Zeitzeugen: Ein Wehrmachtssoldat schreibt an Gorbatschow

23

17. Januar 2017 von UBasser


Von Leutnant a. D. Heinz Unruh

haus_gorbatVorbemerkung: Im Jahr 2008 las ich in einer Tageszeitung die Buchsprechung über Michail Gorbatschows „Erinnerungen“. Mit einigen Passagen in dem Buch war ich ganz und gar nicht einverstanden, weil ich es als Zeitzeuge besser wusste. Ich war 1942 mit meiner Einheit, dem PzGrenRgt 3, das zur 3. Panzerdivision gehörte, als OB bei der Kampfgruppe Hptm. Bösang in dem Dorf Priwolnoje einquartiert und im Haus der Familie Gorbatschow untergebracht. Der kleine Michail war damals etwa 10 Jahre alt und – falls Herr Gorbatschow meinen Brief gelesen haben sollte – wird er sich sicher an das tatsächliche – nämlich tadellose – Verhalten der deutschen Soldaten erinnert haben. – Schade, dass in seinen „Erinnerungen“ nichts darüber zu lesen ist. Übrigens hat er mir nie auf meinen Brief geantwortet.

Mein Brief an Michail Gorbatschow:

(Auszug)

Sehr geehrter Herr Michail Gorbatschow,

Sie werden mit Recht erstaunt sein, von einem ehemaligen deutschen Soldaten Post zu erhalten. Als einer der letzten Zeitzeugen aus einer bewegten Vergangenheit möchte ich mit dem schuldigen Respekt auf einige Passagen in Ihrem Buch hinweisen, in denen Aussagen abgedruckt sind, die so gar nicht zu Ihnen, der von mir verehrten Persönlichkeit, passen. Nur der Umstand, dass in einer deutschen Tageszeitung ein Auszug aus Ihrem Buch „Erinnerungen“ abgedruckt war, drängt mich als ehemaliger unfreiwilliger Mitbewohner Ihres Heimatdorfes und damit Zeitzeuge im Interesse der Wahrheit und zur Ehrenrettung meiner gefallenen Kameraden zur Richtigstellung.

Ich hatte als Soldat und Offizier das kaum faßbare Glück, die grausamen Kriegs- und Nachkriegsjahre zu überleben. Deshalb kann ich als Älterer aus eigenem Erleben auf Ihre als Jüngeren gemachten Erfahrungen und Erlebnisse antworten. Nach Ihrer Aussage in Ihrem Buch, war ich einer der sogenannten „Herrenmenschen“, die plündernd und später mit Mordabsichten durch Ihr Heimatdorf zogen.

Ja, verehrter Herr Gorbatschow, ich war mit meiner Einheit (Kampfgruppe Hauptmann Bösang) mehrere Wochen unfreiwilliger Gast in Ihrem Heimatdorf.

Einquartiert war ich mit mehreren Kameraden in Ihrem Elternhaus. Wir hatten nicht nur mit Ihrer liebenswürdigen Frau Mutter, nein, auch mit den übrigen Dorfbewohnern ein gutes, freundschaftliches Einvernehmen. Unser Kommandeur, Hauptmann Bösang, (1945 gefallen) fühlte sich für die Bürger des Dorfes verantwortlich. Meine Einheit gehörte zur 3. Panzerdivision. Von unserer Seite und den Dorfbewohnern gab es keine feindliche Einstellung, somit auch keine Partisanen. Ich denke heute noch mit größter Hochachtung an die Frauen und Mütter, die unter furchtbaren Bedingungen ihr kümmerliches, armseliges Dasein fristen mußten. Diese grauenhaften Lebensumstände gingen nicht von der deutschen Besatzung aus. Nein, sie waren Bestandteil sowjetischer Politik.

Ich habe in keinem der europäischen Länder soviel Armut, Elend und Ungerechtigkeit gesehen, wie in dem angeblichen „Paradies der Arbeiter und Bauern“. Die Dorfbewohner erzählten uns, daß die „Rote Armee“ auf ihrem Rückzug das System der verbrannten Erde anwandten. Das heißt, beim Rückzug wurden auf Grund stalinistischer Befehle alle Vorräte des Dorfes entnommen oder vernichtet.

(Bemerkung: Siehe Fackelmännerbefehl)

Der Umstand, daß wir mit den Dorfbewohnern auf engstem Raum leben mußten (im Gegensatz haben unsere Gegner im Westen wie im Osten die Bewohner aus ihren Häusern vertrieben), hatten wir die einmalige Gelegenheit den nicht genehmen Alltag von ihnen kennenzulernen, das bedingte auch, daß wir mit den Bewohnern unser Essen teilen mußten. Wir erfuhren von den gequälten Menschen (es waren ja mehr Frauen als Männer im Dorf), daß aus ihren Familien eine oder mehrere Familienmitglieder von der GPU verschleppt oder ermordet wurden.

Ich kann Ihnen, verehrter Herr Gorbatschow, versichern, daß wir als junge Soldaten nie angehalten wurden, uns wie „Herrenmenschen“ aufzuführen. Ich habe Ihre verehrte Frau Mutter als warmherzige, gütige Frau und Mutter kennengelernt. Hier flossen meine Erinnerungen an meine Mutter ein, die über tausend Kilometer in meiner Heimat um mich bangte, so wie Ihre Mutter um ihren Mann bangte, der als Soldat gegen uns im Felde stand. – Von meiner Mutter bekam ich die Mahnung mit, die da hieß, behandle im fremden Land die Menschen so, wie du deine Angehörigen behandelt wissen willst.

Ihre Frau Mutter fand für uns junge Soldaten (wir waren nicht älter als 18 Jahre) tröstende Worte, wenn es hieß, wir gehen in Stellung. Wir teilten mit unseren Quartiersleuten unsere Verpflegung, wir bezahlten treu und brav die Hühner, die unser Mahl bereicherten. – Ich kann nochmals mit Recht betonen, daß unser Verhältnis mit den russischen Menschen, den Ukrainern und den Kaukasischen Völkern freundschaftlich war. Ich lege Ihnen ein Merkblatt der deutschen Wehrmacht bei, in dem unsere Verhaltensweise gegenüber diesen Völkern klar definiert wurde.

Wir hatten keinen Ilja Ehrenburg, der uns zu Mordtaten aufrief. Ich habe unter diesen schon genannten Völkern wunderbare Menschen kennengelernt, an die ich heute noch mit größter Hochachtung denke.

ukrai1942Sie schreiben in Ihrem Buch, wir hätten als grausame Besatzer in ihrem Heimatdorf die Bewohner ausgeplündert, nun, ich muß der Wahrheit zuliebe sagen, es gab bei diesen armen Menschen nichts zu plündern und wenn, dann hätten wir das mit dem Leben bezahlt. Ich muß Ihnen sagen, daß selbst die normalsten Dinge, die der Mensch zum Leben braucht in diesen Katen nicht vorhanden waren. Alltägliche Gegenstände wie Zahnbürsten oder andere hygienische Artikel waren nicht vorhanden. Uhren waren Mangelware, von Armbanduhren ganz zu schweigen. Ich habe in keinem der Häuser ein privates Radiogerät gesehen, an Holzmasten hingen Uralt-Lautsprecher die von einer zentralen Stelle (Partei) gesteuert wurden. In der Sowjetzeit, so wurde uns von den Dorfbewohnern versichert, durften sie nur das hören, was ihnen die Partei vorschrieb.

Sie sprechen in Ihrem Buch von technischen Dingen, die wir entwendet hätten! Auch hier mein Widerspruch. Ich habe in keinem Haushalt und das in Städten wie Charkow oder Krasnodar sowie Mosdok irgendwelche technische Geräte vorgefunden. Für schier unglaublich ist Ihre Angabe, daß wir, die sogenannten „Herrenmenschen“, neben anderen Sachen sogar die Schwarzerde (Mutterboden) aus Ihrem Dorf weggeschleppt hätten. Bei Gott, wir hatten beim Rückzug andere Sorgen, wir mußten unsere Fahrzeuge bereitstellen um Kosakische Flüchtlinge die mit ihren Dorfgemeinschaften vor der „Roten Armee“ und der nachfolgenden NKWD fliehen mußten, in Sicherheit bringen.

Zum Schluss, verehrter Herr Gorbatschow, eine humorvolle Begebenheit als kleine Nachlese. Vielleicht können Sie sich an diese Episode erinnern? Ich wollte Ihnen, dem kleinen, aufgeweckten Buben, das Wolgalied aus der Operette „Der Zarewitsch“ nahebringen. Leider war meine musikalische Begabung verheerend, wahrscheinlich dachten Sie als Junge, der deutsche „Teufel“ ist endgültig verrückt geworden.

Meine berechtigte Kritik an einigen Passagen Ihres Buches ändert nichts an meiner positiven Einstellung zu Ihnen und Ihrer politischen Leistung. Sollte Ihr Weg wieder in meine Heimat führen, würden meine Frau und ich versuchen, mich für die gewährte Gastfreundschaft in dem Haus Ihrer Eltern in aller Form zu bedanken.


PS. Ich hatte das nicht fassbare Glück, dem Henker des NKWD zu entgehen. Da der Massenmörder Stalin am russischen Volk zum Zeitpunkt meiner Verurteilung als sogenannter Kriegsverbrecher und Spion 1947 die Todesstrafe für einige Zeit ausgesetzt hatte, wurde ich zu 25 Jahren Arbeitslager (KZ-Lager) verurteilt. Nach 10jähriger KZ-Lagerhaft 1956 mit Bewährung entlassen. Am 18. 10. 1991 wurde ich von der russischen Generalstaatsanwaltschaft rehabilitiert.


Quelle: „Soldat im Volk“ – Ju1i/August 2010. Verband deutscher Soldaten e.V., Rheinallee 55, D-53173 Bonn.

digitale Quelle: ZZ -Archiv

Bemerkung: Diese und ähnliche Berichte sind es wert, der Öffentlichkeit nahe zu bringen. Diese besonderen Zeitzeugenberichte lassen die Wahrheit in so reinem Lichte erstrahlen, weil sie schon von der Darlegung her, so identisch sind.

..

Ubasser

23 Kommentare zu “Zeitzeugen: Ein Wehrmachtssoldat schreibt an Gorbatschow

  1. HJS"5%Club" sagt:

    der Gorbatschow wird im Westen nur über Perestroika und Glasnost diffiniert.

    Gorbatschow war und ist auch heute noch überzeugter Kommunist der aber die Annehmlichkeiten des Kapitalismus zu schätzen wußte.

    Er war ein geplanter Baustein in der Kette Gorbatschow, Jelzin und Putin.

    Alle drei nur Figuren die ihren Auftrag erfüllen müßen auf dem Weg zu Sozialistischen – NWO – Diktatur mit dem Auslöschen allem Deutschen.

    Das Ansehen Gorbatschow, gerade im Bunzelland, zeugt von der totalen Naivität der Bunzel.

  2. Ostfront sagt:

    Judas Schuldbuch – Eine Deutsche Abrechnung

    Ihr habt Euch selber Euer Los geschaffen,
    So gebt den Göttern nicht die Schuld daran !
    Dummheit und Feigheit bieten selbst die Waffen,
    Daß freche Niedertracht sie knechten kann.
    (Solon, 630 v. Chr.)

    Inhaltsverzeichnis

    I. Die Schmach
    II. Judas
    III. Der Judensieg
    IV. Juda vor dem Kriege
    V. Die Seelenseuche
    VI. Kirche und Schule
    VII. Theater, Kunst, Literatur
    VIII. Die Politische Seuche
    IX. Volksvertretung
    X. Regierung
    XI. Kaiser
    XII. Die Wirtschaftsseuche
    XIII. Die Hochfinanz
    XIV. Die Sozialisierung
    XV. Die Zeitungsseuche
    XVI. Alljudaan
    XVII. Die Weissagung
    XVIII. England
    XIX. Amerika
    XX. Frankreich
    XXI. Österreich = Ungarn
    XXII. Die Lügenfabrik und die „Dreihundert“
    XXIII. Die Bünde
    XXIV. Der Stern Judas
    XXV. An Siegfrieds Bahre
    XXVI. Die Auferstehung
    XXVII. Die Befreiung

    Gliederung

    Vorwort zur 1. Auflage.
    Vorwort zur 3. Auflage.
    I. Die Schmach
    II. Judas
    III. Der Judensieg
    IV. Juda vor dem Kriege
    V. Die Seelenseuche
    https://morbusignorantia.wordpress.com/2016/12/15/heil-dem-deutschen-reich/#comment-29724

    VI. Kirche und Schule
    VII. Theater, Kunst, Literatur.
    https://morbusignorantia.wordpress.com/2016/12/15/heil-dem-deutschen-reich/#comment-29870

    VIII. Die Politische Seuche
    IX. Volksvertretung
    X. Regierung.
    https://morbusignorantia.wordpress.com/2016/12/15/heil-dem-deutschen-reich/#comment-30007

    XI. Kaiser
    XII. Die Wirtschaftsseuche.
    XIII. Die Hochfinanz.
    XIV. Die Sozialisierung.
    https://morbusignorantia.wordpress.com/2016/12/15/heil-dem-deutschen-reich/#comment-30188

    XV. Die Zeitungsseuche.
    XVI. Alljudaan.
    XVII. Die Weissagung
    XVIII. England
    XIX. Amerika.
    XX. Frankreich
    https://morbusignorantia.wordpress.com/2016/12/15/heil-dem-deutschen-reich/#comment-30245

    XXI. Österreich = Ungarn
    XXII. Die Lügenfabrik und die „Dreihundert“.
    XXIII. Die Bünde.
    XXIV. Der Stern Judas.
    XXV. An Siegfrieds Bahre.
    https://morbusignorantia.wordpress.com/2016/12/15/heil-dem-deutschen-reich/#comment-30465

    XXVI. Die Auferstehung.
    XXVII. Die Befreiung
    Es folgt: Namen = und Sachverzeichnis.

    Ende des Buches
    https://morbusignorantia.wordpress.com/2016/12/15/heil-dem-deutschen-reich/#comment-30520

    ————————————————————————————————————————————
    siehe auch:

    Die Bestie im Weltkriege: Verbrechen an deutschen Volksgenossen.
    Herausgegeben von zwei Kriegsbeschädigten
    http://www.wintersonnenwende.com/scriptorium/deutsch/archiv/bestie/bw00.html

    ————————————————————————————————————————————-
    KRIEG GEGEN FRAUEN UND KINDER
    Deutsche Informationsstelle
    DIE RECHTSBRÜCHE DER WESTDEMOKRATIEN IM WELTKRIEG 1914 – 1918 Nr. 1
    Englands Hungerblockade gegen Deutschland 1914 – 1920 von WERNER SCHAEFFER
    Deutsche Verlagsanstalt · Stuttgart · Berlin
    https://morbusignorantia.wordpress.com/2016/11/23/unglaublich-oezoguz-deutschland-komplett-zum-einwanderungsland-zwangsumbauen/#comment-29423
    ————————————————————————————————————————————-
    Juda hat sich im eigenen Netz gefangen. Es gibt keinen anderen Weg mehr als den
    Untergang !
    https://morbusignorantia.wordpress.com/2017/01/05/bolschewistische-verbrechen-teil-1-gegen-kriegsrecht-und-menschlichkeit/#comment-30190
    ————————————————————————————————————————————-
    Noch einmal:

    Deutsches Volk, magst ruhig sein !

    Durch Übertragung des Codes vom Samenatom und dank einer im Gegensatz zur Wissenschaft des Kaliyuga völlig anderen Anwendungsweise der Molekularbiologie hat man auf der Grundlage der Phonetischen Kabbala (Shtulashabda und Hiranyagarbhashabda), der Orphischen Kabbala der Siddhas aus dem hyperboreischen Kambala, künstliche Menschen erzeugt. Ihre Körper sind unvergänglich; denn sie bestehen aus dem unverderblichen Stoff Vraja. Niemand kann sie im Kampfe überwinden, da sie sich selbsttätig und in allen Teilen gleichzeitig regenerieren. Einige wenige von ihnen können ganze Armeen vernichten.

    Ich sehe es !

    Die Hitleristen hatten ein Vimana, ein Astra gebaut, jenes fliegende Objekt, von dem uns
    das „Ramayana“, das „Mahabharata“ und auch Homer spricht, „das von einem melodischen
    Ton (ein Mantra) angetrieben wurde, welches die Gedanken und das Empfinden der Menschen
    wahrnehmen konnte“. Seitdem, seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, sind sie von vielen Menschen auf der Erde gesehen worden und diese können bestätigen, daß sie den Eindruck hatten, daß jemand von den „Scheiben“ aus ihre Gedanken liest und ihre Gefühle mitempfindet. Sicher sind mächtige telepathische Kräfte am Werk, dieselben, die es möglich machten, den Hyperboreischen Talisman zu entziffern, jenen Smaragd mit den eingravierten Formeln der alten Wissenschaft und der sich aus Luzifers Krone oder der Irmins, während seines Sternenkampfes, gelöst hatte. Die geheimen und unbekannten Waffen, die nicht zum Einsatz gekommen waren, sind von denen mitgenommen worden, die in den Vimanas, den UFOS oder OVNIS abgereist sind.

    Die Feinde wissen dies zwar, denn weder Russen noch Nordamerikaner haben sich der Vimanas bemächtigt…….aber sie sehen nichts !

    Ich sehe es !

    Ohne das Vril, das „Drachenauge“, das Dritte Auge, wird niemand es sehen. (Das Letzte Bataillon)

    Ich sehe es !

    Hand drauf!
    https://morbusignorantia.wordpress.com/2016/11/28/wird-ein-krieg-immer-wahrscheinlicher/#comment-29366

    ————————————————————————————————————————————-

  3. Tobi sagt:

    Schade das es dieses Dokument nicht als PDF gibt.

  4. Waffenstudent sagt:

    FUNDSTÜCKE:

    Aus DIE WELT 02.05.08 Quelle: http://www.welt.de/politik/article19596 … ehren.html

    Niederlande wollen deutschen Soldaten ehren

    18 Jahre war der deutsche Soldat Karl-Heinz Rosch alt, als er 1944 in den Niederlanden zwei Kinden das Leben rettete. Unmittelbar danach wurde er von einer Granate tödlich getroffen. Die kleine Stadt, in der sich all das zutrug, will Rosch jetzt ein Denkmal widmen – ein bisher einmaliger Vorgang.

    18 Jahre war der deutsche Soldat Karl-Heinz Rosch alt, als er 1944 in den Niederlanden zwei Kinden das Leben rettete. Unmittelbar danach wurde er von einer Granate tödlich getroffen. Die kleine Stadt, in der sich all das zutrug, will Rosch jetzt ein Denkmal widmen – ein bisher einmaliger Vorgang. Von Sören Kittel

    „Gebt Ihr uns erst einmal unsere Fahrräder zurück!“ Diesen Satz bekommen Deutsche in den Niederlanden seit Jahren hören. Ein Schwarz-Weiß-Foto aus Kriegszeiten, auf dem ein deutscher Soldat einer Frau das Fahrrad entreißt, ist bis heute im kollektiven Gedächtnis der Niederländer. Zu den „Moffen“, wie sie ihre Nachbarn etwas abwertend nennen, haben sie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine zwiespältige Beziehung. Jetzt aber soll einem „Mof“ erstmals in den Niederlanden ein Denkmal gesetzt werden.

    Karl-Heinz Rosch rettet mit 18 Jahren im Herbst 1944 in der niederländischen Kleinstadt Goirle zwei einheimischen Kindern das Leben: Er sieht die Einschläge der Granaten näher kommen und trägt die beiden vom Feld in ein nahes Bauernhaus. Kurz darauf wird er selbst von einer Granate getroffen. „Er starb also, um das Leben der Kinder zu retten“, sagt Herman van Rouwendaal, ein heute 75-jähriger Bürger von Goirle.
    Zweiter Weltkrieg Wann wird der Nationalsozialismus kein Thema mehr zwischen Deutschen und Niederländern sein?

    Van Rouwendaal, ehemaliger Stadtrat, will dem Deutschen jetzt ein Denkmal setzen: Mannshoch soll das Kunstwerk der Bildhauerin Riet van der Louw sein. Es zeigt den Uniformierten, wie er zwei Kinder im Arm trägt.

    Derzeit ist nur das Modell aus Ton fertig, das Geld für die Bronzestatue sammelt van Rouwendaal noch. Das Projekt ist Wasser auf die Mühlen von Nationalisten auf beiden Seiten der niederländisch-deutschen Grenze. In der rechtskonservativen deutschen Wochenzeitung „Junge Freiheit“, in der nur wenige Meldungen Platz haben, wird Initiator van Rouwendaal mit den Worten zitiert, „der junge Soldat war ein Held“. Dass die geplante Statue ein Pilgerort für rechtsextreme Deutsche werden könnte, glaubt Rouwendaal aber nicht. Überhaupt hat er schon jetzt keine Lust mehr, immer wieder zu seiner Idee Stellung zu beziehen: „Letztlich ist es doch nur eine lokale Angelegenheit.“

    „An einem Fleck beide Seiten des Kriegs erzählen“

    Kurz vor dem Nationalen Erinnerungstag am 4. Mai zieht sie nun aber nationale und internationale Aufmerksamkeit auf sich. An diesem Tag versammeln sich im Zentrum von Amsterdam Tausende Menschen und gedenken mit bewegenden Reden und zwei nationalen Schweigeminuten um 20 Uhr der Toten des Zweiten Weltkriegs. „Immerhin wäre es die erste Statue für einen deutschen Soldaten in den Niederlanden“, sagt David Barnouw vom Nationalen Institut für Kriegsdokumentation (Niod) in Amsterdam.

    Geplant ist ein Standort im Goirler Stadtmuseum. Jedoch ist van Rouwendaal wichtig, dass die Aktion im richtigen Zusammenhang wahrgenommen wird. „Die Statue soll im Museum gleich neben fünf Pfählen aufgestellt werden“, sagt er. Die Deutschen hatten 1942 fünf niederländische Intellektuelle und Künstler an genau diese Holzpfähle gebunden, um sie zu erschießen. Das diente der Abschreckung. „Wenn dann die Statue von Karl-Heinz Rosch direkt neben diesen Pfählen steht, werden an einem Fleck beide Seiten des Kriegs erzählt.“ Doch bevor es so weit ist, müssen die Überlebenden von damals entscheiden, ob sie das möchten.

    Die Besatzungszeit der Deutschen ist in den Niederlanden noch heute ein heikles Thema – nicht nur um den 4. Mai herum. Lebten vor dem Krieg rund 160.000 Juden in den Niederlanden, waren es 1945 nur noch 20.000 – die wohl bekannteste Geschichte dazu ist die von Anne Frank, die über ihre Zeit in einem Amsterdamer Hinterhaus ein Tagebuch verfasste. Zudem mussten Hunderte Regimegegner ihr Leben lassen.

    Auch deswegen halten sich an diesem Sonntag selbst Einwanderer an die nationalen zwei Schweigeminuten. Busse, Bahnen und Privatautos halten mitten auf der Strecke an. Noch bis vor wenigen Jahren wurde den „Moffen“ geraten, die Niederlande Anfang Mai zu meiden oder wenigstens nicht laut Deutsch zu sprechen. „Diese Zeiten sind aber vorbei“, sagt Barnouw vom Niod-Institut. Heutzutage bemühten sich die Städte, speziell an der Grenze, um gemeinsame Feiern an diesem sensiblen Datum. „Man hört zwar noch, dass Deutsche manchmal in Läden schlecht behandelt werden“, sagt der Historiker, „aber im Großen und Ganzen gehen beide Seiten freundlich miteinander um.“

    Quelle: Quelle DIE WELT 02.05.08
    http://www.welt.de/politik/article19596 … ehren.html

    • Tobi sagt:

      Der Link zur Welt führt ins leere.
      Der wurde wohl schon gelöscht.

    • Bernd S sagt:

      „Ich habe große Achtung für die deutschen Soldaten. In Wirklichkeit sind die Deutschen das einzige anständige in Europa lebende Volk.“ (in seinem 1974 erschienenen dokumentarischem Nachlass bzw. in seinem Tagebuch: Auszug – Notizen, Ausg. 2 – 1974 – 889 Seiten – Master of War: The Patton Papers 1940-1945)

      • Skeptiker sagt:

        @Bernd S

        George S. Patton
        „Diese ganze Schreibe stammt von Juden, die sich auf die Weise versuchen zu rächen. In Wirklichkeit sind die Deutschen das einzige anständig gebliebene Volk in Europa.“

        http://www.hist-chron.com/USA/Eisenhower-massenmoerder/D/03-Patton-gg-Eisenhower.html

        Militärgouverneur in Deutschland.

        In den letzten Tagen des Krieges und während seiner Tätigkeit als Militärgouverneur in Deutschland – nachdem er sowohl die Deutschen als auch Amerikas „tapfere sowjetische Verbündete“ kennengelernt hatte – änderten sich Pattons Beurteilung der Lage und seine Meinungen. In seinem Tagebuch und in vielen Briefen an seine Familie, seine Freunde, verschiedene Kameraden in der Armee und Regierungsbeamte gab er seinem neuen Verständnis und seinen Befürchtungen für die Zukunft Ausdruck. Sein Tagebuch und seine Briefe wurden 1974 durch den Verlag Houghton Mifflin Company unter dem Titel The Patton Papers veröffentlicht.

        Mehrere Monate vor Kriegsende hatte General Patton die Gefahr für den Westen erkannt, welche die Sowjetunion bedeutete, und er kritisierte in bitterer Weise die Befehle, die ihm gegeben worden waren, seine Armee zurückzuhalten und zu warten, damit die Rote Armee weite Strecken deutschen, tschechischen, rumänischen, ungarischen und jugoslawischen Gebietes besetzte, welche die VS-Amerikaner statt dessen hätten einnehmen können.

        Am 7. Mai 1945, kurz vor der Kapitulation der deutschen Wehrmacht, hatte Patton in Österreich eine Konferenz mit dem Kriegsminister Robert Patterson. Patton war tief besorgt über die sowjetische Weigerung, die Demarkationslinien zu beachten, die die sowjetische und die VS-amerikanische Zone trennten. Er war auch durch Pläne in Washington bezüglich einer sofortigen Teildemobilisierung der VS-Armee alarmiert. Patton sagte zu Patterson:

        „Halten wir unsere Stiefel blank, die Bajonette geschliffen und geben wir für die Rote Armee ein Bild der Stärke und Kraft ab. Das ist die einzige Sprache, die sie verstehen und respektieren.“
        Patterson gab zurück:

        „Oh George, Sie sind so lange sehr nah an dieser Sache gewesen und haben das große Bild aus den Augen verloren.“

        Die kriminelle VS-Armee
        Diese Überzeugung, daß die Politiker ihn und die VS-Armee zu einem kriminellen Zweck gebraucht hatten, wuchs in den folgenden Wochen. Bei einem Essen mit dem französischen General Alphonse Juin im August war Patton überrascht, den Franzosen in Übereinstimmung mit sich zu finden. Sein Tagebucheintrag vom 18. August zitiert General Juin:

        „Es ist in der Tat ein Unglück, mon Général, daß die Engländer und die Amerikaner das einzige anständige Volk in Europa vernichtet haben – und ich meine nicht Frankreich. Deshalb ist der Weg nun offen für das Kommen des russischen Kommunismus.“
        Spätere Einträge und Briefe an seine Frau greifen dieselbe Erkenntnis auf. Am 31. August schrieb er:

        „Tatsächlich sind die Deutschen das einzig anständige Volk, das es in Europa noch gibt. Es bleibt die Wahl zwischen ihnen und den Russen. Mir sind die Deutschen lieber.“
        Und am 2. September:

        „Was wir tun, ist die Zerstörung des einzigen halbmodernen Staates in Europa, so daß Rußland das Ganze schlucken kann.“

        Hier geht es interessant weiter.
        http://de.metapedia.org/wiki/Patton,_George_Smith

        Neue Enthüllungen über US-General George S. Patton
        Angeblich wollte Patton, wie nun vermutet wird, mit der 17. SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“ gegen den Sowjet-Kommunismus kämpfen (Operation Unthinkable).

        Das war den Juden dann wohl doch zu viel, und so entschied man sich, den General zu verunfallen.

        Heute vor 70 Jahren
        Der verhängnisvolle Autounfall von General Patton
        Sein olivfarbener 1938er Cadillac stieß mit einem 2,5 Tonnen schweren GMC Army-Truck zusammen

        http://www.wort.lu/de/lokales/heute-vor-70-jahren-der-verhaengnisvolle-autounfall-von-general-patton-5666eecb0da165c55dc4f3c1

        Gruß Skeptiker

    • „Lebten vor dem Krieg rund 160.000 Juden in den Niederlanden, waren es 1945 nur noch 20.000“

      Ein Bekannter sagte daraufhin zu mir:
      „Was sind denn die gravierenden Nachteile, wenn man weniger Juden im Land hat?
      Das wird man doch wohl noch fragen dürfen.“

  5. Irmchen sagt:

    Es ist sehr gut, daß es doch noch Zeitzeugen gibt.
    Und diese können unter Beweis stellen, wie die Situation in Sowjetrußland wirklich
    war, auch bei der eigenen Bevölkerung.
    Daß es dem russischen Volk so schlecht ging kann ich mir sehr gut vorstellen, denn
    das russische Volk wurde von ihren Oberen immer schlecht behandelt.
    Fürs Volk hatte man zu keiner Zeit viel übrig!!

  6. Piet sagt:

    Hat dies auf Leuchtturm Netz rebloggt und kommentierte:
    Es tut gut, diese Berichte zu lesen. Und immer mehr davon kommen ans Tageslicht. Ich habe nie an die angedichteten „Gräueltaten“ von Deutschen Menschen, Soldaten oder nicht, geglaubt, weil sie meinem tiefsten Innersten widersprechen.

  7. feld89 sagt:

    Hat dies auf volksbetrug.net rebloggt.

  8. Waffenstudent sagt:

    Wie die Wehrmacht 1942 ein russisches Dorf rettet

    PROLOG:

    Hier sieht man sie wieder ganz deutlich, die deutsche Seele: Man stellt in einem Dorf, welches völlig vernichtet werden soll, deutscherseits Wachen auf, damit eine Plünderung vor dem Verbrennen der Häuser verhindert wird. Der für die Liquidierung zuständige deutsche Offizier versucht mit allen Tricks die Tragödie zu verhindern. Dabei ist er sich auch nicht zu schade, seinen Vorgesetzten die Geschichte mit der Madonna vorzutragen. Wo hat es bei den Alliirten hinsichtlich der Deutschen jemals eine derartige Nachsicht gegeben?

    HIER DER DIESBEZÜGLICHE TEXT:

    Wie die Wehrmacht ein russisches Dorf vor der Liquidierung rettete

    Um Himmels Willen
    Wie ein weißrussisches Dorf auf wundersame Weise den Zweiten Weltkrieg überlebte
    MDZ 26-09-2005

    Tino Künzel
    Bild: Tino Künzel

    Weißrussland hat im Zweiten Weltkrieg fast ein Drittel seiner Bevölkerung verloren. Am 28. September 1942 war auch das Dorf Roschkowka im Brester Gebiet zur Vernichtung bestimmt. Wegen Unterstützung der Partisanen sollte es von den Deutschen liquidiert werden. Was dann geschah, ist eine unglaubliche Geschichte. Oder umgekehrt: eine Geschichte, die sich aus dem Glauben speist. Sie handelt von der Gottesmutter, einem deutschen Offizier, der das Todesurteil nicht vollstrecken ließ, und einer etwas anderen Ikone. Jedes Jahr am 28. September feiert Roschkowka das Wunder seines Überlebens.

    Als alles verloren schien, machten sich die Einwohner von Roschkowka auf den Weg zu ihrem eigenen Begräbnis. Gebete wurden gemurmelt. Jemand trug eine Ikone der Heiligen Mutter Gottes in der Hand. Die Grube am Dorfrand hatten die Männer selbst ausheben müssen. Seitdem wusste jeder, was den Ort nördlich von Brest erwartete. Man schrieb den 28. September 1942.

    Die Deutschen waren am Morgen von ihrem Stützpunkt im heutigen Nationalpark Beloweschskaja Puschtscha, dort, wo Weißrussland an Polen grenzt, gekommen. Keine übliche Patrouille, wie allein die Kolonne von 20 Autos und schwerer Technik verriet. Länger als ein Jahr, seit den ersten Kriegstagen, dauerte die deutsche Besatzung nun schon. Und vor allem anfangs hatte man sogar eine gemeinsame Sprache gefunden, unter anderem damit begonnen, die zu Sowjetzeiten zerstörte Kirche wieder aufzubauen. Doch dann geriet Roschkowka für Unterstützung der Partisanen auf die schwarze Liste jener Gemeinden, die zur Vergeltung und Abschreckung dem Erdboden gleichgemacht wurden. Solchen Exempeln sollen in den Kriegsjahren 628 weißrussische Dörfer mit 4 667 Einwohnern zum Opfer gefallen sein.

    Die Ereignisse jenes 28. September sind über Generationen weitererzählt worden. Demnach haben die Deutschen zunächst eine Dreiteilung vorgenommen: Kinder in die Nachbardörfer, Jugendliche unter 25 Jahren zum Arbeitsdienst nach Deutschland, der Rest — zur Erschießung. Die Befehle waren verlesen, die Erwachsenen zum vorbereiteten Massengrab geführt, als ein deutscher Offizier in einer kleinen Militärmaschine landete. Er sollte die Hinrichtung überwachen. Doch „Herr Major“, wie er in der Überlieferung heißt, schaute sich nur um und gab Anweisung, zwei Stunden auf ihn zu warten. Wenn er bis dahin nicht zurückkehre, sei das Todesurteil zu vollstrecken. Dann hob das Flugzeug ab.

    Die Frist war noch nicht abgelaufen, als der Offizier wieder eintraf, vor die Dörfler hintrat und sie — nach Hause schickte. Die Kinder würden ihnen zurückgegeben, die Kirche sollten sie fertig bauen. In den Hütten fehlte nichts. Die ordentlichen Deutschen hatten Soldaten abgestellt, um während der Exekution Plünderungen zu verhindern. Obwohl der Ort nach den ursprünglichen Plänen anschließend in Brand gesteckt werden sollte.

    Was in dem Offizier vor sich gegangen war, klärte sich bald auf. Er schilderte es allen, die es hören wollten. Beim Anflug durch die Wolken sei ihm die heilige Jungfrau Maria erschienen. Im einen Arm habe sie das Jesuskind gehalten, mit dem anderen auf das Dorf gezeigt. Könne man das missverstehen? Also flog er zurück, um seine Vorgesetzten davon zu überzeugen, das Dorf zu verschonen. Und hatte Erfolg dabei. Ein verwundeter deutscher Soldat wurde von ihm beauftragt, im Krankenhaus eine Ikone der Gottesmutter anzufertigen, als Geschenk für die Dorfkirche. Und dort steht sie noch heute, ein Holzrelief, nicht ganz im Stile der orthodoxen Religion, aber für die Menschen in Roschkowka durch die Umstände von großer Bedeutung. Im unteren Teil steht die Zahl: 28. 9. 1942. Und jedes Jahr am 28. September gedenken die Einwohner der Ereignisse mit einem Gottesdienst und einer Prozession zu der Stelle, wo die Grube war. Dort befindet sich ein umzäuntes Kreuz.

    Roschkowka (auf Weißrussisch Raschkouka) ist ein sehr überschaubares Dorf. Manche würden sagen: ein Kaff. An der einzigen Straße reihen sich 40 Holzhäuser aneinander, etliche sind nicht mehr bewohnt. Die Jugend — und das meint alle unter 50 — ist bis auf wenige Ausnahmen weggezogen. „Hier gab es früher eine Schule, eine Bibliothek, einen Klub, eine Arztstation. Geblieben ist uns nur ein Lebensmittelladen mit Poststelle“, erzählt Einwohnerin Nina Kutschinskaja, 66. Als die Kolchose noch existierte, hatte man 160 Kühe. Heute sind es 17. Ein Auto besitzt so gut wie niemand. In die Kreisstadt fährt am Wochenende ein Bus und außerdem an zwei weiteren Tagen.

    Die höchste Autorität im Ort ist Pfarrer Nikolaj und seine Kirche das gesellschaftliche Zentrum. Der Geistliche ist noch keine 40 und ein hemdsärmeliger Typ, der anpackt, wo es Not tut. Die Kirchkuppel hat er selbst repariert, ist dabei vom Dach gestürzt, keiner wusste, ob er sich davon wieder erholt. Der Gotteshirte hat auch die frohe Botschaft von 1942 zu verbreiten versucht, aber was war der Dank? Die Zeitungen in Minsk hätten das Wunder auf eine profane Geschichtsstory reduziert: „Das und das ist passiert. Punkt. Aber warum? Was ist der Sinn? Das interessiert diese Boulevardjournalisten nicht. Die benutzen die Gottesmutter nur, um Auflage zu machen.“ Auch diesen Artikel hier will Otez Nikolaj lieber gar nicht erst lesen: „Was du da schreibst, wird keinem etwas nützen. Denn du hast keine Ahnung vom Kern der Sache.“

    Es muss eine missionarische Ader sein (oder einfach Langeweile), die den Pfarrer dazu treibt, trotzdem weiterzureden, zu polemisieren, zu predigen. Er ist kein Mann des Zweifels, sondern der Gewissheit. Sein Vater war Geistlicher und sein Bruder auch. Er, der mal einen BMW hatte und heute sein Geld für Ikonen ausgibt, hat sich absichtlich in die Provinz versetzen lassen: „Ich wollte eine Aufgabe, mit der außer mir keiner fertig wird.“ Ständig sagt er Sätze, die wie Sinnsprüche vom Abrisskalender klingen und es vielleicht auch sind. Zum Beispiel: „Wer nicht mit wenig zufrieden sein kann, wird auch mit viel nie zufrieden sein.“ Und dann, der „Kern der Sache“, die spirituelle Essenz dessen, was sich 1942 ereignet hat: „Die Mutter Gottes hat unsere Gebete erhört. Wir glauben an Wunder, und deshalb geschehen sie hier häufiger als anderswo. Das heißt, dass unser Glaube keine Fiktion ist.“ Selbst der deutsche Soldat, vom dem die Ikone stammt, sei prompt von seiner Verwundung genesen.

    Der moderne Mensch tut sich mit „Erscheinungen“ schwer. Er will Beweise und seinem Verstand trauen. Für ihn ist nicht entscheidend, was der deutsche Offizier im Scheinwerfer des Flugzeugs wirklich gesehen hat, sondern dass mitten im Krieg unter der ideologischen Oberfläche plötzlich eine tiefere Sozialisation zutage getreten ist, eine verbindende, grenzübergreifende. Wie sich der „Herr Major“ in anderen Fällen von Leben und Tod verhalten hat, ohne „Anleitung“ von oben, ist nicht bekannt. In Roschkowka, wo einige ohne seine Tat nicht geboren worden oder elternlos aufgewachsen wären, andere, die schon auf dem Friedhof liegen, durch ihn alt werden durften, würden ihm oder seinen Angehörigen heute viele gern Danke sagen. Otez Nikolaj hat über die Fernsehsendung „Warte auf mich“ nach Spuren suchen lassen — bisher nichts. Dorfbewohner Nikolaj Klapoth, 66, lässt sich nicht entmutigen: „Wenn man den mal treffen könnte, wenn er zu uns zu Besuch kommen würde, das wär’s.“

    Von den damaligen Augenzeugen lebt in Roschkowka niemand mehr. Aber es gibt vier Frauen, die zu denen gehörten, die als Zwangsarbeiterinnen nach Deutschland mussten. Sie erlebten die Szenen an der Grube nicht mit und wurden, fast wahnsinnig vor Angst um ihre Familien, zuerst in ein Nachbardorf gebracht. Eine von ihnen ist Anna Saitschik. Seinerzeit 17, wusste sie gar nicht, wie ihr geschah, als ihre Mutter auftauchte, mit Essen und Kleidung und der Nachricht: Alle sind am Leben! Für die heute 81-Jährige ein Zeichen: „Da hat man gesehen, dass es Gott gibt und was er auf Erden bewirken kann.“ Sie streicht ihr Kopftuch glatt und sagt ein Gedicht auf, das den Heiland preist. Dann wird es Nacht in Roschkowka, und das Firmament ist sternenübersät, so als ob dieser scheinbar verlassene Flecken dem Himmel tatsächlich besonders nahe wäre. Aber was soll werden, wenn die Letzten hier auch noch wegsterben? Am nächsten Morgen bringt einer der Einwohner seine Tochter auf dem Pferdewagen zur Bushaltestelle im Nachbardorf, durch den Wald, der einmal ein Feld war. „Wenn es uns nicht mehr gibt“, sagt er völlig unsentimental, „kommt der Bulldozer und reißt alles ab. Das habe ich im Fernsehen gesehen.“ Aber aussichtslos, das weiß man in Roschkowka, ist nicht hoffnungslos.

    Erschienen in der Moskau Deutschen Zeitung

Kommentare werden moderiert. Freischaltung erfolgt unregelmäßig, jedoch mindestestens 2 Mal täglich.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Archive

Zugriffe gesamt

  • 2,837,975 Zugriffe
%d Bloggern gefällt das: