Morbus ignorantia – Die Krankheit Unwissen

"Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft und wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit." – George Orwell

US-Regierung knöpft sich Drohnenpiloten vor, die Kritik geäußert haben


Von J. D. Heyes

Dass die US-Regierung rachsüchtig ist, dürfte wohl niemanden mehr überraschen. Das bekommen jetzt auch vier ehemalige Drohnenpiloten der US Air Force zu spüren, die sich öffentlich gegen Amerikas Drohnenkrieg ausgesprochen haben.

drohnen

Wie die Anwältin der vier Veteranen, die Menschenrechtsexpertin Jesselyn Radack, am 21. November twitterte, wurden den Soldaten in den vergangenen Tagen die Kreditkarten gesperrt und die Bankkonten eingefroren. Das berichten The Daily Sheeple und Democracy Now. Es handelt sich offenbar um einen unverhohlenen Vergeltungsakt des Staates.

Zuvor war bereits die Mutter von Brandon Bryant, einem der Piloten, Opfer eines Vergeltungsakts geworden. Bryant hatte gerade vor dem Deutschen Bundestag eine Aussage zum amerikanischen Drohnenprogramm gemacht und dabei die US-Regierung scharf angegriffen, da tauchten zwei Offiziere der Air Force bei Bryants Mutter in Missoula im Bundesstaat Montana auf. Sie stehe auf der »Abschussliste« des IS, erklärten die Offiziere der Frau. So meldete es Newsweek.

Weiter heißt es in dem Newsweek-Bericht:

»Bryant, inzwischen ein lautstarker Kritiker des amerikanischen Drohnenprogramms, verließ die Luftwaffe, nachdem er einen Moment moralischer Klarheit hatte, wie er es nennt. Einem Untersuchungsausschuss des Bundestags sagte er vor einer Woche: Wir jagten gerade Anwar al-Awlaki, einen amerikanischen Staatsbürger. Ich erkannte plötzlich, dass ich mit meinen Handlungen die amerikanische Verfassung brach, die ich geschworen hatte zu schützen. Da entschied ich, dass ich aus dem Drohnenprogramm raus muss.«

Den Parlamentariern schilderte Bryant, welch zentrale Rolle der amerikanische Militärstützpunkt in Ramstein beim amerikanischen Drohnenprogramm spielt: »Ramstein ist absolut zentral im US-Drohnenprogramm. Alle Informationen und alle Daten laufen über Ramstein. Für alle Operationen weltweit. Auch für die CIA-Einsätze.«

»Befeuert die Hassgefühle«

Dass auf dem in der Nähe von Kaiserslautern gelegenen Stützpunkt das Hightech-Herz von Amerikas Drohnen schlägt, geht auch aus einem streng geheimen Dokument hervor, das The Intercept zugespielt wurde.

»In Ramstein steht eine Satelliten-Relaisstation, dank der die Drohnenpiloten im amerikanischen Südwesten mit ihren Flugkörpern über dem Jemen, über Somalia, Afghanistan und anderen Zielländern kommunizieren können«, meldete die auf investigative Nachrichten spezialisierte Webseite. »Die streng geheime, auf den Juli 2012 datierte Folienpräsentation erlaubt den bislang detailliertesten Blick auf die technische Architektur, mit deren Hilfe Predator- und Reaper-Drohnen ihre Luftschläge durchführen können.«

Unterdessen ereifern sich Präsident Obama und republikanische Präsidentschaftskandidaten über Donald Trump. Trump hatte gefordert, die Einreisebedingungen für Muslime in die USA dramatisch zu beschneiden oder die Einreise völlig zu verbieten. Aussagen wie diese seien es, die den Hass auf die USA anfachen und dem IS Rekruten zutreiben, so die Kritik.

Die vier ehemaligen Piloten dagegen behaupten, das uneingeschränkte Drohnenprogramm richte viel größeren Schaden an.

Sie haben ihre Gedanken zu Papier gebracht und warnen vor einer Verlängerung des Drohnenkriegs: Das »befeuert die Hassgefühle, die den Terrorismus und Gruppen wie den IS entfachen«. Democracy Now interviewte kürzlich die ehemaligen Piloten und schrieb im Anschluss:

»Sie haben Präsident Obama einen Brief geschrieben. Darin warnen sie, dass das amerikanische Drohnenprogramm einer der verheerendsten Faktoren ist, die den Terrorismus am Leben erhalten. Sie werfen der Regierung vor, zu lügen, was die Effektivität des Drohnenprogramms angeht. Das Programm sei gut darin, Menschen zu töten – nur leider nicht die richtigen.«

Die ehemaligen Piloten sind jetzt ohne Zuhause, pleite und müssen vor Gericht

Ihr Schreiben haben die Piloten auch an Verteidigungsminister Ashton Carter und CIA-Direktor John O. Brennan gerichtet. Wie die Piloten schreiben, seien sie Opfer einer posttraumatischen Belastungsstörung geworden. Das Militär habe sie daraufhin freigestellt und ihnen Ansprüche sowie eine angemessene psychologische Betreuung verweigert. Einige der vier sind nach eigenen Angaben obdachlos, alle vier kämen nur mit Mühe und Not über die Runden.

»Wir wurden Zeugen von grober Verschwendung, Missmanagement und Machtmissbrauch und erlebten mit, wie unsere Staatsführung öffentlich log, was die Effektivität des Drohnenprogramms angeht«, heißt es in dem Schreiben. »Wir können nicht still daneben sitzen und Tragödien wie die Anschläge in Paris mitansehen in dem Wissen, welch verheerende Wirkung das Drohnenprogramm im Ausland und daheim hat. Ein derartiges Schweigen wäre ein Verstoß gegen unseren Eid, die Verfassung zu unterstützen und zu verteidigen.«

Jetzt müssen sie sich vor Gericht verantworten – »gegenüber einer Regierung, die in einer beispiellosen Art und Weise gegen Whistleblower vorgeht«, so Democracy Now.

Den vollständigen Brief können Sie hier lesen.

Die Geschichte der Drohnenpiloten können Sie sich hier anhören.

Quelle: Kopp Info

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Ubasser

9 Antworten zu “US-Regierung knöpft sich Drohnenpiloten vor, die Kritik geäußert haben

  1. GvB 16. Dezember 2015 um 20:51

    Menschenrechte
    Saudischer Blogger Raif Badawi mit Sacharow-Preis ausgezeichnet
    Straßburg – Der inhaftierte saudische Blogger Raif Badawi ist mit dem Sacharow-Preis des EU-Parlaments «für die geistige Freiheit» ausgezeichnet worden. Seine Ehefrau Ensaf Haidar nahm die Ehrung am Mittwoch in Strassburg für ihren Mann entgegen.***

    Ist soweit OK.. wenn im Westen Meinungsfreiheit auch der Norm entsprechen würde!

    Kritik in Saudi Arabien.. dem Wahabiten-Sharia-Kopf-ab-Land
    und die Heuchler im „Westen“.. VSA, UNO, BRD, Frankreich usw.
    Der Westen macht grosse Geschäfte mit Saudi Arabien(und Katar etc.)

    Ist Meinungsfreiheit teilbar? Nein!..aber es wird so gemacht.Man wandert auch ins Gefängnis.. wenn auch ohne Stockschläge… ein Bein kann man aber jedoch verlieren..
    Siehe in der BRD..Horst Mahler, Gerhard Ittner, Syliva Stolz..und Frau Ursula Haverbeck.

    Saudi Arabien..wie also auch der „Westen“.. sind faschistod!
    Die Merkel-„Republik“ ist somit (solange das nicht geändert wird..) genauso ein Unrechtsland wie Saudi-Arabien, VSA, Frankreich und andere..
    Ist das Menschenrecht teilbar? Nein..aber es wird so gemacht: Siehe Guantanamo, GAZA-Gefängnis usw.
    und..
    Saudi-Arabiens Botschafter bei der UNO in Genf ist nun Vorsitzender des UN-Menschenrechtsrats.
    Perverser gehts nicht

    ***
    http://www.blick.ch/news/ausland/menschenrechte-saudischer-blogger-raif-badawi-mit-sacharow-preis-ausgezeichnet-id4469471.html

    Meinungsfreiheit ist unteilbar! Wer das nicht macht- ist weder demokratisch noch freiheitlich etc. zu nennen.
    Heute gibt es das „Delikt“ Meinungsverbrechen.. wie im Orwells NWO…

  2. GvB 16. Dezember 2015 um 19:58

    „Abrechnung mit Afghanistan“.. bzw. der Dummheit der VSA, der Sowjets und Bundeswehrstrategen bzw. der polit. “Führung” der BRD

    Wenn man bedenkt, das auch Afganistan in einen 30-ig-Jährigen Krieg involviert, ja hineingezogen wurde..
    VSA und vorher die Kolonialen Briten mit ihre Privatarmee haben das Land immer als strategisches Aufmarschgebiet betrachtet.und als Rohstofflieferant benutzt: Opium, seltene Erden und Edelsteine..
    Mit den Taliban(Paschtunen!) wollten die VSA nie reden.. sonst wäre der Krieg schon wenige Jahre nach dem Beginn beendet worden..
    (Stichwort: Ölpipline durch Afghanenland)

    07.08.2014

    Der Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan wird 2014 vollzogen sein.
    >DAS IST SCHON WIEDER ÜBERHOLT: USA und BRD-BW und andere werden BLEIBEN!

    Über 3000 Soldaten verloren ihr Leben. Die ISAF hinterlässt ein Land am Rande des Bürgerkriegs. Um das verworrene Netz dieses Krieges zu entwirren, sprechen wir mit den Protagonisten des langen Konfliktes, u.a. mit CIA-Agenten, Taliban und Zivilisten. Was hat der Einsatz gebracht? Wie sieht Afghanistans Zukunft aus?
    ……..
    Afghanistan ist ein BINNENLAND ohne Meer-oder Flüsse-Zugang…mit vielen Nachbarn. Die Versorgung mit allem geht über die Nachbarstaaten vor allem Pakistan und das Tor nach Indien: Den Kaiberpass.
    ..und sehr teuer auch über den Luftweg.. vor allem militär. Material..sowie die OPIUM-Connection.. das VS-afghanische Armee-und Geldwäscherkartell.
    Keine gute Aussichten für die zukunft. Der “Westen” wird es niemals schaffen Afghanistan zu befrieden..
    Alexander d. Grosse, die Muselmanen(Khane, Mongolen ), die Engländer u. Sowjets haben es alle nicht geschafft.,

  3. GvB 16. Dezember 2015 um 18:00

    Satelliten – Analyse über Russlands Militar-Aufstellung in Syrien
    von Amerikas STRATFOR

    Kommentar darunter:
    War is good business, right Stratfor?
    Krieg ist ein „gutes“ Geschäft(für euch) . richtig STRATFOR?

  4. GvB 16. Dezember 2015 um 17:27

    http://airwars.org/

    Eine Seite mit einer Liste der VS-amerikanischen Angriffe..gegen Ziele der ISi etc..in Syrien und dem Irak
    8686 Angriffe(Air-strikes) in 495 Tagen…

  5. GvB 16. Dezember 2015 um 17:19

    Die amerikanische Kriegsregierung geht mit ihren Wistleblowern so um..wie man es von VS-Faschisten eben nur erwarten kann.
    Gesetze spielen nur dann eine Rolle, wenn es um die eigene Geheimhaltung der weltweiten Schweinerein geht..“ausgelagert“ in Guantanamo, Waterboarding in Polens Folterzellen , Irak, Afghanistan(Abu Graib)Ägypten usw.
    Alles „abgesegnet“ vom „Commander in Chief“ (erst G.W. Bush- und nun Obama).
    Jeder politische Mord wird von Obama befohlen..

    Der Weg nach Guantanamo (komplette Dokumentation)

    ———
    Syrien/ Russland/ VSA/ ISiS-„Deash“..
    Sehenswert – US-Journalist wird im russischen TV fertig gemacht (Bohm)

    • GvB 16. Dezember 2015 um 17:36

      Artikel von Michael Bohm

      Michael Bohm, ein Absolvent der School of International und Public Affairs der Columbia University, Herausgeber der The Moscow Times seit 2007 .Er ist Autor von „Der besondere Russe:. Eine Analyse der russischen Arbeits Kultur und dem Nationalem Charakter“ Er unterrichtete auch Journalismus an der MGIMO, dem Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Angelegenheiten. Arbeitet in Russland seit 1997 ,als Gast auf Channel One, Kultura TV, Finam Radio, Stadt-FM, Echo Moskwy, Dozhd Fernsehen und Al Jazeera..
      Der amerikanische Journalist Michael Bohm, der für russische Zeitung „The Moscow Times“ arbeitet, im politischen Talkshow über US-Politik: die USA tun etwas, weil sie es können.Aha..
      Geradezu bemitleidenswert, wie der US-amerikanische Journalist in Moskau, Michael Bohm, in der Sendung “Sonntagsabend mit Wladimir Solovjev” zur US-Politik in Syrien und im Nahen Osten „gegrillt“ wird und mit welch naivem Halb“wissen“ er dabei aufwartet.

      http://www.d-perspektive.de/querdenker-blog/der-us-amerikanische-journalist-in-moskau-michael-bohm/

  6. feld89 15. Dezember 2015 um 18:28

    Hat dies auf volksbetrug.net rebloggt.

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