Der Rüstungsstand in Deutschland im Jahre 1939 – Eine Gegenüberstellung

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30. Januar 2017 von UBasser


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Von Udo Walendy

Bei der Einschätzung des militärischen Potentials der europäischen Mächte „übersehen“ heute viele Historiker, die von der deutschen Aufrüstung sprechen, die strategischen Pläne der polnischen und französischen, aber auch der sowjetischen Militärs. Doch unabhängig von Plänen bezeugt das tatsächlich vorhanden gewesene Kriegspotential der einzelnen europäischen Mächte, ob eine „intensive und verbrecherische, auf eine Weltverschwörung ausgerichtete Aufrüstung“ eines Staates vorgelegen haben kann oder nicht. Wie sehen die Ergebnisse der sechsjährigen Aufrüstung des Dritten Reiches von 1933-1939 aus?

Professor Michael Freund, der viel zitierte Historiker nach 1945, schrieb im Jahre 1944 in sachlicher Klarheit:

„Der Kampf um die deutsche Wiederaufrichtung und die deutsche Rüstung vollzog sich auf dem Hintergrund und als Konsequenz einer fieberhaft betriebenen Weltrüstung und einer wehrpolitischen Revolution auf dem ganzen Erdball.

30.7.1934: Begründung des britischen Luftrüstungsprogramms mit dem sensationellen Ausdruck vom Lordpräsidenten des Rates im britischen Unterhaus, Stanley Baldwin: „Die Grenze Englands liegt am Rhein!“

24. 9. 1934: Einführung des Hilfsdienstes in Polen

28. 11. 1934: Beschleunigung der britischen Luftrüstungen

6. 12. 1934: Verlängerung der Dienstpflicht in der Schweiz

1. 1. 1935: Zweijährige Dienstpflicht in der Tschecho-Slowakei in Kraft

30. 1. 1935: Verkündung über die bereits auf 1 Million Mann verstärkte Rote Armee

Januar-März 1935: Mit der Verkündung der französisch-russischen Entente waren erhebliche Rüstungsmaßnahmen Frankreichs verbunden, insbesondere eine Neuordnung der französischen Luftflotte.

Als das englische Weißbuch vom 1. März 1935 englische Rüstungsmaßnahmen mit der deutschen Aufrüstung begründete, schrieben die TIMES, daß das Argument für die britischen Rüstungsmaßnahmen „objektiver hätte vorgetragen werden können“.

Deutschland mußte nicht nur diesen Rüstungsmaßnahmen der anderen Mächte, sondern darüber hinaus der ernsthaft drohenden, auf militärischen Einmarsch in Deutschland abzielenden Haltung, insbesondere Polens, Rechnung tragen.

„Überdies behielt sich der Feldmarschall (Hindenburg) bei der Machtübernahme (Hitlers) das Verfügungsrecht über Reichswehr und Außenpolitik ausdrücklich vor, ein Reservat, das Hitler bis zum Tode Hindenburgs achtete […].

Alle sichtbaren Übertretungen von Versailles, beispielsweise eine Überschreitung der 100 000 Mann-Grenze, wurden zunächst vermieden; Hitler verhandelte anscheinend loyal über die Aufrüstung. Die dauernden Präventivkriegsdrohungen bildeten schließlich ein sehr wirkungsvolles Argument für die deutschen Aufrüstungsforderungen.“

Nach Ansicht des deutschen Generalstabschefs General Adam geschah „während des ganzen Jahres 1933 fast überhaupt nichts für eine Heeresvermehrung“. Dies zu einer Zeit, da z. B. der französische Generalstabschef Gamelin betonte, gegenüber Deutschland einen Rüstungsvorsprung von 20 Milliarden Franc zu haben. Und zu einer Zeit, da Frankreich deutsche Abrüstungsvorschläge mit dem geheimgehaltenen Motto ablehnte:

„Sie vergeuden Ihre Zeit! Das Übereinkommen, das Sie befürworten, wird nicht abgeschlossen. Niemals werden wir es unterzeichnen; Hitler wird nicht mehr lange am Ruder bleiben. Sein Schicksal ist besiegelt. Ein Übereinkommen mit ihm würde seine Stellung festigen. Wenn der Krieg ausbricht, vergeht keine Woche, bis er abgesetzt und durch den Kronprinzen ersetzt ist.“

Der oberste Beamte im Foreign Office, Lord Vansittart, huldigte zur gleichen Zeit ähnlichen Vorstellungen: Deutschland mit wirtschaftlichem Druck am Boden zu halten:

„Wir können es uns schwerlich leisten, Hitler-Deutschland aufblühen zu lassen. Der Gewerkschaftskongreß ist ebenfalls dieser Meinung, wenn auch aus anderen Motiven – vergleiche den kürzlich angekündigten Boykott deutscher Waren.“

Seiner Meinung nach sollte auf den Untergang des „Hitlerismus“ hingearbeitet und alles getan werden, um Deutschland so schwach und zerrüttet zu halten, daß selbst der Kommunismus davon Abstand nimmt, sich dort zu engagieren. Wie nachhaltig diese und ähnliche Gedanken die Willensbildung der britischen Militärs und der britischen Regierung beeinflußt haben, zeigt sich am Beispiel eines Berichtes des der Regierung zugeordneten Komitees für Verteidigungsbedarf (Defence Requirements Committee) vom März 1934. Dieser Bericht ging wie selbstverständlich davon aus, daß Deutschland der potentielle Gegner sei. Freilich hatte auch dieser Bericht seine Vorgeschichte, und diese reicht bereits in eine Zeit zurück, da Hitler noch nicht an der Macht war und Deutschland noch keine Luftwaffe, auch keinen Nationalsozialismus hatte; Bereits im November 1932 diskutierten britische Staatsmänner Pläne, die eine Abschreckung aus der Luft vorsahen und England „einigen militärischen Einflug in Europa ohne Unterhaltung einer großen Kontinentalarmee“ ermöglichen sollten.

„Die einzige Verteidigung liegt in der Offensive“, sagte Baldwin dann, als er die Aufgabe der Bomberflotte umriß, „was bedeutet, daß Sie mehr Frauen und Kinder und schneller als der Feind zu töten haben, wenn Sie sich selbst retten wollen.“

Und welche Anstrengungen unternahm dieser deutsche Gegner?

In den Haushaltsjahren 1933/34 und 1934/35 war keine steigende Tendenz der Rüstungsausgaben zu verzeichnen. Die Aufwendungen mit nur 4% des Volkseinkommens mußten als durchaus gemäßigt im Vergleich zu den Nachbarländern bezeichnet werden (Großbritannien 3%, Frankreich – 1932 – 8,1%, Sowjetrußland 9%. Intensiviert wurden die Rüstungsausgaben erst im Rechnungsjahr 1935/36 anläßlich der außenpolitischen Veränderungen (Scheitern der Abrüstungsverhandlungen, französisch-sowjetischer Beistandspakt). Nachdem ausländische Politiker und Publizisten zwei Jahre lang Hitler beschuldigt hatten, in friedensgefährdender Weise für einen „verbrecherischen Angriffskrieg“ aufzurüsten und somit Angst und Unsicherheit in die Welt zu tragen, sah er sich endlich durch die gegen das Reich eingeleiteten Blockbildungen gezwungen, zum Schutz gegen diese Tendenzen die deutsche Wehrmacht auszubauen. Lügen über die deutsche Rüstung wurden benötigt, um die Verweigerung der Abrüstung, weitere Aufrüstung, militärische Bündnisabsprachen, Befestigungen, Generalstabsbesprechungen zu rechtfertigen und um der Politik von Versailles weiterhin den Anschein des Rechtes und der Notwendigkeit zu verleihen. Die ausländischen Militärattachés sowie die ausländischen Geheimdienste in Deutschland waren genau über den bescheidenen deutschen Rüstungsstand unterrichtet. Es gibt eine Fülle von Dokumenten, denen zufolge die ausländischen Regierungen (Polen, Großbritannien, Frankreich, USA) sich gerade durch die mangelhafte Entwicklung der deutschen Wehrwirtschaft zu einem scharfen Vorgehen gegen Deutschland ermutigt fühlten. Diese Tatsache hinderte diese Regierungen und ihre Publizisten jedoch nicht, die Völker mit falschen Zahlen und Argumenten aufzuputschen.

Der britische Historiker A. J. P. Taylor erklärte:

„Die Franzosen haben den Startschuß für das Wettrüsten abgegeben.“

„Deutschland war zwischen 1933 und 1936 für einen großen Krieg wenig mehr vorbereitet, als es vor Hitlers Machtergreifung war. Der Unterschied war, daß er (Hitler) starke Nerven hatte und seine Vorgänger nicht.“

„Viele der frühen Alarme über die deutsche Aufrüstung waren falsche Alarme. Sogar im Jahre 1939 war die deutsche Armee nicht für einen längeren Krieg ausgerüstet; und 1940 waren die deutschen Heerestruppen den Franzosen in allem unterlegen mit Ausnahme der Führerschaft.“

„Das Nazi-Geheimnis war nicht Rüstungsproduktion; es war Freiheit von den damals vorherrschenden orthodoxen Wirtschaftsprinzipien.“

„Unter Hitlers Leitung war Deutschland ausgerüstet, den Nervenkrieg zu gewinnen – den einzigen Krieg, den er verstand und der ihm genehm war; es war nicht ausgerüstet, Europa zu erobern […]. In der Betrachtung der deutschen Bewaffnung entrinnen wir den mystischen Regionen von Hitlers Psychologie und finden eine Antwort im Bereich der Fakten. Die Antwort ist klar. Der Zustand der deutschen Bewaffnung im Jahre 1939 liefert den entscheidenden Beweis dafür, daß Hitler keinen allgemeinen Krieg erwogen, und wahrscheinlich Krieg überhaupt nicht beabsichtigt hatte. […]“

Der deutsche Rüstungsstand umfaßte

1937 = 9%
1938 = 16%
1939 = 18%

des Standes von 1944.

Nach einer anderen Berechnung:

1933 = 2%
1934 = 2%
1935 = 4%
1936 = 6%
1937 = 9%
1938 = 20%
1939 = 25%
1940 = 44%

des Standes von 1943.

Generaloberst Jodl erklärte am 4.6. 1946 vor dem IMT-Nürnberg:

„Als wir im Jahre 1935 = 36 Divisionen aufstellten, da besaßen Frankreich, Polen und die Tschecho-Slowakei 90 Friedensdivisionen und 190 im Kriege. Wir hatten kaum eine schwere Artillerie und die Panzerwaffe war erst in den primitivsten Anfängen […].

Die wirkliche Aufrüstung wurde erst nach Kriegsbeginn durchgeführt. Wir traten in diesen Weltkrieg ein mit etwa 75 Divisionen. 60% der gesamten wehrfähigen Bevölkerung waren unausgebildet, das Friedensheer war etwa 400 000 Mann stark gegenüber fast 800 000 Mann im Jahre 1914. Die Vorräte an Munition und Bomben waren geradezu lächerlich. Für 10 bis 15 Kampftage hatten wir Munition […].

Und wenn wir nicht schon 1939 zusammenbrachen, so kommt das nur daher, daß die rund 110 französischen und englischen Divisionen im Westen sich während des Polenfeldzuges gegenüber den 23 deutschen Divisionen völlig untätig verhielten.“

Und diese Divisionen waren außerdem „mit sehr wenig Artillerie ausgerüstet und verfügten über fast gar keine Panzerabwehrmittel“; außerdem waren sie unbeweglich. Selbst wenn die Landwehr- und Ersatzdivisionen der dritten und vierten „Welle“ mitgezählt werden, kommt der englische Historiker T. Taylor auf nur 106 deutsche Divisionen im Jahre 1939, während allein die französische Armee einschließlich ausgebildeter Reserven und Kolonialtruppen zu Kriegsbeginn die gleiche Anzahl umfaßte, aber infolge ihres Ausbildungsstandes stärker war als die deutsche Wehrmacht. Hinzuzuzählen sind die britischen, belgischen (23 Div. = 550 000 Mann) und niederländischen Divisionen, die zusammen mit den französischen an der deutschen Front 156 bzw. 142 Div. ausmachten). Die deutsche Führung mußte damit rechnen, daß diese Truppen im Konfliktfall mit Polen zum Vorstoß gegen das Reich angesetzt würden. Neben den in „102 Divisionen“ gegliederten rund 2,6 Millionen deutschen Soldaten (einschließlich Ersatzheer) waren im Herbst 1939 weitere 500 000 in halbmilitärischen Organisationen erfaßt. Dennoch konnten nur 52 Divisionen „als voll kampffähig angesprochen werden“. Im Jahr 1914 hatten in Deutschland nahezu eine Million Mann mehr unter Waffen gestanden als 1939.

„Im Unterschied zu 1914, als dem Deutschen Reich 25 Jahrgänge ausgebildeter Reservisten zur Verfügung standen, konnte es 1939 nur knapp 5 Jahrgänge zu den Waffen rufen.“

„Im Jahr 1935 hätte Frankreich auch ohne die Hilfe seiner früheren Verbündeten fast ohne ernsten Kampf in Deutschland einmarschieren und es wieder besetzen können. Auch 1936 stand seine weit überlegene Stärke noch außer Zweifel. Aus deutschen Enthüllungen wissen wir heute, daß diese Lage im Jahre 1938 immer noch bestand. Im Jahre nach München (1939) näherte sich die deutsche Armee ihrer vollen Schlagkraft, obwohl sie an ausgebildeten Reserven noch immer schwächer war als die französische Armee […].

Die deutschen Heere aber wären im Jahre 1938 oder 1939 nicht imstande gewesen, die Franzosen zu schlagen […].

Als das deutsche Heer 1938 kaum ein halbes Dutzend ausgebildeter Divisionen an die Westfront stellen konnte, als die Franzosen mit fast 60 oder 70 Divisionen sicherlich über den Rhein oder in die Ruhr hätten vorstoßen können […]“.

Man vergleiche hierbei die Bevölkerungsgröße der beiden Länder: Deutschland 80, Frankreich 42 Millionen Menschen.

Burton Klein, ein amerikanischer Wissenschaftler (Harvard-Universität), ergänzt in seiner gründlichen Studie über die deutschen wirtschaftlichen Kriegsvorbereitungen die bisherigen Angaben mit folgenden Worten:

„Bis zur Zeit der deutschen Wiederbesetzung des Rheinlandes im Frühjahr 1936 war die Wiederbewaffnung hauptsächlich ein Mythos […].

Die bewaffneten Streitkräfte hatten noch nicht einmal eine wirtschaftliche Zentralverwaltung, die die verschiedenartigen Anforderungen für Material überschauen und die verschiedenen Anforderungslisten aufstellen konnte. Es war die grundlegende Politik Hitlers, daß die Wirtschaftsplaner nicht mit der Kriegsstrategie befaßt wurden […].

Die Vorräte an wichtigen Rohstoffen wie Kupfer, Eisenerz, Benzin, Öl und Gummi waren im August 1939 so bemessen, daß sie nur für 3-6 Kriegsmonate ausreichten. […]

1939 war die (deutsche Stahlwirtschaft zu 65% der Erze und praktisch aller Eisenlegierungen von fremden Quellen abhängig […].

Im Umfang der Importe wuchsen 1937-1938 die Lebensmitteleinfuhren stärker als die Rohstoffeinfuhren mit dem Ergebnis, daß die Zusammensetzung der Importe im Jahre 1938 fast die gleiche war wie 1929 […].

Es kann gesagt werden, daß im Jahre 1939 die deutsche Arbeitskraft nur insofern voll mobilisiert war, als es keine Arbeitslosigkeit gab […].

Die Verteilung der Arbeitskräfte innerhalb dieser 14jährigen Periode (1925-1939) war überraschend stabil. Bemerkenswerte Umgruppierungen waren nur in zwei Beschäftigungsgruppen zu verzeichnen – in der Landwirtschaft und bei den öffentlich Bediensteten (public employment) […].

Große Bereiche der Wirtschaft hatten nichts mit Kriegsmobilisation zu tun[…].

1939 besaß die zivile Wirtschaft noch große Arbeitskräftereserven […].

Es gab keine Konzentration von Investitionen in solchen Wirtschaftsbereichen, die mit wirtschaftlicher Kriegsvorbereitung zu tun hatten […].

In der Vorkriegsperiode produzierte die deutsche Wirtschaft sowohl „Butter“ als auch „Kanonen“ – viel mehr von der ersten und viel weniger von den letzteren, als allgemein angenommen worden war. Im Jahre 1937 glichen oder übertrafen der zivile Verbrauch, die Investitionen in den Konsumgüter-Industrien und die Regierungsausgaben für friedliche (nonwar) Zwecke die früheren Höchstwerte. Von einem Aufrüstungsprogramm, das so umfangreich gewesen sei, daß es eine grundlegende Wiederbelebung der zivilen Produktion verhindert hätte, kann keine Rede sein[…].

Der Umfang der Produktion von Munition und die Zahl der Divisionen, die Deutschland mobilisierte, war gering, verglichen mit den öffentlichen Schätzungen. Die Investitionen in solchen Industrien, die Kriegsproduktion herstellten, waren nicht viel größer als der Umfang, der in den wirtschaftlich ertragreichen Jahren des vorangegangenen Jahrzehnts erreicht worden war, und war gering im Verhältnis zu den gesamten Investitionen […].

Die Abneigung der Regierung, von der Bevölkerung wirtschaftliche Opfer zu fordern, wurde in einer Reihe von Beispielen demonstriert. Eines dieser Beispiele war die Weigerung, höhere Steuern zu erwägen, um das Haushaltsdefizit abzudecken. Ein anderes war die Weigerung, im Jahre 1937 die Lebensmitteleinfuhren zugunsten größerer Rohstoffimporte einzuschränken. Ein weiteres war das Versäumnis, Arbeiter aus unwesentlichen Beschäftigungsverhältnissen abzuziehen. Ein weiteres war die unwirksame Wirtschaftsverwaltung […].

Als Schacht (Reichsbankpräsident) versuchte, die Ausgaben für den weiteren Ausbau von Städten und Gemeinden zu kürzen, opponierten ihm gleichbleibend eine Reihe von prominenten Parteigenossen. Als er bei zahlreichen Gelegenheiten versuchte, das Budget der Deutschen Arbeitsfront zu beschneiden, wurde der Fall Hitler vorgetragen, der zugunsten der letzteren entschied. Weil es ihrer Weltanschauung widersprach, weigerte sich die Partei, eine große Zahl von Frauen in den Vollzeitarbeitsprozeß einzugliedern […].

Die öffentlichen Ausgaben für nicht-militärische Zwecke waren 1937 und 1938 viel höher als irgendein früherer Höchststand […].

Die Gründe, die die Nationalsozialisten an einer größeren Aufrüstung gehindert haben, waren:

a) die Furcht vor größeren Defiziten

b) die Weigerung der Regierung, die Bevölkerung zu wirtschaftlichen Opfern auf zurufen

c) Hitlers Unfähigkeit, die verschiedenen privaten Interessen seinen Zielen unterzuordnen

d) mangelhafte Wirksamkeit in der Ausrichtung auf ein Programm.“

In einer anderen Aussage wird bestätigt:

„Es erwies sich, daß die Präzisionsmaschine des NS-Militarismus weder nach einer planenden Gesamtstrategie noch nach einer weit vorausschauenden Rüstungsplanung arbeitete.“

Am 5. Mai 1938 hat Generaloberst Ludwig eck, der Chef des Generalstabs des Heeres, in einer militärpolitischen Lagebeurteilung festgestellt und u. a. hiermit seinen Widerstand gegen Hitler begründet:

„[…]1. Deutschlands militärische Lage ist, absolut genommen, nicht zu vergleichen mit der Schwäche der zurückliegenden Jahre, relativ betrachtet, ist sie jedoch nicht so stark wie 1914 anzusehen, weil alle gegebenenfalls gegen Deutschland stehenden Mächte ebenfalls seit Jahren in erheblichem, teilweise stärkstem Maße aufgerüstet werden. Außerdem verfügt Deutschland, wie bekannt, noch auf Jahre hinaus über eine noch unfertige Wehrmacht.“

In der Zeit nach dem Polenfeldzug

„entwickelte die deutsche Regierung die Umstellung der Industrie des Landes auf die Gleise des Krieges und begann die Kriegsproduktion auszuweiten.“

Hiermit geben selbst die Kommunisten zu, daß die deutsche Industrie – zumindest in ihren wesentlichen Teilen – vor Kriegsbeginn noch nicht „auf die Gleise des Krieges umgestellt und die Kriegsproduktion noch nicht ausgeweitet“ gewesen ist.

„Der Hauptgrund, der das deutsche Oberkommando zwang, den Angriffstermin (gegen Frankreich) mehrmals zu verschieben, war der, daß es den Deutschen nicht gelang, zeitig die Formierung der notwendigen Heeresverbände zu beenden.“

Wenn das Reich jahrelang für Angriffsziele gerüstet, geübt und geschult hätte, wäre es doch zumindest Monate nach Kriegsausbruch in der Lage gewesen, seine „Heeresverbände zeitig zu formieren“!

Auch die Sowjets bestätigen, daß der deutsche Feldzug in Frankreich nicht mit überlegenen, sondern sogar mit zahlenmäßig unterlegenen Kräften vorgetragen worden ist:

„Die Streitkräfte Englands, Frankreichs, Belgiens und der Niederlande betrugen im ganzen 142 Divisionen (nach anderen Angaben sogar insg. 156 Divisionen); ihnen standen 136 deutsch-faschistische Divisionen Gegenüber […]. Angesichts dieses Kräfteverhältnisses und der zur Verfügung stehenden Mittel gibt es keine Grundlage, um von der Schwäche der Verbündeten, von ihrer mangelnden technischen Bereitschaft zum Krieg und von der entschiedenen Überlegenheit des faschistischen Aggressors zu sprechen.“

„Schon im Verlauf des Polenfeldzuges zeigte es sich, daß die deutsche Artillerie nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ nicht die Feueraufgaben unter den Bedingungen des mächtigen Tempos der Kampfhandlungen bewältigte. Das deutsche Oberkommando war gezwungen, die Wirksamkeit des Artilleriefeuers mit Hilfe der Luftwaffe zu verstärken […]. Die Verrechnung der Hitlergenerale im Hinblick auf die Artillerie sollte für die deutsch-faschistische Armee im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges schwere Folgen haben.“

„Amerikanische Militärexperten haben enthüllt, daß Churchills kritische Hinweise auf ein britisches und französisches Zurückbleiben in der Rüstung und seine Behauptungen über eine überwältigende deutsche Überlegenheit und Aktivität auf Gebiet jeder Grundlage entbehrten […].

Ein dem Kriegsminister der USA im Oktober 1947 zugeleiteter offizieller Bericht bewies die unglaubliche Ungenauigkeit von Churchills Zahlen und Schätzungen.“

Dieser Bericht ist in einer Publikation der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften zu finden. Er wurde dort widerspruchslos aus einer offiziellen Zusammenstellung des US-Kriegsministeriums übernommen. Es handelt sich hierbei um ein Eingeständnis des westlichen Gegners, das vom östlichen als richtig anerkannt wurde:

„Im Jahre 1938 produzierte Deutschland nur 3 350 Kriegsflugzeuge oder 5 235 Flugzeuge aller Typen – äußerst wenig für die Führung eines langen Krieges. Im Jahre 1939, d. h. am Vorabend des Krieges, produzierte Deutschland 4 733 Kriegsflugzeuge oder anders 8 295 Flugzeuge aller Typen und England – 8 000 Flugzeuge aller Typen […].

Daher bestand allein zwischen den Luftflotten Englands und Deutschlands fast kein quantitativer Unterschied. Deutschland produzierte hauptsächlich Jagdflugzeuge und Bomber, England blieb stark in der Produktion von Jägern.

In den letzten vier Monaten des Jahres 1939 (d. h. in den ersten vier Monaten des Krieges) wurden in Deutschland 247 Panzer und Sturmgeschütze hergestellt, in England dagegen 314.

Im September 1939 betrug die Gesamtzahl aller in Deutschland produzierten Panzer/Panzerwagen rund 3 000, von denen nur 300 mittelschwere waren. Bis 1939 wurde in Deutschland nicht eine einzige neue Waffenfabrik aufgebaut […] (W germanskeu woenneu promüsch P ennosti do 1939 goda ne bülo wüstroeno ni odnogo nowogo puschetschnogo sawoda).

Als Deutschland in Polen einfiel, besaß die Hitler-Armee nur für insgesamt sechs Kampfwochen die notwendige Ausrüstung! Die deutsche Luftwaffe zählte nur 1 000 Flugzeuge der taktischen Luftwaffe (der ersten Linie), auch der Vorrat an Bomben reichte nur für drei Kriegsmonate (berechnet nach der Norm des Verbrauchs im Polenfeldzug): die Erdtruppen besaßen im ganzen nur drei Panzerdivisionen, während die Reserve an Panzern 600 Stück betrug; die Kriegsmarine verfügte über 53 Unterseeboote.

Folglich konnte Hitler-Deutschland nur einen kurzen Krieg und zwar gleichzeitig mit nur einem Gegner führen.“

Man tut gut daran, dieses Zitat mehr als einmal zu lesen und auf seine Quelle zu achten. Eine Seite weiter wird festgestellt, daß Deutschland seine Produktion an Flugzeugen, Panzern und übrigen Waffen nur dadurch um ein Vielfaches vergrößern konnte, weil es ihm gelungen war, Frankreich zu zerschlagen und die britische Armee vom Kontinent zu vertreiben und sich sodann der reichen Quellen des besetzten Europa zu bedienen.

Deutschland verfügte somit im Jahre 1939 an Flugzeugen, Panzern und Munition relativ zur Bevölkerung (80 Millionen) über etwas mehr als die Hälfte der Rüstung Englands, eines einzigen seiner Hauptgegner (50 Millionen). Hierbei bleibt noch die für die britische Rüstung arbeitende Industrie Kanadas unberücksichtigt sowie die Tatbestände, daß US-Präsident Roosevelt bereits Monate vor Kriegsbeginn an England und Frankreich weitgehende Hilfsversprechen abgegeben hatte und außerdem England durch seine Insellage militärisch geschützt war.

In ihrem alliiertenfreundlichen und einer Revision der (nach dem Ersten Weltkrieg von den Siegern diktierten) Verträge abgeneigten Buch „The Challenge to Isolation“ weisen die amerikanischen Professoren William L. Langer und S. Everett Gleason mit aller Entschiedenheit die fragwürdigen Thesen Churchills über die überwältigende Stärke Deutschlands im Jahre 1939 zurück:

„Es kann kaum ein Zweifel darüber bestehen, daß die Deutschen im Jahre 1939 weit davon entfernt waren, auf einen langen und umfassenden Krieg vorbereitet zu sein. Ihre laufende Kriegsproduktion war der kombinierten britischen und französischen weit unterlegen und sie hatten bemerkenswert wenig Reserven. Von den 100 Divisionen, die sie gegen Polen ins Feld schickten, waren nur drei mechanisiert und keine völlig motorisiert. Mit einem Wort: die Deutschen waren für einen zwei Monate dauernden Blitzkrieg wie den gegen Polen gerüstet, auf keinen Fall aber für die Art von Krieg, in die sie nun verwickelt wurden.“

Der deutsche Reichsverteidigungsausschuß verstand unter einem künftigen Krieg nur einen Defensivkrieg, weil schwere Artillerie völlig fehlte, die Panzer erst in Erprobung standen und die Munitionsvorräte völlig unzulänglich waren. Die deutschen Bewaffnungsprogramme waren abgestellt auf die Jahre 1943 oder 1944. Obgleich ein Bewaffnungsprogramm noch kein Beweis für einen Angriffswillen ist, zeigt sich auch an diesem Beispiel, daß der Krieg 1939 von Deutschland nicht „geplant“ war. Das Oberkommando des Heeres erhielt im Dezember 1938 den Befehl – immerhin ein Jahr vor Beginn „des Krieges zur Eroberung der Welt“! -, sich bis zum Jahre 1945 nur dem organisatorischem Aufbau und seiner Ausbildung zu widmen und jede Art von Vorbereitung für einen Kriegsfall, einschließlich der Vorbereitungen für eine Grenzsicherung zu unterlassen.

„Der Westwall litt noch Mangel an Verschlüssen, Panzertürmen, Maschinengewehrstellungen.“

„Das deutsche Transportnetz war vom militärischen Standpunkt aus noch nicht ausreichend für einen Krieg.“

Die deutsche Schwerindustrie, die zu 80% von der Eisen- und Manganerzeinfuhr abhängig war, hatte nichts unternommen, um durch Vorratsbildung für den Kriegsfall gerüstet zu sein. Kaum ein wichtiger Rohstoff war ausreichend vorhanden oder konnte in genügendem Maße neu erzeugt werden. Der Lokomotiv- und Wagenpark der Reichsbahn war geringer als im Jahre 1914. Die Umstellung der Friedenswirtschaft auf die Kriegswirtschaft mußte improvisiert werden, da weder vorgeplante Richtlinien, noch Koordinierungen, noch Normierungen, noch Typenbeschränkungen, noch eine entsprechende Personalplanung vorlagen.

„Einzelne Maßnahmen, wie z. B. die Bevorratung mit Lebensmitteln, beweisen vielmehr, daß die agrarpolitische Führung des Deutschen Reiches vor 1939 mit dem Zwang, in einem gegebenen Kriegsfall sich längere Zeit aus dem eigenen Raum ernähren zu müssen, eher rechnete als mit dem Anfall großer Überschußgebiete als Folge einer Besetzung durch deutsche Truppen.“

Ein weiteres Eingeständnis aus sowjetischer Quelle:

„Zu den schwachen Seiten der hitlerischen Kriegsorganisation gehört vor allem die völlig ungenügende Vorbereitung der materiell-technischen Basis des Reiches, seiner Wirtschaft für einen Krieg im Weltmaßstab gegen die Koalition der großen Mächte. Dieses war hauptsächlich eine Folge des Fehlens genügender Quellen und Vorräte der einzelnen wichtigsten Arten strategischer Rohstoffe, der Abhängigkeit der bewaffneten Kräfte von der Einfuhr dieser Rohstoffe aus dem Ausland und der damit verbundenen ständigen Beschränkung, der diese Einfuhr unterlag. Die allgemeine Kürzung des Exportes und die mächtige Staatsschuld Deutschlands schufen große wirtschaftliche Schwierigkeiten, die unmittelbar die Kriegsproduktion und den Zustand der bewaffneten Kräfte beeinflußten.

Ferner ist es notwendig darauf hinzuweisen, daß im Vergleich mit den Anforderungen eines Weltkrieges die Wehrmacht über ein nur begrenztes Waffenarsenal verfügte, teilweise hinsichtlich der Panzerkräfte und besonders der Kriegsvorräte. Das Fehlen eines notwendigen Wagenparkes mittlerer und schwerer Panzer, das Vorherrschen der leichten, die, wie die Erfahrung bald gezeigt hat, auf Grund ihrer Konstruktionsdaten den Schutzanforderungen nicht entsprachen, zwangen dazu, den Umfang der Panzereinheiten zu beschränken und ihre Gliederung zu improvisieren […].

Der hitlerische Staat konnte die Last eines langen Krieges gegen die Koalition der europäischen Staaten nicht aushalten.“

Besonders der Generalstab des Heeres befürchtete ein militärisches Vorgehen der westlichen Mächte in einem Konfliktfall mit Polen:

„In Berlin wußte man genügend gut, daß die vereinigten Kräfte Frankreichs, Englands und Polens die Wehrmacht, […], um Etliches übertrafen. Der Zweifrontenkrieg war immer ein Alptraum für die deutschen Militaristen, aber unter den Bedingungen des Jahres 1939 konnte er für das „Dritte Reich“ katastrophale Folgen haben. Alle diese Befürchtungen sind anschaulich ersichtlich aus den verschiedenen strategischen und operativen Plänen des Generalstabs des Heeres.“

England, Frankreich und die Sowjetunion wären im Jahre 1939 fähig gewesen, mit„nicht weniger als 270 Divisionen, mit Tausenden von Panzern und Flugzeugen die Wehrmacht in den Schraubstock zweier Fronten einzuspannen.

Im letzten Friedensjahr (vom 1. 1. bis 5. 9. 1939) haben Deutschland für 23 000 Dollar, Frankreich für 16 000 000 Dollar und Großbritannien für 21 000 000 Dollar Kriegsmaterial aus den USA bezogen. Nachweislich stand Deutschland in den Rüstungskäufen im Ausland weitaus an letzter Stelle. Auch dieser Tatbestand beweist, daß Hitler keine übereilten oder auf das Jahr 1939 abgestellten Rüstungspläne entworfen hatte, und daß er selbst im Sommer 1939 seinen Generalen von einer Rüstungsintensivierung abgeraten, die Möglichkeit einer entscheidenden Krise erst für 1943-1945 ins Auge gefaßt und nach wie vor das Schwergewicht seiner Wirtschaftspolitik auf Straßen- und Städtebau gelegt hatte.

Es gab zu Beginn des Krieges weder gegen den westlichen Nachbarn Frankreich noch gegen die Seemacht Großbritannien einen deutschen Operationsplan, sondern bis zum Frühjahr 1939 nur einen Grenzschutzplan gegen den Osten. Die Aufstellung eines Operationsplanes gegen Polen (Fall „Weiß“) wurde erst am 3. April 1939 befohlen, und zwar mit der deutlichen Begründung, „um nötigenfalls jede Bedrohung von dieser Seite auszuschließen“. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, da die Verkündung des britischen Freibriefes in Verbindung mit der chauvinistisch-kriegerischen Haltung Polens, „wo die maßlose Überschätzung der eigenen Macht offenbar die Einsicht in die tödliche Gefahr verhinderte“, eine bewaffnete Auseinandersetzung deutlich werden ließ. Selbst unmittelbar nach dem Polenfeldzug sind in Deutschland noch keine Pläne für eine Offensive gegen den Westen aufgestellt gewesen.

„Wenig Vorbereitungen wurden sogar für einen Defensivkrieg gegen Frankreich getroffen. Eine kleine Einheit der deutschen Luftwaffe wurde in Westdeutschland stationiert, „um Frankreich daran zu hindern, die volle Luftherrschaft zu erringen“. Nur zwei Heeresdivisionen wurden in der Siegfriedlinie stationiert; zwei weitere wurden im September nachgeführt – gegen ein französisches Potential von über 80 Divisionen […].

Die Deutschen gewannen im Frankreichfeldzug 1940 einen entscheidenden Sieg ohne große Überlegenheit in Mannschaftsstärke oder Ausrüstung.“

Luftstreitkräfte

Die Totalstärke der einsatzfähigen deutschen Luftwaffe wird sowohl von deutscher als auch von gegnerischer Seite mit 3 000 Flugzeugen, in anderer Quelle mit 1 000 Bombern und 1 050 Jägern angegeben. Die Ersatzmöglichkeiten an Flugzeugen waren sehr spärlich. Es gab keine viermotorigen Bomber, und selbst die zweimotorigen Bombenflugzeuge (Dornier 17 und Heinkel 111) erwiesen sich als nicht voll leistungsfähig. Der deutsche Fernkampfbomber Junkers 88 war 1939 nur in wenigen Exemplaren vorhanden und kam in Polen nicht zum Einsatz. „So gut wie er war, so war die Ju 88 doch kein wirklich schwerer Bomber“. Allein die kriegsfähigen Luftflotten Englands und Frankreichs umfaßten 7 300 Flugzeuge. England verfügte 1939 über 2327 Flugzeuge 1. Linie und zwar 1 751 in der Heimat (davon 855 Bomber, 560 Jäger, 300 Aufklärer), 222 bei der Marine und 354 in Übersee. Das Deutsche Reich hatte bis Kriegsbeginn strategisch offensive Langstreckenbomber noch nicht einmal entwickelt, England dagegen bereits seit 1934, die Vereinigten Staaten von Amerika seit 1935.

„So wurde (von britischen und amerikanischen Ökonomen) entdeckt, daß seine (Deutschlands) Flugzeugproduktion im Herbst 1939 = 675 Maschinen monatlich betrug, nicht mehr als jene Großbritanniens; seine Panzerproduktion war geringer; es begann den Krieg mit einem Vorrat an Flugbenzin von nur drei Monaten.“

„England betonte den strategischen Luftkrieg am stärksten, nachdem es schon am 1. 4. 1918 die RAF als selbständigen Wehrteil geschaffen und führungsmäßig ganz scharf von Heer und Marine getrennt hatte. Es hatte schon damals einige Bomberverbände als „Independent Air Force“ für einen strategischen Luftkrieg aufgestellt und diese Entwicklung seit 1925 weiter vertieft. Als dafür bestgeeigneten Flugzeugtyp sah es den schweren, stark bewaffneten Langstreckenbomber an, den es seit 1934 entwickeln und seit 1936 in Serie bauen ließ, um ihn seit 1941 schließlich in ausreichender Zahl für einen strategischen Luftkrieg verfügbar zu haben. Dieser Aufgabe galten die zielbewußten Vorbereitungen Englands schon lange vor 1939, welche einen Plan für einen Luftkrieg gegen Deutschland mit festgelegter Reihenfolge der Zielbekämpfung einschlossen und von vornherein einen beträchtlichen Zeitbedarf für den Erfolg in Rechnung stellten.“

„Die Deutschen haben niemals (von der Fronttruppe) unabhängige Bombardierungen geplant. Ihre Bomber waren Hilfskräfte der Landtruppen, und sie mußten die Luftangriffe auf England im Sommer 1940 improvisieren.“

Man sollte auch folgende Aussage zur Kenntnis nehmen:

„Studien über die deutsche Industrie im Hinblick auf strategische Luftangriffe wurden von den Engländern erstmalig in der Mitte der zwanziger Jahre unternommen. Die Vereinigten Staaten hatten sich auf einen Eintritt in den europäischen Luftkrieg mit einer Liste vorbereitet, die 124 Ziele aus dem Bereich der Stromerzeugung, des Transportwesens und der Kraftstoffindustrie, sowie 30 Ziele aus der Luftfahrt- und Leichtmetallindustrie enthielt! Einzelheiten für die zur Durchführung der Angriffe bestimmten Bombereinheiten wurden bereits 1932 in den Vereinigten Staaten und England niedergelegt.“

Seestreitkräfte

Die deutsche Flotte war wesentlich schwächer als im Jahre 1914, so daß sie der französischen unterlegen war und sich wegen der „überwältigenden britisch-französischen Übermacht nicht auf die hohe See wagen konnte“. Flugzeugträger waren keine vorhanden, U-Boote 57, davon nur 42 einsatzfähig. Berücksichtigt man, daß von der Gesamtzahl der U-Boote nur weniger als ein Drittel „am Feind“ sein kann, während sich die übrigen auf der Hin- oder Rückfahrt oder zur Überholung auf der Werft befinden oder zu Schulzwecken abgestellt sind, so mindert sich die geringe Zahl der deutschen U-Boote von 1939 noch weiter.

„Jedoch nicht die Hälfte war groß genug und genügend für Aktionen im Atlantik abgerichtet. Tatsächlich wurden 18 (U-Boote) zu Beginn des Krieges gegen England eingesetzt und drei andere in die Ostsee geschickt, um die Operationen gegen Polen zu unterstützen.“

„Von 1933 bis 1938 hatte die deutsche Marine keine Pläne entworfen, die eine Hochseeflotte zum Ziel gehabt hätten, oder für eine Marine, die mit England hätte rivalisieren können.“

Gegenüber den 57 sehr viel kleineren deutschen U-Booten besagen England und Frankreich zu Kriegsbeginn 135 U-Boote. Großadmiral Raeder fügt hinzu:

„Unseren 2 Schlachtschiffen und 3 Panzerschiffen standen zusammen 22 britische und französische Schlachtschiffe gegenüber. Wir hatten keinen Flugzeugträger. Der Gegner dagegen verfügte über 7 Flugzeugträger. Unseren 2 Schweren Kreuzern entsprachen 22 der anderen Seite. Bei den Leichten Kreuzern war das Verhältnis 6:61 und bei den Zerstörern und Torpedobooten 34:255“

Winston Churchill am 16. 3. 1939 im Unterhaus:

„Die deutsche Flotte wird während der nächsten Jahre nicht in der Lage sein, eine Schlachtlinie für eine große Seeschlacht zu bilden.“

Winston Churchill in seinen Memoiren:

„Diesmal (1939) hatte die deutsche Flotte ihren Wiederaufbau eben erst begonnen und war nicht einmal imstande, eine Schlachtlinie zu bilden. Unsere Herrschaft zur See war somit, soweit Überwasserschiffe in Frage kamen, unbestritten. Sowohl an Stärke wie an Zahl war unzweifelhaft die britische Flotte der deutschen gewaltig überlegen, und es bestand gar kein Grund anzunehmen, daß sie technisch und in der Ausbildung ihrer Mannschaften im Rückstand geblieben sei […].

Die britische Flotte hatte eher mit gewaltigen und zahllosen Aufgaben zu rechnen als mit einem Widersacher.“

Eine sowjetische Quelle:

„Die deutsche Marineluftwaffe war 1939 in Deutschland äußerst ungenügend.“

Großadmiral Raeder am 17. Mai 1946 vor dem Militärtribunal in Nürnberg:

„Es liegen die verschiedensten Beweise dafür vor, daß ich in gar keiner Weise mit einem Krieg zum Herbst (1939) rechnete, und bei dem geringen Maß der Aufrüstung der deutschen Marine war das natürlich. Ich habe das in einer Rede zu den U-Boot-Offizieren in Swinemünde ganz klar zum Ausdruck gebracht, daß nicht damit zu rechnen sei.“

Großbritannien

Großbritannien war 1939 keineswegs so rüstungsschwach oder gar auf defensive Strategie ausgerichtet, wie man es immer wieder darzustellen beliebt. Dies ergibt sich – abgesehen von der an Stärke und Kapazität unübertroffenen Marine – allein schon daraus, daß die britische Produktion an Flugzeugen und Panzern der Produktion Deutschlands gleich war bzw. diese sogar übertraf. Die britische Admiralität hatte sowohl vor 1914 als auch vor 1939 Offensivpläne zur Vernichtung der deutschen Flotte und zur Invasion über den Kanal vorliegen.

Winston Churchill schrieb bereits Ende 1936,

„daß die Marine stark sei und daß sogar während der Jahre der Abrüstung nicht weniger als 50 Millionen Pfund Sterling jedes Jahr dafür ausgegeben wurden […]“

Am 3. 10. 1938, drei Tage nach Unterzeichnung der deutsch-britischen Friedens- und Freundschaftserklärung, proklamierte N. Chamberlain überraschend eine Aufrüstung um jeden Preis.

„Wir sind in diesem Land bereits während eines langen Zeitraumes mit einem großen Wiederaufrüstungsprogramm beschäftigt, das an Umfang und Tempo ständig zunimmt.“

In Blackburn am 22.2. 1939, einen Monat vor „Prag“:

„Die Zahlen unserer Aufrüstung sind in der Tat überwältigend. Vielleicht sind sie so gewaltig, daß das Volk sie gar nicht mehr zu fassen vermag.“

Selbst wenn man annimmt, er habe übertrieben, so muß doch berücksichtigt werden, daß derartige Angaben aus dem Munde eines Premierministers auf die „betroffenen“ Völker nachhaltig einwirken. Sie waren in der Tat dazu bestimmt, den französischen Verbündeten zu erhöhten Rüstungsanstrengungen anzustacheln. Sie mußten das Rüstungsfieber und die Kriegspsychose in sämtlichen Lagern verstärken und einem Höhepunkt zutreiben.

„England verfügte über 6 bereite Divisionen, konnte „in kürzester Frist“ weitere 9 auf den Kontinent werfen und als zweite Staffel diese mit weiteren 16 Divisionen ergänzen, – alles in allem also 32 Divisionen. Die Luftstreitkräfte Englands bestanden aus mehr als 3 000 Flugzeugen der ersten Linie.“

Am 1. September 1939 stellte N. Chamberlain im Unterhaus fest:

„Der wichtigste und befriedigendste Punkt ist der, daß wir heute keinen allgemeinen Appell für Rekruten zu erlassen brauchen, wie Lord Kitchener vor 25 Jahren es tat. Dieser Appell ist um viele Monate vorweggenommen worden, und die Mannschaften sind bereits verfügbar.“

Das seebeherrschende Albion konnte sich mit seinen beachtlichen Dominien und den ihm befreundeten Nationen in allen Teilen der Welt Rohstoffe und Rüstungsgüter auch in Kriegszeiten verschaffen. Dennoch war das Rüstungsvolumen der britischen Insel im Jahre 1939 bereits ungefähr auf den Stand des deutschen gebracht. In Beziehung zur Bevölkerung gesetzt (Deutschland = 80 Millionen, England = 50 Millionen Menschen), war es sogar doppelt so groß. Deutschland war zudem im Ernstfall einer wirksamen Blockade ausgesetzt. England dagegen beherrschte die Seewege. Wer das Rüstungspotential von England, Frankreich und Deutschland im Jahre 1939 bewerten will, muß diese politischen, strategischen und geographischen Gegebenheiten mit berücksichtigen.

Er muß gleichermaßen berücksichtigen, daß das britische Kriegskabinett seine Strategie auf einen langen Krieg aufbaute, indem sich England zumindest in der ersten Zeit dieses Krieges nur mit äußerst geringen Kräften selbst zu engagieren, dafür aber die Armeen seiner Verbündeten in den Kampf zu werfen gedachte. Dem widerspricht auch die anfängliche Auffassung Chamberlains nicht, Hitler mit Hilfe der Widerstandskräfte in seinen eigenen Reihen leiht und kurzfristig besiegen zu können: auch für diesen Fall benötigte England keine überwältigenden Heerestruppen auf dem Kontinent.

„Das englische Kriegskabinett erklärte noch Anfang September 1939, daß sich der Krieg auf drei Jahre hinziehen werde, und stellte einen Mobilisierungsplan für die Reserven auf, der von dieser Frist ausging. Der Plan sah eine Vergrößerung der Flotte vor, die Entfaltung von 55 Divisionen erst bis zum Herbst 1941 sowie die Ausweitung des Flugzeugparks auf 12 000 Maschinen bis zum Frühjahr 1940. Die Lage Deutschlands in bezug auf die grundlegenden Arten der strategischen Rohstoffe wurde als äußerst schwierig eingeschätzt: nach englischen Plänen konnten sie nur für sechs Monate ausreichen […].

Die grundlegende Methode des Wirtschaftskrieges gegen Deutschland, deren Pläne in England seit Frühjahr 1939 ausgearbeitet worden waren, war die See-Blockade. Sie sollte von der Flotte der Metropole (homefleet) verwirklicht werden, und zwar in der Nordsee, im Mittelmeer und teilweise in der Ostsee.“

Bereits Jahre vor dem Krieg war in England ein „Beratendes Komitee für Handelsfragen in Kriegszeiten“ geschaffen worden. Diese sogenannten „Blockade-Planer“ hatten bereits 1937 Blockade-Pläne gegen drei hypothetische Gegner ausgearbeitet: Deutschland, Italien und Japans. Diese weltweiten Maßstäbe zeugen eindrucksvoll von den Kräfteverhältnissen zu einer Zeit, da man sich in Deutschland Sorgen um die Bewirtschaftung von Rohstoffen machte (weil man zu wenig, nicht zu viel davon hatte) und das Ausland bereits begann, Handelsverträge mit Deutschland, vornehmlich Buntmetalle betreffend, zu stornieren. Im Jahre 1937 hatte die Gesellschaft der Deutschen Schwerindustrien ein Memorandum verfaßt, wovon Dr. Goerdeler insgeheim die britische Regierung unterrichtete, demzufolge Deutschland einen fehlenden Rohstoffbedarf von 40-60%, fehlende Nahrungs- und Futtermittel zu 25-30% und einen um ein Drittel geschrumpften Export hatte.

„Die maximale Eigenerzeugung würde in den nächsten vier Jahren nicht mehr als 50% des Bedarfs an Eisen und Stahl, 70% an Zink, 45% an Blei und 15% an Kupfer erreichen. Die Eigenerzeugung an Rohstoffen betrug nicht mehr als 25% des deutschen Bedarfs.“

Frankreich

Im August 1939 war die Mobilmachung Frankreichs bereits praktisch vollzogen. Winston Churchill sprach von 5 Millionen ausgebildeter französischer Soldaten. Am 28. August berichtete der britische Botschafter in Paris, Phipps, nach London über ein Gespräch mit dem französischen Außenminister Bonnet:

„Bannet war ruhig und schien alles in allem nicht ohne Hoffnung im Hinblick auf die Möglichkeit, den Frieden zu erhalten. Er findet es merkwürdig, daß Hitler die Mobilisierung von 2 700 000 französischen Kämpfern ohne vorbeugenden Gegenschlag geduldet hat. Von der Gesamtzahl von rund 5 500 000 Männern, die eine Generalmobilmachung zur Verfügung stehen würde, fehlen wenig mehr als eine halbe Million Kämpfer; der Rest würde sich aus Personen zusammensetzen, die Kriegsdienste im Hinterland leisten […].“

Der sowjetische Botschafter in London war gut über die französische Kampfkraft unterrichtet:

„Frankreich besaß (1939) über 110 Divisionen, nicht gerechnet die Fliegerabwehreinheiten, die Küstenverteidigung und jene Truppen, die es in Afrika befehligte. Darüber hinaus waren bis 200 000 Soldaten des republikanischen Spanien vorhanden, die nach dem Sieg Francos nach Frankreich ausgewichen waren und gebeten hatten, in die französische Armee übernommen zu werden. An Bewaffnung verfügten die französischen Kräfte über 4 000 moderne Panzer und 3 000 Geschütze der schweren Artillerie mit einem Kaliber von 150 mm und größer (nicht gerechnet die Divisionsartillerie). Die Luftwaffe Frankreichs bestand aus 2 000 Flugzeugen der ersten Linie, von denen rund Zweidrittel nach damaligen Begriffen moderne Flugzeuge waren; ihre Jäger hatten eine Stundengeschwindigkeit von 450-500 km, ihre Bomber eine solche von 400 – 450km.“

Frankreich verfügte im Juni 1940 – ohne England, Holland und Belgien – über eine wesentlich stärkere Panzerwaffe als Deutschland. England und Frankreich haben in den Vorkriegsjahren – jedes Land für sich – ebensoviel oder mehr für die Rüstung aufgewendet als Deutschland.

„Die gesamten Rüstungsausgaben Englands und Frankreichs, die gemäß den bestehenden Abkommen und Verpflichtungen nach militärischen Gesichtspunkten vereinheitlicht waren, waren im Jahre 1939 viel höher als jene Deutschlands. Beim Ausbruch des Krieges im September 1939 besaß Frankreich eine weitaus größere Armee als Deutschland, gut ausgerüstet und stark verschanzt hinter der berühmten, eindrucksvollen und, wie man annahm, uneinnehmbaren Maginot-Linie.“

Tschechoslowakei 1938

„30 bis 40 tschechische Divisionen standen an der deutschen Ostgrenze, und das Gewicht der französischen Armee begann sich im Verhältnis von 8 zu 1 auf den Westwall zu legen. Ein feindliches Rußland konnte von tschechischen Flugplätzen aus operieren, und Sowjetarmeen konnten ihren Vormarsch durch Polen oder Rumänien antreten.“

Die tschechische Armee, deren Friedensstärke 120 000 Mann betrug, hatte im Hochsommer 1938 in 30 bis 40 Divisionen (21 reguläre, 15 oder 16 bereits mobilisierte Divisionen zweiter Linie) 1,5 Millionen Mann unter Waffen, war ausgerüstet „mit einem gewaltigen und vorzüglich organisierten technischen Apparat“ und stand „hinter der stärksten Befestigungslinie Europas“.

„Die tschechische Armee niederzuwerfen und die böhmische Festungslinie zu durchstoßen oder zu umgehen, erforderte praktisch 35 Divisionen – die Hauptmacht der mobilen und voll ausgebildeten deutschen Armee […].

Im Augenblick eines Angriffs auf die Tschechen waren nur 5 aktive und 8 Reservedivisionen verfügbar, um die gesamte deutsche Westgrenze gegen die französische Armee zu verteidigen, die 100 Divisionen mobilisieren konnte.“

„Die tschechische Armee mit ihren wohlausgerüsteten 34 Divisionen war wahrscheinlich allein stark genug gegen die nur halb ausgebildete deutsche Armee von 1938.“

Polen

Die polnische Armee betrug zu Kriegsbeginn nach allgemein anerkannten Schätzungen 55 Infanterie-Divisionen, 12 Kavallerie-Brigaden und zwei motorisierte Formationen. Im Herbst 1939 verfügte Polen über 1,5 Millionen Soldaten. Da die polnische Friedensarmee die immerhin schon beachtliche Zahl von 200 000 (211 000 Mann) erreicht hatte, zeigt dieser Vergleich zu der seit Frühjahr 1939 schrittweise mobilisierten polnischen Armee deutlich die aggressiven Absichten der polnischen Armee auf, zumal sie diese Mobilisierung durchgeführt hatte, ohne von Deutschland bedroht worden zu sein oder sich bedroht gefühlt zu haben. Im Frühjahr, am 25. 3. 1939, berichtete der britische Botschafter in Warschau, Kennard, seinem Außenminister, kompetente Persönlichkeiten hätten ihm vertraulich mitgeteilt, daß von dieser Mobilisierung bereits 750 000 Mann erfaßt worden seien. Die polnische Luftwaffe verfügte im Herbst 1939 über 1 200 Flugzeuge.

Zweifellos waren die polnischen Militärs noch in überholten strategischen und technischen Vorstellungen befangen: sie überbewerteten die Kavallerie, unterschätzten die Leistungsstärke ihres Gegners, verfügten über zu wenig Panzer, Panzerabwehrgeschütze, Artillerie, Flugzeuge und Fliegerabwehreinheiten. Auch ihre strategische Unbeweglichkeit, das Fehlen jeglicher Defensivstrategie, der schlechte Kampfgeist der vielen Angehörigen fremdvölkischer Minderheiten in der polnischen Armee (lediglich 52,7% der Bevölkerung des Staates „Polen“ waren Polen) und nicht zuletzt die Illusionen, die man in Warschau seinen „Freunden“ Frankreich, England und den Vereinigten Staaten gegenüber hegte, haben erheblich zur militärischen Katastrophe im September 1939 beigetragen. Immerhin bleibt für eine Bewertung des militärischen Potentials Polens vor Kriegsbeginn bestehen, daß die deutsche Führung diese Mängel nicht von vornherein alle einkalkulieren konnte und daß sich auf der anderen Seite die polnische Führung dieser Mängel nicht bewußt gewesen ist. Die polnische Führung hat ihre Politik auf den Einsatz einer starken Militärmacht – und zahlenmäßig war sie beachtlich für diesen Staat! – ausgerichtet, und jeder deutsche Reichskanzler hätte auf diese Politik hin – und nicht auf eventuelle Schwächen der polnischen Armee – reagieren müssen.

Sowjetunion

Während das Deutsche Reich 1939 über 75 Divisionen, 1 000 einsatzfähige Flugzeuge (taktische Luftwaffe), 3 000 Panzer verfügte, rühmte sich allein die Sowjetunion im Sommer 1939, an ihrer Westfront zum Kampf gegen Deutschland sofort 136 Divisionen, 5 000 mittlere und schwere Geschütze, 9-10 000 Panzer, mehr als 5 000 (einigen Quellen zufolge fünfeinhalbtausend) Flugzeuge einsetzen zu können.

Das war keine leere Prahlerei: Die Sowjetunion hat diese Streitkräfte in den britisch-französisch-sowjetischen Militärbesprechungen im Juli/August 1939 den Westmächten offiziell für den sofortigen Kampf gegen Deutschland angeboten – was auch ein bezeichnendes Licht auf die Geisteshaltung der Sowjets beim Abschluß des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes zur gleichen Zeit am 23. 8. 1939 wirft. Nicht an der Weigerung Englands oder Frankreichs, sondern vorwiegend an der Weigerung Polens und Rumäniens, die Rote Armee durch ihr Land marschieren zu lassen, sind diese Gespräche gescheitert, so daß die ungeheuren Kräfte der Roten Armee im Jahre 1939 in Europa nicht zum Einsatz kamen. Daß dieser angebotene Waffeneinsatz ernsthafte Realität war, wird auch von sowjetischen Historikern bestätigt. Sie bezeugen, daß die sowjetische Regierung „im Verlauf aller Vorkriegsjahre bereit war, gegenüber Deutschland (dem „Aggressor“) bewaffnete Gewalt anzuwenden“.

„Die Rote Armee war während der letzten Monate gewaltig angewachsen […]. Diese Aufstellung der Reserveeinheiten innerhalb der Roten Armee hatte gegen Ende 1938 das russische Friedensheer auf zwei Millionen Mann, etwa das Dreifache der deutschen Heeresstärke, erhöht.“

In den Jahren von 1934 bis 1938 hatte die Rote Armee nach Angaben des ehemaligen Verteidigungsministers Woroschilow vom 13. 3. 1939 ihren Personalbestand und ihre Kampfkraft verdoppelt. Die weiträumige UdSSR, das militanteste Land der Welt, hatte seit Jahr und Tag das Hauptgewicht der industriellen Produktion auf die Schwer- und Rüstungsindustrie verlagert und bereits seit dem Jahre 1937 rund 25% des gesamten Volkseinkommens für militärische Zwecke ausgegeben (Deutschland 1937 = 10%, 1938/39 = 15%).

Psychologische Kriegsvorbereitung

Und wie sah angesichts dieser Tatbestände die Propaganda gegen Deutschland aus?

Winston Churchill agitierte, wenn er sein Lieblingsthema „deutsche Aufrüstung“ berührte, entgegen besserem Wissen mit falschen Angaben. Und diese seine nachweislich gefälschten Angaben wurden nicht nur von einer weltweiten Propaganda – „freien Presse“ – aufgegriffen, sondern auch von den Regierungen, die sie für ihre Interessen verwerteten: England, Frankreich, USA, UdSSR vornehmlich.

So z. B. vor seinen Wählern am 27. 8. 1938:

„Die Gefährdung des Friedens wird nicht beseitigt sein, bevor die ungeheuren deutschen Armeen, die zu den Fahnen gerufen wurden, wieder aufgelöst sind. Daß ein Land, das selbst von niemandem bedroht wird, das niemanden zu fürchten hat. Über fünfzehnhunderttausend Soldaten in Kriegsbereitschaft versetzt, ist ein sehr ernster Schritt. Es scheint mir […], daß man diese großen Truppenteile nicht ohne die Absicht mobilisiert hat, innerhalb einer sehr begrenzten Zeitspanne zu einem Schluß zu gelangen.“

Für den rechnerisch Unkundigen: Fünfzehnhunderttausend sind 1,5 Millionen. Einige Seiten weiter berichtet Churchill, daß allein die Tschechen im Mai 1938 1,5 Millionen Mann zu den Waffen gerufen hatten, ohne allerdings diesen Tatbestand eines ähnlich gefärbten Kommentars zu würdigen. Wenn der tschechisch-slowakische Nationalitätenstaat von 15 Millionen Einwohnern (davon nur 7 Millionen Tschechen) 1,5 Millionen Mann mobilisiert, so wird das anscheinend für ganz in Ordnung gehalten. Wenn Polen mit seiner Bevölkerung von 35 Millionen (davon 15 Millionen fremdvölkischen Minderheiten) ebenfalls 1,5 Millionen Mann mobilisiert, so soll auch das in Ordnung sein. Besitzt aber Deutschland mit seinen 80 Millionen Menschen eine nur gleichgroße Armee von 1,5 Millionen angesichts einer zugespitzten Krisensituation, im Verhältnis zur Bevölkerung also nur den fünften Teil des tschechisch-slowakischen Aufgebots – dann ist das für Churchill und seine Gesinnungsgenossen ein den Frieden bedrohendes Verbrechen und ein Beweis für Weltherrschaftsstreben. Churchill in einer Rede im Jahre 1936:

„Deutschland rüstet in einer Weise auf, wie man es in der deutschen Geschichte noch nie erlebt hat. Es wird von einer Handvoll übermütiger Desperados gelenkt. Das Geld wird knapp; unter der Despotenherrschaft regt sich Unzufriedenheit. Bald werde sie wählen müssen, ob sie einen wirtschaftlichen oder finanziellen Zusammenbruch und innere Unruhen vorziehen oder einen Krieg, der kein anderes Ziel haben könnte als ein germanisiertes Europa unter nationalsozialistischer Aufsicht. Deshalb scheint mir, daß alle die alten Gegebenheiten wieder vorliegen (Hegemoniestreben einer europäischen Kontinentalmacht, das ausgetilgt werden muß) und daß unsere nationale Rettung davon abhängt, ob wir noch einmal alle Mächte in Europa vereinigen können, um die deutsche Oberherrschaft in Schranken zu halten, zu verhindern und wenn nötig zu vernichten.“

Im Jahr 1938/1939″, so gesteht Churchill in seinen Memoiren,

„erreichten die britischen Wehrausgaben im ganzen 304 Millionen Pfund, die deutschen mindestens 1 500 Millionen. Es ist anzunehmen, daß Deutschland in diesem letzten Jahr vor Kriegsausbruch mindestens doppelt so viel Kriegsmaterial herstellte wie England und Frankreich zusammen, vielleicht sogar dreimal so viel, und daß damals auch seine großen Anlagen für den Bau von Panzerwagen ihre volle Leistungsfähigkeit erreichten. Die Deutschen verschafften sich somit Waffen in viel schnellerem Tempo als wir.“

„Die 40-Stunden-Woche erlaubte es Frankreich nicht, mit Deutschland Schritt zu halten, wo man mit Überstunden unter Kriegsbedingungen Aufrüstete […].

Die deutschen Rüstungsbetriebe arbeiteten mit Hochdruck. Tag und Nacht kreisten in Deutschland die Räder und fuhren die Hämmer nieder; seine gesamte Industrie wurde eine Waffenschmiede und schweißte die ganze Bevölkerung in eine einzige disziplinierte Kriegsmaschine zusammen.“

Was Churchill mit Hilfe seiner Agitation über die deutsche Aufrüstung in die Wege zu leiten gedachte, erklärte er in der Unterhausdebatte am 16. März 1939 recht freimütig:

„Man muß bedenken, daß Deutschland, ebenso wie alle anderen Länder, nun in voller Aufrüstung begriffen ist und unter dieser ungeheuren Anstrengung stöhnt und ächzt. Es gibt bereits 26 Prozent seines Volkseinkommens für Kriegsvorbereitungen aus. Alle Arbeitskräfte, geschulte wie ungeschulte, stehen bis zum letzten Mann in Arbeit. Die Gartengitter und selbst die eisernen Grabkreuze werden als Schrottmetall eingeschmolzen […].

Ich hörte daher mit Vergnügen, wie Lord Chatfield gestern die Meinung vertrat, daß es „die Pflicht der Königlichen Flotte sei, die feindliche Flotte aufzuspüren und zu zerstören“. Das ist der Ton, den man anschlagen muß […].“

Unsachlicher und provozierender geht es wirklich nicht! Doch selbst die Tatsache, daß sich dieser Mann in ein und demselben Buch auch bei diesem Thema der deutschen Rüstung derart oft widerspricht und sich auch hier seiner “Schuljungenrhetorik, die Winston Churchill in jeder gewünschten Länge zu Produzieren imstande war“, bedient, scheint niemanden zu stören:

„Die deutsche Kriegsmaschine war schwankend über die Grenze gerumpelt (deutsch-österreichische Grenze, März 1938) und in der Nähe von Linz zum Stillstand gekommen, trotz tadellosen Wetter- und Straßenverhältnissen versagte die Mehrzahl der Panzer. In der motorisierten schweren Artillerie ereigneten sich Pannen. Die Straße von Linz nach Wien war durch steckengebliebene schwere Fahrzeuge blockiert. General von Reichenau […] galt als verantwortlich für ein Versagen, das den unfertigen Zustand der deutschen Armee in diesem Stadium ihres Wiederaufbaus enthüllte.“

Anläßlich einer Besprechung im Kriegsministerium verfaßten die maßgebenden deutschen Generale eine am 27. 9. 1938 der Reichskanzlei übergebene Denkschrift. Churchill bestätigt:

„Der Mangel an Offizieren wird hervorgehoben. Nicht weniger als 48 000 Offiziere und 100 000 Unteroffiziere wären nötig, um die (deutsche) Armee auf Kriegsstärke zu bringen; und im Fall einer Generalmobilmachung würden in nicht weniger als 18 Divisionen erfahrene Generalstabsoffiziere fehlen.“

Auch „anti-faschistische Historiker“ sind in der Frage der deutschen Aufrüstung festzulegen, wenn sie sich gezwungen sehen, ihre Behauptungen im einzelnen zu gliedern. So enthält ein unter US-Lizenz veröffentlichtes Buch vom Jahre 1947 folgende kurzen Hinweise:

„Von den Geheimbesprechungen und Geheimbefehlen wußte die große Masse nichts.“

Über Inhalt, Sach- und Personalfragen dieser angeblichen Geheimbesprechungen und Geheimbefehle, die sich auf die deutsche Aufrüstung beziehen, findet sich auch hier kein Wort. Solche leeren Behauptungen aber sind historisch wertlos. Der Autor fährt fort:

„Die Zahl der an gewissen Rüstungszwecken arbeitenden Firmen war vor 1939 eine beschränkte, ihre Arbeit selbst „abgedichtet“.“

Auch hier wird keine Zahl, kein Ort, keine Produktion genannt. Wichtig ist aber das Eingeständnis, daß die Zahl der deutschen Rüstungsfirmen bis 1939 beschränkt war, eine Aussage, die alle aufputschenden Propagandathesen widerlegt. Weiter (man achte auf die Agumentation):

„Vermutungen sprechen dafür, daß das gegebene Wirtschaftsprogramm der Partei sich auf den Bedürfnissen der Aufrüstung und Kriegführung aufbaute; dabei spielte die „Autarkie“ der deutschen Wirtschaft eine Hauptrolle […].

Es entstanden neue Industriewerke, und zwar allergrößten Ausmaßes, die BUNA als Ersatz der Gummirohstoffe, Benzin aus Kohle, angeblich den Volkskraftwagen für die wirtschaftliche Freiheit Deutschlands vom Auslande herstellen sollten […].

Seine (der durchdachte Plan für diese Großmaßnahmen) in die Riesensummen gehende Finanzierung war eine Aufgabe für sich, die man mit der Ausweitung des Notenumlaufes und der Verschuldung des Reiches löste.“

Wenn also diese Maßnahmen, die jeder Staat dieser Welt als volkswirtschaftlich und nicht rüstungspolitisch katalogisiert, „Riesensummen an Finanzierung verschlingen“, so dürfte für die eigentliche Rüstung nicht mehr viel Raum und Finanzkraft übriggeblieben sein. Wie sah die Wirklichkeit aus?

„Der Ausbau der „Vierjahresplan-Werke“, die die Einfuhrabhängigkeit mildern sollten, war in vollem Umfang erst für 1943 geplant. Ihre augenblickliche Produktionskapazität (1939) fiel wenig ins Gewicht.“

Welche historische Untersuchung wir auch immer zur Hand nehmen, überall finden wir den minimalen-deutschen Rüstungsstand bestätigtebenso wie die systematische Verhetzung der anderen Völker mit den Lügen über die „fieberhafte Aufrüstung des Dritten Reiches von 1933 an“ und die „Behebung der wirtschaftlichen Krise in Deutschland (1933) durch weitest ausgebaute, den Frieden der Völker bedrohende Aufrüstung“.

Was darf ein souveräner Staat nach Ansicht dieser Moralisten überhaupt? Darf er sich zur Selbstverteidigung rüsten? Wie wir sehen, „dürfen“ dies alle – nur die Deutschen nicht. Deutschland war von hochgerüsteten, weitaus stärker bewaffneten, durch Militärbündnisse einander verpflichteten Staaten umringt und angefeindet. Die Reichsregierung hat während der ganzen Zeit ihrer Amtsführung „nicht eine einzige neue Waffenfabrik errichtet“. Dennoch warfen ihr jene Mächte, die selbst Weltreiche „ausbeuteten“, vor, die Weltherrschaft erstrebt, sich gegen den Frieden verschworen und verbrecherischer Planungen schuldig gemacht zu haben.

Alle Tatsachen, die der These von einer „Verschwörung gegen den Weltfrieden“ widersprechen, werden kurzerhand – man ist ja um „Begründungen“ und Schlagworte nie verlegen – mit dem „Dilettantismus“ der Verschwörung erklärt. Vielleicht wäre Hitler diesem Vorwurf des „Dilettantismus“ entgangen, wenn er – wie die Vereinigten Staaten von Amerika nach dem Zweiten Weltkrieg – für 75% aller strategischen Materialreserven Vorräte für 3 bis 5 Jahre angelegt und sich in 69 Ländern des Erdballs bzw. in über 2200 einzelnen Stützpunkten in aller Welt festgesetzt hätte -, von der Sowjetunion als noch eindrucksvolleres Beispiel ganz zu schweigen.

Die Deutschland umgebenden Mächte waren im übrigen nicht von Furcht vor dem „hochgerüsteten Dritten Reich“ erfüllt, sondern hegten die Illusion, mit Hilfe ihrer „Freunde“ sowie der Widerstandskräfte im Reich binnen weniger Tage nach Kriegsbeginn in Berlin zu stehen. Hätten Polen, Franzosen, Engländer oder die Sowjets die deutsche Rüstung oder den deutschen Angriffswillen gefürchtet, dann wären im Jahre 1939 die polnische Öffentlichkeit und die polnischen Behörden nicht so unverhohlen aggressiv, unverantwortlich, unsachlich und haßerfüllt gegen die ihnen ausgelieferte deutsche Minderheit und das Reich aufgetreten. Auch die französische, englische, us-amerikanische und sowjetische Publizistik hätte nicht solche Provokationen gewagt. Wer den anderen fürchtet, weil er stark ist, wird die ihm billigerweise zustehenden Rechte nicht mutwillig mit Füßen treten, sondern sie sorgfältig in Rechnung stellen. Dann nämlich entfällt nach menschlicher Wahrscheinlichkeit die Gefahr der Waffenanwendung.

Im britischen Kabinett war man über den wirklichen Stand der deutschen Rüstung gut unterrichtet; denn zuverlässige Informationsquellen standen London zur Verfügung. Daher ist es um so unverzeihlicher, wenn maßgebliche Männer in England – von der „freien Presse“ und BBC ganz zu schweigen – in den dreißiger Jahren aufstachelnd vom „deutschen Rüstungsfieber“ agitierten, intern jedoch das deutsche Rüstungs- und Wehrpotential so realistisch beurteilten, wie z. B. am 9. 3. 1939 Robert Hudson, der Sekretär des Departments für Überseehandel, während des Lunch gegenüber dem polnischen Botschafter in London, Raczynski:

„Was die Deutschen anbetrifft, so sind sie gezwungen, mit sich reden zu lassen (they are bound to come to terms), da sie am Rande des Bankrotts sind; sie haben weder Gold noch Devisen und leiden an ständig wachsender Knappheit an Rohstoffen.“

Der gewiß unverdächtige schwedische Vermittler Birger Dahlerus schrieb im Hinblick auf die Einschätzung der deutschen Wehrmacht durch die polnische Propaganda im Hochsommer 1939:

„Die deutschen Panzer bestünden nur aus Pappattrappen. Die deutschen Soldaten desertierten haufenweise. Ihre Uniformen seien nur kümmerlich mit Stricken zusammengehalten.“

Kein einziges Dokument belegt, daß Polen 1939 an ein angebliches Rüstungsfieber oder Welteroberungsstreben in Deutschland geglaubt habe! Sogar den Abschluß des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes vom 23. 8. 1939 pflegten polnische Diplomaten noch als offensichtlichen Nachweis dafür zu bezeichnen, „in welcher verzweifelten Situation sich das Reich befinde“.

„Dazu (zur Entfesselung der deutsch-feindlichen Stimmung durch behördliche Maßnahmen Polens) kam noch die sich immer mehr steigernde Kriegshetze in der polnischen Presse und im Rundfunk, wo man sich nicht genug tun konnte in Meldungen über angeblich im Reich zu beobachtende Erscheinungen des deutschen Schwächezustandes, im Ernährungs-Wesen, über Mängel in der Ausrüstung der Wehrmacht und dergleichen mehr. Die Polen dagegen wurden als „die besten Soldaten der Welt“ hingestellt und so in ihnen ein Gefühl der unendlichen Überlegenheit dem Reich gegenüber geweckt. Man wähnte, die Organisationen des polnischen Heeres, sein Kampfgeist und auch seine technische Ausrüstung seien „unvergleichlich besser“, die Lage des Reiches dagegen hoffnungslos, da dessen Einkreisung vollkommen sei. Polen kam sich als Großmacht vor […]“

Diese Worte sind nicht zwischen 1933 und 1945 geschrieben worden. Es handelt sich um das historische Forschungsergebnis eines Sachkenners, der in seinem 1954 veröffentlichten Buch über die deutsche Volksgruppe in Polen das betreffende Kapitel überschreibt: „Die Kriegshetze in Polen“.

Paul Reynaud, der ehemalige französische Finanzminister (Ministerpräsident von März bis Juni 1940), erklärte am 26. 2. 1938 in der Deputiertenkammer :

„Ist es nicht allgemein bekannt, daß die Deutschen nicht die Hälfte der Offiziere haben, die für die Aufstellung ihrer Divisionen erforderlich sind?“

Ebenfalls im Jahre 1938 (November) wurde ein Manifest der Komintern veröffentlicht, in dem es hieß:

„Hitler-Deutschland ist weder in militärischer noch in wirtschaftlicher Hinsicht kriegsbereit. Ihm fehlen Rohmaterialien, Lebensmittel, Geld […]. Seine Armee verfügt nicht über ausreichende erfahrene Verbände […]“

Es handelt sich hierbei um Äußerungen einflußreicher und wohlunterrichteter Politiker – ein Jahr vor dem angeblich seit 1933 „geplanten Krieg zur Erringung der Weltherrschaft“!

Der sowjetische Botschafter in London erinnerte an die diplomatischen Gespräche zwischen den Vertretern der Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich in den Monaten vor Kriegsbeginn und zog das Fazit, daß allen Gesprächspartnern gleichermaßen bekannt war:

„Wie wir sehen, waren die bewaffneten Streitkräfte, über die die Mitglieder des Dreierpaktes verfügten, sehr beeindruckend und weit den damaligen Kräften Deutschlands und Italiens überlegen.“

Wie schätzte der französische Außenminister die Lage ein?

„Man rechnete mit einem leichten und schnellen Sieg. Es muß zugegeben werden, daß zahlreiche Informationen aus dem Ausland uns zu der Vorstellung führen konnten, unserem Gegner gehe es bereits recht schlecht. Solche Nachrichten erhielt ich direkt oder durch unsere Botschafter, die sie uns pflichtgemäß mit allem Vorbehalt zuleiteten. Außer den altbekannten Geschichten über die streikenden deutschen Arbeiter und die Soldaten, die den Kampf verweigerten, kam man uns immer wieder mit der Hoffnung auf ein bevorstehendes Attentat, das schon vorbereitet war, und den Nationalsozialismus zu Fall bringen sollte.“

Und der britische Außenminister ?

„Während Halifax sprach, wurde einem mehr und mehr klar, […] daß sich Britannien bei seiner Hoffnung, den Krieg beenden zu können, ehe eine Weltkatastrophe eintritt, mehr als auf alles andere auf einen inneren Zusammenbruch Deutschlands verläßt. Sie haben entschiedenes Vertrauen zu den Berichten ihres Geheimdienstes, daß die (deutschen) Öl- und Benzinvorräte keinesfalls länger als vier Monate reichen würden, daß in Deutschland eine entschiedene Stimmung gegen den Krieg herrsche und daß es, wenn es wirtschaftlich gar zu schwierig werde, mit Hitler vorbei sei.“

Der ehemalige Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop hat vor dem Interalliierten Militärtribunal Nürnberg in seinem Schlußwort die Lage des Reiches treffend umrissen:

„Daß Deutschland keine Angriffskriege geplant hatte, wird durch die Tatsache bewiesen, welche Stärke wir im Verlauf des Zweiten Weltkrieges entfaltet haben und wie schwach wir dagegen zu Beginn des Krieges waren. Die Geschichte wird es uns glauben, wenn ich (Ribbentrop) sage, daß wir einen Angriffskrieg ungleich besser vorbereitet haben würden […].

Was wir beabsichtigten, war, unsere elementaren Lebensbedingungen wahrzunehmen, genau so wie England sein Interesse wahrgenommen hat, um sich dabei ein Fünftel der Erde untertan zu machen, wie die USA und Rußland einen ganzen Kontinent unter ihre Hegemonie gebracht […].

Der einzige Unterschied der Politik dieser Länder zu der unsrigen lag darin, da wir die gegen jedes Recht uns genommenen Länderpartikel wie Danzig und den Korridor beanspruchten, während jene Mächte nur in Kontinenten zu denken gewohnt sind.“

Quelle: Zeitzeugenarchiv

Bemerkung: Alle hier genannten Zahlen und Ergebnisse werden bestätigt, durch internationale und nationale Historiker (Militärhistoriker). Nur die verjudete, offizielle deutsche Geschichtsschreibung klammert sich mit allen Mitteln an die Lügen, die schon vor, während und nach dem Kriege über Deutschland ausgeschüttet wurden und werden. 

Mit diesem Aufsatz wird die Vernichtungspolitik gegen das deutsche Volk offenbart. Um Deutschland vollständig zu besiegen, war es notwendig, Fronten in ganz Europa zu eröffnen. Der Heldenmut der deutschen Armee kommt mit diesem Artikel erst richtig zum tragen, welche möglichen und unmöglichen Taten durch die deutschen Soldaten erbracht wurden.

..

Ubasser

 

9 Kommentare zu “Der Rüstungsstand in Deutschland im Jahre 1939 – Eine Gegenüberstellung

  1. bundeswehramt@web.de sagt:

    Na ja ich hab mir mal 8 Minuten genommen und den Anfang überflogen. Muss aber sagen das hier auch sehr viele Halbwahrheiten stehen und wichtige Fakten weg gelassen werden.
    Klienes Bsp. Nach der Machtergreifung wurde die Wehrfähigkeit massiv erweitert ( siehe HJ, Bautrupps, SS usw). Solche straff organisierten „Einheiten“ gab es in den anderen Ländern nicht und das wiederlegt die Aussage, es konnten nur 5 Jahrgänge gezogen werden.
    Naja . “ Jeder dichtet sich seine Wahrheit selbst, denn nur er weis was richtig und falsch ist ;-))))

    • UBasser sagt:

      Dem muß ich widersprechen, weil die Daten auf Fakten beruhen. Es sei denn, lieber Kommentarschreiber, Sie liefern weitere oder ausführlichere Fakten ins Feld. War A sagt, muß auch B sagen. 😉

      Lassen Sie sich Zeit, wir warten auch notfalls. Vielleicht können Sie andere Archive nutzen, als Walendy, Schulze-Rhonhof, Suworow, etc. Ich zumindest wäre Ihnen dankbar.

  2. Sigurd Hammerfest sagt:

    ENDLICH ! Die Wahrheit kommt auch auf deutschen Böden ans Licht. Eine Wahrheit, die hier in Südamerika seit Jahrzehnten bekannt ist.
    Also, was hat man gegen die NaSos?
    Was hat man gegen Hitler, der KEIN Verräter in fremden Sold war !
    Man lese vom Chilenen Miguel Serrano „El Cordón Dorado“ / „Das Goldene Band“ und weiterführende Bücher von ihm.

    • Skeptiker sagt:

      @Sigurd Hammerfest

      Weil in Deutschland die Lüge eben gesetzlich geschützt ist.

      Sefton Delmer – ehemaliger britischer Chefpropagandist:

      Denis Sefton Delmer (* 24. Mai 1904 in Berlin; † 4. September 1979 in Lamarsh, Suffolk) war ein britischer antideutscher Lügenspezialist und zuständig für die schwarze Propaganda gegen Deutschland.
      Delmer sagte nach der Kapitulation 1945 zu dem deutschen Völkerrechtler Prof. Grimm:

      “Mit Greuelpropaganda haben wir den Krieg gewonnen …Und nun fangen wir erst richtig damit an! Wir werden diese Greuelpropaganda fortsetzen, wir werden sie steigern bis niemand mehr ein gutes Wort von den Deutschen annehmen wird, bis alles zerstört sein wird, was sie etwa in anderen Ländern noch an Sympathien gehabt haben, und sie selber so durcheinander geraten sein werden, daß sie nicht mehr wissen, was sie tun. Wenn das erreicht ist, wenn sie beginnen, ihr eigenes Nest zu beschmutzen, und das nicht etwa zähneknirschend, sondern in eilfertiger Bereitschaft, den Siegern gefällig zu sein, dann erst ist der Sieg vollständig.

      Endgültig ist er nie. Die Umerziehung (Reeducation) bedarf sorgfältiger, unentwegter Pflege wie englischer Rasen. Nur ein Augenblick der Nachlässigkeit, und das Unkraut bricht durch, jenes unausrottbare Unkraut der geschichtlichen Wahrheit.”

      Und seitdem wird diese Propaganda der Alliierten durch den Überleitungsvertrag Art. 7.1 als offenkundige Tatsachen vom deutschen Strafrecht geschützt!

      Der Überleitungsvertrag: – Vertrag zur Regelung aus Krieg und Besatzung entstandener Fragen – wurde am 26.5.1952 zwischen der BRD, den USA, Großbritannien und Frankreich geschlossen und am 30.3.1955 bekannt gemacht, BGBl. II 405.)

      Artikel 7, Absatz 1: “Alle Urteile und Entscheidungen in Strafsachen, die von einem Gericht oder einer gerichtlichen Behörde der Drei Mächte oder einer derselben bisher in Deutschland gefällt worden sind oder später gefällt werden, bleiben in jeder Hinsicht nach deutschem Recht rechtskräftig und rechtswirksam und sind von den deutschen Gerichten und Behörden demgemäß zu behandeln.”

      Dies bedeutet, daß jedes Lynch- oder Fehlurteil im Rahmen der Siegerjustiz – denn es waren weder unabhängige Gerichte oder Richter noch unabhängige gesetzliche oder verfahrensrechtliche Grundlagen sondern entsprechend manipulierte Vorschriften, auf denen diese “Rechtsprechung” erfolgte – auf ewig unantastbar bleibt! Wenn also die Willküropfer der DDR-Justiz realtiv schnell rehabilitiert werden konnten, wird dies mit den Willkür-Opfern der alliierten Siegerjustiz nie geschehen können. Es sei denn, daß sich Deutschland aus diesen Knebelverträgen befreien würde, daß die Deutschen ihre Herzen auch wieder für ein wenig Gerechtigkeitsgefühl gegenüber eigenen unschuldigen Opfern öffnen würden. Für die Angehörigen und Nachfahren dieser Opfer wär es sicher eine Erlösung, die Basis für inneren und äußeren Frieden.

      Nachsatz:

      Und wahrlich, ich sage dir, Sefton Delmer, dieses Unkraut – die Wahrheit – wird durchbrechen. Die Wahrheit ist wie die Natur, die sich immer wieder mit aller ihr innewohnenden Gewalt ihr Recht holt trotz aller menschlichen Versuche, sie zu verdrängen oder zu beherrschen.

      Quelle:
      https://bumibahagia.com/2017/01/30/juden-wurden-mittels-zyklon-b-vernichtet-die-leuchter-reports/#comment-62889

      So läuft das hier, in dieser schizophrenen BRD GmbH § Kotze KG.

      Wer-wollte-den-Krieg-1-BW-General-Schultze-Rhonhof

      Gruß Skeptiker

  3. […] Weiterlesen… 9.603 weitere Wörter […]

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