Die Luftangriffe auf Mainz am 27. Februar 1945

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27. Februar 2017 von UBasser


„[…] Die einzigen guten Deutschen sind die toten Deutschen; lasst jetzt die Bomben auf Deutschland regnen.“

(1942, der Jude Lord Vansittart, Apostel des Hasses, in “Neuf mois au gouvernment” – La Table Ronde, 1948)

„Unser eigentliches Ziel waren immer die Innenstädte. Die Zerstörung von Industrieanlagen erschien uns stets als eine Art Sonderprämie“

(Arthur Bomber-Harris)

Prolog: Eine der großen Geschichtslügen, die Deutschen hätten mit dem Luftterror begonnen, ist historisch schon lange widerlegt. Bereits 1939 erfolgten sieben Luftangriffe der RAF auf Nordwestdeutschland. Am 10./11. Mai 1940 wurde die Innenstadt von Mönchengladbach angegriffen. Entgegen dem Völkerrecht  wurden danach auf Befehl der Kriegsverbrecher Churchill, Roosevelt, Stalin und Konsorten durch den alliierten Bombenterror gezielt die Wohnbezirke aller deutschen Städte mit 50.000 und mehr Einwohnern in Schutt und Asche gelegt; unersetzliche Kulturgüter geplant vernichtet und etwa 1 Million Zivilisten grausam ermordet, darunter über 54.000 Kinder unter 14 Jahren.

„… ich will nicht den Kampf gegen Frauen und Kinder führen. Ich habe meiner Luftwaffe den Auftrag gegeben, sich auf militärische Objekte bei ihren Angriffen zu beschränken“

(Adolf Hitler in seiner Rede vor dem Reichstag am 1. September 1939)

Entsprechend diesem Befehl richteten sich die deutschen Luftangriffe auf Warschau im September 1939 und Rotterdam 1940  ausschließlich gegen militärische Ziele als Teil eines Feldzugs. Im Fall von Warschau wurde der Zivilbevölkerung 9 Tage Zeit gegeben, die Stadt zu verlassen, falls das polnische Militär die Stadt nicht freiwillig übergäbe. Der Angriff auf Rotterdam im Mai 1940 erfolgte, weil der niederländische Stadtkommandant die Kapitulationsaufforderung ablehnte. Das Bombardement von Coventry vom 14. November 1940 galt den im Stadtzentrum gelegenen Rolls-Royce Flugzeugmotorenwerken und zahlreichen kleineren Rüstungsbetrieben.


mainz_rheinbruecke

rheinpanorama_1936Die Luftangriffe auf Mainz

Begonnen hatten die Luftangriffe auf Mainz 1940 mit vereinzelten Bombenabwürfen in der näheren Umgebung von Mainz durch Maschinen der Royal Air Force. Die ersten Opfer des Bombenkriegs in Mainz waren am 13. September 1941 zu beklagen, als ein britischer Bomber vom Typ Wellington seine Bombenlast über dem Hauptbahnhof ausklinkte, wodurch 22 Menschen in den Tod gerissen wurden.

In der Nacht zum 12. August 1942 wurde Mainz erstmals Hauptangriffsziel der alliierten Luftstreitkräfte: Ein englischer Bomberverband überflog die Innenstadt und entlud über 300 Tonnen Brand- und Sprengbomben, darunter auch Luftminen. Komplette Stadtviertel wurden durch diesen Angriff in Schutt und Asche gelegt, ein kaum zu löschender Feuersturm durchzog die Innenstadt. Ein großer Teil der Altstadt und der Mainzer Dom, aber auch Teile der Neustadt und Mombach brannten ab. Bereits in der folgenden Nacht war Mainz erneut Ziel der RAF. Diesmal wurden rund 240 Tonnen Brand- und Sprengbomben abgesetzt. 781 Wohnhäuser, fünf Kirchen, vier Schulen, ein Krankenhaus, 23 öffentliche Gebäude und 40 Geschäfte wurden bei den beiden Luftangriffen zerstört, 161 Menschen fanden den Tod. Die 1703 fertiggestellte Mombacher Nikolauskirche samt Glockenturm wurde durch Brandbomben zerstört. St. Stephan wurde schwer beschädigt, die Johanniskirche brannte völlig aus. Hunderte Menschen starben in den Flammen.

Am 20. Dezember 1943 fielen wieder Bomben auf die Innenstadt. 24 Menschen kamen dabei ums Leben. Im Abstand weniger Tage flogen Verbände der RAF und der US Air Force im September 1944 Angriffe auf Mainz-Kastel. In Kastel und in der Mainzer Innenstadt kamen mehrere Hundert Menschen ums Leben. Auch im Oktober und Dezember wurde Mainz mehrmals bombardiert, so dass Ende 1944 über 7.000 Tonnen Bomben das Stadtgebiet durchpflügt hatten.

Den Angriffen von britischen und amerikanischen Bombern, die von Januar bis Mitte Februar 1945 mehrere Hundert Tonnen Bomben auf die Innenstadt und die Vororte abwarfen, sollte noch das furchtbarste Inferno folgen, das Mainz im Zweiten Weltkrieg erleben musste.

ausblick-vom-dom-auf-die-zerstoerte-mainzer-innenstadt

005-kotzur_27-feb1945-zeitzeugen-berichten-buchdeckelAm 27. Februar 1945 flogen 435 Bomber der britischen Royal Air Force einen Angriff auf die Stadt. Zwischen 16:29 Uhr und 16:45 Uhr wurden 1.500 Tonnen Bomben abgeworfen. Ein Teil der Bevölkerung konnte nicht mehr in die Schutzräume, sondern nur noch in die Keller ihrer Häuser flüchten. Innerhalb von rund 20 Minuten warfen 435 Bomber über 1.500 Tonnen Spreng- und Brandbomben über Mainz ab und entfesselten damit einen Feuersturm, wie ihn die Stadt noch nicht erlebt hatte.

Die Bomben trafen auch weite Teile der Neustadt. Kein öffentliches Gebäude, kein Krankenhaus und keine Kirche, mit Ausnahme des Doms, überstanden diesen schwersten Angriff auf Mainz. Von 28.000 Wohnungen sind 20.000 zerstört. Etwa 1.200 Menschen fielen diesem letzten Luftangriff auf Mainz zum Opfer, darunter 41 Schwestern des Klosters ‚Der Ewigen Anbetung‘, die im Keller ihres Klosters Schutz gesucht hatten und dort erstickt waren. Unmittelbar nach dem Angriff wurden 648 Tote auf den Waldfriedhof in Mainz-Mombach überführt und dort in Sammelgräbern bestattet. Noch wochenlang waren die Bewohner der Stadt mit der Bergung von Todesopfern beschäftigt, die auf Handkarren zu den Friedhöfen gebracht und dort von den Angehörigen begraben wurden.

Insgesamt erlebte Mainz während der Jahre 1941 bis 1945 44 Luftangriffe, 1,8 Mio. Tonnen Schutt und Trümmer galt es wegzuräumen. Die Innenstadt war im Bombenhagel zu 80 Prozent zerstört worden, von über 11.000 Wohngebäuden im Jahr 1939 waren weit mehr als die Hälfte vernichtet, kaum ein historisches Bauwerk war ohne schwere Beschädigungen geblieben. Der Altstadtkern zwischen Ludwigstrasse, Schillerstrasse, Grosse Bleiche und Rhein war vernichtet, fast alle Kirchen der Innenstadt schwer beschädigt, sämtliche mittelalterlichen und barocken Häuser in der nördlichen Hälfte der Altstadt waren schwer beschädigt. Die Einwohnerzahl hatte sich um über die Hälfte von 154.000 (1939) auf 76.000 (Mai 1945) verringert. Etwa 2.800 Menschen waren durch die Bombenangriffe getötet worden, unzählige hatten schwere Verletzungen an davon getragen, Zehntausende hatten ihr gesamtes Hab und Gut verloren.


Quelle: Zeitzeugen Archiv

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Ubasser

6 Kommentare zu “Die Luftangriffe auf Mainz am 27. Februar 1945

  1. Frank sagt:

    Ernst Neger mit seinem so schönem Lied “ Heile, Heile Gensje „, letzte Strophe im Lied.
    Danke!

    • Freidavon sagt:

      Sehr schöner Hinweis! Eine Strophe die viele Deutsche sehr berührt hat und die traurige Erinnerung an Kriegsverbrechen hervorriefen, welche zu Verlusten ihrer Angehörigen und zur Zerstörung Kulturgüter führte. Aber für so etwas wie Trauer um Kriegsverluste durfte und darf bei den Deutschen kein Platz sein und deswegen ist diese Strophe praktisch verschwunden.

  2. carlospluto sagt:

    Ich liefere keinen Kommentar aber ich habe eine Bitte hinsichtlich der Schrott-Schüttung auf dem Dresdner Neumarkt.
    Ich habe fast ausschließlich Bilder von der Unterseite dieser Schrott-Busse gesehen (sagen wir mal: die Aleppo-ähnliche Seite); nur einmal sah ich im Internet kurz ein Bild von der Seite die der Frauenkirche zugewendet ist. Ich habe versucht dieses Bild wieder zu finden, aber es scheint wie verschollen zu sein. Hat jemand vielleicht ein gutes Bild von dieser Seite? Dann bitte auf diese Internetseite hinstellen!
    Warum? Als ich das betreffende Bild sah meinte ich folgendes zu sehn: ein hellfarbiges stilisiertes Glied gegen einen roten Hintergrund, senkrecht auf / in den Dresdner Boden zeigend und die Kirche der gottgeweihten Jungfrau zugewendet. Ich hoffe das ich mich geirrt habe, aber wenn ich es doch gut gesehen habe dann hat dieses abartige ‘Kunstwerk’ eine extra Bedeutung; es könnte sogar einen okkulten Zweck dienen. Das werde ich erklären wenn ich das betreffende Bild zu Verfügung habe.

    Ich bedanke mich im Voraus. Mit freundlichen Grüße aus den Niederlanden.

    P.S. Die Werbung-Aufschriften auf zwei dieser Busse deuten darauf hin dass die Busse zuletzt in Bayreuth in Betrieb waren. Warum sind gerade diese Busse zu Verfügung gestellt? Welche Firma hat die Installation versorgt? Gibt es ein detaillierter Plan dieser Installation mit Instruktionen?

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