann am 10. Mai 1940. Er war strategisch überlegen geplant und in ungekannter Präzision durchgeführt worden. Der Feldzugsplan (Sichelschnitt) wird von angelsächsischen Militärhistorikern als genial gepriesen. [29] Hitler erkannte diesen von Erwin v. Manstein erdachten Plan sofort in seiner Genialität und setzte ihn um. [30] Der Erfolg war glänzend. Die Blutopfer dieses Feldzuges waren, verglichen mit den entsetzlichen Verlusten auf beiden Seiten während des Ersten Weltkrieges, geradezu vernachlässigbar.

Am 22. Juni 1940 wurde im Wald von Compiègne der deutsche Sieg über Frankreich mit dem Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich geschlossen. Hierdurch wurde ein Sieg besiegelt, wie es ihn in der neueren europäischen Geschichte kaum ein zweites Mal gibt. Vergleichbar wären allenfalls Jena (1806) und Waterloo (1815). Der deutsche Sieg war nicht nur ein militärischer, sondern er hatte eminent politische Auswirkungen. Nach der Erniedrigung, welche Deutschland insbesondere durch Frankreich im Frieden von Versailles erdulden mußte, nach der brutalen und unwürdigen Behandlung Deutschlands während der jahrelangen Ruhr- und Rheinlandbesetzung, nach jahrhundertelangen meist erfolgreichen Versuchen Frankreichs, Deutschland politisch niederzuhalten und, wie Napoleon gewollt hatte, in französische Vasallenstaaten zu zerstückeln, war es Deutschland gelungen, dem ständig an seinen Grenzen nagenden westlichen Nachbarn eine völlige Niederlage zuzufügen. Der Krieg war für Frankreich beschämend kurz. Die französische Niederlage war auch eine geistige. Der amerikanische Botschafter in Paris berichtete an Roosevelt:

Die physische und moralische Niederlage der Franzosen ist so vollständig, daß sie sich völlig damit abgefunden haben, daß Frankreich zur Provinz von Nazideutschland wird … Es ist nur ihre Hoffnung, zur bevorzugten Provinz Deutschlands (province favorite de l`Allemagne) zu werden. [31]

Angesichts der allgemein anerkannten Großartigkeit dieses Sieges fällt der Mangel an deutschem Triumphalismus auf. Die kampflose Übergabe von Paris am 14. Juni 1940 wurde nicht zu einer Siegesparade benutzt. Der deutsche Eroberer legte vielmehr vor dem Grab des Unbekannten Soldaten im Arc de Triomphe, der hauptsächlich französische Siege über und in Deutschland verherrlicht, einen Kranz nieder. Deutsche Einheiten sind bis zum Abzug niemals durch den Triumphbogen marschiert, sondern stets bescheiden im Bogen darum herum. Auch die Frankreich auferlegten Waffenstillstandsbedingungen sind ungewöhnlich milde. Frankreich sollte nicht gedemütigt werden. Goebbels schreibt am 22. Juni 1940 in sein Tagebuch:

In Compiègne ist alles vorbereitet … Frankreich steht offenbar vor dem Zusammenbruch. Keine demonstrative Demütigung, aber die Schmach vom 11. 11. 1918 muß ausgelöscht werden … Kein Haß und keine Rache leiten uns. Aber die Schmach von 1918 muß ausgelöscht werden. Darum diese Zeremonie. Die Bedingungen werden ausschließlich von der deutschen Sicherheit diktiert und bestimmt von der Tatsache, daß Frankreich England in seinem Kampf gegen Deutschland nicht unterstützen darf und können soll.

Am 18./19. Juni 1940 hatten Hitler und Mussolini zusammengesessen, um die Frankreich aufzuerlegenden Waffenstillstandsbedingungen festzulegen. Der italienische Außenminister Graf Ciano notiert aus diesen Verhandlungen in seinem Tagebuch:

Hitler spricht heute mit einer Mäßigung und einer Weitsicht, welche nach einem derartig großartigen Sieg, wie er ihn errungen hat, wirklich erstaunt. Ich stehe nicht in dem Verdacht übermäßiger Freundschaft zu ihm, aber oggi veramente lo ammiro – heute bewundere ich ihn wirklich.

Der Waffenstillstandsvertrag enthält in seinen 24 Artikeln Regelungen zur Demobilisierung Frankreichs und zur Sicherung der deutschen Besatzungsmacht. Es findet sich kein Wort, keine Vorschrift, welche Frankreich als demütigend empfinden mußte. Es ist subjektiv verständlich, wenn der französische General Huntziger die Bedingungen impitoyable nannte, aber das will nicht viel bedeuten. Der Kriegsschuldartikel im Versailler Vertrag hatte uns Deutsche wie kein anderer empört und dann auch wirtschaftlich ruiniert. Nichts davon hier, obwohl Frankreich uns, und nicht umgekehrt den Krieg erklärt hatte. Insbesondere hat es die Welt und Frankreich mit Erstaunen erfüllt, daß darin kein Wort über Abtretungen vorkommt, nichts über die Rückgabe von Straßburg, kein Wort über Elsaß-Lothringen. [32] Die Waffenstillstandsbedingungen haben in der europäischen Geschichte kaum eine Parallele, jedenfalls nicht bei Napoleons Tilsiter Frieden (1807), und ein Vergleich mit Versailles 1919 verbietet sich von selbst. Diese Zurückhaltung ist allenfalls vergleichbar mit der Bismarcks nach Königgrätz 1866 gegenüber Österreich und im Frankfurter Frieden 1871 gegen Frankreich. Sie war off enbar darauf berechnet, Vergangenes vergangen sein zu lassen und mit Frankreich zu einem dauerhaften Ausgleich zu kommen. Selbst Michel spricht von der Mäßigung, der prudence de Hitler, welche der neuen französischen Regierung von Vichy eine Reihe von Freiheiten gelassen habe. [33]

2. Frankreich danach

Das alte Deutsche Reich war ein kriegsscheuer Koloß gewesen. Seit etwa 1550 war daher Frankreich die militärische Vormacht Europas geworden. Spätestens im 17. Jahrhundert unter Richelieu bzw. Ludwig XIII. war es auch politisch in den Vordergrund getreten. Die Eroberungskriege Ludwigs XIV. (sogenannter Pfälzer Erbfolgekrieg), denen neben dem Heidelberger Schloß zahlreiche Schlösser, Burgen und Gebäude an Rhein und Mosel zum Opfer fielen, wurden, wenn auch nicht mehr unter dem Lilienbanner, von Napoleon fortgesetzt. Frankreich konnte nicht alle seine Pläne durchsetzen, blieb aber die beherrschende Größe in Europa und auch im innerdeutschen Mächtespiel. Nach der Katastrophe von Waterloo (1815) war es der diplomatischen Klugheit Talleyrands im Verein mit Dummheit und Selbstsucht der deutschen Fürsten gelungen, der Welt einzureden, nicht Frankreich, sondern der inzwischen abgedankte Napoleon habe diese Kriege geführt. Es sei ein Vergehen gegen die Kultur, Frankreich dafür haftbar zu machen und zu erniedrigen. England, hiervon weniger als von dem Gedanken an das europäische Gleichgewicht geleitet, schloß sich dem an. Frankreich blieb die beherrschende Kraft in Festlandeuropa, und Deutschland, das die Hauptlast der Kriege getragen hatte, war düpiert. Auch die Niederlage von 1871 (Frankfurter Friede) hat das nicht nachhaltig geändert. Frankreichs Prestige war angekratzt, aber nicht vernichtet. Frankreich blieb in Europa mindestens so einflußreich wie das neue Deutsche Reich, und außerhalb Europas spielte es, wie dargelegt, eine ungleich größere Rolle. Das Ergebnis des von Frankreich gewünschten 1. WK konnte der Welt, unter Hinweis auf seine hohen Blutopfer [34] als französischer Sieg präsentiert werden. So blieb Frankreich auch bis 1939 die diplomatische Vormacht in Europa. Erst die Niederlage von 1940 nach einem nur sechswöchigen Feldzug hat diese in Jahrhunderten aufgebaute französische Überlegenheit vernichtet. Frankreich wurde 1945 zwar ein Platz auf der Siegerbank erlaubt, so wie Italien 1940 nach „seinem“ Sieg über Frankreich neben Deutschland auf dieser Bank Platz nehmen durfte, aber es gehörte nicht dahin, und alle, auch Frankreich selbst, wußten es.

3. Verlust der Weltgeltung

a. Indochina

Die überseeischen Besitzungen Frankreichs waren nicht Gegenstand des Waffenstillstandsabkommens. Die französische Regierung, nun in Vichy, übte daher weiterhin die Hoheit über diese aus. Das militärische Ansehen Frankreichs, die Basis seiner überseeischen Herrschaft, war aber dahin, und damit seine herausgehobene Weltgeltung. Die Folgen der Niederlage zeigten sich sofort. Japan, das sich gar nicht im Kriegszustand mit Frankreich befand, nutzte die französische Schwäche. Nach einem japanischen Ultimatum vom Juni 1940 räumte Vichy-Frankreich Japan in Französisch-Indochina (Vietnam, Laos, Kambodscha) militärische Stützpunkte ein. Zwischen 1893 und 1907 hatte Frankreich dem Königreich Thailand in vier kurzen Kriegen mehrere Provinzen entrissen und Französisch-Indochina eingefügt. Nun nahm sich dieser politisch dritt- oder viertrangige Staat heraus, gegen (die ehemalige Großmacht) Frankreich einen Krieg zu beginnen, um diese Provinzen zurückzuholen (Ende 1940). Frankreich konnte sich nicht mehr wehren. Sein Verbündeter im Krieg gegen Deutschland, England, half ihm jedenfalls nicht. Thailand gewann diesen Krieg, wenn auch mit japanischer Hilfe. Damit war den unter französischer Herrschaft stehenden Vietnamesen usw. das Signal gegeben, diese Herrschaft abzuschütteln. Zunächst hielt Japan dagegen, dessen erklärtes Ziel es war, Erbe der europäischen Kolonialmächte in Asien, auch von Niederländisch-Indien, zu werden. Nach dessen Niederlage gegen die USA versuchte Frankreich zwar, die Kontrolle in Indochina wieder aufzurichten. Der Bann war aber gebrochen. Die Rückeroberung mißlang und leitete in den blutigen und grausamen Indochinakrieg über. Das militärische Ende der französischen Herrschaft war mit dem Fall von Dien Bien Phu am 7. Mai 1954 gegeben. Im Juli 1954 wurde es in Genf politisch besiegelt.

b. Algerien

Stora schreibt: La defaite francaise et l`etablissement du régime de Vichy… – Die französische Niederlage und die Regierungsübernahme durch das Vichyregime … führten zur entscheidenden Phase der algerischen Nationalbewegung. [35] Am 8. Mai 1945, dem Tag der französischen Siegesfeier über Deutschland, zogen in vielen algerischen Städten muslimische Algerier durch die Straßen mit Spruchbändern A bas le fascisme et le colonialisme – Nieder mit Faschismus und Kolonialismus. So auch in Setif/Department Constantine. Die Polizei schießt auf die Demonstranten. Darauf Unruhen in verschiedenen Orten. Es kommt zu einem regelrechten Krieg. Dörfer werden bombardiert. Der französische General spricht von 15.000 Toten unter der algerischen Bevölkerung, die algerische Nationalbewegung (FLN) später von 45.000. Nichts war mehr wie zuvor (Stora a. a. O.). Neun Jahre später brach der bis dahin schwelende Algerienkrieg in voller Schärfe aus, welcher nach entsetzlichen Grausamkeiten 1962 mit der Anerkennung der algerischen Unabhängigkeit endete. Dieser Krieg hat mehr noch als der Indochinakrieg Frankreich traumatisiert. Die Gesamtzahl getöteter Algerier wurde von Frankreich später mit 350.000, von algerischen Quellen mit bis zu 1,5 Millionen angegeben. 150 Jahre französischer Kolonialarbeit sind beendet, etwa 1 Mio. französische Siedler, pieds noirs, verlieren ihre Heimat.

Diese Kriege haben nicht nur das politische Ansehen Frankreichs erschüttert. In Algerien sind, wie der Verfasser aus mehreren Aufenthalten dort weiß, die Kriegsereignisse nicht vergessen, und in Indochina ist heute das Ansehen Frankreichs nur geringfügig besser als das der Niederlande in Indonesien. Auch die Finanzen Frankreichs wurden erschüttert, im Grunde mit Auswirkungen bis heute. Während Frankreich Kriege um seine verlorene Größe führte, konnte (West-) Deutschland seine Wirtschaft aufbauen.

4. Verlorene Grandeur

Frankreich hat durch 1940 viel von seinem Selbstbewußtsein verloren. Vieles wäre in Frankreich anders gelaufen, wenn Frankreich sich erst nach einem längeren, tapfer gefochtenen Krieg hätte ergeben müssen. Gegenseitige Schuldzuweisungen sind nach einem solchen Debakel normal. Das sich selbst gerne als grande nation betitelnde Frankreich wurde aber durch die Niederlage gegen die nach wie vor als barbarisch angesehen Deutschen in eine tiefe narzißtische Verletzung gestürzt. Diese bereitete den Boden für eine Kooperation (colaboration) mit den deutschen Besetzern, deren Ausmaß und Tiefe bis heute als peinlich empfunden und heruntergespielt wird. Nachdem sich das Kriegsglück gegen Deutschland gewendet hatte, entstand hieraus dann ein Gemisch von Wendehälsen und wirklichen Widerständlern (résistance), aus welchem die Mordorgien der épuration (1944/45) [36] folgten. Deren Grausamkeiten sind nur mit denen der Pariser Kommune (1871) und deren Ausmaß nur mit den landesweiten Massenmorden der Großen Revolution zu vergleichen.

Der Versuch, die 1940 verlorene nationale Ehre wiederherzustellen, führte zu der grausamen Verbissenheit, mit welcher Frankreich nach 1945 seine Kolonialkriege in Indochina und Algerien führte. Durch beide Prozesse sind neue, bis heute wirkende Beschämungen bei unserem Nachbarvolk entstanden. Heute ist in Frankreich zwar immer noch von grandeur und gloire die Rede, aber doch nur verhalten. Man ist nüchterner geworden. Man kann als Deutscher trotz bleibender Kontroversen auch mit Franzosen normal reden. Die deutsch-französische Freundschaft ist heute glaubhaft, was sie unter Stresemann/Briand nicht war.

VI. Siege über England

1. Sorge um das Weltreich

Das Britische Weltreich war 1910, beim Tode des englischen Königs Eduard VII., das wohl großartigste politische Gebilde der Weltgeschichte. Dieses umfaßte auf allen Kontinenten ein Viertel des Erdbodens und ein Viertel der Erdbevölkerung. Von Gibraltar bis Neuseeland gab es kaum einen Küstenstrich, kaum einen Hafen, der nicht in englischer Hand war. Basis des Britischen Weltreiches war trotz allem aber Europa. Eine Vormacht in Europa konnte ihm diese Basis entziehen. Das war von Napoleon mit der Kontinentalsperre (1806–14) versucht worden. Diese war nicht so erfolglos, wie oft dargestellt. Die englischen Ausfuhren auf den Kontinent brachen gegenüber der Friedenszeit um fast die Häfte ein. [37] Sollte eine europäische Vormacht, und das konnte nach Lage der Dinge nur Deutschland sein, wiederum eine Kontinentalsperre verfügen, dann konnte das bei den im 20. Jahrhundert deutlich verbesserten technischen und logistischen Bedingungen England und seinem Empire schwersten Schaden zufügen. Der wirkliche Grund für seine Kriegserklärung an Deutschland 1914 war daher wohl seine Angst vor einer deutschen Vormacht auf dem Kontinent. Vorgegebener Grund war allerdings der völkerrechtswidrige Einmarsch Deutschlands nach Belgien. [38] Ähnlich war es offenbar 1939. Sogar die politisch korrekte Zeitschrift Der Spiegel öffnet einen Spalt für den Verdacht, es sei England bei seiner Kriegserklärung 1939 vielleicht doch nicht um den Schutz Polens gegangen, sondern eher um die Niederlegung Deutschlands. Dazu wird aus einem Brief Churchills zitiert: Stets sei London mit der zweitstärksten Macht in Europa verbündet gewesen. Die Hinnahme einer deutschen Hegemonie wäre gegen unsere Geschichte … Hitler ist die größte Gefahr für unser Empire. [39]

Das Britische Reich war auch 1939 noch im wesentlichen intakt. Die Dominien, also die weiß besiedelten bzw. beherrschten Staaten Kanada, Südafrika, Australien, Neuseeland, waren zwar innenpolitisch emanzipiert, standen aber außenpolitisch weiter unter dem bestimmenden Einfluß Londons, wo sich auch die Stammhäuser der in diesen tätigen Unternehmen und noch heute bekannten internationalen Banken und Konzerne befanden. Die Perle des Reiches, Gewährleistung der englischen Weltgeltung, war aber Indien. Man hatte zwar auch für Britisch Indien den Aufwand für den Erhalt des Imperiums und seinen Nutzen für das Herrschervolk nachgerechnet. Zu einem eindeutig positiven Ergebnis kam man nicht. Schließlich war aber die Machtfrage entscheidend. The English Nation has no intention of abandoning its place on the world`s stage, ceasing to be one of the Big Powers. [40] Entsprechend hatte Lord Curzon, um die Jahrhundertwende Vizekönig von Indien und später britischer Außenminister, einmal gesagt: [41] As long as we rule in India we are the greatest power in the world, if we lose it we shall drop straight away to third rate power. Churchill war fest entschlossen, das Empire, insbesondere Indien, zu erhalten. Seine kompromißlose Kriegspolitik gegen Deutschland findet hier ihre wohl wichtigste Begründung. [42] Noch 1942 sagte er: We mean to hold our own, I have not become the King`s First Minister in order to preside over the liquidation of the British Empire. [43] Ein Sieg über Feinde pflegt das beste Argument gegenüber aufmüpfigen Untertanen zu sein. Ein überzeugender britischer Erfolg über Deutschland wäre daher gegenüber dem indischen Nationalkongreß und den anderen Kolonialvölkern ein höchst willkommenes Argument gewesen, um zu zeigen, wer Herr im Hause ist. Insbesondere aber wäre eine ruhmvolle Kriegstat Englands in dem von ihm selbst offenbar gewollten Krieg ein höchst willkommenes Argument gegenüber den USA dafür gewesen, daß man durchaus in der Lage sei, das Empire zu behalten. In Washington waren nämlich schon im März 1940, also vor dem Debakel von Dünkirchen, Überlegungen ganz anderer Art angestellt worden:

Britain as a small country may not be able to hold a far-flung empire together. Should it go under, it is a very fair question whether the United States might not have to take them all over.

 Britannien ist ein kleines Land. Es wird vielleicht nicht in der Lage sein, ein weit verstreutes Reich zusammenzuhalten. Wenn es untergeht, stellt sich natürlich die Frage, ob die Vereinigten Staaten nicht einfach alles übernehmen sollten. [44]

Churchill selbst sah diese amerikanische Gefahr, als er 1940 an den kanadischen Premier schrieb: We must be careful not to let the Americans … (get) the British fleet and the guardianship of the British Empire. Churchill hatte zwar wiederholt bekundet: My whole system is founded on partnership with Roosevelt. [45] Aber er meinte, kraft seiner Persönlichkeit, schließlich war seine Mutter Amerikanerin gewesen, und des Gewichtes des Britischen Empires in dieser Partnerschaft die Rolle des Seniorpartners spielen zu können. Dieser Anspruch Churchills erwies sich nach dem Debakel in Norwegen und dann von Dünkirchen (April/Mai 1940) als zweifelhaft, nach der Niederlage auf Kreta (Mai 1941) als brüchig, und mit dem Fall Singapurs (1942) als unhaltbar.

2. Norwegen

Churchill schreibt in seinen Erinnerungen: Am 3. April 1940 wurde die britische Admiralität ermächtigt, die norwegischen Küstengewässer zu verminen … und es wurde beschlossen, eine britische Brigade nach Narvik zu entsenden. Weitere Streitkräfte sollten nach Stavanger, Bergen und Drontheim entsandt werden. Das liest sich so selbstverständlich, daß folgende Festsstellung nötig ist: Diese Ermächtigung kam nicht von der norwegischen Regierung, sondern vom britischen Kriegskabinett! England, das so feinnervig auf deutsche Rechtsverstöße achtete, hatte keinen Grund gesehen, Norwegen um Zustimmung anzugehen. Am 8. April morgens begann England mit der Verminung der Gewässer vor Narvik, auch, trotz anerkannter schwedischer Neutralität, mit der Verminung von Teilen der schwedischen Nordseeküste. Nur wenige Stunden später begann die deutsche Operation auf Norwegen. Die britische Flotte verhedderte sich auf See, fand die deutschen Schiffe nicht oder konnte sie, wo doch, nur wenig behindern. Am 9. April um 19 Uhr waren Narvik, Trontheim, Bergen und Oslo in deutscher Hand. Corrigan (a. a. O., S. 195): The Royal Navy had failed… while the German navy had succeeded die Royal Navy hatte verloren, die deutsche Marine gewonnen. Er gibt Churchill die Schuld an dem Desaster. Der Kampf um Narvik dauerte noch einige Tage, dann waren die englischen Landungstruppen vertrieben. Es war ein Desaster. England war jedenfalls in Europa die bei weitem stärkste Seemacht, vielleicht auch in der Welt. Die Besetzung Norwegens als reine Seeoperation durfte gegen den zur See weit unterlegenen deutschen Gegner eigentlich nicht scheitern. Das britische Prestige zur See, auf dem das Empire wesentlich beruhte, war in peinlichster Weise erschüttert.

3. Dünkirchen

Schlimmer als die Niederlage vor Norwegen war das ruhmlose Ende der britischen Expeditionsarmee vor Dünkirchen. Hier erlebte England ein Debakel von historischem Ausmaß, seine wohl größte Niederlage in zwei Jahrhunderten. Seit dem 10. Mai 1940 regierte Churchill als Premier des Kriegskabinetts und zugleich als dessen Kriegsminister praktisch unumschränkt, und die Verantwortung trifft ihn. Von Anfang an gab es Abstimmungsschwierigkeiten mit Frankreich. England kam den Bitten um militärische Hilfe nur teilweise nach, was auf französischer Seite zu Ausrufen über das perfide, treulose und eigensüchtige Albion führte, die sonst uns Deutschen in den Mund gelegt werden. Die englische Expeditionsarmee von 338.000 Soldaten operierte in Nordfrankreich/Belgien anfangs erfolgreich, wich aber dann dem deutschen Vormarsch. Sie wurde, ohne Abstimmung mit französischen Stellen, schon am 24. Mai, also keine drei Wochen nach dem Beginn der Kampfhandlungen, auf Dünkirchen zurückgezogen und am 4. Juni nach England eingeschifft. Frankreich war seinem Schicksal überlassen. Am 4. Juni 1940, hielt Churchill seine oft zitierte Durchhalterede: Wir werden kämpfen an den Stränden … usw. Das war zwar die schönste Rede, die der frisch berufene Propagandaminister Harold Nicolson je gehört hatte, das Unterhaus war bewegt. Aber in den Ohren Frankreichs, dessen Strände Churchill soeben geräumt hatte, war das hohle Rhetorik. [46] Nur der Haltebefehl Hitlers hatte die völlige Einschließung und Gefangennahme der gesamten Armee verhindert.

Die Gründe für diesen Befehl sind umstritten. [47] Vielleicht war er aus unangebrachter militärischer Vorsicht gegeben worden. Wahrscheinlicher ist wohl, daß er einem politischen Kalkül folgte. Hitler hatte große Achtung vor dem Britischen Empire. [48] Mehrfach hatte er gesagt, daß er das Britische Weltreich als Ordnungsfaktor erhalten wolle. [49] Vermutlich sollte der Haltebefehl England vor der völligen Demütigung und vor dem Gesichtsverlust gegenüber seinen Untertanenländern schützen. Vielleicht kam ein Grund hinzu: Churchill glaubte, die USA würden sofort an seiner Seite eingreifen, falls eine deutsche Invasion nach England drohe. Es liegt nahe, daß Hitler das auch so sah und deswegen auf den, militärisch als zwingend und überwiegend wohl auch als Erfolg versprechend [50] angesehenen, Fortsetzungsschlag, die Invasion, verzichtete. Sicher ist, daß Hitler den baldigen Frieden sowohl mit Frankreich wie mit England wünschte und erwartete. Er wolle das Empire nicht zerstören, dessen Zerfallsteile nur den rassefremden Japanern (so Hitler) zugute kommen mußten. [51]

In jedem Falle war England nach kaum 20 Tagen vom Festland verscheucht worden. Schon den 1. Weltkrieg hatte das Empire nur mit Hilfe der USA überstanden. Was nun? Das Debakel wurde vertuscht und geschönt. Die Rückführung wurde unter der Bezeichnung „Operation Dynamo“ in England als großer Erfolg gefeiert. Aber überzeugt wurde davon niemand. [52] So war es ja auch nicht. Der Vater des Autoren war im Juli 1940 an die Kanalküste verlegt worden. Er schrieb in sein Tagebuch: Hunderte und Tausende Gewehre und militärische Ausrüstungsgegenstände lagen überall am Strand, zurückgelassen von den Engländern bei ihrem eiligen Rückzug vom Festland. [53] Ein Jahr später, im Mai 1941, geschah ähnliches, als England die im Oktober 1940 besetzte Insel Kreta an deutsche Fallschirmjäger verlor.

4. England danach

Dünkirchen wurde in Frankreich als eine Treulosigkeit Englands gesehen. [54] Engländer, wenn sie ehrlich waren, sahen das selber so. [55] Hätte England seine Expeditionsarmee nicht aufstocken anstatt zurückziehen müssen?

Die Folgen von Dünkirchen waren sofort spürbar. Die englische Politik verhedderte sich in unlösbare Widersprüche und sah sich zu Handlungen gezwungen, die zwar dem Erhalt des Empire dienen mochten, die aber mit den vorgegebenen Kriegsgründen nicht mehr vereinbar waren. Die USA übernahmen, lange bevor es offiziell zum Krieg mit Deutschland kam, die Stabführung. England wurde zwar massiv unterstützt, aber damit wuchs die englische Abhängigkeit, es wurde kaum mehr gefragt. Es war militärisch diskreditiert und bald auch finanziell am Ende. Die Verzagtheit, man sagte auch Feigheit, der britischen Streitkräfte bzw. ihrer Führer hatte in Dünkirchen begonnen. [56] In der Schlacht um Kreta wurde sie erneut sichtbar. 20.000 deutsche Fallschirmspringer und Gebirgsjäger vertrieben im Frühjahr 1941 etwa 30.000 britische (englische und aus dem Empire zusammengezogene) Truppen von der Insel. Der Fall von Singapur am 15. 2. 1942 macht dem Ruhm der englischen Fahne endgültig ein Ende. Die finest hour, von der laut Churchill die Völker des Britischen Empires noch in „tausend Jahren“ sprechen würden, kam nicht. Es ist daher merkwürdig, daß sich der selbstgeschaffene Mythos von Englands heroischem Widerstand gegen Hitler bis heute hält, so daß sogar der Papst auf seiner Englandreise 2010 darauf anspielte.

England hatte die Initiative an die USA verloren. Die von den USA gegen den verhaltenen Widerstand Churchills durchgesetzte Atlantikcharta v. 4. August 1941 proklamierte als Kriegsziel das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Gemeint waren alle Völker. US-Präsident Roosevelt erklärte: The age of imperialism is ended! Die niederländische Regierung tat das in ihrem Londoner Exil mit Blick auf Niederländisch-Indien als Unfug (= slap stuk) ab. Auch Churchill, der der Charta nolens volens zugestimmt hatte, um die unverzichtbare Wirtschaftshilfe der USA nicht zu gefährden, spielte ihre Bedeutung herunter. Er erklärte im Unterhaus, diese Proklamation gelte nur für zuvor selbständige europäische Staaten, die schon wie Polen und andere Länder von Deutschland überfallen worden seien. Die Selbstbestimmung in britischen Untertanenländern sei quite a diff erent problem – etwas völlig anderes. [57] Roosevelt sah das nicht so und notierte im Februar 1942:

The old master servant – relationship has not been altered by the Dutch (nor by England). There is no real desire in Britain to recognize a world change …

Das alte Herren-Knecht-Verhältnis hat sich bei den Holländern nicht geändert (und beiden Engländern auch nicht). Es gibt in Britannien keine wirkliche Bereitschaft anzuerkennen, dass sich die Welt gewandelt hat. [58]

Dieser Wandel war durch die deutschen Siege bewirkt worden.

5. Indien

Die englische Herrschaft in Indien wurde 1939 nicht mehr so stumm hingenommen wie 1914. Als der Vizekönig nach der englischen Kriegserklärung 1939 ohne Rücksprache mit dem indischen Nationalkongreß den Kriegszustand auch Indiens mit Deutschland ausrief, brach der bis dahin schwelende Verfassungskonflikt zu offener Revolte aus. Die Mitglieder des Nationalkongresses traten geschlossen zurück. Die Bewegung des passiven Widerstandes begann.

Der größte englische Selbstwiderspruch war wohl die Entsendung von Stafford Cripps im Juni 1940, also unmittelbar nach Dünkirchen, zu Stalin, um ihn für ein Bündnis gegen Deutschland zu gewinnen. Denselben Stalin, der soeben die Hälfte Polens, zu dessen Schutz England in den Krieg getreten war, geschluckt hatte! Damit war das selbstgebaute moralische Kartenhaus Englands zerfallen. Die deutschen Verbrechen wie die massenhafte Ermordung von Juden und anderen Völkern in Konzentrationslagern standen im Sommer 1940 erst noch bevor. Die Verbrechen Stalins, die Massenmorde der Kommunisten aber waren allbekannt und auch in England noch kurz zuvor angeprangert worden. Das Verbrechen, das man 1940 Deutschland vorhalten konnte, bestand eigentlich nur darin, daß es die Tschechei und Polen überfallen hatte. Das aber waren aus indischer Sicht Taten, die England und andere Kolonialisten in Indien selbst und sonst auf der Welt zahllose Male verübt hatten. Hier war es schwer, die in England zur Schau getragene moralische Empörung über Hitler ganz nachzuvollziehen.

Es war also nicht recht zu verdeutlichen, warum der Massenmörder Stalin nun plötzlich zum „lieben Freund“ Churchills avancieren konnte, und warum Indien diese Gefühle teilen sollte. Die indischen Führer, allen voran Gandhi, konnten vor allem nicht einsehen, was Indien mit einem Krieg zu tun haben sollte, der vorgeblich zwar zum Schutz von Demokratie und Selbstbestimmung begonnen worden war, an dessen siegreichem Ende aber stehen würde, daß Indien diese Rechte verweigert werden würden. Aus dem passiven Widerstand erwuchs 1942 die Quit-India-Bewegung: Die Forderung, Indien bedingungslos zu verlassen! Just quit India! rief Gandhi den Engländern zu. Der Fall von Singapur förderte diese Bewegungen. 80.000 britische und Kolonialtruppen kapitulierten am 15. 2. 1942 vor 30.000 Japanern. Hatte man Dünkirchen noch schönzureden versucht, so war nun nichts mehr zu deuteln. Wie nach Dünkirchen zu Stalin, wurde nach dem Fall von Singapur nun derselbe Cripps zu Gandhi auf eine vergleichbare Mission geschickt (März 1942). Er sollte Indien überreden, jedenfalls für die Dauer des Krieges bei der Stange zu bleiben. Dazu versprach Cripps Indien die bedingungslose Unabhängigkeit nach dem Kriege. Man streitet, ob Churchill ein solches Angebot überhaupt autorisiert hat und wenn ja, ob er es ehrlich meinte. Zwei Jahre nach Churchills Übernahme der Regierungsverantwortung war praktisch eingetreten, was er unter allen Umständen hatte vermeiden wollen: Er hatte das Britische Reich liquidiert! Das Selbstbewußtsein Englands und auch seine Kraft waren dahin. Britische Truppen, zum großen Teil aus den Dominien und Indien rekrutiert, hatten schon bis dahin keinen entscheidenden Beitrag zum alliierten Sieg erbracht. [59] Und auch nach Singapur nicht. 1947 wurde Indien unabhängig. Wie Frankreich versuchte England nach dem 2. Weltkrieg noch in jahrzehntelangen blutigen Kriegen in Malaya, Kenia, Zypern und sonst von seinen Kolonien etwas zu retten. Aber der Nimbus war weg. Mit der blutig erkämpften Unabhängigkeit Kenias 1963 war das Britische Weltreich liquidiert. Clarke bemerkt: If Churchill was the architect of victory, he was surely… the author of Britain`s post-war distress. (a. a. O., S. Xvii).

VI. Wenn Deutschland 1940 besiegt worden wäre

Hätten Frankreich und England im Mai 1940 Deutschland eine ähnliche Niederlage zugefügt, wie es umgekehrt geschah, kann fast mit Sicherheit gesagt werden, daß die USA nicht in den europäischen Krieg verwickelt worden wären. Der wäre ja Ende 1940 beendet gewesen. Frankreich wäre wieder zur Hegemonialmacht auf dem Kontinent geworden, woran nach Lage der Dinge weder Churchill noch Roosevelt Anstoß genommen hätten. Das Schicksal Deutschlands hätte nicht weiter interessiert. Man hätte es in Stücke zerlegt, alles wäre wie bisher weitergegangen, und die europäischen Kolonialreiche hätten noch viele Jahre ihr Wesen gehabt. Oder? Es ist heute unstreitig, daß Stalin seit etwa 1930 massiv und systematisch aufgerüstet hatte. Im Jahre 1941/42 war diese Aufrüstung im wesentlichen abgeschlossen. Während der deutsche Überfall auf Polen von politischer Korrektheit tabuisiert ist, [60] dürfen in bezug auf den deutschen Angriff auf die Sowjetunion die historischen Fakten genannt und gewürdigt werden. Vieles spricht dafür, daß Deutschland am 21. Juli 1941 einem unmittelbar bevorstehenden Angriff Stalins zuvorkam. Sichere Beweise wird man aber kaum beibringen können. [61] Aber selbst wenn diese Annahme falsch ist, so stellte sich nach einer angenommenen Niederlage Deutschlands 1940 gegen Frankreich/England aus Moskauer Sicht die Lage wie folgt dar: Die kommunistische Weltrevolution war das erklärte Ziel der UdSSR. [62] Voraussetzung dafür war mit den Worten Lenins die Eroberung Europas. Die Gelegenheit war so günstig wie nie. Die UdSSR, bereits im Besitz von Ostpolen, hätte diese „Mißgeburt von Versailles“ (wie Polen damals in sowjetischen Zeitungen genannt wurde) kaum wiederhergestellt, sondern wieder ins Russische Reich eingegliedert. Die 24.000 (!!) Panzer, die

Stalin im Juli 1941 besaß, hätte er durch das besiegte Deutschland bis an den Atlantik durchfahren lassen können. Frankreich, ohne eine entwickelte Panzerwaffe, hätte dem nichts entgegensetzen können. [63] Die angloamerikanische Fixierung auf den Gegner Deutschland macht es unwahrscheinlich, daß sich in den USA eine Hand gerührt hätte, um Europa vor den Sowjets zu retten. Es wäre auch zu spät gewesen. Die Operation hätte wenige Tage gedauert. Ganz Europa wäre in kürzester Zeit Beute Stalins auf dem Wege zur Weltrevolution geworden, damit auch wohl die afrikanischen Kolonien Frankreichs und Belgiens. Wenn diese Annahme richtig ist, dann folgt, daß nur der deutsche Sieg von 1940 dieses verhindert hat. Es waren dann auch die militärisch im Grunde noch viel beeindruckenderen Siege, die Deutschland 1941/42 gegen die Sowjetunion erzielte, nicht verloren. Ob deutscher Überfall oder Präventivkrieg – jedenfalls wurde die UdSSR durch die deutschen Siege derartig geschwächt, dass Stalin an einen solchen Durchmarsch nicht denken konnte. Er musste vielmehr die USA nach Europa hereinlassen, um Deutschland gemeinsam niederzuwerfen! So blieben Westeuropa und auch Westdeutschland 1945 außerhalb des sowjetischen Machtbereichs.

VII. Wenn die USA nicht in den Krieg eingetreten wären

Ohne die deutschen Siege von 1940 wären die USA mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in einen europäischen Krieg eingetreten. Die USA brachte eine Lage wie bereits 1917 hervor. Damals stand Deutschland kurz vor seinem Endsieg im Weltkrieg, und damit an der Schwelle, nicht nur in Europa die Vormacht zu werden, sondern auch die Kolonialmächte zu „beerben“. Nach der Märzrevolution in Rußland und der Abdankung des Zaren war Deutschland frei, alle Kräfte gegen Frankreich zu werfen. Deutschland war erschöpft, Frankreich war es noch mehr, und auch England war am Ende seiner Kraft. Der deutsche Sieg war greifbar nahe. Das Deutsche Reich wäre dann unter Einschluß des französischen/belgischen Kolonialreiches, zu einer weltumspannenden Macht geworden. Die USA griff en ein mit dem bekannten Erfolg, daß Frankreich und England den 1. WK gewannen.

Eine ganz ähnliche, nur noch deutlichere, Lage ergab sich 1940 durch die deutschen Siege über England und Frankreich. Das von Guayana in Südamerika über halb Afrika, Indochina bis nach Polynesien reichende Französische Kolonialreich war politisch bereits in deutscher Hand. Hinzu kamen, nach der Ausschaltung Belgiens und der Niederlande die riesigen Kolonialbesitzungen dieser beiden Staaten im Kongo und vor allem in Niederländisch-Indien (heute: Indonesien). Ohne amerikanische Hilfe wäre dann auch das Britische Reich zusammengebrochen und vermutlich Deutschland in die Hände gefallen. Durch nur einen einzigen Feldzug gegen Frankreich, durch nur eine einzige gewonnene Schlacht, die England vom Kontinent vertrieben hatte, wäre Deutschland im Juni 1940 gleichsam über Nacht aus dem Nichts zum nach der USA und der UdSSR theoretisch drittmächtigsten Staat der Erde geworden. Seit dem Siege Alexander des Großen bei Issos (333 v. Chr.) hatte es eine solche Konstellation nicht mehr gegeben. Angesichts der drohenden Katastrophe Frankreichs war von dem englischen Politiker Vansittart, von General de Gaulle und Jean Monnet der Vorschlag gemacht worden, Frankreich und England zu einem Staat zu vereinigen, mit einer gemeinsamen Regierung, Staatsangehörigkeit usw. [64] Die jedenfalls anfangs zurückhaltende deutsche Besatzungspolitik in Frankreich hätte, so konnte man in den USA mutmaßen, ähnliche Überlegungen auch im Verhältnis Deutschland/Frankreich aufkommen lassen können. Es gab in der Vichyregierung und in Frankreich sehr starke antiamerikanische Kräfte, die einer europäischen Einigung, unter deutscher Herrschaft das Wort redeten, wenn sie denn unter französischer nicht machbar war. Tatsächlich hatte schon Victor Hugo diese gefordert:

L’union de l’Allemagne et de la France, ce serait le frein de l’Angleterre et de la Russie, le salut de l’Europe, la paix du monde – Die Vereinigung von Deutschland und Frankreich wäre ein Zügel für England und Rußland, ein Segen für Europa und der Frieden für die Welt. [65]

England wäre zweifellos nicht in der Lage gewesen, sich gegen ein unter deutscher Herrschaft vereintes Europa zu halten. Damit bekam die genannte Alexander-Perspektive im Jahre 1940 aus amerikanischer Sicht eine noch viel umfassendere Weite: DeutschFrankreich, in einer Art karolingischen Wiedervereinigung, als Fortsetzer und Zusammenfasser der kontinentaleuropäischen Kräfte, einschließlich ihrer weltumspannenden Kolonialreiche mußten bei der erkennbaren Schwäche Englands demnächst auch Erbe des Britischen Weltreichs werden. So ganz fern lagen solche heute etwas phantasmagorischen Gedanken nicht. Wir suchen Fühlung mit England auf der Basis der Teilung der Welt, hatte Ende Mai 1940 ein deutscher Diplomat geschrieben. [66] Das ist ein ähnlicher Gedanke wie der oben zitierte: Should Britain go under, it is a very fair question whether the United States might not have to take them (= das Britische Reich) all over. Es kam auch 1940 für die USA jedenfalls nicht in Betracht, ein deutsches Weltreich zu dulden – und sie griff en ein. Der deutsche Sieg wurde wieder verhindert. Dieses Mal allerdings mit der Unterstützung der UdSSR.

Ergebnis

Die beiden Supermächte UdSSR und USA waren schon vor 1939 die größten. Nicht deren Sieg über Deutschland hat die Welt verändert. Es waren die deutschen Siege 1940 über England und Frankreich. Diese haben deren Kolonialreiche zum Einsturz gebracht und zum Ende des Kolonialismus geführt. Großbritannien und Frankreich sind 1940 auf Normalmaß zurückgeschnitten worden. Dadurch wurden Deutschland und andere Staaten in ihrer Weltgeltung relativ aufgewertet. Deutschland als der vorerst noch kräftigste europäische Staat hat mithin durch diese Siege unmittelbar gewonnen. Erstmals seit dem Mittelalter haben wir wieder zu einer unserer Größe entsprechenden politischen Rolle gefunden. Die ehemaligen Kolonialmächte aber standen nach dem Verlust ihrer überseeischen Reiche wie der Kaiser vor der Welt, dessen Herrschermantel gar nicht da ist, er hatte ihnen auch nie gehört, weil er geraubt worden war. Die machtpolitische Entzauberung von England und Frankreich lag sicherlich außerhalb aller Erwartungen der deutschen Führung, als die ersten Schüsse auf Polen fielen. Es trifft aber in einem fast mythischen Sinne das lateinische Wort zu: Flectere si nequeo superos acheronta movebo – kann ich den Himmel nicht zwingen, so will ich die Tiefen erschüttern. Es ist, als ob die Geschichte Deutschland in diesem Sinne gebraucht hätte, um eine neue Weltordnung ohne Kolonialismus zu ermöglichen.

Literatur

Aaron, Robert: Histoire de l`épuration – de l`indulgence aux massacres novembre 1942 – Septembre 1944. Fayard 1967.

Boog/Förster u. a.: Der Angriff auf die Sowjetunion. Militärgeschichtliches Forschungsamt Freiburg 1983, Fischer Taschenbuch 1991

Clarke, Peter: The Last Thousand Days of the British Empire. London 2007.

Corrigan, Gordon: Blood, Sweat and Arrogance and the Myths of Churchill`s War. Weidenfeld & Nicolson, London 2007.

Cunningham, H. S.: British India and Its Rulers. New Delhi 1995 (Nachdruck der 1. Aufl . von 1882).

Encyclopedia Britannica 1962

Fest, Joachim: Hitler.  Ullstein Verlag 1973.

v. Manstein, Erich: Verlorene Siege, Bonn 1955.

Michel, Henri: Vichy – Année 40. Paris, 1966.

Nicolson, Harold: Tagebücher und Briefe. Stuttgart, 1969 (aus dem Engl.).

Schramm, Percy Ernst (Hrsg.): Kriegstagebuch des OKW.

Stora, Benjamin: Algérie – histoire contemporaine 1830–1988. Alger 2004.

***

2 In Wikipedia sieht man z. B. unter dem Stichwort Menno Aden, mit welcher Akribie in den Schriften des Verfassers nach Spuren einer verbotenen Gesinnung gesucht wird.

3 Hamburgische Dramaturgie, zitiert nach: Reemtsma, Jan Ph., Lessing in Hamburg, C.H. Beck München 2007, S. 66.

4 Pufendorf, Samuel, Die Verfassung des Deutschen Reiches (1667), Reclam Nr. 966 (3) § 7.

5 Vgl. Baggesen, Jens, Das Labyrinth – oder Reise durch Deutschland in die Schweiz 1789.

6 Die Beschreibung seiner Reise von 1789 bis 1790 durch Europa von Nikolaus Karamsin (1766–1826).

7 Authentisch Goethes Promemoria v. 30. 11. 1784 wg. Niederländischer Werbungen im Herzogtum Sachsen- Weimar: Nr. 1: werden für jeden Mann jährlich 50 thlr … gezahlt. Usw. Die Empörung darüber findet literarischen Niederschlag z. B. bei Schiller, Kabale und Liebe 2. Akt. 2. Szene: … Juche nach Amerika! Oder in C.D. Schubarts Kaplied betreffend von den Niederlanden für Südafrika angeworbener Söldner.

8 In Tientsin, vor den Toren Pekings, hat der Verfasser noch die damals von Franzosen gebaute Kirche besichtigen können. Notre Dame des Victoires steht noch auf einer verwitterten Plakette zu lesen.

9 Der spätere Held von Küstrin, Joachim Nettelbeck, der sich eine Zeitlang in holländischen Diensten als Sklavenhändler in Westafrika betätigt hatte, machte seinem König, Friedrich d. Großen, 1786 einen solchen Vorschlag, der aber unbeachtet blieb. Vgl. Lebensbeschreibung des Seefahrers, Patrioten und Sklavenhändlers Joachim Nettelbeck, verlegt bei Greno 1987.

10 Vgl. die Art, wie er Napoleon III. das immer noch österreichische Norditalien versprach, um ihn aus der deutschen Innenpolitik herauszuhalten.

11 Am 7. Juli 1898 durch die Vereinigten Staaten annektiert.

12 Der Archipel fiel im März 1888 an Frankreich.

13 Bis 1860 war englische Herrschaft kaum präsent, es herrschten anarchische Zustände.

14 Der Bau des Suezkanals (1870) machte das Land derart von ausländischen Anleihen abhängig, daß die von Großbritannien und Frankreich eingerichtete Staatsschuldenverwaltung zur eigentlichen Regierung des Landes wurde. Zur Sicherung des Verbindungsweges nach Indien erwarb Großbritannien die ägyptischen Kanalaktien, besetzte 1882 das Land und machte es 1914 formell zum Protektorat.

15 Eigentlich war es umgekehrt: Der Kurfürst von Hannover besaß die englische Krone.

16 Förmlich wurde Wismar mit Umland erst 1903 wieder Teil Deutschlands.

17 In Hannover war weibliche Erbfolge ausgeschlossen; in England seit jeher möglich.

18 Vgl. Briefe des Prinzgemahls Albert an den preußischen König.

19 Vgl. die Tagebücher des Bräutigams, des späteren Kaisers Friedrich III.; auch die von Botschafter Schweinitz, damals Friedrichs Adjutant.

20 Vgl. Tagebücher v. Schlözer; Botschafter v. Schweinitz u. a.

21 Das war eine ähnliche Konstellation wie 2003, als die USA erwarteten, daß Deutschland im Irakkrieg für amerikanische Interessen mitkämpfen würde. In beiden Fällen war die Folge eine nachhaltige Entfremdung, die durch Rhetorik überdeckt wurde. Was damals im Verhältnis Preußen/Deutschland zu Rußland die Beschwörung der dynastischen Verbundenheit war, ist heute im Verhältnis zur USA die ebenso hohle Berufung auf die sogenannte Atlantische Wertegemeinschaft.

22 Denkwürdigkeiten des Fürsten Chlodwig zu Hohenlohe- Schillingsfürst, 1. Band, Deutsche Verlagsanstalt 1907.

23 Theodor Fontane, Briefe, Berlin, Propyläen Verlag.

24 Die objektiv wohl berechtigten westlichen Klagen über fehlenden Schutz der Menschenrechte in China übersehen oder wollen übersehen, daß diese im heutigen China um ein Vielfaches besser geschützt werden als jemals zuvor in der chinesischen Geschichte.

25 Die Eroberung von Tibet mag die Ausnahme sein. Aber Tibet verhält sich zu China etwa so wie Irland zu England oder das Elsass zu Frankreich.

26 Zitiert nach: Hinz, Th. Die Psychologie der Niederlage, Berlin 2010, S. 50.

27 Schramm, a. a. O., S. 42 E.

28 Manstein, S. 91 ff .

29 Churchill, Aufzeichnungen zu einer Rede im Brit. Unterhaus v. 20. Juni 1940: glänzende militärische Leistung Hitlers. – statt vieler: Corrigan, S. 202 ff .

30 v. Manstein, S. 118.

31 Zitiert bei: Michel, S. 218, aus dem Französischen von M. A.

32 Michel, S. 159 f. – Der Führererlaß v. 2. August 1940 betr. Zivilverwaltung in Elsaß und Lothringen bewirkte freilich eine allerdings nie formal vollzogene Annexion.

33 Michel, a. a. O., S. 77.

34 Wie später im 2. WK wurden die viel höheren russischen Blutopfer irgendwie nicht gewertet.

35 Stora, S. 95; 114.

36 Aaron, a. a. O., gibt ein bestürzendes Bild der Vorgänge. Wir Deutsche können uns dadurch daran erinnern lassen, daß es solche öffentlichen, unter Billigung des gesamten Volkes vollzogenen Mordorgien bei uns niemals gab.

37 Vgl. Frz. Wikipedia: blocus continental; England konnte den Verlust durch neue Absatzmärkte in Nordamerika und Rußland wettmachen.

38 Das Deutsche Reich hat diese Völkerrechtswidrigkeit schon während des Krieges öffentlich anerkannt und Entschädigung nach dem Kriege versprochen. – Nach der deutschen Besetzung von Dänemark (9. April 1940) erklärt sich Island für souverän und für neutral. Im Mai 1940 wurde Island gleichwohl von England besetzt. Die Encyclopedia Britannica, Stichwort: Iceland, gibt zwar den Völkerrechtsbruch zu, findet aber sonst nichts dabei.

39 Der Spiegel v. 16. 8. 10, S.61.

40 Cunningham, S. 60.

41 zitiert nach Clarke, a. a. O., S. XiX. So ähnlich auch Hitler, vgl. Mein Kampf, S. 746.

46 Nicolson v. 4. Juni 1940.

47 Fest, S. 859; vgl. auch Encyclopedia Britannica 1962, Stichwort: World War II – Dunkirk.

48 Mein Kampf, S. 158.

49 Boog/Förster u. a., S. 36.

50 Vgl. Manstein, S. 152 f.

51 Angesichts der Sprunghaftigkeit Hitlerscher Ad-hoc-Pläne muß es kein Widerspruch sein, wenn er wenig später der Invasion doch wieder nähertrat; vgl. Boog/Förster, S. 35.

52 Corrigan, S. 259.

53 Michel, Henri: Les Anglais ont abandonné tout leur matériel lourd – Die Engländer ließen ihre gesamte schwere Ausrüstung zurück.

54 Unter vielen vgl. Ausführungen von Michel, S. 27.. il (= Lord Gort) accélère la destruction de la 1ère armée française … 110.000 französische Soldaten decken den Abzug der Engländer … Nicolson, Harold, Tagebücher und Briefe, Stuttgart, 1969 (Übers. aus dem Engl.)

55 Nicolson, Eintrag v. 1. Juni 1940.

56 Corrigan, S. 259: 50.000 britische Soldaten warfen einfach ihre Waffen weg.

57 Clarke, S. 10.

58 Clarke, S. 19.

59 Der Sieg über Rommel bei El Alamein mag die Ausnahme sein. Vermutlich wird Rommel in England deswegen so gefeiert, um diesen Erschöpfungssieg um so strahlender erscheinen zu lassen.

60 Vgl. die Äußerungen von E. Steinbach MdB zur (historisch unbestrittenen) polnischen Mobilmachung im Sommer 1939, die September 2010 zur förmlichen Stigmatisierung der Vorsitzenden des Bundes der Vertriebenen führte.

61 Boog/Förster S. 88 ff .

62 statt vieler: Boog/Förster, a. a. O., S. 54. – Nach dem Ende des Sowjetkommunismus ist dieser Aspekt völlig aus dem geschichtlichen Gedächtnis des Westens gefallen.

63 vgl. Boog/Förster, S. 98: Von diesen Panzern waren rd. 1860 mittlere und schwere Panzer, die alle deutschen Typen in jeder Hinsicht übertrafen.

64 Nicolson, FN 16, am 19. Juni 1940: Unser Angebot, uns mit Frankreich zu vereinigen, hat dort wenig Anklang gefunden. Ich hatte mich schon gefreut, französischer Staatsbürger zu werden und bedaure, daß nichts daraus geworden ist.

65 Victor Hugo, Le Rhin, Conclusions.

66 Haßo v. Etzdorf, zitiert bei: Boog/Förster, S. 28.

***

Gabriel Hanotaux (1893 bis 1895 und von 1896 bis 1898 Außenminister, und 1898 Kolonialminister Frankreichs) sagte: Die kolonisatorische Mission Frankreichs ist die intellektuelle und moralische Evangelisation der Völker. Wenn Kunst, Literatur, Sprache und Geist Galliens nicht ausgesät wären, der Rest des Universums wäre unfruchtbar gewesen.

***

Jules Ferry (Ministerpräsident des französischen Imperialismus) sagte 1885: Die überlegenen Rassen haben ein Recht gegenüber den unterlegenen Rassen, und in dieser Hinsicht sollte sich Frankreich nicht der Pflicht entziehen, die Völker zu zivilisieren, die barbarisch geblieben sind.

***

Wir Deutschen aber klagen uns an wegen der harmlosen und überdies ganz anders gemeinten Verse E. Geibels: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.

Quelle: Archiv des verbotenen Wissens

..

Ubasser

17 Antworten zu “Verbotene Siege 1940 – Compiègne und Dünkirchen

  1. Rechteinhaber/In lt. BGB § 1 - als beseelte Menschen..! 12. Februar 2015 um 00:08

    Eine Fundstelle fürs Archiv..!

    Achtung – nur für starke Nerven:

    10. Mai 1945. Zwei Tage nach Kriegsende treiben tschechische Milizen deutsche Bewohner Prags mit brutaler Gewalt aus der Stadt. Es ist der Beginn der Vertreibung fast aller Deutschen aus der Tschechoslowakei. Im Prager Stadtteil Boislavka filmt der Bauingenieur Jiri Chmelniek mit seiner 8-Millimeter-Kamera, wie sich der Hass der jahrelang unter Hitlers Terror leidenden Tschechen entlädt. Am Ortsausgang werden deutsche Zivilisten offenbar wahllos erschossen.

    Der erschreckende Filmfund bildet den Ausgangspunkt der Dokumentation „Töten auf Tschechisch“, die nach ihrer Ausstrahlung im tschechischen Fernsehen zur besten Sendezeit eine emotional aufgeladene Debatte ausgelöst hat. Im ZDFinfokanal läuft die Dokumentation von David Vondrcek jetzt erstmals in voller Länge im deutschen Fernsehen…

    Toeten auf Tschechisch ..!

    Das Video sollte man dem lupo-blog empfehlen, dort wird nur dumm lamentiert
    und NICHTS kapiert..! Siehe hier:
    http://lupocattivoblog.com/2015/02/10/skandal-buch-aus-tschechien-alle-deutschen-waren-nazis/

    MfG & 😦

    • P a u s e r, Enrico 12. Februar 2015 um 01:03

      Was macht EUCH DUMMBROTE eigentlich beSSer als WIR es sind???
      IHR beweiSSt doch seit Jahren, daSS ihr nur „Copie und Paste“ auf Tasche habt,
      wenn ihr doch mal Komentare abgebt dann sind es neben bewuSSten ARSCHKRIECHEREIEN, nur
      dumme Diffarmierungen und Angriffe auf Menschen mit eigener Meinung!!! PUNKT
      …..was bezweckt ihr damit?….warum habt ihr eure Oberlehrehafte MACKE „von Oben herab“
      nicht längst abgelegt, wenn IHR wirklich etwas für DEUTSCHLAND bewegen wollt—-> scheinbar scheiSSt ihr auf DIE da UNTEN—>das VOLK!!!?

      Ich begreife eh‘ nicht, warum IHR Videos postet, die ich zb. seit Jahren zur allg. Bildung poste und trotzdem von EUCH als VERRÄTER am deutschen Volk, bezeichnet werde?
      ….
      FAZIT—-> IHR SEID MEINE, von mir bewuSSt wahgenommenen FEINDE!!!

      SIEG HEIL

      • P a u s e r, Enrico 12. Februar 2015 um 01:21

        Aufklärung, wie IHR sie betreibt—-die nur EINE RICHTUNG zulassen, nämlich in die RICHTUNG „PKV und oder WRV“, sind DEUTSCHLAND’s Untergang!
        Auf euch DEPPEN wartet etwas, was man aus den VSA kennt—-> FEMA-LAGER!!!
        Ps.:…..wenn ihr (echte) DEUTSCHE seit, geht mir einfach nicht mehr auf die EIER denn ICH weiSS sehr wohl, was GUT oder BÖSE ist!
        (das ist keine Drohung!)

        • Rechteinhaber/In lt. BGB § 1 - als beseelte Menschen..! 12. Februar 2015 um 20:17

          ..PAUSER,

          mit DEINEN dummen Texten gegen uns machst DU ALLEIN DICH LÄCHERLICH –
          WIR STELLEN FEST: Der ständige Knastaufenthalt hat DIR geschadet – Punkt..!

          Uns kann dein primitives Gelaber nicht tangieren – allein DU schadest Dir erheblich..!

          Deine Aussage..

          FAZIT—-> IHR SEID MEINE, von mir bewuSSt wahgenommenen FEINDE!!!

          sagt deutlich „wes Geistes Kind DU bist“ – Punkt..!

          „..Conscia mens recti famae mendacia ridet..“!

          Ein gutes Gewissen lacht über die Lügen des Gerüchts. [Ovid, fasti 4, 311]

          Mit fröhlichem Grinsen.. 😀

          • Skeptiker 12. Februar 2015 um 20:47

            @Rechteinhaber/In lt. BGB § 1 – als beseelte Menschen..!

            Was Rechteinhaber gemeinsam mit Ärzten haben.

            Paracelsus

            „Was jüdische Ärzte handeln und ausrichten, das nimmt ein lügenhaftig End.“
            Ludwig Englert: Paracelsus – Mensch und Arzt, Limpert, Berlin 1941, S. 88

            Quelle:
            http://web.archive.org/web/20140603092654/http://www.hansbolte.net/antisemitischezitate.php

            Frau Rechteinhaberin, Sie sehen so gut aus!

            Gruß Skeptiker

            • P a u s e r, Enrico 13. Februar 2015 um 00:45

              Hallo Skepti,
              hast du DEREN Methode auch durchschaut?….vor ein paar Tagen krochen SIE mir hier auf dem Blog noch in den ARSCH – dann fing das Basching mir gegenüber an und man nannte mich nur noch Pauser und seit heute, versuchen SIE mich mal dummdreist in die juristische Personenfalle zu locken, indem sie nur noch PAUSER schreiben 😉
              Wie armselig ist diese Bande eigentlich, daSS DIE aufrichtige Patrioten versuchen zu verUNklimpfen? Dafür, daSS man mir ein „armes Heimer Trauma“ von DEREN Seite aus attestiete, sollte jetzt wohl jedem klar sein, WER JENE wirklich sind—-> spätestens nach dem lesen dieses sinnlosen Elaborates von JENEN—-> Rechteinhaber/In lt. BGB § 1 – als beseelte Menschen..! 12. Februar 2015 um 13:26 (https://morbusignorantia.wordpress.com/2015/02/04/die-gutmenschen-werden-von-europaischen-sturmen-gebeutelt/ )
              ES WIRD ZEIT, daSS der BLOGBETREIBER UbaSSer eingreift und diese Hetzer endlich sperren tut!!!

    • GvB 12. Februar 2015 um 22:24

      Rechthaberisch hiesst noch lange nicht in allem recht zu haben..:-)
      Tön doch beim Honigschleimer rumm und sag auch dort wie hier:
      Ich bin nach 45 geboren und niemandem einen Scheiss schuldig.

  2. Waffenstudent 11. Februar 2015 um 18:52

    16. FEBRUAR 1945 RAD-LAGER VILMSEE

    https://www.google.de/webhp?sourceid=chrome-instant&ion=1&espv=2&ie=UTF-8#q=neustettin%20massaker

    HAT DIE LÜGENPRESSE VERSAGT?

    Von Anfang an wurden wir, die wir uns des Fundstückes annahmen, mit Gift und Galle besudelt. Dabei ging es eigentlich nur darum herauszufinden, wie das Massaker abgelaufen sein könnte! Weil die Schilderung gar nicht in das politisch korrekte Weltbild passten, entschied sich Antideutschland dafür, daß die Geschichte nicht stimmen kann. Zum einen, weil die von der Brasilianerin gemachten Angaben sich nicht mit den offiziellen Wehrmachtsdarstellungen decken, zum anderen, weil es im RAG keine Brasilianerin gab.

    Um so mehr überrascht die aktuelle Vielzahl der Hinweise zum Massaker im Weltnetz. – Aus dem unscheinbaren Bericht in Kleinstschrift, geschrieben in einem noch viel unscheinbareren Faltblättchen von 1994 wurde ein anscheinend bekannter und anerkannter Beitrag!

    IM WELTNETZ GEHT NICHTS VERLOREN

    Im Netz geht nichts wirklich verloren

    http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?t=9662&sid=0eb045f294032df40287eaab74354864

    Anzeiger der Notverwaltung des deutschen Ostens im Deutschen Reich. Heft 5-6/1994 Seite 57 und 58

    Hierzu steht auf Seite 57 noch folgender Hinweis:

    Herr Architekt Dipl.-Ing. Erwin Groke.Witzendorffstraße 31, 21339 Lüneburg, schickt den Bericht einer Dame ein, Frau Leonora Geier geb. Cavoa, bisher allein abgedruckt von Der Scheinwerfer, ODAL-Druck u. Verlag E. Hefendehl, 96476 Rodach-Sülzfeld, Nr.11,15. November 1994. Die angeschriebene Patengemeinde von Neustettin, Gemeinde Gellersen, und Herr Dr. Edgar Jahn, CDU-Mitglied aus Neustettin, hatten nicht geantwortet.- “Wir zögern”, zumal in einer Weihnachtsnummer, dieses schreckliche Geschehen so ungeschützt abzudrucken. Durch kleinsten Druck breiten wir einen Gefühlswallung hemmenden Schleier darüber. Herr Groke bittet dringend darum, daß sich Leser melden, die etwa Angehörige in dem unten beschriebenen RAD-Lager hatten. Frau Geier möchte mit diesen Lesern in Verbindung treten. (Und dann folgt obiger Text in kaum lesbarer Kleinstschrift mit der Überschrift: Die deutsch-brasilianische Staatsbürgerin Keonora Geier-Cavoa berichtet)

    UND WO LIEGT DER UNTERSCHIED ZWISCHEN DAMALS UND HEUTE?

    Damals eilten deutsche Männer deutschen Frauen noch unter Lebensgefahr zur Hilfe! – Heute wird der deutsche Mann verlegen grinsen!

  3. GvB 10. Februar 2015 um 21:36

    ****Hallo GvB! Nach welchen Kriterien WordPress den Spam aussucht, ist mir einfach schleierhaft! Leider habe ich Deinen Beitrag erst heute gesehen. ****Gruß Ubasser****

    Zu Frankreich nach 1945..
    „Man kann als Deutscher trotz bleibender Kontroversen auch mit Franzosen normal reden. Die deutsch-französische Freundschaft ist heute glaubhaft, was sie unter Stresemann/Briand nicht war.“
    >>>>>>
    Richtig, selbst deutsche „Bundeswehr“-Soldaten traten beim Gedenken(auch mit der dt. Kriegsgräberfürsorge)
    … an Verdun usw. Seite an Seite mit den französischen Kameraden auf..
    Man wird und wurde in Fontainebleau*, wo nach dem Abzug der VS-Amerikaner nur die Deutschen blieben, respektiert.Dort gab es eine Einheit(Deutscher Logistischer Bevollmächtigter) bis ca. 2010 ..heute nur noch eine ganz kleine 35 Mann-Truppe.**
    Die NATO ging ja in den 50-igern von Fontainebleau nach Brüssel…weil De Gaulle die Amis aus Frankreich weghaben wollte.
    Erst unter dem Pro-Zionisten und Pro-Amerikaner Sarkozy wurde das sehr schnell geändert.
    De Gaule bekam ja die stille Revanche durch VS-Amerika in Algerien dann zu spüren..
    Frankreichs innere Zerissenheit ..bezüglich des Vichy-Regimes und anderseits der „Resistance“*** ist heute in Talkshows und Mediendiskussionen immer noch zu spüren und nicht wirklich verarbeitet..da ja aus der Sicht der Franzosen in der Besatzerzeit durchs dt.REICH in den 40-igern sich manche als Verräter gezeigt haben..und die „Resistance“ nicht die ehrenwerten Leute waren, wie immer dargestellt. Diese Terroristen – denn genau darum handelt es sich nach der Haager Landkriegsordnung – fühlten sich in keiner Weise für die französische Nation verantwortlich; sie hatten keine Skrupel, die gallische Zivilbevölkerung den Repressalien auszusetzen, zu denen die Wehrmacht unter diesen Umständen gezwungen war.
    Da belügt der „Franzos'“ sich gerne immer noch selber. Das ist aber auch kein Wunder, wenn man weiss, wer in der „Resistance“ war..
    und wem die Zeitungen und TV-Sender heute gehören..Linken und Juden.. genau die Gruppen, aus denen damals die „Resistance“ bestand!

    * Kleiner Haufen(Nachschubstelle der BW in Fontainebleau-18.06.1979 )
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40349676.html
    **
    Bundeswehrverwaltungsstelle in Frankreich
    – Außenstelle Fontainebleau –
    de.wikipedia.org/wiki/Bundeswehrverwaltungsstelle_im_Ausland
    ***
    https://verbotenesarchiv.wordpress.com/2012/05/31/wer-waren-die-resistance-kampfer/

    • GvB 12. Februar 2015 um 22:08

      @Ubasser.. konnte ja garnicht anders sein.. das Zionsnetz „sortiert aus“ und denkt „für uns mit“! Warscheinlich passte dem -Horch-und Guck-Computer- der letzte Link nicht..
      Danke Ubasser.. auf dich ist Verlass.:-)

  4. Dipl.Ing.(FH) Hans Meier 10. Februar 2015 um 14:11

    unter 5. Indien , muß es wohl richtigerweise so geschrieben werden : „Die deutschen Verbrechen waren im Sommer 1940 von den alliierten Propaganda-Juden noch nicht zusammengelogen ,“ anstelle geschehen .

  5. Rechteinhaber/In lt. BGB § 1 - als beseelte Menschen..! 10. Februar 2015 um 13:45

    Unser Einwand zu Absatz VII.
    Zitat
    „..Ohne die deutschen Siege von 1940 wären die USA mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in einen europäischen Krieg eingetreten. Die USA brachte eine Lage wie bereits 1917 hervor. Damals stand Deutschland kurz vor seinem Endsieg im Weltkrieg,
    und damit an der Schwelle, nicht nur in Europa die Vormacht zu werden, sondern auch die Kolonialmächte zu „beerben“..
    Zitatende.
    Das sehen wir nicht so – Begründung:
    Die US-Corp. als insolvente FIRMA brauchte dringend EINEN RAUBZUG..!
    Durch den ersten Weltkrieg und die nachfolgende Wirtschaftskrise ging die UNITED STATES
    (CORPORATION) im Jahr 1933 in Insolvenz.. und musste Krieg führen um zu plündern..
    sprich andere Länder bestehlen..!:

    Der Kongressabgeordnete James Traficant, Jr:
    „Es ist eine anerkannte Tatsache, daß die Bundesregierung der „United States“
    durch den von President Roosevelt verkündeten $ *Emergency Banking Act* $
    vom 9. März 1933 48 Stat. 1, Public Law 89-719 als bankrott und insolvent aufgelöst wurde“ ..

    Zudem jammerten die Briten nach HILFE – da sie von der DEUTSCHEN LUFTWAFFE
    regelrecht vom Himmel geschossen wurden und die DEUTSCHEN sich als „Herr der Lage“
    sehr deutlich hervor taten – Punkt..!

    MfG & 🙂

  6. GvB 10. Februar 2015 um 01:51

    Zu Frankreich nach 1945..
    „Man kann als Deutscher trotz bleibender Kontroversen auch mit Franzosen normal reden. Die deutsch-französische Freundschaft ist heute glaubhaft, was sie unter Stresemann/Briand nicht war.“

    Richtig, selbst deutsche „Bundeswehr“-Soldaten traten beim Gedenken(auch mit der dt. Kriegsgräberfürsorge)
    … an Verdun usw. Seite an Seite mit den französischen Kameraden auf..

    Man wird und wurde in Fontainebleau*, wo nach dem Abzug der VS-Amerikaner nur die Deutschen blieben, respektiert.

    Dort gab es eine Einheit(Deutscher Logistischer Bevollmächtigter) bis ca. 2010 ..heute nur noch eine ganz kleine 35 Mann-Truppe.**
    Die NATO ging ja in den 50-igern von Fontainebleau nach Brüssel…weil De Gaulle die Amis aus Frankreich weghaben wollte.
    Erst unter dem Pro-Zionisten und Pro-Amerikaner Sarkozy wurde das sehr schnell geändert.
    De Gaule bekam ja die stille Revanche durch VS-Amerika in Algerien dann zu spüren..
    Frankreichs innere Zerissenheit ..bezüglich des Vichy-Regimes und anderseits der „Resistance“*** ist heute in Talkshows und Mediendiskussionen immer noch zu spüren und nicht wirklich verarbeitet..da ja aus der Sicht der Franzosen in der Besatzerzeit durchs dt.REICH in den 40-igern sich manche als Verräter gezeigt haben..und die „Resistance“ nicht die ehrenwerten Leute waren, wie immer dargestellt. Diese Terroristen – denn genau darum handelt es sich nach der Haager Landkriegsordnung – fühlten sich in keiner Weise für die französische Nation verantwortlich; sie hatten keine Skrupel, die gallische Zivilbevölkerung den Repressalien auszusetzen, zu denen die Wehrmacht unter diesen Umständen gezwungen war.
    Da belügt der „Franzos'“ sich gerne immer noch selber. Das ist aber auch kein Wunder, wenn man weiss, wer in der „Resistance“ war..
    und wem die Zeitungen und TV-Sender heute gehören..Linken und Juden.. genau die Gruppen, aus denen damals die „Resistance“ bestand!

    * Kleiner Haufen(Nachschubstelle der BW in Fontainebleau-18.06.1979 )
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40349676.html
    **
    Bundeswehrverwaltungsstelle in Frankreich
    – Außenstelle Fontainebleau –
    de.wikipedia.org/wiki/Bundeswehrverwaltungsstelle_im_Ausland
    ***
    https://verbotenesarchiv.wordpress.com/2012/05/31/wer-waren-die-resistance-kampfer/

    • Waffenstudent 10. Februar 2015 um 01:03

      Die wissenschaftliche Aufgabe der Historiker

      Hier eine Sternstunde des mitteleuropäischen Humanismus: Ein aktueller Aufruf französischer Historiker, welcher in der Zeitschrift: Verband deutscher Soldaten e.V. abgedruckt ist. Siehe Quellenangabe unten.

      Die fünf Forderungen:

      1. Die Geschichtswissenschaft ist keine Religion. Der Historiker akzeptiert kein Dogma, er respektiert keine Verbote, er kennt keine Tabus. Er kann Anstoß erregen.

      2. Die Geschichtswissenschaft ist keine moralische Instanz. Es ist nicht Aufgabe eines Historikers, zu preisen oder zu verdammen. Er erklärt.

      3. Die Geschichtswissenschaft ist nicht der Sklave des Zeitgeistes. Der Historiker überlagert nicht die Vegangenheit mit den heutigen ideologischen Begriffen und fügt keine jetzigen Empfindsamkeiten in die Ereignisse der Vergangenheit ein.

      4. Die Geschichtswissenschaft kann nicht die Aufgabe des Gedenkens wahrnehmen. Der Historiker sammelt bei seiner wissenschaftlichen Arbeit die Erinnerungen von Menschen, er vergleicht sie miteinander und stellt sie den Dokumenten, den Gegenständen und ihren Spuren gegenüber und stellt die Tatsachen fest. Die Geschichte berücksichtigt Erinnerungen, aber sie beschränkt sich nicht darauf.

      5. Die Geschichtswissenschaft kann nicht Objekt der Justiz sein. In einem freien Staat steht es weder dem Parlament noch der Justiz zu, die historische Wahrheit festzulegen. Die Vorgehensweise des Staates ist – selbst wenn sie von den besten Absichten beseelt ist – nicht die Vorgehensweise der Geschichtswissenschaft. Wir verlangen die Abschaffung dieser gesetzlichen Bestimmungen, die eines demokratischen Regimes unwürdig sind.«

      Quelle: http://www.verband-deutscher-soldaten.de/

      Bundesgeschäftsstelle des VdS e.V.

      Rheinallee 55
      53173 Bonn
      Telefon: 0228 / 36 10 07
      Telefax: 0228 / 36 10 08

      Über Ihren Zuspruch freuen wir uns!

      Max Klaar

      Oberstleutnant a.D. und Bundesvorsitzender

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