Die Mythen und Lügen in der Gegenwart: Der Fall „Gleiwitz“

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18. Oktober 2017 von UBasser


Der Sender Gleiwitz. Das zwischen den beiden Gittermasten befindliche Gebäude soll Naujocks mit fünf oder sechs SD-Leuten sowie einem polnischsprechenden Dolmetscher am 31. August 1939 besetzt haben.

Heute wird jedem Schulkind beigebracht, das Deutsche Reich – unser Land – hätte zwei Weltkriege angezettelt, Millionen Menschen gemordet und Länder Europas überfallen. Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Ereignissen mit und um den letzten großen Waffengang, dem zweiten Weltkrieg.

Immer wieder wird behauptet, daß das Deutsche Reich den Beginn des 2. Weltkrieges mit dem Überfall auf Polen eröffnete. Es wurden speziell hierfür sogenannte „falsche-Flagge-Aktionen“ durchgeführt. Eine davon, der „Überfall auf den Sender Gleiwitz“ wollen wir uns genauer anschauen.

Was ist nach heutiger Geschichtsschreibung bekannt?

Der Überfall auf den Sender Gleiwitz am 31. August 1939 gehörte zu mehreren von der SS fingierten Aktionen vor Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Tarnnamen Unternehmen Tannenberg. Diese Vorfälle dienten als propagandistischer Vorwand für den Überfall auf Polen, den Beginn des Zweiten Weltkrieges.

In einer Ansprache vor den Oberbefehlshabern der Wehrmacht äußerte Hitler am 22. August 1939:

„Die Auslösung des Konfliktes wird durch eine geeignete Propaganda erfolgen. Die Glaubwürdigkeit ist dabei gleichgültig, im Sieg liegt das Recht.“

Am 10. August 1939 hatte der Chef des SD Reinhard Heydrich dem SS-

Alfred Naujocks (1911 – 1966)

Sturmbannführer Alfred Naujocks befohlen, einen Anschlag auf die Radiostation bei Gleiwitz in der Nähe der polnischen Grenze vorzutäuschen und es so erscheinen zu lassen, als seien Polen die Angreifer gewesen. Laut Naujocks hatte Heydrich gesagt: „Ein tatsächlicher Beweis für polnische Übergriffe ist für die Auslandspresse und für die deutsche Propaganda nötig.“

Naujocks befand sich seit Mitte August 1939 im Hotel Haus Oberschlesien in Gleiwitz und wartete auf seinen Einsatzbefehl. Am Nachmittag des 31. August 1939 gegen 16 Uhr erhielt er einen Anruf aus Berlin mit der Parole „Großmutter gestorben“. Gegen 20 Uhr drang Naujocks dann mit fünf oder sechs SS-Leuten mit Maschinenpistolen bewaffnet in Zivil, unter „Falscher Flagge“ polnische Freischärler darstellend, in das Sendegebäude des Senders Gleiwitz ein. Zwei Polizisten an der Pforte waren in die Aktion eingeweiht, der Pförtner hatte seinen Posten verlassen. Im Betriebsraum des Senders überwältigten die Männer vier Personen und brachten sie gefesselt in einen Kellerraum. Der Sender Gleiwitz strahlte kein eigenes Programm aus, sondern übernahm das des Reichssenders Breslau. Daher musste das SS-Kommando, in dem sich nur ein Fernmeldetechniker befand, mit einiger Mühe die Einspeisung des Programms unterbrechen und sich über ein so genanntes Gewittermikrofon, das erst gefunden werden musste, Zugriff auf den Sender verschaffen. Über den Sender wurde schließlich in deutscher und polnischer Sprache mit folgenden einleitenden Worten zu einem angeblichen Aufstand der polnischen Minderheit aufgerufen: „Achtung! Achtung! Hier ist Gleiwitz. Der Sender befindet sich in polnischer Hand […] Die Stunde der Freiheit ist gekommen!“ Die Sendung dauerte knapp vier Minuten und endete mit dem Aufruf: „Hoch lebe Polen!“ Die Aktion dauerte nur wenige Minuten, dann verschwanden Naujocks und seine Männer wieder.

Die offizielle Geschichtsschreibung beruft sich auf die eidesstattliche Erklärung des am 19. Oktober 1944 zu den VS-Amerikanern übergelaufenen Alfred Naujocks vom 20. November 1945 (2751-PS), die beim Nürnberger Tribunal herangezogen wurde. Naujocks selber mußte nicht vor dem Nürnberger Tribunal erscheinen und konnte somit auch nicht von der Verteidigung befragt werden. Bereits am 9. September 1939 wurde eine solche Version (falsche Flagge Aktion) von den Briten verbreitet!

So schrieb zum Beispiel Joachim FEST in seinem Bestseller »Hitler« [2] dazu:

»Ziemlich genau um die gleiche Zeit (am Abend des 31. August um 21 Uhr) drang der SS-Sturmbannführer Alfred NAUJOCKS im Verlauf eines vorgetäuschten polnischen Angriffs in den deutschen Sender Gleiwitz ein, gab eine kurze Proklamation durch, feuerte eine Anzahl Pistolenschüsse ab und ließ die Leichen einiger dafür ausgesuchter Sträflinge zurück.«

Dieser angeblich schon Anfang August vorbereitete Überfall wird auch als Beweis dafür angesehen, daß HITLER den Zweiten Weltkrieg gewollt, provoziert und verbrecherisch vorbereitet habe.

Die genannte Darstellung von FEST wie die anderer Historiker geht allein auf eine eidesstattliche Erklärung NAUJOCKS vom 20. November 1945 vor dem US-Leutnant MARTIN zurück, [3] die beim Nürnberger Prozeß mehrfach herangezogen wurde. Darin schildert NAUJOCKS nach Angaben zur Person – er lief am 19. Oktober 1944 im Westen zu den Alliierten über, nachdem er – was er allerdings verschweigt – vorher strafversetzt, ab 1942/43 aus den Listen der SS gestrichen, zur Wehrmacht überstellt war und dann Frontbewährung erhalten hatte [4] -, daß er »ungefähr am 10. August 1939« von HEYDRICH »persönlich« den Auftrag zu dem Überfall bekommen und sich von da an in Gleiwitz aufgehalten habe. Am Mittag des 31. August habe er telefonisch von HEYDRICH das Schlüsselwort erhalten, daß der Überfall um 20 Uhr abends auszuführen sei. Zu seinen fünf bis sechs SD-Männern habe er einen polnisch sprechenden Deutschen zur Verlesung einer polnischen Botschaft im Sender sowie einen bewußtlosen, noch lebenden, im Gesicht blutverschmierten »Verbrecher« in Zivilkleidung erhalten, den er nach dem wenige Minuten dauernden Überfall »am Eingang der Station« habe liegen lassen.

Wenn FEST und andere von »mehreren Leichen« sprechen, zum Teil auch von solchen in polnischer Uniform, so ist das bezeichnend, stimmt mit der »Quelle« nicht überein und stellt schon eine Fälschung dar. Weitere Verfälschungen phantasiebegabter Autoren bringt Udo WALENDY in seiner ausführlichen Besprechung dieses Falles. [5]

Entscheidend ist jedoch, daß offensichtlich die ganze Darstellung NAUJOCKS in seiner eidesstattlichen Erklärung falsch und erfunden ist, wie bereits mehrere Untersuchungen nahegelegt haben. [6]
So ist auffällig und kaum verständlich,

1. daß NAUJOCKS in seiner Erklärung von 1945 seinen SS-Dienstgrad und seine Dienststellung nicht nennt, nicht einmal seine damalige Zugehörigkeit zum Amt VI des SD;

2. daß HEYDRICH persönlich unter Ausschaltung des gesamten Dienstweges mit NAUJOCKS verkehrt haben und alles nur mündlich und telefonisch erfolgt sein soll, so daß keinerlei Papier darüber existiert;

3. daß für NAUJOCKS Auswahl durch HEYDRICH persönliche Gründe entscheidend gewesen sein sollen, die NAUJOCKS – auch später – nie angab;

4. daß keiner von NAUJOCKS Vorgesetzten oder von den örtlichen SD-Stellen etwas von dem Vorgang wußte;

5. daß NAUJOCKS keinerlei nähere Ortsbeschreibung je lieferte;

6. daß NAUJOCKS keinen seiner angeblichen Mittäter namentlich nannte;

7. daß NAUJOCKS später zugab, daß seine Mittäter keine SD-Leute der Ämter II und VI gewesen seien, sondern aus verschiedenen Abteilungen der HEYDRICH-Behörde stammen sollten;

8. daß die damalige deutsche Propaganda den Fall »Gleiwitzer Sender« nicht auswertete, HITLER und GOEBBELS in ihren Reden darauf keinen Bezug nahmen, nicht einmal der Völkische Beobachter davon etwas erwähnte;

9. daß im deutschen Weißbuch zur Vorgeschichte des Krieges Nr. 1 der Gleiwitzer Fall nur in einer Fußnote, im Weißbuch Nr. 2 in nur vier Zeilen als einer von 44 Grenzzwischenfällen von seiten der Polen erwähnt wird;

10. daß die polnische Presse diesen Fall damals nicht behandelte und die deutsche Version nicht richtigstellte;

11. daß die niedere Charge NAUJOCKS den Gestapo-Chef Heinrich MÜLLER »anwies« – so NAUJOCKS – »den Mann (den »Verbrecher«) in der Nähe der Radiostation an mich abzuliefern«;

12. daß die Beschäftigten am Sender Gleiwitz vor und nach 1945 den »Überfall« ganz anders schildern;

13. daß der zuständige Gleiwitzer Polizeipräsident SCHADE beim Nürnberger Prozeß nicht gehört wurde, obwohl er von Russen und Amerikanern mehrfach verhört worden war; er wurde dann bald in einem polnischen KZ erschlagen;

14. daß NAUJOCKS zusätzliche Angabe der Erklärung von MÜLLER, »er hätte ungefähr 12 oder 13 verurteilte Verbrecher, denen polnische Uniformen angezogen werden sollten und deren Leichen auf dem Schauplatz der Vorfälle liegen gelassen werden sollten, um zu zeigen, daß sie im Laufe der Anschläge getötet worden seien«, nie bestätigt werden konnte, aber als weitere, Deutschland belastende Behauptung durch die Literatur ging und geht;

15. daß keiner der in Nürnberg 1945 Angeklagten Kenntnis von dem Überfall hatte; [7]

16. daß NAUJOCKS in einem späteren Spiegel-Interview (13.11.1963, S. 71) angab, daß der Text des vorzulesenden Aufrufes von seinen Leuten selbst verfaßt sei, er dafür keine Anweisung erhalten habe, was bei solcher Planung im damaligen Deutschland höchst unwahrscheinlich ist;

17. daß Tatzeugen die von NAUJOCKS angeblich abgegebenen Schüsse nicht gehört haben;

18. daß auch andere von NAUJOCKS angegebene Mordkommandos nie zu beweisen waren;

19. daß NAUJOCKS für diesen Fall von den Alliierten nie belangt wurde, sondern 1945 in die Freiheit entlassen wurde;

20. daß auch bei NAUJOCKS späterem Wiederauftauchen in der Bundesrepublik Deutschland er nie zur Rechenschaft gezogen wurde.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß NAUJOCKS 1945 mit anderen Gefangenen im US-Internierungslager Langwasser saß:

»Seinen damals dort gleichfalls internierten Kameraden hat er nie eine Andeutung gemacht, daß er mit dem Überfall auf den Gleiwitzer Sender etwas zu tun gehabt habe… Im Lager Langwasser hatte Herr NAUJOCKS eines Tages mit dem IMT-Pfarrer Pater SIXTUS eine längere Unterredung. Anschließend erklärte er seinen Kameraden, er werde aus dem Lager herauskommen und nach Südamerika fliehen. Am nächsten Morgen war er verschwunden.« [8]

Als seine eidesstattliche Erklärung vor dem Nürnberger IMT behandelt wurde, galt sein Aufenthalt als »unbekannt«. [9]

Er wurde beim IMT nicht vernommen. Als er später unter seinem richtigen Namen wieder in Deutschland auftauchte, wurde er nie verfolgt, nicht bestraft, sondern lebte in überraschend guten Verhältnissen bis zu seinem Tod. Er hat sich wohl – wie HÖTTL – durch seine Falschaussage mit Belastung Deutschlands Vorteile verschafft.

Seit 1991 liegt die Darstellung eines Tatzeugen vor [10], des Volksschullehrers Otto RADEK, der als Hauptmann d. R. für die im Sommer 1939 in Oberschlesien aufgebaute Grenzwacht, eine aus Freiwilligen bestehende paramilitärische Organisation der Deutschen im Raum Gleiwitz, Kommandeur war. Der Gleiwitzer Sender, der nur rund sieben Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt lag, wurde von der 3. Kompanie, Grenzwachtbataillon 1/68, mit scharfer Munition bewacht. Er habe von dem »Überfall« in den Radionachrichten des Breslauer Senders gehört, sei dann sofort zum Sender Gleiwitz gefahren und habe dort alles in Ruhe vorgefunden. Von Schießereien habe man nichts gewußt, Einschlagspuren von Geschossen habe es nicht gegeben. Die Wachmannschaft habe berichtet, daß sie einige SS-Männer in Zivil, die sich ordnungsgemäß ausgewiesen hätten, in den Senderaum gelassen habe, wo diese über ein Wettermikrophon Sprechübungen in Deutsch und Polnisch veranstaltet hätten. Nach wenigen Minuten hätten sie sich korrekt wieder verabschiedet. Ein Anruf des Kommandeurs beim Armee-Kommando in Breslau habe ergeben, daß alles in gewollter Ordnung sei.

Zur Bestätigung, daß am Sender alles ruhig war und blieb, gibt RADEK auch Nachbarn des Gleiwitzer Senders an, die nach der Meldung des Breslauer Senders von aufgeregten Verwandten aus Breslau angerufen worden seien, was denn passiert sei, und diesen erklärten, daß nichts vorgefallen sei.

Einziger Widerspruch:

Das Auswärtige Amt veröffentlichte später eine Liste von amtlichen Meldungen über mehrere Dutzend schwere Grenzzwischenfälle mit Toten an der deutsch-polnischen Grenze seit dem 25. August 1939. Von elf Einträgen bis zum Morgen des 1. September beziehen sich zwei auf Vorfälle bei Gleiwitz:

„2. Meldung des Hauptzollamts Gleiwitz. Gegen 2 Uhr erfolgte von polnischer Seite ein Feuerüberfall auf die das Zollamt Neubersteich sichernde deutsche Grenzwache. Ein Angriff der Polen auf das Zollamt wurde durch deutsches Abwehrfeuer verhindert.“

„4. Meldung des Polizeipräsidenten Gleiwitz. Gegen 20 Uhr wurde der Sender Gleiwitz durch einen Trupp polnischer Aufständischer überfallen und vorübergehend besetzt. Die Aufständischen wurden durch deutsche Grenzpolizeibeamte vertrieben. Bei der Abwehr wurde ein Aufständischer tödlich verletzt.“

Den wohl endgültigen Beweis dafür, daß NAUJOCKS den wesentlichen Inhalt der eidesstattlichen Erklärung erfunden oder gegen Zusicherung von Leben und Freiheit frei Erfundenes unterschrieben hat, liefert folgende, erst um 1995 durch Veröffentlichung eines Buches [11] bekannt gewordene Tatsache. Ende der fünfziger Jahre lebte NAUJOCKS in Hamburg als Besitzer mehrerer Häuser und Kiesgruben ziemlich wohlhabend. Der als Verfasser mehrerer Bücher hervorgetretene Hans Werner WOLTERSDORF lernte ihn über einen seiner Mieter kennen und hatte dann ein Gespräch mit ihm: [12]

»Im Jahre 1959 besuchte er (NAUJOCKS) mich. Wir aßen zu viert gemeinsam zu Mittag. Es stellte sich bald heraus, daß er der Alfred NAUJOCKS war, der mit dem Gleiwitzer Sender zu tun hatte… Wir kamen auf die Sache mit dem Sender Gleiwitz zu sprechen. Er wartete zurückhaltend, was ich davon zu erzählen wußte. Ich kannte nur die Schulbuchgeschichte von dem fingierten Überfall auf den Sender Gleiwitz. Er widersprach nicht. Ich sagte ihm, daß in den Nürnberger Prozessen und unzähligen anderen Kriegsverbrecherprozessen Tausende von Menschen wegen viel geringerer Vergehen hingerichtet oder lebenslänglich eingesperrt worden seien. Er aber habe nach eigenem Eingeständnis eine Anzahl von KZ-Häftlingen ausgewählt und in polnische Uniformen gesteckt, wohl wissend, daß keiner von ihnen lebend davonkommen werde. Das sei heimtückisch vorbereiteter Mord. Trotzdem habe man ihm kein Haar gekrümmt. Wie das zu erklären sei, wollte ich wissen.

»Sie sehen, daß ich noch lebe«, sagte er, »sogar gut lebe; und das ist für mich die Hauptsache« [13]

Für Hans Werner WOLTERSDORF und einen weiteren, jetzt noch lebenden Teilnehmer an diesem Gespräch, die der Verfasser beide deswegen besuchte und sprach, war damals eindeutig klar, daß NAUJOCKS mit dieser erpreßten Unterschrift 1945 seine Freiheit erlangt und vielleicht das Leben gerettet hatte und daß nichts von seiner Schilderung in der eidesstattlichen Erklärung der Wahrheit entsprach.

Das Interesse der Sieger an einem solchen Geständnis in der damaligen Zeit ist gut zu verstehen. Die Alliierten brauchten im Herbst 1945 – vor dem Bekanntwerden der ebenfalls wohl gefälschten HOSSBACH-Niederschrift – solch eine Aussage, um belegen zu können, daß HITLER angeblich schon um den 10. August, also Wochen vor Kriegsbeginn und vor dem Deutsch-sowjetischen Pakt vom 23. August 1939, zum Krieg drängte und »polnische Provokationen« als Kriegsgrund suchte, daß also alle dokumentierten Friedensbemühungen der Reichsregierung nur Vorwand gewesen seien.

Die übliche Darstellung, wonach Deutsche mit Schießereien und mindestens einem Toten den Sender Gleiwitz 1939 überfallen haben, darf damit wohl als eine weitere Geschichtsfälschung zu Lasten Deutschlands gelten. Ein solcher Überfall hat offensichtlich gar nicht stattgefunden. Warum der deutsche Sender Breslau eine diesbezügliche Meldung abgab, ist noch ungeklärt.

Quellenangaben:

[1] Zum Beispiel Janusz PLEKALKIEWICZ, »Der Zweite Weltkrieg«, Pawlak, Herrsching 1986, S. 72; Christian ZENTNER u. Friedemann BEDÜRFTIG (Hg.), »Das große Lexikon des Zweiten Weltkrieges«, Südwest, München 1988, S. 221; Jürgen RUNZHEIMER: in »Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte«, 1962.

[2] Joachim FEST, »Hitler«, Ullstein, Berlin 1973, S. 823

[3] Internationales Militär-Tribunal (Hg.), »Der Nürnberger Prozeß«, Delphin Verlag, München 1984, Bd. 4, S. 270, Dokument 2751 PS, voller Wortlaut am 20.12.1945 vor dem IMT verlesen.

[4] Hans Werner WOLTERSDORF, »Hinter den Kulissen der Macht«, Eigenverlag, Remagen 1995, S. 149 ff.

[5] Udo WALENDY, »Europa in Flammen«, Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1967, S. 66-82.

[6] W.R.A., in: »Nation Europa«, Nr. 5, 1964, S. 27-30; Ralf, in: »Nation Europa«, Nr. 5, 1961, S. 40 ff.

[7] IMT, aaO. (Anm. 3), Bd. 10, S. 580.

[8] »Nation Europa«, Nr. 5, 1964, S. 27.

[9] Ebenda.

[10] Bernhard RADEK, »Achtung, Achtung! Hier spricht der Gleiwitzer Sender«, in: GJei- wt?(er-BeuthenerTarnomt%er Heimatblatt, Sept. 1991, S. 4 ff.

[11] WOLTERSDORF, aaO. (Anm. 4), S. 149 ff.

[12] Ebenda.

[13] Ebenda, S. 151
———————

Fazit: Selbst bei der Darstellung verschiedener Seiten und Aussagen gibt es geringe Widersprüche. Doch trotz, oder gerade wegen dieser Widersprüche kann der Fall „Gleiwitz“ nicht einmal annähernd als Grund für die Eröffnung des 2. Weltkrieges dienen – gleich recht nicht, als Beweis zur Organisation eines Angriffskrieges!

Urteil: Der Fall Gleiwitz ist eine Lüge, welche den Weg in die offizielle Geschichtsschreibung gefunden hat.

..

Ubasser

 

 

10 Kommentare zu “Die Mythen und Lügen in der Gegenwart: Der Fall „Gleiwitz“

  1. gert73 sagt:

    Hat dies auf schwanseeblog rebloggt und kommentierte:
    Dies ist ein sehr interessanter Artikel und dazu sehr gut ausgearbeitet.

  2. Rabe sagt:

    Hat dies auf fliegendewahrheit.wordpress.com rebloggt

    GruSS
    Rabe

  3. Rabe sagt:

    Hat dies auf Fliegende Wahrheit rebloggt und kommentierte:
    Das ENDE der Lügen ist nah. Freiheit wird über Niedertracht SIEGEN.

  4. griepswoolder sagt:

    Ich hatte vor Kurzem auch wieder bei so einer linken Zeitung von dieser – nennen wir es mal Sage oder Mythos – gelesen. Bei einem anderen Blog war einer dieser automatisch generierten News-Links zu dem Beitrag, wo es um Kriegsbegründungen gehen sollte. Dort wurde auch wieder der Gleiwitz-Mythos als Beispiel erwähnt.

    Abgesehen von den bereits aufgeführten Argumenten, wird den meisten »BRD-Deutschen« auch nicht bekannt sein, das auch Polen nicht so unschuldig und friedlich war und schon gar nicht von dem Angriff überrascht gewesen sein sollte. Bereits vorher wurde mal ein deutscher Einmarsch in Danzig behauptet, der sich aber als Zeitungsente entpuppte. Hinzu kommen die Mobilmachungen der Polen.
    Da es es auch noch etliche andere Grenzvorfälle gab, gäbe es daher keinen Sinn zusätzlich noch einen weiteren zu erfinden bzw. aufwändig zu organisieren und den dann noch nicht mal den Medien zu präsentieren. Zusätzlich gab es auch noch die Gewalt gegen die Deutschen in den von Polen verwalteten Gebieten. Sogar Flugzeuge sollen über Danzig beschossen worden sein. Also Gründe für ein Eingreifen gab es reichlich. Einen Vorwand für einen Einsatz zu schaffen wäre abgesehen von den bereits erwähnten Gründen auch nur erforderlich gewesen, wenn es keine Bemühungen um eine Verhandlungslösung gegeben hätte, Das war aber nicht der Fall. Noch bis zum 31. August wurde auf eine Reaktion auf einen Verhandlungsvorschlag gewartet, aber die Polen hatten kein Interesse.

    Ein gutes Buch, das die Stimmung bzw. das Geschehen im bis September 1939 in Polen gut beschreibt, ist das von Stache, Rudolf – Polen – Söldner von Englands Gnaden (um 1939, 104 S., Scan-Text) https://archive.org/details/StacheRudolfPolenSldnerVonEnglandsGnadenum1939104S.ScanText . Die Polen haben – zumindest teilweise – bekommen, was sie wollten (Krieg mit Deutschland) – auch wenn es dann anders kam, als sie sich das vorgestellt hatten.

    Außer den erwähnten Weissbüchern gibt es übrigens auch noch das Weissbuch Nr. 3 – Polnische Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges (1940). https://archive.org/details/AuswaertigesAmtWeissbuchNr.3PolnischeDokumenteZurVorgeschichteDesKrieg1940128S.Scan Darin sind Dokumente, die man beim polnischen Außenministerium 1939 gefunden hatte, teils in polnisch und auch übersetzt. Sind auch sehr informativ ! Insbesondere die Informationen zum Internationalen Judentum in Amerika und das die einen richtigen Krieg wollen…

    @Wilhelm Ziegler !
    Zur Information über die allgemeinen Abrüstungsbemühungen von Deutschland und zu den Vorschlägen zur Vermeidung von Opfern unter der Zivilbevölkerung im Kriegsfall gibt es noch ein anderes Buch: ‚Hitlers Friedensangebote, Die die Welt nicht wollte‘, 1940 : https://archive.org/details/0415HitlersFriedensangeboteDieDieWeltNichtWollte1940HistorischesArchiv_201709
    Vrmutlich war die Welteroberung nach totaler Abrüstung vorgesehen – möglicherweise durch Massenhypnose der ganzen Welt – eine ganz heimtückische Methode…

    • Wilhelm Ziegler sagt:

      @griepswoodler

      Ja irgendwo findet der Jude immer einen dialektischen Fluchtweg um uns Deutschen Welteroberungsabsichten zu unterstellen. Wir wollten ja auch immerhin mit einer Art pazifistischen Weltrevolution Bombenflugzeuge kriegsrechtlich auf eine Stufe mit Giftgas stellen und weltweit verbieten lassen. Ja wenn das kein Zeugnis zumindest einer wehrpolitischen Welteroberung und eines Holocaust an armen armen armen Bombenherstellern und deren Dividenden-Beziehern ist, dann weiß ich auch nicht mehr 🙂

      Im folgenden Weißbuch findet sich ab Seite 438 ff. eine Zusammenstellung mit Meldungen über schwere Grenzzwischenfälle zwischen den 25. bis zum 31. August 1939.

      https://archive.org/details/Auswaertiges-Amt-Weissbuch-Nr-2-Scan

      Folgender Eintrag auf Seite 439 hätte im Übrigen schon am 26. August 1939 berechtigten Anlass zum Krieg geliefert:

      „Meldung des Oberfinanzpräsidenten Ostpreußen.

      In der Nacht vom 25. zum 26. August wurden die auf deutschen Gebiet gelegenen Teile der Straßenbrücke und Eisenbahnbrücke Zanderfelde-Neuliebenau von polnischen Militär gesprengt und völlig zerstört.“

      In weiteren Eintragungen wird immer wieder berichtet, dass polnische Soldaten die Grenze überquerten und Feuerüberfälle auf deutsche Zoll- und Grenzschutztruppen verübten bei den es auch Verletzte und Tote gab. Unter anderen wurden sogar Telefonleitungen zerstört damit die Deutschen keine Hilfe anfordern konnten!

      Interessant ist, dass beim 31. August im Zusammenhang mit dem Sender Gleiwitz nur von „polnischen Aufständischen“ die Rede ist und nicht von „regulären Soldaten“. Der Führer kann diesen Zwischenfall in seiner berühmten Rede also nicht gemeint haben. Eventuell bezog er sich ja auf folgenden Eintrag:

      „Meldung der Staatspolizeistelle Elbingen.

      Gegen 1 Uhr wurde das Zollgehöft in Neukrug von polnischen Militär angegriffen. Es handelte sich um etwa 25 Mann mit einen leichten Maschinengewehr. Sie versuchten, das Zollgehöft zu umzingeln(!). Der Angriff wurde abgeschlagen.“

      Gleiwitz wurde laut dieser Zusammenstellung auch am 28. und 29. August angegriffen. Allerdings nicht am Sender!!!

      28. August, Seite 441

      „Meldung des Hauptzollamtes Gleiwitz.

      Gegen 22.45 wurden die deutschen Zollbeamten Fleischer und Quenzel, die an der Panzerschranke beim Zollamt Neuberstein Dienst taten, von polnischer Seite mit Maschinengewehr und Gewehr beschossen. Erst nach einen anschließenden Feuergefecht von 20 Minuten mit der deutschen Grenzwacht stellten die Polen das Feuer ein.“

      29. August, Seite 442

      „Meldung des Hauptzollamtes Gleiwitz.

      Gegen 23.50 Uhr wurden deutsche Zoll- und Grenzwachtbeamte auf deutschem Gebiet nahe dem Zollamt Neubersteich* von einer polnischen Formation heftig unter Feuer genommen. Hierbei waren zwei leichte Maschinengewehre, die auf deutschem(!) Gebiet in Stellung gebracht waren, sowie ein schweres Maschinengewehr einwandfrei festzustellen. Nach einen Feuergefecht stellten die Polen um 1.15 Uhr das Feuer ein.“

      * Druckfehler oder anderer Ort als Neuberstein?

  5. Wilhelm Ziegler sagt:

    Wollte Hitler den Krieg?

    Wenn zu erwarten ist, dass der Feind weiter aufrüstet bis man nicht mehr hinterher kommt und der Feind den Krieg so oder so will, dann muss es kein Fehler sein den Krieg zuerst zu beginnen. England hatte später auch oft genug demonstriert, dass es ihnen nie um Polen ging. Schon als sie Mussolinis Vermittlungsangebot vom 3. September 1939 dem Deutschland und Frankreich zustimmten, ablehnten. Hitler wollte den Krieg? Wenn es nach Hitler gegangen wäre, dann hätte es noch nicht mal eine deutsche Aufrüstung gegeben mit der Deutschland Polen hätte schlagen können, weil er sich bereits am 17. März 1933 mit einen 200.000 Mann Heer mit kurzer 8 monatiger Dienstzeit, kleiner Artilleriekaliber, leichte Panzer und keinerlei Luftwaffe begnügen wollte. Die Einhaltung der Bedingungen sollten dann von einer permanenten internationalen Kommission in Deutschland überwacht werden. In England wurde damals ein solches Abkommen ausgearbeitet dem Hitler öffentlich in einer Rede zugestimmt hatte (McDonald-Plan), welches aber auf Bestreben der Churchill-Kriegstreiber-Opposition zurückgezogen wurde worauf Deutschland 17. April 1934 die Abrüstungskonferenz verließ da auch in den Monaten davor von England keine Kooperation mehr kam. Auch nicht als Hitler am 18. Dezember 1933 anbot, ein 300.000 Mann Heer, Jagdflugzeuge aber keine Bombenflugzeuge, Artillerie-Maximalkaliber von 15cm und Panzer bis maximal 6t und besagte Kommission als verbindliche Bedingungen zu akzeptieren.

    https://archive.org/details/FreytaghLoringhovenAxelFreiherrVonDeutschlandsAussenpolitik193319411942357S.ScanText

    Und da sag noch einer Hitler hätte ab 1933 auf den Krieg hingearbeitet…

  6. feld89 sagt:

    Hat dies auf volksbetrug.net rebloggt.

  7. arabeske654 sagt:

    Das völkerrechtliche Subjekt bestand und besteht durch seine legitimen natürlichen Rechtspersonen und derer in der Rechtsfolge, welche ihrerseits ihre unveräußerlichen und unauflöslichen Rechte aus dem völkerrechtlichen Subjekt beziehen.

    https://lupocattivoblog.com/2015/02/20/das-volkerrechtliche-subjekt-das-deutsche-reich-oder-die-unaufloslichen-rechte-der-deutschen/

    An die besetzenden und verwaltenden Kriegsvertragspartner.

    An die legitime und legitimierende Gewalt, das amerikanische Volk der Vereinigten Staaten von Amerika, in dessen Vertretung an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika – in Vertretung an die US Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, Clayallee 170, 14191 Berlin.
    Das völkerrechtliche Subjekt Deutsches Reich erklärt völkerrechtlich verbindlich:

    https://lupocattivoblog.com/2017/09/25/voelkerrechtliche-verbindliche-erklaerung-an-die-besetzenden-und-verwaltenden-kriegsvertragspartner/

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