Auswanderung der Juden aus dem Dritten Reich

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26. Juli 2015 von UBasser


Von Ingrid Weckert

Auswanderung

Für die Zionisten war eine Zukunft für Juden nur in einem eigenen Land, dem damaligen Palästina, denkbar. Allerdings war auch für sie die Idee, daß alle Juden Deutschland verlassen sollten, nicht vorstellbar. Sie wollten vor allem jüngere Juden für die Auswanderung gewinnen, die auch die schwere Arbeit in Palästina leisten konnten. Zur Förderung ihrer Idee hielten sie eine Zusammenarbeit zwischen der nationalsozialistischen Regierung und ihrer Organisation nicht nur für möglich, sondern für die einzig realistische Perspektive überhaupt. Und sie behielten mit ihrer Prognose recht. Im Laufe der Jahre kam es zu einer immer engeren und für die Juden, die nach Palästina auswandern wollten, überaus positiven Kooperation.

Den deutschen Institutionen lag daran, die Auswanderung so schnell wie möglich abzuwickeln. Wie bereits gesagt, fanden sich die jüdischen Gruppen und Organisationen erst nach einer gewissen Zeit bereit, aufgrund der Zeitumstände die Notwendigkeit einer Auswanderung einzusehen.

Es gab drei jüdische Auswandererorganisationen, die zum Teil schon seit Beginn des Jahrhunderts in Berlin bestanden.

Der Hilfsverein für deutsche Juden war zuständig für die Auswanderung in alle Länder mit Ausnahme Palästinas. Er unterhielt zahlreiche Korrespondenten im Ausland, die die Möglichkeiten von Einwanderung und Ansiedlung, bzw. Unterbringung deutscher Juden prüften und Kontakte mit den dortigen jüdischen Organisationen aufnahmen, um den Neueinwanderern die Eingewöhnung zu erleichtern.

Das Palästinaamt beschäftigte sich ausschließlich mit der „Alija“ – wörtlich: „Aufstieg“, gemeint ist derAufstieg nach Jerusalem als Synonym für die Einwanderung nach Palästina. Seine „Kunden“ waren vor allem jüngere Juden, die für die schwere körperliche Arbeit, die eine Ansiedlung in Palästina mit sich brachte, geeignet waren.

Eine dritte Einrichtung war die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge. Damit waren ursprünglich jüdische Personen gemeint, die sich auf der Wanderschaft durch Deutschland befanden. Später wurde die Betreuung und Rückführung nichtdeutscher Juden ihr Hauptaufgabengebiet.9

Die nationalsozialistische Regierung versuchte ihrerseits die Auswanderung der ihr unerwünschten jüdischen Bevölkerung weitgehend zu fördern. Es waren vor allem zwei Abkommen, die die Auswanderung staatlich regelten: die „Haavara“ und das „Rublee-Wohlthat-Abkommen“. Die Haavara galt von 1933 bis 1941 und betraf die Auswanderung nach Palästina. Dieses Abkommen wird inzwischen in der einschlägigen Literatur regelmäßig erwähnt. Der ehemalige Direktor der Haavara, Werner Feilchenfeld, gab 1972 eine eigene Broschüre darüber heraus, die aber offensichtlich von den meisten Leuten, die über die Haavara schreiben, nicht gelesen wurde, sonst würden sie nicht soviel Unsinn darüber publizieren.

Das Rublee-Wohlthat-Abkommen hingegen wird allgemein totgeschwiegen.10 Es betraf die Mehrzahl der auswandernden Juden, all jene, die nicht nach Palästina gingen, sondern in ein anderes europäisches oder überseeisches Land. Das waren ca. zwei Drittel aller Auswanderungen. Leider war das Abkommen nur 8 Monate in Geltung, dann brach der Krieg aus und die geregelte Auswanderung fand ihr Ende. Wenn wir es hier erwähnen, so deshalb, weil es die Absichten der deutschen Regierung klarmacht, der damals nichts ferner lag, als die „Vernichtung der Juden“.

Haavara

Bereits im Februar 1933 traten die ersten Abgesandten aus Palästina, Vertreter der Zitrus-Pflanzengesellschaft „Hanotea Ltd.“, an die deutsche Regierung heran und versuchten herauszufinden, wie man die beiderseitigen Interessen – von deutscher Seite: Auswanderung, von jüdisch-palästinensischer Seite: Einwanderung – unter einen Hut bringen könnte. Die jüdische Seite versuchte, möglichst vorteilhafte Auswanderungsbedingungen zu erreichen, die dann Palästina zugute kommen sollten. Die deutschen Behörden waren mit den jüdischen Vorschlägen weitgehend einverstanden, und es kam schon im Mai 1933 zu den ersten wirtschaftspolitischen Abschlüssen, die dann im Laufe des Jahres zu dem Haavara-Abkommen führten. – Das Wort „Haavara“ (sprich: Ha-avara mit Betonung auf der letzten Silbe) ist hebräisch und bedeutet „der Transfer“ bzw. „die Überführung“. In diesem Fall die Überführung von Vermögen und Waren. Unter diesem hebräischen Namen ist das Abkommen in die deutschen Akten eingegangen.11

Die Haavara sah folgende Regelung vor: Juden, die nach Palästina auswandern wollten, konnten ihr Vermögen auf ein oder mehrere Konten von zwei bestimmten jüdischen Banken in Deutschland einzahlen. Sie konnten es auch dann einzahlen, wenn sie zunächst noch in Deutschland bleiben wollten, die Ausreise also nur in Erwägung gezogen, aber noch nicht fest geplant war. Über dieses Geld konnten sie zunächst zugunsten von bereits in Palästina ansässigen jüdischen Siedlern frei verfügen. Sie konnten aber auch das Geld in Palästina anlegen. Sie konnten sogar ihre eigene, später vielleicht einmal anfallende Krankenversicherung bis zu zehn Jahre im voraus davon bezahlen. Damit erhielten die deutschen Juden Rechte, die den übrigen deutschen Reichsbürgern verwehrt waren. Feilchenfeld schreibt:

„Die Vorbereitung einer Heimstätte in Palästina für in Deutschland noch (…) verbliebene Personen stellte eine im Rahmen der deutschen Devisenbeschaffung ungewöhnliche Durchbrechung des Verbots der Vermögensanlage von Deutschen im Ausland dar.“12

In das Haavara-Abkommen wurde, in Zusammenarbeit mit einem Reisebüro in Tel Aviv, auch ein Reisekreditabkommen eingebaut, mit dessen Hilfe deutsche Juden vor ihrer Auswanderung eine Erkundungsreise nach Palästina unternehmen und sich im Land über Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten orientieren konnten. Sie zahlten dafür ihre Unkosten in Reichsmark ein und bekamen in Palästina Gutscheine für alle anfallenden Ausgaben.13 Auch das war eine Ausnahmeregelung, da zur Zeit der Devisenbewirtschaftung Auslandsreisen für Deutsche normalerweise nicht möglich waren. (Die Gruppenreisen mit der KdF wurden auf dem Weg des Clearing verrechnet.)

Wenn es soweit war, daß sie auswandern wollten, bekamen sie von der Deutschen Bank, zum jeweiligen Marktwert, das notwendige sogenannte Vorzeigegeld von 1.000,- Palästina-Pfund (entsprach dem englischen Pfund Sterling) in Devisen ausbezahlt. Die Zuteilung von Devisen stellte unter den damaligen Devisenbestimmungen eine ausgesprochene Ausnahme dar, deren nur die auswandernden jüdischen Bürger teilhaftig wurden, betont der israelische Historiker Avraham Barkai in seiner Studie Vom Boykott zur „Entjudung“.14 Das Geld mußten sie bei der Einreise in Palästina vorweisen. In einer vor einigen Jahren erschienenen Arbeit wird das so dargestellt, als hätten sie mit den 1.000,- Pfund das Einreisevisum bezahlen müssen.15 Das ist kompletter Unsinn. Das Geld gehörte ihnen und sie sollten damit nur beweisen, daß sie imstande waren, sich selbst zu ernähren und eine neue Existenz aufzubauen und somit nicht der jüdischen Gemeinschaft in Palästina zur Last fallen würden.

Der Rest ihres Geldes blieb zu ihrer Verfügung auf ihrem Haavara-Konto. Bei der Auswanderung konnten sie ihren gesamten Hausrat mitnehmen, dazu Maschinen und Geräte für die Berufsausübung bzw. die Gründung einer neuen Existenz und was sie sonst zu ihrem normalen Leben brauchten. Die für alle übrigen deutschen Staatsbürger damals geltende „Reichsfluchtsteuer“ – das war eine von Reichskanzler Heinrich Brüning 1931 eingeführte Abgabe, die jeder deutsche Bürger zu leisten hatte, der Deutschland für immer verlassen wollte – mußten die über die Haavara auswandernden Juden nicht bezahlen.

Von den Haavara-Konten wurden Waren bezahlt, die palästinensische Kaufleute aus Deutschland importierten. In Palästina erhielten die Einwanderer den Gegenwert in Häusern, Grundstücken, Zitruspflanzungen oder auch das gesamte Guthaben in bar ausbezahlt. Durch Zusatzabkommen konnten auch Kaufleute aus Ägypten, Syrien und dem Irak über die Haavara Importe aus Deutschland finanzieren.16

Es gab eine Reihe von Zusatzregelungen und weiteren Erleichterungen. Darunter die, daß alle Versorgungsbezüge und Renten ohne Abzüge an die ausgewanderten Juden in Palästina überwiesen wurden.17

Auch konnten in Palästina ansässige Juden Zahlungen an Verwandte und Freunde in Deutschland über die Haavara vornehmen.

„Die Unterstützungsspender zahlten den Gegenwert in palästinensischer Währung zu einem verbilligten Kurs bei der Haavara zugunsten der Unterstützten in Deutschland ein. Der Unterstützungsempfänger erhielt dann den Gegenwert in Reichsmark durch die Paltreu18 in Berlin. Dieses System eines privaten Clearings von Unterstützungszahlungen nach Deutschland wurde von 1937 an zu einer weltweiten Organisation ausgebaut, deren Aufgabe es war, die ausländischen Unterstützungszahlungen an Juden in Deutschland aus allen Ländern durchzuführen und die anfallenden Devisen für den jüdischen Kapitaltransfer nach Palästina zu verwenden.“19

Von einer anderen Art des Clearings berichtete der Reichsbankrat Walther Utermöhle, der damalige Leiter der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung im Reichswirtschaftsministerium.

„Daneben wurde ein Clearing zwischen auswandernden Juden und (…) aus dem Ausland zurückwandernden Deutschen ermöglicht. Wenn zum Beispiel ein Deutscher sein Haus oder sein Geschäft (wegen des Boykotts im Ausland) nicht verkaufen konnte und in Deutschland einen Juden fand, der ähnliche Vermögenswerte besaß, so wurde eine Tauschgenehmigung erteilt, bei der keine Seite einen ungerechtfertigten Gewinn machen konnte.“ (Leserbrief in Deutsche Wochen-Zeitung, 16.12.1977.)

Außer den offiziellen Bestimmungen, die die Mehrzahl der Juden betraf, gab es also noch eine Unzahl von Einzelfällen, die über die Haavara zugunsten der Auswandernden geregelt werden konnten.

Einen sehr großen Vorteil bot die Haavara für minderbemittelte Juden, die von sich aus nicht in der Lage gewesen wären, die eintausend Pfund „Vorzeigegeld“ aufzubringen. Sie konnten über die Haavara ohne weiteres Kredite aufnehmen, die sie erst nach einer Reihe von Jahren zurückzahlen mußten.20 Außerdem wurden die Transfer-Kosten für diese Leute um 50% ermäßigt. Praktisch war es dadurch jedem Juden in Deutschland möglich, auszuwandern – sofern er nach Palästina wollte.

Das Haavara-Abkommen, bzw. die sich darin äußernde positive Grundhaltung der deutschen Regierung zur Förderung der jüdischen Auswanderung, ermutigte so manchen deutschen Verantwortlichen zu Aktionen am Rande der Legalität. Rolf Vogel, der ehemalige Bonner jüdische Korrespondent und Herausgeber der Deutschlandberichte, die der deutsch-jüdischen Verständigung gewidmet waren, berichtet in seinem Buch Ein Stempel hat gefehlt folgendes:

„Zahlreich waren einzelne Hilfsaktionen jenseits der Legalität, vor allem dann, wenn die betreffenden Juden nicht nach Palästina wollten und sonst nicht zu helfen war. So kam es vor, daß Juden ihre Betriebe verkaufen mußten und den Erlös verloren, weil sie ihn nicht transferieren konnten. Um dies zu verhindern, boten die Beamten einer Reihe jüdischer Inhaber an, zunächst pro forma nicht auszuwandern, sondern für ihren alten Betrieb als Vertreter im Ausland tätig zu werden. Mit Hilfe von hohen Provisionen und Beteiligungen am Verkaufserlös konnten die jüdischen Kaufleute im Ausland dann einen Teil ihrer verlorenen Gelder in Devisen herausbekommen.

Ein anderer Transfer-Trick, der mit Wissen und Wohlwollen der Devisenbeamten zuweilen weiterhalf, war der Geldtransfer via Amtsgericht: Jemand hinterlegte beim Amtsgericht einen Umschlag mit der Verfügung ‚Mein letzter Wille‘. Der Betreffende wanderte anschließend aus und ließ nach einigen Monaten über die ausländischen Justizbehörden seinen letzten Willen – einen Umschlag mit Geld und Wertpapieren – ins Ausland nachsenden.

Ähnlich reibungslos funktionierte hin und wieder der Geldtransfer per Zeitungsannonce. Ein Jude inserierte beispielsweise von Zürich aus im ‚Völkischen Beobachter‘: ‚Vertreter gesucht.‘ In Deutschland ließ er dann mit Geld oder Aktien gefüllte Briefumschläge unter der angegebenen Chiffre an den ‚Völkischen Beobachter‘ senden, der die Briefe gesammelt nach Zürich weiterleitete.“21

In gewissem Umfang trug die Haavara zur Entwicklung des deutschen Außenhandels bei. Allerdings war dieser Punkt kaum ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung für das Abkommen, wie man das gelegentlich lesen kann.22

Insgesamt darf man die Folgen für die deutsche Wirtschaft nicht überschätzen. Der Warenverbrauch einer Gemeinschaft von 200.000 bis 300.000 Menschen – und mehr umfaßte der Jischuw (die jüdische Gemeinschaft Palästinas) damals nicht -, der zudem noch auf bestimmte Produkte beschränkt war, konnte kaum in der Lage sein, einem 60-Millionen-Volk wesentliche Exporthilfe zu leisten. Außerdem kamen für den Verkauf nach Palästina keine Devisen ein, sondern er wurde mit dem deutschen Geld aus den Haavara-Konten bezahlt. Auch Feilchenfeld betont, daß die Exportförderung durch die Haavara keinen eigentlichen Vorteil für Deutschland bedeutete, da „die Haavara kein Deviseneinkommen für Deutschland darstellte.“23

Für Palästina hingegen brachte die Haavara unermeßbare Vorteile mit sich. In der von Feilchenfeld herausgegebenen Broschüre wurde Dr. Ludwig Pinner, ehemaliges Direktionsmitglied der Haavara-Gesellschaft, nicht müde, das Loblied dieses Abkommens zu singen.

„Palästina war bis in den Anfang der dreißiger Jahre im wesentlichen ein Agrarland, auf primitiver Entwicklungsstufe.“24 Erst die aus Deutschland kommenden Einwanderer haben „die wirtschaftliche Struktur und das gesellschaftliche Gepräge des Jischuw tiefgreifend verändert und einen ausschlaggebenden Beitrag zu seiner Entwicklung geleistet. Unter ihrer Beteiligung und Einwirkung hatte sich die industrielle Produktion verdoppelt, die Technik modernisiert, und die erzeugten Waren kamen allmählich in Auswahl und Qualität auf ein europäisches Niveau.“25 „Die Betätigung der deutschen Juden als Industrielle und Investoren war ausschlaggebend für die Entwicklung, die die Wirtschaft des Jischuw aus dem vorindustriellen und vorkapitalistischen Stadium herausführte.“26 Ihr Einfluß „auf die Entwicklung des jüdischen Palästina fand seinen Ausdruck jedoch nicht nur in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Sphäre; er war auch bedeutungsvoll im kulturellen Bereich, auf wissenschaftlichem und künstlerischem Gebiet. Die moderne Ausstattung der Krankenhäuser, die der Transfer ermöglicht hatte, machten Palästina zu einem medizinischen Zentrum ersten Ranges.“27 „Der Einsatz dieser Menschen in Forschungs- und Lehrstätten, in Wirtschaft und Verwaltung, im öffentlichen Leben und in der Verteidigungsorganisation war von unermeßlicher Bedeutung für die Vorbereitung des Jischuw auf die schicksalhaften Aufgaben, die ihm bevorstanden.“28

Das Geld der „Kapitalisten“, die durch die Haavara praktisch unbeschränkt nach Palästina einwandern konnten, ermöglichte auch die Arbeitereinwanderung.

„Palästina als Land des Aufbaus kann neue, arbeitsuchende Einwanderer in demselben Verhältnis aufnehmen, wie durch einströmendes Kapital und Unternehmungsgeist neue Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden“, erklärte Dr. Georg Landauer, Leiter der deutschen Abteilung der Jewish Agency und Mitglied des „Board of Directors“ der Haavara, in einem Gespräch mit der Jüdischen Rundschau. Es bestünde aber die Furcht, daß begüterte Juden mit ihrem Kapital in andere Länder abwandern und nach Palästina nur die armen Juden kommen. Landauer warnte: „Es kann keine Einwanderung von Arbeitnehmern ohne eine Einwanderung von Arbeitgebern stattfinden.“ (Jüdische Rundschau, 18.2.1936.)

Anmerkungen

9Der Hilfsverein wurde im Jahre 1901 gegründet, dessen Auswandererabteilung 1904 eingerichtet. 1917 entstand die Hauptstelle für jüdische Wandererfürsorge; das Palästinaamt der Zionistischen Vereinigung für Deutschland entwickelte sich Mitte der zwanziger Jahre.

10Der englische Originaltext wurde bisher nur veröffentlicht in: Weckert, Flashpoint. Kristallnacht 1938. Instigators, Victims and Beneficiaries, Costa Mesa: IHR 1991, S. 145-148. Eine deutsche Übersetzung findet sich in Feuerzeichen. Die „Reichskristallnacht“. Anstifter und Brandstifter – Opfer und Nutznießer, Tübingen 1981, S. 275-281. [Das Buch Feuerzeichen ist heutzutage in Deutschland verboten, daher bringen wir für unsere deutschen Leser den Text des Rublee-Wohlthat-Abkommens im Anhang zu dieser Schrift – ebenso das englische Original; Anm. d. Scriptorium.]

11Runderlaß 54/33 des Reichswirtschaftsministeriums vom 28.8.1933, Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes (PA/AA), Sonderreferat W, Finanzwesen 16, Bd. 2. Der Text des Haavara-Abkommens ist abgedruckt in: Weckert, Feuerzeichen, S. 219f.

12Werner Feilchenfeld, Dolf Michaelis, Ludwig Pinner, Haavara-Transfer nach Palästina und Einwanderung deutscher Juden 1933-1939, Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts 26, Tübingen 1972, S. 48.

13Feilchenfeld (Anm. 12), S. 49.

14Avraham Barkai, Vom Boykott zur „Entjudung“. Der wirtschaftliche Existenzkampf der Juden im Dritten Reich 1933-1943, Fischer #4368, Frankfurt 1988, S. 63.

15Ferdinand Kroh, David kämpft. Vom jüdischen Widerstand gegen Hitler. Mit einem Nachwort von Nathan Schwalbe-Dor. rororo aktuell #5644, Hamburg 1988, S. 24. Diese Arbeit strotzt nur so vor Ungenauigkeiten und Verzerrungen. Der gesamte Komplex der Auswanderung ist voller falscher Behauptungen; z.B. S. 28: „Die Nationalsozialisten ließen sich die Vertreibung bezahlen.“ Die Auswanderer nach Palästina hätten die Reichsfluchtsteuer zahlen und die Devisen zu einem Phantasiepreis tauschen müssen. Beides stimmt nicht.

16Feilchenfeld (Anm. 12), S. 54f.

17Feilchenfeld (Anm. 12), S. 49. .

18Die „Paltreu“ war eine Art Schwesternorganisation der Haavara. Ihre Aufgabe war es, Vermögenstransfer über die Haavarabestimmungen hinaus durchzuführen. Sowohl die Leitung der Haavara wie auch der Paltreu lagen in jüdischen Händen.

19Feilchenfeld (Anm. 12), S. 61f.

20Schalom Adler-Rudel, Jüdische Selbsthilfe unter dem Naziregime 1933-1939. Im Spiegel der Berichte der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, mit einem Vorwort von Robert Weltsch. Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts 29, Tübingen 1974, S. 102f.

21Rolf Vogel, Ein Stempel hat gefehlt. Dokumente zur Emigration deutscher Juden, München 1977, S. 48f.

22Z.B. bei Francis R. Nicosia (Hitler und der Zionismus. Das 3. Reich und die Palästina-Frage 1933-1939, Leoni 1989. The Third Reich and the Palestine Question, Austin 1985; zur Lektüre zu empfehlen ist diese Originalausgabe, da die deutsche Übersetzung von sinnentstellenden Übersetzungs- und Druckfehlern nur so wimmelt.) Nicosia behauptet: „Die Furcht vor einem deutschen Warenrückgang auf den internationalen Märkten, auch auf denen des Nahen Ostens, beeinflußte die deutsche Regierung in ihrer Entscheidung, im Sommer 1933 mit zionistischen Vertretern das Haavara-Transferabkommen zu unterzeichnen.“ (S. 83.)

23Feilchenfeld (Anm. 12), S. 29.

24Feilchenfeld (Anm. 12), S. 99.

25Feilchenfeld (Anm. 12), S. 107.

26Feilchenfeld (Anm. 12), S. 102.

27Feilchenfeld (Anm. 12), S. 106.

28Feilchenfeld (Anm. 12), S. 108.

Quelle: Wintersonnenwende.com.

Ubasser

26 Kommentare zu “Auswanderung der Juden aus dem Dritten Reich

  1. goetzvonberlichingen sagt:

    Das Geheime und Offensichtliche — sowjetische Aufklärungsdoku über Zionismus (1973)

    Das Geheime und Offensichtliche, die Ziele und Taten der Zionisten” ist eine sowjetische Dokumentation, die sich mit dem Zionismus auseinandersetzt. Sie wurde im Jahr 1973 gedreht. Jedoch wurde sie nie im sowjetischen Fernsehen ausgestrahlt.

    01:16 Antisowjetische [d.h. antirussische] Veranstaltungen, die von den Zionisten im Westen organisiert wurden
    03:52 Zionisten in Frankreich
    05:45 Geschichte der Rothschild-Familie
    06:28 Marx zur Judenfrage
    08:15 Herzl über das Ziel der Gründung des zionistischen Staates Israel
    08:36 Zionist Schabotinski über die Schaffung von Ghettos durch die Juden
    09:30 Die zionistischen Ideen wurden komplett dem Judaismus entnommen

    10:01 “Du wirst alle Völker verzehren, die der Herr, dein Gott, dir geben wird. Du sollst ihrer nicht schonen …”
    10:16 Talmud und Schulchan Aruch
    10:23 “Die Gojim, also die Nichtjuden, sollen von den Juden nicht als Menschen, sondern als Tiere betrachtet werden”. “Einem Juden ist es erlaubt, einen Nichtjuden zu drangsalieren”
    11:59 Der Judaismus erlaubt es, die Gojim zu bestehlen.
    12:29 Naum Sokolow: Die Juden sind die reinste Rasse von allen
    13:11 Nordau: Die niedrigste Rasse wird bald komplett untergehen. Ich sehe für sie keine Rettung.
    14:15 Herzl über die zionistische Propaganda des Zionismus als Bestandteil des Gottesdienstes
    15:26 Jüdische Millionäre und die Zarenfamilie
    16:05 Freimauerische Provisorische Regierung von 1917
    16:18 7. Gesamtrussischer Zionistenkongress in Moskau im Mai 1917
    18:47 Okkupation von Palästina durch England
    19:03 Brief von Lord Balfour an Rothschild
    22:10 Herzl über mittelmäßige jüdische Intellektuelle
    22:27 Purim-Massaker
    22:47 Jüdische Terror-Organisationen
    23:37 Ahad Haam über das “Übervolk”
    25:06 Zionisten und Hilter
    25:25 Rabbi Weinberg über die Dankbarkeit der Juden gegenüber Hitler
    25:55 Zusammenarbeit zwischen Zionisten und Nazis
    26:17 Schabotinski über die “Neuauflage” des jüdischen Volkes
    27:50 Heuchlerische Worte Churchills über Zionisten
    28:36 Massaker von Deir Yassin
    30:23 Ben-Gurion
    30:48 Jüdischer Kongress in New York, Madison Square Garden
    32:06 Vertreibung von 1 200 000 Arbabern
    32:35 Mord an Folke Bernadotte
    35:31 Denkmal für den unbekannten Juden
    36:02 Angriff auf Ägypten
    36:21 “Ihr Israelis dürft nicht weichherzig sein, wenn ihr eure Feinde tötet”
    37:07 Statement der sowjetischen Regierung in Bezug auf die israelisch-französisch-britische Aggression
    37:41 Der Eichman-Prozess
    40:20 Zionistische Sühneopfer
    41:37 Juden und Nazis bilden ein perfektes Team im Warschauer Ghetto
    42:48 Der zionistische Agent Kastner in Ungarn
    45:12 Sowjetische Soldaten verteilen Brot unter hungrigen Deutschen, die “noch gestern, der satanischen Versuchung nachgegeben, geglaubt haben, dass man durch Mord an anderen glücklich werden könnte.”
    46:53 Bilderberger-Konferenz
    47:46 Wall Street
    49:30 Lehman Brothers, Brown Brothers Harriman & Co, Goldman Sachs etc.
    50:44 P.J. Duning: Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit […] Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv und waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert […]
    51:47 Stephen Birmingham über ein Spinnennetz der jüdischen Banker-Familien
    53:33 Zionistisches Imperium in Südafrika, Oppenheimer
    56:56 Die jüdische “Nation” ist nicht existent.
    57:00 Juden als Vertreter der 5. Kolonne in jedem Staat
    57:25 Zionisten in den USA
    58:22 John Kennedy gegen die Zionisten
    59:10 NATO und Pentagon als Diener der Israelis
    01:00:52 Israel als Krebsgeschwulst im Körper der Menschheit
    01:02:04 Angeblicher Sieg des israelischen David über den arabischen Goliath
    01:03:01 UN-Resolution gegen den Zionismus
    01:03:44 Grausamkeit der Zionisten in Palästina
    01:06:43 Palästina war niemals die Heimat von Juden
    01:07:43 Die Araber stören die Juden beim Weinen an der Klagemauer
    01:10:27 Das Judentum ist eine Religion und keine Nation
    01:10:32 vor der Moskauer Synagoge im Jahr 1957
    01:11:44 Israel als rassistischer Staat
    01:13:06 Hintergründe des “Prager Frühlings” von 1968
    01:14:12 Juden als Vorkämpfer der “Liberalisierung”
    01:14:46 Zionistische Agenten in wichtigen Positionen in der Tschechloslowakischen Republik
    01:16:37 Die Journalisten wurden auf ihre Einstellung zu Israel geprüft. Und diejenigen, die den Zionismus und die israelische Aggression verurteilt haben, wurden zu Antisemiten erklärt und entlassen.
    01:23:05 “Zwei Augen um ein Auge. Zwei Russen um einen Juden.”
    01:24:04 Die von den Zionisten kontrollierten Presse, Radio und TV betreiben nicht nur offene antisowjetische Propaganda. Tagein tagaus werden die Gemüter verwirrt.

    Fedot Panteleev

  2. goetzvonberlichingen sagt:

    Anti-Deutsch-Rassistin und ehemalige DDR IM- Anetta Kahane: “Im Osten gibt es zu wenig Menschen, die Minderheiten … … angehören, die schwarz sind!”

    ganz im Sinne der B. Lerner-Spectre..

    Die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anetta Kahane, hat positiv auf den Vorschlag von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann(Die grunen) reagiert, mehr Flüchtlinge im Osten Deutschlands anzusiedeln.
    “Im Osten gibt es gemessen an der Bevölkerung noch immer zu wenig Menschen, die sichtbar Minderheiten angehören, die zum Beispiel schwarz sind”,
    so Kahane. Allerdings sei auch die Unerfahrenheit mit Fremden im Osten größer. Weiterhin warf Kahane dem früheren Bundeskanzler Willy Brandt, der zur Wendezeit den Spruch prägte “Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört”, indirekt Rassismus vor, weil er nur die weißen Deutschen gemeint habe. “Das hat einen nationalistischen Auftrieb ausgelöst”, so Kahane.
    Das ist perfide Dialektik einer Verbrecherin.. ganz auch im Geiste Reich-Ranitzkis,, der Frankfurter Schule..etc.
    ..schreibt ein Kommentator unter dem Video:
    Und jetzt mal Klartext: Eine IM (Inoffizieller MitarbeiterIn) des Ministeriums für Staatssicherheit der früheren DDR (MfS) verstößt gegen die Grundsätze der Menschlichkeit und erfüllt damit einen Ausschlusstatbestand für die Häftlingshilfebescheinigung – wenn er durch seine Tätigkeit die Verhaftung einer Person ermöglicht hat. Für die Ex IM “Victoria” Frau Anetta Kahane gibt es allerdings von der Bundesrepublik Deutschland zweistellige Millionenbeträge, für die unkontrollierte Weiterleitung an selbsternannte Antifaschisten, die nicht mal die “freiheitliche Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland” anerkennen wollen.

  3. . sagt:

    Ach ja ich distanziere mich von den Inhalten des Videos und der Seite auf die es enthalten ist, habe keinen Einfluss auf den Inhalt.

  4. . sagt:

    Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?
    von Immanuel Kant

    AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung. Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil
    der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen hat, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt usw., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperreten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen drohet, wenn sie es versuchen, allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einige mal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeiniglich von allen ferneren Versuchen ab. Es ist also für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit herauszuarbeiten. Er hat sie sogar lieb gewonnen und ist vorderhand wirklich unfähig, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch davon machen ließ. Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernünftigen Gebrauchs oder vielmehr Mißbrauchs seiner Naturgaben, sind die Fußschellen einer immerwährenden Unmündigkeit. Wer sie auch abwürfe, würde dennoch auch über den schmalesten Graben einen nur unsicheren Sprung tun, weil er zu dergleichen freier Bewegung nicht gewöhnt ist. Daher gibt es nur wenige, denen es gelungen ist, durch eigene Bearbeitung ihres Geistes sich aus der Unmündigkeit heraus zu wickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun. Daß aber ein Publikum sich selbst aufkläre, ist eher möglich; ja es ist, wenn man ihm nur Freiheit läßt, beinahe unausbleiblich. Denn da werden sich immer einige Selbstdenkende, sogar unter den eingesetzten Vormündern des großen Haufens finden, welche, nachdem sie das Joch der Unmündigkeit selbst abgeworfen haben, den Geist einer vernünftigen Schätzung des eigenen Werts und des Berufs jedes Menschen, selbst zu denken, um sich verbreiten werden. Besonders ist hiebei: daß das Publikum, welches zuvor von ihnen unter dieses Joch gebracht worden, sie hernach selbst zwingt, darunter zu bleiben, wenn es von einigen seiner Vormünder, die selbst aller Aufklärung unfähig sind, dazu aufgewiegelt worden; so schädlich ist es, Vorurteile zu pflanzen, weil sie sich zuletzt an denen selbst rächen, die oder deren Vorgänger ihre Urheber gewesen sind. Daher kann ein Publikum nur langsam zur Aufklärung gelangen. Durch eine Revolution wird vielleicht wohl ein Abfall von persönlichem Despotismus und gewinnsüchtiger oder herrschsüchtiger Bedrückung, aber niemals wahre Reform der Denkungsart zustande kommen; sondern neue Vorurteile werden, eben sowohl als die alten, zum Leitbande des gedankenlosen großen Haufens dienen. Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; und zwar die unschädlichste unter allem, was nur Freiheit heißen mag, nämlich die: von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen. Nun höre ich aber von allen Seiten rufen: räsonniert nicht! Der Offizier sagt: räsonniert nicht, sondern exerziert! Der Finanzrat: räsonniert nicht, sondern bezahlt! Der Geistliche: räsonniert nicht, sondern glaubt! (Nur ein einziger Herr in der Welt sagt: räsonniert (damit meint er offensichtlich Friedrich den Großen – Anmerkung des Kommentarschreibers), soviel ihr wollt und worüber ihr wollt, aber gehorcht!) Hier ist überall Einschränkung der Freiheit. Welche Einschränkung aber ist der Aufklärung hinderlich, welche nicht, sondern ihr wohl gar beförderlich? – Ich antworte: Der öffentliche Gebrauch seiner Vernunft muß jederzeit frei sein, und der allein kann Aufklärung unter Menschen zustande bringen; der Privatgebrauch derselben aber darf öfters sehr enge eingeschränkt sein, ohne doch darum den Fortschritt der Aufklärung sonderlich zu hindern. Ich verstehe aber unter dem öffentlichen Gebrauche seiner eigenen Vernunft denjenigen, den jemand als Gelehrter von ihr vor dem ganzen Publikum der Leserwelt macht. (anders ausgedrückt: Jemand, der die Intelligenz und das Wissen besitzt, darf sich öffentlich äußern, um dabei zu helfen, der Wahrheit näher zu kommen, alle anderen sollen in der Öffentlichkeit die Schnauze halten – Anmerkung des Kommentarschreibers). Den Privatgebrauch nenne ich denjenigen, den er in einem gewissen ihm anvertrauten bürgerlichen Posten oder Amte von seiner Vernunft machen darf. Nun ist zu manchen Geschäften, die in das Interesse des gemeinen Wesens laufen, ein gewisser Mechanismus notwendig, vermittelst dessen einige Glieder des gemeinen Wesens sich bloß passiv verhalten müssen, um durch eine künstliche Einhelligkeit von der Regierung zu öffentlichen Zwecken gerichtet oder wenigstens von der Zerstörung dieser Zwecke abgehalten zu werden. Hier ist es nun freilich nicht erlaubt zu räsonnieren; sondern man muß gehorchen (oder anders ausgedrückt, wenn jeder macht, was er will, dann bricht alles zusammen, insofern muss man sich unterordnen – Anmerkung vom Kommentarschreiber). Sofern sich aber dieser Teil der Maschine zugleich als Glied eines ganzen gemeinen Wesens, ja sogar der Weltbürgergesellschaft ansieht, mithin in der Qualität eines Gelehrten, der sich an ein Publikum im eigentlichen Verstande durch Schriften wendet, kann er allerdings räsonnieren, ohne daß dadurch die Geschäfte leiden, zu denen er zum Teile als passives Glied angesetzt ist (anders ausgedrückt, wer Intelligenz und Wissen besitzt, darf generelle Zustände öffentlich kritisieren – Anmerkung des Kommentarschreibers). So würde es sehr verderblich sein, wenn ein Offizier, dem von seinen Oberen etwas anbefohlen wird, im Dienste über die Zweckmäßigkeit oder Nützlichkeit dieses Befehls laut vernünfteln wollte; er muß gehorchen. Es kann ihm aber billigermaßen nicht verwehrt werden, als Gelehrter über die Fehler im Kriegesdienste Anmerkungen zu machen und diese seinem Publikum zur Beurteilung vorzulegen. Der Bürger kann sich nicht weigern, die ihm auferlegten Abgaben zu leisten; sogar kann ein vorwitziger Tadel solcher Auflagen, wenn sie von ihm geleistet werden sollen, als ein Skandal (das allgemeine Widersetzlichkeiten veranlassen könnte) bestraft werden. Ebenderselbe handelt demohngeachtet der Pflicht eines Bürgers nicht entgegen, wenn er als Gelehrter wider die Unschicklichkeit oder auch Ungerechtigkeit solcher Ausschreibungen öffentlich seine Gedanken äußert. Ebenso ist ein Geistlicher verbunden, seinen Katechismusschülern und seiner Gemeinde nach dem Symbol der Kirche, der er dient, seinen Vortrag zu tun, denn er ist auf diese Bedingung angenommen worden. Aber als Gelehrter hat er volle Freiheit, ja sogar den Beruf dazu, alle seine sorgfältig geprüften und wohlmeinenden Gedanken über das Fehlerhafte in jenem Symbol und Vorschläge wegen besserer Einrichtung des Religions- und Kirchenwesens dem Publikum mitzuteilen. Es ist hiebei auch nichts, was dem Gewissen zur Last gelegt werden könnte. Denn was er zufolge seines Amts als Geschäftträger der Kirche lehrt, das stellt er als etwas vor, in Ansehung dessen er nicht freie Gewalt hat, nach eigenem Gutdünken zu lehren, sondern das er nach Vorschrift und im Namen eines andern vorzutragen angestellt ist. Er wird sagen: unsere Kirche lehrt dieses oder jenes; das sind die Beweisgründe, deren sie sich bedient. Er zieht alsdann allen praktischen Nutzen für seine Gemeinde aus Satzungen, die er selbst nicht mit voller Überzeugung unterschreiben würde, zu deren Vortrag er sich gleichwohl anheischig machen kann, weil es doch nicht ganz unmöglich ist, daß darin Wahrheit verborgen läge, auf alle Fälle aber wenigstens doch nichts der innern Religion Widersprechendes darin angetroffen wird. Denn glaubte er das letztere darin zu finden, so würde er sein Amt mit Gewissen nicht verwalten können; er müßte es niederlegen. Der Gebrauch also, den ein angestellter Lehrer von seiner Vernunft vor seiner Gemeinde macht, ist bloß ein Privatgebrauch, weil diese immer nur eine häusliche, obzwar noch so große Versammlung ist; und in Ansehung dessen ist er als Priester nicht frei und darf es auch nicht sein, weil er einen fremden Auftrag ausrichtet. Dagegen als Gelehrter, der durch Schriften zum eigentlichen Publikum, nämlich der Welt spricht, mithin der Geistliche im öffentlichen Gebrauche seiner Vernunft, genießt einer uneingeschränkten Freiheit, sich seiner eigenen Vernunft zu bedienen und in seiner eigenen Person zu sprechen. Denn daß die Vormünder des Volks (ingeistlichen Dingen) selbst wieder unmündig sein sollen, ist eine Ungereimtheit, die auf Verewigung der Ungereimtheiten hinausläuft. Aber sollte nicht eine Gesellschaft von Geistlichen, etwa eine Kirchenversammlung oder eine ehrwürdige Classis (wie sie sich unter den Holländern selbst nennt) berechtigt sein, sich eidlich untereinander auf ein gewisses unveränderliches Symbol zu verpflichten, um so eine unaufhörliche Obervormundschaft über jedes ihrer Glieder und vermittelst ihrer über das Volk zu führen und diese so gar zu verewigen? Ich sage: das ist ganz unmöglich. Ein solcher Kontrakt, der auf immer alle weitere Aufklärung vom Menschengeschlechte abzuhalten geschlossen würde, ist schlechterdings null und nichtig; und sollte er auch durch die oberste Gewalt, durch Reichstage und die feierlichsten Friedensschlüsse bestätigt sein. Ein Zeitalter kann sich nicht verbünden und darauf verschwören, das folgende in einen Zustand zu setzen, darin es ihm unmöglich werden muß, seine (vornehmlich so sehr angelegentliche) Erkenntnisse zu erweitern, von Irrtümern zu reinigen und überhaupt in der Aufklärung weiterzuschreiten. Das wäre ein Verbrechen wider die menschliche Natur, deren ursprüngliche Bestimmung gerade in diesem Fortschreiten besteht; und die Nachkommen sind also vollkommen dazu berechtigt, jene Beschlüsse, als unbefugter und frevelhafter Weise genommen, zu verwerfen. Der Probierstein alles dessen, was über ein Volk als Gesetz beschlossen werden kann, liegt in der Frage: ob ein Volk sich selbst wohl ein solches Gesetz auferlegen könnte? Nun wäre dieses wohl, gleichsam in der Erwartung eines bessern, auf eine bestimmte kurze Zeit möglich, um eine gewisse Ordnung einzuführen; indem man es zugleich jedem der Bürger, vornehmlich dem Geistlichen, frei ließe, in der Qualität eines Gelehrten öffentlich, d. i. Durch Schriften, über das Fehlerhafte der dermaligen Einrichtung seine Anmerkungen zu machen, indessen die eingeführte Ordnung noch immer fortdauerte, bis die Einsicht in die Beschaffenheit dieser Sachen öffentlich so weit gekommen und bewähret worden, daß sie durch Vereinigung ihrer Stimmen (wenngleich nicht aller) einen Vorschlag vor den Thron bringen könnte, um diejenigen Gemeinden in Schutz zu nehmen, die sich etwa nach ihren Begriffen der besseren Einsicht zu einer veränderten Religionseinrichtung geeinigt hätten, ohne doch diejenigen zu hindern, die es beim alten wollten bewenden lassen. Aber auf eine beharrliche, von niemanden öffentlich zu bezweifelnde Religionsverfassung auch nur binnen der Lebensdauer eines Menschen sich zu einigen, und dadurch einen Zeitraum in dem Fortgange der Menschheit zur Verbesserung gleichsam zu vernichten und fruchtlos, dadurch aber wohl gar der Nachkommenschaft nachteilig zu machen, ist schlechterdings unerlaubt. Ein Mensch kann zwar für seine Person und auch alsdann nur auf einige Zeit in dem, was ihm zu wissen obliegt, die Aufklärung aufschieben; aber auf sie Verzicht zu tun, es sei für seine Person, mehr aber noch
    für die Nachkommenschaft, heißt die heiligen Rechte der Menschheit verletzen und mit Füßen treten. Was aber nicht einmal ein Volk über sich selbst beschließen darf, das darf noch weniger ein Monarch über das Volk beschließen; denn sein gesetzgebendes Ansehen beruht eben darauf, daß er den gesamten Volkswillen in dem seinigen vereinigt. Wenn er nur darauf sieht, daß alle wahre oder vermeinte Verbesserung mit der bürgerlichen Ordnung zusammen bestehe, so kann er seine Untertanen übrigens nur selbst machen lassen, was sie um ihres Seelenheils willen zu tun nötig finden; das geht ihn nichts an, wohl aber zu verhüten, daß nicht einer den andern gewalttätig hindere, an der Bestimmung und Beförderung desselben nach allem seinen Vermögen zu arbeiten. Es tut selbst seiner Majestät Abbruch, wenn er sich hierin mischt, indem er die Schriften, wodurch seine Untertanen ihre Einsichten ins reine zu bringen suchen, seiner Regierungsaufsicht würdigt, sowohl wenn er dieses aus eigener höchsten Einsicht tut, wo er sich dem Vorwurfe aussetzt: Caesar non est supra grammaticos, als auch und noch weit mehr, wenn er seine oberste Gewalt so weit erniedrigt, den geistlichen Despotismus einiger Tyrannen in seinem Staate gegen seine übrigen Untertanen zu unterstützen. Wenn denn nun gefragt wird: leben wir jetzt in einem aufgeklärten
    Zeitalter? so ist die Antwort: Nein, aber wohl in einem Zeitalter der Aufklärung. Daß die Menschen, wie die Sachen jetzt stehen, im ganzen genommen, schon imstande wären oder darin auch nur ge-
    setzt werden könnten, in Religionsdingen sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines andern sicher und gut zu bedienen, daran fehlt noch sehr viel. Allein, daß jetzt ihnen doch das Feld geöffnet
    wird, sich dahin frei zu bearbeiten und die Hindernisse der allgemeinen Aufklärung oder des Ausganges aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit allmählich weniger werden, davon haben wir doch deutliche Anzeigen. In diesem Betracht ist dieses Zeitalter das Zeitalter der Aufklärung oder das Jahrhundert Friedrichs. Ein Fürst, der es seiner nicht unwürdig findet zu sagen, daß er es für Pflicht halte, in Religionsdingen den Menschen nichts vorzuschreiben, sondern ihnen darin volle Freiheit zu lassen, der also selbst den hochmütigen Namen der Toleranz von sich ablehnt: ist selbst aufgeklärt und verdient von der dankbaren Welt und Nachwelt als derjenige gepriesen zu werden, der zuerst das menschliche Geschlecht der Unmündigkeit, wenigstens von Seiten der Regierung, entschlug und jedem frei ließ, sich in allem, was Gewissensangelegenheit ist, seiner eigenen Vernunft zu bedienen. Unter ihm dürfen verehrungswürdige Geistliche, unbeschadet ihrer Amtspflicht, ihre vom angenommenen Symbol hier oder da abweichenden Urteile und Einsichten in der Qualität der Gelehrten frei und öffentlich der Welt zur Prüfung darlegen; noch mehr aber jeder andere, der durch keine Amtspflicht eingeschränkt ist. Dieser Geist der Freiheit breitet sich auch außerhalb aus, selbst da, wo er mit äußeren Hindernissen einer sich selbst mißverstehenden Regierung zu ringen hat. Denn es leuchtet dieser doch ein Beispiel vor, daß bei Freiheit für die öffentliche Ruhe und Einigkeit des gemeinen Wesens nicht das mindeste zu besorgen sei. Die Menschen arbeiten sich von selbst nach und nach aus der Rohigkeit heraus, wenn man nur nicht absichtlich künstelt, um sie darin zu erhalten. Ich habe den Hauptpunkt der Aufklärung, die des Ausganges der Menschen aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit, vorzüglich in Religionssachen gesetzt, weil in Ansehung der Künste und Wissenschaften unsere Beherrscher kein Interesse haben, den Vormund über ihre Untertanen zu spielen, überdem auch jene Unmündigkeit, so wie die schädlichste, also auch die entehrendste unter allen ist. Aber die Denkungsart eines Staatsoberhaupts, der die erstere begünstigt, geht noch weiter und sieht ein: daß selbst in Ansehung seiner Gesetzgebung es ohne Gefahr sei, seinen Untertanen zu erlauben, von ihrer eigenen Vernunft öffentlichen Gebrauch zu machen und ihre Gedanken über eine bessere Abfassung derselben, sogar mit einer freimütigen Kritik der schon gegebenen, der Welt öffentlich vorzulegen; davon wir ein glänzendes Beispiel haben, wodurch noch kein Monarch demjenigen vorging, welchen wir verehren. Aber auch nur derjenige, der, selbst aufgeklärt, sich nicht vor Schatten fürchtet, zugleich aber ein wohldiszipliniertes zahlreiches Heer zum Bürgen der öffentlichen Ruhe zur Hand hat, – kann das sagen, was ein Freistaat nicht wagen darf: räsonniert, so viel ihr wollt, und worüber ihr wollt; nur gehorcht! So zeigt sich hier ein befremdlicher, nicht erwarteter Gang menschlicher Dinge; so wie auch sonst, wenn man ihn im großen betrachtet, darin fast alles paradox ist. Ein größerer Grad bürgerlicher Freiheit scheint der Freiheit des Geistes des Volks vorteilhaft und setzt ihr doch unübersteigliche Schranken; ein Grad weniger von jener verschafft hingegen diesem Raum, sich nach allem seinen Vermögen auszubreiten. Wenn denn die Natur unter dieser harten Hülle den Keim, für den sie am zärtlichsten sorgt, nämlich den Hang und Beruf zum freien Denken,
    ausgewickelt hat: so wirkt dieser allmählich zurück auf die Sinnesart des Volks (wodurch dieses der
    Freiheit zu handeln nach und nach fähiger wird), und endlich auch sogar auf die Grundsätze der Regierung, die es ihr selbst zuträglich findet, den Menschen, der nun mehr als Maschine ist, seiner Würde gemäß zu behandeln.

    Königsberg in Preußen, den 30. September 1784

    Letzte Anmerkung des Kommentarschreibers:

    Kurz zusammengefasst betrachtet Kant unter Aufklärung das Recht seine Ansichten öffentlich zu verbreiten, vorausgesetzt man ist intelligent, man ist gebildet und man kann selbständig denken, so dass man dazu beitragen kann der Vernunft (oder der objektiven Wahrheit/Gerechtigkeit) zu seinem Rechte zu verhelfen. Kant wäre also ein entschiedener Gegner unserer sog. „Meinungsfreiheit“, die ja auch faktisch überhaupt nicht existiert. Er gestattet es aber natürlich auch jedem anderen Menschen in seiner privaten Umgebung von seinem Verstand Gebrauch zu machen. Das ist natürlich insofern wissenschaftlich korrekt, als dass jeder Idiot und charakterlose Bastard eine Meinung haben kann, aber der Wahrheit können sich nur gebildete Menschen mit gutem Charakter annähern. Leider werden wir zwar von sehr gebildeten, aber charakterlich unqualifizierten Menschen regiert, die uns Deutschen oder sogar der gesamten Menschheit feindlich gegenüber stehen. Das ist das eigentliche Problem in dieser Welt. Sie nutzen ihre überlegene Bildung und Intelligenz dafür ihre eigene Machtposition auszubauen, zu sichern. Um dieses Ziel zu erreichen, schaffen sie ein Klassensystem, verdummen Menschen und machen Dinge, die objektiv schädlich sind für die Menschen, aber alles ist dem Ziel ihrer Machtbesessenheit und der Versklavung der anderen Menschen untergeordnet. Offensichtlich sind sie bereits im Besitz von ausgefeilten Manipulationstechniken. Mit Hilfe von modernen Drogen, Sklavenerziehung und Hypnose, sind sie in der Lage „Maschinenmenschen“ (wie in dem Stummfilmklassiker Metropolis) zu kreieren. Die sie beispielsweise in Pornos einsetzen oder als sog. „Stars“ verkaufen, die wiederum die Massen auf eine negative Weise beeinflussen. Sie wollen vor allen Dingen sämtliche Werte und Wertvorstellungen in den Menschen zerstören. Ein Mensch ohne festen Charakter ist einfach leichter zu hypnotisieren oder sonst wie zu manipulieren. Der Wille fehlt einfach sich zu wehren. Sie nehmen dabei weder Rücksicht auf Menschen noch auf unsere Natur. Sie wollen ficken, wen sie wollen, sie wollen umbringen, wen sie wollen und sie wollen generell machen, was sie wollen. Das geht logischerweise nur, wenn sie die absolute Macht haben. Und genau das ist der Grund dafür, warum unsere Welt so beschissen aussieht. Sie genießen und berauschen sich an ihrer Macht. Oder anders ausgedrückt, wir haben es hier mit einer extrem bösartigen Form von Menschen zu tun, die nur das tun, was gut für sie ist und ihre unmittelbaren Begierden, sie tun weder das, was gut für alle ist noch was objektiv betrachtet, das Richtige wäre. Wenn man sich Platons „Der Staat“ durchliest, dann stellt man einfach fest, dass genau die Sorte Mensch die Macht erhalten hat, die die Macht nicht erhalten dürfte. Macht zu besitzen ist mit einem hohen Maße Verantwortung verbunden. Jemand der über Macht verfügt ist natürlich auch einigem ausgesetzt. Er hat vielleicht die Macht bestimmte Dinge zu tun, die er aber nicht tun darf, weil sie falsch sind. Wenn hier jemand nicht einen extrem außergewöhnlichen Charakter hat, wird er den Verlockungen nicht widerstehen können und er wird zu dem, was die aktuelle Machtelite darstellt.

  5. GvB sagt:

    Die „Deutsche Kolonie“ in Haifa
    Die Ben-Gurion-Straße, früher Karmelstraße, wird heute stilgerecht restauriert. Einst hatten hier deutsche Auswanderer der Tempelgesellschaft, einer christlichen Gemeinschaft aus dem heutigen Baden-Württemberg, ihre erste Kolonie in Palästina gegründet. Im Büro der „German Colony“ plant man nun das „neue Leben in nostalgischer Atmosphäre“. In den wiederaufgebauten Häusern der „Häuslebauer“ soll ein Zentrum für Kommunikation, Tourismus und Kunst entstehen. Wandert man in den Ruinen der Templerbauten umher sieht man Bürgerhäuser, die große Schule, überall noch erkennbar die frommen Sprüche in altdeutscher Schrift an den Wänden. „Bis hierher hat der Herr geholfen“ steht an einer Wand.

    Das Jahr 1868. Einige hundert einfache protestantische Bauern aus dem Königreich Württemberg hatten all ihr Hab und Gut verkauft, den beweglichen Besitz auf hölzerne Wagen geladen und waren mit dem Schiff über Genua nach Palästina gefahren, um sich im „gelobten Land“ anzusiedeln. Sie gehörten der Tempelgesellschaft an, einer kleinen christlichen Glaubensgemeinschaft, die 1950 in Ludwigsburg gegründet wurde. Am 30. Oktober kletterten Männer, Frauen und Kinder im Hafen von Haifa an Land. Im Sultanat Palästina hieß sie niemand willkommen. Die islamischen Türken fürchteten, die protestantischen „Franken“ würden nun zu Tausenden einwandern, ihr christlicher Glaube den islamischen verdrängen.

    Aber diese Schwaben brachten die protestantischen Tugenden und das moderne Wirtschaften ins Land und bauten erstmals ein funktionierendes Verkehrswesen auf – beginnend mit dem Bau der Straße von Haifa nach Nazareth und einem regelmäßigen Kutschendienst für die Pilger. Und sie führten eine Landwirtschaft ein, die nicht nur den Bedarf der Bevölkerung deckte, sondern lohnenden Export ermöglichte. Schwaben bauten die Bahnlinie von Haifa nach Dar’a mit Anschluss an die Hedschasbahn und Damaskus, sie pflanzten unzählige Eukalyptusbäume zur Trockenlegung der Malariasümpfe, die noch heute stehen.

    Erst jubeln sie dem Kaiser zu, dann dem Führer

    1871 siedelten sie sich in Sarona am Yarkon-Fluss an, den die Deutschen Audsche nannten. Heute ist es ein Stadtteil von Tel Aviv. Hier wurde großflächig Wein angebaut, es gab Keltereien, Brennereien und eine Sektfabrik, die Gebäude sind noch heute zu sehen. Sunny Trace, Jaffa Gold, Sarona Rot, Perle von Jericho, Hoffnung der Kreuzfahrer – das waren gute Tropfen von den deutschen Weinbauern-Genossenschaften. 1903 weihten die Templer die 800 Hektar große Kolonie Wilhelma ein und gründeten eine Ackerbauschule, ein Gymnasium, bohrten Brunnen. 1906 entstand beim Araberdorf Beit-Lehem die „Tempelkolonie Betlehem“, wo vor allem Viehzucht betrieben wurde. Wenige Jahre später gründeten sie die große Kolonie Waldheim. Sie alle existieren noch heute.
    Ein heutiger jüd. Einwohner berichtet:
    „Die Templer? Richtig hartnäckige Believer waren das, Gläubige, gut organisiert. Mit ihrem Geld haben sie ausprobiert, was hier in der Landwirtschaft möglich ist.

    >Die ersten jüdischen Siedlungen konnten sich ja nicht halten, bis der Baron Rothschild sein Geld hineinsteckte. <
    Die Templer sind ein wichtiger Teil der heutigen Geschichte dieses Landes." 1870 ließen sich hundert Templer in Jaffa nieder. Hier entstand der Name Jaffa-Orange. Später zog man in das Wohnviertel Walhalla um und baute die größte Maschinenfabrik des Landes. 1909 wurde Tel Aviv gegründet, und die Deutschen halfen beim Aufbau der ersten jüdischen Siedlungen. Die jüdischen Neubauern hatten keine Ahnung von Geflügel und baten die Deutschen um Hilfe.
    (Ach nee..)
    Dann kam der Erste Weltkrieg. Annähernd 2000 Deutsche in Palästina gerieten in seine Wirren, kämpften mit, verloren. 1917 verließen die Türken das Land. 1920 begann das Britische Mandat, die Tempelkolonien blühten. Die Nachfrage nach deutschen Weinen und Orangen stieg. Wie einst dem Kaiser jubelten nun aber viele Templer dem Führer zu. 1939 wurden die wehrhaften Männer in Lagern der Briten interniert. Die britische Mandatsregierung legte Stacheldraht um Sarona, enteignete die Kolonien, verkaufte das Land. 1941 wurden viele Templer nach Australien, in das Lager Tatura in Victoria, gebracht. 1948 verließen die letzten Häuslebauer ihre Heimat an Bord des Dampfers "Empire Comfort" in Richtung Zypern. Doch Israel hat seine Templer nicht vergessen, ihnen später Entschädigungen gezahlt.(Oh ..stimmt das?)
    Auszug:
    http://www.spiegel.de/einestages/deutsche-emigranten-in-palaestina-a-950043.html

  6. GvB sagt:

    Palaestina…

    „Ein kurzer Abriss der Geschichte Israels

    Vor 1882 lebten in Palästina >>nur etwa 4 bis 5 000 Juden in einigen wenigen Gemeinden – meist ortodoxe Pilger, die in geweihter Erde bestattet werden wollten. 1882 gab es eine erste Einwanderungswelle aus Rumänien und Russland, so daß die Zahl der dort lebenden Juden auf 40 000 stieg. Sie flohen größtenteils vor der russischen Judenverfolgung nach dem terroristischen Anschlag auf Zar Alexander II, an dem auch ein Jude beteiligt war. Wirtschaftlich konnten die meisten von ihnen in Palästina durch die Zahlungen des Bankhauses Rothschild u.a. überleben; viele Söhne konnten im Ausland z.B. Argrarwissenschaften studieren. Der jüdische Bevölkerungsanteil betrug vor der Jahrhundertwende in Palästina nicht einmal 10% der Gesamtbevölkerung.

    Zwischen 1904 und 1914 drängten weitere 40 000 jüdische Siedler nach Palästina, in der Mehrheit Sozialisten und Anarchisten. Sie gründeten Kibbuzime, um nach sozialistischen oder anarchistischen Prinzipien zu leben. Aufgrund der Überfälle durch Banditen und durch die Schwäche der türkischen Polizei in diesem vernachlässigtem Landstrich entstanden Bürgerwehren, genannt „Haschomer“. Diese arbeiteten mit Arabern zusammen und schützten z.T. auch den Besitz der Araber gegen die Banditen.

    Einige Juden um den Agrarökonomen Aaronsohn, Sohn eines rumänischen Siedlers der ersten Einwanderungswelle nach Palästina, waren mit der neutralen Haltung des zionistischen Weltkongresses zum Krieg bei Ausbruch des 1. Weltkrieges unzufrieden; sie wünschen sich, eher unter den Engländern als unter den Türken in Palästina zu leben. Das Osmanische Reich trat an der Seite des Deutschen Kaiserreiches gegen Großbritanien in den 1. Weltkrieg ein. Aaronsohn gründete 1914 die Spionagegruppe „Nili“, die den Engländern Informationen über türkische Truppenbewegungen zuspielte, so daß diese gegen die Türken militärisch erfolgreich vorgehen konnten.

    Doch die Gruppe flog auf, noch bevor die „Haschomer“ Gelegenheit erhielten, die Gruppe, um Repressionen gegen Juden und jüdische Siedlungen zu vermeiden, selber auszuschalten. Über Nacht galten Juden plötzlich als „Landesverräter“ im Osmanischen Reich. Ganze Dörfer und Siedlungen wurden aus Palästina in die Wüsten Syriens und Anatoliens verschleppt, hunderte starben unter der Folter der türkischen Geheimpolizei.

    Als die Engländer 1918 Palästina eroberten, lebten noch ca. 55 000 Juden in Palästina, von Hunger und Verfolgung geschwächt. 1917 sprach sich die britische Regierung(Rothschild, Churchill) gestärkt durch die Spionagetätigkeit der „Nili“, für einen jüdischen Staat in Palästina aus und bekam Palästina 1920 als britisches Mandatsgebiet zugesprochen.

    Im selben Jahr wurden vom jüdischen Aufbaufond große Ländereien aufgekauft und die dort ansässigen arabischen Pächter vertrieben, um den jetzt sprunghaft steigenden Zahlen jüdischer Einwanderer Land geben zu können. Die arabischen Pächter wurden so zu Hilfsarbeitern und Tagelöhnern im eigenen Land. 1920 kommt es zu ersten Feindseligkeiten und Aufständen, die schnell auf ganz Palästina übergreifen. Gegen diesen und weitere Aufstände der deklassierten und vertriebenen Araber entstand 1920 die „Haganah“, die 1936 schließlich von den Engländern mit modernen Waffen ausgerüstet und militärisch geschult wurde, um gegen den verzweifelten Kampf der Araber gegen Vertreibung, wirtschaftliche Deklassierung und Verarmung vorgehen zu können. Tausende von Palästinensern, meist Christen, verlassen Palästina, in der Hoffnung auf ein besseres Leben z.B. in den USA.

    In den folgenden Jahren – insbesondere nach der durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges gescheiterten Zusammenarbeit zwischen der „Shay“, dem Geheimdienst der Haganah und den Nazionalsozialisten zur Zwangsumsiedlung aller 600 000 deutschen Juden nach Palästina – spaltete sich die Jewish Agency und ihre Haganah. Die Gemässigten arbeiteten mit den Engländern zusammen und suchten nach einer Lösung des Konfliktes mit den Arabern, die radikale Rechte dagegen gründete die Haganah B, aus der die „Irgun“ hervorging. Diese suchte die Engländer zu täuschen, um weiter tausende illegaler Einwanderer ins Land zu holen und war im Notfall bereit, auch mit Waffengewalt gegen die Behörden vorzugehen. Ihre Hauptaufgabe lag jedoch darin, für Anschläge radikaler Araber blutiger Rache an arabischen Zivilisten zu nehmen. Um Jabotinsky spaltete sich schließlich eine weitere zionistische Terror-organisation ab, die mit Bombenattentaten und Waffengewalt gegen Engländer und Araber vorging, um beide einzuschüchtern oder aus Palästina zu vertreiben. Es wurde dazu aufgerufen, Araber und Engländer zu töten, weil es Engländer oder Araber waren.

    Noch heute berichten Mitglieder der Irgun oder Ezel begeistert davon, daß z.B. fünf durch Araber verletzte oder getötete Siedler durch die wahllose Ermordung von 10 Arabern in der Altstadt von Hebron gerächt wurde – eine Vorgehensweise, die bei Licht betrachtet sich nicht gerade von den Geiselerschiessungen der Wehrmacht in Italien oder im besetzten Frankreich als Antwort auf die Anschläge der Resistance unterscheidet. Im Unterschied jedoch zu den deutschen Offizieren, die solche Erschießungen durchführten, hat sich kein Irgun-Verantwortlicher jemals vor einem Gericht für diese menschenverachtenden Fememorde verantworten müssen.

    Itzhak Shamir war langjähriges Mitglied der Janotinsky-Stern-Terrorgruppe und für zahlreiche Morde an einem UNO-Beauftragten, Engländern und Arabern verantwortlich. Begin war für die Sprengung des britischen Hauptquatieres und den Tod von 92 Menschen verantwortlich. Statt als Angeklagte vor Gericht zu landen wurden diese Männer zu langjährigen gefeierten Politikern in Israel. Der Terror blieb lange noch ein akzeptiertes Mittel israelischer Politik: Nach der Gründung des Staates Israel trat der militärische Geheimdienst „Aman“ noch Mitte der fünfziger Jahre mit einer Anschlagserie von Bombenattentaten in Ägypten hervor, die seinerzeit die Engländer davon abhalten sollten, den Ägyptern die Verwaltung des Sueskanales zu überlassen – Ägypten sollte als Krisenherd erscheinen, nicht fähig, gegen die islamische Opposition im eigenen Land vorzugehen.

    Deshalb gibt es heute in Israel ein Problem der verdrängten eigenen Schuld und der fehlenden Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte im Umgang mit den israelischen Arabern und den Palästinensern. Ebenso wenig wie in (West-)Deutschland in den fünfziger Jahren mag man Die „Helden“ des Krieges, aus dem der Staat Israel hervorging, sind auch Verbrecher gegen die Menschlichkeit – die die Israelis den Palästinensern und arabischen Israelis in den letzten 70 Jahren zugefügt haben.“

    siehe auch Palästina-Bilder von der vor-israel.besetzten Zeit.
    http://www.palaestinabilder.de/index.php?option=com_joomgallery&func=viewcategory&catid=2&Itemid=53

  7. GvB sagt:

    Am 14. Mai 1948 kam es zur Staatsgründung des heutigen Israel, das bis heute die Gründung eines unabhängigen und lebensfähigen Staates Palästina mit vielerlei Mitteln verhindert, nicht zuletzt durch die andauernde völkerrechtwidrige Besiedlung der besetzten Gebiete.

    Das zum größten Teil von Muslimen bewohnte Palästina wurde im Zuge der ethnische Säuberung Palästinas entvölkert und es kam zur Zionistische Vernichtungen palästinensischer Ortschaften.

    Während für die Mehrheit der in der UN organisierten Staaten die Staatsgrenze Israels in den Grenzen von 1967 verlaufen sollte, akzeptiert Israel diese Regelung nicht und besiedelt die besetzten Gebiete unaufhörlich. Millionen von Flüchtlingen nichtjüdischen Glaubens können nicht in ihre Heimat Palästina zurück, während nach wie vor Menschen jüdischen Glaubens aus aller Welt problemlos einwandern können, auch in Siedlungen in den besetzten Gebieten.

    Manche jüdische Geistliche und Teile der zionistischen Bewegung beanspruchen das biblische Land „Erez Israel“ als unveräußerliches Recht des jüdischen Volkes, wobei in der Ansicht mancher Außenstehender nicht die Religion des Judentums, sondern ein völkisches Denken im Vordergrund steht. Da jenes beanspruchte Gebiet bis zum Euphrat reicht, erhalten die von vielen Muslimen als moderne Kolonialkriege betrachteten Konflikte um den Irak zusätzliche Brisanz.

    Manche muslimische Gelehrte sehen in der aktuellen Situation die Prophezeiung einer Ayat aus dem Heiligen Qur’an erfüllt.

    „Und Wir hatten den Kindern Israels in der Schrift klargelegt: „Siehe, ihr werdet gewisslich zweimal im Land Verderben anstiften, und ihr werdet gewisslich unmäßig hoffärtig und herrisch werden.“ (Heiliger Qur’an 17:4)

    Hierbei wird die aktuelle Situation als „zweites Mal“ angesehen.

    So ist der Konflikt um Palästina mehr als jeder andere Konflikt, neben strategischen, wirtschaftlichen und politischen Interessen auch auch von religiösen Interessen auf allen beteiligten Seiten geprägt, zumal auch die Heiligsten Stätten aller drei monotheistischen Religionen im historischen Palästina liegen, wie unter anderem Jerusalem, Bethlehem, Hebron und zahlreiche weitere Orte.

    Zur Befreiung Palästinas wurde der jährliche Internationaler Tag von Quds (Quds-Tag) ausgerufen.

    http://www.eslam.de/begriffe/p/palaestina.htm
    Palaestina um 1878

  8. . sagt:

    Noch etwas Interessantes zum Thema Pythagoreer:

    Thales von Milet war ein Pythagoreer und studierte ebenfalls in Ägypten Geometrie, genau wie Pythagoras. Er soll Folgendes gesagt haben (Quelle: Wikipedia!):

    „Er soll behauptet haben, dem Schicksal für drei Dinge dankbar zu sein: dass er geboren sei 1. als Mensch und nicht als Tier, 2. als Mann und nicht als Frau, 3. als Grieche und nicht als Nichtgrieche.“
    – Diogenes Laertios: Über Leben und Lehren berühmter Philosophen I,33

    Ist das nicht interesant?

    Laut mir leider nicht verifizierbaren Quellen, weil ich nicht im Besitz des Talmudes bin, was ich bald ändern werde, müssen Juden etwas Ähnliches beten (jeden Tag):

    „Gelobt sei Gott, daß er mich nicht zu einem Nichtjuden gemacht hat, daß er mich nicht zu einem Weib gemacht hat und daß er mich nicht zu einem Unwissenden gemacht hat.“

    Wenn das so stimmt, ist das wieder einmal eine merkwürdige Analogie. Ich habe mir diverse Reden des Chefrabbis der sephardischen Juden Rabbi Kin auf Youtube angesehen und er hat eine sehr große Affinität zu altgriechischem Wissen. Beispielsweise die altgriechische Sichtweise, dass die Welt aus den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Äther (Geist) aufgebaut ist, daraus resultiert sogar eine medizinische Sichtweise, die RAbbi Kin erstaunlicherweise scheinbar als richtig empfindet. Aber gut, so weit ich weiß, kamen die Hebräer unter die Herrschaft der Griechen und mussten sich mit deren Kultur auseinandersetzen. Möglich, dass sie vieles von den Griechen übernommen haben.

    Ich weiß, es nicht, aber es ist ein interessanter Zusammenhang, wenn es richtig ist.

    Was ich noch mal erwähnen wollte, Gebete sind im Prinzip nichts anderes als das Bemühen per Gedankenkraft die Wirklichkeit zu manipulieren. Und das ist wiederum nichts anderes als „Magie“. Wie ich bereits einmal gesagt habe, Gedanken haben eine Auswirkung auf diese Welt. Man kann damit alleine nicht die Welt ändern, aber ich persönlich habe den Eindruck, dass alles miteinander verbunden ist, auf eine uns bewusst nicht zugänglichen Ebene, die aber unser Unterbewusstsein oder höheres Bewusstsein registrieren kann. Damit können wir also Menschen beeinflussen oder uns selbst. Einfach dadurch, indem wir DENKEN.

    Soweit ich informiert bin, beten Juden jeden Tag irgendwas. Es gibt ein Morgendgebet, ein Abendgebet usw. Wenn einige Millionen Menschen das Gleiche denken / beten ist das eine starke telepathische Energie. Das wollte ich nur anmerken, ob euch das bewusst ist oder nicht, aber es ist so. Die alten Griechen waren superintelligent und haben sich über die Natur sehr intelligente Gedanken gemacht. Ein heutiger Physiker muss oder sollte sich auch mit den Philosophen der alten Griechen beschäftigen. Ich denke, dass unsere moderne Physik in einem hohen Maße von den alten Griechen beeinflusst ist. Und diese Leute haben sich auch darüber Gedanken gemacht wie die Welt aufgebaut sein muss, dass es ein Schöpferbewusstsein geben muss usw. Viele dieser GEdankengänge sind rein logisch, mathematisch korrekt und damit für jeden nachvollziehbar.

    Eigentlich wäre es notwendig, dass sich jeder damit beschäftigen muss. Wir werden aber in der Tat von diesem Wissen abgeschirmt. Es wird als Geheimwissen bezeichnet oder Ähnliches. Es sind Elemente, mit denen man sich auseinandersetzen sollte. Aber ich nehme an, dass ihr das als Feinde meines volkes und der gesamten Menschheit bereits alles wisst.

    • . sagt:

      Gut offenfsichtlich gibts 5 Elemente. Ich hab Erde vergessen.

    • edwige sagt:

      Stichwort Quantenphysik.
      Oder banales Beispiel aus der „Praxis“:
      Schneefahrbahn, ca. vier Uhr früh. Wir nähern uns mit dem Auto einer Straßengabelung, dazwischen ein Wegweiser. Obwohl wir im Schleichgang unterwegs waren, sehe ich vor meinem inneren Auge, daß mein Mann diesen Wegweiser niedermähen wird, was dann auch prompt geschah. Als ich ihm von meiner „Vision“ erzählt habe, hat er doch tatsächlich MICH dafür verantwortlich gemacht.

    • UBasser sagt:

      Ein sehr guter Kommentar, E.
      Bis auf den letzten Satz!
      Ja, ich denke es im Grunde genau so. Wie oft habe ich mir schon sagen lassen, daß ich ein unverbesserlicher Optimist sei – und wenn ich in mich gehe, sehe ich nur einen einfachen Optimisten, der auch mal Zweifel hat. Aber genau dann – und meist nur in diesen Fällen – geht es schief, was ich vor hab.

      • edwige sagt:

        Noch eine kleine Geschichte: Jemand hat mir vor kurzem von seinen Abenteuern im Outback erzählt. Er ist mit seiner Freundin, um sich kurz zu erfrischen, in ein Gewässer gestiegen, auf dessen gegenüberliegendem Ufer sich die Krokodile sonnten und ab und an eines leise ins Wasser glitt. Er kann das heute nicht verstehen, wie sie so leichtsinnig haben sein können. Ich habe gesagt: „Ihr habt es nur diesem Leichtsinn zu verdanken, daß ihr nicht attakiert wurdet.“ Das hat er allerdings auch nicht verstanden.

        Ist Leichtsinn nicht ein erstrebenswerter „Zustand“ und ein schönes Wort dazu? Urvertrauen.
        Diejenigen, die das jetzt blöd oder provokant finden, haben nur Angst vor Kontrollverlust. Aber niemand kann immer und alles kontrollieren. Nicht mal unsere Widersacher!

  9. goetzvonberlichingen sagt:

    Schweden am Abgrund.
    “Flüchtlingskinder” fallen in Schweden ein

    von Ingrid Carlqvist
    24. Juli 2015

    …die Zahl der Kinder, die Asyl suchen, ist in den letzten zehn Jahren explodiert. Es wird angenommen, dass die Gründe dafür darin liegen, dass Kindern viel schneller Asyl gewährt wird als Erwachsenen und dass Schweden das Alter dieser “Kinder” nicht überprüft. Flüchtlingen wird außerdem erlaubt ihre gesamte Familie nach Schweden zu holen, sobald sie die Aufenthaltsgenehmigung haben.

    Schwedische Journalisten tun alles in ihrer Macht stehende, um dieses Bild der “Flüchtlingskinder” aufrechtzuerhalten.

    Ich riskiere meinen Job damit, dass ich euch das erzähle. … Viele von uns sind vom Staat dazu verpflichtet zu schweigen. Es ist z.B. berufliches Fehlverhalten die Einreisebehörden mit Informationen über jemanden zu kontaktieren, der auf seinem Asylantrag lügt. – “Isak”, ein Angestellter in einer Einrichtung für unbegleitete Kinder.

    In den letzten Jahren haben gewalttätige Vorfälle in den Heimen, in denen die “Kinder” leben, Überhand genommen.

    Die unbegleiteten Flüchtlingskinder sind die nächste große Millionen-Dollar-Industrie in Schweden. Mit Durchschnittskosten von 2.000 Kronen (gut 200 Euro) pro Kind und Tag kosteten die 7.000 Flüchtlings-“Kinder”, die letztes Jahr nach Schweden kamen, 5,1 Milliarden Kronen (fast 550 Millionen Euro).
    weiterlesen bitte hier:
    Quelle:
    http://de.gatestoneinstitute.org/6220/fluechtlingskinder-schweden

  10. . sagt:

    Das Streben des Menschen geht auf seine eigene Glückseligkeit, diese ist sein höchstes Gut; „Tugend“ ist die Tüchtigkeit, sich selber die Glückseligkeit zu
    schaffen ; die Glückseligkeit wird dem Menschen durch eigene Thätigkeit
    zu Theil; wenn auch gewisse Umstände, wie
    äusserer Besitz, langes Leben, Gesundheit, wohlgebildeter Körper,
    edle Abstammung, Besitz von Freunden und Kindern diese Glückseligkeit stützen, und andere Umstände, wie Armuth, Missgeschick
    u. a., sie beeinträchtigen, so hängt doch im Kern die Glückseligkeit von der eigenen Thätigkeit des Menschen ab; niemals kann z. B. äusseres Missgeschick allein den Menschen elend machen.
    Ist aber die Glückseligkeit der Zweck des menschlichen Strebens,
    so wurzelt sie nach Aristoteles selbstverständlich in der „Natur“
    des Menschen, und so muss die bewusste Thätigkeit des Menschen,
    durch welche sich seine „Natur“ selber „verwirklicht“, zugleich
    auch die zweckmässige Thätigkeit zur Erlangung der Glückseligkeit sein. Die eigenste „Natur“, das eigentliche „Wesen“ oder die
    eigentliche „Form“ des Menschen ist aber die Vernunft, denn durch
    sie als spezifische Differenz ist der Mensch eine besondere Art
    gegenüber Thier und Pflanze. In der Vernunftthätigkeit muss,
    da ja in ihr allein die Glückseligkeit des Menschen gegründet sein
    kann, das richtige (zweckmässige) Leben des nach Glückseligkeit
    strebenden Menschen bestehen. Aristoteles kennt nun zweierlei
    Vernunftthätigkeit, die eine hat das Wissen, die andere das Handeln im Auge; jene ist reines Denken, diese mit dem Begehren
    verknüpftes Denken d. h. Wollen. Da nun natürlich die Glückseligkeit eine um so grössere ist, je reiner die Vernunftthätigkeit
    zur Geltung kommt, so gilt als höchste Tüchtigkeit oder Tugend
    des Menschen die wissenschaftliche, Aristoteles nennt sie „dianoetische“ ; in ihr wird dem Menschen die vollkommenste Glückseligkeit zu Theil. Aber auch in der Tüchtigkeit
    des Menschen als wollenden Wesens, die Aristoteles „ethische“ d. i. Charactertüchtigkeit nennt, ist Glückseligkeit
    gewährleistet; letztere Tugend besteht in einer „dauernden Beschaffenheit“ des Menschen, in welcher die vernünftige Einsicht das bestimmende und leitende Moment ist, in welcher also
    der frei wählende Mensch immer zu solcher Thätigkeit sich entschliesst,
    welche die Vernunft dem Einsichtigen als die zweckmässige d. h. die Glückseligkeit gewährende angiebt. Solch
    „ethische“ Tugend ist allerdings, wie ja die Einsicht auch, von
    jedem Menschen erst zu erringen; keiner hat sie von vorneherein,
    wenngleich ein Jeder die Möglichkeit, die Anlage zu ihr, in sich
    trägt. Aber aus der Einsicht in das Gute (das die Glückseligkeit
    in sich bergende Thätigsein) kann diese Tugend nicht wie Sokrates wollte, erspriessen, denn das Wollen, mit dem sie ja zu tun hat, ist freies Wählen und Sichentscheiden des Menschen
    zwischen dem Guten und dem Schlechten (dem die Glückseligkeit
    nicht in sich bergenden Thätigsein), und im Besonderen Abweisen
    und Niederhalten des „unvernünftigen“, nicht auf Denken, sondern
    auf die Einzelwahrnehmung und deren natürliche Folgen gegründeten, blossen Begehrens. Aber diese Entscheidung ist
    nicht erst durch die Einsicht begründet, sondern auch schon vor
    ihr da, indem sie im Anfang der menschlichen Entwicklung ohne die
    Hülfe der Einsicht geschieht, und zwar zum Guten ebensowohl wie
    zum Schlechten: dies gilt gegen Sokrates, der von seiner Gleichung aus behauptete, Niemand thue freiwillig Schlechtes.
    Die „Freiwilligkeit“ des Handelns ist nach Aristoteles überhaupt
    das unterscheidende Merkmal des praktischen Verhaltens des
    Menschen gegenüber dem theoretischen. Die ethische Tugend
    wird demgemäss auch nicht, wie Sokrates und im Grunde noch
    Platon lehrte, durch Unterricht gewonnen, sondern durch Hebung
    in sittlichem Thun, welche das in jedem solchen Thun wirkende
    Wollen erstarken lässt und schliesslich die dauernde Beschaffenheit
    des Menschen, sittlich zu handeln, d. h. die ethische Tugend schafft;
    daher das Wort des Aristoteles, die Sittlichkeit stamme aus der
    Sitte. Wer diese Tugend besitzt, hat allerdings
    auch die Einsicht in das Gute gewonnen, so dass die letztere in
    der That sich dann später als das leitende Moment des sittlichen
    Lebens geltend macht; diese Einsicht ist jedoch dem Einzelnen
    auch nur möglich auf Grund seines, vorher schon in der Uebungszeit
    das Gute bietenden Wollens. Die Erfahrung des Handelnden
    nämlich, dass die eine Thätigkeit gut (Glückseligkeit in sich bergend), die andere aber schlecht sei, führt überhaupt erst die Einsicht in das Gute herbei und bringt es, je mehr sie sich erweitert,
    zu immer klarerer Einsicht. In Folge solcher erfahrungsmässig,
    auf Grund des thätigen Willens gewonnenen Einsicht lässt sich
    nun nach Aristoteles behaupten, dass sittliches Thun sich immer
    als ein solches zeigt, welches die richtige Mitte hält zwischen einem
    Zuviel und Zuwenig; der sittlich Tüchtige (Tugendhafte) ist immer
    z. B. tapfer und weder tollkühn noch feige, er ist freigebig und
    weder verschwenderisch noch geizig u. s. f.

    Zitat aus „Grundriss der Geschichte der Philosophie“ von Dr. Rehmke

  11. Arkturus sagt:

    Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.

  12. neuesdeutschesreich sagt:

    Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

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