Morbus ignorantia – Die Krankheit Unwissen

“Wenn die Deutschen zusammenhalten, so schlagen sie den Teufel aus der Hölle!” Otto von Bismarck

Abu Ghraib ein Einzelfall? – Die Verbrechen der Amerikaner


salomonWas Ernst von Salomon 1945/46 in US-Lagern erlebte

131 Fragen legte die alliierte Militärregierung im Rahmen der Entnazifizierung „verdächtigen“ Personen vor. Vom Körpergewicht bis zu der Frage „Welche politische Partei haben Sie in der Novemberwahl 1932 gewählt?“ – es gab nichts, was man nicht wissen wollte. Der Schriftsteller Ernst von Salomon (1902–1972) fühlte sich dadurch besonders herausgefordert – und blieb auf 807 Seiten keine Antwort schuldig. Es wurde sein Lebensbericht. „Der Fragebogen“ erschien 1951 im Rowohlt-Verlag und wurde einer der größten Bucherfolge der jungen Bundesrepublik.Salomon machte nach dem Einmarsch der Amerikaner in Siegsdorf unweit des Chiemsees zunächst einige vergleichsweise harmlose Erfahrungen. „Was einem bei jedem Versuch, mit einem Amerikaner ins Gespräch zu kommen, das Wort in den Mund zurückschlägt, das ist ihre ungeheuerliche Selbstgerechtigkeit.“ Und dass amerikanische Soldaten Bürgern die Uhren abnahmen, veranlasst ihn zu einer Nachfrage beim Ortskommandanten. Doch der hat selber „nicht weniger als fünf Armbanduhren“ bei sich.

Was von Salomon und seine jüdische Lebensgefährtin Ille Gotthelft, die die Amerikaner freudig erwartet hatte („Ich weiß, ich werde meine Würde wieder haben“), dann erleben mussten, nimmt auf Seite 651 seinen Anfang und endet gut 150 Seiten später. Zwei US-Soldaten nehmen Ernst von Salomon noch im Mai 1945 als angeblichen „big Nazi“ fest. Als Ille Gotthelft den Irrtum aufklären will und hinzusetzt: „I am jewish“, wird auch sie festgenommen.

„Wir hörten ein durchdringendes Winseln.“

fragebogenBeide werden in ein Gefängnis in Kitzbühel gebracht. Salomon: „Ein amerikanischer Offizier, sehr blond und sehr jung, ein rotweißes Bändchen an der Mütze, kam aus der Tür eines Zimmers und sagte: ,Sie waren in der Partei?‘ Ich sagte: ,Nein!‘ Der Offizier brüllte mich plötzlich an: ,Nazischwein, erbärmliches! Haben Sie wenigstens den Mut, es zuzugeben!‘ … Ille sagte: ,Sir, – I am jewish.‘ Der Offizier schrie: ,Desto schlimmer! Na, Ihr werdet ja sehen, Ihr Schweine! Euch werde ich vernehmen! Ich!‘ und ging ins Zimmer zurück. Gleich darauf hörten wir starke Geräusche und einen schweren Fall und die schreiende Stimme des Offiziers und ein durchdringendes Winseln.“

Es handelte sich um zwei Fallschirmjäger, die von dem polnisch-amerikanischen Offizier „vernommen“ wurden, wie von Salomon bald erfuhr. Sie wurden „abwechselnd vorgeführt und windelweich geschlagen“.

Regelmäßig öffnete sich die Tür zu von Salomons Zelle. „Abends waren wir neun Personen, ein Oberst der Panzer, ein Oberleutnant vom OKW, ein slowakischer Ministerialrat, ein Kitzbüheler Regierungsrat, ein Polizeihauptmann…“ Und: „Von unten drang Lärm, Poltern und Schreien herauf. Ich war das schon gewohnt, dort fand die tägliche Vernehmung statt – außer sonnabends und sonntags.“

Zehnter Tag der Haft in Kitzbühel: „Am späten Nachmittag wurden Ille und ich zur Vernehmung geholt. Ein Jeep brachte uns zum Hauptquartier des CIC, von dem ich nun erfahren hatte, dass es eine Art Gestapo-Stelle sei, jedenfalls etwas Ähnliches.“ In dem anschließenden Verhör musste Salomon feststellen, dass die Vernehmer, obwohl deutsch sprechend, „nicht die geringste Ahnung von den deutschen Verhältnissen“ hatten. Ille Gotthelft war es ähnlich ergangen: „Eine schöne Jüdin und lebt mit einem Kriegsverbrecher!“, hatte ihr der Vernehmer entgegengeschleudert.

Salomon und Gotthelft werden aus dem Gefängnis in Kitzbühel verlegt (Salomons Uhr bleibt zurück) – sie sollen „auf höherer Ebene vernommen werden“. Über Kufstein und München geht es nach Natternberg bei Deggendorf. Dort werden sie vom Wagen gerissen und unter Misshandlungen und Kolbenstößen, unter „Mak snell“-Rufen und Beschimpfungen vorwärtsgetrieben.

„Die Zähne hatte ich ausgespuckt“

Dann kommt ein Sergeant und ruft den ersten hinein: „Da steigerte sich das Gekreisch: Mak snell, mak snell!! und plötzlich packte ihn der Sergeant und stieß ihn über die Schwelle, dass er taumelte – dann schlug die Tür hinter ihm zu. Ein paar Soldaten eilten an das Fenster der Barackenstube und schauten hinein. Auf einmal fingen sie an, infernalisch zu gellen und zu schreien, sie sprangen hoch vor Vergnügen und stießen sich gegenseitig vom Fenster weg, um besser sehen zu können. Wir hörten dumpfen Lärm und wildes Schreien aus dem Raum.“

Das Opfer taumelt heraus, blutend, barfuß, Wäschestücke unter den Armen. Weitere Kolbenstöße und ein Tritt erwarten es. Dann ist der nächste dran. Immer wieder wiederholt sich die Szene. Nun ist von Salomon an der Reihe. Ein Kolbenhieb ins Kreuz soll ihm Beine machen. „Der Sergeant packte mich am Arm, wie er alle am Arm gepackt hatte dicht vor der Schwelle, er riss mich zur Tür hinein, er stieß mich gleichzeitig dabei vor, so dass ich stolperte, dann trat er mich mächtig in den Hintern, aber ich konnte mich fangen, ich taumelte, aber ich gelangte mit Schwung in das Zimmer, ohne zu fallen.“

„Der Offizier brüllte mich an: ,You are Nazi‘. Ich sagte: ,Nein.‘ Im selben Augenblick knallte er mir eine Ohrfeige auf die rechte Backe.“

Von Salomon soll seine Schuhe ausziehen. Als er sich bückt, fallen sie über ihn her. Er spürt nur dumpfe Schläge – „es war, als ob mein Körper taub war“ –, bald schwimmen Zähne im Blut. Jetzt zieht man ihm die Hose aus, von Salomon hält die Arme vor den Unterleib. „O Gott, hören sie denn niemals auf?“ Salomon liegt am Boden und wird wieder hochgerissen. „Der Offizier hielt mir das Amulett vor die Nase, das kleine Kinderarmbändchen von Ille, das sie mir einstmals geschenkt hatte“, er fragt: „Was ist das?“. „Ich sagte mühsam: ,Ein Amulett!‘ Er sagte: ,Was heißt das?‘ Ich sagte: ,Es soll mir Glück bringen.‘ Ich wischte mir das Blut aus dem Mundwinkel, die Zähne hatte ich ausgespuckt, ich tastete mit der Zunge die Löcher im Kiefer ab. Der Offizier legte das Kettchen auf den Fußboden, er trat langsam und genussreich auf ihm herum und drehte den Fuß, um es zu zerstampfen.“

„Ille kam aus der Tür, ihre Strümpfe hingen herunter“

Als man mit von Salomon endlich fertig ist, ist seine Lebensgefährtin an der Reihe: „Der Sergeant rief Illes Namen… Ich war für einen Augenblick wie ausgehöhlt… Die Soldaten am Fenster johlten und schrien nicht, aber sie drängten sich mehr denn vorher. Neue Soldaten kamen hinzu, sie schoben die Vorderen beiseite, oder sie reckten sich auf den Zehen, um über die Köpfe der anderen ins Zimmer sehen zu können… Es waren mindestens sechs Mann im Zimmer. Ich überlegte mir ernsthaft, wie lange Zeit sechs Mann brauchen, um Ille zu vergewaltigen… Ich hatte Ille schützen können, zehn Jahre lang. Nun konnte ich sie nicht mehr schützen… Ille kam aus der Tür, sie hatte ihre Tasche nicht bei sich. Sie hielt in den Armen ein Bündelchen von Kleidungsstücken, nur ein kleines Bündelchen, sie ging stracks auf mich zu und stellte sich neben mich… sie hatte keinen Gürtel an, das Kleid war schief zugeknöpft, ihre Strümpfe hingen herunter. Aber das Silberkettchen am Fuß, ihr Amulett, war noch da.“

Das war der Einstand in Natternberg („Geprügelt wurde so gut wie ausnahmslos jeder, der in das Lager eingeliefert wurde“). Von dort ging es später weiter in das Lager Plattling, von diesem in das Lager Nürnberg-Langwasser. Hier blickten die hungernden und entkräfteten Internierten auf das Hauptverpflegungslager der 3. amerikanischen Armee jenseits der Straße. Es wurde von Schwarzen bewacht. Ernst von Salomon: „,Du zweite Klasse, ich zweite Klasse‘, sagten die Neger und teilten mit uns, wenn sie konnten, aber sie waren furchtsam – wenn sie erwischt wurden, ging es ihnen schlimm.“

Von Langwasser geht es unter Prügeln und Quälereien („Wenn der Zug hielt, machten sich muntere GI’s den Spaß, Konservenbüchsen mit Urin zu füllen und durch die oberen Luken in den Waggon zu schleudern“) ins Lager Regensburg, aus dem Ernst von Salomon im September 1946 schließlich als „erroneous arrestee“, als irrtümlich Verhafteter, entlassen wird.

Gerhard Frey

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Ubasser

9 Antworten zu “Abu Ghraib ein Einzelfall? – Die Verbrechen der Amerikaner

  1. churchillnazikilled22millions 9. November 2016 um 22:47

    America and Nazi Britain, both are War Criminals
    —————————————————————-

    http://www.ChurchillNaziKilled22Millions.wordpress.com

    Nazi America and Churchill Cockroach Britain, both are the BIGGEST terrorists of the world and both are the Churchill Curse and Shakespeare Curse of GOD upon the Humanity.

    Chairman,

    – Churchill Nazi Killed 22 Millions

    – Campaign for Churchill Victims & Churchill Survivors of Churchill Terrorism

    Germany

    War.Criminal.Churchill@gmail.com

  2. boro 7. November 2016 um 18:22

    Zu einer hochwertigen militärischen Ausbildung gehört auch eine weltanschauliche und moralische Bildung- hätte das US-amerikanische Militär vergleichbare Ausbildungsbestandteile bei ihrem Fussvolk wäre es schon lange Ruhe um dieses Gezücht. Opa hätte NIE einem Gefangenen auch nur die kleinste persönliche Habe abgenommen- wäre ihm nicht eingefallen und dazu war es in den Grundsätzen des deutschen Soldatentums strafbewehrt- das dazu. Dies war sogar beim paramilitärischen WR FED des MfS Pflicht- soviel zur anderen Seite_ habe das Glück gehabt dort zu dienen und nicht wie meine „etwas“ jüngeren Kameraden beim Bund verdorben zu werden.
    Die Geschichte wurde von den Siegern geschrieben- wir sollten aufmerksam lesen und uns von über 70- bzw. fast 30-jähriger( in Mittel-D) Gehirnwäsche befreien- dann ist der Weg recht einfach.
    Dank für Deine wirklich wichtige Arbeit- das darin fliessende Herzblut ist fühlbar und Dank für die einfache Sicherungsmöglichkeit- mittlerweile sind es einige Festplatten mit Texten/ Bildern und Filmen für die Enkel🙂

  3. Skeptiker 2. November 2016 um 16:59

    Das erinnert mich an diesen Film

    ==========================
    „Die Zähne hatte ich ausgespuckt“

    Dann kommt ein Sergeant und ruft den ersten hinein: „Da steigerte sich das Gekreisch: Mak snell, mak snell!! und plötzlich packte ihn der Sergeant und stieß ihn über die Schwelle, dass er taumelte – dann schlug die Tür hinter ihm zu. Ein paar Soldaten eilten an das Fenster der Barackenstube und schauten hinein. Auf einmal fingen sie an, infernalisch zu gellen und zu schreien, sie sprangen hoch vor Vergnügen und stießen sich gegenseitig vom Fenster weg, um besser sehen zu können. Wir hörten dumpfen Lärm und wildes Schreien aus dem Raum.“

    Das Opfer taumelt heraus, blutend, barfuß, Wäschestücke unter den Armen. Weitere Kolbenstöße und ein Tritt erwarten es. Dann ist der nächste dran. Immer wieder wiederholt sich die Szene. Nun ist von Salomon an der Reihe. Ein Kolbenhieb ins Kreuz soll ihm Beine machen. „Der Sergeant packte mich am Arm, wie er alle am Arm gepackt hatte dicht vor der Schwelle, er riss mich zur Tür hinein, er stieß mich gleichzeitig dabei vor, so dass ich stolperte, dann trat er mich mächtig in den Hintern, aber ich konnte mich fangen, ich taumelte, aber ich gelangte mit Schwung in das Zimmer, ohne zu fallen.“
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    Ab der 19 Minute.

    Der-Malmedy-Prozess.mp4

    Gruß Skeptiker

    • Skeptiker 3. November 2016 um 17:47

      Other Losses – Die verschwiegene Geschichte Deutschlands nach 1945

      Ein Beitrag vom Kyffhäuser-Verlag

      Bevor Julian Assange und Edward Snowden mit ihren Enthüllungen über US-Geheimdokumente die Welt in Erstaunen versetzten, veröffentlichte der Kanadier James Bacque bereits 1989 sein Buch „Other Losses“. Das Vorwort schrieb der US-Militärhistoriker Oberst Dr. Ernest F. Fisher. Es ist eine detaillierte Aufarbeitung, wie die US-Armee und die französische Armee schuldig wurden am Tod von etwa einer Millionen deutscher Kriegsgefangener – auf höchsten Befehl, jedoch unbemerkt von der Weltöffentlichkeit. Gemeinsam mit dem Historiker der US-Armee wertete Bacque zahlreiche amerikanische Dokumente aus. So konnten sie nachweisen, daß unmittelbar nach der deutschen Kapitulation General Dwight Eisenhower, später Präsident der Vereinigten Staaten, den Befehl erteilt hatte, den unter freiem Himmel eingezäunten Millionen deutscher Soldaten und Zivilgefangenen Wetterschutz und Nahrung zu verweigern.

      Der Morgenthau-Plan für die „Pastoralisierung“ Deutschlands (Pastoralisierung = Umwandlung in Weideland) war 1944 von Roosevelt und Churchill auf einer Geheimkonferenz entworfen worden. Er sah die Aushungerung von Millionen Kriegsgefangenen und Zivilisten vor – einschließlich der aus dem Osten vertriebenen Deutschen. Unter dem Deckmantel „Reparationen“ wurden industrielle Erzeugungsstätten geplündert und alles noch Brauchbare abtransportiert. Es fand der wohl größte Patentraub aller Zeiten statt – insbesondere durch die Entführung deutscher Spezialisten und hoch ausgebildeter Fachkräfte. Erst 1946 hat sich durch eine außerordentliche, internationale Hilfsaktion die Lage für das geschundene Volk etwas gebessert. Sie wurde geleitet von dem Amerikaner Herbert Hoover („Hoover Food“) und dem Kanadier MacKenzie. Unsere Dokumentation – basierend auf insgesamt drei Büchern von Bacque – zeigt erstaunliches und erschütterndes neues Bildmaterial, ergänzt durch Interviews mit amerikanischen Kommandanten der Todeslager und mit deutschen Opfern, die diese unmenschlichen Strapazen überlebt haben.

      Quelle:
      http://trutzgauer-bote.info/2016/05/17/other-losses-die-verschwiegene-geschichte-deutschlands-nach-1945/

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      So sollen die Deutschen weggezüchtet werden.

      Gruß Skeptiker

  4. Senatssekretär Freistaat Danzig 2. November 2016 um 14:31

    Hat dies auf behindertvertriebentessarzblog rebloggt.

  5. Tobi 2. November 2016 um 13:41

    So sieht es Wikipedia.

    drastisch wird die anschließende Internierung in einem amerikanischen Lager ausgemalt, in dem Salomon gefoltert wurde – sie erwies sich schließlich als Irrtum. So entstand einerseits eine Autobiografie, die auch ihren zeitgeschichtlichen Hintergrund minutiös beleuchtete, aber auch ein Werk, das den Versuch der bürokratisch-kollektiven Kategorisierung von Menschen ad absurdum führte.

    Leider konnte ich nirgends eine Erklärung über diesen „Irrtum“ Finden. Weder in was sich Salomon geirrt hat, noch wer diesen Irrtum aufgelklärt hat. Das wäre gut zu wissen.

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