Standort- und Kommandanturbefehle

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2. März 2015 von UBasser


Standort- und Kommandanturbefehle des Konzentrationslagers Auschwitz 1940-1945
hrsg. im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte

München 2000

Kommandanturbefehl Nr. 6a/40                          Auschwitz, 28. September 1940
3.Abgabe von Materialien und Werkzeugen durch Häftlingscapos

Es kommt immer wieder vor, daß SS-Angehörige des Lagers an Häftlingscapos oderWerkstattleiter herantreten und die Herausgabe von Materialien und Werkzeugenverlangen. Ich mache letztmals darauf aufmerksam, daß ein derartiges Verhaltenverboten ist. Die Häftlingscapos sind auf das Strengste angewiesen, ohne schriftlicheGenehmigung der Bauleitung nichts abzugeben. Wer in Zukunft irgendwelche Materialienoder Werkzeuge benötigt, hat dies bei der Bauleitung zu beantragen.

4.Arbeitszeit der Häftlinge
Mit Wirkung vom 6.10.40 wird für die Häftlinge nachstehende Arbeitszeit festgesetzt:

7 – 11.30 Uhr bis 13 – 17.00 Uhr

Der Lagerkommandant desKonzentrationslagers Auschwitzgez.

Höß

SS-Hauptsturmführer

F.d. R.
[Unterschrift Kramer]SS-Obersturmführer
[Kein Verteiler]
[ S. 14 f. ]

Kommandanturbefehl Nr. 9/40                           Auschwitz, 28. November 1940

3. Verkehr mit Schutzhäftlingen
Es muß immer wieder die Feststellung gemacht werden, daß es noch SS-Männer gibt, dieHäftlinge an den Drahtzaun rufen und ihnen dort Schuhe oder Bekleidungsstücke zurReparatur übergeben. Ich mache letztmals darauf aufmerksam, daß ein derartigesVerhalten nicht nur verboten, sondern auch lebensgefährlich ist, da das Drahthindernisauch am Tage zu verschiedenen zeiten mit Hochspannungsstrom geladen ist. Den Führerdes Wachsturmbannes sowie die einzelnen Abteilungsleiter ersuche ich, ihre Männernochmals eingehend über diesen Punkt zu belehren.

Der Lagerkommandant des
Konzentrationslagers Auschwitz
[Unterschrift Höß]
SS-Hauptsturmführer
[Kein Verteiler]
[S.16]

 

Kommandantursonderbefehl                               Auschwitz, 7. Februar 1941
2. Es wurde schon mehrmals darauf hingewiesen, daß auf Wunsch des KommandierendenGenerals der Ältestenrat der Juden verständigt wurde, daß die Juden die SS-Männernicht mehr zu grüßen haben. Es ist eines SS-Mannes unwürdig, von einem dieserLumpen gegrüßt zu werden. Daher wird jeder SS-Angehörige nochmals daraufaufmerksam gemacht une ermahnt, einen Juden anzufassen, der das Grüßen unterläßt.Sollten Beschwerden irgendwelcher Art einlaufen, wird der betr. SS-Angehörige zurRechenschaft gezogen und bestraft.

Der Lagerkommandant des
Konzentrationslagers Auschwitz
gez. Höß
SS-Hauptsturmführer
für die Richtigkeit der Abschrift
[Unterschrift Frommhagen]
SS-Obersturmführer und Adjutant
[Kein Verteiler]
[ S. 21 f. ]

 

Kommandanturbefehl Nr. 3/41                            Auschwitz, 5. April 1941
2. Arbeitszeit der Häftlinge
Ab Montag, den 7. April 1941, ist die Arbeitszeit der Häftlinge wie folgt:

6.00 Uhr- 11.30 Uhr, 13.30 – 18.00 Uhr

(Unterschrift Höß)
SS-Sturmbannführer u. Kommandant
[Verteiler]
[ S. 28 ]

 

Kommandantursonderbefehl Nr. 15/41                        Auschwitz, 4. Juli 1941
1. Belobigungen
Bei einem Fluchtversuch eines Häftlings in Dwory zeigte der SS-Rottenführer Stolten, derals Blockführer dem Kommando zugeteilt war, ein sehr umsichtiges Verhalten. Es gelang ihm, die Flucht zu vereiteln und ihn bei seinem Vorhaben zu erschießen. Ich spreche demSS-Rottenführer Stolten hierfür meine Anerkennung aus.

Der SS-Mann Ewald Leuow, 4./SS-T-Sturmbann, hat am 26.6.41 bei einer Massenflucht von Juden durch seine Aufmerksamkeit und Umsichtigkeit wesentlich dazu beigetragen,diese Flucht zu verhindern. Ich spreche dem SS-Mann Leuow hierfür meine Anerkennung aus.

[Unterschrift Höß]
SS-Sturmbannführer u. Kommandant
[Verteiler]

[ S. 51 f.]

 

Kommandantursonderbefehl Nr. 1/42                   Auschwitz, 15. April 1942

Betreff: Sonntagsarbeit
Es ist vorgesehen, daß für die kommenden Zeiten Sonntagsarbeit für KL und FKLgrundsätzlich entfällt. Diese Anordnung ist zunächst mit sofortiger Wirkung in Kraft gesetzt.Für Sonntagsarbeit überhaupt können seitens der Führung des Arbeitseinsatzes zukünftignur die dringend lebenswichtigen Betriebe Berücksichtigung finden, wie u.a. Vieh, Pferdestallund Küchenbetrieb usw. Fernerhin nur für die Ausführung dringend wichtiger Reparaturen anEinrichtungen, die für die Aufrechterhaltung des Betriebes erforderlich sind. Hierdurch ist esnotwendig, und dieses wird hierdurch mit sofortiger Wirkung angeordnet, daß dieArbeitskommandoführer so sorgfältig auszubilden sind, daß sie in der Lage sind, mit Hilfe derArbeitsleistung der Häftlinge das vorgeschriebene Arbeitspensum der Woche unter allenUmständen in den zur Verfügung stehenden vollen 6 Arbeitstagen der Woche zu leisten.
In diesem Zusammenhang wird erwähnt, daß es sich gezeigt hat, daß die bisherigeSonntagsarbeit den Arbeitsstand um nichts vorwärts gebracht hat, sondern daß diesonntägliche Beschäftigung in der Gesamtheit nur Rückschläge und Nachteile auf den verschiedensten Gebieten zeitigte. Wenn eine volle Arbeitsleistung durch den Häftling erzieltwerden soll, so ist es erforderlich, daß dieser auch genügend gekräftigt, ausgeruht undvorbereitet an das jeweilige Wochenarbeitspensum herangeht. Hierzu benötigt er denSonntag zur Ruhe. Es ist in dieser Hinsicht schärfstens darauf zu achten, daß die Häftlingein Zukunft unbedingt einmal wöchentlich baden, und daß der Ruhesonntag in Sonderheitdazu ausgenützt wird, daß die Wäsche und alle sonstigen Gegenstände des täglichenGebrauchs, die der Häftling zu seiner persönlichen Pflege benötigt, instandgesetzt werden.Diese Auffassung findet in entsprechender Weise ebenfalls Anwendung auf das für dieDurchführung der vorliegenden Arbeiten zur Verfügung stehende Pferdematerial. Auch dieTiere müssen im Laufe der Woche einen Ruhetag haben. Es wird erwartet, daß alleMaßnahmen getroffen werden, um hinsichtlich des zukünftigen Arbeitseinsatzes dievorstehend gegebenen Richtlinien durchzuführen. Wenn sich nicht alle Dienststellenbemühen, diese grundsätzlichen Dinge einzuhalten, so ist weiterhin mit schweren Ausfällenbezüglich der Arbeitskraft von Menschen und Tier [sic] zu rechnen, und es würde auchzukünftig durch eine Überbeanspruchung dieser zur Verfügung stehenden Kräfte fortlaufendgroße Ausfälle geben, die es unmöglich machen würden, die dem KL gestellten Aufgaben ineiner Weise zu erfüllen, die uneingeschränkt kriegswirtschaftlichen Zielen dienen undmithelfen sollen, durch ihren Beitrag das Endziel des heutigen Ringens zu erreichen, nämlichden Sieg.

gez. Höß
SS-Sturmbannführer und Kommandant
F.d.R.

a.B. [Unterschrift Mulka]

SS-Oberstrumführer
[Verteiler]

[S. 125 f.]

 

KommandanturbefehlAuschwitz, 17. April 1942                    Sonderbefehl für KL und FKL
Die Arbeitszeit der Häftlinge wird mit Wirkung vom 20.4.1942 wie folgt festgesetzt:

vormittags von 6.00 – 11.00 Uhr,
nachmittags von 13.00 – 19. 00 Uhr

Die sich daraus ergebende Mittagspause ist für die Häftlinge als Ruhezeit auszunützen. Es muß scharf darauf geachtet werden, daß die Häftlinge nach Einnahme ihres Mittagsmahles in ihren Betten liegend ruhen, um eine möglichst weitgehende Aufnahme des Mittagsmahles zur Kräftigung der Arbeitskraft der Häftlinge dadurch zu erzielen.
Hinsichtlich dieser genannten Arbeitszeiten ist entsprechend bei den Außenkommandos zu verfahren, mit denen an geeigneten Plätzen, die durch die Kommandoführer zu erkunden sind, die angeordnete Ruhezeit durchgeführt werden muß.

gez. Höß
SS-Sturmbannführer und Kommandant
F.d.R.
a.B. [Unterschrift Mulka]

SS-Oberstrumführer
[Verteiler]

[S. 126 f.]

 

Kommandanturbefehl Nr. 10/42                                     Auschwitz, 6. Juni 1942

5. Häftlingsbegleitung, Arbeitskommandos des FKL
Es liegt Veranlassung vor, darauf hinzuweisen, daß es vollkommen ausgeschlossen undauch nicht SS-mäßig ist, wenn sich Kommandoführer mit Arbeitskommandos aus dem FKL beim Aus- und Einrück[en] ihre Brotbeutel, Zeltbahn usw. von Häftlingen nachtragenlassen. Es ist ganz selbstverständlich, daß sowohl Kommandoführer als auchBegleitposten ihre Ausrüstungsstücke, die zu ihrer Uniform gehören, selber tragen, unddaß es eines SS-Mannes unwürdig ist, sich zur Beförderung dieserAusrüstungsgegenstände sich der Hilfe von Häftlingen zu bedienen. Es muß vielmehrgefordert werden, daß ununterbrochen nur ein strenges und kalt sachliches Verhältniszwischen Kommandoführern und Begleitposten einerseits gegenüber den weiblichenAnweiserinnen und Häftlingen anderseits [sic] besteht.

Die Kommandantur wird gerade mit Bezug auf das oben gekennzeichnete Verhältnis zu den weiblichen Häftlingen bei Feststellung der nur allergeringsten Lockerung mit den härtesten und schwersten Strafen durchgreifen. Die weiblichen Häftlinge sind nicht dazu da, dem Bewachungspersonal irgendwelche Erleichterungen zu schaffen, sondern im Rahmen der vorliegenden Aufgaben produktiv zu arbeiten, und es muß ein streng abgegrenzter Abstandaufrechterhalten bleiben, wenn ein Erfolg erzielt werden soll.
Die Kommandantur warnt zum letzten Mal davor, das gekennzeichnete, harte, notwendige Verhältnis durch irgendwelche Handlungen seitens der Kommandoführer und der Posten zu lockern. Die Bewachungsmannschaften sind hierüber eingehend durch die Einheitsführer zu belehren. Vollzugsmeldung an die Kommandantur bis zum 15.6.1942.

gez. Höß
SS-Sturmbannführer und Kommandant
F.d.R.a.B.i.V.

[Unterschrift Mulka]
SS-Oberstrumführer und Adjutant
[Verteiler]

[S.141 f.]

 

Kommandanturbefehl Nr. 21/42          Auschwitz, 24. Oktober 1942

9. Abholung von Verpflegung durch Häftlinge
Es wird erneut darauf hingewiesen, daß es strengstens verboten ist, sich von HäftlingenMittagessen, Abendkost, Kaffee usw. holen zu lassen. Zuwiderhandlungen werden mitsofortiger Ablösung des Häftlings bei den betreffenden Stuben sowie mit der strengstenBestrafung des jeweiligen SS-Mannes geahndet.

i.V. gez. Aumeier

SS-Hauptsturmführer

F.d.R.
a.B. i.V. [Unterschrift Weymann]

SS-Hauptsturmführer und Adjutant
[Verteiler]
[ S. 190 ff.]

 

Kommandantursonderbefehl Nr. 8/43             Auschwitz, 15. März 1943
Aus gegebenem Anlaß wird noch einmal eindringlichst darauf hingewiesen, daß unter gar keinen Umständen Häftlinge mit der Überbringung, dem Putzen usw. von Rädern und Motorrädern betraut werden dürfen. Gegen diesen Befehl Zuwiderhandelnde werde ichstrengstens bestrafen.

gez. Höß
SS-Obersturmbannführer und Kommandant
F.d.R.

a.B.i.V. [Unterschrift Ganninger]

SS-Unterstrumführer und Adjutant
[Verteiler]

[S. 234 f.]

 

Kommandantursonderbefehl Nr. 14/43           Auschwitz, 8. Mai 1943

Betreff. Post der weiblichen Häftlinge

Sämtliche eingehende Post der weiblichen Häftlinge ist ab sofort nach der neu eingerichteten Postzensurstelle Frauenlager Birkenau anzuliefern. Für die ordnungsgemäße und rechtzeitige Anlieferung der Post von den in den Zweiglagern, Privathäusern und sonstigen Dienststellen eingesetzten weiblichen Häftlinge ist im ersten Fall die jeweilige Kommandoführerin und im zweiten Fall Oberaufseherin Frau Zimmer verantwortlich.
Es ist in allen Fällen auf einen einheitlichen Absender und Anschriftadresse [sic] zu achten.z.B.: Hftl. Herta Meier Nr. 965 Frauenlager Auschwitz 0/S Postamt II.
Unter allen Umständen hat die Angabe. Zweiglager …, Haus 40 a oder Stabsgebäude usw. zu unterbleiben.

gez. Höß
SS-Obersturmbannführer und Kommandant

F.d.R.
[Unterschrift Baumgartner]
[kein Verteiler]

[S. 267]

 

Kommandanturbefehl Nr. 19/43                        Auschwitz, 27. Mai 1943
I
6. Sonntagsarbeit der Häftlinge
Ich verbiete, daß Sonntags [sic] Häftlingskommandos zur nicht unbedingt notwendigen und lebenswichtigen Arbeit abgestellt werden. Die Häftlinge sollen an diesem Tag zur Entlausung, Baden usw. kommen und mit ihnen der notwendige Kleiderwechsel,Wäschetausch und Kleiderinstandsetzung vorgenommen werden [sic]. Dasselbe gilt für sämtliche Außenlager.

gez. Höß

SS-Obersturmbannführer und Kommandant und Standortältester

F.d.R.
[Unterschrift Baumgartner]
SS-Obersturmführer und Adjutant

[kein Verteiler]
[S. 278 ff.]

 

Standortbefehl Nr. 22/43                                     Auschwitz, 3. Juni 1943

Betreff. Abstellung von Häftlingen für Haushalte

Mit Wirkung vom 1.6.43 werden auf Anordnung des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes für die den Haushaltungen zur Verfügung gestellten weiblichen Häftlinge RM 25,- monatlich berechnet. Die Berechnung erfolgt am Ende eines jeden Monats.

Die Abstellung von mehr als einer Hausgehilfin für einen Haushalt ist untersagt worden.Überhaupt werden Hausgehilfinnen vor allen Dingen nur kinderreichen Haushaltungen nach vorheriger Einwilligung mit dem SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt, Amtsgruppe D, zugewiesen. Bei der Zuweisung für diese Haushaltungen wird auf Hausgehilfinnen aus kinderlosen Haushaltungen und den Haushaltungen mit einem Kinde zurückgegriffen. Der Leiter der Verwaltung ist beauftragt, die Notwendigkeit der den einzelnen Haushaltungen zugewiesenen Hausgehilfinnen im Einvernehmen mit dem SS-Standortarzt und dem Arbeitseinsatzführer zu überprüfen und gegebenenfalls Rücknahmen zu verfügen. Den betroffenen Haushaltungen werden für besondere Haushaltsarbeiten (Waschtag,Großreinemachen u.a.) in gewissen Intervallen Arbeitskommandos zur Verfügung gestellt.Die nähere Regelung hierzu erläßt der Leiter der Verwaltung.

Der Standortälteste

gez. Höß

SS-Obersturmbannführer und Kommandant

F.d.R.
a.B. [Unterschrift Baumgartner]

SS-Obersturmführer und Adjutant

1.Verteiler [nicht vorhanden]
2.an sämtliche Haushaltungen der SS-Siedlung
[S. 287]

Standortbefehl Nr. 25/43                                         Auschwitz, 1[2]. Juli 1943

5. Kinder im Lagerbereich
Ich habe festgestellt, daß Kinder sich tagsüber hier im Lager aufhalten und sich sogar auf den einzelnen Arbeitstellen herumtreiben. Auch beim Aus- und Einrücken konnte ich beobachten, daß diese Kinder neben den geschlossenen Häftlingskolonnen mitgehen. Ich verbiete das hiermit und weise auf die Gefahr hin, die bei einem evt. Fluchtversuch durch die hierbei erforderliche Handhabung der Schußwaffe durch den Begleitposten für die Kinder mit sich bringt [sic]. Außerdem bringt ein solcher Umgang der Kinder mit den Häftlingen einen derartigen moralischen Nachteil mit sich, der von Seiten der Eltern nicht zu verantworten ist. Die SS-Angehörigen haben ihren Frauen und Kindern diesbezüglichAnweisung zu geben und selbst dauernd darauf zu achten, daß ihre Kinder von denHäftlingen fernbleiben und sich nicht dauernd im Lager selbst oder auf den Arbeitsplätzenaufhalten.

Der Standortälteste

gez. Höß

SS-Obersturmbannführer und Kommandant

F.d.R.
[Unterschrift Baumgartner]

SS-Obersturmführer und Adjutant
Verteiler an die nachgeordneten Dienststellen

[S. 305 ff.]

 

Standortbefehl Nr. 26/43                                         Auschwitz, 16. Juli 1943

2. Bewachung der Häftlinge
Der Hauptamtschef hat wiederholt beobachtet, und die Vorfälle in der letzten Zeit haben bewiesen, daß die Bewachungsmannschaften sich ihrer Pflichten und Aufgaben als Posten oft nur sehr mangelhaft bewußt sind. Dies liegt teils an mangelnder oder fehlender Belehrung, teils an der Ahnungslosigkeit oder Nachlässigkeit der SS-Männer. Häufige Fehler sind Unterhaltungen mit Häftlingen, vor allem auf Transportfahrzeugen, ungenügender Abstand vom Häftling. Ich befehle, daß ab sofort jeder Kompanieführer wöchentlich mindestens einmal hierüber eingehenden Unterricht in Form einer Instruktionsstunde, die in den Dienstplan der Kompanie mitaufzunehmen ist, abhält. Die erfolgte Belehrung ist mir durch den Strumbann jeweils Sonnabend der laufenden Woche schriftlich zu melden mit Angabe über Inhalt des Unterrichts.

Der Standortälteste

gez. Höß

SS-Obersturmbannführer und Kommandant

F.d.R.
[Unterschrift Baumgartner]
SS-Obersturmführer und Adjutant
Verteiler an die nachgeordneten Dienststellen
[S. 307 ff.]

 

Standortbefehl Nr. 31/43                         Auschwitz, 6. August 1943

6.Ärztliche Untersuchung von Häftlingsarrestanten
Ich befehle, daß jeder Häftling, der mit Arrest zu bestrafen ist, dem Arzt vorzuführen ist. Inbesonders dringenden Fällen ist der Arzt von einer Einlieferung nachträglich in Kenntnis zu setzen. Gleichzeitig befehle ich, daß die weiblichen Häftlinge, die in Haushaltungen usw. beschäftigt sind, nicht in den Arrest nach Birkenau zu überführen sind.

7.Häftlingszugänge
Es ist wiederholt festgestellt worden, daß SS-Angehörige, die mit der Abwicklung der eingehenden Transporte nichts zu tun haben, sich an der Ausladestelle usw. aufhalten. Ich verbiete allen SS-Angehörigen, außer denen, die zum Dienst hierzu eingeteilt sind,das Betreten der Rampe usw. Zuwiderhandelnde sind mir zur Bestrafung zu melden.

Der Standortälteste

i.V. gez. Aumeier

SS-Hauptsturmbannführer

F.d.R.
[Unterschrift Baumgartner]
SS-Obersturmführer und Adjutant
[Kein Verteiler]
[S. 320 ff]

 

Standortbefehl Nr. 31/43                                     Auschwitz, 6. August 1943

2. Arbeitszeit der Häftlinge

Die Arbeitszeit der Häftlinge wird auf:

6.00 – 17.00 Uhr

mit 1/2 stündiger Mittagspausefestgelegt.

 

Der Standortälteste

gez. Höß

SS-Obersturmbannführer und Kommandant

 

F.d.R.
[Unterschrift Baumgartner]
SS-Obersturmführer und Adjutant
Verteiler an die nachgeordneten Dienststellen
[S. 349]

 

Standortbefehl Nr. 51/43                                   Auschwitz, 16. November 1943

2. Häftlingseigentum
Ich habe Veranlassung, letztmalig darauf hinzuweisen, daß das Eigentum der Häftlinge,ganz gleich, um was es sich handelt (Kleidungsstücke, Gold- und Wertsachen, Eßwaren und sonstige persönliche Gegenstände), auch ganz gleich, wo es sich befindet oder gesichtet wird, unangetastet bleibt. Über die Verwendung des Eigentums der Häftlinge entscheidet der Staat. In besonderen Fällen wird somit dieses Eigentum Staatseigentum.Wer sich an Staatseigentum vergreift, stempelt sich selbst zum Verbrecher und schließt sich von selber aus den Reihen der SS aus. Ich werde SS-[A]ngehörige, die sich mit einer solchen schmutzigen Tat besudeln, rücksichtslos dem SS-Gericht zur Aburteilung übergeben. Von jedem sauberen, anständigen SS-Angehörigen – und das wird der große Teil sein – erwarte ich, daß er mit offenen Augen mithilft, daß etwa vorhandene Lumpen schnellstens entfernt werden können und unsere Reihen somit sauber bleiben. Der Sta[a]t sorgt für jeden deutschen Menschen heute so, daß er ein anständiges Leben führen kann. Es ist deshalb nicht notwendig, daß man krumme Wege geht. Wer unschuldig in Notgerät, wende sich an seine nächsten Vorgesetzten, die von mir hiermit angewiesen werden, in weitestem Maße von den genügend vorhandenen staatlichen Mitteln Gebrauch zu machen. Für meinen Dienstbereich sind derartige Gesuche zu meiner persönlichen Entscheidung vorzulegen.

Der Standortälteste

gez. Liebehenschel

SS-Obersturmbannführer

 

F.d.R.
a.B. [Unterschrift Zoller]
SS-Hauptsturmführer und Adjutant
[Verteiler]

Hier können Sie das gesamte Dokument einsehen. Sie können sich nun die Aufgabe stellen, in den Befehlen nach Todesbefehlen zu suchen, oder nach der Bezeichnung Vernichtungslager. Ob Sie fündig werden?

Auschwitz-Befehle

..

Ubasser

 

3 Kommentare zu “Standort- und Kommandanturbefehle

  1. gert73 sagt:

    Hat dies auf schwanseeblog rebloggt.

  2. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG sagt:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Glück, Auf, meine Heimat!

  3. Arkturus sagt:

    Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.

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